Güterzugbegleitwagon - Kommunikation / Orientierung / Position im Zug

  • Hallo Freunde im Forum,


    eine Frage hätt' ich zur Kommunikation zwischen Güterzug-Begleitwagon und der Dampf-Lokomotive. Wie lief das ab? Über den Kohlenwagon drüber ist ja ein 'Gespräch' schlecht möglich. Und Pfeifsignale geben konnte der Begleitwagen doch wohl auch nicht - oder?


    Und noch eine Frage: hängt der Güterzugbegleitwagon immer in gleicher Orientierung (?) und immer direkt hinter der Lok? Was ist, wenn umgespannt wird, und in der anderen Richtung weitergefahren wird. Da müßte der Begleitwagon ja bei der Lok bleiben und/oder mit 'gedreht' werden -> dafür sollte aber auf der Drehscheibe kein Platz sein. Begleitwagon alleine drehen stell' ich mir auch aufregend vor.


    Hintergrund ist 'unser' Betrieb auf einem Modulsystem, wo wir immer von A nach B fahren, und wieder zurück. Da wird das Thema Orientierung und Position des Güterzugbegleitwagens ein recht komplexes Thema.


    Danke für Eure Info!


    Ciao


    Ciccio

  • Hallo Ciccio,


    die Kommunikation zwischen Zugführer und Lokpersonal fand, genau wie bei Reisezügen auch, im Bedarfsfall während des Halts an einem Bahnhof statt. Deshalb sollte der Pwg auch möglichst weit vorn im Zug laufen, idealerweise gleich hinter der Lok. Andernfalls müsste der Zugführer zwecks Kommunikation ja am ganzen Zug entlang und dann wieder zurück laufen. Wenn der Zug unterwegs Kopf machte (was bei Güterzügen ja selten vorkam), lief der Pwg halt für eine Teilstrecke am Zugschluss. Ihn umständlich umrangieren wäre ja noch aufwändiger, als dem Zugführer im Bedarfsfall einen kleinen Fußmarsch zuzumuten.


    Gedreht werden brauchte der Pwg nicht, es war egal, wie herum er eingestellt war.


    Schöne Grüße, Freddy

    Ich mache gern Kompromisse. Aber nicht beim Maßstab.

  • Hallo Freddy,


    also egal ist es nicht wie rum der Begleitwagen hinter der Lok läuft. Er hat nur auf einer Seite einen Stromanschluss zur Lok, dass kann man auch ganz gut beim Lenz Modell sehen.


    Bei Ganzzügen mit schwerer Ladung Kohle z.B läuft der Begleitwagen am Schluss damit bei einer Notbremsung nicht der Begleitwagen samt Personal hinter der Lok zerquetscht wird.


    Gruss
    Michael

    Meine Ausstattung - ESU Ecos, ESU Belegmelder, Roco WlanMaus, Steuerrung mit iTrain Software.

  • Hallo,


    ein ganz praktische Grund, warum der Pwg hinter der Lok lief, war die Versorgung mit Strom für die Beleuchtung und Dampf für die Heizung. Die meisten Güterwagen hatten keine Heizleitung.
    Michael: Mein Pwghs54 hat auf beiden Seiten eine Steckdose ?(
    Das mit der Notbremsung halte ich für ein Gerücht (der Zug hat mehr Bremshunderstel als die Lok), da dürfte es eher um einen Unfall gehen und um die Kräfte am Zughaken.


    Ach ja: Von Stefan Carstens gibt es ein Heft über Güterzug-Gepäckwagen, kann ich sehr empfehlen.


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo,


    ich hatte an meinen Begleitwagen PwG 14 gedacht und und an Notbremsung bei Unfällen und anderen Ereignissen die eine Notbremsung erforderlich machen.


    Aber gut das Du das nochmal ergänzt und klargestellt hast.


    Gruss
    Michael

    Meine Ausstattung - ESU Ecos, ESU Belegmelder, Roco WlanMaus, Steuerrung mit iTrain Software.

  • Ach ja: Von Stefan Carstens gibt es ein Heft über Güterzug-Gepäckwagen, kann ich sehr empfehlen.


    Hallo,

    dieses Heft beschreibt die Entwicklung der unterschiedlichen Güterzug-Gepäckwagen. Aber auf den Betrieb wird kaum eingegangen, da ist der anfangs eingestellte Link aussagekräftiger. Dieser Link bezieht sich auf die Heftchen "Eisenbahn und Modellbau" 3/88 und 8/88. Wenn man beides hat, kann man eigentlich alles über die Güterzugbegleitwagen erfahren. Das Carsten-Heft ist hervorragend für den Nachbau von Güterzugbegleitwagen wegen seiner sehr guten Zeichnungen, geeignet.



    Das die Güterzugbegleitwagen am Zugende bei OOt-Zügen liefen, war zumindest bei der DRG Vorschrift. Da hatten die Güterzugbegleitwagen auch noch Gasbeleuchtung, war also keine Stromversorgung von der Lok erforderlich. Und ich vermute, dass es diese Gasbeleuchtung auch noch in der Epoche III bei vielen Wagen gab.

    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo Roland,


    du merktest an:


    Aber auf den Betrieb wird kaum eingegangen


    Ja stimmt, dazu steht da nicht viel drinnen, aber auf den vielen Fotos sieht man:


    Die Richtung der Wagen (Kanzel zur Lok oder zum Zug), dass die Wagen nicht extra gedreht wurden.
    Die Wagen überwiegend direkt hinter der Lok liefen, allerdings ist auf Seite 57 ein Zug aus einer 86, einem G10, einem Pwg und einem Flachwagen in dieser Reihenfolge abgebildet.


    Von daher schon hilfreiches Heft, auch was Techniken zum Umbau anbelangt.


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • (...) allerdings ist auf Seite 57 ein Zug aus einer 86, einem G10, einem Pwg und einem Flachwagen in dieser Reihenfolge abgebildet.


    Hallo Pwg-Freunde,


    für Nahgüterzüge (Ng) - und um den handelt es sich auf dem besagten Foto - galten wieder andere "Regeln", die der Praxis geschuldet waren. Ng waren ja die letzten in der Verteilungskette der Güterwagen. Sie klapperten auf ihrem Weg alle Ortsgüteranlagen ab und stellten dabei die jeweiligen Güterwagen ihrem Bestimmungsbahnhof zu. Und das ging nicht ohne Rangieren über die Bühne.


    Oftmals gab es nämlich keine Ortslok, die diese Aufgaben übernehmen konnte. Also musste die Zuglok ran. Dazu war bei der Zugzusammenstellung am Ausgangsort schon eine "intelligente" Wagenreihung wichtig, die die jeweiige Lage der zu bedienenden Gleisanschlüsse jedes Unterwegsbahnhofes, und damit verbunden, die einzelnen Rangierbewegungen vor Ort zu berücksichtigen hatte.


    Dabei sollte aus Zeit- und Arbeitsersparnis die Lok möglichst selten vom Zug getrennt werden, so dass die Lok mit dem gesamten Zug oder Zugteilen am Haken rangierte. Gegebenenfalls wurden bei solchem Rangiervorgang nicht nur Wagen abgestellt, sondern auch Wagen in den Zug eingestellt. Da war es nicht ungewöhnlich, dass der Pwg im Zugverband seine ursprüngliche Position verlor.


    Beim Nahgüterzug zeigte sich die hohe Kunst des optimalen Rangierens.

    Gruß
    ha-null Jörg

    Edited once, last by ha-null ().

  • Hallo,


    > Bei Ganzzügen mit schwerer Ladung Kohle z.B läuft der Begleitwagen am
    Schluss damit bei einer Notbremsung nicht der Begleitwagen samt Personal
    hinter der Lok zerquetscht wird.<


    Das ist Spass. Der wahre Grund ist dieser, bei der DRG war ein Güterzug mit 4 Personen besetzt, dem Zugführer, dem Zugbegleiter und zwei Bremsern. Ein Bremser befand sich immer im Bremserhaus des letzten Güterwagens und wechselte sich mit dem anderen Bremser ab. Bei einer Zugtrennung konnte so der getrennte Zugteil gesichert und der nachfolgende Zug gewarnt werden. Und OOt-Wagen? Die hatten kein Bremserhaus, wo sollte da der Bremser sich aufhalten, also Pwg an den Zugschluß und alles funktionierte wie gewohnt. Wie lange das bei der DB und DR so weiter gehandhabt wurde, weiß ich nicht.



    Und wegen der Heizung musste man sich auch keine Gedanken machen, die Wagen hatten eine eigenständige Heizung, gut in den Zeichnungen des Carsten-Heftes zu sehen.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • https://www.yumpu.com/de/docum…gbildungsvorschriften-gzv





    Mit freundlichen Grüßen


    Lothar


    Spur Null Galerie aus Rheinsberg



    P.s. Das Thema Güterzugbegleitung ist kein einfaches Thema und auch da gibt so viele verschiedene Unterschiede , auch innerhalb der verschiedenen Epochen. Auch Zeitzeugen welche dies noch erlebt haben , erzählten oft von unterschieden zur Regel und da kann man sich nicht nur auf Regelwerke stützen.

  • Hallo,


    es gibt aber noch einen Sonderfall. Bierwagen wurden in der kalten Jahreszeit zwischen der Lok und dem Pwg gekuppelt, da die Bierwagen von der Lok beheizt werden mussten. Bier darf nicht kälter als +6°C werden. Das ist ganz wichtig! Bitte bei der Zugbildung auf winterlichen Anlagen beachten. ;)

    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • In der Fahrdienstvorschrift der DB von 1951 waren Zugsicherer noch vorgeschrieben und in der von 1972 nicht mehr. Die von 1960 habe ich leider nicht. Auf Fotos aus den Epochen II und III sieht man jedenfalls häufig einen Packwagen hinter der Lok.


    Herbert

  • Hallo Spur Null Galerie,



    Zu Deinem Link möchte ich anmerken, dass Du einer "Fälschung" aufgesessen bist. Dieser Zugbildungsplan ist kein echter, sondern einer, den Modellbahner erstellt haben, um ihrem Spiel mehr Vorbildnähe zu geben. Die angegebenen Bahnöfe Naumburg und Groß Bieberau gibt es nicht am linken Niederrhein, die Bahnhöfe Krefeld West und Niep waren Bahnhof der Krefelder Eisenbahn und wurden nicht in Unterlagen der Bundesbahn geführt und Zugläufe wie Krefeld über Krefeld West nach Neuß Hafen sind unlogisch und die Reihenfolge der Bahnhöfe passt nicht, dazwischen fehlen für Bahnhöfe. Und in Krefeld Süd gab es nie ein Bw.


    Ich vermute, dass hier die FREMO-Gruppe, die am Niederrhein in Krefeld ansässig ist, diesen Zugbildungsplan erstellt hat. Ein weiterer Hinweis sind die Vermerke zu den Bahnhofsdatenblättern, die es bei der Bundesbahn auch nicht gab.


    Alles in allem leider kein belastbares Beispiel für Zugbildungspläne der echten Eisenbahn.


    P.s. Das Thema Güterzugbegleitung ist kein einfaches Thema und auch da gibt so viele verschiedene Unterschiede , auch innerhalb der verschiedenen Epochen. Auch Zeitzeugen welche dies noch erlebt haben , erzählten oft von unterschieden zur Regel und da kann man sich nicht nur auf Regelwerke stützen.


    Damit hast Du Recht, da es streckenbezogene Regelungen gab, die sich aufgrund der örtlichen Begebenheiten ergeben haben.



    Freundliche Grüße
    EsPe

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

  • Ich bin wahrscheinlich einer Fälschung aufgesessen und habe es vorher nicht der Echtheit überprüft .
    Dafür möchte ich mich bei allen entschuldigen, besonders bei allen Experten welche dies sofort erkannt haben.
    Darum werde ich zu diesem Thema auch nichts mehr schreiben, da ich nie auf einen Pwg Dienst geleistet habe.
    Leider kann ich nur im Stellwerk Dienst verrichten und Triebfahrzeuge fahren .


    Mit freundlichen Grüßen


    Lothar

  • Hallo Lothar,


    nimm's nicht so schwer. So falsch ist Fremo gar nicht. Denn die scheuen keine Kosten und Mühen, so echt wie möglich am Vorbild zu sein.

    (...) da ich nie auf einen Pwg Dienst geleistet habe. Leider kann ich nur im Stellwerk Dienst verrichten und Triebfahrzeuge fahren .

    Das gilt übrigens auch für mich - bei Fremo :thumbsup:

  • Hallo,
    hilfreich könnte auch das Heft: Miba Report- Zugbildung 2 (Güterzüge: Verkehr, Betrieb, Gattungen) von M. M. sein. Dort gibt es einen umfangreichen Beitrag über Güterzug Begleitwagen. Auch ein Bild mir dem Pwg im Zug.
    Wer es nicht hat. Das Heft gibt es auf der Miba CD Modellbahn Archiv Teil 1. Also man muß das Heft nicht zu Mondpreisen in der Bucht kaufen.Schönes Wochende und Grüße
    Rudi

  • Übrigens zeigen die meisten Fotos in diesem Kapitel (11 von 16) den Packwagen gleich hinter der Lok. Ausnahmen von der Regel gibt es auch: Kühlwagen zwischen Lok und Packwagen, mehrere G-Wagen vor der Lok (laut Bildtext wurde vorher eine Spitzengruppe aufgenommen) und Packwagen ganz hinten (Zug hat Kopf gemacht) oder gar kein Packwagen (50kab). Nicht erklärt ist, warum sich zwischen Freudenstadt Hbf und Freudenstadt Stadt der Packwagen hinten befindet (wenn der erste Wagen nicht auch einer ist, das kann ich nicht genau erkennen).


    Herbert

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