Die "universelle" Industrie

  • Hallo Nuller.


    Wie oft haben wir schon die Entscheidung treffen müssen, welche Industrie wollen wir darstellen? Möchten wir G-Waggons dorthin fahren, oder O-Waggons? Kesselwagen? Langholzwagen? oder, oder, oder ...


    Mein Vorschlag: Die universelle Industrie.


    In den USA hat man es einfach: Da, wo sich zwei der privaten Bahngesellschaften treffen, entsteht ein sogenannter Interchange: Die Gesellschaften tauschen Waggons aus (da nicht alle Gesellschaften die selben Städte anfahren können). Jede Art von Waggon.


    Wir hier müssen tricksen (mir kam die Idee in Zusammenhang mit DetlevHHs Thread in der Anlagenplanung): Ein Anschluss am vorderen Ende der Anlage, der nur einen Fabrikhof als Gestaltungselement aufweist. Die eigentliche Fabrik ist da, wo wir stehen. Und die kann dann an einem Tag eine Maschinenfabrik, am nächsten eine Großbäckerei, am dritten eine Mühle und so weiter und so weiter ... sein.


    Keine Wahl der Qual mehr. Jeder der viel zu vielen Waggons, die wir gesammelt haben, kann dorthin unterwegs sein.


    Danke für eure Aufmerksamkeit und tschüß
    Utz

    My Private Idaho - die Camas Prairie Railroad

  • Hallo zusammen,


    Utz, das Problem kennen wir ja alle, von daher gute Idee.


    Einen Fabrikhof "neuteal" zu gestalten, wird aber eher schwierig, ebenso die umgebenden Gebäude.
    oder es werden alle Wagons quasi direkt in eine "Wellblechhalle" gefahren - dann ist das gestalterusch weniger ein Problem - aber quasi ein Schattenbahnhof für Wagons.


    Was wäre, wenn Du den Gedanken des "US-Interchange" also die Übergabestelle als betriebliches Highlight gestaltest?


    Die eigentliche Ladestelle muss dann nicht gebaut werden, die liegt angenommenermaßen im anschließenden Schattenbahnhof.
    und die Werkslok(s) der Anschlußbahn holen und bringen jedwede Art von Wagons....


    Nur so als Idee - z. B. eune Hafenbahn am Kanal - vom Hafen undbKanal braucht man ja nuchts zu gestalten.... Platzmäßig also moch ein Vorteil...


    Gruß
    Matthias


    P. S. So etwas setze ich gerafe bei mir um - Bericht folgt...

  • Moin moin,
    eine einfache, möglichst lange Ladestraße steht für beliebig viele Bahnkunden ohne eigenen Anschluss.
    Da Stammkunden häufig feste Plätze haben, ist das positionsweise rangieren vorprogrammiert.


    Man muss sich also nur die Kunden ausdenken und für Verladeszenen ggf. Fahrzeuge, Werkzeuge und Materialien auslegen.


    Viele grüße,
    Johann

  • Hallo Kollegen,


    eigentlich ist ein Hafen auch dafür geeignet. Vom G Wagen bis zum O Wagen inkl. Spezialwagen geht hie alles. Rungenwagen genauso wie Kesselwagen.


    Es muss ja nicht Duisburg Ruhrort sein, aber ein Hafenbecken antäuschen als Relief oder komplett mit einem Schiff als Relief ist doch völlig ausreichend. Anlagenkanten bieten sich da gerade zu an, die ja jeder zwangsläufig hat. Anstatt Kleingärten als Füller im Niemansland zwischen Gleis und Anlagenkante wäre das doch eine Alternative.


    Zwei Kaigleise und ein Hafenschuppen Relief und dann ist der Phantasie keine Grenzen mehr gesetzt. Selbst den Schuppen kann man weglassen, weil viele Güter direkt umgeschlagen werden. Schrott, Baumaterialien, Maschinen und und...


    Ein Kollege aus dem Forum hat dazu schon mal was gebaut und andere bauen sowas schon oder planen dies.


    Gruesse Oliver

  • Hallo Utz,


    Übergabebahnhöfe sind natürlich dankbar und diese gibt es auch in Europa zwischen Staats- und Privatbahn. Leider sind die immer so groß ;)


    Die universelle Industrie empfängt und verschickt Güter. In Epoche 3 hatten viele größere Betriebe einen Schornstein, denn die benötigte Energie in Form von Dampf oder Strom wurde vor Ort erzeugt. Entweder aus Kohle oder später Öl - also O- oder Kesselwagen.
    Dann sucht man sich einen Betrieb aus, der weitere Rohstoffe braucht die nicht vor Ort gewonnen werden können. Diese können in G-Wagen (nässeempfindlich, Sack- oder Palettenware) oder O-Wagen (Ton, Sand, Glas, Rüben). Spezielle Sachen können auch mit Chemiekesselwagen, Staubgut, Kühl- oder Flachwagen anreisen.


    Idealerweise verschickt die Produktionsstätte auch wieder Waren per Bahn - typischerweise in G-Wagen bei hochwertigen Produkten. Dazu kommen Abfälle oder Nebenprodukte.


    Ich habe mich für eine Papierfabrik entschieden, bis auf Kühlwagen geht da fast alles. Es könnte aber auch ein Chemie- oder Konsumgüterbetrieb (Möbel, Badewannen, usw.) sein.


    Nicht so geeignet finde ich Firmen die ihre Endprodukte in der Umgebung meist per LKW vertrieben haben, die die meisten Brauereien oder andere Lebensmittelverarbeiter, Brennstoffhändler, Sägewerke. Da fällt 50% des Betriebs durch Empfang oder Versand von Wagen weg.


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Wenn ausreichend Länge gegeben ist, kann man auch mit zwei Fabriken als getarntem Durchgangs"bahnhof" arbeiten. Die eine Fabrik empfängt z.B. Coils, die innerhalb eines Gebäudes entladen werden. Die Waggons werden aber in die zweite Fabrik durchgeschoben/-zogen, wo sie geladen wieder ans Tageslicht kommen. Umgekehrt wird gleichermaßen agiert. Leere Waggons werden in die Fabrik gefahren, beladen erscheinen sie wieder. Zwischen den Fabriken gibt es zwei Ladegleise, die aber nur innen als solche zu erkennen sind. Mit identischen Waggons und zwei identischen Loks kann der Schwindel nicht direkt ins Auge springen, wenn beide Fabriken durch eine Art Raumteiler optisch voneinander getrennt sind.

  • Hallo zusammen,
    Eine Fähre bietet sich auch zum tausch von Wagen an, wenn ein Hafen vorhanden ist. Da kann man dann nach Herzenslust Wagen austauschen ohne sich Gedanken über einen Grund machen zu müssen.
    Und man benötigt nur ein Anschlussgleis.

    Gruß
    Thomas


    Quote

    "Die Moral setzt aus, wenn Gier und Egoismus das Sozialverhalten bestimmen."

  • Servus Kollegen und Freunde der Spur 0,


    Möchte nur kurz bemerken, von MKB gibt es für einen angemessenen Preis einen Hafenkranbausatz sowie auch einen Hafenschuppenbausatz für je 90 Euro, habe mir beides bereits zugelegt, der Kran ist einbaufertig, der Hafenschuppen wird erst gebaut wenn das 2. Binnenschiff zumindest im Rohbau und dann die Module erstellt sind, somit kann ich den Schuppen mir so zurechtschnitzen wie es mir dann passt.


    Als kleiner Tipp, im SN Magazin glaube März 2016 war ein toller Plan von einem kleinen Hafen, an dem werde ich mich anlehnen, hat alles was man so braucht und man kann alle güterwaggons einsetzen feststeht bei mir wird ein Hafen gebaut, das erste Binnenschiff ist fast fertig, das zweite ist in Planung bzw. Wird dieses Jahr noch begonnen.


    Wenn man bei Google Binnenschiff Zeichnung eingibt, gibt es oben in der Zeile auch "Bilder" oder so dann links auf Bauplan, sind einige Binnenschiffe dabei, mit Styrodur, Pappe etwas Polystyrollplatten lässt sich für kleines Geld ein schmuckes Schiff bauen, bei Steingräber bekommt man Zurüstteile etwa., nur was die Matrosen und weitere Figuren so angeht, bin ich selber noch am suchen.

    Herzliche Grüße aus Bayern


    Andreas

    Edited 2 times, last by Andy P. ().

  • Hallo,


    ich möchte noch einmal auf den ursprünglichen Vorschlag von Utz zurückkommen, den ich in seiner Einfachheit geradezu als genial bezeichnen möchte. Ich hoffe, ihn richtig so verstanden zu haben, daß er ein an der vorderen Anlagenkante platziertes Gleis zum „universellen Industrieanschluß“ erklärt. Die eigentliche Industrie – Hofgelände, Gebäude, Vorratsbehälter usw. - befindet sich dabei jenseits der Anlage und im Bereich der individuellen Fantasie. Die sich daraus ergebenden Möglichkeiten hat Utz bildhaft beschrieben.


    Einen vergleichbaren Vorschlag hat Johann unterbreitet, indem er einzelne Plätze einer Ladestraße bestimmten Bahnkunden zuweist. Anliegen beider Vorschläge ist, möglichst viele verschiedene
    Güterwagen sinnvoll an unterschiedliche Ladestellen zu rangieren. Dabei ist wohl im allgemeinen von beschränkten Platzverhältnissen auszugehen. Dahinter verbirgt sich die Absicht, auch mit einfacheren
    Gleisplänen ein Optimum an Rangiermöglichkeiten zu erzielen.


    Dazu mal ein Vorschlag von mir:


    https://abload.de/image.php?img=g-fabrik296jx2.jpg][/url]


    Dazu noch einige Erläuterungen: Die Gebäude an der hinteren Anlagenkante würde ich im Halbrelief gestalten, so könnten auch die Ladeplätze für entsprechende Bahnkunden angedeutet werden, Kohlen- und/oder Mineralölhandel, Schrottlager usw.. Güterschuppen und Rampe sind als Ladestellen ohnehin selbsterklärend.


    Das universelle Industrie-Anschlußgleis à la Utz würde ich auf der Bahnseite einzäunen und mit einem Tor versehen, um es von den übrigen Gleisen abzuheben.


    Wie ein Fiddelyard gestaltet wird, hängt von den Platzverhältnissen ab. Für den Bahnhof habe ich eine Fläche von etwa 480 cm x 70 – 80 cm vorgesehen.
    Und nun zählt Eure Güterwagen.


    Schöne Grüße
    Reinhard

  • Hallo,


    Es gibt noch einige Lösungen für dieses Problem, es ist möglich, eine Industrie außer Sichtweite aufzubauen. Dann reservieren Sie 1 oder 2 Tracks für diese Branche in der Schattenstation. Eine andere Lösung ist ein austauschbares Gebäude. Wenn Sie Gebäude 1 platzieren, handelt es sich beispielsweise um eine Industriebäckerei. Wenn Sie andere Güterwagen fahren möchten, können Sie das Gebäude gegen eine Maschinenfabrik austauschen.



    Die Vorteile sind da, Sie können mehrere Gebäude bauen und alle Güterwagen können gelegentlich auf die Strecke fahren.


    Gruß, Gert-Jan

  • Hallo,
    Es gibt noch eine Lösung. 1 sehr großes Gebäude mit mehreren Lade- und Entladeplätzen. Ich habe einmal eine amerikanische H0-Modelleisenbahn gebaut und dann eine Industriebäckerei.


    blauw 2 by G-J Hatzum, on Flickr
    4 Ladetüren zur Lieferung und Entnahme aller Arten von Produkten.


    blauw 3 by G-J Hatzum, on Flickr


    Ein Silo, in dem Getreide abgeladen wurde und Öltanks für Pflanzenöl. Dies könnte auch in Spur 0 gebaut werden.


    Gruß, Gert-Jan

  • Hallo,


    wenn es eigentlich nur darum geht, möglichst viele verschiedene Güterwagen einzusetzen, dann kann man auch einen Bahnkunden wählen, der unterschiedlichste Güter empfängt und versendet.


    In der Hp1 Eisenbahnmodellbau heute Heft 6 (Herbst 1997) wurde z.B. der Gleisanschluss Mainfrucht vorgestellt. Dort gibt es ein einziges Ladegleis von ca. 300 m mit Abfüllanlage, Produktion, Lager und Silo. Es handelt sich um eine Obstverwertung und aus Obst entstehen dort Säfte, Konzentrate, Aromen, Pürees oder Fruchtzubereitungen.


    Zu den Güterwagen. Kohle kommt in offenen Wagen und Selbstentladewagen. Alternativ kann man auch Heizöl in Kesselwagen anliefern. Äpfel kommen in offenen Wagen oder Selbstentladewagen (es wird in Bunker entladen). Ebenso anderes Obst, das als Frischware oder saisonbedingt tiefgekühlt geliefert wird (also Kühlwageneinsatz). Zucker kommt in gedeckten Wagen oder Silowagen. Flaschen, Kartonagen und Packmittel werden in gedeckten Wagen oder Schiebewandwagen geliefert. Ebenso die Hilfsstoffe. Auf Rungen-, Flach oder Tiefladewagen kommen Maschinenteile und Kessel.


    Im Versand geht Fruchtsaft in Flaschen, Kunststoffsäcken oder Stahlfässern in gedeckten Wagen und Schiebewandwagen raus. Ebenso wird Saft in pa-Behältern auf Behältertragwagen ausgeliefert. Auch erfolgt ein Transport in Kesselcontainern. Fruchtsäfte werden in Kesselwagen abgefahren und die gekühlten Produkte in Kühl- bzw. Tiefkühlwagen. Abgefahren wird auch Filtermaterial und Trester.


    Es gibt eine Gleiswaage und es können maximal acht zweiachsige Wagen entladen werden. Der Anschluss wird in der Saison dreimal täglich bedient. Abgesehen von Viehwagen, Bierwagen oder einem Autotransporter sind dort also diverse Güterwagentypen im Einsatz. Spezielle Anlagen benötigt es im Modell auch nicht, da fast alles unsichtbar in den Gebäuden stattfindet.


    Gruß
    Armin

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