• Hallo,
    ich möchte euch gerne mein aktuelles Projekt und den Weg wie ich dorthin gekommen bin vorstellen:
    Nach Jahren der Modellabstinenz plane ich schon länger einen Raum von ca 5x0,6m mit einem neuen Projekt zu füllen. Vor vielen Jahren war ich im H0e Bereich recht aktiv, aber hatte eigentlich schon immer einen Faible für grössere Spuren.



    Also füllte ich mit der Zeit mein Lastenheft:
    - grösser als H0, idealerweise Spur1, aber mindestens Spur 0- gerne auch Regelspur, wenn nicht möglich, aber gerne auch Schmalspur
    - der Raum soll für einen Modulbahnhof genutzt werden
    - möglichst Originalgetreuer Nachbau eines Vorbildbahnhofs
    - Vorbild auch gerne International (ausser USA)
    - Bahnhof muss auch nicht komplett auf den aufzubauenden Modulen dargestellt werden, wenn der Torso trotzdem einen halbwegs interessanten Betrieb gestattet
    - für einen interessanten Betrieb mindestens 3 Güterladestellen
    - gerne einen Lokschuppen, idealerweise mit Drehscheibe (ist aber kein muss)


    - wenn möglich keine Halbreliefgebäude
    Nach einiger Überlegung war, wie eigentlich zu erwarten, keine der Forderungen mit Spur1 zu erfüllen, also folgerichtig wechselte der Fokus zur Spur der Mitte... .Ich konnte keinen deutschen Regelspurbahnhof finden, der auch nur ansatzweise auf dem Raum umzusetzen gewesen wäre... .
    Gefunden habe ich diverse Bahnhöfe, die sich auf dem Raum realisieren lassen:
    RHB: Klosters (Spitzkehre): Klosters ist neben dem benachbarten Küblis wohl einer der kürzesten Bahnhöfe der RhB, was daran lag, das schlicht nicht mehr Platz zur Verfügung stand. Auch die Auslegung als Spitzkehre war betrieblich sehr hinderlich ( für die RhB , nicht für mich). Dieses veranlasste die RhB schliesslich den Bahnhof an andere Stelle zu verlegen. Klosters bietet:
    + Interessanten Betrieb als Spitzkehrenbahnhof. Es mussten nicht nur die Loks umgesetzt, sondern auch gleich gedreht werden, damit der Schneepflug weiterhin in Fahrtrichtung zeigt sowie bei GmP's die Güterwagen wieder ans Zugende umrangiert werden, da diese keine durchgehenden Heizleitungen besassen.
    + entweder reiner Dampfbetrieb oder kurz vor Umbau auch schon eine Elektifizierung und Betrieb mit den ersten RhB E-Loks (dann allerdings Nachbildung der Oberleitung, arg).
    + wunderschönes Empfangsgebäude
    + Lokschuppen mit Drehscheibe
    - reativ wenig Informationen über den alten Bahnhof beschaffbar
    - relativ überschaubarer Güterverkehr
    - man muss für den Aufbau zu Hause auf 50cm Umsetzlänge verzichten (OK, geschenkt)



    In England findet man eine überraschend grosse Zahl an Bahnhöfen, die in Betracht gezogen werden könnten. Ich möchte hier nicht auf alle eingehen, aber vier sind bei mir in die nähere Wahl gekommen. Die Gleispläne und viele Bilder kann man sich schnell selber ergoogeln. Wer sich für britische Eisenbahn interessiert muss unbedingt diese Seite kennen:https://maps.nls.uk/geo/find/#…ers=102&b=1&z=1&point=0,0


    Hier findet man flächendeckend digitalisierte Katasterkarte der gesammten Insel im Wandel der Zeit !!!! Eine unglaubliche Informationsquelle... .
    Havant: Wenn man schon Spur 0 baut, dann bleibt natürlich nur das klassische Thema: "Elektrifizierter zweigleisige Hauptbahn mit abzweigender Nebenstrecke". Und das ganze ist bis zum Umbau des Bahnhofs in den 30er Jahren sogar auf 5x0,8m umsetzbar, wenn man auf die Abstellgruppe verzichtet... .


    Hayling: Das andere Ende der abzweigenden Nebenstrecke: Ein wunderschöner kleiner Endbahnhof mit einem extrem dichten Turistenverkehr im 20 Minuten Takt. Dazu einen Güterschuppen mit Durchfahrt und mehreren Ladegleisen. Leider war die Fahrzeugauswahl etwas begrenzt, da nur Terrier Maschinen über die Brücke durften... .


    Sheerness Dockyard ist ein Bahnhof, bei dem sogar ein Märklin Gleisplanbuch blass werden würde:
    - Spitzkehrenbetrieb
    - Empfangsgebäude mit Bahnhofshalle
    - am Ende der Bahnhofshalle eine Segmentdrehscheibe
    - 2 gleisiger Lokschuppen mit Drehscheibe
    - Güterschuppen mit Durchfahrt
    - Ladekran
    - Brückenstellwerk
    - extrem interessanter Gleisplan (im Anhang zu finden)
    - direkt neben dem Bahnhof lag ein grosser Marinehafen mit Werft und eigenen Gleissystem das aber zunächst keinen Anschluss an die Bahnanlagen hatte (wer braucht im Hafen auch einen Bahnanschluss).
    - Der Bahnhof wurde mehrfach umgebaut und bereits nach dem ersten Weltkrieg in einen Güterbahnhof umgewandelt und in den 60ern komplett abgerissen.


    Ein wirklich wunderschöner Bahnhof wäre auch Swanage: Dieser wäre aber nur als Torso umsetzbar (Bahnhofseinfahrt), aber es würde trotzdem einen durchaus interessanten Betrieb erlauben. Bis auf das Stellwerk sind alle Gebäude noch vorhanden und wunderbar restauriert. Die Strecke wird als Museumsbahn betrieben. Von der Branch gibt es eine Vielzahl an Büchern, auch mit sehr vielen Farbbildern und Gleisplänen und Gebäudezeichnungen. Des Bahnhof ist also vorbildlichst dokumentiert.


    Also warum schreibt er in der Überschrift Asendorf, wenn er die ganze Zeit von anderen Bahnhöfen schwärmt ?
    Ich bin bei all den Planungen immer wieder auf Asendorf zurückgekommen.



    - Der Bahnhof erfüllt alle meine Forderungen (bis auf die Drehscheibe 8) ).- Es gab einen interessanten Rollbockbetrieb mit Pufferwagen
    - Ich mag die bei der HSA eingesetzten Fahrzeuge
    - Alle Gebäude sind so perfekt auf dem Bahnhofsgelände platziert, das man mit 60 cm Modulbreite auskommt, ohne eines anschneiden zu müssen



    - Selbst die Weichen liegen so perfekt, das keine auf einem Modulübergang sitzen würde.
    Der Bahnhof besteht zunächst aus 4 Modulen a 1100x620mm. Der Anschluss Dierks kann mit einem 5ten Modul ergänzt werden.
    Die Gleise werden wie auch schon früher im Selbstbau entstehen (auf Pertinax gelötet mit gedruckten Kleineisen). An Gebäuden entstehen ein EG mit angebauten Güterschuppen, ein Lokschuppen, ein kleiner Viehstall mit Viehverladung (das Asendorfer Landschwein war einer der Hauptexportgüter der Gegend) und ein Rüberverladekran (das Hauptexportgut der Gegend)... .


    Ich werde in loser Folge über die weitere Planung und den Bau der Modulkästen und Gebäude berichten... .



    viele Grüße


    Karsten

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