Tssd - der lange Weg

  • Hallo Freunde,



    wer hat denn nun alles eine Tssd gebaut?


    Ich möchte mit einigen wenigen Bildern sowie über "Erfahrungen" vom Bau der Tssd berichten.


    Vor ca 2 Jahren hatte ich mich zum Kauf der Tssd entschlossen. Das Bild auf der seit Jahren ungepflegten Henke-Seite war doch zu schön um "Nein"
    zu sagen. Ich kannte die bisherigen Henke-Modelle als Bausatz - die, egal ob HF 110 oder IVk, kein Problem darstellten.


    Also ran an die Tssd. Wie immer schöner Bausatz in Holzkiste mit den üblichen Bauteilen und einer wirklich gut gemachten Bauanleitung -
    diesmal richtig gut bebildert mit Beschreibung etc - wirklich fein. Da kann eigentlich nix schief gehen.


    Erste Überraschung - lediglich der Antriebsstrang ist vorgefertigt - Triebwerksbau diesmal beim Käufer - das war neu. Aber auch hier
    Entspannung - gut beschrieben und Triebwerksteile aus Metall - müßte passen.


    Wider den Vorgaben der Bauanleitung habe ich mich zuerst über den Bau von Gehäuse/Kessel hergemacht. Sehr detailreich und jeder Schritt gut
    beschrieben - wären da nicht die zahlreichen Fehlteile gewesen - aber vergessen, dank der Bauanleitung konnte ich problemlos nachfordern. Also
    "Obenrum" ging es fast reibungslos.



    "Obenrum" fast fertig



    Spannender dann der Bau des Fahrwerks. Henke empfiehlt den Vorder- und Hauptrahmen und damit den kompletten Antriebsstrang (Kardanwelle) mit
    den beigefügten Zurüstteilen zu komplettieren - dann alles zu zerlegen und zu spritzen. Dem habe ich mich widersetzt und "untenrum" alles in
    einem Schritt gespritzt. Klar, dass man alle Öffnungen zum Antrieb und zu Stellen der Stromabnahme gut abdecken sollte. Hat auf den ersten Hieb
    funktioniert. Nun die Räder wieder einbauen - Stromabnahme sicherstellen - mit Motor verlöten und nun können die ersten Schritte auf dem Gleis folgen.




    "Untenrum" fast fertig - die ersten "Schritte" können folgen


    Da kam die Ernüchterung. Ja die Lok fuhr - auch problemlos bei 2 Volt angefahren - alles schick - aber der Geräuschpegel war beispiellos. Von
    der IVk war mir - aufgrund der Kardanwelle - bereits ein leichtes "Schnattern/Ratschen" des Antriebs bekannt - aber eben verträglich. Die
    Tssd war bei diesem Geräusch nicht zu toppen. Also wieder alles demontiert und nach den Lärmerzeugern gesucht - Lagersteine der
    Kardanwelle stärker befestigt/weniger stark befestigt - Distanzringe auf der Kardanwelle rauf/runter - irgendwann (nach der gefühlt 20.
    Demontage) hatte ich den Lärmpegel halbiert. Zwischenzeitlich Kontakt mit den Vätern und Experten der Tssd aufgenommen und eine Reihe von
    Fragen platziert was man denn noch machen könnte. Dank an die Freunde Berberich, Spieth und Gutschow (Henke), welche alle mit guten
    Ratschlägen aushalfen. Jedenfalls Lärm halbiert - aber Freunde waren die Lok und ich noch nicht.


    Nun war ich laut Bauanleitung schon so weit - "nur" noch das Triebwerk - dürfte ja schnell zu machen sein.


    Da ein mitlaufendes Triebwerk sehr schnell zu einem Problem werden kann, habe ich mir vorsorglich alle Kreuzköpfe und zugehörigen Gleitbahnen im
    ausgebauten Zustand angeschaut und mittels Feile zur absoluten Leichtgängigkeit verdammt. Vom Kreuzkopf drohte nun kein Gefahr mehr.
    Anschliessend wurden alle 4 Treib- und Kuppelstangen provisorisch auf die Kuppelzapfen aufgesetzt und das Spiel geprüft. Auch dies hat sich im
    Nachhinein als "goldrichtig" erwiesen, denn lieber dort etwas mehr Spiel, dies verhindert Blockaden. Alle Bohrungen der Stangen wurden in
    der Folge etwas aufgeweitet (Rundfeile).


    Anschliessend alles provisorisch an der entsprechenden Radsatzgruppe montiert und Triebwerk durchgedreht und auf Leichtgängigkeit geprüft
    -läuft. Auf die Kuppelzapfen Distanzringe aufgebracht, Gleitbahnen mit dem Steuerungsträger verklebt, weitere Triebwerksteile angebaut und
    ebenfalls unlösbar verbunden. Durchgedreht - läuft. Dies 4x durchgeführt - uff!





    Das Triebwerk ist dran - schwere Stunden liegen vor uns



    Endlich erste Testfahrt - Gehäuse drauf - und los gehts. Im geraden Gleis anfänglich kein Problem - wir wurden Freunde. Das Geräusch
    natürlich mit von der Partie. Erste Bogenfahrt - Entgleisung. Mmh - hat der Vorderwagen einen Anschlag? Ne war nicht. Tender Voraus kein Problem
    - ja klar das Gewicht der Lok liegt auf dem hinteren Teil. Also wieder neu eingestellt (Verbindung Vorderwagen und Hauptrahmen) - läuft.



    Dann wollen wir mal den ersten Zug fahren - Überraschung - die Henke-Kupplungen korrespondieren nicht mit der Kuppelstange. Brummelnd
    die Kuppelstange umgearbeitet - läuft.


    Rollbockzug fährt - bis zur nächsten Kurve - Entgleisung. Grund - Hebelwirkung der Kuppelstange auf den Hauptrahmen und Vorderwagen
    entgleist. Kupplung nochmals angepasst.


    Erneuter Versuch - keine Hebelwirkung - aber plötzlich steigt die Lok im hinteren Teil auf und blockiert. Fahrt in andere Richtung unkritisch.
    Was war passiert (Erkenntnis nach 3 Stunden Ursachenforschung und erneuter Zerlegung der Lok - unser freundschaftliches Verhältnis kühlte
    sich deutlich ab) - die Kuppelstange des hinteren Triebwerks hatte sich am Steuerungsträger verklemmt. Der Steuerungsträger blockierte die
    Kuppelstange sowohl seitlich (also bei der Absenkung des Kuppelzapfens), als auch in oberster Stellung des Kuppelzapfens beim Anschlag der
    Stange an den Träger.


    Das sind natürlich die Momente wo man ... - es galt nun die Steuerungsträger im eingebauten Zustand ohne Zerstörung der
    Kuppelstangen nachzuarbeiten. Mit kleinsten Feilen und dem Dremel ist auch dies gelungen.


    Nun fährt sie wieder ...




    Klar zum Anheizen


    Fazit - was hier so leicht beschrieben ist hat schon Nerven gekostet. Wäre dies mein erster Bausatz - vermutlich hätte ich ihn nie beendet.


    Diese Zeilen mögen anderen "Bastlern", bei denen der Bausatz noch im Regal liegt, den Spaß nicht verderben und Anregung sein, alle Bauteile
    und deren Funktion sowie die Reihenfolge der Montage im Vorfeld genauestens zu prüfen. Dies erspart erheblich Frust.


    Ende gut - alles gut (hoffentlich) - sie läuft und macht einen sehr guten Eindruck. Dank an den "Vater" des Modells und Denkanstoß an alle
    Kleinserienhersteller - jetzt wäre noch ein Wagen (Kuppelwagen) sehr schön.




    Erste Einsätze auf sächsischer Infrastruktur.





    So hatte ich mir dies im Endzustand gedacht.


    Viele Grüße von Uwe


    PS, das Geräusch habe ich mit reichlich Fett (abgeölt wie eine große Lok) bekämpft und nochmals halbiert - diesbezüglich sind wir nun
    Freunde.

  • Hallo Uwe,


    Henke-typisches Geräusche-töten...ich habe die Kardanvwerbindung bei meiner IVk durch einem Silikonschlauch ersetzt, was wesnetlcih leiser läuft und das Geklapper abtötet. Gleichzeitig habe ich erst einen Antrieb von Henke gehabt, bei dem die meist grosse Schwungmasse einigermassen rund läuft. Alles andere macht mit steigender Umdrehung einen Heidenkrawall bei heftigen Vibrationen. Da hilft nur Ausbau und präzises Überdrehen bzw. Anfertigen einer neuen und dann auch kleineren Schwungmasse.


    Gruss, Dirk

  • Hallo Uwe,


    vielen Dank für deinen ausführlichen Baubericht. Anerkennung und Gratulation für das fertige Modell von meiner Seite. Ja, ich weiß, welche Tücken bei Henke-Bausätzen lauern können …
    Ein Bitte habe ich noch: kannst du mal ein paar Bilder vom Rundschuppen hinter der Drehscheibe ohne die Tssd zeigen. Was ich da glaube gesehen zu haben, erinnert mich doch sehr gerne an die MPSB!
    Vielen Dank!


    P.S. Der Himmelfahrtsdampf beim POLLO musste leider abgesagt (verschoben?) werden.


    Beste Grüße!

    Lutz Friedrich


    Schmalspur im Nordwesten Brandenburgs: POLLO - Brandenburgs einzigartige Schmalspurbahn,
    2023 - Schmalspurdampf vom 13. bis 21.05.2022 zu Himmelfahrt - 30 Jahre PKML e.V. www.pollo.de


    „Berlin für Anfänger: Tiergarten ist ein Park, Tierpark ist ein zoologischer Garten, Zoologischer Garten ist kein Park. Alle drei sind Bahnhöfe.“

  • Moin Lutz Friedrich,
    nun kommen wir von der württembergischen Lok über Anklam zum Friedländer Schuppen.
    Was Du im Hintergrund siehst ist ein 1f-Modul des Friedländer Schuppens. Du findest weitergehende Erläuterungen und viele Bilder hierzu unter


    https://www.kostenloses-forum.…1642644nx1878,t,9483.html


    Da die Forensregeln hier ausdrücklich nur Spur 0 wünschen - schau bitte unter Verwendung des Links nach.


    Ein Foto wil ich dennoch zeigen.
    Grüße von Uwe

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