Ein Plädoyer für Spur 0

  • Hallo,


    vor acht oder neun Monaten habe ich den Wechsel von H0 bzw. davor 00 auf 0 vorgenommen. Zeit für einen Zwischenbericht, dachte ich. Das Fazit: Ich habe es nicht bereut. Im Gegenteil, es war die beste (modellbahntechnische) Entscheidung überhaupt. Viel gelernt, viele tolle Leute getroffen, ich bin gespannt, was noch kommt. Vor allem freue ich mich auf das erste Mal Giessen.


    Ich weiss mittlerweile von Einigen, die auf Grund meiner Videos auf 0 umgestiegen sind. Ich bilde mir darauf nichts ein, ich finde es nur toll, es freut und ehrt mich. Ich mache eigentlich nur meinen Krams. Vielleicht gelingt es, noch mehr Modellbahner für 0 zu begeistern.


    Ich bin mir darüber im Klaren, dass meine Herangehensweise nicht nur auf Begeisterung stösst, aber eigentlich vereint uns alle die Freude an Modelleisenbahnen, oder?


    Hier ein Video-Bericht: Vor- und Nachteile von Spur 0. Spoiler alert: Die Vorteile überwiegen, klare Sache :)


    Lejonthal Teil 56 Zwischenbilanz


    Auf die nächsten Jahre! Mit hoffentlich neuen Herstellern und noch mehr Vielfalt.

  • N'Abend Konstantin,


    hierzulande ist halt H0 und N sehr präsent. Und wenn man startet, sich mit dem Thema Modellbahn zu beschäftigen, ist man sofort in diesen Spuren gefangen. Mal abgesehen von den Nischen wie Z und TT. Letztendlich landet man dann bei den Recherchen früher oder später auch auf deinen YouTube Kanal. Natürlich mit dem Gedanken H0 oder N im Hinterkopf. Dein Video "Spurwechsel" macht natürlich neugierig, aber ich für meinen Teil hatte nicht die leiseste Vorahnung, dass du deine H0 Anlage abrüstest und auf Spur 0 umsteigst. Titel klang lediglich merkwürdig, aber ich wurde dann vom Inhalt völlig überrascht. Das hast du zweifelsohne perfekt hinbekommen! :)


    Dieses Video hat dem Zuschauer deutlich vermittelt, das es neben Z, N, TT und H0 mehr gibt, was man sich zuhause leisten kann! Und dann zu sehen wie groß und schön alles ist, versetzt den Zuschauer einfach in das Staunen. :) Das war dann eben mein Schlüßelmoment. Was zur Hölle ist Spur 0? Tja, und nun bin ich wie du bei Spur 0 gelandet. :) Ein Zurück bzw. kleiner gibt es für mich nicht mehr.


    Ich muss allerdings gestehen, das ich mehr wegen des "handlichen" Maßstabs mich für die Spur 0 begeistere. Der große Maßstab liegt mir einfach besser in den Händen und natürlich auch Augen. ;) Das die Modelle noch besser gestaltet sind und noch mehr digitalen Klim-Bim im Bauch haben, juckt mich eigentlich herzlich wenig. Mein Vater hat mir halt Bauarbeiter Hände vererbt, obwohl ich zu allem Trotz seit über 20 Jahren in der IT tätig bin, und bei H0 und kleiner beginnt es für mich sichtlich anstrengend zu werden. Ich will Spaß haben und mich nicht abmühen!


    In diesem Sinne, mach weiter so, hab Spaß mit Lejonthal und vielen Dank dafür, das du mich auf Spur 0 aufmerksam gemacht hast.


    Liebe Grüße
    Djordje

  • Hallo Konstantin!
    Durch Zufall bin ich in diesem Forum auf deine Webside gestossen und bin fasziniert von deinen Videos, die ich derzeit herunterlade, DVD mache und für mich Anleitungen zum Bau meiner Spur 0 Anlage sind. Zufällig ist auch mein Eisenbahnzimmer so groß , wie Deines. Auch der Gleisplan gefällt mir sehr gut. Ob ich alles 1:1 nachbauen werde, muß ich noch überlegen. Aber ich bekomme sehr viel Anregungen .Ein grüner Punkt ist eine Selbstverständnis :P


    LG Werner

  • Servus Konstantin,


    da hast du es wunderbar auf den Punkt gebracht. Volle Zustimmung.


    Vor 8 Jahren kam ich in den Kontakt mit dem Spur 0 Virus und seitdem ist dieser, von ein paar kurzen Pausen abgesehen, immer noch weiter gewachsen und hat sich ausgebreitet.


    Das Thema Platzbedarf wird auch in meinem spurvielfältigen Modellbahnerkreis immer gerne angebracht, "da die 0 doch viel zu viel Platz braucht". Das sagen vor allem die, die in ihrem (großen) Keller oder Eisenbahnzimmer eine totale H0 Gleiswüste haben und sich an langen und schnellen Zügen erfreuen. Hunderte Loks und Wagen. Kaufen, Kaufen, Schnäppchenjagen, Sammeln... Aber die gleichen stehen fasziniert vor der V100 oder der 94 und sind völlig baff, was diese Maschinen an Klangkulisse und Extras, vor allem aber an Details bieten. Dann kommt immer die Preisfrage und es wird berechnet, wieviel H0 man dafür bekommt. Ich atme dann tief durch und sage, auch du wirst noch die nächste Evolutionsstufe erreichen, wo du erkennst, daß weniger einfach mehr ist. Und ein QMeter H0 oder N kostet genauso viel wie ein QMeter 0. Ich brauche keine 100 Loks oder Wagen mehr, mir genügen wenige, dafür ausgesuchte Fahrzeuge. Und dazu die Optik und Haptik derselben. Das feinfühlige Rangieren, das Klackern der Achsen über Schienenstöße, das Rollverhalten der Wagen... daran kann ich mich stundenlang ergötzen. Das gibts in H0 so einfach nicht.


    Ich bin überzeugt, daß viele H0er sich gerne an der 0 versuchen wollen, aber den Aufwand des Verkaufs oder des totalen Umbaus der Anlage scheuen. Aber ich leiste weiterhin Überzeugungsarbeit. Jede Null zählt :thumbsup:


    Ich freue mich auf weitere 56 Ausgaben deines herrlichen Blogs.

  • Hallo!


    Das Thema Platzbedarf wird auch in meinem spurvielfältigen Modellbahnerkreis immer gerne angebracht, "da die 0 doch viel zu viel Platz braucht".


    Ja, das stimmt aber nun leider wirklich. Wenn man nach einem Vorbild bauen möchte und nicht die schönen Fahrzeuge über viel zu kleine Radien und zu steile Weichen prügeln möchte wird es schwer.
    Der H0er lächelt dann süffisant, greift zum Weinertgleis und ist im Nu mit dem Bahnhof fertig. Ja, ich kenne solche berufstätigen Menschen, die in 2-3 Jahren einen H0-Bahnhof mit vorbildgerechten Nutzlängen und kompletter Gestaltung fertig bekommen.
    Ist halt ein Unterschied, ob ich in meinem Zimmer 360m oder 1,28 km (habe ich vorher gemacht) Vorbild unter bringe. Und fertig zu kaufen gibt es in H0 nahezu jedes Fahrzeug und Zubehör.


    Für mich bedeutet das eine deutliche Beschränkung bei dem Vorbild und dadurch auch den Fahrzeugen: Keine Drehgestellloks, keine Personenwagen mit Drehgestellen, ausgewählte Güterwagen. Damit fällt schon man das Sammeln so gut wie flach.
    Das ist meine bewusste Entscheidung - wenn man möglichst wenig Kompromisse eingehen möchte.


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de


  • Servus,


    da muß ich kurz widersprechen, denn mit Weinerts Weichen wird ein kleiner Nebenbahnhof auch locker 4-5m lang, sofern man die Wagen nicht durch 15 Grad Weichen prügeln will.


    Und Drehgestellwagen gibt es doch: Lenz Umbau-Vierachser und die vielen Varianten der n-Wagen, bzw. der Schnellzugwagen von Kiss Modellbahnservice. Da gibts sogar Popwagen. :thumbup:

  • Hi,


    die H0-Bahnhöfe, die ich meine, sind auch meist 5-12 Meter lang. Das lässt sich übertragen auf 0 nur in Ausnahmefällen realisieren. Eine EW 190-1:9 ist in 0 alleine schon so lang wie bei manchen der Bahnsteig. ;(


    Natürlich gibt es eine Vielzahl an langen Fahrzeugen und schweren Loks in 0, das habe ich nicht in Abrede gestellt. Ich gebe nur zu Bedenken, dass ein üblicher (Hauptbahn)zug mit 3 Silberlingen und V160 beim Vorbild rund 95 Meter lang ist.
    Das ist bei meinem gewählten Vorbild nie gefahren, weil die Bahnsteige gar nicht so lang waren! Und ein Vorbild mit längeren Bahnsteigen (so 150m würden passen), bekomme ich nicht mehr unter. Also kaufe ich keine V160 und Silberlinge. Nichts anderes habe ich geschrieben.


    Natürlich kann jeder die Fahrzeuge kaufen, die ihm gefallen - mir gefällt halt eine 44 oder Silberlinge auf 15° Weichen und R2 nicht. Wem das Gesamtbild wichtig ist hat in 0 mit der Länge ein Problem, das kann man hier in unzähligen Planungsdiskussionen nachlesen.


    Wer den Platz für lange Fahrzeuge hat: Prima, alles im Leben richtig gemacht! Mir bleiben die Kompromisse, aber das ist auch eine Herausforderung.


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Moin,


    also ich plane zu Hause definitiv zwei Mintlinge (oder Silberlinge) die von einer verkehrsroten 213 gezogen werden. Klar der 1028mm Radius wird nicht der Kracher, aber auf guten 2 Metern Bahnsteig dürfte der Zug zumindestens im Bahnhof halbwegs ordentlich aussehen. Die Strecken mit den kleinen Radien versuche ich dagegen gut zu kaschieren, damit das mit den langen Wägen nicht störend wirkt. Weichen kommen bei mir zu Hause die Peco mit 8° Abzweigwinkel zum Einsatz. Da sollten auch die langen Wägen schön darüber fahren. Und mein Raum ist bekanntlich nicht riesig.


    Schau dir einfach mal den Bahnhof Altomünster an. Dort gab es oben genannte Zuggarnitur. Zwei Silberlinge gezogen von einer 212 / 213. Oder drei Mintlinge gezogen von einer 218. Diese Züge kriegt man auch auf kleineren Platzverhältnissen halbwegs vorbildgerecht unter.


    Ansonsten bleibt ja immer noch der Modulbau. ;) Das möchte ich parallel zur Spielanlage auch vorantreiben. Da kann man sich dann mal treffen und eine vorbildgerechte Anlage hochziehen. :)


    Gruß
    Djordje

  • Moin,

    Für mich bedeutet das eine deutliche Beschränkung bei dem Vorbild und dadurch auch den Fahrzeugen: Keine Drehgestellloks, keine Personenwagen mit Drehgestellen, ausgewählte Güterwagen. Damit fällt schon man das Sammeln so gut wie flach.
    Das ist meine bewusste Entscheidung - wenn man möglichst wenig Kompromisse eingehen möchte.

    So (ähnlich) schaut es bei mir auch aus ...


    Quasi ... "weniger ist mehr" !


    Grüße,
    Stefan


    ... der schon lange einen Faible für kleine Betriebsstellen / Mini- / Micro- Layouts hat ...

  • Mahlzeit,


    ich bin seit Dezember '19 0er. Ein Auge auf 0 hatte ich schon ein paar Jahre gehabt, aber nie ernsthaft einen Einstieg in diese Spur angestrebt aufgrund meiner Platzverhältnisse von 4x3,3m und der nicht unerheblichen Kosten. Eine "glückliche" Fügung ließ mich quasi von jetzt auf gleich das Rübenset von Lenz bestellen. Für meine N-Anlage habe ich einige Zeit immer Geld beiseite gelegt, um mir einen Nelevator zu kaufen ( http://www.nelevation.com ), allerdings bin ich kurzfristig davon wieder abgekommen, weil mich die Tatsache störte, nicht mit gehobenem Stromabnehmer da hinein fahren zu können. Ergo, hatte ich plötzlich ein ordentliches Budget übrig für einen Start in 0.


    Mit Anyrail hatte ich schon vorher einiges geplant gehabt, was so in meinem Raum ginge und siehe da, es ging mehr als erwartet. Und so bin ich nun hier gelandet und mein Fuhrpark umfasst immerhin schon drei Loks und elf Güterwagen, fehlen nur noch zwei, drei, vier Personenwagen (oder ein Schom), dann hab ich schon alles, was ich möchte.


    Für mich ist die 0 da um die Freude am Rangieren zu stillen und N um lange Züge in vorbildgerechter Umgebung fahren zu können. Von N werde ich auch nicht lassen, ich bin seit kleinauf N'ler, mein Fuhrpark ist mittlerweile immens von dem ich mich in trennen kann und möchte. N macht mir immer noch genauso viel Freude wie vorher.


    Eigentlich bin ich auch eher der Typ, der seine Anlage in vorbildentsprechenden Dimensionen baut, was in N problemlos machbar ist, in 0 aber beinahe unmöglich ist, es sei denn man ist glücklicher Besitzer von Räumlichkeiten von 30 oder mehr qm. Dessen war ich mir vorher bewusst, aber die Freude an den großen Dingern überwiegt, was das in den Hintergrund gedrängt hat.


    Ich habe den Einstieg in 0 definitiv nicht bereut. Auch wenn es momentan noch der Lenz Kreis ist auf dem ich Betrieb mache, freue ich mich wie ein Schneekönig die Fahrzeuge fahren zu sehen. :love:

  • Servus,


    da muß ich kurz widersprechen, denn mit Weinerts Weichen wird ein kleiner Nebenbahnhof auch locker 4-5m lang, sofern man die Wagen nicht durch 15 Grad Weichen prügeln will.


    Und Drehgestellwagen gibt es doch: Lenz Umbau-Vierachser und die vielen Varianten der n-Wagen, bzw. der Schnellzugwagen von Kiss Modellbahnservice. Da gibts sogar Popwagen. :thumbup:


    4-5m Bahnhofslänge sind für einen H0 Bahnhof doch ganz normal, bzw schon ein eher kleinerer Nebenbahnbahnhof. Es ist halt immer alles eine Frage des Anspruchs... .
    Auch
    in H0 muss sich der Bastler mit normalen Platzangebot beschränken und sich sein Vorbild mit Bedacht wählen... .


    Ich bekomme mit
    meinem Platzangebot keinen deutschen Regelspurbahnhof in 0 auch nur
    annähernd glaubwürdig umgesetzt, aber greift man zur Schmalspur (oder englischen Vorbildern) sieht das Ganze schon viel besser aus... .
    Ich muss zugeben, ich finde Spur0 eigentlich einen tucken zu klein. Wie ein Hobbykollege es mal ausdrückte: "So nix halbes und nix ganzes". Aber in Spur1 hätte ich überhaupt keine Chance irgendetwas betrieblich auch nur annähernd Interessantes zu bauen das auf mein Regal passt und nicht komplett bekloppt aussieht :D ... .


    Da stellt Spur0 doch einen sehr guten Kompromiss dar... . Man hat schon den Eindruck von etwas grösseren und schwereren Fahrzeugen mit guten Detailierungsmöglichkeiten und bei einer gewissen persönlichen Beschränkung, kann man trotzdem noch ausgiebig spielen... .
    viele Grüße
    Karsten

  • Hallo (kocornelz), Karsten

    Quote

    4-5m Bahnhofslänge sind für einen H0 Bahnhof doch ganz normal, bzw schon
    ein eher kleinerer Nebenbahnbahnhof. Es ist halt immer alles eine Frage
    des Anspruchs... .
    Auch in H0 muss sich der Bastler mit normalen Platzangebot beschränken und sich sein Vorbild mit Bedacht wählen... .
    Ich bekomme mit meinem Platzangebot keinen deutschen Regelspurbahnhof in 0 auch nur annähernd glaubwürdig umgesetzt.

    Zugegeben Annähernd nicht aber zu 95%,schau dir mal meinen Bahnhof Hemer mit immerhin 8° Weichen auf meiner Homepage an. Zurzeit aufgebaut 5 m von insgesamt 7m in Modulen. Alles machbar und sogar zum Rangieren.
    MfG Ulrich

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