kleiner Stall

  • Hallo.

    Resindrucker liefern sehr feine Struckturen und haben den riesigen Vorteil eine komplette Ebene auf einmal auszuhärten, das macht die Erstellung von "Brücken" erheblich einfacher... . Allerdings sind die Resindämpfe meines Wissens alles andere als gesund und eigentlich sollte man die Drucker nicht in einem Wohnraum betreiben. Dazu kommt, das das Resin SAUTEUER ist und die Arbeitsbereiche relativ klein sind.


    Da ich beide Seiten der Medaille kenne (ich habe einen Prusa I3 Klon und einen Elegoo Mars Resin Drucker) möchte ich kurz etwas dazu sagen...


    Generell sind die möglichen Ergebnisse so eines Würstchenlegers inzwischen erstaunlich gut. Mein 4 Jahre alter I3 kann da nicht mal ansatzweise mithalten. Aber an die mögliche Qualität eines Resin Druckers kommen sie trotzdem noch lange nicht ran. Falls nötig kann ich mit Schichtdicken von 0,01 mm (ein hundertstel mm) drucken. Mache ich aber nicht, weil man das nicht sieht und es die Druckzeit drastisch verlängert. ich drucke mit "nur" 0,05 mm, was locker für alles ausreicht, was ich mir so denken kann... Es sind also noch Reserven da, falls dann doch mal nötig...


    Resindämpfe:
    Klar sollte man das Resin nicht schlucken. Das ist bestimmt keine gute Idee. Aber all zu schädlich kann es nun auch wider nichts ein, da solches Harz ja auch in der Medizin verwendet wird. Inzwischen gibt es Resin, das man mit Wasser waschen und sogar auflösen kann, so lange es nicht völlig ausgehärtet ist. Ich verwende ausschließlich solche Harze, um mir die Panscherei mit dem Isopropylalkohol zu ersparen. Die Dämpfe bleiben im Drucker. Ich habe die ersten Drucke gemacht, als der Drucker direkt neben mir auf dem Schreibtisch stand. Zu riechen war absolut gar nichts. Man muss schon direkt mit der Nase an das Harz oder den konzentrierten Schwall direkt nach dem Öffnen des Druckers abbekommen, um das Harz riechen zu können. Das ich den Drucker inzwischen aus dem Büro ins Badezimmer verbannt habe, hat ganz andere Gründe als die Dämpfe... Mir ist das Teil einfach viel zu laut. Der verwendete Lüfter ist nicht zu ertragen. Außerdem ist dort das Wasser ganz nah.


    Arbeitsbereich:
    Ja, der ist (noch) erheblich kleiner als bei einem FDM Drucker. Allerdings nicht mehr all zu lange, denn mehrere namhafte Hersteller haben Drucker in der Entwicklung mit entsprechend großen Displays, die dann auch große Bauräume möglich machen. Allerdings reicht mir mein "kleiner" Elegoo Mars allemal, da ich größere Teile sowieso nicht gerne drucke sondern lieber lasere oder fräse, je nach Material. Zum einen spart das Unmengen an Zeit. Eine Wand zu lasern dauert vielleicht 5 Minuten, sie zu Drucken Stunden... Lässt es sich lasern, bevorzuge ich natürlich den Laser haushoch. Aber die meisten Kunststoffe kann man nicht lasern, ohne sich ernsthaft zu vergiften... Da setze ich dann doch lieber wieder die Frässpindel in meine Maschine. Eine Mischbauweise, bei der größere Teile wie Wände gelasert werden und nur Details wie Türen oder Dachpfannen aus dem Drucker kommen finde ich optimal.
    Bei deinem Schuppen würde ich die Ziegel- Inlays aus MDF lasern und lackieren. Das Fachwerk und die Dachsparren würde ich aus echtem Holz lasern und beizen, die Dachziegel, Türen und Fenster drucken und die Fensterverglasung fräsen... Und bevor über die Kosten für meinen Maschinenpark spekuliert wird, der Resin Drucker hat mich 240€ gekostet, die CNC Fräse 200€ und das 15 Watt Laser- Modul dazu 80€... Also alle Maschinen zusammen gut 500€, verteilt über 2 Jahre durchaus bezahlbar, selbst für mich...


    Harzpreise:
    Na ja, wenn man will, ist alles "sauteuer". Aber so krass ist das nicht. Ein Kg Marken- Harz kostet gut 40€, ein Kg gutes PLA liegt da nur wenig drunter. Man kann ein KG PLA zwar schon für 20€ bekommen, aber auch locker über 40€ ausgeben, von daher ist das alles nicht sooo dramatisch. Mit den Preisen, die man z.B. bei Shapeways hinblättern muss, ist das überhaupt nicht zu vergleichen. Ich baue aktuell gerade eine V22 in 0e. Die würde mich bei Shapeways etwa 100€ (aus dem billigsten Material, könnten sonst auch schnell 600€ werden) kosten. Selbst gedruckt aus meinem Mars liegen die Harz- Kosten bei etwa 6€... 3 Loks und ich habe die Kosten für den Drucker wieder raus... Und mit einem Resin Drucker bekommt man gleichwertige Ergebnisse wie bei Shapeways...


    Neben den super Druckergebnissen haben Harz Drucker aber noch andere Vorteile gegenüber FDM Druckern:

    Also bleibt bisher erschreckenderweise nur der Selbstbau oder einen der käuflichen Drucker entsprechend der eigenen Ansprüche kampfwertzusteigern oder halt mit Einschränkungen zu leben..


    Sowas passiert einem beim Resin Drucker nicht. Auspacken, anschließen, Druckbett justieren (einmalig, direkt nach dem Kauf, danach nie wieder, bis man das Display wechselt) und fertig. Das Justieren ist im Vergleich zum FDM Drucker kinderleicht. Resintank raus nehmen, ein Blatt Papier auf das Display legen, die beiden Madenschrauben am Druckbett lösen. Dann dem Drucker sagen, er soll ganz nach unten fahren. Er erkennt, wann er unten anstößt. Nun muss man nur die Madenschrauben wieder festziehen und fertig. Ist viel schneller getan als beschrieben. Wenn ich da an die elende Fummelei bei meinem I3 denke... Da war das meiste, was man mit dem Drucker gemacht hat, die Wartung, Optimierung und Reparatur des Druckers. Wollte man wirklich mal was drucken, so musste man meist erst mal tagelang reparieren, justieren und warten, bevor man anfangen konnte, das zu drucken, was man wollte... Beim Mars muss ich nur Harz in den Tank füllen, falls keines oder nicht genug drin ist, den USB Stick einstecken, den Drucker einschalten, die zu druckende Datei auswählen und auf Start drücken. Das ist alles...


    Wenn es dich interessiert, kannst du mir ja mal die STL Datei für die Dachziegel zukommen lassen, dann drucke ich mal ein paar Beispiele mit, wenn mal noch etwas Platz auf dem Druckbett frei ist...

  • Hallo Claus,
    ich kann Deine Erfahrungen nicht 100% teilen. Das dein Prusa I3 Clone nicht vernünftig druckt tut mir leid. Mein kleiner Cetus läuft seit 18 Monaten problemlos, vom Bruch eines Flachbandkabels einmal abgesehen (die sowieso keine gute Idee an bewegten Teilen sind). Ich habe ihn auch nur einmal korrekt eingestellt und danach nie wieder. Warum auch ? Es kann sich mechanisch nichts verstellen. Er hat Macken, aber stundenlanges warten, reparieren und justieren kenne ich nicht... . Einschalten, Filamentrolle aus Trockenbox holen, fluchen, das die Lieblingsfarbe wieder leer ist, Filament laden und losdrucken... .


    Zwei Hobbykumpels von mir nutzen schon recht lange den Anycubic Photon. So 100% problemlos funktioniert der allerdings nicht:
    - Teile fallen vom Druckbett
    - verziehen sich beim Druck oder beim Härten
    - das Resin härtete auch mal gar nicht aus, weil man mal einen anderen Hersteller ausprobieren wollte (OK, das sollte heute gelöst sein)
    - Die Schutzfolie reisst oder hat Kratzer, wenn man es gerade nicht gebrauchen kann
    - die Lebensdauer der Displays ist teilweise überschaubar (ist per Definition ein Verbrauchsmaterial und kein billiges).
    Dazu kam die Sauerei mit IPA und die Resine hatten einen sehr unangenehmen Geruch (man kam gar nicht erst auf die Idee, das das gesund sein könnte). Bei einigen Drucken fällt die Auflösung in XY-Richtung auch schon ins Auge... . Das ist halt eine Präzion von 0,047mm. Aber alles in allem drucken die Drucker schon ausgesprochen gut, aber ganz so problemlos wie du das beschreibst war das nicht... . Aber auch da kamen die negativen Erfahrungen mit der Zeit... . Du hast deinen Resin Drucker ja auch noch nicht so lange im Betrieb.


    Die wasserabwaschbaren Resine sind recht neu. Aber auch sie sind bei einem Blick in die Sicherheitshinweise umweltschädlich. Das Wasser ist nach der Reinigung Sondermüll und darf nicht einfach ins Klo. Ebenso reizen sie ebenso die Haut, Augen und Atemwege... . Also heisst das auch weiterhin, Schutzhandschuhe, Schutzbrille und eine Schutzmaske bei der Handhabung zu tragen und am Ende die Abwässer zu sammeln und fachgerecht der Entsorgung zuzuführen. Aber immerhin entfällt das IPA, das ist schon ein grosser Schritt. Vor allem können die Teile einfach zum Reinigen in ein Ultraschallbad... . Schau dir mal die Sicherheitshinweise genau an.


    Wenn Du Teile Fräsen und Lasern kannst, ist das schön. Ich kanns nicht... . Es gibt viele Wege, die nach Rom führen. Ich nehme einen, du halt einen Anderen. Alles legitim und Hauptsache man hat Spass... .
    viele Grüße und ein schönes Wochenende
    Karsten

  • Hi.
    Es freut mich, das dein Drucker so gut funktioniert. Es gibt auch noch andere, bei denen das so ist. Meiner hat aber nie so funktioniert wie er sollte. Vermutlich habe ich ihn zu früh angeschafft, als das Ganze noch nicht ausgreift war.


    - Teile fallen vom Druckbett


    Das ist mir noch nicht passiert. Und passiert auch nur, wenn man falsche Einstellungen vornimmt. Die ersten Schichten müssen deutlich länger belichtet werden. Dann fällt nichts ab. Im Gegensatz dazu war es bei meinem I3 Klon aber die Regel und nicht die Ausnahme, dass sich das Bauteil vom Druckbett ablöst. Dann musste man wieder nachjustieren, das Druckbett neu nivellieren und schon wieder mit der Temperatur experimentieren.


    - verziehen sich beim Druck oder beim Härten


    Ja, stimmt. Ist wohl das größte Problem der Resin Drucker. Hier ist Fingerspitzengefühl notwendig, sowohl beim Konstruieren als auch beim setzen des Stützmaterials und speziell bei der Härtung. Hier kann man viel kaputt machen, meist durch zu viel Härten. Kann man aber durch Übung in den Griff bekommen.


    - das Resin härtete auch mal gar nicht aus, weil man mal einen anderen Hersteller ausprobieren wollte (OK, das sollte heute gelöst sein)


    Dazu kann ich nichts sagen, da ich immer dasselbe Harz verwende, welches tadellos aushärtet.


    - Die Schutzfolie reisst oder hat Kratzer, wenn man es gerade nicht gebrauchen kann


    Schutzfolien gibt es im Zehnerpack für 5€ sollte man immer auf Lager haben, obwohl ich noch keinen Ersatz gebraucht habe. Die sind stabiler als man denken sollte.


    - die Lebensdauer der Displays ist teilweise überschaubar (ist per Definition ein Verbrauchsmaterial und kein billiges).


    Ein Display für meinen Elegoo Mars kostet etwa 30€. Und man kann es problemlos in 5 Minuten selbst wechseln (sagt man, habe ich noch nicht ausprobieren müssen). Für mich kalkuliere ich pro Flasche Harz etwa 5€ für ein Display mit ein (auch wenn ich noch das erste Display drin habe). Deswegen habe ich im Slicer auch 50€ pro Kilo Harz eingegeben. Die Displays sind ja Massenware von Smartphones. Und die sich nicht wirklich für UV Licht gedacht. Deswegen leiden sie systembedingt ziemlich. Aber nur so sind günstige Resin Drucker überhaupt möglich. Ein Spezial- UV Display extra für diesen Zweck würde vermutlich vierstellige Euro Beträge kosten, da die Stückzahlen einfach viel zu niedrig wären...
    Wenn ich das Geld, was ich für Extruder, Hotends, Düsen, Druckplattformen usw für meinen I3 ausgegeben habe, zusammenrechne, kann ich aber einige Displays für den Mars nachkaufen, wirklich. Vermutlich ist das Filament aber inzwischen präziser als damals. Denn ich musste innerhalb einer Rolle meist mehrfach den Extruder umbauen, weil sich die Dicke des Filaments geändert hat und entweder alles verstopft hat oder durchrutschte und nicht mehr transportiert wurde. Ich habe das Teil schon vor Jahren ausgemustert, weil es einfach keinen Spaß machte. Deswegen habe ich mich vom 3D Druck vorübergehend verabschiedet und mir in der Zwischenzeit eine CNC Fräse selbst gebaut. Damit funktionierte es dann schon viel besser. Aber erst mit dem Laser- Upgrade ist die CNC Maschine wirklich ein Hit geworden. Lasern ist geil, geht superschnell und ist sehr präzise. Gelaserte Teile sind stabiler als gesägte oder geschnittene Teile, weil die Kanten "verschweißt" werden.


    Doch jetzt habe ich den Spaß am 3D Druck wiederentdeckt, wenn mir die unendlich langsame Druckgeschwindigkeit speziell im Vergleich zum Lasern doch sehr auf die Nerven geht. Weswegen ich auch weiterhin hauptsächlich auf den Laser setzen werde und vor allem Kleinteile, die sich nicht einfach aus flachen Platten zusammensetzen lassen, 3D drucken werde..
    Mit dem Mars habe ich jedenfalls in 3 Wochen mehr und bessere Ergebnisse hinbekommen als mit dem i3 in 3 Jahren. Immerhin habe ich es innerhalb kürzester Zeit geschafft, eine komplette 0e Lok in akzeptabler Qualität zu drucken, die ich nun mit Antrieb und Technik sowie Lack versehen kann. Das ging allerdings nur, weil ich STL Dateien in 1:22,5 bekommen habe, die "nur" noch so modifiziert werden mussten, das man die Lok auch in 1:45, also auf 50% skaliert drucken konnte.


    Trotzdem faszinieren mich die Ergebnisse, die manche Leute aus einem FDM Drucker herauskitzeln können, auch wenn meine eigenen Erfahrungen ganz anders waren. Weswegen ich solche Beiträge wie deinen besonders gerne lese...


    Das Wasser ist nach der Reinigung Sondermüll und darf nicht einfach ins Klo.


    In den Sondermüll muss das Wasser nicht wirklich, auch wenn es in der Tat nicht ins Klo gehört. Man kann es einfach verkochen oder verdunsten lassen, bevorzugt draußen, damit die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung nicht zu hoch wird. Zur Not einfach auf das Fensterbrett stellen. Außerdem härtet das abgespülte Harz draußen auf jeden Fall aus. Sonst muss man das Abwasser vor dem Verkochen mit einer UV Lampe ausreichend beleuchten, damit das flüssige Harz im Wasser aushärtet. Der Rest, der sich dann im Topf sammelt ist simple Plastik, die man in den Restmüll geben kann. Theoretisch sogar in den gelben Sack, aber dafür sind die Teile meist viel zu klein. Den Topf sollte man danach allerdings nicht mehr für die Zubereitung von Speisen verwenden, was ja wohl logisch ist. Das funktioniert aber nur mit dem Wasser- waschbaren Resin. Literweise IPA in die Luft zu blasen ist dann doch nicht so nett...


    Und ja, dieses "Wasser- Harz" ist recht neu, gibt es noch nicht so lange. Aber es ist zu erwarten, dass es in Zukunft das "alte" Harz ablösen wird, da es keine bisher bekannten Nachteile aber einige Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Resin hat.

  • Hallo,
    es geht mal etwas weiter mit dem Schuppen... .


    Um mal etwas grösseres in der Hand zu halten, habe ich mal eine Hälfte des Stalls gedruckt. Mehr passt nicht auf den Drucker... . Der Druck hat eine Schichthöhe von 0,1 mm und dauerte ca 55 Stunden... .Es ist noch nicht da wo ich hin will, aber es wird... .




    Das Gebäude ist schon ganz schön wuchtig... .
    Das Filament glänzt noch deutlich, daher sieht man jede Unebenheit und Riefe. Ausserdem druckt es sich nicht besonders gut. Ich habe nur leider gerade nichts besseres mehr da :-(.


    viele Grüße
    Karsten
    ps gibt es einen Grund, warum beim Bearbeiten Zeilenumbrüche verschwinden oder neue auftauchen ?

  • OK, die Stützen liessen sich entfernen, aber es war trotzdem keine gute Idee, die Dachgaube als Ganzes stehend zu drucken. Die Fugen in der Holzverkleidung kommen nicht heraus und die Oberfläche ist unbrauchbar... . Schade, eigentlich wollte ich vermeiden alle Teile zu trennen, aber einen Versuch war es wert... . Die Dachstrukturen sind zu instabil um sie freistehend zu drucken, sie zittern beim Druck und damit wird die Oberfläche ausgesprochen unsauber... . Dasselbe Problem sieht man auch am einzelnen Holzpfeiler.



    Also wie heisst es so schön, zurück ans Zeichenbrett... .
    viele Grüße
    Karsten

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!