Umbau VW T1 Bulli zum KLV20

  • Hallo Zusammen,


    da bisher in der Spur0 kein Fahrzeug des KLV20 angeboten wird, habe ich mir dieses Modell selber "umgebaut".


    Mit diesem Beitrag möchte ich mein Ergebnis und den Werdegang vom Straßenfahrzeug bis zum Schienenfahrzeug zeigen.


    Gerne könnt Ihr Eure Meinungen und Kritiken aber auch Lob dazu schreiben.


    Als Basismodell diente ein VW T1 Bulli von Vitesse im Maßstab 1:43. Mir gefiel dieses Modell für den Umbau am Besten, weil es preisgünstig zu bekommen ist und weil der Dachüberstand vorne nicht so krass ist, wie beispielsweise beim Schuco Modell. Die Bahnmeisterdraisine KLV20 hatte diesen Dachüberstand nämlich nicht.


    Herr Bussjäger von sb-modellbau hat mir einen "maßgeschneiderten" Antrieb hergestellt.


    Die Räder stammen von Jürgen Moog. Diese sind vielleicht etwas zu breit, aber dadurch ist eine bessere "Betriebssicherheit" gewährleistet. Außerdem sieht man das von der Seite her gesehen nicht.



    Das erste Foto zeigt die Einzelteile nach der Demontage und Entlackung sowie den von sb-modellbau hergestellten Antrieb





    Seitenansicht mit Motorisierung






    In die Unterwanne muss der Antrieb eingepasst werden





    Die Unterwanne wurde mit einer stationären Frässmaschine von Proxxon entsprechend bearbeitet







    Ansicht des Antriebs nach dem Einbau in die Unterwanne





    Weiter geht es mit der Anpassung der Inneneinrichtung, wobei ich die hintere Sitzbank und die Ablage im Nachhinein weggelassen habe!







    An der Rückseite wurden die Rücklichter, Türgriffe/Schaniere und das Nummernschild entfernt und die Ausbuchtung auf der Motorhaube verspachtelt und nach der Trocknung auf Plan geschliffen. Die Fotos zeigen den Vorher- Nachhereffekt.





    Seitenansicht mit Fahrwerk


    Im nächsten Teil zeige ich Euch die weiteren Schritte des Umbaus



    Schöne Grüße
    Norbert

  • Hallo Norbert,
    sieht aus als wäre es auch für Anfanger wie mich geeignet den Bulli umzubauen. So viele Teile sind es ja nicht und den Antrieb würde man ja bei SB-Modellbau bestimmt noch mal bekommen.
    Bin gespannt auf den weiteren Bericht.
    Gruß aus Sachsen
    Klaus

  • Hallo Thomas und alle Anderen,


    Danke für die positiven Bemerkungen!


    Ja, das Modell wurde digitalisiert, dazu aber später mehr im Baubericht.


    Thomas hat auch schon einen LINK zum Antrieb eingefügt. Danke dafür, auch wenn es dem Thema/Baubericht ein wenig "vorgreift". Den LINK hätte ich schon am Ende des Beitrages eingefügt. Schließlich sollt ihr ja wissen, wo und wie man an die jeweiligen Dinge kommt, die hier vorgestellt werden, damit ihr vielleicht ein ähnliches Fahrzeug bauen könnt. Schließlich gibt es beim KLV viele unterschiedliche Details. Ich sage nur: Anordung und Art der Trittstufen und Lampen vorne und hinten!


    Die größte Arbeit war eigentlich nur das Fräsen an der Unterwanne, das saubere Lackieren und Altern des zweiteiligen Gehäuses und die filigrane Beleuchtung mit SMD LED´s, aber wie gesagt, dazu später mehr. Ich führe jeden Schritt mit Fotos auf.


    Allerdings habe ich zum Thema Decoder und Beleuchtung sofort mal eine Frage an die Spezialisten. Beim eingebauten Lenz Gold+ Decoder ist es mir nicht gelungen, die Beleuchtung separat vom Motorsound zu schalten. Meine Beleuchtung schaltet sich nur mit dem Anlassen des Motors ein bzw aus. Was habe ich da "falsch" gemacht?


    Vielen Dank und bis in wenigen Tagen, wenn ich den Baubericht fortführe.


    Grüße aus der Eifel


    Norbert

  • Hallo Moba777,


    mit Functionmapping meinst Du bestimmt die CV´s des Decoders oder?


    Da bin ich leider noch nicht so "firm" drin.


    Da Vorder- und Rückleuchten gleichzeitig leuchten sollen, das Fahrzeug fuhr ja vorwiegend vorwärts, kann ich ja alle LED´s an den Funktionsausgang A oder B anschließen.


    Aber welche CV muss ich wie verändern, sodass ich unabhängig vom Motorsound die LED´s an oder ausschalten kann? Kann ich die LED´s auch dimmen? Welche CV muss ich dafür wie verändern?


    Vielen Dank und schöne Grüße
    Norbert

  • Hallo Zusammen,


    heute möchte ich mit dem Baubericht fortfahren:





    Für die selbst hergestellten seitlichen Trittstufen muss man etwas Geduld und Geschick mitbringen. Aus Messingresten und einem geätzten Bodenblech (von Moog) habe ich mir diese anhand von Originalfotos zurecht geschnitten, gebogen und verlötet.







    Geduld muss man auch bei der Herstellung der Hebeeinrichtung mit bringen. Diese ist bei meinem Modell leider nicht funktionsfähig, aber sie gehört nun mal zum äußeren Erscheinungsbild des KLV20. Die Teile wurden ebenfalls aus Messingresten zusammen gelötet. Die Fotos zeigen die Einzelteile und die fertige Hebeeinrichtung.





    Als nächstes geht es um die Frontbeleuchtung. Ich habe mich für die extra angesetzten seitlichen Lampen entschieden. Das macht mehr her. Die vorhandenen Fahrzeuglampen wurden außer Funktion gesetzt, d.h. sie werden in Wagenfarbe überlackiert. Die Lampen stammen von Krapp und haben eigentlich einen Lampenfuss. Dieser muss vorsichtig abgefeilt werden. Danach muss ein kleiner Winkel aus Messingresten zugeschnitten, gebogen und verlötet werden. Das Foto zeigt die fertigen Lampen mit SMD-LED zur Probe eingesetzt.






    Am Fahrzeugkasten muss ein passender Schlitz in die Fensterstreben vorsichtig erstellt werden. Dazu zuerst fein einige Löcher bohren und danach mit einer kleinen runden Nabelfeile alles passend feilen.


    Von der einzelnen Rückleuchte (hinten rechts) habe ich kein Foto erstellt. Es wird einfach nach Vorbild ein passendes Loch in den unteren Wagenkasten gebohrt.









    Nun werden die Lampen und die Tritte an den Wagenkasten an den betreffenden Stellen angeklebt. Dazu verwende ich sehr gerne Strong & Safe von Uhu. Die Fotos zeigen den KLV von beiden Seiten.





    Die Ansicht von unten.




    Logischerweise braucht der KLV20 auch einen Fahrer. Diesen habe ich Jupp (Josef) getauft und stammt aus dem Hause Modellbau Henke. Jupp muss sich allerdings einer schwierigen OP unterziehen, sonst passt er wegen seiner Größe und Haltung nicht in den VW.





    Jupp muss in der Gegend des Gürtels zerteilt werden und etwas gekürzt werden. Danach wird er wieder zusammengeklebt. Tut auch nicht weh...!





    Jupp muss an den Armen und den Beinen etwas erhitzt werden, damit die Gliedmaßen auf die Bedürfnisse am Fahrerbult angepasst werden können. Der Po und die Sitzbank wurden auch noch etwas abgeschliffen. So nun sitzt der Josef fahrfertig im KLV20.


    Soweit wäre der Bau des KLV20 abgeschlossen!


    Im nächsten Beitrag geht es mit der Lackierung und der Elektronik weiter. Auch Jupp erhält eine passende Dienstkleidung mit Krawatte...!


    Schöne Grüße
    Norbert

  • Hallo Zusammen,


    heute geht es um die Lackierung des KLV20.


    Dazu habe ich die guten Acrylfarben von Weinert verwendet.




    Auf dem Foto sind zwei KLV20 zu sehen, davon einer schmalspurig für meine Kleinbahn, den ich aber in einem anderen Forum vorstellen werde. Die ganzen Teile wurden zuerst gereinigt, am Besten mit warmen Wasser und etwas Spüli, damit das Fett von den Fingern und Schleifrückstände beseitigt werden! Auch Jupp muss in die Bütt. Nach dem Trocknen werden alle Teile mit der Grundierung von Weinert mit einer Airbrush lackiert.





    Auf diesem Foto sieht man leider nicht den folgenden Zwischenschritt. Zuerst habe ich nämlich den Teil silber lackiert, der die silbernen Seitenleisten und das V auf der Front darstellt. Dann wird der Teil der Leisten und das V auf der Front sauber mit einem schmalen Abklebeband von Tamiya abgeklebt. Danach wird alles in Altrot RAL3004 lackiert.





    Dieses Foto zeigt noch ein Ergebnis, mit dem ich nicht zufrieden war. Das bessere Schlussergebnis seht ihr später. Ich musste vieles nämlich nochmals neu lackieren, da Farbe unter das Abklebeband gelaufen war. Zuerst hatte ich nämlich die Front rot lackiert und dann so abgeklebt, dass das V silber erstellt wurde. Im Zweiten Versuch habe ich es wie oben beschrieben umgekehrt gemacht. Zuerst silber, dann das V abgeklebt und dann rot lackiert. Auch das Dach wurde silber lackiert.





    Ansicht der Fahrerseite





    Ansicht von hinten.




    Jupp trägt blondes Haar, eine schwarze Hose und Schuhe, sowie eine graue Dienstjacke und ein weißes Hemd mit Krawatte. Er scheint wohl etwas wichtiges in der Bahnmeisterei darzustellen.



    Bis zum nächsten Mal und schöne Grüße
    Norbert

  • Es gab im letzten Jahr mal den vorsichtigen Versuch der Fa. IMS zu einem Klv... siehe dazu Bericht im SNM ...
    Auch Gebauer hatte mal ein, etwas großgeratenes Modell, im Angebot.


    Stimmt den von Gebauer habe ich mal gehabt. Das Modell war ein T2, also wenig Vorbildentsprechend da es m.W. bei der DB keinen Klv auf Basis des VW T2 gab, Grundlage war ein Modell von Gama und etwas zu groß. Außerdem waren die Fahreigenschaften grottenschlecht, auch durch Einbau eines ESU-Lopi änderte sich daran nichts.


    VG


    wehoff

  • Hallo Thomas,


    schau mal ganz oben in meiner Einleitung! Dort habe ich geschrieben, dass ich die Scheibenräder von Jürgen Moog (0mobau.de)bekommen habe!


    Vielleicht hat ja auch AMZ Munz passende Räder im Angebot.


    Schöne Grüße
    Norbert

  • Hallo Zusammen,


    nun möchte ich mit der Lackierung und Altern des KLV20 fortfahren:




    Der Jupp braucht natürlich auch ein Fahrerpult mit Anzeigen, aber kein Lenkrad














    Hier nun das fertige Modell von allen Seiten aus gesehen. Auf den Fotos sieht manches allerdings oft anders aus, als im Original.


    Die SMD-LED´s stammen von LED Baron aus der Bucht, die Lampengläser von Henke Modellbau und das DB Emblem im Kreis habe ich mir von Beckert-Modellbau anfertigen lassen. Dieses Frontschild hätte man noch in Wagenfarbe Altrot lackieren können/müssen. Ich habe es aber so belassen. Das Rücklicht strahlt über eine 1mm Kunststoff Glasfaser von Weinert nach außen. Diese wurde außen silber lackiert und stellt so die Lampeneinfassung dar. Das weiße Betriebsschild habe ich mir aus dem Netz gezogen und mit Photoshop nach meinen Wünschen (Betriebsnummer und Standort Euskirchen in DB-Engschrift) bearbeitet sowie danach mit einem Tintenstrahldrucker auf einer weißen Decalfolie selber ausgedruckt, mit einer Flüssigkeit zur Haltbarkeit des Druckes behandelt und nach deren Trocknung auf das Modell übertragen.
    Die Vertiefungen am Fahrzeug (z.B. Türen u.ä.) habe ich mit einem dunklen Washing von Mig Production bearbeitet, kurz einwirken lassen und mit White Spirit (Verdünnung) nach meinen Wünschen wieder weggewischt. So kommen diese Stellen schön zum Vorschein und alles sieht wie im Original und wie gebraucht aus. Das Dach, den Wagenkasten und die seitlichen Lüftungsschlitze sowie die Räder und die Fußtritte habe ich mit Pulverfarben von verschiedenen Herstellern (Mig Production, Kremer Pigmente) bearbeitet und anschließend mit einem Pinsel wieder abgerieben. Zum Schluss wurde das gesamte Fahrzeug (ohne die Scheiben) mit einem seidenmatten Klarlack von Weinert schützend mit der Airbrush lackiert.


    Hier noch ein Hinweis: Vieles zum Altern und Lackieren kann man sich sehr gut aus der Zeitschrift "Art of Modelling" anlesen und aneignen. Mit ein wenig Gefühl und Geschick sowie eigener Kreativität bekommt jeder eine optimale und schöne Lackierung und Alterung hin!


    Als letzten Arbeitsschritt wurde die Hebeeinrichtung unter das Fahrzeug geklebt.


    Äußerlich gibt das Modell nun einen unter Betriebsbedingungen stehendes Fahrzeug wieder. Auch Jupp hat seinen Spaß beim Fahren und besonders mit dem Sound des KLV20.


    Dazu und zum Einbau der Elektronik später mehr.


    Schöne Grüße
    Norbert

  • Hallo Zusammen,


    zum Abschluss meines Berichtes über den Umbau des VW Busses T1 zum KLV20 möchte ich über die elektronischen Komponenten berichten.


    Zum Einbau kam ein Lenz Decoder Gold+, ein Lenz Speicherbaustein Power1, ein Soundbaustein mit dem passenden Sound von DIETZ, ein kleiner Lautsprecher Durchmesser 18mm, dicke ca.3mm und SMD LED´s von LED Baron aus der Bucht. Den Decoder, den Soundbaustein und die Vorwiderstände habe ich in passende Schrumpfschläuche "versteckt".


    Der Lautsprecher wurde unter das Dach im hinteren Bereiches des VW geklebt.


    Die LED´s wurden vorsichtigt durch gebohrte Löcher von den Frontlampen ins innere des Fahrzeuges verlegt. Die Rückleuchte wurde mit Schrumpfschlauch auf eine 1mm Glasfaser von Weinert befestigt.


    Alle Komponenten wurden verdrahtet, verlötet bzw. zusammengesteckt und im inneren des Fahrzeuges untergebracht und gegen die Sicht von Außen versteckt.


    Zum Schluss wird das Gehäuse von unten verschraubt und die vorderen Blindlampen aufgesteckt










    Die Fotos zeigen den Einbau der elektischen Komponenten.


    Jupp würde sich nun freuen, wenn er des öfteren eine Streckenkontrolle machen könnte, aber leider fehlt mir als Bundesbahnpräsident noch die passende Anlage und die dazu gehörige Strecke. Vielleicht kann Jupp ja in naher Zukunft mal eine "Fremdstecke" bereisen!


    Als kleines Schmackl hier noch ein LINK zu einen Filmchen meines KLV20:


    http://www.youtube.com/watch?v=CSOq5PAwy0Y



    Ich hoffe, ich konnte Euch zum Nachbau animieren. Ihr müsst allerdings mit Kosten zwischen 330 und 350 Euro rechnen. Die Kosten umfassen das Fahrzeug, die Motorisierung, die elektrischen Komponenten inklusive Sound, LED´s, Farben und Kleinteile.


    Ein ähnliches Fahrzeug habe in in Schmalspur 0m in blau gebaut, dass ich in nächster Zeit in einem anderen Forum vorstellen werde!


    Schöne Grüße
    Norbert

  • Hallo Zusammen,


    wollte Euch noch nachträglich ein paar Fotos zeigen.


    Jupp durfte ja bei den Adventsfahrtagen beim Spur0 Team in Hagen einige Runden mit seinem KLV20 drehen. Jupp war natürlich von der Fahrt begeistert und ist zum Schluss noch ins Gasthaus an der Mosel eingekehrt.


    Nochmals Danke an Matthias und die Anderen vom Spur0 Team, dass ich mit meinem Fahrzeug über Eure tolle Anlage fahren durfte! Für den KLV20 war es die Jungfernfahrt. Dabei habe ich erkannt, dass an der Spurweite der hinteren Achse noch etwas geändert werden muss!

















    Schöne Grüße
    Norbert

  • Hallo Norbert,


    eine Supermodell hast Du da gebaut !! Ich trage mich mit dem Gedanken es auch zu versuchen. Meine Frage: Herr Bussjäger hat mir auf der Messe in Köln gesagt, das man ihm die Räder zur Verfügung stellen muss, da er verständlicher Weise nicht alle Raddurchmesser vorrätig hat. Woher hast Du deine Räder bezogen?


    Danke und Grüsse,
    Joachim

  • Hallo Joachim,


    hatte Norbert direkt im ersten Teil geschrieben:

    Die Räder stammen von Jürgen Moog. Diese sind vielleicht etwas zu breit, aber dadurch ist eine bessere "Betriebssicherheit" gewährleistet. Außerdem sieht man das von der Seite her gesehen nicht.

    Meinen Nutzernamen habe ich von jk_wk geändert auf 0topia, weil ich zeigen möchte, dass mein Traum von meiner Spur 0 Anlage keine reine Utopie ist, sondern Stück für Stück in Erfüllung geht.


    Gruß aus dem Bergischen Land

    Jürgen (K)


    Nicht grübeln - mach es einfach, aber mach es einfach


    In meinem Vorstellungs-Thread habe ich Verweise auf meine bisher im Forum veröffentlichten Projekte hinterlegt.

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