Bad Meingarten oder mein Kellerprojekt, suche Unterstützung bei der Planung

  • Hallo Zusammen,


    nachdem ich wie schon so viele hier eine geraume zeit immer fleißig mitgelesen habe,
    möchte ich euch meine Pläne zeigen.
    Wobei Pläne eher übertrieben ist.
    Nachdem ich mich letztendlich für die Spur 0 entschieden habe und dann noch das Glück hatte ein Konvolut Gleise und Weichen der Fa. Lenz sowie zusammengebaute Segmente in unterschiedlichen Größen zu erwerben begannen meine Überlegungen.


    Ein Bahnhof aus der Miba (der mich mit dem Spur 0 Virus angesteckt hat) sollte der Startschuss sein.
    Schnell eine Seite des Kellers leergeräumt, aus den vorhandenen Segmenten 2x 250x45cm und 2x 200x45cm eine Betriebsfläche von 450x90cm zusammengeschraubt und mit Styrodur belegt.
    Dann meinen ersten Gleisplan in 1:45 ausgelegt und was soll ich sagen Wow das ist Groß.
    Weiter ging es nun mit meinem Paradezug: BR64, 3 Donnerbüchsen und 1 Packwagen fertig.
    So konnten die Ersten Rangierfahrten absolviert werden. Für mich ein erstes Highlight.


    Mein weiteres vorgehen besteht nun darin den Kellerraum zu entrümpeln und Eisenbahn tauglich zu machen. Man glaubt es kaum was sich in 20 Jahren so alles in einem 5,3 mal 4,9m großen Raum ansammelt. Jetzt bin ich fast soweit und meine Planungen können weitergehen und da kommt ihr nun ins Spiel.


    Hier meine Eckdaten:


    1.) Raummaße sind 5,3x4,9m
    2.) Point to Point Betrieb
    3.) Personenverkehr
    4.) Güterverkehr mit einigen Betriebsstelen
    5.) Kleiner Hafen?
    6.) Es soll auch Landschaft geben
    7.) Evtl. 2 Ebenen?
    8.) Die allseits belibte Epoche 3
    9.) min. Radius ist der R2, da wo es geht bzw. es einsehbar ist mit Übergangskurve R10
    9.) Das war es auf den ersten Blick, aber wie ich euch hier kenne kommen da sicher noch mehr Fragen


    Meine ersten Gedanken hänge ich noch in Form dreier Bilder mit an.


    Jetzt bin ich auf eure Kommentare gespannt damit ich nicht so alleine mit meinen Planungen bin.


    Viele Grüße aus dem schönen Niederrhein


    Uwe

  • Okay Uwe, dann hier mal gleich meine Ideen zu deinem Plan:


    Spiegel den Bahnhof so, dass die Ausfahrt oben nach rechts führt. Daran per Bogenweiche in der Ausfahrt angeschlossen direkt der Hafen (evtl etwas tiefer gelegt). Parallel zum Abzweig Hafen die Trennung der beiden Richtungen Schattenbahnhof und obere Ebene. Richtung SBF fällt ab, andere Strecke steigt (evtl. als Steilstrecke, was den Einsatz von Vorspann- oder Nachschiebeloks möglich machen würde, bzw. den spezieller Steilstreckenloks).
    Bahnhof obere Ebene entweder über dem anderen Bahnhof (wenn man vor allem alleine spielt), oder - wie du angedeutet hast - Rundumstrecke bis zur Gegengeraden (wenn mehrere Leute gleichzeitig spielen gibt es sonst Gedränge vor den beiden übereinander liegenden Bahnhöfen).
    Mein Grund für die Umstellung: In deinem Plan ist der Weg zum Hafen recht weit (der sollte doch eigentlich in der Nähe des Ortes des Bahnhofs liegen, oder?) und führt außerdem aufwärts, d.h. das Hafenbecken läge höher als der Rest des Ortes (mag in den Niederlanden theoretisch möglich sein, aber nicht sehr wahrscheinlich). Und wenn du die Strecke bis zum Hafen nicht ansteigen lässt, fehlt der notwendige Anstieg zur zweiten Ebene. Einen Aufzug würde ich vermeiden: 1. teuer oder unzuverlässig, 2. reißt er einen aus dem Spiel raus (wo gibt es schon Zughebewerke?). Deine Strecke dürfte lang genug sein, reichlich Abstand zwischen den einzelnen Ebenen zu erlangen (vor allem, wenn es sich um eine Steilstrecke handelt - ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was hier so viele Leute gegen Steigungen über 2 oder 3% haben. Im Rheinhaven hatte ich 5-6% und meine kleine V36 schaffte das locker mit neun Güterwaggons, auch in der Kurve).


    Tschüß
    Utz

    My Private Idaho - die Camas Prairie Railroad

  • Hallo Utz,


    wie Du evtl. gesehen hast habe ich noch ein meine Standbohrmaschine unter zubringen.
    Wenn ich die Einfahrt tausche reicht mir der Platz nicht diese unterzubringen.
    Der Hafen muß nicht sein, ich könnte mir auch ein Sägewerk oder etwas in der Richtung vorstellen.
    Der Aufzug wäre ein einfacher manuell per Muskelkraft betriebener.
    Zur Zeit habe ich ca. 40 cm zwischen den Ebene angedacht was meiner Meinung nach gerade ausreichend ist.
    Aber wir stehen ja gerade am Anfang der Ideensammlung und dafür möchte ich dir schon einmal danken.


    Hier muß ich meine Angabe korrigieren, es sind 50 cm


    Gruß Uwe

  • Moin Uwe,
    das sieht doch vielversprechend aus.


    Zwei Ebenen finde ich gut und ein Aufzug ist meist besser als eine Wendel. Statt High-Tech kannst du auch mit einer einfachen Kassette hantieren, 1,5m mit Zug sind aber schon recht schwer.


    Allerdings, wenn das deine erste Realisierung einer Anlage ist, würde ich dir raten, in den nächsten Jahren erst mal eine Ebene fertig bauen.
    Und das sollte dann die obere Ebene sein, es sei denn, du willst Rohbauarbeiten oberhalb der durchgestylten Anlagenteile machen.


    Für meinen Doppelstöcker habe ich den Rohbau gleich für beide Ebenen gemacht. Das ginge natürlich auch, hält aber auf und schreibt schon vieles fest.


    Auf jeden Fall wünsche ich viel Erfolg,
    Johann

  • Hallo Johann,


    mein Plan ist die obere ebene als Segmente zu bauen, so kann ich die auf „Augenhöhe“ bauen.
    Für den Aufzug habe ich tatsächlich eine manuelle Version geplant. Es wären ca 50cm zu überbrücken. Ich dachte das mit einer Linearführung an der Wand zu realisieren., den Aufzug daran befestigt um dann das Gewicht mit einem Gegengewicht das über eine Rolle läuft zu kompensieren . Wenn man Stahl oder ähnliches nimmt bleibt das sogar recht dünn. Das wäre der Plan ob es funktioniert weiß ich aber noch nicht.


    Auch muß ich mir was mit der Absturzsicherung überlegen, nicht das auf einmal der Zug Flügel bekommt. Hier dachte ich an eine Fahrstromeinspeisung über den Aufzug (Manuell mit Steckern die Abschnitte davor mitversorgen..


    Und dann noch das Thema mit der Beleuchtung, das sollte ich auch vorher erledigen.


    Gruß Uwe

  • Hallo zusammen,


    hier ein kleines Update meiner Gedanken zum Raumkonzept.
    Ich gehe immer mit dem Zug (d.h. Ich bleibe immer in Bewegung, gut für die Fittness):


    1. Aufstellung des Zuges im Fiddle.
    2. Start des Zuges und dann einmal herum um die Ausfahrt des Zuges zu sehen und die weiterfahrt bis nach Bad Meingarten zu begleiten.
    3. Rangieren in Bad Meingarten (je nach Beschaffenheit des Zuges, Personen o. Güter)
    4. Weiterfahrt hier gibt es 2 Möglichkeiten:
    A: Fahrt zum Hafen, Sägewerk (was auch immer dort hinkommt?
    B: Richtung Lift und dort zur Ebene 2
    (Auch hier heißt es wieder den Zug zu begleiten)
    5. A: Hafen = Rangieren Ladestellen bedienen u.ä.
    B: Einfahrt des Zuges in den Lift
    6. A: Rückfahrt des Zuges in Richtung Bad Meingarten
    B: Einfahrt in den Haltepunkt obere Ebene (Einmal herum um die Anlage)
    7. A: Einfahrt Bad Meingarten, Rangieren, liefern von Holz zur Möbelfabrik?, aufstellen des
    Zuges für die Rückfahrt Fiddleyard (oder weiterfahrt zur Ebene 2?)
    B: Weiterfahrt Richtung Endbahnhof Ebene 2 (evtl. an einer Holzverladestelle vorbei?)
    Rangieren und was alles sonst so anfällt, Zusammenstellung des Zuges für die Rückfahrt.
    8. A: Rückfahrt Fiddleyard oder siehe Punkt 4B (und wieder hinterher hecheln.)
    B: Rückfahrt über Haltepunkt und Lift (hechel) zurück nach Bad Meingarten.
    Rangieren, Zugzusammenstellung für Hafen oder Sägewerk oder die Rückfahrt zum
    Fiddleyard
    9. B: Rückfahrt Fiddleyard


    So ist der Plan und was fehlt ist folgendes :
    1. Gleisplan Bahnhof, Hafen, Sägewerk Ebene1 (4,2x0,65m)
    2. Gleisplan Bahnhof Ebene 2 (4,2x0,65m)
    3. Ladestelle auf der Längswand gegenüber Bad Meingarten oder hier der Endbahnhof und
    die Ladestelle kommt auf die Zunge (Schmalspur liefert, Regelspur bringt es weg?)


    So das waren meine Überlegungen.


    Gruß Uwe

  • Hallo Niederheimer,


    Herzlich willkommen hier ich find es ein super plan was du wollte machen für deine spur nul Anlage.


    Mit freundliche Grusen


    Bernhard 67 aus der Niederlanden.


    Ps Rees is eine sehr schone Umgebung im mein jungere jähren was ich sehr oft zu finden auf das Bahnhof Kleve war die Diesel von der Baureiche v100-10 und V100-20 /BR 215 /BR 218 zu sehen waren im die jahren 80. Ich war begeistert von diese sehr schone diesel Loks.

  • So ist der Plan und was fehlt ist folgendes :
    1. Gleisplan Bahnhof, Hafen, Sägewerk Ebene1 (4,2x0,65m)
    2. Gleisplan Bahnhof Ebene 2 (4,2x0,65m)
    3. Ladestelle auf der Längswand gegenüber Bad Meingarten oder hier der Endbahnhof und
    die Ladestelle kommt auf die Zunge (Schmalspur liefert, Regelspur bringt es weg?)

    Hallo Uwe
    Du hast hier ein in meinen Augen ziemlich grosses Projekt vor dir. Und grosse Projekte brauchen Zeit, um vollendet zu werden. Darum würde ich deiner Liste noch einen weiteren, in meinen Augen wichtigen Punkt hinzufügen:


    4. Wie lässt sich das Projekt etappieren, damit auch während des Baus schon Betrieb gemacht werden kann. Ich kann mir gut vorstellen, dass du mit den ersten drei Punkten deiner Liste bereits so etwas wie eine erste Etappe definiert hast: FY - Strecke nach Meingarten - Bahnhof Meingarten. Mit den verschiedenen Betriebsstellen im Bf Meingarten lässt sich schon ordentlich rangieren!

  • Für den Aufzug habe ich tatsächlich eine manuelle Version geplant. Es wären ca 40cm zu überbrücken.

    Moin Uwe,
    mein Doppeldecker hat auch genau 40cm SOK-SOK. Das ergibt bei mir für die untere Ebene nach Abzug der Höhe der oberen Segmente (Rahmen/Licht unten/Geländegestaltung) nur noch ca. 27cm Fensterhöhe.
    Das geht, ist aber knapp. Wegen der Dachschräge war das ein Kompromiss, den ich eingehen musste. Bei geraden Wänden würde ich mindestens 10cm dazugeben. Für den Lift ist das egal.


    Viele Grüße,
    Johann

  • 4. Wie lässt sich das Projekt etappieren, damit auch während des Baus schon Betrieb gemacht werden kann. Ich kann mir gut vorstellen, dass du mit den ersten drei Punkten deiner Liste bereits so etwas wie eine erste Etappe definiert hast: FY - Strecke nach Meingarten - Bahnhof Meingarten. Mit den verschiedenen Betriebsstellen im Bf Meingarten lässt sich schon ordentlich rangieren!


    Hallo Mark,


    sicherlich ist das eigentlich sogar schon ein Riesenprojekt und ich habe das auch in einzelnen Projektschritten zu realisieren.
    Ich habe mit Bad Meingarten begonnen und dabei gemerkt das zumindest die Vorbereitung der oberen Ebene abgeschlossen sein sollte, Deshalb habe ich auch vor diese dann eher in Segmentbauweise zu erstellen, bequem am Arbeitstisch, der ja erhalten bleiben soll.
    Zur Zeit finden die ganzen groben Arbeiten an die richtig viel Staub machen daher bleibt zeit zur Planung der weiteren Betriebsstellen. Hier im wesentlichen dem Hafen/Sägewerk oder was auch immer letztendlich dort hinkommt die Streckenplanung stark beeinflusst.
    Der Weg von und zum Fiddleyard und zur Betriebsstelle / Lift bereitet mir noch ein wenig Kopfzerbrechen. Ich spiele sogar mit dem Gedanken die vorletzte Kurve als Blackbox auszuführen und die Betriebsstelle gesondert zu betrachten.
    Viele Punkte die sortiert und betrachtet werden wollen.


    Sonnige Grüße vom Niederrhein


    Uwe

  • mein Doppeldecker hat auch genau 40cm SOK-SOK. Das ergibt bei mir für die untere Ebene nach Abzug der Höhe der oberen Segmente (Rahmen/Licht unten/Geländegestaltung) nur noch ca. 27cm Fensterhöhe.


    Hallo Johann,


    ich habe nochmal nachgemessen ich habe doch etwas mehr Platz als die besagten 40 cm.
    Die SO in Bad Meingarten ist 108cm, die der oberen Ebene bei ca 160 cm (Segmenthöhe ca 9cm.)
    Versuchsweise habe ich einfach mal LED Röhren in die Segmentkästen geschraubt um die hinteren Bereiche auszuleuchten. Meines Meinung nach schon nicht so schlecht. Werde mal, wenn die staubigen arbeiten erledigt sind, versuchen ein paar Bilder zu machen.


    Grüße vom Niederrhein


    Uwe

  • Hallo Uwe,


    mit großem Interesse verfolge ich deine Planungsideen zur deinem ambitionierten Kellerprojekt Bad Meingarten. Nun du fragtest nach Unterstützung bei der Planung, gern reihe ich mich in den Reigen ein und berichte einfach von meinen Gedanken zu deiner Planung und von meinem realisierten Projekt: Mein Anlagenraum auf dem Dachboden hat fast exakt die gleichen Abmessungen: Auf 5,43 m x 4,93 m x 5,43 m habe ich in U-Form eine Point to Point Anlage verwirklicht. Die Anlage ist betriebsbereit und harrt der weiteren Ausgestaltung mit Landschaftsoberfläche in Form von Schotter, Sand, Grünflächen, Asphalt, Beton usw. Ich hatte mit ihr schon viele Betriebssessions, ob allein, mit meinen Kindern oder in kleiner Gruppe mit Spur0 Freunden, so dass ich glaube etwas Kompetentes aufgrund der Erfahrungen bei Planung, Bau und Betrieb beitragen zu können.


    Bei der Planung einer Anlage haben mir keine Gleisplanungsprogramme geholfen, sondern eher die Lektüre guter Planungsliteratur, allen voran das Blaue Buch des Fremo-und Mittelpuffer-Gründers Otto O. Kurbjuweit, hier als "Harznullemmer" unterwegs. Wenn es im unüberschaubaren Angebot an Literatur zu Modellbahnanlagenplanung ein herausragendes Werk gibt, was einem wirklich hilft, dann dieses ("Anlagenplanung für vorbildgerechten Modellbahn-Betrieb"), wenn du es nicht schon hast. Auch habe ich relativ früh mit dem Unterbau in Form von Segmentkästen begonnen, denn was nützt mir der tollste Traumgleisplan, wenn er nicht auf die nunmal vorgebene Raumgröße und Anlagenform passt. Für mich war dann eigentlich die schönste Zeit das Planen mit echten Gleisen auf dem Unterbau, hier 5 cm Umfahrgleislänge mehr, dort 5 cm Abstellgleislänge weniger, einfach herrlich. Insofern ist deine Vorgehensweise mit dem Auslegen und sogar die Platzierung eines typischen Referenzzuges genau richtig!


    Zu deiner Wunschliste:
    Ich finde schon einmal gut, dass du ungefähr weisst, was du möchtest.
    Point to Point ist schon mal super, Personenverkehr, Güterverkehr mit mehreren Betriebsstellen, Epoche drei, Landschaftsteil: Finde ich gut, habe ich auch realisiert, das beste Konzept für viel Betrieb und attraktiven Fahrzeugeinsatz.
    Nun wozu rate ich dir nach meinen Erfahrungen: Verabschiede dich von den Lenz-Radien R1 und R2. Es spricht kaum etwas für diese engen Radien, abgesehen von Loks wie Köf, V20 und T3 sieht keine Lok gut aus, auch bei den Wagen wirkt alles über einen kurzen 2-Achser hinaus spielzeughaft. Auch wenn man zu Beginn vielleicht gesagt hat, das sollen mal die Fahrzeuge meiner Anlage sein, glaub mir, mit den Jahren kommen viele Fahrzeuge hinzu, die 64er und Dobüs hast du ja schon, auch die 50er fährt mit dem 6 Wagen Nahgüterzug auf der Nebenbahn, eine V100 mit 2x 3yg Umbauwagen und Silberlingsteuerwagen darf da hin. Ältere Loks brauchen größere Radien und zumindest im Güterverkehr hat die Schraubenkupplung auch ihren Reiz, man fühlt sich richtig als Rangierer und Betriebsbahner. Ich empfehle auf Strecke nicht unter den Lenz R10=1649 mm zu gehen, im Bahnhof und bei Anschließern keinesfalls unter 1500 mm, dies hat sich bei mir bewährt und bekommt man gut unter. Dafür verzichte ich gerne auf "Zwischengeraden" und lange Züge, die sich kaum auf der Heimanlage vorbildgerecht bewegen lassen.
    2 Ebenen mit Rampen und möglicherweise Aufzug, herausnehmbares Brückenelement beim Türdurchgang: Anspruchsvoll und viel Komplexität. Lohnt der Aufwand wirklich, was brauchst du um betrieblich zufrieden zu sein? Wieviel Zeit und Geld bist du bereit in das Projekt zu stecken, wie sind deine modellbauerischen Fähigkeiten, wann willst du Betrieb machen können? Leider versacken so viele auf dem Papier und in der Planung so tolle Projekte und landen als Torso oder werden wieder abgerissen, manche reissen diesen Gag mehrfach. Wäre nicht weniger mehr oder wie der Schweizer Management Guru Fredmund Malik schreibt, die Konzentration auf Weniges und Wesentliches? Reicht bei deinen betrieblichen Wünschen nicht ein raumfüllendes U, wo der Türdurchgang frei bleibt, eventuell noch mit einer in den Raum reinragenden Mittelzunge, ausnahmsweise auch mit einem Radius unter 1500 mm an die Strecke angebunden zu einem Industriegebiet, ja vielleicht zu einem Hafen mit Tanklager und Verladeanlagen für Schüttgüter.


    Bei meiner Dachbodenanlage Marktoberdorf (Preussen) gibt es nur ein schlichtes U, sogar ohne Mittelzunge, weil ich gerne auch mal mit Mehreren Betrieb machen und Bewegungsfreiheit haben will. Endpunkt und große weite Welt ist ein 180 cm kurzer Fiddle Yard mit 7 Gleisstutzen a 45 cm, 5 Gleisen auf einer Schiebebühne a 130 cm und ein kurzer Stutzen a 5 cm als Anschluss zur Anlage. Dann gibt es ein bisschen Strecke mit Bahnübergang und Hang/Waldrand zum Hintergrund. In der anschließenden 90 Grad Kurve beginnen schon die Anschließer: Brennstoffhändler mit Kohle, Koks, Heizöl, Schmierstoffen. Links davon auf der kurzen Geraden ein "Wechselanschlussgleis", wo zeitweise eine 56 cm hohe Schotterverladeanlage oder auch nur ein schlichter Schrotthändler inzeniert wird. Und an der gesamten auch nur 4,93 m langen Kopfseite der Anlage die Anmaßung schlechthin, die Fendt-Traktorenwerke mit Werksköf Schuppen, Produktionshallenrelief (175 cm), Gebäuderelief der Materialanlieferung mit Kran (105 cm) und Kesselhaus mit Stangel Kamin und großer Kopf- und Seitenrampe (4 Rungenwagen) für den Versand der Fertigprodukte. In der nächsten 90 Grad Kurve dann die Bahnhofseinfahrt in den Endbahnhof mit Lokstation im toten Eck, Bahnhofsrelief mit 270 cm Hausbahnsteig und einfachem Behelfsbahnsteig an Gleis 2. Gegenüber am Anlagenrand Ortsgüteranlage mit Güterschuppen, Ladestraße mit Gleiswaage und Lademass sowie zweite Ladestraße über einfachen Hosenträger angebunden mit Kopf und Seitenrampe. Betriebsaction pur, vor allem den Nahgüterzug zerlegen und immer wieder die Übergaben vom Endbahnhof zu den eben nicht ganz kleinen Anschliessern, das Salz in der Betriebssuppe. Ein Landhandel gehörte auch noch zu den Fakultativa, ist aber zugunsten einer großzügigen Ladestraße aufgrund von Platzmangel und meinen Ansprüchen an halbwegs realistisch große Gebäude aus dem Betriebskonzept gestrichen worden.
    Die einzelnen betrieblichen Themen wurden also sozusagen ineinander geschoben, überlappen sich bzw. finden parallel statt, so bekomme ich auf nicht mal 16 Meter Gesamtlänge all das unter, wovon ich als Betriebsmodellbahner immer geträumt habe. Ok zugegeben, so richtig Auslauf kann ich meinen Zügen nur im Verein geben, dort sogar im verpönten Kreis.
    Leider gibt es keinen veröffentlichungsfähigen Plan, nur ein 1,5 Jahre altes Video, wo auch nicht die ganze Anlage zu sehen ist:


    https://www.youtube.com/watch?v=p9eBnG5pSEo
    Gerne können wir uns auch mit PN austauschen, Rees ist ja vom Südrand des Ruhrgebietes nicht gerade um die Ecke, in der Nachcoronazeit lade ich dich gerne mal zur Anlagenbesichtigung und auch in den Verein nach Hagen ein, wenn Interesse besteht.


    Lieber Uwe, das sind alles nur Gedanken und Anregungen von mir am praktischen Beispiel, ich will dich da gar nicht von irgendetwas überzeugen, das was du bisher gezeigt hast, zeugt von großem modellbahnerischen Tatendrang und Sachverstand.


    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem tollen Projekt, der Gleisplan vom Bahnhof sieht schon mal sehr gut aus und verspricht viel Rangierspaß.


    Weiter so und herzliche Grüße an den Niederrhein!


    Ralf

    Spur0 Team Ruhr-Lenne e.V. - Die Hagener Spur 0 Leidenschaft in XXXL seit 2007.


    http://www.spurnullteam.de/


    Betriebsabend: aktuell keine Treffen in Hagen.


    Ich hoffe bald wieder schreiben zu können: jeden dritten Freitag im Monat 19.00-23.00 Uhr - Betrieb, Essen,Trinken, Fachsimpeln, Spaß haben in kompetenter und netter Runde. Gäste und Gastfahrzeuge sind herzlich willkommen: Södingstr. 16-18, 58095 Hagen.

    Edited 2 times, last by Br86fan ().

  • Hallo Ralf,


    erst einmal herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort.
    Ich habe eure Vereinsanlage schon 2 x besucht, das erste mal vor dem Umbau und dann noch einmal während der Umbauphase. Der verpönte Kreis hat mich dort überhaupt nicht gestört,
    würde ich in meiner oberen Ebene auch nicht ausschließen wollen.
    Was ihr dort auf die Beine stellt ist eine tolle Anlage, Respekt.


    Auf dein Angebot eines Besuches nach Corona würde ich gerne zurückkommen.


    Das blaue Buch habe ich natürlich und ich denke das man es in meinen Planungen auch ganz gut herauslesen kann.


    Meine Kindheit habe ich in Düsseldorf mit der Hintertüre fast in der Ein/Ausfahrt zum Düsseldorfer Hbf. verbracht. 50er und 44er waren an der Tagesordnung Aber auch schon die V200 gehörte dazu.
    Aber was mir noch mehr in Erinnerung geblieben ist, sind die Nahverkehrszüge. V100, Schienenbus kurz und knackig.
    Auf eurer Clubanlage sehen diese großen Brummer wirklich überzeugend aus, meiner Meinung nach nicht auf meinen 5m. Da überzeugt mich ein kurzer Zug an einem längeren Bahnsteig mehr. Was in eurer Clubanlage ja auch gut zu sehen ist.


    Nun zu meinen Planungen.
    R1 will ich nicht einsetzten der Plan ist mit R10 als Übergangsbogen auf R2 zu gehen.
    Eine 50er wird es wohl nicht geben (falls doch komme ich zu Euch um sie dort fahren zu sehen).
    BR24 könnte ich mir vorstellen muß aber nicht dann eher 2 V36 als doppeltes Lottchen.
    Eine Rampe habe ich eingeplant um in den Fiddleyard zu kommen mehr sollen es nicht werden.
    Die 2 Ebene ist eingeplant mit Lift, wird aber erst umgesetzt wenn Ebene 1 fertig ist und einem die Arbeit ausgeht.
    Sind die beiden Brücken ein guter Plan? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht (ist aber, so glaube ich, eher ein Sicherungsproblem gegen Absturz als ein Betriebsproblem), da aber noch keine Gleise fest verlegt sind, könnte das auch noch geändert werden.
    Auch der Anschlag der Tür, so das diese nach außen aufgeht wäre Denkbar, evtl. sollte ich das so oder so machen?


    Und schon wieder mehr worüber ich nachdenken kann. Das habe ich nun schon viele Jahre getan und leider dadurch nichts gebaut.
    Welche Möglichkeiten habe ich:
    1. Ich werde mich auf ein Konzept festlegen und es dann durchziehen.
    2. Weiter Planen grübeln und nicht bauen
    3. Ausbau der Raumes stoppen.
    Bad Meingarten ist ausgelegt und provisorisch befestigt.
    Die gegenüber liegende Wand ist vorbereitet zum auslegen der Rampe zum Fiddle und Richtung Hafen/Sägewerk. (Ich weiß das es widersprüchlich ist den Hafen nicht mit der nach unten führenden Strecke zu bedienen aber es geht dort nicht anders.)
    Die Streckentrennung könnte provisorisch aus Restholz angefertigt werden.
    Und dann schauen wie das wirkt?
    Fotos machen und hier zur Diskussion freigeben?
    4. Oder?


    Viele Grüße aus Rees und bleibt alle Gesund


    Uwe

  • Moin,


    Welche "Sicherheit" bzw. was genau fehlt Dir um direkt anfangen zu können?
    Was bräuchtest Du um loszulegen?


    Was wäre ein erster kleiner Schritt auf dem Weg zum Ziel?


    Hast Du schon eine Startpackung / Material ?


    Viele Grüße,
    Stefan

  • Hallo Uwe,


    wenn Du das handwerkliche Geschick dazu hast - dann - umbauen - so dass die Tür nach außen aufgeht. Dann ist der Zugang immer möglich - sei es durch sportliches Bücken - oder ein bewegliches Segment - oder Brücken - Beispiele gibt es hier so einige im Forum.


    Brücken oder Segmente über Durchgänge - kann man problemlos machen - mechanisch verriegeln - und die Zufahrten auch elektrisch "wegschalten".


    VG, Stefan

  • Hallo Uwe,


    ich verstehe einiges an deiner Argumentation für deinen Plan wirklich nicht.


    1. Warum willst du unbedingt einen Aufzug? Auch wenn du glaubst, ihn bauen zu können, so reißt er doch aus dem Spielfluss heraus. Statt dass dein Zug von Bad Meingarten in einem Rutsch durch den Haltepunkt und zum Endbahnhof fahren kann, legst du einen in meinen Augen völlig unnötigen Zwischenstopp ein, kurbelst dann deinen Aufzug hoch (eh, ein Zughebewerk!) und fährst erst dann weiter. Hast du das mal richtig im Kopf durchgespielt? Ich denke, dass du genug Platz hast, um mit einer ununterbrochenen Steigung ab dem Abzweigsegment genug Höhe zu erreichen, dass deine obere Ebene über Bad Meingarten genug Abstand hat. Wenn du statt mit Holz deine oberen Segmente aus Aluteilen (ich kenne das von einem Bekannten aus Düsseldorf) baust, dann nimmt das noch weniger vertikalen Platz weg. Und da dieser Bereich sowieso weniger tief ist als Bad Meingarten, stört die obere Ebene auch weniger.


    2. Du sagst, es ist "alternativlos" (siehe Merkel :D ), dass die Strecke zum Hafen nicht die sein kann, die zum Fiddleyard führt. Das sehe ich nicht so. Wenn die hinterste Strecke gegenüber von Bad Meingarten die nach unten führende wäre und davor die Steigung, dann dürftest du bis zum Abbiegen in den Hafenbereich genug Höhenunterschied erreichen können, dass die Strecken sich kreuzen können. Oder gibt es irgendeinen unverrückbaren Grund, warum die beiden Strecken räumlich so weit voneinander getrennt sein müssen?


    Tschüss
    Utz

    My Private Idaho - die Camas Prairie Railroad

  • Welche "Sicherheit" bzw. was genau fehlt Dir um direkt anfangen zu können?
    Was bräuchtest Du um loszulegen?


    Was wäre ein erster kleiner Schritt auf dem Weg zum Ziel?


    Hast Du schon eine Startpackung / Material ?


    Hallo Stefan,


    ich habe ja schon begonnen, (nut unterbrochen damit ich die gröbsten Schmutzarbeiten erledigt habe), der Grundriß liegt ja auch soweit fest.


    Zum Material, habe ich durch kauf einer kleinen Anlagenauflösung. Bad Meingarten ist ausgelegt, prov. befestigt und somit befahrbar.


    Was mir fehlt ist die Betriebsstelle auf der Ebene 1


    Gruß


    Uwe

  • wenn Du das handwerkliche Geschick dazu hast - dann - umbauen - so dass die Tür nach außen aufgeht. Dann ist der Zugang immer möglich - sei es durch sportliches Bücken - oder ein bewegliches Segment - oder Brücken - Beispiele gibt es hier so einige im Forum.


    Hallo Stefan,


    der Türumbau ist für mich einfacher (habe sie auch selber damals vor 20 Jahren eingebaut) als die Brücken elektrisch "wegzuschalten".


    VG
    Uwe

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