Bucks Hill Railway Station oder "Auch Kreisverkehr kann interessant sein"

  • Beim Stöbern im Netz bin ich auf eine Modellbahnanlage aus England gestossen, die ich euch nicht vorenthalten will. Toller Landschaftsbau und vielfältiges Rollmaterial aller Epochen. Und ja, es ist ein Kreisverkehr :S , aber das ist so gewollt.


    Hier der Link zur Website:Bucks Hill Railway Station
    Viel Spass und bleibt gesund!
    Michael

  • Naja, unter Kreisverkehr versteht man eigentlich, wenn Züge im Kreise fahren, also Runden drehen. Das ist bei den britischen Anlagen dieser Konzeption nicht der Fall. Vor sechs Jahren stellte ich in meinem Planungsforum MAPUD diese Anlage zu Diskussion:



    Im Prinzip sehr ähnlich, und eine unter hunderten in GB, die so konzeptioniert sind. Ein Oval, so groß wie's geht, im sichtbaren Bereich ein interessanter Bahnhof, links und rechts ein wenig Streckenandeutung und hinter der Kulisse ein Zugspeicher, meist als Fiddleyard ausgeführt, im Falle meiner oben gezeigten Anlage sogar deren zwei.
    Ganz häufig wird eine Vorbildsituation nachgestellt und die Züge der Vorbildes vorrätig gehalten und in der richtigen Reihenfolge durch den Bahnhof geschleust, z.T. wird mit Güterzügen auch rangiert.
    Very British but no kreisverkehr. Und auch kein Aprilscherz.
    Grüße
    Otto

  • Die Größe einer Anlage hängt nicht zuletzt von solchen Parametern wie MIndestradius und Zuglänge ab. Die Briten tun sich gerade bei Hauptbahnthemen manchmal etwas leichter als wir auf dem Kontinent. Die privaten Eisenbahngesellschaften konnten oft nicht mit dem Pfunde wuchern, die Fahrzeuge waren kleiner und die meistens ungebremsten Güterzüge viel kürzer als unsere. Obendrein vermied man spitz befahrene Weichen wenn eben möglich, um die Aufsichtsbehörde gnädig zu stimmen. Daher sind britische Bahnhöfe für dieselben Verkehrsaufgaben oft viel kleiner als unsere und haben auch nicht so platzfressende Weichenstraßen. Die "National Library of Scotland" zeigt auf ihrer Website unter anderem die "25 Inch Ordnance Survey Maps", auf denen man die Gleislage erkennen kann (manche Karten sind aber so alt, daß keine Gleise eingezeichnet sind, weil noch keine da waren). Eine kaum erschöpfbare Quelle der Inspiration.


    Herbert

  • Hallo.

    Quote

    Naja, unter Kreisverkehr versteht man eigentlich, wenn Züge im Kreise fahren, also Runden drehen. Das ist bei den britischen Anlagen dieser Konzeption nicht der Fall. Vor sechs Jahren stellte ich in meinem Planungsforum MAPUD diese Anlage zu Diskussion:


    Na ja, Kreisverkehr ist für mich die Möglichkeit, einen Zug "endlos" fahren lassen zu können. Und genau das ist bei deinem Plan (der mir übrigens sehr gut gefällt) durchaus möglich. Ich bin ein großer Fan vom "Kreisverkehr". Es gibt nichts entspannenderes als bei einem Glas Wein (oder Bier oder Tee oder,...) den Zügen beim Fahren zuzuschauen und die Seele baumeln zu lassen. Dabei ist es mir völlig egal, ob das "Vorbildgetreu" ist oder nicht. Es ist ein Hobby, ein Spielzeug, das mir Vergnügen bereiten soll, kein Museumsexponat oder Lehrstück für Eisenbahn- Planung und Technik. Das Andere ihren Spaß daran haben etwas so exakt wie möglich nachzubauen, incl. des Betriebs, ist völlig OK, nur eben nichts für mich.


    Allerdings ist es sehr gut, quasi unverzichtbar, wenn man nicht auf den Kreisverkehr festgenagelt ist. Also wenn man auch mal "point to point" fahren kann. Ein paar Rangiermöglichkeiten sind ebenfalls Pflicht. All das bietet der Plan oben aber, einer der Gründe, warum er mir gut gefällt.
    Wenn man nur und ausschließlich im Kreis fahren kann, wird das natürlich selbst mir irgendwann mal langweilig. Deswegen sollten ja auch andere Möglichkeiten als nur der Kreisverkehr vorhanden sein.
    Ich habe schon etliche Anlagen im Laufe meines Lebens gebaut. Eine reine "point to point" Anlage war auch dabei. Die hat aber nicht lange existiert, weil mir der Spaß daran einfach zu schnell vergangen ist. Kaum losgefahren ist die Fahrt auch schon wieder zu Ende. Das ist einfach nichts für mich. Um an einer "point to point" Anlage länger Spaß zu haben, bräuchte ich wahrscheinlich die Hannover- Messe als Anlagenraum...


    Meine aktuell im Bau befindliche 0e Anlage hat einen Endbahnhof, eine Kehrschleife als Gegenpol (weil ich sonst 2 Drehscheiben benötigen würde, da ich ein paar Schlepptenderloks habe) und ein Oval, an das beides angeschlossen bzw integriert ist. Das "Vorbild" dazu, eine fiktive tropische Insel, habe ich mir so "erfunden", das sich diese besondere Streckenführung durch die Insel- Geografie quasi zwangsweise ergibt.

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