Löten für jedermann

  • Nachdem ich gestern meine Rahmenlehre vorgestellt hatte, bekam ich einen Anruf eines Kunden/Freundes der eine Anfrage an mich hatte:


    Er selbst ist schon lange ein Spur0er und lötet auch mal dies und das selbst, allerdings noch nie einen Wagen. Da Hr. Lenz nun auch seinen Kran demnächst bringt, fragte er mich ob ich nicht einen zB. X05 Flachwagen für ihn konstruieren könnte, den er selbst löten kann. Nach ein paar Überlegungen erklärte ich ihm, dass ein X05 eigentlich so ziemlich das einfachste ist und für einen Einstieg in den Wagenbau perfekt wäre.
    Der Aufbau besteht aus 2 Seiten- und 2 Stirnwände die mit Eckprofilen verbunden werden, der Boden stabilisiert die Wände und schafft Rechtwinkeligkeit. Der Rahmen selbst ist ein Standardrahmen, der auch recht einfach zur löten ist. Bestückt mit Achshaltern inkl. Schaken als ein Gußteil steht der Wagen auch recht schnell auf eigenen Beinen (Rädern), als Leitungswagen spart man sich selbst auch die Bremsanlage.


    Vorstellen könnte ich mir einen Rahmen, bei dem die Profile geätzt, fertig gebogen und mit gedrückten Nieten geliefert werden, ebenso die Knotenbleche. Für die Kastenstützen werden in den Trägern Schlitze vorgesehen, in die man sie nur noch einschieben und von innen verlöten muss. Die Profile an den Wänden werden ebenso geätzt, brauchen auch nur noch gebogen werden. Unter Umständen benötigt man nur noch einen Gußbaum mit Kleinteilen, der Rest ist eigentlich vorhanden.


    Da es schon einige X05 auf dem Markt gibt, dachten wir an einen mit Sprengwerk (was auch recht einfach umsetzbar ist) und einer seitlichen Verstärkung an den seitlichen Profilen, so in der Art:
    X05


    Den Baufortschritt kann man dann gemeinsam hier im Forum mit den anderen teilen. Letztendlich erhält man dann ein Modell das man selbst gebaut hat und auch seine Details auch sehr filigran wirkt. Zuletzt natürlich noch die Gretchenfrage nach dem Maßstab, hierbei können bei genügender Nachfrage beide Größen gefertigt werden.Falls also jemand Lust hat bei dem Projekt mitzumachen, einfach bei mir melden.

    Grüße,
    Wolfgang


    Nicht labern sondern schaffen

  • Hallo Jörg,


    da die Rahmen ja nach dem Original konstruiert werden, wie auch die Wagen von Paul Petau, kann man sie auch mit seinen Bauteilen weiter "tunen" , alternativ habe ich die Teile von Linden, bei denen die Einzelteile bereits zusammengefasst sind:


    Es soll eben so sein, dass auch Anfänger kein Problem haben den Wagen zu Löten und falls genug Interesse besteht, kann man ja dann zum Beispiel mit Drehschemel Wagen weitermachen, der ja das selbe Fahrwerk hat, nur eben ein anderer Aufbau. Für die Querstreben usw., werde ich auch Lehren machen, damit sie an der richtigen Stelle platziert werden ;)

    Grüße,
    Wolfgang


    Nicht labern sondern schaffen

  • Mit so einem Bausatz würde ich auch mitmachen, vorausgesetzt, dass eine DAU-sichere Bauanleitung für absolute Anfänger dabei ist...

    LG Zoltan von der StEAG
    (Somestaler Eisenbahn-Aktiengesellschaft), BW Traktion Langkatzenhofen
    SzVVT (Szamosvölgyi Vaspálya Társaság), Hosszúmacskási Vontatási Telep
    Schaut bei meiner "echten" Dampflok 52.4984 vorbei!
    Und hier ist mein YouTube Kanal mit meinen (Bahn)filmen
    :)

  • Wenn man dann schon den ersten Rahmen gelötet hat ist der nächste ein Kinderspiel, solange man jetzt nicht einen für den Villach ect. nimmt (an dem bin ich auch gerade dran). Dann kann unter Umständen ein Wagen aus dem Hause Linden folgen, der Rahmen ist wie gesagt der gleiche, der Aufbau ist eine Messingplatte die nur gebogen und an ein paar Stellen verlötet wird. Vor Jahren wollte ich den Kühlwagen mal auf der Basis von dem Lenz Rahmen auf den Markt bringen, was allerdings dann irgendwie im Sande verlief. Ich hatte extra neue Gußteile für die Türe usw. dafür machen lassen, auch recht einfach, da die Türe bis auf den Riegel in einem Stück gegossen wurde:





    Auch dieser Wagen hat das selbe Fahrwerk, Achshalter, ... wie der X05, allerdings passt er besser auf ein Messingfahrwerk, meine ich zumindest,

    Grüße,
    Wolfgang


    Nicht labern sondern schaffen

  • Die Rahmen (1:45 und 1:43,5) sind bis auf ein paar Kleinigkeiten fertig:



    Vieles habe ich durch Steckverbindungen vereinfacht, für andere Teile gibt es Lehren. Da ich erst für einen anderen Wagen Achshalter-Schaken Kombis machen lies und diese auch bei dem Wagen passen, werde ich diese einplanen. Man braucht das Teil nur von hinten an den Langträger setzen, in der Länge ausrichten (u.U. mit einer Lehre wenn kein Messschieber vorhanden ist) und anlöten. Die Schaken und der Federfangbock bilden den unteren Anschlag an dem Längsträger, einfach und sieht einwandfrei aus ;)




    Grüße,
    Wolfgang


    Nicht labern sondern schaffen

  • Ein kleines Update:
    Als Vorbild wurde ein X05 aus einem G10 gewählt da der X05 aus dem H Wagen komplizierter ist. Falls das Projekt erfolgreich wird kann ich mir auch diesen Wagen als Modell vorstellen

    Grüße,
    Wolfgang


    Nicht labern sondern schaffen

  • Inzwischen ist ja bereits einiges Wasser den Rhein hinunter gelaufen und die ersten Ätzplatten sind eingetroffen:


    Da ich meinen Sommer im Sauerland verbringe, sind auch die Möglichkeiten zum Zusammenbau des Modells ein wenig eingeschränkt, aber diese Woche sollte ich noch etwas zeigen können.

    Zu dem Modell selbst, die Rahmen werden in 0,3 mm Messing gefertigt, alle Verbindungsbleche in 0,2 mm, alle Bleche werden von mir gebogen und alle Nieten werden von mir gedrückt.

    Die Verbindungsbleche können, soweit die Fertigkeiten nicht vorhanden sind, auch nach dem Löten geklebt werden. Für die einzelnen Längs- und Querträger hat das Modell eindeutige Aufnahmen oder Schlitze erhalten, die man später nicht mehr sieht (das gilt auch für die Kastenstützen).


    Grundsätzlich werden/wurden alle Details des originalen Fahrwerks in das Modell übernommen, egal ob 1:45 oder 1:43,5. Näheres zu dem Aufbau folgt demnächst,

    Grüße,
    Wolfgang


    Nicht labern sondern schaffen

  • Hallo Wolfgang

    Als langjähriger Modellbauer in den verschiedensten Sparten wage ich nun den Selbstbau einer Strassenbahn-Lokomotive in Spur 0m. VIele Teile sind schon im Ätzverfahren entstanden; die Möglichkeiten des 3d Drucks helfen vielleicht, den fehlenden Maschinenpark zu ersetzen ...


    Meine Frage betrifft deine filigranen Messinggussteile im aktuellen Thread "Löten für jedermann".

    Darf ich fragen, wo du diese giessen lässt (ich nehme an, du verwendest auch 3d Dateien)? Bei Shapeways kriege ich stets die gleichen Rückmeldungen, die Elemente seien zu dünn für Messingguss. Im Anhang eine Drehgestellblende, die nun aber eben nicht zu giessen ist!


    Besten Dank

    Peter

  • Hallo Peter,


    Schmuck-Guß Kauselmann in Pforzheim ist ein guter Gießer. Sie haben mir schon Teile gegossen, die andere nicht gießen wollten/konnten.


    Gruß Alfred


    P.S.

    Vom Handy aus gesendet, da ich nicht zu Hause bin. Sonst hätte ich ein Bild eingestellt.

  • Hallo Peter,


    Alfred und Oliver haben ja bereits einiges dazu gesagt, prinzipiell kannst zu von 0,5mm ausgehen, darunter wird es nur sehr schwer etwas zu gießen. Wie Oliver bereits geschrieben hat, dein Teil wäre eine Mischung aus einer gefrästen Blende mit aufgesetzten Gussteilen, ist einfacher als Gießen.


    Hier mal ein paar Beispiele von größeren Bauteilen die gegossen sind, die Seitenwand hat 0,8mm, die Türe und das Buckelblech zum Teil knapp 0,6mm:


    Was Oliver meint ist hier zu sehen, die Seitenwand wurde aus dem Vollen gefräst, ist nur 0,4 mm stark, die Stege darauf nur 0,3 mm stark und 1 mm hoch, die kann man jetzt mit Gussteilen bestücken. Die sichtbaren Fräsbahnen sind geschlichtet, sprich mit dem Finger nicht spürbar:


    Ansonsten kannst du ja Toni Wild mal deine Zeichnung schicken, er Plotter die Teile für Kauselmann in Wachs, er sagt dir dann was du ggfs verändern musst um sie abformbar zu machen.


    Btw, das feinste das ich bei ihm giessen lies waren Vorbautüren für eine V20 in Spur 1 mit offenen Lamellen, der Abstand der Lamellen betrug 0,3.mm und die Lamelle selbst auch. Dies zahlt man dann aber auch, jede Türe wird einzeln geplättet und direkt abgegossen, ohne Form, da dies nicht ausformbar wäre (zu fein). Jedes Platt muss bezahlt werden, ob er nun in Ordnung oder kaputt aus dem Guss kommt, 4 Türen liegen hierbei bei ca. 130€


    Die feinen "Späne" gehen beim strahlen noch weg, habe aber gerade keine fertige Türe bei der Hand, nur den Guss ...

    Grüße,
    Wolfgang


    Nicht labern sondern schaffen

  • Hallo Peter,


    wenn Du mir Deine Mailadresse per PN sendest

    kann ich Dir vielleicht ein paar Tipps aus eigener Erfahrung

    geben. Kann Dir leider keine Mail oder PN senden.

    Möchte den Beitrag hier nicht mit einem extra Thema "sprengen".


    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Hallo Wolfgang,


    der Kühlwagenaufbau macht sich gut auf dem Untergestell. Da wäre ich auch gern dabei.

    Warum gibt es aber in 0 keine Fachwerkträger für die Achslager? Gerade bei einem solch alten Kühlwagen würde das bestens passen.

    8);)


    Gruss, Dirk

  • Derzeit warte ich auf jede menge an Bauteilen von Gießern, Bleche von Ätzern, …. und dachte mir, dass ich mal meine Werkstatt aufräumen könnte. Dabei sind mir fertige Bleche in die Hände gefallen, auf die ich bereits komplett vergessen hatte (über ein Jahr wie ich eben sah).

    Und da ich lieber konstruiere und baue bleibt die Werkstatt mal so wie sie ist und ich habe mir die Ätzplatte vorgenommen. Zugegeben musste ich mir mal wieder die Konstruktionen ansehen damit ich weiß was ich ich da genau ätzen lies.


    Also die ersten Teile aus der Platte genommen und entgratet, Nieten gedrückt, Teile gebogen und mal zusammengesteckt und musste feststellen, gut geplant und gut geätzt.


    Da ich damals versprochen hatte alles recht einfach zu machen, ein paar Hinweise zu dem Fahrwerk:

    Die Außenlangträger arretieren in der Pufferbohle, ebenso befindet sich in der Pufferbohle eine Platte für die Arretierung der Mittellangträger:



    Die Kastenstützen besitzen nachgebildete Nieten und der im Außenlangträger Schlitze für die korrekte Position. Eine Lehre, die auf die Enden der Pufferbohle gesetzt wird, hält die Kastenstützen an der richtigen Position (vertikal und horizontal) im Träger um sie zu verlöten.






    Grüße,
    Wolfgang


    Nicht labern sondern schaffen

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