Gedanken zur Unterstützung von Modellbahnläden ohne Versand/Webshop

  • Hallo liebe Modellbahnfans!


    Erst einmal möchte ich allen viel Kraft und Energie wünschen für diese völlig verrückten Zeiten, für das was danach kommen wird und dass wir zukünftig einiges von dem was wir daraus lernen sollten auch umsetzen und beibehalten.


    Ich schreibe nun speziell für den Bereich Modellbahn, aber das gesagte gilt natürlich auch für viele andere Bereiche. Das Sterben, insbesondere der Modellbahnläden, in der Vor Corona Zeit war ja nicht zu übersehen, aber nun wird es für viele quasi der Genickbruch bedeuten. Insbesondere diejenigen die keinen Versand und/oder Webshop betreiben, die die sich aber um den persönlichen Service im Laden bemühen, die die in teilweise rühriger Art ihr Geschäft führen. Es gibt sicher zahlreiche, bestimmt auch nachvollziehbare Gründe warum diese (bisher) keinen Versand/Webshop betrieben. Die Einstellung vielleicht dazu (z.B. da in der Regel unpersönlich), das Alter der Geschäftsinhaber oder der einfach fehlende Platz usw. Jetzt aber sind die Geschäftseinnahmen von bisher XYZ von heute auf morgen auf Null gesunken. Wer soll das auf Dauer überleben? Dauert diese Situation mit geschlossenen Läden länger an, besteht auch die Gefahr, dass Stammkunden abwandern/sich neu orientieren und z.B. online bestellen usw. Was könnten wir da tun, wie vielleicht helfen? Meine Idee wäre, dass diejenigen von uns die gerne im Laden kaufen oder das vielleicht auch mal zukünftig tun wollen zur Unterstützung jetzt in diesen Läden anzurufen um zu zeigen, dass der Laden nicht in Vergessenheit geraten ist. Mit den Betreibern besprechen wie man Vorbestellungen für Neuheiten machen könnte (am besten gleich telefonisch). Einfach mal hinterfragen ob sich der Betreiber nicht vorstellen könnte zumindest auf direkte telefonische Bestellung/Nachfrage zu versenden quasi das was eh im Laden ist. Der Betreiber muss sogar nicht mal irgendwo hin um Pakete abzugeben (um ein Ansteckungsrisiko zu vermindern), jeder Versanddienstleister holt auch Pakete ab (privat kostet das z.B. bei DHL 3 Euro, ab 3 Pakete sogar kostenlos). Es wäre sicher erst mal ein kleiner Schritt, aber es wäre mal einer und jeder Verkauf ist mehr als bisher und bedeutet Einnahmen.


    Warum dieser Aufruf, da könnten die Ladenbesitzer doch selbst draufkommen? Die Erfahrung meines Lebens haben mir gezeigt, dass Menschen (egal wie clever sie sein mögen) oft in Stresssituationen nicht mehr in der Lage sind strategisch zu denken. Sie ziehen sich dann lieber zurück, ergeben sich ihrem Schicksal. Diesen Leuten soll dieser Aufruf zeigen, dass es auch Wege raus gibt aus der Situation, dass es tatsächlich Kunden gibt, die anrufen und auch was bestellen. Aber schon alleine ein Anruf ist sicher hilfreich um Ideen auszutauschen.


    Es ist natürlich jetzt pauschal nicht so einfach zu wissen wen das betrifft, welcher Modellbahnladen könnte dese Unterstützung gebrauchen. Stimmt aber so nicht, denn ich bin mir sicher, das der eine oder andere, der das gerade liest schon im Kopf hat, dass der kleine Modellbahnladen/Spielzeugladen an der Ecke genau davon betroffen ist. Das arme ältere Ehepaar, das schon seit Jahrzehnten hinter der Theke steht und geduldig jede Frage beantworten. Und genau diejenigen die das gerade denken, die sollten da jetzt anrufen. Wie sagen die Politiker derzeit (mit Recht): "Sozialen Kontakt aufrechterhalten auch ohne direkten Kontakt!" Sicher ist es auch keine Schande einen solchen sozialen Kontakt neu zu knüpfen oder zu erneuern.


    In der Hoffnung, dass sich einige angesprochen fühlen und entsprechend handeln, wünsche ich allen eine gesunde Zeit!


    Viele Grüße
    Matthew

    Im Schnellenkamp-Forum war ich noch NeuNuller. Jetzt kenne ich mich besser aus, daher bin ich jetzt ein Nuller ;)

  • Hallo Matthew,


    da sprichst Du etwas Wahres an.
    Die Modellbahnläden die es noch gibt, kann ich in meiner Region an einer Hand abzählen.
    In dieser Krise sind sie leider nicht im Fokus, man denkt zunächst erst einmal an den "Laden um die Ecke", der jetzt für Wochen schließen muss und dessen Miete usw. unerbittlich weiter läuft.


    Aber unsere letzten Modellbahnläden sind genauso betroffen und einige von ihnen werden es nicht überstehen.


    Mir ist vorgestern der gleiche Gedanke gekommen wie Dir.
    Mein Händler hat einen kleinen Laden mit freundlichem Service, einen Onlineshop hat er nicht.
    Wir haben sporadischen WhatsApp Kontakt meist so "Mathias, das da kannst Du abholen" und dazu ein Foto vom bestellten Artikel. Der Händler ist selbst Modellbahner...


    Also habe ich ihn angeschrieben. Er ist jeden Tag 2 Stunden in seinem Laden.
    Ich wusste von Artikeln, die er im Laden hat, Ware die er also voll bezahlt hat.
    Ein Rangiertraktor und 2 Güterwagen der RhB in Spur 0m.
    Er hat sich sehr gefreut und die Sachen zur Post gegeben,
    ich habe ihm das Geld überwiesen, ganz einfach.


    Matthew, ich hoffe, dass viele Modellbahner Deinem Aufruf folgen,
    denn wer außer uns sorgt sich um Modellbahnläden?


    Viele Grüße,
    Mathias

  • Liebe Hobbykollegen,


    ich finde nicht regelmäßig die Zeit für das Forum, sonst hätte ich mich zu dem Thema schon längst gemeldet.


    Aus der Erfahrung von weit über 10 Jahren im Onlinehandel möchte ich behaupten, mich sehr gut mit den juristischen Gegebenheiten rund um den Versandhandel aus zu kennen. Nun keimt hier die Idee, bisherige "Nicht"-Versender anzuregen um z.B. auf eine telefonische Bestellung hin, zum "Versender" zu werden auf.


    Quote

    Einfach mal hinterfragen ob sich der Betreiber nicht vorstellen könnte zumindest auf direkte telefonische Bestellung/Nachfrage zu versenden quasi das was eh im Laden ist.


    Hier möchte ich den Finger heben und darauf aufmerksam machen, dass es dabei "Fallstricke" gibt, die man als Händler kennen sollte, denn man hat ab diesem Zeitpunkt das Fernabsatzgesetz zu beachten.


    Auf die Frage:
    "Benötige ich als stationärer Händler AGB, wenn ich nun zu Bestellungen via Fax und Telefon wechsle?"
    hat unsere Rechtsberatung folgende Antwort gegeben:
    "Bei Bestellungen über den elektronischen Weg, begibt man sich in den Bereich des Fernabsatzes, der die Einräumung des Widerrufsrechts gegenüber Verbrauchern vorgibt und weitere Informationspflichten vorsieht. Zumindest benötigt man Kundeninformationen und eine Widerrufsbelehrung im B2C-Bereich.

    Bei telefonischen Bestellungen müssten Sie diese Info + Widerrufsbelehrung dem Kunden vor Bestellung formalrechtlich vorlesen und das Ganze dokumentieren. Auch bei Bestellung per Fax müssten die Rechtstexte dann vor Bestellung an den Kunden gefaxt werden. Dies ist einerseits wichtig, damit die Rechtstexte auch Vertragsinhalt werden und andererseits müssen Sie die gesetzlichen Informationspflichten erfüllen."


    Ich möchte mit meinen Ausführungen wirklich nur darauf hinweisen, dass es für die vorgeschlagene und wirklich gute Anregung in diesem Thread Regeln gibt die zu beachten sind. Bitte sagt all euren Händlern die ähnliches planen, dass sie die Gesetzgebung nicht vernachlässigen sollen.


    Was ich mir hier nicht wünsche sind "Hetz"-Antworten o.ä., in denen es darum geht das irgendjemand die Situation leidgeplagter Einzelhändler ausnutzen könnte. Es sind einfach Regeln, die zu beachten sind.


    In diesem Sinne wünsche ich jedem Händler viel Erfolg und die Kraft und die Ruhe "durchzuhalten". ALLEN wünsche ich "bleibt gesund" und erfreut euch an unserem Hobby.


    Viele Grüße,
    Ralf Ehlers

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