Anregung für Fahrbetrieb - Triebfahrzeugführerschein für die Modelle und diverse Steuerendgeräte

  • Beitrag für all diejenigen, die sich mehr als Fahrbahner verstehen und besondere Freude am Fahren haben


    Hallo in die Runde,


    hier möchte ich mal über ein Phänomen berichten, dass ich bei mir festgestellt habe und für interessant halte. Ich möchte mal die Lanze für die Fraktion der Fahrbahner brechen, es gibt nicht nur Landschafts-u. Modulbau, Fahrzeugbau und Gleisplanfreaks.


    Über die Jahre haben sich bei mir verschiedene Loks angesammelt. Das wird dem ein oder anderen auch so ergangen sein. Alle Traktionsarten, Loks aus reinem Kunstoff, Mischbauweise, Messing, und Zinkdruckguss. Kleinstmodell, Kleinlok, mittlere und große Loks.


    Alles digital. Durch den Mix sind natürlich auch verschiedenste Decoder am Start. Und zu allem Überfluß sind bei mir auch verschiedene Steuergeräte/-systeme vorhanden. Ein Hobby im Hobby!


    Und darum geht es: Gelegentlich ist auch hier im Forum schon mal vom Triebfahrzeugführer-schein - eher spaßeshalber - gesprochen wurden. Dabei stand aber mehr die Vielzahl von Funktionen im Vordergrund.


    Ich habe jetzt beobachtet, dass es auch sehr wohl Spaß bringen kann, wenn man unterschiedliche Loks mit bestimmten unterschiedlichen Steuergeräten fährt und bedient. Was meine ich damit?


    Also
    1. eine Kleinlok wie eine Köf 1 ohne Sound und Licht: Fahren mit Funky mit rasterndem Drehregler und Ballistik.
    2. ein Streckenkontrollfahrzeug KLV 12 mit Licht und Sound: Fahren mit Roco WLAN Multimaus mit Drehregler
    3. eine Köf 2 mit Licht und Sound vielleicht mit dem iPhone via Z21 App mit Schieberegler und rückgemeldeter Vibration für Fhst. 0 und max. v.
    4. ein Klv 50 zum Beispiel mit dem Lenz Handregler LH 101 via Expressnet-Kabel an der DCC Zentrale mit rasterndem Drehregler (geht aber nur mit Z21, nicht mit ZIMO MX10)
    5. eine große Streckenlok mit dem drahtlosen Funk-Fahrpult MX32 - mit Schieberegler und Bremstaste
    6. eine große Dampflok via Z21 App - mit bzw. über die virtuelle Führerstandsansicht eines Lokführerstandes
    7. Standardmässig fahre ich aber trotzdem Loks am liebsten mit dem MX32FU und Schieberegler.


    Es geht also darum, ein bestimmtes Bediengerät einer Lok zuzuweisen. Da die Bediengeräte und Loks mit ihren vielfältigen Funktionen auch Besonderheiten aufweisen, entsteht für mich der Eindruck der Notwendigkeit ähnlich eines Triebfahrzeugführerscheins, um die Besonderheiten immer transparent und konkret vor Augen zu haben.
    Vor Fahrtbeginn muss ich quasi erst eine gedankliche Einweisung durchführen/absolvieren, also wo ist die entsprechende Notaus-Taste, Lokstopp-Taste auf dem Bediengerät, Vertrautmachen mit den Befehlen und der Menüstruktur des jeweiligen Bediengerätes, damit das gut von der Hand geht, wenn man Weichen aufrufen oder andere Loks aus den Speichern aufrufen will oder oder oder....Wer täglich viel mit unterschiedlichen Loks fährt, tut sich damit leichter. Grössere Abstände lassen das ein oder andere Detail leicht verdrängen...
    Daneben dann unter Zuhilfenahme der Lok-Karte mit der entsprechenden Funktionsbelegung für all die Steuergeräte, die nur mit numerischen Funktionstastenbelegung daherkommen, wie LH 101, Funky, Roco WLAN Multimaus, etc.


    Negativ-Beispiel: Lok hat Lastbetrieb und Leerlauffunktion. Bei einem Freund gerade wieder passiert: Er hatte nicht berücksichtigt, dass seine Dampflok mit ESU Decoder 5.0 die Lastreglungsfunktion hat. Also Taste gedrückt gehabt, dann crashte es, Entgleisungen von Lok und Wagen, er hat den Notstopp bei der Z21 App gedrückt - nichts passierte. Logisch, weil die Taste auf F 16 mit Lastregelung angeschaltet war. Damit lässt sich der Notstop nicht auslösen. Nur mal so als Beispiel. Also man muss mittlerweile schon genau wissen, was man tut. Analoges Steuern nur “Vor und Zurück” ist halt nicht mehr.


    Fazit: Das Steuern der verschiedenen Fahrzeuge mit verschiedenen Steuerendgeräten kann das Hobby im Hinblick auf den Fahr- und manuellen Steuerungsbetrieb beflügeln.
    Für mich ist das definitiv so.
    Die Notwendigkeit eines Modellfahrzeug-Triebfahrzeugführerscheins rückt in immer greifbarere Nähe. Nicht nur der Betrieb mit Frachtkarten kann Spaß bringen, auch der Einsatz verschiedener Steuerendgeräte für diverse Loks.
    Genauso wie die Führerstände bei den Baureihen im Original auch unterschiedlich sind und baureihenspezifische Befähigungen bei den Triebfahrzeugführern verlangt werden, kann das auch bei unseren Modellen immer notwendiger werden.
    Nur mal so als betriebliche Anregung...

  • Moin,


    deine Idee ist nicht schlecht, nur scheitert sie m.M. wohl an den verschiedenen Ansätzen der Hersteller, was das Digitale Haussystem angeht. So versteht sich Massoth/Zimo nicht so gut mit Lenz oder Rocos Multimaus und die Z21 nicht so mit dem Lenz´schen Regler. Da muß entweder viel gebastelt werden oder man entscheidet sich für ein System, das mehrere Handregler unterstützt. Die Idee im Ansatz ist das, was Herr Lenz schon zu Beginn des Digitalzeitalters forderte: einen einheitlichen Standard und nicht hunderte verschiedene Systeme.


    Wie hast du denn diese Systemunterschiede gelöst? Das würde mich interessieren. Zur Zeit steuer ich noch alles mit der Ecos ohne Zusatzendgeräte.


    Was ist eigentlich aus der Idee des Lenz´schen Lokschlüssels geworden? Der versank sang- und klanglos in der Giessener Ideenkiste.

  • Moin


    Der avisierte Lokschlüssel für die Lenz 50'er war ein Kaufgrund für mich da ich mich gerne auf


    Modultreffen rum treibe. Gerade auf solchen Treffen ist es meiner Meinung gut einer Lok auch


    ihren Regler zuzuordnen. Keine Fragen mehr weche Adresse hat diese Lok und welche Funktionen hat sie......


    Die Z21 App mit ihren Führerständen hat schon was....


    Grüssle aus dem frostigen Ba-Wünsche


    Uwe

  • Hallo Triebfahrzeugführer,
    platzbedingt wird bei mir nur rangiert. Dennoch ist "Strecken"-Kunde erforderlich, z.B. welche Gleise bieten welche Rangiermöglichkeiten und können wie befahren werden.


    1. Die Fahrregler
    Meine "Lokschlüssel" bestehen aus FREDIs, also aus klassischen FREMO-Fahrreglern. Und davon habe ich schon mal drei verschiedene Typen mit unterschiedlicher Tastenanzahl und -anordnung, was vom jeweiligen Tf schon mal haptisch beherrscht werden muss.


    Bild 1
    links: 16 F-Tasten, davon 1 Umschalter (shift) für F9 bis F16,
    mittig: 12 F-Tasten, davon 1 Umschalter für F5 bis F8, ein 2. Umschalter für F9 bis F12,
    rechts: 8 F-Tasten, davon 1 Umschalter für F5 bis F8.




    2. Das Individuum Lok
    Jede Lok erfordert aufgrund von unterschiedlichen Herstellern mit unterschiedlicher Digitalausstattung, Antriebstechnik und Soundgestaltung individuelle Kenntnisse des Tf zum Fahr- und Bremsverhalten der jeweilgen Lok. Modifizierungen durch den Abnehmer, also den Betreiber des Eisenbahnverkehrsunternehmens müssen ebenfalls bekannt und berücksichtigt werden.



    3. Das "Lokbuch"
    Die wichtigsten Informationen zur Bedienung einer jeden Lok erhält der Tf aus dem "Lokbuch", einem Zettel, der, beidseitig bedruckt und mittig in Längsrichtung gefaltet, auf der Rückseite des Fahrreglers eingeschoben ist. Zur maschinellen Erstellung eines solchen Lokbuchs verwendet die Druckerei ein Excel-Programm.


    Bild 2
    links: Fahrregler mit eingestecktem Lokbuch für die BR 93 526.
    rechts: die Rückseite eines Fahrreglers mit den wichtigsten Informationen zum Führen der BR 64 295.
    mittig: zwei ungefaltete Lokbücher zweier Loks der Baureihe 94.5 verschiedener Hersteller, die wegen der unter 2. aufgeführten Gegebenheiten unterschiedliche Belegungen der F-Tasten zeigen.




    4. Faszit
    Diese Informationen und Kenntnisse und deren Berücksichtung im Fahrbetrieb machen einen guten Lokführer aus. Jeder Tf ist verpflichtet, sich diese Kentnisse anzueignen, bevor er ohne Lehrlokführer selbstständig in Eigenverantwortung eine Lok übernehmen darf.

  • Hallo Locutus,


    Dein Einwand ist grundsätzlich richtig, leider wird der Standard von Herstellern gerne nicht eingehalten. Lenz LH 101 ist ein gutes Beispiel. Ich kann ihn zwar an das Express-Net an der ZIMO MX10 Zentrale anstecken, Display geht auch an, aber die Funktion ist nicht möglich. Roco hingegen hat das mit der Z21 perfekt gelöst, das funktioniert auch an ZIMO alles. Das Funky von Manhardt funktioniert auch an ZIMO bzw. allen anderen Express-Net fähigen Geräten, nebst Fichtelbahn.


    Bei mir ist die Hauptbasis eine ZIMO MX10 Zentrale. Damit Du siehtst, was ich meine, siehst Du hier mal eine für Dich hin drappierte Aufnahme der in Betrieb befindlichen Regler. An der MX10 kann ich alles betreiben, was ich oben in meinem Eingangsbeitrag gepostet habe. Daneben - nicht auf dem Bild - noch ein iPAd Pro. LH 01 geht leider dann auch nicht


    https://www.dropbox.com/s/jxhh…C%2012%2002%2012.jpg?dl=0


    Die ECOS habe ich auf einer anderen Anlage angeschlossen, aber da fahre ich nur via ECOS oder mit Smartphone via Min-Access-Point. Den Mobile Control II Handregler benutze ich nicht, das ist für mein Empfinden eine Zumutung. Aber jeder wie es ihm gefällt.


    Den Lenz LH 101 hingegen kann man aber auch an der Z21 anschließen, wenn diese als Zentrale benutzt wird. Das geht ja mittlerweile.

  • Moin,


    Danke für deine Erklärungen. Mich wundert schon, daß gerade der Lenzregler nicht zu anderen Zentralen kompatibel ist. Wobei ich sicher bin, daß es nicht an Lenz liegt.


    Du hast also die Zimo Zentrale ans Gleis geklemmt und alle deine auf dem Foto sichtbaren Geräte sind zeitgleich an ihr angeschlossen oder klemmst du sie für die einzelnen LoksRgler dann um?
    Danke für deine Tips, was zusammen machbar ist und was nicht.


    Ja, bei ESU gefällt mir der überteuerte Mobilfonregler auch nicht besonders. Da bin ich noch am suchen und überlegen, was ich da als tragbaren Handregler anschließen möchte. Die Rocomaus scheidet aus, da sie nicht alle Funktionen unterstützt (z.B. die nette F28 am Klv12)


    Die Z21 ist ja ganz nett, aber ich bin nicht so der Wischtyp, ich brauche spürbare Haptik bei der Regelung. Vielleicht erhört ja ESU das Flehen der Nutzer nach einem neuen Regler.

  • Hallo Locutus,


    ja, Genaus so ist es , ich benutze die ZIMO Zentrale MX 10 für diesen Beitrag. Daran sind alle genannten Bediengeräte angeschlossen.


    Natürlich muss ich nichts umklemmen oder so. Das gäbe dann ja gar keinen Sinn für den Fahrbahner. Das muss alles gleichzeitig und zusammen funzen. Wenn ich den einen Regler nehme, wird das am anderen auch synchron alles angezeigt. Ich kann also beliebig wechseln. Ich hoffe, dass ist jetzt so verständlich.


    Ich hingegen bin mir ziemlich sicher, dass es am Lenz LH 101 liegt, dass er leider am Xpress-Net an ZIMO nicht läuft. Aber das ist ein anderes eigenes Thema. Leider geht das PoM Auslesen von Fremd-Decodern ja auch nicht mit dem LH 101, SW 2.0. Da sind noch Fehler drin, da bin ich mir ziemlich sicher.


    Ich würde Dir dann auch für die Z21 den Funky von Mannhardt empfehlen, wenn Du mit der App und dem Wischen nicht klar kommen solltest. Da hast Du eine wunderbare Haptik (mechanisch rasternde Drehregler, alles aus Metall, kein Kunststoff, präzise mechanische Drucktasten) und das läuft dann über DECT Telefonstandard. Also auch sehr stabil und sicher, man braucht dann kein WLAN.


    Falls Du den nicht kennen solltest, kannst Du hier klicken und Dich informieren:


    https://www.beathis.ch/lgb/shop/funky/funky.html

  • Hallo,


    die letzten drei Beiträge driften für meinen Geschmack schon wieder stark vom Thema ab.


    Es geht hier nicht um eine Digitalzentralen Diskussion, was die eine kann und die andere nicht. und um PC Steuerung geht es hier gar nicht.



    Bitte Titel und Überschrift beachten.

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