Lennetal - der Hauptbahnhof auf unserer Clubanlage in Hagen

  • Hallo Christoph,


    vielleicht habe ich es einfach überlesen vor lauter Begeisterung... Aber von welchem Hersteller sind die Plastikplatten für deine Bahnsteigbeläge? Ich brauche auch einen Gehwegplattenbelag und tendiere zur Zeit auf eine Plastikplatte von evergreen. Aber deine Platten sehen nicht quadratisch aus, sondern rechteckig (für alle Klugscheißer: ja, ein Quadrat ist auch ein Rechteck, bei dem alle Seiten gleich lang sind. Ich habe in Geometrie aufgepasst 8)). Oder täuscht das?


    Viele Grüße,

    Michael

  • Hallo Michael,


    ich bin glücklicher Besitzer einer Portalfräsmaschine und habe die Fugen zwischen den Platten mit einem V-förmigen Stichel in 1 mm dickes Polystyrol eingefräst. Ob Quadrat oder Rechteck hängt nur von der Zeichnung ab, die ich dafür erstelle. Auch die Bahnsteigkanten und viele Teile des Gebäudes sind so entstanden.


    Gruß


    Christoph

  • Ja, der Bahnhof sieht atemberaubend gut aus! Man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Diese Anlage würde ich mir gerne mal in echt ansehen. :) Und viele Fotos zu Erinnerung und Inspiration knipsen. :)


    Gruß

    Djordje

  • Hallo allerseits,


    zunächst mal vielen Dank für die lobenden Worte. Letzten Freitag habe ich am Bahnsteig weitergerabeitet, hier die Fortschritte:


    Wie bereits angekündigt, habe ich die Prellböcke, Bahnsteigkanten, Gleise und teilweise auch die Bahnsteigoberfläche mit Schmutzfarbe eingesprüht. Dafür verwende ich Vallejo Model Air 71.133 "Dirt".


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    Anschließend habe ich die Träger für das Bahnsteigdach aufgestellt und mittig durch einen Polystyrolstreifen 2 x 5 mm verbunden. Dabei habe ich auf eine senkrechte Ausrichtung der Träger geachtet.

    In meiner Werkstatt hatte ich schon die Beleuchtung des Bahnsteigs vorbereitet. Diese besteht aus 0,7 mm starkem Platinenmaterial mit Kupferauflage. Daraus habe ich mit der Fräsmaschine 4 mm breite Streifen angefertigt, bei denen die Kupferauflage in der Mitte getrennt ist und so zwei Leitungen bildet. Die Leuchtmittel sind LED in kaltweiß, für die ich Aufnahmen in die Streifen gefräst habe. Sie sind von der Kupferseite verlötet und strahlen nach unten ab. Jede LED hat noch einen Vorwiderstand von 1,0 K bekommen. Die LED sind in einem Abstand von 10 cm angeordnet. Bei 240 cm Länge der Überdachung sind das für beide Seiten demnach 48 LED. Die einzelnen Streifen sind 40 cm lang und miteinander verlötet.

    Die aufgeklebten Streifen stabilisieren die Träger des Daches noch zusätzlich, dadurch ist das Ganze recht steif Für die Stromversorgung habe ich eine regelbare Spannungsquelle verwendet, die die LED mit ca. 9 V versorgt.


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    Unter die Streifen habe ich an jeder LED ein 25 mm langes, 4 mm breites Halbrundprofil aus Plexiglas geklebt, um die Lampen zu imitieren


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    Die 8 Teile des Daches sind nur aufgelegt, ich werde sie nicht verkleben. Wenn alles auf dem Bahnsteig fertig ist (Bänke, Fahrpläne, Plakate, Papierkörbe, etc. und natürlich Leute) werde ich die Lücken mit Malerkrepp schließen und farblich anpassen. Die mittlere Nut bleibt, das ist in der Realität der Regenablauf.


    Wenn noch jemand Vorschläge hat, was sonst noch auf einen Bahnsteig gehört, nur her damit!


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    Natürlich habe ich noch Zugzielanzeiger (Danke, Eckhard Huwald) und Stationsschilder angebracht.


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    Am Anfang des Bahnsteigs steht auch ein Stationsschild und ein Zugzielanzeiger mit Uhr für den Kurzbahnsteig der Nebenbahn-Triebwagen (der Bahnsteigteil in Naturholz). Das Loch im Bahnsteig ist für den Niedergang, da kommt noch eine Treppe rein und ein Dach darüber, die Preisers sollen es nicht so weit haben, wenn Sie den Bahnsteig für den Anschlusszugwechseln müssen.


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    Gleich nach Verlassen des Bahnhofsgebäudes sehen die Preisers die Zugzielanzeiger für die drei Gleise 5, 6 und 7.


    Noch ein Wort zur Uhr: In einer Antwort zu meinem Bericht hat jemand vorgeschlagen, am Bahnhofsgebäude eine echte Uhr anzubringen. Ich hatte damals keine Möglicheit mehr, weil alles verschlossen und verleimt war. Heut weiß ich, dass es keine gute Idee war, es sei denn, ich hätte für die Zeitanzeige auf den Bahnsteigen auch echte Uhren verwendet. Auf den Zugzielanzeigern müssten sich dann auch noch die Abfahrtzeiten ändern :pinch:

    OK, genug gesponnen!


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    Mittlerweile ich auch der D 266 nach Basel auf Gleis 5 eingelaufen und wartet auf den Lokwechsel, ja, ja, die Wagen sind falsch.


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    Zum Schluss noch ein Stimmungsbild. Passen zur Corona-Krise steigt niemand ein oder aus.


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    Genug gescherzt, demnächst geht es mit dem zweiten Bahnsteig weiter.


    Gruß


    Christoph

  • Hallo allerseits,


    es geht weiter in Lennetal. Gestern brachte Kollege Carlo gefräste und gelaserte Bauteile für den Ringlokschuppen mit. Der Unterbau besteht aus 12 Segmenten aus Birken-Multiplex, in die die Öffnungen für die Untersuchungsgruben mit der Oberfräse geschnitten wurden. Die Schablone für die Oberfräse wurde gelasert. Die erste Seitenwand mit Fachwerk, die Zwischenständer und die Teile für den Lokschuppen-Boden sind aus MDF gelasert. Wenn der Lokschuppen fertig ist, werden die Beine vom Unterbau entfernt und der Schuppen auf den Anlagenunterbau montiert.



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    Kollege Martin hat mir eine Bahnhofsbank als Muster gedruckt. Diese Bänke kommen auf den "neuen" Bahnsteig. Ich kann mich erinnern, dass es solche Bänke auf dem Bahnhof Wuppertal-Vohwinkel gab und ich vor der Heimfahrt von der Schule darauf gesessen habe.


    Wer die Bank im Original sehen will, folgt dem Link https://doku-des-alltags.de/St…recke/Eichenberg%201.html Es ist das vierte Bild von oben. Die Webseite https://doku-des-alltags.de ist sehenswert, Unmengen von Bahnbildern, auch aus Epoche 3.

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    Bei meinem Besuch in Hagen habe ich den Bahnsteigbelag, den ich in meiner Werkstatt vorbereitet hatte, aufgeklebt und auch die vorbereiteten Träger für das Bahnsteigdach montiert. Wichtig ist mir, dass der zweite Bahnsteig "alt" aussieht. Die Geschichte dahinter ist, dass der ganze Bahnhof in der Epoche 2 gebaut wurde. Gegen Ende des zweiten Weltkriegs wurde das Bahnhofsgebäude und einer der Bahnsteige bei einem Bombenangriff zerstört. Der andere Bahnsteig blieb erhalten. 1952 wurde der Bahnhof im jetzigen Zustand neu aufgebaut, der erhaltene Bahnsteig blieb, wie er war - es wurden nur Kabelkanäle verlegt. Auch die Dacheindeckung aus Welleternit blieb erhalten.


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    Mit meinen Eltern bin ich als Kind oft von Wuppertal-Vohwinkel über Elberfeld, Hagen, Scherfede und Kreiensen nach Braunschweig gefahren, weil dort meine Großelten lebten. Deshalb der Eilzug um 13:10 von Gleis 3. Das Ding neben der Zielanzeige ist übrigens kein Alien-Raumschiff, sondern mein Akku-Sauger.


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    Soviel für heute. Ich melde mich wieder mit den Bahnsteigdächern.


    Gruß


    Christoph

  • Hallo allerseits,


    Wie versprochen, die Dächer für den "alten" Bahnsteig. Ich habe mal angenommen, dass der Bahnsteig mit Well-Eternit eingedeckt ist. Das Material habe ich von Architekturbedarf.de bezogen, mit einem Wellenabstand von 4 mm. Das wären in der Realität 18 cm. Die tatsächliche Wellenbreite laut eternit.de ist 17,7 cm - passt also hervorragend. Die Platten kommen unter anderem in Längen von 2 m, in 1:45 also 44,4 mm. Weil die halben Bahnsteigdächer ca. 80 mm breit sind, passt das mit einmal Überlappung sehr gut.

    Für den Zuschnitt habe ich meine Papierschneidemaschine benutzt, das funktioniert mit dünnem Polystyrol hervorragend. Weil das Material sehr dünn ist, habe ich es auf 2 mm Polystyrol geklebt und darunter Leisten aus 2 x 3 mm Polystyrol. Die fertig verklebten Dachplatten habe ich dann mit einer Sprühdose grau lackiert. Danach folgte eine Alterung mit drei verschiedenen Pigmenten von Vallejo, Carbon Black, Burnt Umber und Light Sienna, in dieser Reihenfolge. Hier nun die fertigen Dächer, allerdings nur lose aufgelegt. Verklebt werden sie, wenn der Bahnsteig komplett eingerichtet ist.


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    Leider musste ich feststellen, dass die Stützen für das Bahnsteigdach eine recht wabbelige Angelegenheit sind, weil aus Polystyrol gefräst. Beim Dach des "neuen" Bahnsteigs fällt das nicht so auf, weil die Stützen auf zwei Stielen stehen. Um das Dach mehr zu stabilisieren habe ich einen Messing-Flachstab 3 x 4 mm über die Stützen geklebt. Der Stab selbst steht dann noch auf 3 mm dicken Messing-Rundstäben, die im Bahnsteig eingelassen sind. Diese habe ich dann grau gestrichen - so sehen sie wie Regenfallrohre aus (siehe gelber Pfeil).


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    Das Ganze ist nun wesentlich stabiler, auch noch verstärkt durch die Platinenstreifen der Beleuchtung.


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    Das Bahnsteigdach von unten. Wer wissen will, woher ich die Inspiration für den Bahnsteig genommen habe, schaut bei Hagen-Hohenlimburgnach.


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    Eingang in die Unterwelt. Den gleichen Ausschnitt gibt es auch auf dem "alten" Bahnsteig. Hier werde ich Niedergänge zu einer Unterführung einbauen, die die Bahnsteige verbindet und einen Zugang vom anderen Ende des Bahnhofs auf Straßenniveau ermöglicht.


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    Und da ist er schon im Bau, der erste Niedergang. Teile gefräst aus 3 mm Polystyrol, die Treppenstufen aus 4 mm Polystyrol. Die Fliesen sind mit meinem CAD-Programm gezeichnet und dann auf glänzendes Fotopapier ausgedruckt.


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    Das Geländer ist aus 1 mm Neusilberdraht und in einer Schablone mit den Stützen aus 0,8 mm Draht verlötet.


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    Schon herrscht Leben auf der Treppe. Den Figuren habe ich teilweise zum Treppensteigen die Beine mit einem Heißluftgebläse verbogen (vor dem Lackieren). Leider gibt es keine Figuren, die von Hause aus Treppen rauf- oder runtergehen (ich kenne zumindest keine). Vielleicht nehmen sich unsere kreativen Figurenmacher hier im Forum mal der Sache an. Eine Stufenhöhe von 4 mm und eine Tiefe von 6 mm entspricht recht gut der DIN-Norm für Treppen in 1:45.


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    Damit es nicht in den Treppenschacht reinregnet, habe ich eine Überdachung gebaut. die zierlichen Fenster hat mir Clubkollege Joachim Zapf aus 0,5 mm Karton gelasert (bei solch feinen Strukturen versagt leider meine Fräsmaschine). Diese habe ich auf 0,5 mm Vivak von Bayer (architekturbedarf.de) geklebt. Zum Kleben habe ich glänzenden Klarlack verwendet, mit dem ich das Vivak satt eingesprüht habe. Da hinein habe ich dann vorsichtig die Kartonteile gelegt, mit einem Stahlblock beschwert und trocknen lassen. Danach hab ich das überflüssige Vivak rundherum abgeschnitten. In die aus 3 mm Polystyrol gefrästen Wände habe ich dann die Fenster eingeklebt.


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    Für die Innenbeleuchtung habe ich zwei Platinen gefräst, in die ich vier LED und die nötigen Vorwiderstände eingelötet habe.


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    Die Platinen von der anderen, "schönen" Seite.


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    Eine Platine habe ich dann in die Unterführung eingebaut, die andere unter das Dach vom Treppenabgang. Unten dann der fertige Treppenabgang mit Dach, noch nicht eingebaut.


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    Und hier ist der Treppenabgang im Bahnsteig fertig eingebaut.


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    Beide Bahnsteige haben eine Absenkung bekommen, um einen Bohlenübergang einzubauen.


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    Leider liegen die Absenkungen nicht genau gegenüber, Shit happens.


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    Muss noch eine wenig hellgrau graniert werden.


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    So viel für heute, demnächst mehr.


    Gruß


    Christoph

  • Moin, ich bin auch immer wieder begeistert vom Baufortschritt und den vielen Ideen dort.


    Aber eins muss ich doch jetzt mal loswerden was mir persönlich nicht so ganz gefällt:

    Es wird auch auf Alterung wert gelegt. Daher:

    Was benutzt ihr für einen Gleisschotter?

    Der scheint mir einen hohen Quarzanteil zu haben und schimmert glasig.


    Grade im Bahnhof müsste der viel mehr grau bzw braun sein.


    Ansonsten sehr sehr schön.


    Leider zu weit weg für mal eben zum gucken kommen.


    Viele Grüße

    Patrick

  • Hallo allerseits,


    gestern war ich wieder im Verein, um den zweite Bahnsteigniedergang einzubauen. Das war nicht so einfach, weil er - so wie der erste Niedergang - von unten durch die vorbereitete Öffnung im Bahnsteig durchgesteckt und verklebt werden musste. Dazu kam dann noch der Anschluß der Beleuchtung. Wie man sieht, ist es letztlich gelungen.


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    Die Überdachung von vorn mit Reisenden.


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    Und hier nochmal beide Niedergänge in ihrer ganzen Pracht.


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    Anschließend habe ich noch die Zugpersonalsignale ZP6 - ZP8 (Bremsprobe) und ZP9 (Abfahrt), sowie den Fahrtanzeiger, der die Fahrtstellung des Ausfahrsignals anzeigt, montiert. In Blickrichtung auf das Signal wird ein von links unten nach rechts oben ansteigender weißer Balken gezeigt, auf dem Foto steht das Signal im Rücken des Betrachters. Wer genaueres wissen möchte, gibt in Wikipedia "Zugpersonalsignal" oder "Fahrtanzeiger" ein.


    Die örtlichen Hooligans haben mal wieder mit dem Papierkorb Fußball gespielt.


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    Die Aufsicht hat den Papierkorb wieder richtig hingestellt. Der mögliche Schuldige schaut ganz irritiert.


    Auf dem Wahlplakat sieht man, dass unsere Anlage im Jahr 1965 spielt.


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    Der erste Wasserkran steht schon am Ende des Bahnsteigs, jetzt fehlen nur noch zwei.


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    Soweit für heute, bleibt gesund.


    Gruß


    Christoph

  • Hallo Christoph,


    bevor ich losmeckere erst einmal ganz großes Lob, dass war ihr hier zeigt ist vom Feinsten!


    Zu den Abgängen habe ich eine Bemerkung. Diese sind eigentlich meist in einer Flucht, um im unterirdischen Bereich nicht so lange Fußgängertunnel anlegen zu müssen. Wäre das bei euerm Bahnhof nicht gegangen?


    Der Prellbock müsste aus Sicherheitsgründen eigentlich in einer verschiebbaren Variante aus geführt und etwas weiter vom Gleisende entfernt aufgestellt sein, wenn doch mal ein Fahzeug auffährt, dieses nicht gleich auf dem Bahnsteig steht. So kenne ich es von Gleisen, hinter deren Ende sich bauliche Anlagen befinden, bzw. eine Gefährdung für Personen besteht.


    Soll nur eine Anregung sein.


    Mit freundlichen Grüßen

    Roland

  • Hallo Christoph,


    sehr schön gebaut. :thumbup:

    Die Treppenabgänge müssen nicht unbedingt fluchten, denn der Tunnel kann aus irgendwelchen Gründen schräg verlaufen. Oder unten gibt es Stückchen Tunnel bis zum Quertunnel.


    Mir sticht das Stationsschild ins Auge, es steht sehr nah am Gleis. Da bleibt schnell mal ein Winkearm dran hängen, daher gibt es einen extra Sicherheitsraum B:

    http://www.wedebruch.de/gesetze/betrieb/eboanl.htm

    Die Schilder stehen meistens längs zum Gleis, damit die Reisenden die ohne öffnen des Fenster lesen können.

    So, genug gemeckert :*


    Grüße

    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo Roland, Hallo H3x,


    erst mal danke für eure Anregungen und dass Ihr euch so viele Gedanken macht. Die Treppenabgänge könnten durchaus fluchten, dass sie es nicht tun, liegt an meinem planerischen Unvermögen. Die Ausrede ist, dass der Tunnel irgendwie schräg verläuft.


    Die Prellböcke sind eine verschiebliche Variante und in 1:1 und 1:45 aufs Gleis geklemmt. Ich kann sie also noch verschieben. Sie kriegen auch noch die gelben Stangen. Allerdings verlieren wir natürlich Bahnsteiglänge, wenn wir es übertreiben.


    Der Abstand Stationsschild zu den Wagen werde ich noch mal vermessen und ggf. korrigieren. Unter den Bahnsteigdächern hängen einige Schilder längs zu den Bahnsteigen, da sieht Familie Preiser, wo sie gelandet ist.


    Bin für konstruktive Kritik dankbar.


    Gruß


    Christoph

  • Hallo allerseits,


    gestern habe ich für die Sicherheit der Reisenden auf unserem Bahnhof gesorgt. Dazu habe ich zunächst mehrere Geländer angefertigt. Die Geländer am Querbahnsteig bestehen aus Messing-Vierkantpfosten. Diese habe ich mit meiner Proxxon Kappsäge abgelängt und in einer Halterung, die aus einem Schlitz passender Breite in einem Holzbrett bestand, in meiner kleinen Ständerbohrmaschine mit 0,9 mm durchbohrt.


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    Danach habe ich 0,8 mm Messingdraht in die Bohrungen eingelötet. Dazu habe ich in das Brett eine Bohrung 0,9 mm mit passender Tiefe eingebracht. Es ist wichtig, die Bohrung etwas größer als den Durchmesser des Drahtes zu machen, damit das Lötzinn in die Bohrung gezogen wird (Kapillarwirkung). Macht man das nicht, hat man nur einen Lötbatzen auf dem Teil kleben, aber keine Festigkeit. Gilt auch für Kleber.


    Den im Bild sichtbaren Überstand habe ich abgekniffen und plangefeilt.


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    Dann habe ich mir nach der CAD-Zeichnung des Geländers eine Schablone gefräst, in die ich den Draht für Handlauf und Kniestab einlegen konnte. Darauf kamen dann die vorbereiteten Stützen. Die rechteckigen Ausfräsungen habe ich zwar gemacht, aber nicht verwendet. Das fertige Geländer ist von der Rückseite zu sehen.

    Anschließend habe ich alles mit 0,5 mm Elektroniklot gelötet. Damit ich mit der Lötspitze an die unteren Drähte kommen konnte, habe ich die runden Löcher in die Schablone gefräst. Die Drähte sind übrigens aus Neusilber. Neusilber ist härter als Messing und bleibt besser gerade.


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    Hier die fertigen und lackierten Geländer. Die rechteckigen Plättchen, die die Befestigungsflansche darstellen, hab ich aus 0,5 mm Polystyrol gefräst und gebohrt. Vor dem Lackieren habe ich sie auf die Drähte in den Stützen geschoben und mit Sekundenkleber geklebt.


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    Für die Sicherhet sind auch einige "Durchgang verboten" Schilder erforderlich. Dafür habe ich aus 0,2 mm Messingblech Ronden gefräst und zum Teil 1 mm Drähte daran gelötet. Einige habe ich auch mit 1 mm Abstand aufeinander gelötet,


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    Die im Internet gefundene Druckvorlage habe ich entsprechend skaliert und auf einen A4 Bogen selbstklebende Etiketten mehrfach gedruckt. Weil ich keine Lust auf die Nagelscheren-Methode hatte, habe ich mir ein Stanzwerkzeug aus Stahl gedreht, das im Vordergrund leider etwas unscharf zu sehen ist. Mit einem kräftigen Hammerschlag ist ein Schild schnell ausgestanzt. Im Hintergrund sind einige Treppen zu sehen, die später noch eine Rolle spielen.


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    Auf dem folgenden Bild sind alle Geländer am Querbahnsteig zu sehen. Die waagerechten Bohrungen, in die die Drähte der Stützen eingesteckt sind, habe ich mit Hilfe einer Schablone hergestellt, die ich aus einem Stück Flachstahl angefertigt habe.


    P1040664.jpg


    Hier sieht man es etwas deutlicher.


    P1040663.jpg


    Und das ist die andere Seite.


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    Natürlich ist der Treppenabgang mit einer Kette und einem Verbotsschild abgesperrt.


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    Das waren noch Zeiten, als man auf Bahnhöfen rauchen durfte.


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    Auch der Bohlenübergang ist für Unbefugte gesperrt. Ausserdem sind Kupplungsabweiser montiert und das Holz mit grauer Farbe graniert. Dadurch sieht es nur auf dem Foto ein wenig nach Plastik aus.


    P1040653.jpg


    Hier ist die andere Version der Geländer zu sehen, die mit runden Stützen in den Bahnsteig gesteckt ist. Entstanden sind die Geländer in der gleichen Schablone.


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    Zum guten Schluss noch ein Bild, das deutlich den Abstand zwischen Wagen und Stationsschild zeigt. Umgerechnet in 1:1 sind es gute 90 cm, so lang ist kein Arm. Ich denke, ich werde aber die übestehenden Drähte vom Geländer abkneifen. Wäre gefährlich, wenn ein blöder Preiser die Tür zu früh aufmacht. In Epoche 3 war das noch möglich, glaube ich.


    P1040666.jpg


    So viel für heute, bleibt mir gewogen.


    Gruß


    Christoph

  • Hallo werkzeugmacher,


    hätte beinahe gesagt, dass es damals, als man auf den Bahnhöfen noch rauchen durfte, die runden "Betreten verboten"-Schilder noch nicht gab. In der Epoche III gab es sie sicher noch nicht, in der Epoche IV sahen sie anders aus. Ist das beabsichtigt, dass hier die Epochengrenzen nicht beachtet werden?


    Gruß

    EsPe

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

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