Lennetal - der Hauptbahnhof auf unserer Clubanlage in Hagen

  • Hallo allerseits,


    hier mache ich einen neuen Thread auf, weil es jetzt um die Ausgestaltung unserer Anlage geht. Die Gleise im Kopfbahnhof sind verlegt und eingeschottert, die Signalisierung funktioniert und die Bahnsteige sind zumindest im Rohbau fertig. Was jetzt fehlt, ist das Empfangsgebäude.


    Vor einiger Zeit hatte ich im Verein den Vorschlag gemacht, das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs in Dessau (Sachsen-Anhalt) nachzubauen, der dann auch akzeptiert wurde. Das ursprüngliche Empfangsgebäude in Dessau wurde am 7. März 1945 durch Bomben der Alliierten zerstört, worauf von der DDR ein neues Gebäude im Bauhausstil (Dessau!) errichtet und im Jahr 1952 weitgehend fertiggestellt wurde. Das Gebäude hat eine großstädtische Anmutung, ist aber nicht so groß, dass es nicht auf unsere Anlage passen würde. Natürlich müssen die Nebengebäude gekürzt, das Hauptgebäude aber kann weitestgehend maßstäblich nachgebaut werden. Das verlinkte Bild zeigt den Bahnhof nach der Renovierung und energetischen Sanierung im Jahr 2011. In diesem Zustand möchte ich den Bahnhof nachbauen, weil das ursprüngliche Gebäude nicht sonderlich attraktiv aussah.


    Als Erstes habe ich CAD-Zeichnungen des geplanten Bahnhofs angefertigt, dabei habe ich Fotos aus dem Web und eine Draufsicht in Google Earth benutzt.


    Die Straßenseite:



    Die Bahnsteigseite



    Als Material habe ich im Wesentlichen 4 mm Pappelsperrholz und Polystyrol in verschiedenen Stärken gewählt. Die Grundplatte besteht aus 15 mm Birken-Multiplex, die ich mit einiger Mühe in zwei Schritten auf meiner Portalfräse angefertigt habe, sie ist immerhin 1,40 Meter lang.



    Hier die Grundplatte in ihrer ganzen Pracht. Die kleinen, eingefrästen Schlitze dienen zum Fixieren der Wände.






    Das Verfahren habe ich mir bei den Kollegen von der Laserfront abgeschaut, geht auch, wenn man die Teile fräst.


    Hier nun der innere Rohbau des Hauptgebäudes. Der wird dann noch mit den Fassadenplatten verkleidet, so dass die Wände insgesamt 8 mm dick werden. Ergibt dann 36 cm Wandstärke in 1:1, also nahe an der Realität.



    Die Fassade der Straßenseite im halbfertigen Zustand und die Trennwand mit den drei Türen im Eingangsbereich.



    Die aus 0,5 mm Polystyrol gefrästen Teile für die Türen mit Rahmen, Füllung und Verglasung.



    Details der Trennwand.





    Das letzte Bild für heute: Die straßenseitige Fassade mit der Eingangstreppe.



    So weit der Stand heute. Passt auf euch auf!


    Gruß


    Christoph

  • Hallo Christoph,


    das sieht ja mega gut aus !!
    Ich bin gespannt wie der Bahnhof dan fertig aussehen wird.
    Wenn das Viirus es zulässt werde ich noch mal in den Club nach Hagen kommen.


    Gruß auch an Alle im Verein !


    Johannes

  • Hallo Christoph,
    wieder einmal eine tolle Arbeit von dir. Nur eine bescheidene Frage: Ist dass mit der 'senkrechten' Anordnung der Steine so richtig? Sieht zumindest gewöhnungsbedürftig aus.
    Euch allen Vereinsmitglieder alles Gute und vor allem Gesundheit und sagt Bescheid, wenn wir euch wieder besuchen dürfen.
    Gruß


    Bodo

  • Hallo Heiner,


    danke für den Link. Da sieht man jedoch, dass die Fliesen gleichmäßig gerade und/ oder schräg verlegt sind. Nicht aber versetzt. Dass sollte m. E. aber geändert werden, auch wenn es sich um den Innenbereich handelt.


    Bodo

  • Hallo,


    geht doch mal auf http://www.textures.com und schaut unter tiles nach. Da kann sich jeder die ihm genehme Fliese aussuchen :D Die ekligen grünen Fliesen sind übrigens gelb, ich weiß nicht, was ihr für Bildschirme habt. Dass das nach Epoche 3 aussieht, ist volle Absicht, das muß bei unserer Anlage so.


    Übrigens, alles nur Spaß!


    Gruß


    Christoph

  • Die ekligen grünen Fliesen sind übrigens gelb, ich weiß nicht, was ihr für Bildschirme habt.


    Die Fliesen sehen aus bei mir gelb aus und erinnern mich stark an "unsere" Unterführung in den 70ern... gut nachgebildet! Ich hoffe aber nur, dass Ihr den typischen Geruch, den ich damit verbinde, nicht auch nachbildet :wacko:


    Gruß
    Thomas

  • Hallo allerseits,


    es geht zügig weiter. Was ich allerdings unterschätzt habe, ist die Tendenz bei Sperrholz, sich gnadenlos zu verziehen. Ich glaube aber, dass sich das Sperrholz umso stärker verzieht, je dünner es ist. So hat 4 mm Sperrholz nur drei Lagen, 6 mm schon fünf. Allerdings hab eich auch 6 mm Platten, die krumm sind wie ein Flitzebogen. Hätte ich die Erfahrungen schon früher gemacht, hätte ich den Bahnhof komplett aus Polystyrol gebaut, ungeachtet der Kosten.


    Wie auch immer, da muss ich jetzt durch.




    Der Boden im Bahnhof wird mit Platten belegt, die habe ich mir von einer Vorlage aus http://www.textures.com gedruckt. Weil die Form im Eingangsbereich etwas kompliziert ist, habe ich mir eine Schablone gezeichnet und gefräst. Die Stufen habe ich vorher mit stark verdünnter Farbe Vallejo Model Air "Dirt" (Dreck) gealtert.



    Hier der komplett belegte Boden



    So, Schluss für heute, bleibt gesund.


    Gruß


    Christoph

  • Hi Christoph,
    ich bestelle mir meine Polystyrolplatten immer in 2m x 1m großen Tafeln. Gibt es zum Beispiel bei s-polytec für ca. 35 € bei 2mm Dicke. Ich verwende die Platten z.B auch um den Hintergrund drauf zu malen. Etwas teurer sind die schwarzen Platten.
    Grüße. Jay, the K.

    The Keithville & Lake Erie RR - Serves the Steel Centers

  • Hallo Jay,


    danke für den Tipp. Ich habe zwar schon einen Lieferanten, der günstig ist, aber er liefert keine 5 mm Platten und schneidet auch nicht zu. Auf meiner Maschine verarbeite ich vorzugsweise 410 mm breites Material, das muss ich dann leider aus 500 mm breiten Platten schneiden und habe dadurch Abfall.


    Beim Bahnhof ist es auch weitergegangen. Hier verleime ich gerade die Front mit dem Grundgerüst.



    Un danach die Bahnsteigseite.



    Vorher habe ich die Fenster, einer Anregung meiner Frau folgend, mit Vivak (Klarsichtfolie) von Bayer und Spiegelfolie hinterlegt. Das sorgt dafür, dass man nicht in das Gebäude hineinsehen kann, sich aber die Umgebung in den Fenstern spiegelt. Schwarze Fensterhöhlen werden so vermieden. Das Innere des Gebäudes ist relativ uninteressant, es stammt noch weitgehend aus DDR-Zeiten und beherbergt sogar ein Spielcasino. Wer mehr Innenaufnahmen sehen will, sollte diesem Link folgen.



    Der erste Reisende ist auch schon da, sieht aber noch etwas blass aus :D



    So jetzt wird erstmal gefrühstückt und dann geht es ans Dach, Ich werde berichten.


    Gruß Christoph

  • Hallo allerseits,


    die Dachdecker waren da. Als erstes haben sie die Dachflächen berechnet. Das war nicht so einfach, weil es sich um ein Walmdach handelt, bei dem die langen Seiten eine andere Neigung als die kurzen Seiten (die Walme) haben. Aber mit Hilfe des Internets und des ollen Pythagoras ist es gelungen.



    Danach habe ich die Dachteile verklebt und Verstärkungen eingezogen.



    Richtfest! :thumbsup::thumbsup::thumbsup:



    Allerdings sieht der obere Gebäudeabschluß noch etwas kahl aus, hier fehlen noch die Simse. Die habe ich aus Sperrholzstreifen zusammengesetzt und angeleimt. In einem nächsten Schritt werden diese noch komplett mit 1 mm Polystyrol verkleidet und lackiert.




    Jetzt sieht das Dach schon etwas manierlicher aus. Sobald das Material angekommen ist, werde ich eine Dachpappen-Imitation aus Kreppband anbringen, die dunkelgrau lackiert wird. Dachrinnen sind bei Addie bestellt und werden demnächst auch ankommen.



    So viel für heute, bleibt mir gewogen.


    Gruß


    Christoph

  • Hallo allerseits,


    wie ihr schon bei den CAD-Zeichnungen und, wenn ihr dem Link gefolgt seid, auch auf den Fotos gesehen habt, ist das Originalgebäude nicht grau, sondern hat einen rötlichen Anstrich. Diesen möchte ich natürlich nachbilden. Weil ich aber meine Grenzen kenne, wenn es um den Umgang mit Farben geht, habe ich mir ein spezielles Verfahren für die Farbgebung ausgedacht. Statt Pinsel, Spraydosen oder Airbrush einzusetzen, werde ich das Gebäude mit farbigem Tonkarton verkleiden. Dieser muss allerdings passend zugeschnitten werden. Mit Skalpell und Lineal ist das eine mühsame Sache, aber wozu habe ich eine CNC-Fräsmaschine?


    Leider kann man Tonkarton nicht fräsen, aber sehr wohl schneiden. Da passt es, dass ich mir vor längerer Zeit einen Tangential-Schneidkopf für meine CNC-Maschine angeschafft habe. Bisher habe ich ihn noch nie benutzt, er hat aber auf Anhieb funktioniert. Der Kopf hat unten ein kleines, scharfes Messer, das durch einen Schrittmotor gedreht werden kann. Die Steuerung stellt damit Messer immer in Fahrtrichtung ein, so dass problemlos Ecken und sogar Kreise geschnitten werden können.



    Hier das Ergebnis des Schneidvorgangs.



    Das ich dann provisorisch in die Fensterfront eingesetzt habe. Es ist noch nicht verklebt, deshalb beult es sich an manchen Stellen leicht.




    Bei der Farbe bin ich mir noch nicht so sicher, sie kommt mir etwas zu kräftig vor. Sicherheitshalber habe ich noch Tonkarton in drei anderen Farben bestellt, der hoffentlich heute ankommen wird.


    Ich werde berichten.


    Gruß


    Christoph

  • Hallo Matthias,


    um Gottes Willen, Gerd darf dieses Meisterwerk unter keinen Umständen unter den Alterungsluftpinsel bekommen, das Gebäude ist doch von 1952, also in der zeitlichen Einordnung unserer Anlage nicht mal 10 Jahre alt. Da hätten wir schon die alten Kästen Schwerte oder Hagen Hbf nehmen müssen ;)


    Im Ernst, ich halte nix von Ueberambitionierung wie verkrauteten Gleisen und verrosteten/extrem verschmutzten Dieselloks in Epoche drei, fehlen nur noch klumpenweise Kohlenreste auf dem Tender aussen bei Dampfloks :D .


    Christoph, freue mich schon das Ergebnis im Verein zu sehen, wann auch immer Dank Corona.


    Freundliche Grüße


    Ralf

    Spur0 Team Ruhr-Lenne e.V. - Die Hagener Spur 0 Leidenschaft in XXXL seit 2007.


    http://www.spurnullteam.de/


    Betriebsabend: aktuell keine Treffen in Hagen.


    Ich hoffe in 2021 wieder schreiben zu können: jeden dritten Freitag im Monat 19.00-23.00 Uhr - Betrieb, Essen,Trinken, Fachsimpeln, Spaß haben in kompetenter und netter Runde. Gäste und Gastfahrzeuge sind herzlich willkommen: Södingstr. 16-18, 58095 Hagen.

    Edited once, last by Br86fan ().

  • Hallo allerseits,


    mein Bahnhofsgebäude hat Fortschritte gemacht, unter anderem waren die Dachdecker da. An eine leichte Patinierung des Gebäudes habe ich übrigens selbst schon gedacht. Wenn ich mir unser Haus so ansehe, das jetzt 8 Jahre nach der Grundsanierung hinter sich hat, dann sieht es auch nicht mehr taufrisch aus. Vielleicht einen Hauch Schmutz mit der Airbrush, ich werde Gerd mal fragen......


    Wie auch immer, in meinem letzten Beitrag hatte ich erwähnt, dass ich mir noch nicht hundertprozentig sicher bin, ob die Putzfarbe OK ist. Mittlerweile ist eine neue Sorte Tonkarton eingetroffen und ich habe ein Muster gemacht.



    Sicherlich eine mögliche Alternative, aber der Geschmackspolizei (meine Frau :rolleyes: ) gefiel es nicht so gut. Auch ich finde die kräftigere Farbe besser, obwohl sie weiter vom Original weg ist, wie ich meine. Allerdings habe ich das Gebäude noch nie im Original gesehen und die Fotos im Internet zeigen durchaus verschiedene Farbtöne. Das liegt meiner Meinung nach daran, zu welcher Tageszeit die Fotos gemacht worden sind.


    Zwischenzeitlich haben auch die Dachdecker weitergemacht und das Dach mit Teerpappe eingedeckt. Wie ich bereits erwähnt hatte, bilde ich die Dachpappe mit Kreppband nach. Dazu verwende ich Tesakrepp 4306 Premium Malerband, 19 mm breit. Teerpappe kommt in Rollen, 100 cm breit und 10 m lang. Wenn man das 1:45 umrechnet, kommt 19 x 45 = 85,5 cm heraus. Das ist etwas zu schmal, aber näher kommt man nicht ran. Bei der Umrechnung der Länge kommen 22 cm im Null-Maßstab heraus. Das Dach habe ich deshalb mit 20 cm langen Bahnen, 19 mm breit gedeckt und sie ca. 2 mm überlappen lassen.




    Danach habe ich das ganze Dach mit Liquitex Sprayfarbe Neutralgrau Nr. 5 matt lackiert.



    Schließlich dann die Endlackierung mit der Airbrush und Vallejo Surface Primer 73.603 German Panzer Grey. Zum Schluss habe ich das getrocknete Dach mit einem sauberen Lappen leicht abgerieben. Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Nachdem ich noch die Dachrinnen (von addie-modell) angebracht habe und die Schornsteine dekoriert, sieht es nun so aus.




    Zum Schluss noch die Uhr. Ich hatte überlegt, eine echte Uhr einzubauen, An das Uhrwerk wäre ich aber nicht drangekommen, z.B. zum Batteriewechsel.



    Soweit für heute, euch allen noch ein frohes Rest-Ostern und bleibt gesund.


    Gruß


    Christoph

  • Hallo Christoph,
    die Idee mit der Echtzeituhr ist mir beim Anschauen auch gleich gekommen. Vielleicht gibt es ja als Ausgangsmaterial eine passende Funk-Armbanduhr im Bahnhofsdesign, die man von extern her mit Spannung versorgen könnte?

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