Kupplungen und Kupplungsnormen für 0m

  • Solange bei den Protagonisten der 0-Meterspur noch keine Kupplungsnorm/-aufnahme verabredet ist,


    Einspruch, euer Ehren, es gibt in der geliebten Spur 0m durchaus eine Kupplungsnorm: die Kadee-Kupplung 0n3, wie sie von Kleinserienherstellern, Bemo und nun auch Michael Schnellenkamp (MV 8) verwendet wird. Ich würde sogar behaupten, dass sie funktional gerade auch für einen Trambetrieb ausgezeichnet geeignet ist.


    Die Diskussion, ob sie visuell an ein altehrwürdiges Tram passt, ist müssig. Die Lenz- NEM-Kupplung passt nämlich visuell auch nicht an Spur 0-Fahrzeuge. Und dass die Kadee-Kupplung 0n3 im Gegensatz zur NEM-Kupplung nicht in der NEM steht, tut nichts zur Sache. Die Spurweite 22,2 steht da nämlich auch nicht drin. ;)


  • Einspruch, euer Ehren, es gibt in der geliebten Spur 0m durchaus eine Kupplungsnorm: die Kadee-Kupplung 0n30, wie sie von Kleinserienherstellern, Bemo und nun auch Michael Schnellenkamp (MV 8) verwendet wird.


    Hallo Andreas, kannst du mir sagen, wo diese Norm hinterlegt und publiziert ist? Sie ist mir nämlich leider nicht bekannt.


    Die Kadde-Kupplung kenne ich wohl, kenne auch einige Null-Emmer, die sie verwenden, aber noch mehr Null-Emmer, die sie nicht verwenden.


    Gruß
    Otto

  • ... es gibt in der geliebten Spur 0m durchaus eine Kupplungsnorm: die Kadee-Kupplung 0n30, wie sie von Kleinserienherstellern, Bemo und nun auch Michael Schnellenkamp (MV 8) verwendet wird. Ich würde sogar behaupten, dass sie funktional gerade auch für einen Trambetrieb ausgezeichnet geeignet ist.


    Die Diskussion, ob sie visuell an ein altehrwürdiges Tram passt, ist müssig. Die Lenz- NEM-Kupplung passt nämlich visuell auch nicht an Spur 0-Fahrzeuge. Und dass die Kadee-Kupplung 0n30 im Gegensatz zur NEM-Kupplung nicht in der NEM steht, tut nichts zur Sache. Die Spurweite 22,2 steht da nämlich auch nicht drin. ;)


    Ganz so einfach ist die Situation ja nicht. Zunächst einmal geht es hier um eine Straßenbahnkupplung. Und da sprechen wir, wenn wir nah am Vorbild bleiben wollen, je nach Epoche über Scharfenberg- oder historisch über Albert- oder Stangenkupplung – sprich: die Verbindung am Kupplungskopf ist starr, die Deichseln sind unter dem Fahrzeug drehbar gelagert. Wenn nur Straßenbahntriebwagen und -beiwagen untereinander gekuppelt werden, ist die Situation also relativ simpel ... und wir müssen nur zwischen einer der drei Varianten entscheiden.
    Was aber, wenn die Tram auch für den Güterverkehr eingesetzt wird? ... und für Fahrzeuge, die nicht über eine der genannten Kupplungen verfügen?
    Ich weiß bisher keine Antwort darauf.
    Gruß --- Jürgen

  • Hmm, mein Beitrag ist offenbar ernster aufgefasst worden, als er gemeint war. Auch ok, engagierte fachbezogene Diskussionen mag ich.

    Hallo Andreas, kannst du mir sagen, wo diese Norm hinterlegt und publiziert ist? Sie ist mir nämlich leider nicht bekannt.


    Die Lenz- NEM-Kupplung passt nämlich visuell auch nicht an Spur 0-Fahrzeuge. Und dass die Kadee-Kupplung 0n30 im Gegensatz zur NEM-Kupplung nicht in der NEM steht, tut nichts zur Sache. Die Spurweite 22,2 steht da nämlich auch nicht drin.

    Wie gesagt, die Kadee-Kupplungslösung steht in keiner Norm. Genau so wenig wie die Spurweite 22,2mm in den NEM. Trotzdem bin ich der Meinung, dass die Kadee-Kupplung 0n3 einer etablierten Lösung entspricht. Genau so wie die 22,2mm Spurweite.


    Und da sprechen wir, wenn wir nah am Vorbild bleiben wollen, je nach Epoche über Scharfenberg- oder historisch über Albert- oder Stangenkupplung – sprich: die Verbindung am Kupplungskopf ist starr, die Deichseln sind unter dem Fahrzeug drehbar gelagert.

    Aus Schweizer Sicht käme da noch die +GF+ - Kupplung in zwei Grössen dazu. Bleibt jedoch in ihrer Eigenschaft identisch, am Kupplungskopf ist sie starr.


    Meine persönliche Meinung:

    • Dass Bemo auf die Kadee 0n3-Kupplung setzt, ist sehr gut nachvollziehbar. Bemo ist darauf angewiesen, dass ihre Modelle mit den FineScale-Modellen kompatibel sind. Diesen Schritt hätte AlpinLine schon machen sollen, aber das ist ein anderes Thema.
    • Dass Michael Schnellenkamp bei der MV8 nun auch auf die Kadee 0n3-Kupplung setzt, hat mich positiv überrascht. Damit bleiben seine Modelle mit Bemo-Modellen im vergleichbarem Preissegment kompatibel, was zumindest für die schweizer Variante ein wichtiges Verkaufsargument sein wird.
    • Als Kleinserienhersteller würde ich auf eine möglichst hohe Kompatibilität mit Produkten im gleichen oder ähnlichen Marktsegment setzen. Vielleicht habe ich da eine zu schweizerisch gefärbte Brille, doch die Kadee 0n3-Kupplung würde ich zumindest konstruktiv als "einfach zu montierende Kupplung" vorsehen. Ich behaupte in meiner Naivität sogar, auch in Deutschland sind mehr 0m-Modelle mit Kadee 0n3-Kupplungen im Umlauf als mit allen anderen Kupplungssystemen zusammen.
    • Ziel müsste doch sein, dass bei den Fahrzeugen zwischen der Originalkupplung und einer "Modellbahnkupplung" gewechselt werden kann. Wenn die Modellbahnkupplung normiert ist wie die NEM-Kupplung für Spur 0 (und anderen Baugrössen), erübrigt sich die Diskussion, da wird die NEM-Kupplung verbaut. Die Alternative ist dann die Originalkupplung, das kann ein Mittelpuffer mit Schraubenkupplungen oder eine Nachbildung der vielen "Tram-Kupplungen" sein.
    • Die Herausforderung aktuell ist, dass keine NEM-Kupplung definiert ist (die Situation hatte Bernd Lenz vor gut 15 Jahren auch). Entweder erfindet man was neues und hat von Vorteil die Marktmacht um das durchzusetzen (wie Bernd Lenz). Oder man orientiert sich an dem, was vorhanden ist. Das wäre dann, wie wenn Bernd Lenz die RiPoLi-Klauenkupplung übernommen hätte.


    Fazit: ich würde mich für eine Vorbildkupplung entscheiden (etwas, was weit verbreitet war). Und als quasi-Standard die Kadee 0n3-Kupplung konstruktiv vorbereiten.

  • Einspruch, euer Ehren, es gibt in der geliebten Spur 0m durchaus eine Kupplungsnorm: die Kadee-Kupplung 0n30, wie sie von Kleinserienherstellern, Bemo und nun auch Michael Schnellenkamp (MV 8) verwendet wird. Ich würde sogar behaupten, dass sie funktional gerade auch für einen Trambetrieb ausgezeichnet geeignet ist.

    Kleine Korrektur, es ist nich die On30 Kupplung - die verwenden nämlich die HO-Kupplungen - sondern die On3 Kupplung.

  • Jetzt ist etwas passiert, was leider allzu häufig geschieht: Das Thema dieses Beitrags hat sich inhaltlich völlig verändert, es geht längst nicht mehr um das vom Strangeröffner initierte Thema des Reutlinger Straßenbahn-Tw 51, sondern um die Frage, welche Kupplung für 0m richtig und genormt ist.Abgesehen von dem Grundsatz, dass ein Strang (Thread) immer dem Strangeröffner gehört und das von ihm gewählte Thema auch Thema bleiben sollte, ist die Kupplungsfrage für die aufstrebende Baugröße 0m so eminent wichtig, dass ihr ein eigenes Thema gebührt. Ich werde daher gleich ein entsprechendes Thema eröffnen und bitte, die Kupplungsdiskussion dorthin zu verlagern bzw. dort weiterzuführen.


    Dann kann hier weiterhin der Straßenbahn Tw 51 im Fokus bleiben.
    Gruß


    Otto

  • Jaffas Thread über seinen Reutlinger 0m Straßenbahn Tw hatte sich durch einen Einwurf von Andreas thematisch verändert. Auf Jaffas Bemerkung


    Quote

    Zitat von »jaffa«


    Solange bei den Protagonisten der 0-Meterspur noch keine Kupplungsnorm/-aufnahme verabredet ist,

    schrieb Andreas:

    Daraufhin erlaubte ich mir nachzufragen, wo denn diese Norm hinterlegt und publiziert sei. Denn eine Norm kann nur dann eine Norm sein, wenn sie eindeutig definiert und publiziert ist. Die Feststellung, dass viele Hersteller und Modellbahnder eine bestimmte Kupplung mehrheitlich verwenden, düfte m.E. allenfalls als quasi-Norm bezeichnet werden.
    Wie wir wissen, hat die Frage nach der richtigen oder optimalen Kupplung in allen Baugrößen viele Jahrgänge der Modellbahnzeitschriften gerfüllt, ohne dass es je zu einer wirklichen definiven Norm gekommen wäre. Das hat auch einen ganz rationalen Grund. Im Gegensatz zu Nordamerika, wo es beim Vorbild eine selbsttätig kuppelnde Kupplung gibt, die man im Modell optisch und funktional ziemlich gut nachbauen kann, haben wir das hier in Mitteleuropa prinzipiell nicht, von Sonderlösungen wie Scharfenberg, *GF* oder UIC mit sehr geringer Verbreitung einmal abgesehen.


    Aus diesem Grunde ist es auch müßig, in 0m eine Kupplung normen zu wollen, das würde niemanden davon abhalten, in seinem eigenen Reich die Kupplung zu verwenden, die ihm gefällt.


    Was aber dringend nötig ist, ist eine Normung einer Kupplungsaufnahme ähnlich dem NEM-Schacht mit einer genormten Höhe über SO.


    Wenn alle Hersteller solch eine "Norm" oder Empfehlung beachten würden, könnte jeder an sein erworbenes Fahrzeug ohne großen mechanischen Aufwand die Kupplung anbringen, die er aus welchen Gründen auch immer bevorzugt.
    Andreas ruderte dann auch weise zurück:


    Dass die 'Spurweite von 22,2mm für 0m zwar nicht in den NEM, aber in der FREMO-Norm hinterlegt und publiziert ist, sei nur am Rande erwähnt.
    Fazit: Lasst und nicht darüber streiten, welche Kupplung die einzig richtige ist. Das wäre der berühmte Streit um Kaisers Bart. Sinn würde es machen, alle möglichen Kupplungen einmal zusammengefasst darzustellen und vergleichend zu diskutieren, jedoch ohne eine davon als die richtige auszurufen.
    Gruß
    Otto

  • Dann werde ich auch mal meinen Senf aus der Geschichte von 0m dazu tun, denn ich bin ja seit 1986 mit dabei.


    Im ersten Modulhandbuch des Freundeskreis Schmalspurbahnen (FKSB) aus 11.88 wird für 0m/e eine Fallhakenkupplung a la Fleischmann vorgeschrieben, die in einen NEM-Schacht zu installieren ist. Die Mitte des Schachtes hat bei 0m 16,5 mm und bei 0e 12,5 mm zu betragen, entsprechend die Oberfläche des Puffertellers 20,5 mm bei 0m und 16,5 mm bei 0e.


    Nachdem dies einige Jahre angewandt wurde, findet sich mit Stand 01.01.1991 als neue Standardkupplung die Kadee 803 On3 Kupplung mit dem Hinweis, dass beim Vorbild solche Kupplungen in Thüringen bei Meterspur genutzt wurde (inklusive Beweisphoto der 99 223).


    Zur Montage wurde bei Verwendung des Original Kadee-Kastens eine Höhe der Kastenunterseite von 10 mm über Gleis vorgeschrieben.
    Bei Verwendung der modifizierten Kupplung im NEM-Schacht liegt die Schachtmitte bei 12 mm über SOK.


    Für den Einsatz des Original Kadee-Kastens ist seinerzeit auch ein sogenannter Kupplungsmund entwickelt worden. Dieser war aus Messing gegossen und gab die Verstärkungen wie um die Hakengleitbahnen bei der Hakenkupplung wieder.
    Ich habe mir dieses Teil inzwischen in 3D nachkonstruieren und drucken lassen.


    Der Vorteil des Kupplungsmundes ist, dass der Kadee Kasten während der Montage nicht auseinandergehen und die Feder verloren gehen kann.

  • Ich will einmal versuchen, in ein paar Posts das Thema 0m-Kupplung in seiner Entwicklung aufzuzeigen, was nicht immer ganz leicht sein wird, da nicht alles bildlich belegbar ist.
    Ich hatte gesagt, dass die Amerikaner es von vorneherein leichter haben, da "ihre" Kupplung funktional und optisch im Modell nachbildbar ist, mit ganz geringen Unterschieden in den Spurweiten. Das bedeutet, dass eine Modellkupplung im Prinzip so aussieht, wie ihr großes Vorbild.
    Optisch korrekt oder funktional überzeugend?
    Wir hingegen müssen uns stets entscheiden, ob unsere Kupplung mehr optisch dem Vorbild entsprichen oder mehr gut funktionieren soll, also auch selbttätig einkuppeln. Von daher sind alle praktischen und auch denkbaren Lösungen stets Kompromisse zwischen den beiden Ansprüchen.
    Bei H0m/e oder gar TTm/e stellt sich die Frage kaum, aber in 1:45 ist eine optisch fast perfekte Kupplung machbar und auch zu kaufen, z.B. bei Ferro Suisse und Model Rail. Aber zwei Schraubenkupplungen, je eine an jeder Seite des Mittelpuffers ein- oder auszuhängen, ist eine Sysiphusarbeit und bei rangierintensivem Betrieb nicht praktizierbar.
    Wie viele Mitglieder dieses Forums wissen, habe ich mal eine Zeitschrift für Schmalspur-Modellbahn 0m und 0e herausgegeben, die trug den Titel MITTELPUFFER. Und das nicht von ungefähr. Denn der Mittelpuffer ist in Europa sozusagen was Warenzeichen der Schmalpur. (Die Ausnahmen sind an einer Hand abzählbar.) Und genau an der Stelle scheiden sich eben schon die Geister: Soll das Modellfahrzerug einen Mittelpuffer haben, der auch so aussieht oder soll da eine wie auch immer aussehende automatische Kupplung sein? Und da ich daszu eine persönliche subjektive Meinung habe, muss ich ab jetzt versuchen, diese säuberlich von objektiven Überlegungen und Argumentationen abzutrennen. Das wird nicht immer gelingen und ich bin da für sachliche Kritik offen.
    Schmalspurbahn = Mittelpuffer


    Bei der 750mm-Spur gäbe es noch die sächsischen Bahnen mit Scharfenberg-Kupplung zu berücksichtigen, in der Meterspur wüsste ich da nur die Bahn Eisfeld - Schönbrunn mit Scharfenberg- und einige kleinere schweizer Bahnen mit +GF+-Kupplung zu benennen, Also, noch genauer als schon gesagt: Meterspur = Mittelpuffer. Ein paar Bildbeispiele:
    runder Mittelpuffer mit innenliegendem Balancier, ehemaliger Südharzbahn Trichterwagen bei der Selketalbahn



    Eckiger Mittelpuffer mit außen liegendem Balancier, links RK 1 der Museums-Eisenbahn Bruchhausen-Vilsen, rechts schwerer Stahlwagen der Harzquerbahn mit den typischen Pufferausschnitten für die beiden Schraubenkupplungen
    Wird fortgesetzt.

  • Quote

    Bei der 750mm-Spur gäbe es noch die sächsischen Bahnen mit Scharfenberg-Kupplung zu berücksichtigen, in der Meterspur wüsste ich da nur die Bahn Eisfeld - Schönbrunn mit Scharfenberg- und einige kleinere schweizer Bahnen mit +GF+-Kupplung zu benennen

    Ich bin ja nur ungern Besserwisser, aber hier halte ich das von Bedeutung: Die Schmalspurstrecke Eisfeld-Schönbrunn hatte nicht die Scharfenberg-Kupplung, sondern die Janney-Kupplung. Das ist insofern von Bedeutung, als dass die Janney-Kupplung der Standard in den USA ist und somit Vorbild für die Kadee-Kupplungen. Meines Wissens, aber da kann ein anderer Schlauer zwischengrätschen, ist es das einzige Vorbild für die amerikanische Kupplung in Deutschland. Aber es ist eins, falls wer ein Vorbild für die Verwendung der Kadee-Kupplung braucht.
    Die Sächsischen Bahnen wiederum hatten erst ganz spät und nur bei einigen Bahnen auf Scharfenberg-Kupplung umgerüstet. Die meiste Zeit fuhren die Sachsen eine Trichterkupplung (mit im Gegensatz zur österreichischen Bosna-Kupplung unterschiedlichen Kupplungsköpfen vorn und hinten)


    Tschüß Volker

  • Quote

    Was aber, wenn die Tram auch für den Güterverkehr eingesetzt wird? ... und für Fahrzeuge, die nicht über eine der genannten Kupplungen verfügen?

    Wenn Rollwagenverkehr vorgesehen ist, ist die Wahl einfach: Rollwagen werden mit Kuppelstangen verbunden. Dafür haben die Loks Trichterkupplungen. Plettenberg, Hohenlimburg, Iserlohn (sehr vereinfacht), Spremberg, Forst, alle diese Güterstraßenbahn hatten Trichterkupplungen. Da würde ich die ZT-Kupplungen als (geheimen) Standard sehen:


    https://www.zt-modellbahnen.de/kupplungen-0e-0m/



    Die ist nun doch schon weit verbreitet.


    Tschüß Volker

  • Hallo,


    ergänzend dazu möchte ich noch sagen, dass die automatische Janney-Kupplung bei der Schmalspurbahn Eisfeld–Schönbrunn bis 1967 im Personenverkehr eingesetzt wurde.
    Die Rollwagen für den Güterverkehr hatten hingegen keine Janney-Kupplung.
    Nach Einstellung des Personenverkehrs im Jahr 1967 wurde die Janney-Kupplung bei den Triebfahrzeugen (Ausnahme 99 237) durch herkömmliche Mittelpuffer mit Steckbolzen ersetzt, um das Kuppeln mit den Rollwagen zu erleichtern.
    Gruß
    Armin

  • Guten Abend,


    ich bin der Auffassung, dass BEMO den Standard mit der Kadee-Kupplung gesetzt hat. Das geht schon Richtung Großserie.


    Die Protagonisten wären zumindest in 0m gut beraten, darauf einzugehen. Ich finde es toll, eine richtig moderne Kupplung an der Schmalspurbahn. Damit kann man ohne Probleme Züge bilden, an Straßenbahnen Beiwagen und Güterage anhängen und trennen, es ist einfach eine coole Sache.


    Wie bringe ich jetzt an meine FAMA-Teile eine Kadee-Kupplung?


    Freundliche Grüße von einem bisher stillen Mitleser


    Reiner

  • Quote

    ich bin der Auffassung, dass BEMO den Standard mit der Kadee-Kupplung gesetzt hat. Das geht schon Richtung Großserie.

    das mag schon sein, nur wie kupple ich Rollwagen brauchbar an eine Kadee-Kupplung an? Dieses Problem werden fast alle Straßenbahner haben, denn Rollwagen werden weit verbreitet sein. Da lohnt sich, über einen anderen Standard nachzudenken. Genau wie beim Vorbild wird auch die Modellwelt nicht nur mit einer Kupplungsart auskommen:
    Mittelpuffer mit Balancier (und die daraus abgeleitete Bertram-Kupplung) Trichterkupplung und Kadee-Kupplung werden immer einträchtig nebeneinanderher existieren. Bertram- und Zt-Trichter-Kupplung spielen hervorragend zusammen, auch für eine Kuppelstange für Rollwagen mit Auffangkorb für Mittelpuffer und Balancier gibt es Vorbilder und hab ich schon funktionsfähig nachgebaut, nur der vermeintliche Standard Kadee weigert sich vehement sich mit anderen zusammenzutun. ich bin mir nicht sicher, ob es klug ist, da mit aufzuspringen, jedenfalls nicht, wenn man mit anderen zusammenzuspielen gedenkt. und wenn man das nicht will, kann man ja eh machen, was man will. Ich persönlich hab alle drei Systeme schon hinter mir. Geblieben ist die ZT-Trichterkupplung. Sie funktioniert gut, sieht gut aus und hat hier in Europa viele Vorbilder und sie kann mit allen: ich habe mir einen Kadeekopf gebastelt, der in den Trichter passt. Sollte mich einer fragen, das sollte man als Norm favorisieren. Nebenbei ist die ZT-Kupplung echt erschwinglich.
    meint jedenfalls Volker

  • Danke für die interesssnten und wertvollen Beiträge von Volker, Armin und Rainer (Volkerbahn, Bananenbahn und Franke), die die diffizile Kupplungswirklichkeit weiter erhellen. Jeder dieser Beiträge ist für sich richtig und überzeugend, und dennoch kann keine brauchbare Schnittmenge herausgezogen werden. Die Tatsache, dass es Deutschland genau eine Bahn mit "Kadee"-Kupplung gegeben hat, ist gewiss kein hinreichender Grund, sie für 0m als Standard zu propagieren.


    Ich bin weiterhin - und jetzt noch mehr - der Ansicht, dass es weder möglich noch sinnvoll ist, eine Kupplung zu normen. Ein Württemberger wird niemals an seine Fahrzeuge eine Harzer Kupplung montieren wollen und ein Harzer keine Württemberger.


    Ein Sonderproblem stellen natürlich die Modultreffen dar, so sie denn stattfinden. Da muss man sich notwendigerweise auf irgendetwas einigen, und sei es temporär. Und genau da komme ich wieder mit meiner Forderung einer genormten, ja diesmal meine ich wirklich genormten, Kupplungsaufnahme, genormt in Form und Höhe über SO. Dann kann jeder seine Fahrzeuge für ein Wochenende eben mal schnell mit der dort üblichen Kupplung ausrüsten, und - wieder daheim - ebenso schnell wieder mit seiner eigenen zu seiner Anlage passenden Kupplung zurückbauen.


    Und hier ist zunächst einmal der Kontakt der (wenigen) Hersteller untereinander gefragt, zumindest der kommerziellen, die Stückzahlen abliefern, ich sage mal Henke, Schnellenkamp und Zeunert. Letzterer hat da die Nase vorn, weil er schon eine Kupplungsaufnahme im Programm hat, die sogar höhenjustierbar ist. Das nützt aber der 0m-Szerne insgesamt wenig, wenn das nur seine Hauslösung ist und alle anderen etwas anderes machen. Deswegen rufe ich diese Hersteller auf, sich zumindest virtuell an einen Tisch zu setzen und sich auf eine gemeinsasme Lösung zu verständigen. Und zwar nur bezüglich des Aufnahmeschachtes, nicht bezüglich der Kupplung selber.


    Grüße


    Otto

  • Genauso ist es, Otto: Es geht um eine genormte Kupplungsaufnahme. Damit wären die Voraussetzungen gegeben, dass bei x individuellen Kupplungen die Fahrzeuge verschiedener Hersteller zueinander passen ... sei es auf der eigenen Anlage oder bei Modultreffen.


    Für meine Straßenbahn sehe ich da sowieso kein Problem: Durch die Deichsel, die am Drehrzapfen mit Spiel aufgehängt ist, erfolgt die Höhenfestlegung durch den Führungsbügel am Chassis und ist dort durch unterlegte Distanzstücke in der Höhe justierbar. Wenn (noch) kein genormter Aufnahmeschaft vorhanden ist, wird der eben nicht gleich in der Deichsel integriert, sondern im Nachhinein aufgeklebt.


    Anders stellt es sich bei der ebenfalls in Entwicklung befindlichen Zweikuppler-Dampflok MKB 12 dar: Nachdem das Gehäuse mit Führerstand, Kessel und Armaturen weitestgehend fertiggestellt ist, sind die Pufferbohlen das Nächste, was auf der To-do-Liste steht. Was also tun?


    Gruß --- Jürgen

  • Nur ganz am Rande: Eine Albert-Kupplung habe ich zumindest schon einmal ausprobiert (die Deichsel hat bei dieser Experimentierversion nicht die notwendige Länge). Das wäre eine Tram-gerechte Lösung, hilft aber nicht wirklich weiter, weil es eine Insellösung wäre.
    Bestenfalls für die von Interesse, die TWs und Beiwagen starr kuppeln wollen und als Triebfahrzeuge für den Güterverkehr keine normalen TWs benutzen wollen. Da könnte man diekomplette Kupplungsdeichsel gehen eine mit Albert-Kupplung austauschen.

  • Hallo,


    Peho hat ein ausgereiftes Kupplungsystem, was dazu nicht einmal allzu teuer ist. Schaut mal unter TT nach, da gibt es ein umfassendes Angebot.
    http://peho-kkk.de/mshop/index.php/


    Denn, wenn man eine Kupplungsaufnahme erst einmal konstruieren will, muss man auch wissen, welche Kupplungsköpfe überhaupt für 0m in Frage kämen. Und die müssen alle eine einheitliche Steckverbindung haben.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Guten Tag


    Ich möchte mal was Fragen , ist den überhaupt schon einmal ermittelt worden wie viele sich in der 0m diesen Normschacht für die Kupplungsaufnahme wünschen.


    Wenn es dann eine verlässliche Zahl gibt , kann ja einer diese Kupplungsaufnahme per CAD entwickeln.Damit kann man bei den Hersteller vorsprechen.
    So könnte man dann auch sehen ob die Hersteller überhaupt ein Interesse an solch einer Lösung haben.


    Mit freundlichen Grüßen


    Lothar

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