Eine Bühne für die Bahn - Haftanstalt mit Bahnanschluss

  • Hallo Zusammen,


    wie schon an anderer Stelle kurz vorgestellt, baue ich nach dem Motto aus früheren MIBA-Ausgaben "Eine Bühne für die Bahn" eine Haftanstalt mit Bahnanschluss. Die Anlagen von Michiel Stolp sind quasi nach dem gleichen Prinzip aufgebaut und seine fantastischen Modulanlagen sind eine Inspiration für solche Vorhaben.


    Ich denke, so etwas hat bisher noch niemand gebaut. Es handelt sich dabei um eine Haftanstalt mit Gleisanschluss in den 1960er Jahren. Eigentlich gar nicht mal so ungewöhnlich, es gab auch Krankenhäuser oder Schlachthöfe mit Gleisanschlüssen. Es muss also nicht immer ein Anschluss für eine Fabrik oder Landschaftliche Güter sein.


    In der Zeitschrift "Eisenbahn-Geschichte" Ausgabe 98 auf der Seite 31 ist sogar ein Vorbildbericht über den Gleisanschluss der JVA Straubing. Das Thema ist also realistisch und vorbildgerecht.


    Die Idee dazu kam mir, weil ich den Zellenwagen Z-56 von Jürgen Moog als Umbausatz besitze und diesen bauen werde. Aber was soll ich mit einem einzelnen Wagen, der fast ein Unikat darstellt und den man nur in Personenzügen einsetzen kann?


    Was lag also näher, eine Haftanstalt für den Zellenwagen zu bauen und dort zu Rangieren.


    Der hier im Forum vorgestellte Bau des Dieselschleppers oder Breuer Traktor, eine Kö I, aber auch eine Köf II sowie V20, V36, V60, ja sogar eine V100 oder die 64er und 94er können gut als Zugmaschinen für die Bereitstellung des Zellenwagen eingesetzt werden.


    Aber nicht nur der Gefangenenaustausch wird mit der Bahn durchgeführt, sondern auch Lebensmittel oder sonstige Güter, wie z.B. Kohle für die Heizung werden per Bahn zugestellt. Und das Gefängnis hat eine Werkstatt, wo Inhaftierte Produkte herstellen. Diese werden mit der Bahn abtransportiert. Dieser Bahnbetrieb ist nicht nur denkbar, sondern wurde genauso in der JVA Straubing durchgeführt.


    Damit findet also ein umfangreicher Rangierbetrieb statt.


    Nun wurden aber Gefangenentransporte per Bahn in den 1960er Jahren vom Bundesverfassungsgericht verboten.


    Mein Rangiermodul stellt also den Betrieb kurz vor der Einstellung dieser Transporte dar.


    Zur Ausgestaltung des Moduls habe ich mir folgendes erdacht:


    - Maße 140 x 40 cm
    - Gleisverlegung in Y-Form mit Weiche
    - Fiddleyard ca 60 + 60 cm mit zwei Schiebebühnen
    - im Hintergrund das Gebäude der Haftanstalt
    - befahrbare Halle zum Be- und Entladen des Zellenwagens Z-56
    - Laderampe und Ladehalle für Güter
    - klassische Ausbruchszenen an einem Zellenfenster und durch den Kanal(-deckel)
    - LKW zum Gefangenentransport per Straße
    - Polizei Auto und Motorrad
    - Fernsehteam beim Interview des Direktors zum Thema Verbot des Gefangentransportes per Bahn
    - Eisenbahnfahrzeuge wie oben angegeben



    Hier mein Gleisplan. Ich habe darauf geachtet, dass die Gleise nicht parallel zur Außenkante der "Bühne" laufen.





    Das Segment und die Füße wurden bereits erstellt. Somit kommt eine ungefähre Schienenoberkante von 123cm zustande. Die "Bühne für die Bahn" wird einen Ausschnitt von 140cm in der Länge, 40cm in der Tiefe und 45cm in der Höhe bekommen!











    Nachfolgend wurden die Gleise einmal "trocken" verlegt.






    Schöne Grüße
    Norbert

  • Hallo Eifelbahner,


    ...Aber was soll ich mit einem einzelnen Wagen, der fast ein Unikat darstellt und den man nur in Personenzügen einsetzen kann?


    Interessante Idee, ich bin auf das Ergebnis gespannt!


    Aber gestatte mir den Hinweis, dass der Zellenwagen auch in Güterzügen laufen konnte: Leer, also ohne Insaßen, oder bei Überführungen ins Bww oder Aw.



    Freundliche Grüße
    EsPe

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

  • Hallo Zusammen,


    irgendwie hat man zur Zeit viel mehr Lust und Zeit sein Hobby Modellbau auszuüben, man muss also auch mal die positiven Seiten der derzeitigen Lage in den Vordergrund stellen.


    Im Hintergrund laufen bei mir einige Projekte parallel.


    Ich möchte Euch hier nun eine kleine Ausschmückung für die Haftanstalt vorstellen. Es handelt sich um einen Schlagbaum. Natürlich erhält die Haftanstalt auch ein stabiles Eisentor, aber danach wird der Verkehr noch durch einen Schlagbaum kontrolliert und reguliert. In der vorletzten Ausgabe der Zeitschrift Faszination Spur1 aus dem EK-Verlag, hat Michiel Stolp den Bau eines Schlagbaumes vorgestellt. Das musste ich auch für die Spur0 umsetzen. Nun kam mir der Gedanke, wo ich denn überhaupt einen Schlagbaum einsetzen könnte, mit der Haftanstalt gerade gelegen. Natürlich kann so ein Schlagbaum auch z.B. bei Werkseinfahrten oder ähnlichem eingesetzt werden!


    Aus Messing-Röhrchen und sonstigen Messingresten habe ich darauf hin einen Schlagbaum konstruiert und gebaut.



    Es handelt sich um Rohre, Flach, H- und U-Profile sowie Reste aus der Kiste. Die Teile werden auf Maß gebracht und anschließend bearbeitet.







    Die Röhrchen werden ineinander geschoben und verlötet. Das andere Teil ist das Gegengewicht




    Die nachfolgenden Teile zeigen den Halter für die Schranke und den Auflieger für den Schlagbaum




    Nachdem alles verlötet ist, werden die Teile entsprechend abgelängt, versäubert und geschliffen




    Bevor es zur Lackierung geht, werden alle Teile zusammen gesteckt und auf Funktion überprüft. Auf dem Foto erkennt man, dass der Schlagbaum auch einen Schilderhalter erhalten hat. Dieser wird als Sh-Scheibe für Schienenfahrzeuge lackiert. Übrigens sind die Profile extra länger gehalten, da diese im Pflaster der Haftanstalt noch befestigt werden müssen




    Schöne Abend wünscht
    Norbert

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