Neuheiten 2020 / Lenz Anzeiger 2020

  • Hallo zusammen
    Eine interssante Diskussion, die sich hier aus Anlass des "Lenz-Anzeigers 2020" entwickelt hat.
    Thomas schreibt in seinem Beitrag 29, dass man die ersten Lenz Modelle der Spur 0 heute ohne finanziellen Verlust verkaufen könnte, während man beim Verkauf einer Baureihe 50 große Verluste hinnehmen müsste. Ich habe Thomas´ Beitrag nicht so verstanden, dass er sich Lokomotiven kauft, um damit zu spekulieren bzw. schon beim Kauf daran denkt, sie wieder zu verkaufen.


    Ich verstehe diese Aussage vielmehr so, dass Thomas eine Nachfrage nach günstigen und kleineren Modellen beobachtet hat, dass die Nachfrage nach genau diesen Modellen so groß ist, dass man heute, 7 oder 8 Jahre nach Erscheinen beispielsweise einer Baureihe 64, diese ohne finanziellen Verlust verkaufen könnte und/oder heute für eine gebrauchte 64 mindestens 700,00 Euro bezahlen muss, also in etwa den Preis, den die Lok bei Erscheinen neu gekostet hat.




    Anders, so Thomas weiter, sieht es aus, wenn man heute eine Baureihe 50 kaufen oder verkaufen möchte. Hier muss man als Verkäufer einen finanziellen Verlust in Kauf nehmen bzw. kann diese Lokomotiven mit etwas Glück sehr günstig bekommen.
    Man könnte dies als Beleg für die These nehmen, dass die Nachfrage nach kleineren Lokomotiven aus dem günstigeren Preissegment unverändert groß ist, dass hier der Spur-0-Markt nicht gesättigt ist. Dies deckt sich mit meinen Beobachtungen: Baureihe 64, Schienenbus, V 36 (mit passenden roten Donnerbüchsen) und, bis zur Neuauflage, auch die V 60 waren oder sind kaum zu bekommen und müssen in der Regel teuer, zum Teil über dem Neupreis, bezahlt werden. Ausnahme ist die 89. Die ist zwar auch klein und relativ günstig, aber sie wird regelmäßig angeboten.


    Anders (als bei 64, V 36 usw) sieht es bei der Baureihe 50 aus: Im Internet-Auktionshaus (darf man hier eigentlich "ebay" schreiben?) werden gerade 26 Stück angeboten!
    Man könnte sich fragen, ob das daran liegen könnte, dass die Nachfrage nach so großen und dann auch entsprechend hochpreisigen Modellen vielleicht doch nicht so groß ist.


    Argumente, die diese Vermutung stützen, sind in mehreren Beiträgen vorgetragen worden:

    • zu groß für Heimanlagen, für den "kleinen Betriebsbahner"
    • preislich eine andere Liga als eine 64 für 700 oder eine V 36 für ich-weiß-nicht-mehr-wieviel.


    Wenn man dies feststellt, muss man im Übrigen nicht zur Geiz-ist-geil-Fraktion gehören...Neben Modellbahnern, die sich das kaufen können was sie wollen (und auch bezahlen können oder wollen) gibt es anscheinend auch Leute, die Interesse an einer " bezahlbare(n) Spur 0" (Zitat aus Beitrag 29) haben. Hier bliebe zu fragen, ob dies auch heute noch möglich wäre oder ist, oder ob die Kosten für die Entwicklung und Produktion so gestiegen sind, dass das heute gar nicht mehr ginge, selbst dann nicht, wenn man beispielsweise auf getaktete Dampfentwickler oder hochdetaillierte Modelle (das sind nur zwei Beispiele!) verzichten würde oder statt oder neben großer Dampfer wie der Baureihe 50 oder 44 auch noch einige kleine Tenderlokomotiven auf den Markt bringt.




    Immerhin: Auch die Baureihe 89 wird eine Herausforderung für die Konstrukteure und Formenbauer und Entwickler gewesen sein, enthält viel Technik, die bezahlt werden muss und wird oder wurde im heutigen China zu den Preisen von heute (also nicht mehr im günstigen China von vor 8 oder 10 Jahren) produziert. Man bekommt sie zwar nicht mehr zum Preis einer 64 (logisch!), sie ist aber doch deutlich günstiger als eine Baureihe 50 oder die geplante 44.
    Ich freue mich, wenn ich in Sande beim Tag der offenen Tür große Tenderlokomotiven auf langer Strecke in voller Fahrt fahren sehen und hören kann. Wäre ich in einer Modellbahnvereinigung, deren Mitglieder sich aus ihren Modulen lange Strecken mit großen Radien zusammenstellen, würde ich bestimmt auf eine Baureihe 38 oder 55 sparen und mich daran erfreuen.Ich freue mich aber auch, wenn meine kleine Köf, die 89 oder, als größte Lok in meinem Bestand, die 64, bei mir zuhause auf einem kleinen Rangiermodul hin und herfahren, über die Weichen rumpeln und langsam die nicht-polarisierten Herzstücke durchfahren können, ohne zu stocken wie früher in der Spur H0 üblich. Eine 50 oder eine 38, ja selbst eine 94 wären mir da schon zu groß. Es ist ja schon ein gewaltiger Unterschied, ob ich hier mit einer T 3 oder einer 64 fahre...
    Und so wird es wahrscheinlich auch anderen Modellbahnern gehen, die "nur" auf ihren relativ kleinen Heimanlagen fahren...


    Es wäre schön, wenn auch in Zukunft für beide Gruppen was dabei wäre: Für die, die sich eine (für sie) bezahlbare Spur 0 wünschen mit kleinen Tenderlokomotiven und für diejenigen unter uns, die vielleicht (schon) auf einer Vereinsanlage fahren oder genügend Platz für eine große Heimanlage haben.


    Ich persönlich hätte mich über (für mich erfreuliche) Neuigkeiten zur Baureihe 70 gefreut oder ganz allgemein ein Lebenszeichen aus dieser Richtung: 98.8 in Kooperation mit Kiss, gerne auch ganz aus Metall, 98.10 oder 98.11, vielleicht einen VT 70, einen Klv 51, ...
    Bis dahin erfreue ich mich an meinen jetzigen Modellen.
    Viele Grüße aus Norddeutschland
    Frank

  • Hallo

    Ich befürchte, dass die Stückzahlen in Spur 0 aufgrund der eingetretenen Marktsättigung schlicht keine Großserienfertigung mehr zulassen.
    Das Wachstum des 0-Marktes im vorigen Jahrzehnt ging überwiegend auf Spurwechsler zurück, und dieser Prozess ist mittlerweile weitestgehend zum Abschluss gekommen: Wer wechselwillig war, hatte jetzt 10 Jahre Zeit dazu, und wer in dieser Zeit nicht gewechselt ist, der wird das auch künftig nicht mehr tun.
    Zugleich sind die Spur Nuller mittlerweile soweit mit Rollmaterial grundversorgt, dass sie nicht mehr massenweise neue Modelle abnehmen


    Ich glaube nicht, dass der Markt gesättigt ist, jedenfalls nicht nach "bezahlbaren" oder kleineren Modellen.
    Ich habe im Gegenteil kürzlich auf einer Modellbahnausstellung in Osterholz-Scharmbeck von einem Hersteller hören können, dass er den Markt im Spur 0 Segment als den einzigen Bereich in der Modellbahnbranche ausmacht, in dem noch Wachstum zu verzeichen ist. Als ein Beleg (neben seinem Umsatz) für diese Aussage brachte er die von Jahr zu Jahr größer werdenden Spur Null Tage in Buseck bzw. jetzt Giessen...


    Und dass auch 10 Jahre nach dem Einstieg von Lenz in die Spur 0 einige immer noch nicht zur Spur 0 gewechselt haben: Könnte das nicht auch daran liegen, dass viele attraktive Einsteigermodelle einfach nicht mehr verfügbar sind? Oder am Gleisystem, bei dem es anfangs immer mal wieder Probleme gab, die dazu geführt haben, dass inzwischen einige Gleise (DKW, Kreuzung) gar nicht verfügbar sind, dass die Weichen überarbeitet werden mussten und jetzt von Peco hergestellt werden, dass der Preis für eine Bogenweiche von 129 auf 199 Euro gestiegen ist? Dies ist übrigens eine Frage, die ich mir ernsthaft stelle, keine Tatsachenbehauptung...und schon gar kein Gemecker. Aber ich könnte mir vorstellen, dass der Preis von 199 Euro für eine Weiche für manche Leute schon ein Grund sein könnte, sich den Einstieg in die Spur Null gut zu überlegen...


    Gruß
    Frank

  • Es ist leider so, auch wenn es manche hier nicht hören wollen.
    Die 50er mit Wannentender liegt wie Blei in den Regale der Händler. Auch die 50er mit Schürze lässt sich nicht gut verkaufen.
    Ein Händler meines Vertrauens tut keine Lagerware von Lenz mehr her ... nur noch auf Bestellung. Das Risiko ist ihm zu groß. Die Investition ist ihm zu hoch, das es nachher im Regal verstaubt. Noch liegen hier zwei Wannentender 50er, eine Leig-Einheit und ein Beiwagen vom Schienenbus in Epoche 4 rum. Der Rest ist in irgendwelche Aktionen raus gehauen worden. Ich denke, dass ist nicht wirklich für uns alle Zielführend.
    Und nun kommt die nächste Maschine, bei der der Markt schon vorher eigentlich schon gesättigt ist.OK ... für die Firma Lenz ist die Spur 0 nur ein zweites Standbein ... schauen wir mal, der Markt regelt das auf jeden Fall. Also nichts für ungut :)



    Gruß,Thomas
    edit: den derzeit größten Wachstum sehe ich nicht in Spur 0 sondern in Spur 1. Hier kann man sogar eine 53er von Borig verkaufen, die eigentlich kein Mensch braucht ;(

  • Hallo,


    auf der Homepage von Lenz ist die offizelle Ausgabe des Lenz Anzeigers 2020 zu sehen bzw. herunterladbar. :thumbup:


    Die Aufregung vorher war also umsonst. Mücke und Elefant oder so. ?(


    Da hat man bei MSL anscheinend einen noch nicht freigegebenen Entwurf eingestellt. :evil:

    Grüße aus Lappersdorf (bei Regensburg)


    Heinz ;)

  • https://www.lenz-elektronik.de/pdf/Lenz-Anzeiger-lowres.pdf


    Da Isser ja... man beachte auch den „Stand der Dinge“


    Gruß

    Hans
    der
    Altenauer


    - unterwegs im schönsten Mittelgebirge Deutschlands - auf Regelspur und Meterspur... ;) - Siehe auch die entsprechenden Gebäude…: Gebäudemodelle der Oberharzbahn


    Alle nicht eigenen Bilder verwende ich mit Genehmigung der Autoren Ulrich Herz und Werner Martsch aus deren Büchern des Verlag Goslarsche Zeitung, Bücher: Mit der Eisenbahn in den Oberharz, Die Deutsche Bundesbahn im Harz und Harzvorland 1969-1994, Bw Goslar - Alle Rechte vorbehalten: http://www.bw-goslar.de

  • Servus,


    echt viel los hier 8o


    Das ein Lokmodell, wie die BR 44 so polarisieren kann.
    Wer sie kaufen will, kann es und wer nicht möchte, erwirbt sie nicht.


    Es ist ein Hobby und wenn jemand eine BR 44 vor 3 x G10 haben möchte, dann ist dem so.
    Ob das dem Vorbild entspricht, interessiert erstmal niemanden, außer einem selbst vielleicht, der es jeden Tag vor Augen hat.


    Ein Versuch wäre doch, mal eine BR 44 auf die Show Anlage mit 3 G10 zu stellen und es Besuchern zu zeigen, die keine Ahnung von Bahn haben. Wo ein Tender ein Kohlewagen ist und ein Waggon ein Anhänger.
    Ich denke, da wird keiner die Oberbaufrage stellen geschweigedenn, ob es das gegeben hat.
    Da wird das als toll befunden vom Sound und Darstellung oder höchstes gesagt, soviel Geld für Eisenbahn ausgeben ?


    Wenn doch einer das Wissen hat und kontert, würde Ich sagen :
    Diese Abweichung könnte es auch gegeben haben, eine BR 44 mit 3 G10.
    Niemand kann das Gegenteil beweisen.
    Niemand war 24 Stunden, 365 Tage im Jahr 1959 an den Bahnstrecken irgendwo in Deutschland oder in der DDR.


    Wer sagt denn eigentlich, das die BR 44 gebaut wird :?:
    Wenn es kaum Bestellungen gibt, wird das Projekt vielleicht storniert.
    Es ist ja nur eine Neuheiten Ankündigung.


    Spur 0 ist für mich ein entspannendes Hobby. Es ist ja keine Wissenschaft oder möchte man es daraus machen ?
    Das Leben ist leider schon manchmal anstregend und ernst genug inklusive Schicksalsschläge :S
    Dann auch in Spur 0 sich das Leben schwer machen ? Sorry ohne mich....


    Man sollte vielleicht das Hobby Spur 0 nicht so ernst nehmen :thumbup:


    Viele Grüsse Oliver

  • @ Heinz und Hans
    Und was ist daran jetzt anders ? Außer dass Schreibfehler korrigiert wurden. Oder ist das jetzt einfach der schon weit fortgeschrittenen Tageszeit geschuldet ?

    Mit freundlichen Grüßen
    Johann G.

  • Hallo Leute,


    ich persönlich bin über die aktuelle Modellpolitik von Lenz nicht sonderlich glücklich, aber ich möchte die Sache mal anders formulieren:


    Könnte es sein, dass...


    # ...die Zahl der Modellbahnbegeisterten schleichend sinkt.
    # ...das Angebot über alles (Hersteller, Epochen, Spurgrößen) so groß geworden ist, dass die Wertschöpfung pro Artikel immer geringer wird.
    # ...das Niveau so hoch geworden ist (Details, Antrieb, technische Features, Geräusche, Dampf...), dass die Preise zwangsläufig in eine andere Liga geraten, als vor ein...zwei Jahrzehnten.
    # ...und: sich das ganze immer weniger durch Billigproduktion in vermeintlichen Niedriglohnländern realisieren lässt.


    Wer ein 35 DM kostendes Märklin-Modell der 60er-Jahre im Sinn hat (welches gewiss noch in Deutschland gefertigt worden ist), der sollte dessen Ausführung und Produktionsstückzahl einmal mit einem heutigen Modell gegenüberstellen.


    Damals gab es noch wenig entwickelte Spurweiten und überschaubare Sortimente. Dafür gab es noch viele Käufer, denn die Jugend interessierte sich für die kleine Eisenbahn. Auch konnte man sich die Nase in jedem Stadtteil an einer Schaufensterscheibe platt drücken, denn wenn nicht ein Spielzeuggeschäft so führte mindestens ein Schreib- oder Eisenwarengeschäft ein kleines Sortiment.


    Mir gibt zu denken: Da Herr Lenz nicht nur ein Modellbahnfreak ist, sondern auch als Kaufmann denken muss, hat er wahrscheinlich die Reißleine gezogen und driftet in einen Bereich, der mit dem obigen Szenario kompatibel ist. Und dazu gehört möglicherweise eine Abkehr von der reinen Großserientechnologie...


    Na, gucken wir mal, wie sich dieses Jahr für die Nuller entwickelt.


    Herzliche Grüße


    Ein nachdenklicher Kallisto

  • Hallo an alle, hallo Kallisto


    ich schon wieder.
    # ...das Niveau so hoch geworden ist (Details, Antrieb, technische
    Features, Geräusche, Dampf...), dass die Preise zwangsläufig in eine
    andere Liga geraten, als vor ein...zwei Jahrzehnten.
    Sorry fürs wilde kopieren, ;( aber warum gibt es nicht mehr die Modelle, die ohne Dampf und andere Highlights auskommen.
    Wenn ich mir die vielen Videos der dampfenden Loks anschaue, mit der Realität hat dies doch eigentlich nichts zu tun.
    Muss dies wirklich sein?


    Wer es haben will soll doch Kleinserien kaufen mit Zylinderdampf und anderem Schnickschnack, das die Preise immer höher treibt.
    Aber dies ist nur meine Meinung. :huh:


    Schönen Abend noch.
    Remo

  • Servus,


    zur BR 44 DR Epoche III Version ein paar Daten / Hinweise.


    Anbei der Umzeichungsplan :


    Baujahr 1943
    DRB 44 1486
    1945 DRo/DR
    Umbau 27.02.1965 Ölfeuerung
    1970 DR 44 0486-9
    Umbau 21.12.82 DR 44 1486-8 (Kohlefeuerung)
    1992 DR 044 486-9


    Die Artikelnummer 40244-03 DR BR 44 1486-8 kann eigentlich nicht Epoche III sein, sondern IV.


    Also etwas irritierend das Ganze ?(


    Grüsse Oliver

  • Hallo Oliver,
    Schlaumaiermodus ein


    wenn ein "-" - Zeichen nach der Ordnungsnummer kommt ist das eine Computernummer und somit Epoche 4. Es sind 4 Loks der Epoche 4 aufgelistet, aber mit Epoche 3 bezeichnet.


    Schlaumaiermodus aus ;)


    Aber ich denke, dass ist nun ein sehr kleines Problem in unserem Leben oder ^^


    Gruß,
    Thomas

  • Moin moin,
    na, hier tanz ja der Bär...


    Mal abgesehen von der eher etwas holprigen Veröffentlichung des Lenz Anzeigers, verstehe ich die Aufregung nicht so ganz. Ich kann jetzt ehrlich gesagt auch nicht den Abgesang der Spur Null erkennen.


    Ich spekuliere (!) eher dahingehend, dass Lenz sich mit Kiss zusammengetan hat, in welchen Konstellation auch immer, um dem ziemlich erfolgreichen Neuen den 1:45-Messing-Markt nicht kampflos zu überlassen.
    Solange durch diese Entwicklung nicht die Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten für die preisbewussten Nuller auf der Strecke bleiben, ist das doch völlig ok.
    Und was da konkret dieses Jahr zu erwarten ist, werden wir nächste Woche erleben.


    Ich hätte auch nichts dagegen, wenn es bei Lenz zwei Zielmärkte geben würde:
    1. Den Hobby-Bereich mit halbwegs bezahlbaren Produkten auf dem Niveau der 64/24er, V100, … ohne Rauch und Schnickschnack aber betrieblich 1a.
    2. Den High-End-Bereich in Full Heavy Metal, Rauch aus allen Löchern und was weiß ich noch alles Nettes, aber eben auch zu gehobenen Preisen.


    So etwas hat es schon immer und für alles mögliche gegeben. Ich fahre z.B. seit Jahren einen mittlerweile uralten Mercedes SLK, geiles Fahrzeug zum BR64-Preis, würde aber nie auf die Idee kommen einen SL für 100k+ zu kaufen.


    Viele Grüße,
    Johann

  • Hallo Kallisto

    Könnte es sein, dass...


    # ...die Zahl der Modellbahnbegeisterten schleichend sinkt.


    Insgesamt vielleicht ja, in der Spur 0 glaube ich (noch) nicht. Jedenfalls entdecke ich auf Börsen und Modellbahnausstellungen immer mehr Spur 0 Anbieter und vor allem Spur 0 Anlagen, von Einzelpersonen und Vereinen. Ein mögliches Indiz dafür, dass es der Spur 0 vielleicht nicht so schlecht geht, könnten auch die stetig größer gewordenen Spur-Null-Tage in Buseck/Gießen sein...


    # ...das Angebot über alles (Hersteller, Epochen, Spurgrößen) so groß geworden ist, dass die Wertschöpfung pro Artikel immer geringer wird.


    Zu anderen Spurgrößen kann ich nicht viel sagen. Was die Spur 0 betrifft: Ich habe den Eindruck, dass viele der Hersteller, die auf den fahrenden Zug Spur-0 aufgestiegen sind, um eine schnelle Mark zu machen und horrende Summen für Toilettenhäuschen, teure kleine Figuren oder schlecht gemachte und überteuerte kleine Bahnhofsgebäude oder Milchhäuser verlangt haben, wieder vom Spur-0 Markt verschwunden sind, weil die Modellbahner ja auch nicht blöde sind und alles kaufen, nur weil Spur 0 draufsteht und es so wenig Auswahl gibt im Zubehörbereich. Und um einige Hersteller ist es wirklich nicht schade. Ich finde den Markt für Spur 0 trotz größerem Angebot als noch vor 10 Jahren immer noch recht übersichtlich. Das merke ich zum Beispiel dann, wenn ich mich nach einem kleinen Lokschuppen umschaue.


    ...das Niveau so hoch geworden ist (Details, Antrieb, technische Features, Geräusche, Dampf...), dass die Preise zwangsläufig in eine andere Liga geraten, als vor ein...zwei Jahrzehnten.


    Das glaube ich auch, und manchmal fürchte ich, dass die Spur 0 in die gleiche Sackgasse fahren könnte, in die auch die H0-Hersteller schon vor Jahren gefahren sind, getrieben durch die ewigen Nörgler und Nietenzähler, die an jedem Modell herumkritisieren und besser wissen, wie es noch ein bisschen besser hätte sein können, die Haare in der Suppe suchen und finden oder selbst in die Suppe spucken. Mir persönlich reicht die Detaillierung der Güterwagen aus dem Startset mit Köf, die es mal einzeln für ca. 80 € zu kaufen gab, vollkommen aus. Das soll nicht heißen, das es nicht auch besser detaillierte Modelle geben sollte, die dann natürlich auch ihren Preis haben sollen. Aber es wäre aus meiner Sicht sehr schade, wenn es die günstigeren Modelle für Einsteiger oder Menschen, die mit ihnen zufrieden sein können, gar nicht mehr gäbe, sondern nur noch "hochpreisigere". So könnte man in die Spur 0 hineinwachsen, gegebenfalls seinen anfangs noch etwas "schlichteren" Fahrzeugpark mal hier oder da mit einem besser detaillierten Lieblingswaggon, der dann gerne auch mal etwas mehr kosten darf, aufpeppen, mit ihm ganz besondere Szenen nachstellen, ihn an exponierter Stelle präsentieren usw. und hätte doch die Möglichkeit, parallel mal einen ganzen Zug aus erschwinglicheren "Brot-und-Butter-Modellen" in den kleinen Bahnhof einfahren zu lassen.
    Und wenn ich mir manchmal die ausgefallenen und extravaganten Modellwünsche in den Rubriken "Welche Modelle wünscht ihr Euch" ansehe, dann hoffe ich, dass Lenz da nicht aufsteigt, weil ich glaube, dass das nach hinten losgehen würde.


    und: sich das ganze immer weniger durch Billigproduktion in vermeintlichen Niedriglohnländern realisieren lässt.


    Das glaube ich nicht. Dass es möglich ist, ein attraktives Modell auf dem heutigen Stand herzustellen, zeigt meiner Meinung nach die Baureih 89 von Lenz, die es für unter 1000 Euro zu kaufen gibt. Wenn ich mir meine Gehaltserhöhungen der letzten 8 - 10 Jahre ansehe, dann belastet die Baureihe 89 meine Geldbörse heute nur geringfügig mehr, als es vor 8 oder 9 Jahren die Baureihe 64 für damals 750 Euro getan hätte, und das obwohl die 89 einiges mehr zu bieten hat als die 64 (die ich trotzdem nach wie vor sehr gelungen finde und gerne fahren lasse).


    Irgendwann habe ich von der Firma Lenz mal ein Statement gehört oder gelesen, wonach man jedes Jahr eine große und eine kleine Lok herausbringen möchte. Ein guter Vorsatz, finde ich. So wäre für jeden was dabei, sowohl preislich als auch von der Größe. Hätte man dann noch eine kleine oder mittlere Palette günstiger und vor allem verfügbarer Einsteigermodelle, könnte das vielleicht eine gesunde Mischung sein.
    Viele Grüße


    Frank


  • Mir persönlich reicht die Detaillierung der Güterwagen aus dem Startset mit Köf, die es mal einzeln für ca. 80 € zu kaufen gab, vollkommen aus.


    Aber unterscheiden sich wagen aus dem Start-Set (mit Ausnahme der Nummern an Bord) von wagen, die separat in schönen Kartons verkauft werden?
    Ich kann mich irren, aber es scheint mir, dass nichts ...


    P.S. Auch ich bin mit ihrer Qualität rundum zufrieden.

    Sorry für mein schlechtes Deutsch - bin ich auf Englisch schreibe Google und tun Übersetzung...

  • Sehr interessante Diskussion, nach den 4 Seiten raucht der Kopf. Ich komme zu dem Entschluss, dass wie überall in der Wirtschaft sich das Angebot nach der Nachfrage richtet. Also warten wir's doch mal ab. Leute die 2000 Teuro für eine Lok ausgeben können haben wahrscheinlich auch die Anlage, um sie fahren zu lassen oder vielleicht gar keine Anlage.
    Wie auch immer diese Diskussion weitergeht, wir drehen uns im berüchtigten "Kreis". :whistling:
    Ich geh jetzt mal gucken was im Anlagenbau Forum abgeht...

  • Guten Morgen Zusammen,


    sehr interessante und hitzige Diskussion, alles hat etwas dafür, aber auch dagegen. Manches ist nachdenklich, manches muss abgewartet werden.


    Aber lassen wir mal die Kirche im Dorf.


    Es geht hier immerhin um ein Hobby und quasi um etwas Kunststoff und Metall, aus deren Materialien ein schönes Modell entstehen sollte. Ich denke, es gibt ernstere Probleme auf der Welt oder in Deutschland, als die Modellbaupolitik von Lenz zu kritisieren.


    Denn ein Hobby soll ein Ausgleich sein und Freude bereiten und nicht den Blutdruck hoch treiben und sich hier im Forum anfeinden!


    Herr Lenz wird sich schon etwas dabei gedacht haben und wenn der Schuß nach hinten los geht, ist das wohl sein Problem.


    Natürlich hätte ich mich auch auf andere Neuheiten gefreut, aber die können ja noch kommen, man muss auch noch träumen und nicht sofort alles kaufen können. Für einige Modellbahner wäre es sicherlich toll gewesen, wenn zumindestens beispielsweise Farbvarianten aus der Dieseltraktion auf den Markt gekommen wären, wie eine Lollo in Gesamtrot als 216 oder eine 211/212 in orientrot, nur mal als Beispiel. Dann hätten aber auch wieder viele gemeckert, warum nicht mal ein ganz neues Modell auf den Markt kommt.


    Am Ende kann man es niemanden recht machen, dafür sind unsere Wünsche zu unterschiedlich.


    Persönlich freue ich mich auf das, was in der Epoche IV geboten wird, nämlich die 4achser Umbauwagen und der 798er komplett mit VS und VB. Nun ja, der Umbauwagen hat früher mal 279€ gekostet und steht nun in der Preisliste mit 349€. Aber nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland wird alles teurer. Entweder ist man bereit das zu investieren oder man lässt es, es ist ja niemand gezwungen, dieses Hobby zu diesen Preisen auszuüben.


    Jeder entscheidet das für sich selber!


    Ich bin mit dem zufrieden was für mich persönlich geboten wird und manches kann man sich ja auch selber (um)bauen, siehe meinen Bereisungswagen aus einem VB98, denn dieses Model würde niemals ein Hersteller produzieren.


    Also, Spur0 ist und bleibt ein Hobby und die, die damit Geld verdienen, nämlich die Hersteller, die müssen auch mit den Konsequenzen leben, die ihre Entscheidungen hervorbringen.


    Wünsche Euch einen angenehmen Sonntag
    Norbert

  • Ich denke, es gibt ernstere Probleme auf der Welt oder in Deutschland, als die Modellbaupolitik von Lenz zu kritisieren.
    Denn ein Hobby soll ein Ausgleich sein und Freude bereiten und nicht den Blutdruck hoch treiben und sich hier im Forum anfeinden!
    Herr Lenz wird sich schon etwas dabei gedacht haben und wenn der Schuß nach hinten los geht, ist das wohl sein Problem.


    Mit dem immer mal wieder auftretenden Argument "es gibt ernstere Probleme" kann man wohl jegliche Diskussion über Modellbahn abwürgen, zudem sehe ich in diesem Thread keine Kritik an Herrn Lenz, sondern einen sachlichen Meinungsaustausch über den aktuellen Newsletter, und schon gar nicht irgendwelche Anfeindungen. Also bitte nichts herbeireden, was nicht existiert.

  • Moin zusammen,


    ich habe es inzwischen geschafft, mich von Ankündigungen nicht mehr verrückt machen zu lassen. Mittlerweile werte ich so etwas herstellerunabhängig als lose Absichtsbekundung, möglicherweise irgendwann mal ein Modell zu einem noch zu bestimmenden Preis auslieferrn zu wollen. Ok, soll sein, ich schalte mich dann ein, wenn eine Auslieferung tatsächlich ansteht. Falls mir das zu lange dauern sollte, baue ich eben selbst (um) oder finde eine andere Lösung. Um wieder threadtitelkonform/herstellerspezifisch zu werden. Eine E41 auf Lenzniveau wäre genau mein Ding, nur hätte ich sie dann auch gerne einmal wollen. Ich werde nicht mehr warten und mir für das vorgesehene Betriebsprogramm stattdessen eine Pola-E44 aufbrezeln. Ich möchte jetzt Betrieb machen und nicht irgendwann. Als ursprünglich williger E41-Käufer bin ich jetzt aus dem Spiel.


    Viele Grüße,
    Carsten

  • Genau das ist der Punkt. Ich befürchte, dass die Stückzahlen in Spur 0 aufgrund der eingetretenen Marktsättigung schlicht keine Großserienfertigung mehr zulassen.
    Das Wachstum des 0-Marktes im vorigen Jahrzehnt ging überwiegend auf Spurwechsler zurück, und dieser Prozess ist mittlerweile weitestgehend zum Abschluss gekommen: Wer wechselwillig war, hatte jetzt 10 Jahre Zeit dazu, und wer in dieser Zeit nicht gewechselt ist, der wird das auch künftig nicht mehr tun.
    Zugleich sind die Spur Nuller mittlerweile soweit mit Rollmaterial grundversorgt, dass sie nicht mehr massenweise neue Modelle abnehmen: Nicht jeder, der schon eine V100, eine V60 oder einen VT98 hat, wird außerdem noch eine V90, eine V65 oder einen VT95 kaufen, selbst wenn diese nur 750 Euro kosten sollten. Die Auflage dieser Neuheiten müsste also zwangsläufig niedriger sein als die ihrer Vorgänger und rechtfertigt u.U. leine Großserienproduktion mehr.

    Liebe Forumianer,



    Freddy hat es für mich auf den Punkt gebracht; die Zeit der goldenen Jahre wird - zumindest im Spur 0-Bereich - auch für Lenz vorbei sein.


    Wie war es denn vor 10 Jahren; eine neue (alte) Spurweite elektrisierte die Modellbahnwelt; die Käuferschicht umfaßte überwiegend die Generation 50+, die zudem noch relativ solvent war; es wurde alles gekauft, was nicht bis drei von den Händlern in die Regale verstaut werden konnte.


    Ich kann mich noch gut daran erinnern, daß aufgrund fehlender Verfügbarkeit und Lieferbarkeit von Modellen man für Gebrauchtware (z.B. für die BR 64) mehr bezahlen mußte, als für ein neues Modell vom Händler (wenn es denn halt verfügbar war). Heute wäre dies undenkbar.


    Ich bin Betriebsbahner mit ca. 4m Regallänge; ich habe meine 4 Triebfahrzeuge (Köf, VT 98, V 36, V 100) und bin glücklich; ab und zu kommt mal ein schöner Wagen dazu; hauptsächlich investiere ich aber nur noch in Zubehör; ich denke, daß es vielen anderen auch so geht.


    So gesehen, macht es wahrscheinlich sogar Sinn, sich von der Großserienproduktion offensichtlich zu verabschieden und kleinere Brötchen zu backen.


    Ich wäre mal gespannt, zu erfahren, wie sich bei den etablierten Herstellern die Spur 0 Erträge in den letzten Jahren entwickelt haben; ich begehe sicherlich keine waghalsige Spekulation, wenn ich von rückläufigen Zahlen ausgehe.


    Für mich sind die fetten Jahre der (neuen) Spur 0 vorbei; Bernd Lenz wird sicherlich genau durchdacht haben, wohin die Reise in den nächsten Jahren gehen muß; ob diese Entwicklung von seinem alten Kundenstamm mitgetragen wird, bleibt abzuwarten; ich bin da eher skeptisch.


    Viele Grüße
    Jens

  • hallo 0-bahner,


    ich verstehe die ganze aufregung nicht. ist doch völlig überflüssig sich wegen so einer ankündigung heiß zu machen. schaut euch doch die ankündigungen der letzten jahre an. da ist so einiges noch nicht realisiert. da ist noch luft nach oben. allerdings kann ich mich auch manchmal des eindrucks nicht erwehren, das sich die hersteller gegenseitig die butter vom brot nehmen. wozu braucht es mehrere hersteller für ein modell? darüber sollte man mal nachdenken und natürlich über das abarbeiten der älteren ankündigungen.


    schönen sonntag noch, gruß sven

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