RiPoLi – Fährbootwagen Gbmhs 51 - beschriftet

  • Nachdem ich mit meiner Anlage beim Testbetrieb mit dem teilfertiggestellten Schattenbahnhof angekommen bin, wollte ich nebenher auch mal wieder etwas anderes machen, z. B. mal wieder Fahrzeugbau.


    Was lag also näher, als eine alte Idee als neue Baustelle aufzumachen (nicht, das ich nicht schon genug angefangene Projekte habe). Aber seitdem ich Anfang des Jahres beim Durchblättern des Carstens Band 1 zufällig einen Lima G-Wagen daneben liegen hatte, ließ mich der Gedanke nicht mehr los, dass man den Limawagen als Ausgangsbasis für ein (weiteres) Bauprojekt nehmen kann, unter dem Beitragsbaum Sammelbericht für Umbauten -Pola-Rivar-Lima-Fahrzeuge kann man ja schon etliche gelungene Kompositionen der Modellbahnkollegen sehen. So habe ich die Zeichnungen aus dem Carstens mal kopiert, die Kopien zusammengeschnitten und Ausgangsfahrzeug und Wunschfahrzeug übereinandergelegt.


    Eine gewisse Ähnlichkeit ließ sich nicht verleugnen und so ging ich das Projekt Fährbootwagen an. Ähnlich dem Dresden von Heiner Thomas, den ich vor etlichen Jahren gebaut hatte (und zwar fertig, nicht nur angefangen), wollte ich den Wagenkasten als Resinguss herstellen, das Fahrwerk aus Profilen löten und das Dach, na, schau‘ n mer mal.


    Das der Wagen nicht 100% vorbildgetreu sein wird, nehme ich in Kauf (falsche Bretteranzahl, falsche Profile, Maßabweichungen). Wichtig ist, dass der Wagen stimmig ein Bild des Fährbootwagens abgibt. Auf Grund der doppelten Türen und der zierlicheren Maße bringt er etwas Abwechslung in die Züge.


    Der Limawagen musste eine Seitenwand spenden, die als Basis für ein Urmodell dienen sollte.


    Als erstes wurde die Seitenwand etwas gekürzt, dabei habe ich mich nicht an die Originalmaße gehalten, sondern an den vorhandenen Bretterfugen orientiert.


    Anschließend wurden die Seitenwand und die Türen bearbeitet, überflüssige Teile abgeschabt / abgeschliffen und zusätzliche Teile angeklebt. Die obere Führungsschiene für die Türen wird nicht mit gegossen, die werde ich nachher als Profil aufkleben. Hier die Gegenüberstellung der ursprünglichen und der überarbeiteten Seitenwand.


    Mit den bewährten Bausteinen aus der Jugend wird die Silikonform hergestellt.


    Und da liegt der erste Abguss. Er hat noch einige Fehler, da ich seit Jahren nicht mehr mit Resin gearbeitet habe und mich erst einmal wieder einarbeiten muss, aber sieht schon recht brauchbar aus.


    Und weil ich ungeduldig bin, habe ich mal die Seitenwand lackiert und als Dummy mit einem improvisierten Dach und einem halbwegs passenden Fahrgestell aufs Gleis gestellt.
    Sieht für mich recht stimmig aus und jetzt werde ich mit der Stirnwand weiter machen. Und wenn ich soweit bin, werden 2 oder 3 Wagen meinen Fahrzeugpark ergänzen. Weiteres dann in näherer oder ferner Zukunft.
    (Ähh, meine diversen Vorschläge an verschiedenen Stellen für gewünschte Fahrzeugneuheiten sind damit natürlich bezüglich dieses Wagens überholt.)


    Fährmann, hol über….

  • Als nächstes habe ich eine Stirnwand des Lima-Spenderwagens abgetrennt und auf das kleinere Maß für das englische Lichtraumprofil gebracht.


    Mit Kunststoffprofilen habe noch ein bisschen die Optik ans Original angepasst. Auch hier gilt wieder: Es ist keine maßstabsgetreue Umsetzung, Bretteranzahl- und -breite sowie Rungenposition/-abstand sind vom Spenderwagen vorgegeben.


    Dann wieder provisorisch montiert und als Vergleich den Spenderwagen daneben gestellt.



    Dann die Silikonform hergestellt und erste Probeabgüsse gemacht.


  • Da die Frage nach dem verwendeten Material schon mehrfach kam, hier noch einmal für alle:


    Silikon
    Wacker Elastosil M4440


    Harz
    Sika Biresin G27, bzw. G27 LR, teilweise mit einer Zugabe von Aluminiumpulver als Füllmittel.


    Das Material liegt schon über 10 Jahre Jahre (angebrochen) bei mir im Keller (Chargen von 2006 !!) und läßt sich noch gut verarbeiten (Haltbarkeit laut Hersteller ungeöffnet 1 Jahr)


    Über Verfügbarkeit, Bezugsquellen, Preise kann ich deshalb leider nichts sagen-

  • Am Wochenende habe ich aus den ersten Gussteilen einen Wagenkasten zusammen geklebt. Zum Kleben der Resinteile verwende ich handelsüblichen 2-Komponenten-Kleber.
    Es ist leider etwas mehr Nacharbeit notwendig (spachteln und schleifen) wie ich es mir wünschen würde, aber für die paar Wagen, die ich baue, nehme ich das in Kauf.
    Das provisorische Fahrgestell sieht etwas komisch aus, aber es ist mein einziges Fahrwerk, was in der Breite unter den schmalen Wagenkasten passt. So kann ich einen Eindruck von der Gesamthöhe des Wagens bekommen.


    Den Boden habe ich aus Polystyrol geschnitten und auch Griffstangen gebogen.


  • In den letzten Tagen habe ich mit dem Dach beschäftigt. Mal sehen, wie sich die bei diesem Prototypen verwendeten Materialien bewähren.


    Als Spender für das Dach dient eine Lebensmitteldose mit passendem Durchmesser (In diesem Fall von dem mißlungenen Versuch, die deutliche Überschreitung meines zulässigen Gesamtgewichts zu reduzieren). Da es ich um Pappe handelt, läßt sich das Dach mit einem scharfen Cutter schneiden.


    Hier das Dach, das aus 2 Teilen zusammen geklebt ist, da die Dose nicht hoch genug ist. Hinten die Spenderdose und vorne ein paar Spanten, die das Dach verstärken sollen, damit der Radius erhalten bleibt (ich bin mir nicht sicher, ob die Pappe auf Dauer die Form sauber beibehält).


    Auf das Dach wurden Spriegel aus dünnen Polystyrol-Profilen geklebt.


    Und so sieht der Wagen im Augenblick aus. Mal sehen, was ich bis zu den Winterfahrtagen in Hagen noch fertig bekomme. Werde ihn am Sonntag mal mitbringen.

  • Nachdem der Wagenkasten bis auf einige Kleinigkeiten (Signalhalter, Zettelkasten) fertig ist, habe ich ihn und das Dach mit der Airbrush grundiert. Durch die Grundierung kann man evtl. Fehler (Löcher, unsaubere Klebe- und Spachtelstellen) besser erkennen und bei Bedarf nachbessern.
    Als Grundierung verwende ich einen Lack von Presto aus dem KFZ-Bereich.



    Optisch macht diese "graue Maus" schon etwas her, fast wie ein Fotoanstrich. Ich muss glatt überlegen, ob ich für die Vitrine nicht auch einen Wagen in dieser Farbgebung machen soll. Mal sehen, wie aufwändig der Bau des Fahrwerks wird, vielleicht wird es ja was damit.


    Für den anstehenden Besuch bei den Winterfahrtagen in Hagen erhielten Wagenkasten und Dach dann aber noch die endgültigen Farben in RAL 8012 und silber. Einzelheiten wie die Lüftungsklappen muss ich noch von Hand bemalen.



    In der Frontalansicht kann an nochmals gut erkennen, wie zierlich der Wagen ist. Die Pufferbohle des Fahrwerks ist für einen "kontinentalen" Wagen vorgesehen und nur "leihweise" unter dem Fährbootwagen. Der Wagenkasten ist übrigens nicht schief, sondern liegt auf dem Leihfahrwerk nicht richtig auf.


  • Jörg hat freundlicherweise vor einigen Tagen einen Thread mit Vorbildfotos eines erhaltenen Fährbootwagens eingestellt.


    Ich leihe mir hier einmal eines dieser Fotos aus, um einen direkten Vergleich zwischen Vorbild und Modell zu machen (Jörg, wenn du nicht einverstanden bist, lösche ich das Bild hier wieder)




    So schlecht sieht das gar nicht aus, finde ich. Bevor ich mich jetzt ans Fahrwerk mache, werden noch einige Wagenkästen vorbereitet.

  • Hallo Jürgen,


    das ist ja ein unglaubliches Vorbild - Modell Foto. Hast Du richtig Klasse gemacht, ich bin begeistert. Ich "leihe" Dir sehr gern mein Foto, dafür machen wir das ja hier im Forum.


    Gruß Jörg

    Ich kenne keine andere Firma, bei der alles so durchdacht ist wie bei der Staatsbahn.

    Alles verläuft pünktlich auf die Minute, alles ist genau geplant, alles ist vorbereitet, ein wahres Vergnügen.

    (Egon Olsen in "Die Olsenbande stellt die Weichen")

  • Erst einmal vielen Dank an alle für die positive Resonanz auf mein Projekt.


    Die nächsten Wagenkästen und Dächer sind in Arbeit. Es fehlen noch diverse Kleinteile wie Signalhalter, Seilzugösen und Zettelkästen an den Wagenkästen. Und die Dächer benötigen noch ihre Spriegel.


  • Beim Urmodellbau hatte ich kurz darüber nachgedacht, die Tür- und Lüftungsklappenöffnungen offen darzustellen. Die Türen hätte ich dann separat gegossen und von den Lüftungsklappen habe ich noch, aus einem früheren Omnibus-Projekt, etliche Ätzteile hier liegen.


    Letztendlich habe ich dann, aus Stabilitätsgründen, und der Einfachheit halber, die Wand doch geschlossen gemacht.


    Nun hatte ich ein Gußteil, bei dem bei einer Lüftungsklappe das Gestänge unvollständig nachgebildet war. Da der Guß ansonsten in Ordnung war, wollte ich das Gestänge abschaben und durch aufgeklebte Profile ersetzen. Dabei kam mir der Gedanke, wenn schon das Gestänge neu, warum dann nicht etwas tiefer und mit geöffneter Klappe.
    Gesagt, getan, die Lüftungsklappe wurde aufgebohrt und ausgefeilt. Eine neue Klappe aufgeklebt und das Gestänge angebracht. Schlussendlich kam noch ein Gitter dahinter und jetzt habe ich einen Wagen, der sich wieder etwas von den anderen beiden unterscheidet.



  • Super,


    es gibt übrigens auch einen sehr schönen Messingbausatz eines britischen Vix Fährbootwagens. Da diese Wagen weit in Europa herumkamen, vielleicht auch für den einen oder anderen interessant. Spannend ist auf jeden Fall die britische Handhebel- und Vakuum-Bremse.


    Der Bausatz ist im Massstab 1:43,5. Da er aber dem britischen Lichtraumprofil entspricht, fällt der Unterschied vielleicht nicht so sehr auf.


    http://www.phd-design-etchings…h=25_35_67&product_id=212


    Michael

  • Hallo Michael,


    nochmals vielen Dank für den Link zu dem interessanten britischen Modell.
    Auch wenn es nicht hundertprozentig zum eigentlichen Thema des Threads passt, möchte ich noch ein paar Vorbildinfos zu diesem Modell ergänzen, da entsprechende Hinweise auf der Webseite des Anbieters fehlen.
    Es handelt sich um einen BR Ferry Van nach Diagram 1/227. 400 Exemplare wurden ab 1962 im Auftrag von British Railways gebaut und waren mindestens bis in die 80er Jahre im Einsatz. Der Wagen wäre also sowohl für die Epoche III als auch für die so von den Herstellern missachteten Epoche IV Fahrer von Interesse. Also, worauf wartet ihr? Greift zu!
    Auf der bekannten Webseite von Paul Bartlett gibt es viele Bilder und weitere Infos zum Vorbild:
    https://paulbartlett.zenfolio.com/brferryvan


    Viel Spaß!
    Klaus

  • Hallo Michael und Klaus,


    danke für den Hinweis auf den schönen Bausatz und die zusätzlichen Infos.


    Werde ich auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, vielleicht kommt er ja mal als Ergänzung zu meinen Wagen dazu.

  • In den letzten beiden Wochen hat sich nicht viel getan, die Wagenkästen warten auf die Griffstangen, das 2. Dach hat seine Spriegel bekommen und dann musste ich erst einmal wieder paar Evergreen-Profile besorgen.


    Deshalb habe ich meine Überlegungen zum Fahrwerk etwas intensiviert. Eigentlich wollte die das (die) Fahrwerk(e) aus Ms-Profilen selbst zusammenbauen. So wie ich es beim Dresden gemacht habe. Da es aber diesmal nicht nur um 1 Wagen geht, sondern (bis jetzt) um 3, suchte ich nach einer einfacheren Alternative.


    Also habe ich mir meinen Fahrzeugpark mal angeschaut, welche Fahrzeuge denn vom Achsstand und der Ausführung der Schakenböcke / Doppelschaken / Achslager passen könnten. Und ich habe einige Kandidaten gefunden, bei denen es (halbwegs) passen würde.


    1. MBx Glmhs 50 – eigentlich ideal geeignet, aber aus Metall und entsprechend schwer in der Breite anzupassen. Als Spender recht teuer.


    2. Selbstbau – mein Profilvorrat ist fast zu Ende, reicht noch für 1 Wagen, dann müsste ich erst wieder Material beschaffen. Dafür ließe sich recht einfach eine Dreipunktlagerung einbauen. (Das Fahrwerk auf dem Foto ist für den Schnellenkamp-Kühlwagen vorgesehen, deshalb falsche Schaken, Lager, etc.)


    3. Rivarossi „Donnerbüchse“ – das unter dem Personenwagen falsche Fahrwerk würde bis auf die Länge passen und wäre auch relativ einfach zu bearbeiten, da aus Kunststoff. Federn wären zu kurz


    4. Brawa UIC-Kühlwagen – wie 2.


    5. Lima Kühlwagen – wie 2, einfacher detailliert wie 2 oder 3.


    Letztendlich gab die Verfügbarkeit und der Preis den Ausschlag, die Nacharbeit bei 2, 3, und 4 wäre gleich. Von Nr. 5 habe ich noch einige im Fuhrpark, die seit vielen Jahren auf eine Bearbeitung warten. Ausserdem wären Sie relativ einfach und günstig im Netz zu beschaffen. Auf eine Dreipunktlagerung verzichte ich (erst) einmal, diese Wagen haben auf meine Gleisanlagen bis jetzt auch so keine Probleme bereitet.


    Also habe ich kurzerhand ein scharfes Messer genommen, eine Führungsschiene an das Fahrgestell gehalten und das Lima-Fahrwerk in der Breite fast bis zum Langträger zurückgeschnitten (Fräse oder kleine Tischkreissäge wären zwar genauer und einfacher, aber beides besitze ich nicht).


    Die Reste der Kastenstützen müssen auch noch ab, es sind zwar jeweils nur ein paar mm, aber sie passen nicht zu den Wagenprofilen. Dann muss ich den Langträger etwas verlängern, die alten Kupplungsaufnahmen raustrennen und neue Pufferbohlen anbringen.

  • Da der Editor das letzte Bild nicht wollte, hier das Ende vom Lied.


    Die restliche Ausstattung mit den Bremseinrichtungen, etc. wird, wie bei mir üblich, so ausgeführt, dass das Ganze in der Seitenansicht stimmig aussieht (Kommt später).


    Sieht mit dem passenden Achsstand schon mal besser aus, wie mit meinen Übergangslösungen.

  • Am Wochenende hab ich mal wieder kaum etwas geschafft, jetzt warten die 3 Fahrwerke auf die Feinarbeiten.


    Hier kann man im Vergleich mit dem rechten, unbearbeiteten Fahrwerk sehen, was in der Breite von den Fahrwerken "weggeschnitzt" werden musste.



    Und der Musterwagen hat es für diese Foto auch schon mal kurz auf die andere Seite des Ärmelkanals geschafft (Na ja, nicht ganz, eigentlich leistet die Class 08 ihre Frondienste bei mir im Schattenbahnhof als günstiger Rangierteckel - nicht weitersagen).


  • Gestern hatte ich bei einem Freund die Gelegenheit, den Musterwagen mit einer weiteren englischen Lok zu fotografieren.



    Die Bemerkung eine Modellbahnkollegen "... der Wagen sieht ja aus wie ein Minexwagen" stimmte mich nachdenklich, ich werde vorsichtshalber doch noch mal genauer nachmessen, wie es um die Maßhaltigkeit steht.

  • geht´s voran mit dem Wagen, es gibt auch noch anderes zu erledigen.


    Die Bearbeitung der Langträger der verwendeten Fahrwerke macht mir noch etwas Kopfzerbrechen. Die falsch sitzenden Kastenstützen lassen sich nicht so sauber entfernen, wie ich es gerne hätte.


    Dafür habe ich aber schon mal für den ersten Wagen die Pufferbohlen vorbereitet. Ganz schön enge Kiste bei dem schmalen Fahrwerk, aber es passt.


    Und den Maßvergleich mit dem Vorbild habe ich endlich auch mal gemacht, nachdem ich das Fahrwerk auf die richtige Höhe gebracht habe.
    Und siehe da, bis auf 1 mm stimmt die Höhe, Breite passt auch und selbst die Länge des Wagenkastens, die ich ja durch die Verwendung des Spenderwagens nicht beeinflussen kann, liegt im grünen Bereich. Herz was willst du mehr.


    Auch wenn die Beschriftung noch fehlt (liegt schon parat), habe ich mein Faible für "betriebsverschmutze" Fahrzeuge auch hier ausleben müssen, und (weil für die Beschriftung / Endlackierung wieder abwaschbar) den Wagenkasten etwas mit PanPastel-Farben behandelt. Gefällt mir einfach besser wie schachtelfrische Lackierungen.

  • Für den Fährverkehr nicht unwichtig, hier einfach mal als Überschrift für den Stand meines Projekts.


    In den letzten Wochen ging es nur in kleinen Schritten weiter. Ich wollte jetzt erst einmal die Wagenkästen fertigstellen. Dazu fehlten noch etliche Handgriffe, Rangiertritte, Zettelkästen, Signalhalter und Seilösen. Lauter Kleinzeug, das nicht auf den ersten Blick auffällt, aber den Gesamteindruck mehr bestimmt, als mancher Millimeter, oder mache Niete mehr oder weniger.


    Griffe wurden aus Draht gebogen, dabei kam mir die neue Biegelehre von Spur0-Tuning zugute. Zettelkästen hatte ich noch als Ätzteile da, Seilösen auch. Die Seilösen passten aber nicht, das schmale Lichtraumprofil ließ keinen Platz. Also auch hier eine Lösung aus Draht gebogen. Die Rangiertritte für die Frontseite entstanden aus Messingprofil und Holzsteifen.


    Da ich die 3 Wagenkästen leichter unterscheidbar machen wollte (für den vorgesehenen, späteren, Frachtzettelbetrieb) hatte ich mich entschieden, anhand der zur Verfügung stehenden Fotos, unterschiedliche Anordnungen der Teile an der Stirnfronten zu machen. Im Laufe der Zeit scheint es bei den Wagen einige Änderungen bei der Anordnung der Rangiergriffe und -tritte gegeben zu haben. Da sich diese Änderungen für mich nicht genau zeitlich einordnen lassen, kann es durchaus sein, das diese beim Vorbild erst nach der von mir dargestellten Epoche III vorgenommen wurden, aber damit kann ich leben.


    Zu den Unterschieden gehörte auch die Ausrüstung der Wagen mit Seilankern an der Eckrungen, anstatt der ursprünglich vorhandenen Seilösen. Ein Wagen sollte diese auch bekommen, also war die Anfertigung von 4 Seilankern angesagt. Erst wollte ich sie aus Polystyrol "schnitzen", entschloß mich dann aber für die etwas stabilere Lösung aus Messing. Um die winzigen Teile nicht alle einzeln anfertigen zu müssen, lötete ich 4 Stücke Messingblech aufeinander.


    2 Bohrungen und die Bearbeitung mit Schleifscheibe und Feile ergaben dann die gewünschte Form.



    Nur das Trennen der 4 kleinen Teile klappte absolut nicht, 3 Stück saßen so fest aufeinander, das ich sie nicht auseinander bekam, ich hatte keinen Ansatzpunkt, um die einzelnen Teile auseinander zu hebeln. Also noch einmal das Ganze, diesmal machte ich die einzelnen Blechstücke unterschiedlich lang, damit beim Trennen etwas zum Ansetzen da war.


    Geht doch!


    Auf den Vorbildfotos kann man erkennen, das die Seilanker nicht auf den Eckrungen angebracht waren, sondern ein Verstärkungsblech angeschweißt war, auf dem die Seilanker saßen. Dieses machte ich aus L-Profil und lötete die Seilanker darauf.



    Und anschließend wurden die 4 Winzlinge an die Eckrungen geklebt. Das alles hat richtig Zeit gekostet, macht aber den Bastelspaß, den ich beim Modellbau so liebe.


    Hier die 3 unterschiedlichen Fronten zum Vergleich.


    Der grundierte Wagenkasten mit Seilösen.


    Der grundierte Wagenkasten mit Seilankern.


    Und noch einmal alle 3 zusammen im jetzigen Bauzustand.


    Danke für eure Aufmerksamkeit - Fortsetzung folgt (irgendwann)

  • In den letzten Wochen bin ich mit den Fährbootwagen kaum weiter gekommen. Zum Einen habe ich beim Sonderverkauf von Lenz einen Schienenbus-Steuerwagen gekauft, den ich lackieren wollte und das ist leider voll daneben gegangen. Ich war mit Hilfe von Bremsflüssigkeit und Verdünnung und ganz viel Geduld über mehrere Wochen beschäftigt, den Lack wieder ab zu bekommen.


    Und dann ist bei uns eine willkommene Ablenkung eingezogen, die sich erfolgreich den Bemühungen in den Keller zu gehen entgegengesetzt hat,


    bzw. mich erst gar nicht weg ließ.


    Aber ein bisschen habe ich doch geschafft, alle 3 Wagenkästen sind jetzt braun lackiert. Ich habe mich entschlossen die Farben der Lüftungsklappen, bzw. des Gestänges leicht unterschiedlich auszuführen, auch wenn die Wagen in diesen Lackierungen vielleicht nicht in Realität zusammen gefahren sind. Ich habe keine Informationen gefunden, ob, und in welchem Zeitraum, das Gestänge für die Lüftungsklappen schwarz war. Und zu welchem Zeitpunkt die Klappen braun mit lackiert worden sind.



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