Moosberg in Moosburg ...

  • oder die späte Vorstellung meiner Anlage !


    Die Anlage ‚Moosberg‘ (wie Moosburg aber eben in der Höhe) hat keinerlei Ähnlichkeit mit den Bahnanlagen in Moosburg (KBS 930, bei Kilometer 57,5 zwischen Freising und Landshut, Höhe 414m über NN). Der Name ist nur in Anlehnung an den Standort der Anlage zu verstehen. Moosburg an der Isar ist eine Kleinstadt am Rand der Hallertau, nord-nord-östlich von München. In der Nähe von Moosburg befindet sich die kleine Ortschaft ‚Attenkirchen‘ dessen ehemaliger Gleisplan Namensgeber und Gegenstand einer anderen Anlagenbeschreibung hier im Forum sind.


    In Moosburg betreibe ich seit Anfang der 80er Jahre mein Hobby - zunächst in H0, seit ca. 20 Jahren in Spur 0. Die im folgenden beschriebene Anlage ist die zweite Spur 0 Anlage - die erste wurde wegen eines Umzugs abgebaut.


    Vor ca. 6 Jahren haben wir beschlossen uns ‚wohnungstechnisch‘ zu verkleinern - die Kinder sind aus dem Haus, das Haus viel zu groß und der Garten ein Quell der Arbeit aber nicht unbedingt der Freude… Die neue Wohnstätte sollte ‚altersgerecht‘ und trotzdem ‚modellbahngeeignet‘ sein - eine Forderung meiner Frau, die für den Fall für mich keinen geeigneten Modellbahnraum zur Verfügung zu haben, mit Depressionen meinerseits gerechnet hat.


    Die Wohnung wurde gefunden, der Umzug vorbereitet (es ist unglaublich was sich im Laufe von 30 Jahren ansammelt) und lange vor Bezug der neuen Wohnung, mit dem Abbau der alten Anlage und den Planungen einer neuen Anlage begonnen.


    Da die Wohnung noch nicht gebaut war, konnten Wände noch ein wenig geschoben und so einige Wünsche berücksichtigt werden. Am Ende der Planung stand ein Raum mit den Abmessungen 5,2m x 3,0m zur Verfügung, mit einem Fenster an einer Schmalseite und einer nach außen aufgehenden Tür am gegenüberliegenden (seitlichen) Ende. Außerdem genügend separat abgesicherte Steckdosen und die heute übliche Medienverkabelung (Ethernet) sowie mehrere Deckenauslässe für die Beleuchtung des Modellbahnzimmers.


    Im folgenden ein schematischer Gleisplan und einige Bilder :




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    Wie man sieht, ist der technische Aufbau soweit ziemlich abgeschlossen, die Ausgestaltung wird noch Arbeit erfordern und für Bastelspaß sorgen.


    Grüße aus Moosburg,
    Andreas

  • Hallo Andreas,


    dass so eine schöne Anlage sooo lange in unserem Forum "unentdeckt" bleibt, wundert mich :wacko: Vielen Dank jedenfalls für Deine Fotos und Erläuterungen! Eine wirklich schöne Anlage hast Du da gebaut (und baust sie noch)! Dazu habe ich ein paar Fragen:

    • Mir erschließt sich die Schotterverladung nicht so ganz ?( Wie kommt der Höhenunterschied zum Verladen zustande?
    • Wie sieht der Bereich vor der Tür aus? Da müsste doch eine Gleisführung auf 2 Ebenen sein, oder? Wie hast Du das gelöst?
    • Wieviele Gleise hat der Schattenbahnhof?

    Ich würde mich über weitere Fotos zur Erklärung sehr freuen!


    Danke und Gruß aus Bischofsheim nach Moosberg!


    Thomas

  • Hallo Thomas und alle Anderen die positiv auf meine Anlagenvorstellung reagiert haben - vielen Dank !


    Thomas, zu Deinen Fragen :


    - die Schotterverladung und das Stück Strecke befindet sich auf einer separaten Ebene über der Bahnhofsebene. Die sichtbaren Gleise der Anlage liegen auf 120 cm, die Schotterverladung, d.h. die Schmalspurstrecke 11 cm höher. Der Schattenbahnhof befindet sich unter dem sichtbaren Bahnhof auf 95 cm Höhe. Die Schotterbahn fährt nur eine kurze Strecke in die Kulisse hinein.



    - vor der Tür sind zwei bewegliche, abklappbare Brücken um die beiden Rampenstrecken schliessen bzw. öffnen zu können. Leider war es aufgrund der Trassenlage nicht möglich diese 'Brücken' von oben nach unten zu schliessen, aus diesem Grund werden die Brücken von unten nach oben geschlossen und mit jeweils zwei Riegeln - ziemlich gut und wiederholbar passend - gesichert. Die Stromzufuhr erfolgt über einzusteckende Kabel über die auch die Streckengleise vor und nach den Brücken auf mindestens 150 cm Länge mit Fahrstrom (Digitalsignal) versorgt werden. Eine erste Lösung bestand aus je einem Trassenbrett welches mittels 4mm Büschelsteckern fixiert und mit dem Fahrstrom versorgt wurde. Diese Lösung funktioniert bei geraden Gleisen hervorragend, bei meinen doch stärker gekrümmten Gleistrassen bestand aber die Gefahr des seitlichen Wegkippens, weshalb ich die Klapplösung umgesetzt habe.







    - der Schattenbahnhof hat 3 'lange' (= weniger kurze) und ein kurzes Gleis sowie eine Möglichkeit umfahren zu werden. Ich kann also 4 Garnituren mit typischerweise 5-6 2-achsigen Güterwagen oder eine BR24 mit bis zu 5 Donnerbüchsen abstellen.
    Dazu habe ich in/von beiden Fahrtrichtungen aus je 2 Stumpfgleise die Triebwagen oder Loks aufnehmen können.






    Bilder habe ich hier ein paar mit eingestellt, wenn gewünscht, kann ich auch ein wenig über den Hintergrund, die Elektrik und andere Themen schreiben.


    Nochmals Danke,
    Grüße,
    Andreas

  • Hallo Andreas,


    bitte gerne weiterschreiben, deine Anlage ist echt sehenswert,
    ich glaube, wir wollen alle noch mehr davon sehen und lesen.


    Gruß

    Meinhard,
    der wohl immer noch nördlichste Nuller Deutschlands

    und nun endlich in Rente

  • Hallo Andreas,


    leider sind mir die "Grünen" ausgegangen :huh: großes Lob für Deine Anlage! :thumbup: Gut durchdacht und sauber gebaut!


    Auf jeden Fall würde ich auch gerne mehr darüber erfahren. Danke für Deine erklärenden Worte und die neuen Fotos. Es bleiben aber noch ein paar Fragen bei mir offen:
    - Wo hast Du die beschriebenen Riegel an den Klappteilen eingebaut?


    - Wie kommst Du an das Fenster ran?


    - Es sieht fast so aus, als hätte die Schwenkbühne einen Handantrieb!?


    Deine Idee mit den "Hilfsschienen" an den Übergängen der Klappteile gefällt mir. Das sieht sehr betriebssicher aus!


    Deine Absturzsicherungen mit Abstandshülsen erinnert mich an meine Anlage :rolleyes: da sind die Trassen auch oft zu schmal geraten...


    Ich freue mich auf Deine weiteren Beschreibungen zur Elektrik, Steuerung, Schattenbahnhof, integrietem Arbeitsplatz, Betrieb, Verladung, Fahreuge usw. usw. :thumbsup:


    Danke, Gruß
    Thomas

  • Hallo Thomas,


    ich versuche Deine Fragen zu beantworten :


    - die Riegel (?) sind an der Unterseite der Trassenbretter angebracht.



    Wichtig sind die Metallfassungen in die die eigentlichen Riegel eintauchen. Sie gewährleisten, dass das verschleisslos funktioniert und auch noch jetzt, nach ca. drei Jahren wie am Anfang funktioniert.


    - das Fenster kann jederzeit gekippt werden (zumindest der linke Flügel). Mindestens einmal im Jahr steht aber Fensterputzen an ... Dazu kann das obere Teil des Segments vor dem Fenster nach oben herausgenommen werden. Dadurch ist es möglich die Fensterflügel zu ca. 80% zu öffnen und so auch an die Außenseite des Fensters zu kommen. Da das Eisenbahnzimmer sozusagen 'exterritoriales' Gebiet ist und ich hier alleine am werkeln bin, kenn ich mich mit diesem Vorgang ganz gut aus.



    Ich habe versucht mit den Pfeilen die Abmessungen des Segments zu zeigen.


    - die Schwenkbühne ist das Modell von N-Detail (https://www.ndetail.de/) und auch der Antrieb kommt von dort. Ein schöner, sehr passgenauer Bausatz der viel Spass gemacht hat.



    Deiner Aufforderung etwas zu den weiteren von Dir genannten Themen zu schreiben, komme ich gerne nach. Ich werde das nach und nach angehen und in loser Folge etwas schreiben.


    Danke für das Interesse, Grüße aus Moosburg,
    Andreas

  • Wie angeküdigt, werde ich in der nächsten Zeit noch zu Idee, Planung, Bau und anderen Themen Informationen liefern.


    Planung und Thema :


    Im Gegensatz zu meiner ersten Spur0 Anlage sollte die neue Anlage die Möglichkeit bieten auch ‚im Kreis‘ zu fahren. Wie bei den meisten von uns, ist der Platz für die Anlage begrenzt und die möglichen Fahrstrecken sind kurz. Der Aufwand zum Umsetzen an den Strecken-Endpunkten wird daher schnell groß und die Möglichkeit einen Zug in Bewegung zu sehen ist nur sehr eingeschränkt möglich. Ich wollte versuchen dem ein wenig abzuhelfen und habe daher einen symmetrischen Schattenbahnhof geplant der beidseitig über Rampen ‚nach oben‘ an eine Unterwegs- und Abzweigstation einer eingleisigen Hauptbahn angeschlossen ist. Man kann jetzt vom Bahnhof in beide Richtungen fahren und entweder im Schattenbahnhof ‚Kopf’ machen und wieder zurückfahren, oder aber im Kreis fahren. Je nach Laune wird beides gemacht.


    Die kurze Nebenstrecke endet in einem kleinem Bahnhof auf der gegenüberliegenden Seite.


    Die Strecke und Stationen befinden sich im süddeutschen Raum, haben aber kein konkretes Vorbild.


    Die Radien der Anlage sind minimum 1.20m und erlauben das Fahren kurzer Wagen und Lokomotiven mit der Originalkupplung. Da ich mit der Spur0 zu einer Zeit begonnen habe in der es das Angebot der Firma Lenz noch nicht gab, habe ich sowohl Lenzfahrzeuge (und Lenz-Kupplungen) und Modelle mit Originalkupplung im Einsatz. ‚Betrieb‘ wird vorwiegend mit den Fahrzeugen gemacht die über die Lenz Kupplung verfügen - die Betriebssicherheit ist einfach größer und die Möglichkeit die Loks ohne manuelles Eingreifen umzusetzen möchte ich nicht missen.


    Die Gleisplanung wurde mit dem Programm RailModeller Pro auf einem iMac durchgeführt.



    Vorbereitung, Unterbau, Rahmen :


    Die Anlage ist stationär geplant, es soll aber möglich sein die Anlage in einzelne Segment zu zerlegen wenn der Abbau eines Tages erforderlich wird.


    Die einzelnen Segmente sind als Rahmen aus 19mm Tischlerplatte (10cm hochkant) und einer 10mm Sperrholzplatte als Deckel gebaut. Die Rahmen sind im Bahnhofsbereich 80cm tief, in den Raumecken ca. 100cm x 100cm sonst schmaler.
    Die Rahmen sind wandseitig an senkrechten Leisten (25mm x 45mm) befestigt, die oberhalb der Anlagenfläche auch zur Befestigung für die Hintergrundkulisse genutzt werden. An der Vorderseite stehen die Rahmen auf Beinen (34mm x 34mm) die in der Höhe verstellbare Schraubfüße haben.




    Die Anlagenhöhe ist 1,20m, die untere Ebene liegt 25cm tiefer. Ein größerer Abstand der Ebenen wäre wünschenswert, leider konnte ich dies nicht realisieren, da ansonsten die Rampenstrecken zu steil (größer 3%) ausgefallen wären.


    Nach Bezug der Wohnung im Sommer 2013 und nachdem zumindest der allergrößte Teil der Umzugskartons ausgepackt und eingeräumt war, konnte es dann losgehen mit dem Bau der Anlage.


    Die vorbereiteten senkrechten Leisten wurden montiert und die inzwischen angelieferten Segmentkästen, beginnend mit der unteren (Schattenbahnhofs-) Ebene ausgerichtet und befestigt. Die Segmente sind untereinander mit 8mm Maschinenschrauben verbunden. Mittels V-förmiger Ausschnitte kann man Kabel unterhalb der Sperrholzplatten von Segment zu Segment verlegen.




    Der Schattenbahnhof funktioniert zuverlässig, allerdings würde ich bei einem Neubau darauf achten, dass die Gleise mehr Abstand haben. Manuelle Eingriffe sind aufgrund der herrschenden Enge schwierig. Die Höhe von 25cm zur darüberliegenden Ebene ist ausreichend aber nicht üppig ...


    Grüße,
    Andreas

  • Hallo Anreas,
    vielen Dank für Deine Bilder vom Rohbau. Ich finde solche Bilder schon ganz wichtig, da ich (und wohl auch andere)dann mit meinem Rohbau vergleiche.
    In meinem Schattenreich habe ich 24 cm Luft, das wird schon knapp, aber mehr hätte eben - wie du auch schreibst - steilere Rampen zur Folge. Bei mir sieht es im Prinzip ähnlich aus; die Züge können den Bahnhof Spalt in beide Richtungen verlassen und in den Schattenbahnhof fahren. Zusätzlich können die Züge auf der unteren Ebene im Kreis fahren.
    Ansonsten meinen Glückwunsch zu Deiner Anlage, die ist ganz toll geworden.

    Viele Grüße aus Hamburg
    Jan

  • Hallo Anreas,
    vielen Dank für Deine Bilder vom Rohbau. Ich finde solche Bilder schon ganz wichtig,


    Hallo Jan,


    das finde ich auch! Mehr Bilder braucht das Forum 8)


    Was ist eigentllich aus Deiner Anlage inzwischen geworden? Du hattest Deinen guten Start ja mal gezeigt...


    Andreas:
    Danke für Deine Ergänzung des Anlagenberichts. Wirklich alles gut durchdacht und sauber gebaut! Ich hoffe, es geht noch weiter...


    Gruß
    Thomas

  • Hallo Jan,


    ich habe mir nochmal den Bericht über Dein 'Spalt' angeschaut ... schon witzig die Parallelen! Verdeckter, ähnlicher Schattenbahnhof mit genauso geringem Abstand, Fenster an einer Schmalseite (mit wegklappbarem Zugang?), Arkaden hinter dem Bahnhof (bei mir nur als Bild) usw.


    Aber offenkundig viel mehr Platz, zumindest in der Länge ! Da wäre mit ein bis zwei zusätzlichen Metern bei mir noch einiges mehr drin gewesen an Zuglänge ! Ich wäre auch an einer Fortsetzung Deines Anlagenberichtes interessiert !


    Ein schönes Modell eines ETA 177/178 würde mir auch gefallen - ich habe mal einen angefangenen Bausatz von Gebauer in der Bucht erstanden und dann neu/fertig gebaut. Läuft sehr gut (gefedertes Fahrwerk) und wird von mir gerne und häufig eingesetzt.




    Thomas : Ja, ich werde noch was schreiben !


    Grüße,
    Andreas

  • Moin Thomas und Andreas,
    meine Bahngesellschaft hatte so einige zeitliche Probleme. Ich betreibe ja auch noch einen kleinen Werftbetrieb, dann ist mein Vater verstorben und hat noch eine kleine Firma hinterlassen, auf meiner Hauptarbeit war es auch sehr betriebsam und irgendwo war denn auch mal die Luft raus. Zu allem Überfluss lese ich auch sehr gerne, tja, da blieb dann für meine Bahngesellschaft nicht viel Zeit (und das liebe Geld ist ja auch nicht unendlich...).


    Ich hatte aber einige Hinweise zu den Gebäuden des Bahnhofs Spalt bekommen; dazu kam vor kurzem auch ein Buch über die Hopfenbahn heraus, so dass es jetzt weitergeht. Ich werde dieser Tage ein paar Bilder einstellen und etwas schreiben. Zudem scheint es ja mit der BR 98.3 bei BMW etwas zu werden.


    Die Arkaden sind noch von meinem HO-BW übrig geblieben...
    Witzig: Den Wittfeld hatte ich vor Jahren aus der Ankündigungsliste von BMW bestellt, dafür lasse ich jede 01 stehen (würde bei mir eh nicht passen). Das ist dann ja nichts geworden. Dein ETA sieht aber sehr gut aus, stell den doch einma separat vor. Hmm, mal auf die Suche nach einem Bausatz gehen ? Mal sehen.
    Erst einmal liebe Grüße aus Hamburg
    Jan

    Viele Grüße aus Hamburg
    Jan

  • Heute will ich nur kurz über 'Trassen und Gleise' meiner Anlage berichten :


    Die Trassen sind im Bereich des Schattenbahnhofs und der ‚oberirdischen’ Bahnhöfe die Deckplatten der Segmente, nur im Bereich der Rampen zwischen oberer und unterer Ebene gibt es Trassen im klassischen Sinn. Diese Trassen sind mittels senkrechter Sperrholzstreifen aufgeständert, die obere Ebene besteht aus separaten Segmentrahmen mit den entsprechenden Sperrholzdeckeln.



    Im Bild links zu sehen meine einfache Biegevorrichtung mit der alle Schienen vorgebogen worden sind


    Alle Gleise wurden diesmal auf einer 5mm Korkunterlage mittels Schrauben und passenden Unterlegscheiben befestigt, ausgerichtet und durch kleine Silikonklebeflächen fixiert. So war es zumindest geplant - beim Basteln ist das Ziel 'kleine' Klebeflächen zu nutzen etwas in Vergessenheit geraten und ich musste feststellen, dass die Menge an Silikon die ich verwendet habe viel zu groß ist und es nahezu unmöglich macht die Gleise noch mal vom Untergrund zu lösen. Hier rate ich dringend zu Vorsicht - die geklebten Gleise halten bereits mit einigen kleinen Klebestellen bombenfest. Meine Weichen im sichtbaren Bereich sind zum Glück alle auf 5mm Sperrholz montiert und können für den Fall der Fälle ohne Totalverlust ausgebaut werden.




    Nach dem Abbinden des Klebers wurden die Schrauben entfernt. An den Übergängen zwischen den Segmenten im Bereich des Schattenbahnhofs habe ich die Gleise auf Messingschrauben aufgelötet und dann mittels ROCO Säge getrennt. Die Segmentübergänge im sichtbaren Bereich wurden mit Hilfe von Pertinax-Platinenmaterial realisiert. Ich weiss nicht ob ich mir diese Arbeit nochmal machen würde - es gibt inzwischen fertige Montagehilfen bzw. Endstücke für die Segmentkante. Wahrscheinlich würde ich auf die Trennung ganz verzichten bzw. erst bei einem Abbau der Anlage eine Trennung vornehmen.




    Die Gleise und Weichen sind im unterirdischen Bereich von ROCO - dieses Gleismaterial hatte ich in ausreichender Menge zur Verfügung. Das ROCO Gleis ist sehr betriebssicher und meine Fahrzeuge haben keinerlei Problem mit den Weichen.


    Für den sichtbaren Bereich habe ich vorhandenes Gleismaterial von O-Scale (Hamburg) genutzt, die Weichen sind von REPA bzw. Schultern, ergänzt um eine Handvoll Bogenweichen die ich bei Weichen-Walter als Teilbausatz bestellt habe. Alle Profile im sichtbaren Bereich sind 3,5mm hoch, die ROCO Gleise haben 4mm Profilhöhe.


    Nachstehend noch zwei Bilder von dem bereits erwähnten herausnehmbaren Segment vor dem Fenster. Der untere Teil ist fest, steht aber dem Fensterputzen nicht im Weg.




    Bis demnächst,
    vielen Dank für die zahlreichen positiven Rückmeldungen,
    Andreas

  • Ich möchte im Folgenden kurz auf die Verdrahtung und die bei mir vorhandene Steuerung der Anlage eingehen :


    Die Verdrahtung wurde nach Verlegen der Gleise in einzelnen Segmentabschnitten durchgeführt.



    Im Gegensatz zu früheren Anlagen (H0 und 0) habe ich bei dieser Anlage ein striktes ‚Farbmanagement‘ der verwendeten Litzen und Drähte geplant und auch eingehalten, was die Verdrahtung recht einfach und übersichtlich gemacht hat.


    Die einzelnen Litzen sind in Verdrahtungsprofilen zusammengefasst - einmal um sie zu 'kanalisieren', zum anderen um besonders im Bereich des Schattenbahnhofs die Litzen, Drähte und sonstigen elektrischen Leitungen für die immer mal notwendigen manuellen Eingriffe aus dem Weg zu haben. Auf dem Bild ist auch die Beleuchtung des Schattenbahnhofs mittels LED-Streifen zu sehen.



    Um eine ausreichende und zuverlässige Stromversorgung sicherzustellen, ist ein ‚selbstgestrickter Powerbus‘ installiert.


    Klingt nach mehr als tatsächlich notwendig ist. Ich habe jeweils eine 2-adrige Leitung (Litze 2,5) für den digitalen Fahrstrom, die digitalen Schaltelemente (Weichen/Signale) und mehrere Leitungen für 16V Wechselspannung verlegt. Auf jedem Segment sind - meist an den Enden - Lötleisten auf die die 6+ Litzen aufgelegt sind. Die Lötleisten haben mehrere Kontakte von den denen die jeweilige Versorgung weiter verzweigt wird. Zwischen den Segmenten sind die Litzen auf steckbare Schraubklemmen gelegt die eine Trennung der Segmente erlauben. Dies hat sich auch zur Fehlersuche als nützlich herausgestellt …



    Die einzelnen Stromkreise sind mittels Schmelzsicherungen abgesichert und die Stromstärke wird angezeigt. Da die Beleuchtung (soweit vorhanden) mittels LEDs erfolgt, fließen in der Regel nicht mehr als 1 Ampere je Stromkreis.



    Es gibt mehrere Möglichkeiten die Anlage zu steuern - alle sehen eine manuelle Steuerung und keinerlei Automatik vor. Ich habe eine Roco Z21 (weiß) im Einsatz die über einen Booster (Lenz) die Fahrzeuge steuert. Die Z21 liefert direkt (und separat) die Signale für die Weichen- und Signal-Steuerung. Sonstige Verbraucher die keinen Decoder haben, werden über mehrere Wechselspannungsstromkreise versorgt. Diese sind einzeln abgesichert. Für alle sichtbaren Bereiche der Anlage gibt es eine größere Zahl Gleichspannungsversorgungen die jeweils 12V Gleichspannung liefern. Alle (zu 95% LED-) Lampen werden mit dieser 12V Spannung versorgt (über die entsprechenden Vorwiderstände/Schutzdioden).
    Das Stellpult ist mittels der Z21 App auf einem iPad realisiert, kann aber alternativ auch über eine vorhanden iTrain Applikation auf einem Monitor mittels Maus bedient werden.
    Die Handgeräte sind drahtgebundene und drahtlose Multimaus sowie ein Lenz Handregler (101).


    Die Weichen werden alle über MBT-Servodecoder gesteuert, die Herzstücke sind polarisiert. Alle Decoder haben eine separate Stromversorgung (Wechselspannung) und werden mittels des vom Fahrsignal getrennten Digitalsignals gesteuert. Damit kann ich den zum Kurzschluss führenden Versuch eine Weiche ‚aufzufahren‘ trotz des dann wegen des Kurzschlusses abgeschalteten Fahrstroms die Weiche noch umstellen. Nachdem sich der Fahrstrom wieder eingeschaltet hat, kann die Fahrt fortgesetzt werden ohne die Lok vom Herzstück wegschieben zu müssen.


    Die Signale (Viessmann, Weinert, Moog) werden ähnlich wie die Weichen angesteuert. Für die Signale habe ich mir aus Lochrasterplatinen kleine Verteiler angefertigt (6-polig (Fahrsignal, Steuersignal, Wechselspannung)), die einzelnen Anschlüsse mit den passenden Steckern versehen und dadurch die manchmal sehr mühsame Verdrahtung ziemlich vereinfacht. Alle Beleuchtungen der Anlage werden genauso über Verteilerplatinen für 5-8 Lampen versorgt die alle nur gesteckt werden müssen.



    Bis jetzt funktioniert alles sehr zuverlässig. Während des Baus der Anlage war es hilfreich die Segmente einzeln in Betrieb nehmen zu können um die Funktion aller darauf verbauten Gleise, Weichen und Signale testen zu können. Hierbei waren auch die Z21 oder das iTrain Programm gut geeignet, da mit beiden ein Gleisbildstellwerk schnell konfiguriert und betrieben werden kann.


    Soweit für heute - ich melde mich noch mal zum Thema 'Beginn der Ausgestaltung'.


    Bis dahin Grüße aus Moosburg,
    Andreas

  • Die Ausgestaltung, auch einer kleinen Anlage, wird (hoffentlich) niemals ganz fertig. Nach dem Einschottern von Gleisen und allen die Gleisanlagen begleitenden Schotterflächen (z.T. mit Split), war zunächst der Bau der wenigen Straßen angesagt. Der Epoche 3 entsprechend wurden die meisten mit Kopfsteinpflaster gestaltet wofür die Produkte von CH-Kreativ Verwendung fanden.


    Da die Größe der Anlage eigentlich nur einen gestalteten Bahnhof erlaubt, sind als Geländeerhebungen nur die die Bahnanlagen in beide Richtungen begrenzenden ‚Hügel‘ mit den entsprechenden Tunnelportalen zu planen. Der die Strecke zum Nebenbahnhof optisch etwas trennende Hügel sollte außerdem eine für eine kurze Strecke sichtbare Feldbahn zur Schotterverladung bekommen.





    Für die Hintergrundkulisse hatte ich vorher auf dünne Holzplatten die an den senkrechten Leisten die auch die Rückseite der Anlage tragen, einen von unten nach oben von hellgrau nach hellblau verlaufenden Himmel mit einigen getupften Wolken gemalt.
    Für die weitere Gestaltung war etwas mehr Arbeit nötig. Von jeher haben mir die MZ-Hintergründe gefallen und was in Spur0 zu bekommen war hatte ich ‚schubladiert‘. Trotzdem erschien mir der Weg aus diesen nun mit Schere und Klebstoff eine Kulisse zusammenzustellen nicht aussichtsreich, da sowohl der Massstab als auch die Anzahl der verschiedenen Motive Einschränkungen in der Gestaltung bedeutet hätten.




    Nachdem ich alle benötigten Kulissenblätter besorgt hatte, wurden diese mit hoher Auflösung eingescannt und die verschiedenen Gebäude und Motive dann einzeln freigestellt. Damit hatte ich einen ‚Baukasten‘ um mir auf dem Computer ‚meine‘ Hintergrundkulisse in einem passenden Massstab, mit den passenden Motiven und in der für mich passenden Anordnung zu gestalten. Die Datei hat mir dann mein lokaler Digitaldruck-Service auf einem Plotter mit Endlospapier ausgedruckt, auf eine selbstklebende Folie kaschiert und die Oberfläche mit einer weiteren kaschierten Folien robuster gemacht. Zusätzlich hat er eine Schneidelinie entlang der oberen Kontur der Motive aufgebracht und den ganzen Hintergrund (der in drei Teile geteilt war) mit dem Schneideplotter ausgeschnitten.





    Die Fototapete habe ich dann mit einigem Bangen nach Anleitung auf diesen Himmel mit einem Rakel aufgebracht.


    Ich bin mit dem Hintergrund sehr zufrieden, für mich wirkt er stimmig, aus einem Guss und hat alle Vorteile der MZZ Hintergründe (Perspektive, Licht/Schatten, Thematik).


    Nach ca. 5 Jahren Bauzeit ist die Anlage jetzt soweit gestaltet, dass keine allzu großen Lücken mehr auffallen. Die Beleuchtung ist eingebaut und es kann jetzt mit den etwas kleineren Details begonnen werden. Dazu zählen z.B. die inzwischen auch eingebauten, beleuchteten und sich drehenden Weichenlaternen. Wenn man keine ‚fertigen‘ Weichen z.B. von Lenz verwendet, ist hier Selbstbau bzw. Improvisation gefordert. Einen Teil der Weichen habe ich mit dem Laternenantrieb von H0-fine und Weinert-Laternen ausgestattet, alternativ dazu sind die Viessmann Weichenlaternen zum Einsatz gekommen. Für diese habe ich die LEDs getauscht um ein gefälligeres (wärmeres) Licht zu bekommen.



    Betrieb


    Der Betrieb kommt bei mir etwas zu kurz… zumindest ein vorbildgerechter Fahrbetrieb findet eher selten statt. In der Regel werden die Züge aus dem Schattenbahnhof auf die Strecke geschickt, halten unterschiedlich lang im Bahnhof und fahren weiter in den Schattenbahnhof. Da ja keine Automatik vorhanden ist, ist mit dem Stellen der Fahrstraßen, der einigermassen kompletten Signalisierung und dem ‚Fahren’ des Zuges bereits einiges zu tun. Zwischen den Zugfahrten gibt es Rangierfahrten um einzelne Wagen zum Kohlenhändler, der Baywa oder dem Stückgutschuppen zuzustellen. Mit einem Zugpaar auf der Nebenbahn sind dann aber auch schon 60-90 Minuten Zeit vergangen und da die Bastelei, das Putzen oder das Bauen auch noch Zeit finden soll, ist meist der Betriebstag schon vorbei.


    Das wars soweit was Planung, Bau und momentane Aktivitäten bei 'Moosberg in Moosburg' angeht - wenn es neues zu berichten gibt, z.B. eine gestaltete Nebenbahn, werde ich mich wieder melden !


    Danke für das Interesse,
    bis bald,
    Andreas

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