[DB Regelspur] Lesetips Fahrwegssicherung gesucht.

  • Hallo Zusammen,


    Ich würde mich gerne etwas mehr in die Materie einlesen wie denn in kleineren Endbahnhöfen die Fahrwegssicherung erfolgt(e).



    Welche Weichen sind zu verschließen, wie wurde das in der Praxis gehandhabt etc ...
    Schlüsselbrett - oder ? - Weil in kleinen Endbahnhöfen war ein entsprechendes mechanisches oder elektronisches Stellwerk mit seinen Möglichkeiten zur Fahrwegssicherung in der Regel nicht vorhanden.


    Einen sehr vagen Überblick habe ich - ich würde einfach gerne allgemein mehr darüber erfahren/lesen.



    Vielleicht hat ja der Eine oder Andere Literaturvorschläge/Links ... ?!


    VG, Stefan

  • Guten Tag


    Ein kleiner Tip als link am Rande , ein Buch was die Materie ganz gut beschreibt.https://www.bahn-fachverlag.de…fahrweg-sichere-zugfahrt/


    Aber da ich dieses Thema aus der eignen Erfahrung ( Berufswelt ) kenne ist dieses Thema nicht so einfach und auch oft eine sehr trockne Thematik. Auch weil es nicht den einfach Weg dort gibt . Den auch beim Vorbild gibt es sehr viele örtliche Sonderwege.


    Wenn man ein Bahnhof für sich selbst plant sollte man vielleicht folgende Punkte ins Auge fassen.
    1. Was für eine Art von Strecke
    2.Welche Zugfahrten sollen durchgeführt werden.
    3. Wie viele Züge befinden sich gleichzeitig in einem geschützten Streckenabschnitt
    4. Wie könnte dies beim Vorbild aussehen.
    ( Zugfahrten finden im wirklichen nie Plötzlich statt)


    Beispiel hier in Rheinsberg gibt es zum Bahnhof nur ein Einfahrtsignal für die sogenannte Stammstecke und eins für die Stichstrecke zum KKW ( welche nur auf Bedarf befahren wird)
    Aber keine Ausfahrtsignale und dadurch kann sich von der Sicherung des Fahrzeugs/ Fahrweg über mehre Kilometer nur eine angemeldet / bestellte Zugfahrt befinden.


    Mit freundlichen Grüßen


    Lothar

  • Hallo Stefan,


    die MIBA-Reporte Mechanisches Stellwerk 1+2 https://shop.vgbahn.info/miba/…he+stellwerke+1-_190.html beantworten einige Fragen zu den Grundlagen.


    Insgesamt ist die Sicherungstechnik sehr komplex, da beim Vorbild sehr hohe Sicherheit gefordert wird. Die Sicherheit wird üblicherweise durch Technik (Ausschlüsse im Stellwerk usw.), durch Vorschriften (Fahrdienstvorschrift usw.) und durch das Personal (Fahrdienstleiter, Rangierleiter, Zugführer, Triebfahrzeugführer, Weichenwärter) gewährleistet. Da es bei der Sicherheit einen stetigen Lernprozess gibt sind viele Details von der Epoche abhängig.
    Schon beim Verschließen von Weichen gibt es besondere Begrifflichkeiten: So gibt es den Klammerspitzenverschluss bei spitz befahrenen Weichen, den Weichenriegel und das Weichenschloss. Alle sollen das Umstellen verhindern, aber aus jeweils anderen Gründen. Der Klammerspitzenverschluss sichert die Zungen gegen Umstellen durch die Kräfte des Radsatzes beim Befahren, der Weichenriegel sichert die Lage der Weiche im Stellwerk (Abhängigkeit) und gegen Umstellen, das Weichenschloss sichert eine handgestellte Weiche gegen unbefugte Bedienung und kann über Schlüssel Abhängigkeiten herstellen.


    Grundsätzlich sind von Zügen befahrene Weichen gegen Umstellen zu sichern und sie haben eine Grundstellung um Flankenfahrten zu vermeiden, bei Weichen in Rangierbereichen ist das nicht notwendig, da muss der Rangierleiter darauf achten.
    In kleinen Bahnhöfen sind die Weichen wenigstens mit einem Schloss ausgestattet und der Zugführer hat einen Schlüssel.


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Guten Tag


    Da haben wir es wieder und darum ist das Thema so schwer in einem Forum zu behandeln und da werden Begriffe durch den Raum geworfen.


    Der Klammerspitzverschluss hat nichts mit dem befahren einer spitz zugefahrenen Weiche zu tun . Den egal ob spitz oder Stumpf , jede Weiche besitz eine mechanische Verschlusseinrichtung ( z.B. Hakenverschluss oder Klammerverschluss ) diese sollen halt verhindern das diese sich unter einem Zug selbstständig verstellen können . Wenn diese Weiche fernbedient wird ( Stellwerk ) sind diese noch innerhalb einer Fahrstrasse elektrisch verriegelt ( Stelltisch) . Gegen unabsichtliches Stellen am Stelltisch. Was diese Verschlusseinrichtung seien muss , diese muss wenn sie Stumpf befahren wird ausfahrbar bleiben ( mechanisch) . Wenn an einer Weiche eine oder beide Verschlusseinrichtungen schadhaft sind darf diese auch nicht mehr befahren werden. Dann wird bis zur Behebung des Schaden diese durch anlegen der Zugenhandverschlüsse ( mit Schloß) in einer Fahrtrichtung gesichert damit ein umstellen unter dem Zug verhindert wird. Dadurch kann diese Weiche dann nur innerhalb einer Fahrstrasse oder einzeln nur in einen Fahrweg befahren werden .Ist auch nicht mehr stellar.
    Die Verschlusseinrichtung einer Weiche befinden sich jeweils dort wo sich die Stell und Prüfstange befinden also am Anfang zum Abzweig .


    Aber auch hier ist immer gesagt , dass ist im Modell alles nicht umsetzbar oder nur sehr schwer.
    Denn ihr wollt doch Spaß beim spielen mit der Modellbahn , klar etwas Vorbildnähe ist nie verkehrt.




    Mit freundlichen Grüßen


    Lothar

  • Hallo Stefan,
    stelle doch mal ob der Komplexität der Ereignisse 8o einen Bahnhofsplan hier rein und mache ein paar weitere Angaben dazu zwecks Haupt-/Nebenbahn, Hauptgleise, Anschlüsse, beabsichtigter Signale etc. Nicht zu vergessen wäre die Epoche in der du umherfahren möchtest. Meist rühren die Strecken beim Vorbild noch aus der Länderbahnzeit, die Preussen, Schachsen, Bayer, Württemberger....hatten da teilweise auch sehr unterschiedliche Vorschriften.


    Ansonsten empfehle ich Strohmeyer "Der Eisenbahnbau" in 4 Bänden. Leider antiquarisch aber ein wenig findet sich im Netz davon.


    UND ganz wichtig: Du bist nicht allein mit diesem Problem! Auch ich stehe vor der Aufgabe meinen Bahnhof zu sicheren und zu signalisieren, wobei ich es noch dazu mit kreuzender Schmalspur und einem Industriebahngleis mit gleichzeitiger Befahrung in einem Dreischienengleis durch Schmal- und Normalspur zu tun habe. Slebst gemachtes Elend des Modellbauers sozusagen :D ;( :huh: :huh:
    Gruss, Dirk

  • Hallo Lothar,


    danke für deine Korrektur:



    Der Klammerspitzverschluss hat nichts mit dem befahren einer spitz zugefahrenen Weiche zu tun . Den egal ob spitz oder Stumpf , jede Weiche besitz eine mechanische Verschlusseinrichtung ( z.B. Hakenverschluss oder Klammerverschluss ) diese sollen halt verhindern das diese sich unter einem Zug selbstständig verstellen können .


    Fast richtig, denn nicht jede Weiche hat(te) einen Zungenverschluss, der wurde erst ab 1901 eingeführt und bis 1924 mehrfach angepasst (Wulfert, die Weichen Form 6 und 8 der Deutschen Bundesbahn, S. 12). Ältere Weichen wurden nicht sofort alle nachgerüstet, insbesondere auf Rangiergleisen.
    So ein Teil habe ich 2004 in einem Endbahnhof mit Lokschuppen noch fotografieren können. sieht aus wie eine Modellbahnweiche ^^


    Die Aussage mit den 40 km/h hatte ich mir tatsächlich falsch gemerkt - es sind 50 km/h, siehe (9) https://www.gesetze-im-internet.de/ebo/__14.html


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


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  • Hallo Zusammen,


    vielen Dank für Eure Tipps, die mich in die richtige Richtung geführt haben.


    Dadurch habe den folgende Thread gefunden, in dem viele meiner unausgesprochenen Fragen gestellt und beantwortet wurden:


    https://www.stummiforum.de/vie…8efb815f2a2bdd18a12afe1a4


    Den muss ich jetzt noch mal in Ruhe durcharbeiten und schauen wie ich das in meine Planung einfließen lassen kann.
    Viel Grüße,
    Stefan

  • Hallo,



    ich kann meinen Vorschreibern nur anschließen.
    Das Thema ist unheimlich komplex und führt auch heute noch zu diversen Unstimmigkeiten zwischen Aufsichtsbehörde und Eisenbahnen.
    Ich hatte in meiner Prüfung zum Eisenbahnbetriebsleiter auch das Vergnügen einen Verschlussplan aufzustellen und Rangierverbote festzulegen.
    Was war das Ergebnis:
    In meiner Prüfungsgruppe hatten alle ein anderes und alle waren richtig.
    Um alle Gegebenheiten mit Flankenschutz und Durchrutschwegen richtig darzustellen, bedarf es doch unheimlich viel Platz.
    Dafür haben wir glaube alle zu wenig Platz.


    Aber kurze Frage an H3x:
    Auf was beziehst du deine Geschwindigkeitsangabe von 40 km/h?

  • Hallo V36412!


    Aber kurze Frage an H3x:
    Auf was beziehst du deine Geschwindigkeitsangabe von 40 km/h?


    Hatte mich ja schon korrigiert, siehe oben, es sind 50 km/h laut EBO.


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


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  • Hallo Zusammen,


    ich wollte mal zurückmelden, dass für einen kleineren Endbahnhof mit ortsgestellten Weichen vermutlich das "Schlüsselwerk" die Methode der Wahl ist wenn man die Sicherungstechnik nicht auf elektronischem Wege realisieren möchte.


    https://de.wikipedia.org/wiki/…inheitsschl%C3%BCsselwerk


    Die Weichen des Fahrwegs, die Flankenschutzweichen & GS werden entsprechend verschlossen, und die Schlüssel dann im Schlüsselwerk eingesteckt und geschlossen - liegen dann alle Weichen der Fahrstraße ( sind überall die richtigen Schlüssel geeschlossen) kann diese mit einem gesonderten Schloss verschlossen werden. Ist der Verschluss erfolgt kann das Einfahrsignal aufgeschlossen und gestellt werden. Sobald der Zug dann im Bahnhof angekommen ist ... wird das Einfahrsignal wieder auf Halt gestellt, und die Fahrstraße kann wieder aufgelöst werden.


    Sind die (Weichen-) Schlüssel mit dem Rangierer unterwegs ... kann damit also keine Zugfahrt in den Bahnhof erfolgen.


    Eigentlich gar nicht so kompliziert - wenn man es mal verstanden hat.


    Viele Grüße,
    Stefan

  • Hallo,


    ich verstehe die Frage nicht.
    In der EBO steht 50 km/h. Ist das nicht eindeutig?


    H3x


    Die 50 km/h sind eindeutig. Aber auf was waren die bezogen?


    Ich finde nur deine Korrektur aber nicht den Beitrag dazu.


    Diesen Wert gibt normal nur bei ausgefallener Zugsicherung.

  • Hallo V36412,



    Diesen Wert gibt normal nur bei ausgefallener Zugsicherung.


    Als EBL solltest Du die 50 km/h auch noch woanders her kennen: die EBO fordert ab einer Streckengeschwindigkeit von 50 km/h die Ausrüstung der Bahnhöfe mit Einfahrsignalen - vielleicht ist das Ja gemeint.



    Freundliche Grüße
    EsPe

    Nur weil ich den einen oder anderen Fehler an manch einem Modell zwar bedauere und gelegentlich kritisiere, aber mich dennoch über perfekte Fahreigenschaften usw. und einen gelungenen Gesamteindruck freue, bin ich noch längst kein Spielbahner (was übrigens abwertend klingt).


    Und nicht jeder, der von sich selbst behauptet, ein ernsthafter Modellbahner zu sein, muss es deshalb auch wirklich sein.
    (frei nach Blaukäfer)

  • Das könnte möglicherweise gemeint sein. Allerdings sind im genannten Fall die Signale erst erforderlich wenn die Streckengeschwindigkeit MEHR als 50 km/h beträgt. Somit erst ab 60 km/h. (Streckengeschwindigkeiten werden stufenweise angegeben) Daher meine Nachfrage. Hätte der Gesetzgeber so schreiben können, warum er das nicht getan hat ist nicht bekannt. Auch nicht nicht in den Kommentaren der EBO.
    Dieses mehr als 50 findet sich in der EBO sehr oft. Daher sind die klassischen Nebenbahnen mit einfacher Sicherungstechnik alle nur bis 50 km/h, da ab 60 km/h viel mehr erforderlich ist.

  • Hallo Dirk,

    stelle doch mal ob der Komplexität der Ereignisse einen Bahnhofsplan hier rein und mache ein paar weitere Angaben dazu zwecks Haupt-/Nebenbahn, Hauptgleise, Anschlüsse, beabsichtigter Signale etc. Nicht zu vergessen wäre die Epoche in der du umherfahren möchtest. Meist rühren die Strecken beim Vorbild noch aus der Länderbahnzeit, die Preussen, Schachsen, Bayer, Württemberger....hatten da teilweise auch sehr unterschiedliche Vorschriften.

    Da ich den Plan gerade noch mal überarbeitete will ich da nichts total halbgares vorstellen.


    Evtl spicke ich beim Bahnhof "Fischstein (oder so ähnlich)" aus dem grünen HP1 #15 - ein anderer Ideengeber ist ein Entwurf, der im Netz unter dem Titel "Zwänge West" zu finden ist.


    Also irgendwas in der Richtung...


    Viele Grüße , Stefan

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