Blechkanal, Betonkanal oder garnichts ?

  • Hallo!


    Auf meiner Anlage sind hauptsächlich Lenz-Weichen der älteren Bauart, also mit angespritzter Antriebsattrappe des Typs S700 (?) und Viessmann-Formsignale, ebenfalls mit Antriebskasten, in dem sogar der tatsächliche Modellantrieb steckt.


    Frage an die Experten: Was ist richtig:


    Betonkanäle, von denen man nur die Abdeckungen sieht, zu den Weichen und Signalen verlegen? Ich stelle mir vor, dass dadurch die Elektroleitungen geführt werden.


    Oder überhaupt keine Kanäle, da die Leitungen - wie im Straßenbau - eingegraben und unsichtbar sind?


    Falsch sind doch wohl auf jeden Fall die Blechkanäle, die ja nur die Seilzüge der mechanischen Stelltechnik schützten?


    Wer kann mich darüber aufklären?


    Vielen Dank im voraus!
    Heiner

  • Hallo Heiner,


    ich bin da auch kein Experte, aber beim elektrischen Weichenantrieb S700 gehe ich bei der Zuführung von Spannungsversorgung und Steuerungskabeln von den bekannten Beton-Kabelkanälen aus, welche mit abnehmbaren Betonplatten abgedeckt werden.
    Da der Zugriff bei Störungen immer gewährleistet sein muss, ist "Vergraben" wohl nicht die gebräuchliche Verlegungsart.
    Die Kanäle schauen meist ein Stück aus dem Schotter, oder dem Planum auf dem sie seitlich entlang des Gleises verlaufen heraus.


    Es gibt auch aufgeständerte Kabelkanäle aus Zink?blech. Seit wann diese in Gebrauch sind kann ich aber nicht sagen.
    Bei der Unterquerung von Gleisen wird der Kabelkanal dann aber tatsächlich komplett im Schotterbett liegen.


    WENZ bietet alles an was benötigt wird.


    Im WENZ ONLINE WORKSHOP für vorbildliche Gestaltung von Weichenantrieben, findest Du unter Punkt 14 ein Anschluß-Schema.


    Hier mal ein Foto auf der Shopseite von schnug-modellbahn.de auf der Artikelseite der Erbert Produkt Pendents für H0.
    (Leider sind die Erbert Weichengrenzzeichen in "0" ausverkauft, das nebenbei)


    Es gibt unter signaltechnisches Streckenzubehör dort die Kabelkanäle etc. für H0. Diese können zumindest als Vorlage für den Selbstbau in 0 dienen denke ich.


    In 1:32 hat sich hier bergermodellbau.de viel Mühe gegeben.


    Wer tief in die Materie einsteigen will findet hier sicher gute Informationen fahrdienstleiter.cl


    Es gibt auch entsprechende Infos zur mechanischen Stellwerktechnik oben auf der Seite wenn man den Mauszeiger auf "Aussenanlagen" fährt.


    Ich würde mich freuen wenn Dir die Links hilfreich sein können.

  • Hallo,


    Seilzüge fallen in der Tat raus.
    Betonkanäle hat es dafür durchaus gegeben. In der Frühzeit hat man in der Tat die Kabel direkt vergraben.
    Sehr zur Freude der Bautrupps die dann heutzutage Gleiserneuerung oder ESTW bauen.
    Da werden die dann leider immer wieder zufällig durch Bagger gefunden...


    Allerdings finde ich die Blechkanäle optisch viel schöner, wobei diese auf Nebenbahnhöfen selten verwendet wurden.
    Da sind die Seilzüge oft offen geführt worden.


    Wenn man das im Modell alles korrekt nachbilden möchte dann ist das schon recht aufwändig.


    Einfacher ist es im Modell dann tatsächlich einige wenige Betonkanäle zu nutzen und auf ein elektromechanisches Stellwerk (E43) zu setzen.



    Gruß Patrick

  • Hallo Heiner,
    es kommt auf die jeweilige Situation an. Liegen die Kabel zu einem Signal an der Strecke, dann sind die Metallpritschen oder Betonkabelkanäle neben dem Gleis sichtbar.


    Innerhalb von Bahnhöfen liegen die Kabel meist etwas tiefer in Rohren. Bei Richtungsänderungen und an den Signalen wurden Kabelziehschächte gebaut. Ich habe das in meinem Güterbahnhof so gemacht, da braucht man nur die Schächte nachzubilden, muss sich vorher allerdings Gedanken machen, wo die Kabel entlang geführt werden würden. Die Rohre sollten immer gerade verlaufen, um es den Monteuren zu ermöglichen, weitere Kabel in die Rohre einzufädeln.
    Am Stellwerk sieht es dann so aus:

    Aus dem Kabelkeller im Stellwerk laufen die Kabel zu den Kabelziehschächten zwischen den Gleisen. Von diesen Kabelziehschächten laufen dann die Kabel parallel zu den Gleisen bis zu den Signalen oder Weichen.


    Da es auch im weiteren Bahnhofsbereich Richtungsänderungen geben kann, wird dort wieder ein Schacht gesetzt.


    Von diesem Schacht führt auf meinem Bahnhof ein Kabelrohr zum Haltesignal und im 90°-Winkel ein Kabel aus dem Bahnhof heraus zum Einfahrtsignal.



    Das Rautenblech ist aus Polystyrol von Knupfer. Die Schachteinfassung ist aus 1mm Polystyrol.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo Spur- Nuller,
    also, ich habe auch drei "alte" Lenz- Weichen im Einsatz und verwende dazu antrazith angemalte Blechkanäle
    von Weinert.
    Ob das wirklich so richtig ist, weiß ich nicht (Kanäle habe ich aufgeklebt), aber mir gefällts......

    Schönes, neues Jahr wünscht Euch Frankie :)

  • Hallo,


    bei Spurplan-Stellwerken wurden die Kabel vergraben oder lagen in Betonkanälen, meist wurde beides gemacht, denn die Betonkanäle kreuzen nicht sichtbar die Gleise (im Gegensatz zu denen aus Blech).


    Beispielbild:


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo,
    Empfehlenswert sind die Hefte vom Miba- Verlag über mechanische Stellwerke. Z.Z. wird einige Litaratur bei Ebay angeboten.


    Für mich war es sehr hilfreich und werde somit meine Seilzugkanäle nahe am Vorbild verlegen.
    Übrigens bietet Jürgen Moog ebenfalls Artikel für die Seilzüge an. https://www.0mobau.de/23-rechts-und-links-der-schiene?page=4 Gruß Robby

  • Hallo Heiner,


    Dirk hat dir ja schon eine kompetente Antwort dazu geschrieben, in der Tat ist die Informationslage in der "Modellbahnerliteratur" dürftig, das lässt sich z.T. auch an den Folgebeiträgen ablesen, ein offenes To do für die Miba und Konsorten. Ich habe das Diskrepanz-Problem "Hautbahn-Elektroweichenantrieb S700 Stellwerkstechnik" in Verbindung mit Lenz Nebenbahnradien/Fahrzeugangebot auch gesehen und habe mich trotzdem für meinen Nebenbahnendbahnhof für die Nachbildung eines elektrischen Stellwerks mit Betonkanälen entschieden. Die 15 elektrischen Lenzweichen habe ich mal günstig vor Jahren geschossen und den Antrieb mit echter Funktion und beleuchteter Laterne wollte ich sicherlich nicht abflexen zugunsten eines vorbildgerechteren mechanischen Stellwerks. Die geraden Betonkanäle hat mir freundlicherweise ein Vereinskollege gefräst, für die "Kreuzungen" und Abzweigungen hat mittlerweile Zapf-Modell preiswerte Betonkanäle im Angebot und natürlich auch die Geraden.


    http://www.zapf-modell.de/shop…roducts_sort_order&page=3


    Bei unserem Anlagenumbau in Hagen mit Hauptbahncharakter haben wir auch jede Menge Betonkanäle vorgesehen, vielleicht kommst du uns zu den Winterfahrtagen besuchen, Zapf ist als Hersteller auch zugegen, würde mich freuen.


    Mit freundlichen Grüßen


    Ralf

    Spur0 Team Ruhr-Lenne e.V. - Die Hagener Spur 0 Leidenschaft in XXXL seit 2007.


    http://www.spurnullteam.de/


    Betriebsabend: aktuell keine Treffen in Hagen.


    Ich hoffe in 2021 wieder schreiben zu können: jeden dritten Freitag im Monat 19.00-23.00 Uhr - Betrieb, Essen,Trinken, Fachsimpeln, Spaß haben in kompetenter und netter Runde. Gäste und Gastfahrzeuge sind herzlich willkommen: Södingstr. 16-18, 58095 Hagen.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!