Stempelbeschriftung

  • Liebe Kolleginnen und Kollegen,


    ich bin auf die glorreiche Idee verfallen, meine Privatbahnwaggons mit einem handelsüblichen Stempel zu beschriften. Wohlgemerkt: nur die Firmenbezeichnung, in diesem Fall "STAMAG" für St.Andreasberger Marmor AG. Hat jemand damit bereits Erfahrungen gesammelt? Ich würde mich freuen, wenn man die Probleme, z. B. Farbwahl etc., erörtern könnte. Vielleicht hat bereits jemand festgestellt, dass das eine Latrinenidee ist?


    Gruß und frohes Neues Jahr!


    Reinhold

  • Hallo Reinhold,
    ich wünsche dir auch ein frohes neues Jahr!


    Zu deiner Idee:
    Die Stempelbedruckung bei der industriellen Fertigung von z.B. Modell-Wagen ist eine äusserst diffizile Angelegenheit, die eine sehr sorgfältige Einrichtung der Maschine erfordert.
    Ich habe mal gehört, dass bei der Bedruckung/Stempelung der mit Abstand höchste Ausschuss von allen Arbeitsschritten produziert wird.


    Ob man das am "Küchentisch" mit entsprechend einfacher Ausrüstung besser hinbekommt wage ich zu bezweifeln.


    Andererseits:
    Versuch macht kluch.....


    Viel Erfolg! :thumbup:
    Heiner

  • Hallo Reinhold,


    Ich sehe da erstmal kein Problem - im Prinzip.


    Die Farbe, nun ja, die müsste von der Konsistens eher pastös als wässrig sein.
    Schwierig wird es, den richtigen Druck zu reproduzieren.


    Zu wenig, dann hast Du die Buchstaben fragmentiert, zu viel, und du drückst die Farbe zur Seite raus.
    schwierig wird es wihl auch die richtige Farbmenge auf den Stempel zu bekommen.


    Gruß
    Matthias

  • Hallo Reinhold,


    leider habe ich das selbst noch nie probiert, benutze Stempel nur beruflich. Und da kann ich sagen: Auf simplem Kopierpapier, also schwarz-auf-weiss bzw. blau-auf-weiss, funktioniert das. Jedenfalls meistens. Auch andere Materialien (wie z.B. Tischplatten, Hemdärmel, Handflächen oder Schweineschwarte) kann man meist problemlos bestempeln.
    Es gehört jedenfalls etwas Mumm dazu, mit einem Stempel auf teure und/oder handwerklich anspruchsvolle Modelle loszugehen. Für zuverlässige Ergebnisse wirst du einige Vorversuche brauchen. Prinzipiell sind kleine Stempel besser zu handhaben als große Stempel, bei denen es gar nicht so einfach ist, einen gleichmäßigen Druck auszuüben.


    Weiss oder Gelb halte ich für keine sonderlich guten Stempelfarben, weil die grundsätzlich eher schlecht decken. Besser wäre da eine (rechteckige) weiße Fläche zu lackieren und darauf dann schwarz zu stempeln. Wenn du sowieso eine Phantasiefirma betreibst, könntest du deren (Privat-)Wagen ja auch grau lackieren. Da müsste es sich ganz gut drauf stempeln lassen. Allerdings stellt sich dann natürlich die Frage, wieso stempeln, wenn die sowieso eine komplette Neubeschriftung brauchen?


    Meine Erfahrung aus 25 Jahren Stempelnutzung: Es gibt signifikant unterschiedliche Stempelqualitäten, insbesondere bei der Detailwiedergabe (von der man sowieso nicht allzu viel erwarten sollte).


    Hier hatte ich schon mal Sperrholz lasern lassen, die machen aber auch Stempelgummi: Formulor


    Ah, da fällt mir ein: Mit der Stempelnutzung habe ich sogar schon 50 Jahre Erfahrung. Damals nannte sich das aber noch Kartoffeldruck... ;)


    Einen hab ich noch: Schon mal an eine klassiche Schriftschablone gedacht? Hat man früher mit Tuschestiften (die es immer noch gibt, sogar mit weisser Tusche) benutzt. Würde ich heute (sofern es nicht gerade eine 0,13mm "breite" Strichstärke sein muss) aber eher mit Lackstiften betreiben. Aus Acryl gelasert ist so eine Schablone eine günstige Investition.

    Viele Grüße aus Südhessen


    Alexander

  • Moin,
    die Beschriftung der Fahrzeuge durch die hersteller erfolgt nicht mit einem Stempel, sondern per Tampondruck.Dabei ist nicht nur die Wahl der Farbe immens wichtig, vielmehr der Druck beim Druck ^^
    Schwierig sauber hinzubekommen mit Hausmitteln würde ich sagen. Aber es kommt wohl wirklich auf den versuch an mit einem handelsüblichen Stempel.
    Gruss, Dirk

  • Hallo,


    ich habe mal einen Wagen mit Letraset (Aufreibebuchstaben) beschriftet. Ich bin zufrieden und es sieht sauber aus. Feine und kleine Schriften werden von Letraset angeboten, auch in hellen Farben (weiß).


    Gruß
    Wolli

    Gruß, Wolli ---> wünsche allen HP1 !

  • Hallo Reinhold,


    meine Beschriftungen stelle ich selbst mit dem üblichen Word Zeichenprogramm her. Als Farbkopie auf Klebepapier, ausschneiden, auf Objekt aufkleben und mit mattem Klarlack übertupfen (NICHT streichen). Sicher keine Profilösung, mir aber gut genug - und sooo besch..... sieht es ja nun auch wieder nicht aus. Anbei ein paar Beispielbilder aus meinem Fuhrpark. Stempeln wäre mir zu riskant und wie meine Vorschreiber bereits schrieben - da gehört doch irgendwie Profiwerkzeug dazu.


    Wenn es denn sowieso ein Privatwagen bei dir ist kann ja ruhig eine "Firmentafel" mit Schriftzug oder Logo drauf. Wenn es allerdings Finescale orientierte Ansprüche sind, dann empfehle ich die Beschriftung von einem Profi anfertigen zu lassen - z. B. Herr Nothaft hat so etwas voll drauf.

  • Hallo Reinhold,


    wenn du eine nicht poröse Oberfläche (etwa Metall, Kunststoff, Lack) mit Farbe bestempeln möchtest, solltest du unbedingt eine sehr schnell trocknende Farbe verwenden!
    Solche teils auch stärker pigmentierten Farben gibt es von z.B. Modico, Coloris oder Noris.
    Man verwendet sie z.B. zum abriebfesten Beschriften von Golfbällen, zum Beschriften von CDs, Werkzeugen, etc.


    Probleme gibt es zumeist beim Direktauftrag auf Kunststoffe wie Polyethylen und Polypropylen.
    Hierfür werden aber spezielle PE/PP-Farben angeboten.
    Je nach Farbton ist die Stempelfarbe dann lasierend (bzw. nicht ganz deckend) oder pigmentiert.
    Mit diesen Farben lassen sich auch z.B. Gefrierbeutel bedrucken.


    Für die Modellbestempelung also möglichst eine schnell trocknende (unter einer Minute) und pigmentierte (deckende) Stempelfarbe verwenden.
    Alles andere ist von der Qualität des Stempels und dem eigenen Geschick abhängig ...


    Gruß Armin

  • Hallo Reinhold,


    hier vielleicht eine andere Idee. Es gibt im Modellbau auch Decalfolien in DIN A 4, die kann man mittels PC, Drucker, Grafik oder Textprogramme gestalten.
    Gibt es für Tintenstrahl- und Laserdrucker. Sowohl klar als auch in weiß sind die Folien erhältlich.


    Für die Eisenbahn habe ich die noch nicht genutzt, aber für mein Zweithobby, Slotcar fahren ( Carrerarennbahn)
    Dort bauen, lackieren und beschriften wir die Wagen teilweise selbst.


    Das Prinzip: Folie bedrucken, mit Klarlack überziehen, ausschneiden, dann legt man das Objekt ins Wasser. Anschließend kann man das „ Abziehbild“ auf das Modell schieben.


    Schwierig wird es allerdings mit weißer Schrift, da die Drucker keine weiße Farbe haben, weiterhin immer mal Probedrucke machen, da die Farbsättigung nicht so groß, bei dunklem Untergrund ( Bordwand) könnte die Beschriftung unter gehen.


    Ist vielleicht eine Alternative zum stempeln


    Gruß
    Minidriver

  • Hallo Freunde der perfekten Beschriftung :D ,


    der Beitrag #10 von nozet rief mir ein Verfahren wieder in Erinnerung: Foto Transfer Potch, = Fotos (Laserdruck) auf beliebige Objekte übertragen. Produkt und Methode sind gut beim Hersteller Kreul beschrieben. Kaufen kann man das Produkt im Archtiketur- und Künstlerbedarf. Ein Beispiel aus dem H0-Umfeld ist hier zu sehen.
    Auch hier im Forum findet man über die Suche "Potch" Beispiele.


    Gruß Rainer :thumbup:

  • Das Prinzip: Folie bedrucken, mit Klarlack überziehen, ausschneiden, dann legt man das Objekt ins Wasser. Anschließend kann man das „ Abziehbild“ auf das Modell schieben.


    Hallo,


    dies erinnert mich gerade an die TT-Zeit mit Bausätzen aus Tschechien. Dort wurde als Beschriftung bedrucktes gummiertes Papier beigelegt.
    Legte man dies (in der irrigen Annahme, ein Nassschiebebild vor sich zu haben) ins Wasser, löste sich die Gummierung mitsamt der Bedruckung komplett auf.
    Und man staunte ob der jäh verschwundenen Beschriftung nicht schlecht. :D


    Eigentlich sollte das bedruckte gummierte Papier zunächst mit Klarlack 1-2 mal überstrichen werden.
    Im Wasser löste sich dann die Gummischicht auf, die Bedruckung blieb an der hauchdünnen Klarlackschicht haften, womit man ein verwendbares Nassschiebebild erhalten hatte.


    Gruß Armin

  • Hallo,


    ergänzend zu Rainers Beitrag #11 hier der Verweis auf "laufende Bilder": Jen Kaup (Vampisol) hat das in einem deine Tube Film erklärt.


    https://www.youtube.com/watch?v=Bwrb8PxVcLQ


    Quote

    "Kaufen kann man das Produkt im Archtiketur- und Künstlerbedarf."


    Bei Bedarf kann ich das auch (leidlich) direkt mit nach Gießen bringen, Preis lass ich die Woche erfragen.



    Grüße
    dry

  • Hallo Leute!


    Ich bin begeistert von eurer Resonanz, vielen Dank! Die zündende Idee kam wohl von Rainer und dry mit dem Transfer Potch der Fa. Kreul. Die Homepage der Fa. ist zwar etwas für ganz Intelligente (oder für ganz Dove), beim Durchsehen des Neuheitenkatalogs fiel mir aber ein sogenannter Transfer-Marker auf, der die Prozedur, zumindest für viele Fälle, sehr vereinfachen könnte. Das müsste dann ähnlich wie bei der Letraset-Beschriftung (gibt es die überhaupt noch?) funktionieren. Man muss es halt mal ausprobieren, auch was die Vorbereitung der Oberflächen angeht. Daß die Stempelidee so einige Tücken aufweist, ist mir klar. Aber so ganz vom Tisch ist sie noch nicht.


    Ich werde berichten!


    Gruß Reinhold

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!