Britisch Spur 0: Dapol Sentinel Y3 Vorstellung Teil 1

  • Hallo,


    es gibt wieder mal etwas britisches. Ich möchte den neuen Dapol "Sentinel" Y1/Y3 kurz vorstellen, hier in der Ausführung ex GWR (Great Western Railway) Industrielok No.2 "Isebrook".


    Vorher etwas zum Vorbild Y1 und Y3.


    Die LNER-Klasse Y1 war eine Klasse von 0-4-0 Getriebedampflokomotiven, die von Sentinel Waggon Works für die London and North Eastern Railway gebaut und 1925 eingeführt wurden. Sie gingen 1948 in den Besitz der British Railways über und hatten die Nummer 68130-68153.
    Der Überhitzer-Vertikal-Wasserrohrkessel und die Kraftübertragung waren ähnlich wie bei den Sentinel-Dampflastkraftwagen. Innerhalb der Klasse gab es Unterschiede in der Kesselgröße und im Brennstoffinhalt, die durch die Unterklassen Y1/1 bis Y1/4 gekennzeichnet waren.


    Alle "Big Four" Gesellschaften haben Versuche vom Typ Sentinel C.E. ("Centre Engine") durchgeführt, aber die LNER hat sie am häufigsten eingesetzt. Die C.E.-Lokomotive basierte auf den Sentinel Dampf-LKWs, wobei der gleiche Typ von Vertikalkessel und ein ähnlicher Kettenantrieb für die Räder verwendet wurde. Die Versuche zeigten, dass der Sentinel Central Engine in der Lage war, eine konstante Zuglast über eine Strecke zu ziehen. Dies war dem Kettenantrieb zu verdanken. Der Kettenantrieb war auch deshalb vorteilhaft, weil er keinen "Hammerschlag" auf das Gleis erzeugte - im Gegensatz zur traditionellen Bewegung einer Dampflokomotive. Daher wurde er als ideal für Arbeiten auf kleinen Anschlußstrecken und Werksbahnen angesehen, wo die Gleise möglicherweise nicht von hohem Standard waren.


    Die LNER bestellte insgesamt 15 C.E.-Lokomotiven und gab ihnen die Klassifizierung Y1. Sentinel stellte auch eine Y3-C.E.D.G.-Lokomotive ("Center Engine, Double-Gear") her, die zwei Gänge hatte. Insgesamt wurden 32 Stück vom C.E.D.G.-Typ "Y3" beschafft.


    Diese Rangierlokomotiven verbrauchten nur etwa 15 Pfund Kohle pro Meile. Daher wurde 1930 aus Effizienzgründen ein Los von 20 Stück anstelle von weiteren 20 Stück der Baureihe J72 0-6-0T bestellt.


    Die empfohlene Kurbelwellendrehzahl betrug 500 Umdrehungen pro Minute, wobei Sentinel maximal 600 Umdrehungen pro Minute angab, was einer Lokomotivgeschwindigkeit von 21mph entspricht. Typischerweise wurden die Motoren mit ca. 300 Umdrehungen pro Minute betrieben.


    Die Dampfmotoren hatten Sitzventile und die Umschaltung erfolgte über eine verschiebbare Nockenwelle.


    Die Y3 hatte mehrere Ritzel in zwei verschiedenen Größen auf der Kurbelwelle. Ein Stirnrad erlaubte es, den eingelegten Ritzelsatz zu wechseln - also die Übersetzung zu verändern. Dieser Gangwechsel konnte nur im Stillstand durchgeführt werden. Der niedrige Gang war für den Rangierbetrieb gedacht, während der hohe Gang für den Betrieb leichter oder kurzer Güterzüge vorgesehen war. Mit der 19:19 Ritzelübersetzung ergab das Nennmaximum von 600 Umdrehungen pro Minute 36,5 Meilen pro Minute im hohen und 13,5 Meilen pro Minute im niedrigen Gang.


    Der vertikale Kessel war zylindrisch, mit einem inneren Feuerraum. Die Kohle wurde von oben eingeschüttet. Der Rost (unten) war leicht konisch, so dass die Kohle zur Mitte hin fiel. Die Kesselrohre waren spiralförmig in insgesamt drei verschiedenen Winkeln angeordnet. Die Konstruktion war recht kompliziert, und Sentinel beauftragte daher die Firma Galloways aus Manchester mit dem Bau der Feuerbuchsen.


    Die Rangierloks Y1 wurden wegen ihrer geringen Geschwindigkeit nur selten für den Zugverkehr eingesetzt. Stattdessen erwiesen sie sich als besonders nützlich beim Rangieren in kleinen Rangierbahnhöfen, wo es nicht genügend Arbeit für eine größere Lokomotive gab. Ein weiterer Vorteil war, dass sie von einer Person bedient werden konnten.


    Die meisten wurden in den späten 1940er und 1950er Jahren aus dem Dienst genommen, sieben davon blieben bis in die frühen 1960er Jahre als erhalten. Zwei Stück gibt es noch heute, die Y1 No.68153 derzeit zerlegt bei der Middleton Railway, die vorgestellte Y3 Works No. 6515 GWR No.12 ist betriebsfähig beim Buckinghamshire Railway Centre.



    90-252 Sentinel 0-4-0VBT No 6515
    by Clive G', auf Flickr


    Noch ein paar Bemerkungen zu "Isebrook". Die 1926 gebaute Werks-No. 6515 wurde als GWR Nr.12 zur Prüfung durch die GWR nach Swindon geschickt. Die Lok war mit Vakuumzugbremsen und Dampfheizungsanschlüssen für Versuche im Nebenbahndienst auf dem Malmesbury Branch ausgestattet, wobei sich die Nr.12 als untermotorisiert erwies.


    1927 wurde die 6515 an Sentinel zurückgegeben und zwei Jahre lang als Rangierlok in den Sentinel Works eingesetzt. 1929 wurde ein weiterer Hauptstrecken-Versuch mit der LMS durchgeführt. Letzendlich wurde im Oktober 193 die Sentinel 6515 an Thomas E. Grey Ltd. als Werkslok in Burton Latimer, Northamptonshire verkauft, wo die Lok die Nummer 2 erhielt und nach der nahe gelegenen Stadt Isebrook benannt wurde. Die Lok arbeitete dort bis zum Jahr 1958, als eine modernere Diesel-Sentinel als Ersatz angeschafft wurde.


    Danach wurden die Kessel- und Antriebsteile aus der 6515 entfernt, das Fahrgestell und der Aufbau wurden bis zur Abstellung im Jahr 1972 als Güterzugbremswagen verwendet. Am 31. Mai 1972 kamen die Einzelteile im Buckinghamshire Railway Centre an.


    Die Restaurierung von 6515 dauerte über sieben Jahre an und erforderte neben dem Austausch eines Großteils der Karosserie auch eine überholte Kessel- und Motoreinheit, was am 26. August 1979 mit der erfolgreichen Wiederinbetriebnahme seinen erfolgreichen Abschluß fand.
    Um den Einsatz von 6515 in Personenzügen zu ermöglichen, wurde die Vakuumzug-Bremsausrüstung wiederhergestellt, und Sentinel 6515 wird seitdem bei verschiedenen Museumsbahnen eingesetzt,


    Die unten abgebildete grüne Farbgebung ist der Zustand 40/50er Jahre als Werkslok bei Thomas E. Grey in Burton Latimer, noch ungealtert.



    Es ist eine sehr kurze Lokomotive, nur 136 mm LüP lang, genau so viel wie ein normaler 7-Plank Privat-owner (PO) offener Güterwagen Die Führerstandsüren sind zu öffnen.



    Nieten, Griffstangen, Radlager, Sandkästen und die anderen Details machen ein guten Eindruck. Die Beschriftung ist britisch-typisch knapp gehalten. Das Messingschild ist nur aufgedruckt, vielleicht hat ein Kleinserienanbieter ein "erhabenes" Schild im Angebot?



    Das Dachfenster ist fest und nicht verschiebbar. Jedoch auch hier, feine Nieten und Regenleisten (und Staub!). Das Doppelrohr rechts ist der Schornstein, links das Rohr auf dem Holzbrettern ist der Wassereinfüllstutzen. Die Kohleladung sieht sehr nach "Plastik" aus, Echtkohle könnte abhelfen.



    Beide Achsen sind angetrieben. Die Räder sind brüniert, jedoch in recht hellen Farbton. Mir war es nicht dunkel genug und ich habe die Radscheiben mit Revell No.8 mattschwarz eingefärbt. Ansonsten, Stehkessel, Kettenantriebe, Radgetriebe, Bremsgestänge, Sandkästen, Spurräumer, Sandfallrohre, Aufstiegsleitern, alles da. Im Stehkessel ist ein LED-"Feuerflackern" eingebaut, welches im DC-Betrieb beim Fahren leuchtet oder im DCC-Modus durch Funktionstasten gesteuert wird.
    Neben den Sandkästen sind zwei der vier Gehäuseschrauben zu sehen.


    (weiter in Teil 2)

  • Hier nun der zweite Teil.


    Versuchen wir mal, nach innen zu schauen. Mit den Augen geht es kaum, mit der Kamera des Mobiltelefon ist es noch schwieriger. Auf jeden Fall, Dapol hat sich große Mühe gegeben. Die Instrumente an der Wand mit Zeigern und das Regal sind nachgebildet, ebendso alle Stehkesselarmaturen und der Reglerhebel.




    Jetzt geht es noch mal nach draußen. Die 21pol. MTC Schnittstelle ist unter der Wasserkastenabdeckung ohne Werkzeug leicht zugänglich. Der Blindstecker sitzt recht fest, daher empfiehlt es sich, das Gehäuse abznehmen, um besser Zugang zu haben. Vor dem Abnehmen des Oberteils muß der Schornstein abzogen werden.



    Das ist nun geschehen. Das Chassis besteht komplett aus Metall und sorgt für Gewicht. Interessant und meiner Meinung nach von Dapol recht gut ist die Soundnachrüstung gelöst. Die derzeit erhältlichen Modelle sind DCC-ready, also ohne Deoder.
    Rechts im Stehkessel ist Platz für einen 23 mm-Lautsprecher. Die Drähte für den Lautsprecher sind bereits von der Schnittstelle zu einer kleinen Platine geführt, so daß der Lautsprecher einfach angeschlossen werden kann.
    Dei Kesselarmaturen sind auch noch einmal gut erkennbar. Auf die beiden Zapfen oben auf dem Stehkessel kommt der Schornstein drauf.
    Im Zustand ohne Gehäuseoberteil kann man auch gut eine Fahrerfigur einsetzen.


    Die Fahreigenschaften sind aus der Schachtel sehr gut, sowohl analog als auch digital. Ich habe bisher nur einen einfachen Bachmann Basic Decoder verbaut. Später soll ein Sounddecoder von Zimo folgen. Mit dem Decoder werde ich auch einen Stützkondensator einbauen, ausreichend Platz scheint im Kohlenkasten vorhanden zu sein.
    Als Soundecoder gibt es zur Zeit von freien Anbietern nur Decoder mit Sound für die Y1 (einstufiges Getriebe)-Variante. Dem Vernehmen nach ist jedoch bei dem Soundprogrmmierer Mr.Soundguy ein Decoder mit Sounddatei für die zweistufige Y3 in Arbeit.
    Das in wenigen Wochen erhältliche Modell des Sentinel Y3 mit Sound ab Werk wird einen Zimo MX 644D erhalten. Die Loks werden in China gefertigt, der Sound jedoch in Großbritannien eingebaut.


    Das Lokgewicht beträgt 470 Gramm, die Zugkraft wird dem Vorbild entsprechend ausreichen.


    Ein Blick von innen durch den Gehäuseboden auf die doppelzylindrige Dampfmachine und die Handbremssäule.




    Dapol hat diesmal auch eine erstaunlich ausführliche Anleitung mit dabei gelegt, ein Heftchen mit 18 Seiten, welches fast alle Fragen beantwortet. Es gibt darin Anleitung zum Öffnen der Lok und zum Decodereinbau...



    ... unter anderem die Liste der vorgesehenen Soundfunktionen...



    ...und sogar Ersatzteilzeichnungen nebst Einzelteilnummern. Da hat sich Dapol echt Mühe gegeben, eine eindeutige Verbesserung zu den vorherigen Spur O Modellen.



    Geliefert wird der Dapol Sentinel in der üblichen sehr stabilen Kartonverpackung mit Schaumstoffeinsatz. Der Einsatz ist recht eng gefertigt (auch wenn es auf dem Foto nicht so aussieht), ich hab mir beim Auspacken gleich mal einen Schienenräumer abrasiert. Daher werde ich für die normale Aufbewahrung mit dem Cuttermesser ein wenig mehr Spielraum schaffen.


    Bei den üblichen britischen Versendern kostet die Lok in DCC ready um die 149 GBP (173 Euro). Man sollte jedoch auch deutsche Versender wie z.B. Modellbahnunion im Auge behalten, mit 169 Euro bei versandkostenfreier Zusendung innerhalb Deutschlands sind sie sie sehr wettbewerbsfähig.


    Danke für das Interesse, beste Grüße


    Torsten


  • Moin zusammen,


    zunächst einen herzlichen Dank an Torsten für die ausführliche Vorstellung des Modells. Bei mir hat sich die LMS-Version eingefunden. Als kleiner Güterwagenschubser genau das richtige für den Spieltrieb. Allerdings wird das Modell im Laufe des Jahres noch germanoprivatisiert und „auf Bundesbahn zugelassen“.


    Die Ausführungen von Torsten kann ich nur bestätigen. Die Fahreigenschaften sind analog wie digital absolut überzeugend. Ich habe die Analogplatine gegen einen DH21A-4-Decoder getauscht. Die Analogplatine sitzt sehr stramm auf der Schnittstelle und lässt sich nicht wie in der Anleitung beschrieben "einfach nach oben abziehen". Das geht mit Sicherheit nicht ohne Schäden ab. Torsten hat es bereits erwähnt und ich möchte es auch nochmal betonen: für die Operation ist es wirklich ratsam, das Gehäuse abzunehmen! Man muß dann immer noch vorsichtig sein, um die Analogplatine abzubekommen, aber man hat so mehr Platz zum hantieren.


    Von einem Feuerbüchsenflackerlicht ist bei meinem Modell nichts zu erkennen, da muß ich nochmal sehen, was da los ist. Im Gegensatz zur Dapol-Webseite ist bei einigen Shops in der Produktbeschreibung immer noch zu lesen: „Removable cab roof for ease of posing your locomotive crew“, so z.B. Rails of Sheffield . Das ist falsch! Das Dach ist nicht abnehmbar. Es ist kein separates Bauteil, sondern Teil des Lokgehäuses. Optisch bietet das Modell einige innere und äußere Detailhäppchen. Der Kettenantrieb ist nur angedeutet, der Zweiachsantrieb erfolgt modellbahnkonventionell über Zahnräder. Radscheiben, Kohlenachbildung und Bretter über dem Wasserkasten bedürfen zumindest noch einer farblicher Nachbearbeitung.


    Modellbahnunion hat für das analoge Modell portofreie 169,99 EUR aufgerufen. Da lohnt es sich nicht, in England zu bestellen. Hier die LNER-Version.


    Michael: Achsstand = 48mm und Raddurchmesser = 18 mm über Laufflächen (alles handgestoppt).


    Viele Grüße,
    Carsten

  • Hallo Carsten,


    vielen Dank für die Info's zum Fahrwerk.


    Davon losgelöst habe ich auch so schon ernsthaft darüber nachgedacht, mir so ein Fuhrwerk zuzulegen. Es ist sozusagen eine britische Dampf-Kö… :whistling: entschuldigt diesen komischen Vergleich, aber urig ist die Lok allemal.


    Viele Grüße,
    Michael

  • Moinsen!


    Für alle die sich mit dem Gedanken tragen solch einen Sentinel zu "germanisieren": Im Jahre 1929 baute die Firma Hanomag genau solch eine Lok in Lizenz für die Kleinbahn Lüneburg-Soltau, wobei der Kessel direkt von Sentinel aus England geliefert wurde. Allerdings stand diese Lok nur bis etwa 1932 dort in Betrieb und wurde dann an die Kleinbahn Neuhaus-Brahlsdorf abgegeben. Bilder sind daher sehr rar, finden sich aber vereinzelt in der Literatur zur OHE.


    Eine kleine Anmerkung sei noch erlaubt: Die Erläuterungen zum Vorbild des Dapol-Modells stammen aus der LNER-Enzyklopädie und sind von Torsten freundlicherweise ins deutsche übersetzt worden. Dort finden sich auch noch weiter technische Daten und Fotos.



    Gruß


    Thomas


    Betriebsleitung der Werkelburger-Industriebahn



    _____________________________________________________________________________________________________________________________________________


    Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart. (Noël Coward)

  • Moin,


    genau diese von Thomas beschriebene Lok habe ich im Auge:-) Ist ja quasi Heimatgeschichte. Da meine Rechercheergebnisse noch überschaubar sind, habe ich mich zu dem Thema erstmal zurückgehalten. Aber nun gut; der Lebenslauf in Stichworten:
    (Quelle: http://www.beitraege.lokomotive.de/privatbahnen/d_ls.php)


    Kleinbahn Lüneburg-Soltau
    HANOMAG 1929/ 10666 - B h2t - 1435mm
    Klb. Lüneburg-Soltau (LS) 10 SENTINEL
    ->'30 Klb. Farge-Wulsdorf /L ('31 wieder zurück)
    ->31.01.31 Klb. Neuhaus-Brahlstorf 3"
    ('38 abgestellt im EAW Bleckede)
    ++10.1952


    Im Buch von Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 10: Niedersachsen 2. Zwischen Weser und Elbe. EK-Verlag, Freiburg 2007, S. 322–343, wird die Lok kurz erwähnt.


    Online gibt es hier im Artikel "Die Kleinbahnen Lüneburg-Soltau und Soltau-Neuenkirchen" auf S.79 eine Beschreibung der Lok incl. Abbildung.


    Viele Grüße,
    Carsten

  • Hallo....


    Ergänzung zu Carstens Beitrag:
    Im Buch "100 Jahre Kleinbahn Neuhaus (Elbe) - Brahlstorf" (Autor: Siegfried Graßmann, Verlag B. Neddemeyer, 2011) wird die Lok erwänht und es gibt drei Photos.
    Seite 22, schräg, von vorne, man sieht gut die Frontpartie, aus der Sammlung E.-G. Lichte
    Seite 23, identisch zu Bild 145, aus dem Online Beitrag, den Carsten erwähnt, mit entsprechenden Link.
    Seite 33, Werkphoto Hanomag, Sammlung Historisches Museum Hannover.


    So weit ich weiß, ist das Buch als Sonderangebot über den VGB Verlag zu haben.


    Eine sehr lesenswerte Kleinbahn Dokumentation, nur zwei Bahnhöfe mit Anbindung an eine zweigleisige Hauptbahn (HH - Berlin).


    Grüße, Stefan

  • Hallo,
    ich habe noch ein paar Ergänzungen zu machen.


    Das "Feuerbüchsen"-Flackern ist mehr ein Aschebehälter-Flackern, es ist nur von unten zu sehen. Mit meinem normalen Bachmann Basic Decoder 36-554 (baugleich mit Esu Lokpilot Standard) liegt das Flackern auf Funktionstaste F1.



    Es leuchtet aus dem Schlitz an der Bodenplatte des Kessels heraus.



    Beim Fahrwerk habe ich nochmal genau mit dem Meßschieber nachgemessen, der Achsstand ist 49 mm und der Raddurchmesser 17,5 mm.


    Mit der Soundprogrammierung wird es sicher nicht so einfach werden, weil ja ein zweistufiges Zahnradgetriebe mit Dampfantrieb nachgebildet werden muss. Das heißt, bei gleicher Drehzahl der Dampfmaschine (600 u/min) muß die Lok mehr als doppelt so schnell fahren. Das gibt es meines Wissens nach bisher bei keinem Sound-Decoder britischer Abstammung.Wie bereits oben geschrieben, ist wohl eine Sounddatei in Vorbereitung. Sobald ich genaueres weiß, werde ich berichten.


    Das es auch eine Lok Bauart Sentinel in Deutschland gab, ist sehr überraschend für mich und höchst interessant. Danke für die Bilder und Texte über den deutsche Sentinel-Lok aus Hannover. Bin sehr gespannt auf das Ergebnis der "Germanoprivatisierung".


    Beste Grüße, Torsten

  • Moin Torsten,


    danke für den Hinweis zum Glüheffekt. Jetzt habe ich ihn auch gefunden. Die Platine für den Lautsprecheranschluß war im Kessel direkt vor der "Glut" gut verstaut und hatte diese ausgeblendet. Nun nicht mehr...


    Zum Ende des norddeutschen Sentinel-Exemplars hat der User "Grubert" in KDs Eisenbahnforum einen interessanten Beitrag geschrieben. Je tiefer ich in die Materie einsteige, umso unwahrscheinlicher wird der Umbau des Dapol-Models. Es würde praktisch auf einen komplett neuen Aufbau hinauslaufen und dann hätte das Fahrzeug immer noch Scheiben- statt Speichenräder. Der Aufwand ist mir dann doch zu groß, daher werde ich mich auf eine deutsche Umbeschriftung beschränken.


    Viele Grüße,
    Carsten

  • Ich habe eine Fehlerberichtigung zu machen. Im obigen Beitrag habe ich geschrieben: "Das Dachfenster ist fest und nicht verschiebbar".


    Das ist nicht richtig. Das Dachfenster ist beweglich, geht nur ein wenig straff. Am besten kann man es mit dem Fingernagel des Daumens hin und her schieben, das hinterlässt keine Kratzer im Gegensatz zu Werkzeugen wie zum Beispiel mit einem Schraubendreher.


    Damit ist nun gewährleistet, daß die Besatzung nicht friert, Dach zu und gut. Es war wahrscheinlich in dem allseits geschlossenen Führerhaus sowieso meistens nicht kalt, besonders im Sommer mit dem Stehkessel direkt vor der Nase. Da war jede Lüftungsklappe mehr als erwünscht.


    Beste Grüße, Torsten


  • Hallo,


    erst einmal Danke für die Berichte zum Rangier-Sentinel. Sentinel baute aber auch Dampf-Lkw, welche von Skoda in Lizenz gefertigt wurden. Skoda hat dann auch eine Schienen-Lkw-Variante geschaffen. Diesen Schienen-Lkw hatte ich mir vor einigen Jahren in N aus einem Lkw-Bausatz gebaut.



    Bilder und Zeichnungen zu den Lkw sind hier zu finden: https://www.google.com/search?…R6BAgJEAE&biw=981&bih=626


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Ich überlege auch, diesen Exoten zu kaufen, einfach, weil er toll aussieht. Ich schwanke aber noch, ob ich nicht lieber die Class 08 kaufen soll, ebenfalls von Dapol. Hat jemand mit der Lok Erfahrungen gesammelt?


    ---> ja, habe den anderen Thread gefunden.... :-/

  • Noch als Antwort auf die Frage von SchraubeSchraube: nimm beide...jede hat was für sich. Welche Farbe, hängt von deiner gewählten Epoche ab. Eine schwarze oder grüne 08 ohne gelbe Fronten und Warnstreifen hat ungefähr die selbe Epoche wie eine Sentinel mit British-Railways-Beschriftung.


    Meine Ätzschilder für den Sentinel von Narrow Planet sind mittlerweile angekommen.


    Sie sind wirklich sehr klein. Narrow Planet ist wohl mit der Größe und dem Schriftbild an die Grenzen des technisch machbaren gekommen, denn so richtig scharf gestochen sind die Schilder nicht. Ich kenne mit mit Ätztechnik nicht aus, ist die Unschärfe durch die geringe Größe bedingt oder ist es eine Qualitätsfrage und ich sollte reklamieren? Siehe dazu die Vorlage im Beitrag #12 weiter oben.



    Unten der Vergleich der geätzten mit den aufgedruckten Schildern. Für die aufgedruckten Schilder braucht man ebenfalls eine gute Lupe, um etwas zu erkennen.


    Die neuen geätzten Schilder sind etwa 5,4 x 3,3 mm groß, etwas über 1/10 mm größer an jeder Seite als die aufgedruckten Schilder. Damit werden die gedruckten Schilder völlig abgedeckt, man braucht sie also nicht zu entfernen. Ich habe einen löslichen Kleber genommen, so daß ich zur Not die Ätzschilder ohne Beschädigung wieder entfernen kann.



    So sieht es fertig aus. Der Vorteil der Ätzschilder ist, daß sie richtig glänzen wie ein mit Brasso frisch geputztes Messingschild. Und Relief ist eben nicht zu ersetzen. Das Foto offenbart natürlich jede noch so kleine Unregelmäßigkeit. Mein Sehvermögen ist jedoch eh nicht mehr so toll, ich brauche die Lesebrille in verschiedenen Stärken ständig. Somit ist für mich die Ausführung der Schilder akzeptabel (bis mir einer zeigt, daß es bessere gibt). Die junge Dame heißt Carole und ist vom Original 3D gescannt.


    ich habe übrigens aus Versehen doppelt bestellt. Wer einen Satz Schilder haben möchte zum Selbstkostenpreis von 4,50€ inkl. Porto, bitte sehr.


    Beste Grüße, Torsten


  • Hallo Torsten!
    Ich wolltw die neue Dapol Class 14xx bei Modellbahnunion bestellen, aber da ich nun diesen Beitrag von dir gelesen habe und du einen Satz Ätzschilder für die Iserbrook übrig hast, hätte ich ganz gerne diese. Nur , wie du weist , wohne ich in Österreich und da kommen natürlich noch die Versandkosten dazu. Ich glaube es ist besser wir mailen ptivat in dieser Angelegenheit.
    LG Werner

  • Moinsen!


    ... Sie sind wirklich sehr klein. Narrow Planet ist wohl mit der Größe und dem Schriftbild an die Grenzen des technisch machbaren gekommen, denn so richtig scharf gestochen sind die Schilder nicht. Ich kenne mit mit Ätztechnik nicht aus, ist die Unschärfe durch die geringe Größe bedingt oder ist es eine Qualitätsfrage und ich sollte reklamieren? ...


    Wir reden hier über ein Spur 0 Modell! Wenn hier die Grenze des technisch machbaren erreicht würde, wie sollte so ein Schild dann wohl in kleineren Maßstäben aussehen?
    Möglicherweise liegt es an der verwendeten Ätz-Technologie oder der Einwirkzeit des Ätzmittels war nicht passend (zu kurz oder zu lang). Die Frage ist doch aber: Wegen 4,50€ wirklich reklamieren oder einfach besser als Lehrgeld abhaken? Vielleicht mal nachfragen ob auch Beckert-Modellbau diese Schilder anfertigen kann. Die sind dort zwar ganz sicher nicht für 4,50€ erhältlich, dürften aber aus meiner Erfahrung deutlich besser bzw. filigraner aussehen.


    Selber habe ich auch mal Schilder bei Narrow Planet anfertigen lassen und kann daher sagen, dass die etwas grobe Darstellung wohl Standard zu sein scheint. Meine Jinty habe ich jedenfalls damit nicht "verschlimmbessern" wollen. Die hübschen gedruckten Schilder am Sentinel mit der groben Messing-Plakette zu überkleben wäre für mich ein no-go gewesen.


    Quote from "micha750"

    … ist die junge Dame käuflich? ...


    Ist sie! Zu finden bei Detailed Miniatures, Art-Nr: 493. Carole ist übrigens die Chefin dort. ;)
    Allerdings liefert Deteiled Miniatures derzeit nicht nach Deutschland.




    Gruß


    Thomas


    Betriebsleitung der Werkelburger-Industriebahn



    _____________________________________________________________________________________________________________________________________________


    Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart. (Noël Coward)

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