Der Kreisverkehr als solches und seine Nutzung ...

  • Hallo Leute,


    da mal wieder der Kreisverkehr (diesmal von Konstantin) Diskussionen auslöste, die in seinem Thread nicht unbedingt etwas verloren haben, teile ich meine Meinung lieber in einem neuen Thread (also hier) mit:


    Ich war lange immer einer, der Kreisverkehr strikt ablehnte (tue ich für mich selbst immer noch), dabei wohl auch teilweise recht dogmatisch (nein, das hat nichts mit HUND zu tun! :D ).
    Inzwischen sehe ich das ein wenig anders.


    1) Kreisverkehr geht meiner Meinung nach nicht, wenn es sich um nichts anderes als einen ein- oder zweigleisigen Kreis handelt. Also nur ein oder zwei Kreise mit oder ohne Verbindung. Nicht, weil das unprototypisch ist (was nicht einmal stimmt, nimmt man z.B. die Teststrecke Wegberg-Wildenrath), sondern weil ich denke, dass das Spielen (Fahren etc.) darauf schnell langweilig wird (nicht so sehr für Kinder, also die echten, denn denen hilft da die Fantasie weiter, die bei uns Erwachsenen oft schon recht verkümmert ist).
    Wer hingegen gar nicht so sehr fahren will, sondern lieber Landschaft, Gebäude etc. basteln möchte, könnte auch mit einem einfachen Kreis glücklich werden.


    2) Hat der Kreis zumindest ein oder zwei Anschlussgleise/Rangiergleise etc. oder einen Schattenbahnhof, so sieht das schon anders aus. Man kann entweder rangieren und/oder Betrieb nach einem Fahrplan machen (schon prototypischer - und längerfristig unterhaltender). Oder zumindest Abwechslung bei den Zügen haben, ohne jedes Mal Loks und Waggons vom Gleis nehmen zu müssen (irgendwann bricht da immer was ab).


    3) Ist der Kreis, wie in einigen US-Plänen, nur zum Einfahren oder zum Benutzen bei Open-House-Veranstaltungen gedacht, kann man aber ansonstern Punkt-zu-Punkt-Verkehr machen (und kräftig dabei rangieren oder ebenfalls einen Fahrplan nutzen), sieht das Ganze wieder anders aus. Hier ist der Keis auch meist (durch einen Tunnel, einen Einschnitt oder das Durchstechen eines Hintergrundes, vor allem bei Insel-Anlagen - nein, ich meine nicht die friesischen Inseln, sondern Bahnen, die auf einem Tisch in der Mitte des Raumes aufgebaut sind :) - gezeigt) nicht als Ganzes sichtbar.


    4) Leute mit viel Fantasy können den Kreis auch als Kilometerfresser benutzen. Der Zug dreht halt zwischen den Halten/Bahnhöfen mehrere Runden und hat so eine scheinbar größere Strecke zurückgelegt (das habe ich auch aus US-Plänen).


    Konstantins Plan würde ich in Kategorie 2 oder 3 einordnen, also vollkommen in Ordnung (für mich, solange mich keiner zwingt, selbst so zu bauen :D ).


    Soweit meine zwei Cent dazu.


    Tschüß
    Utz

    My Private Idaho - die Camas Prairie Railroad (H0) und Laclede Timber & Coal (0n30)

  • Hallo Utz und Micha. Ich glaube, das kommt auch ein bisschen auf die Größe des Kreises an. Ich kann mich an meine Märklin Anlage erinnern, 2 m im Quadrat. Doppelgleisiger Kreis mit Abzweig ins "Gebirge" ;(. Das war damals schon schnell ermüdend. Das muss so um 1955 :huh:,aber mehr ging in einer 2 Zimmerwohnung nicht. Da hat man heute natürlich andere Vorstellungen und natürlich mehr Erfahrung und auch "etwas" mehr Platz. :thumbsup:


    Euch allen noch ein schönes Modellbahn Wochenende, Gruß Micha :)

  • Hallo Spur Nuller M/W
    Ich denke auch wie es schon bemerkt wurde, die Kombination macht es. Es ist nicht abwägig das man auch mal einen Zug länger auf Strecke schicken kann. Nach längerer Standzeit oder hin und her und in 4 mtr. ist alles vorbei. Ich schau auch gerne mal einem Zug auf längerer Strecke zu mit beschleunigen und abbremsen. Dann ertappt man sich dabei das man Minutenlang nur rangiert und Wagen von rechts nach links schiebt.


    Also beides sollte seine Berechtigung haben. Hauptsache es bewegt sich was. :D
    Gruß Dieter

  • Hallo,


    also streng genommen geht es hier um Rundkurse. In einer kreisförmigen Gleislage hätte jede Schwelle denselben Abstand zum Mittelpunkt des Kreises... weswegen solche Modellbahnen von den Amerikanern treffenderweise Pizza-Layouts genannt werden. Die können sogar Spaß machen, kann ich empfehlen, mal selbst auszuprobieren. Vor allem denjenigen, bei denen ich den Eindruck bekomme, sie nehmen alles so ernst, daß sie langsam Gefahr laufen, den SPASS am Hobby Modellbahn zu verlieren. Eine Einführung (auf englisch) gibt es hier: http://www.carendt.com/micro-l…-gallery/layouts-fun-run/ . Interessanterweise nennt der Artikel diese Pizzaform "Layouts for FUN TO RUN".


    Nach dem nicht so ernst gemeinten Diskurs zurück zu den Rundkursen. Diese haben sich seit Jahrzehnten in allen Spurweiten bewährt - warum nur? Züge kommen aus einem Abstellbahnhof - ob nun im Schatten oder nicht - fahren einen Rundkurs und kehren zum Abstellbahnhof zurück.
    Auch z.B. ein Hundeknochen ist ein Rundkurs.
    Die MIBA hat vor Urzeiten nur das Immer-an-der-Wand-entlang Prinzip propagiert statt der damals in den Katalogen der Hersteller verbreiteten Tischanlagen. Wenn man selbst sich innerhalb des Rundkurses befindet, fällt einem die Strecke nicht mehr als Rundkurs ins Auge, man muß sich selbst erst drehen, um die Fortführung der Strecke zu sehen. In größeren Spurweiten ab Spur Null aufwärts wird man sich wegen der großen Radien wohl sehr viel häufiger innerhalb des Rundkurses befinden.


    Rundkurse können auch verschlungen sein z.B. als Acht, über zwei oder mehr Ebenen führen. Strecken können sich im Bahnhof aufteilen und dann in einer Schleife wieder zurück führen.
    Übrigens ist auch die hier von sehr vielen Lesern überaus angesehene Anlage nach Vorbild des Bahnhofs "Kreiensen" ein Rundkurs - und keine Punkt-zu-Punkt-Anlage!


    Gruß,
    Ralf

  • Hallo zusammen,
    auch meine Anlage besteht aus einem Oval und sie ist an allen vier Wänden des Raumes aufgebaut. Betrieblich ist es allerdings eine Endpunkt zu Endpunkt-Anlage. Ich bin also mit meiner Gleiskonfiguration im Prinzip wieder bei meiner ersten Weihnachtseisenbahn angekommen.
    Vom Schattenbahnhof geht es über einen Spitzkehren- und einen Durchgangsbahnhof wieder zurück in den Schattenbahnhof.
    Der Rundkurs wird durch optische Unterbrechungen entschärft, zudem erfolgt die Bedienung der Züge aus dem Innenraum. Das Oval ist somit an keiner Stelle zu sehen. Wenn es mir danach ist kann ich einen Zug auch einfach mal seine Runden drehen lassen.


    Mein Fazit
    Oval - es kommt darauf an, was man daraus macht.


    Grüße. Jay, the K.

  • Moin Jay,

    Oval - es kommt darauf an, was man daraus macht.

    Genau.

    Wenn es mir danach ist kann ich einen Zug auch einfach mal seine Runden drehen lassen.

    Und das ist leider das Problem dabei. Es ist verlockend danach zu sein. :-)


    Ich könnte mir vorstellen, eine reine point-to-point Anlage zu bauen, deren Endpunkte aber durch eine Kreisstecke verbunden sind. Wenn der "Kreis" jetzt neutral gestaltet wird, sagen wir mal Wiesen und Felder, dann hat man damit eine endlose lange Strecke zwischen den Bahnhöfen. Wenn man nach Fahrplan fährt, sind das dann je nach Zug 1...x Runden, je nach der planmäßigen Geschwindigkeit. Start und End aber immer in den Endbahnhöfen.


    So ähnlich verstehe ich auch deine Anlage.
    Viele Grüße,
    Johann

  • Moin,
    Tatsächlich vermiss ich aktuell, bei meinen Planungen einen Kreis, und zwar nur, wenn ich mal einen Zug einfach fahren lassen möchte, ihn beobachten möchte ohne groß zu rangieren. Einfach so. Ansonsten ist mir Punkt zu Punkt Betrieb auch lieber, ist nix wenn man einfach mal ne Lok laufen lassen will.

  • Hallo Utz,


    sehr schön beschrieben. Natürlich kann man bauen was einem gefällt, aber ich kann immer wieder beobachten, dass es eine Art "Zwang" gibt einen Kreisverkehr zu bauen - ich habe so (wieder) angefangen. Der Händler hat mir ein Startset verkauft und ein Gleisplanbuch draufgelegt, das ist schon ein paar Jahre her und heute findet man viel mehr gute Vorschläge. Trotzdem findet man heute noch in vielen Veröffentlichungen Vorschläge die einem Einsteiger den Kreis mit 1-3 Weichen als "beste Lösung für den Einstieg" empfehlen.


    Da du Wildenrath angesprochen hast: Auch da wird das Fahren schnell langweilig, wenn alle 6,2 km der gleiche Baum vorbeikommt und auch sonst wenig passiert, da man im Kreis eingeschlossen ist. :sleeping:


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Ich mag keine Rundkurse. Out-and-back ist FÜR MICH (!!) das Credo. Aber das ist keine allgemeingültige Modellbahnplanformel! Die einzige allgemein gültige Formel für Gleispläne ist: es muss dem Eigner/Modellbahner gefallen. Deshalb finde ich solche Diskussionen eigentlich wenig sinnvoll.

  • Moin "kleiner Schmid" :-) aka Schmidchen,
    ich bin auch kein Freund von Rundkursen, allerdings finde ich, dass dieser Thread für diejenigen sehr hilfreich sein kann, die noch auf der Suche sind.
    Schau dir mal den Plan von Jay (#6) an, da ist der Rundkurs zwar drin, aber auch jede Menge von deinem Wunsch nach Out-and-back dabei.
    Viele Grüße,
    Johann
    (zur Anrede: Mit Vornamen wäre das nicht passiert...)

  • Hallo in´s Land,



    als bekennender Freund von langen (und auch sehr langen) Zügen bleibt mir nicht sehr viel übrig als eine große Kreisbahn! Diese dann zu erweitern mit zwei Anschlüssen nach außen, einem reisezugtauglichen Bahnhof, einem großen Fiddleyard im Innenraum ( zum Aufstellen der langen Züge.....), aber auch einem großen Dampflok-BW und gar einer seltenen Schiebebühne mit angeschlossenem Ellok-BW, bietet dann doch genug Rangiermöglichkeiten abseits der Kreisbahn. Und genau dieses Konzept setzen wir gerade mit der Rheinischen Kreisbahn um. Die doppelgleisige Strecke, natürlich mit Gleisüberhöhung in den Kurven, hat ein Ausmaß von knapp 20 x 10 m und wird von uns mit der ehemaligen Rasmussen-Anlage aus Berlin realisiert. Es ist schon beeindruckend, wenn ein moderner IC mit 10 bis 12 Wagen dort seinen Auslauf bekommt. In nicht allzulanger Zeit wird diese Anlage auch öffentlich an jedem Samstag zu sehen sein und auch Modellbahnkollegen, die gerne mal "ihrem" langen Zug Auslauf gönnen wollen, können das dann nach vorheriger Absprache tun!
    Einen kleinen Vorgeschmack bieten die drei Videos von einem früheren Aufbau der Rheinischen Kreisbahn in Kerpen:


    IR bei der Bahnhofsdurchfahrt
    hier ein langer Güterzug


    eine Begegnung auf der Strecke
    ....einen schönen Sonntag noch und
    liebe Grüße aus der Eifel
    Rainer

  • Der Sinn ob Kreis oder nicht in Gleisplänen liegt immer im Auge des Betrachters. Es gibt keine Regeln, die das festlegen und jeder sollte das für sich entscheiden. Wenn jemand Kreisverkehr haben möchte, wird er oder sie sich darüber Gedanken gemacht haben. Und wieviele Male haben wir einen Neuanfang mit einer Modellbahn gemacht? ;)

    Grüsse aus Wales


    Sandra

    :winke:

  • Der Sinn ob Kreis oder nicht in Gleisplänen liegt immer im Auge des Betrachters. Es gibt keine Regeln, die das festlegen und jeder sollte das für sich entscheiden.


    Es soll ja Leute geben, die brauchen nicht einmal Landschaftsbau, denn sie erfreuen sich schlicht am Anblick der seidenweich laufenden Loks, der unterschiedlich zusammengestellten Züge, an der Mechanik und/oder der Elektronik. Manche empfinden allein die natürlich erzeugten Fahrgeräusche wie das Rattern über Weichenstraßen als einen Hochgenuss, anderen können die integrierten elektronischen Geräusche nicht laut genug sein. Viele finden ihre Befriedigung darin, Betriebsabläufe vorbildgerecht und oft bis ins kleinste Detail nachzustellen, anderen genügt der entspannte Blick auf ein kurzes Züglein, das unermüdlich seine Kreise zieht, der Vielfalt sind gottlob keine Grenzen gesetzt. Unter diesem Aspekt halte ich es für müßig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, ob nun das Eine oder das Andere die „wahre“ Beschäftigung mit der Modellbahn ist.

  • Hallo Hobbykollegen,


    Auch im Garten kann man schön rumkreisen.


    Auf Holz...


    https://youtu.be/A7118KiZM4s


    https://youtu.be/ghNgO18_9yE


    https://youtu.be/r_XIsZAL57Y


    Und auf Metall...


    https://youtu.be/fGpd1iOjiuw


    https://youtu.be/Sn1r4harVw8


    https://youtu.be/439wO2MXZvo


    Schönen Gruß aus den Niederlanden,
    Luc

  • Hallo Mobahner,


    mein Senf dazu:


    Abgesehen davon, dass jeder Mobahner nach seinem Geschmack und nach seinen Bedürfnissen bauen kann und soll und dass es in der Realität die eine oder andere Ausnahmeringstrecke gibt - (Reale Teststrecke, Modellgrossanlage ect.) - i. d. R. dient eine "Strecke" dazu von A nach B zu kommen.


    So ist auch meine Anlage aufgebaut und stellt somit einen "von A nach B" Verkehr dar oder wenn´s beliebt auch "point to point".


    Naja, einem Zug der kreist zuzuschauen, nachzusehen ist sicher reizvoll aber halt nicht "echt". Zugegeben: Wenn ich einen besonders schönen Zug zusammenstelle habe ich auch manchmal den Wunsch diesen im Kreis fahren zu lassen aber - alles geht halt nicht immer. (Auch der Versuch anderweitig einen im Kreis fahren zu lassen wird - wenn überhaupt - nur schwer zu realisieren sein, ausser man stellt sich in einen Kreis ;):P:D )


    Ich habe mir schon mehrmals Gedanken gemacht wie ich von Schwarzenberg am Wald den Kreis nach Porstendorf oder gar Bad Tiefenthal (Schaba) schliessen könnte, notfalls durch auf- und abbaubare Elemente - und zwar OHNE optisch in das homogene Bild der dargestellten Landschaft eingreifen zu müssen. Diesen Gedanken habe ich wieder verworfen, weil halt ca. 50 cm Höhenunterschied von A nach B in meiner hügelig angelegten Landschaft auch nicht ohne sind und ohne gravierende Eingriffe in die bestehend Landschaft so gut wie unmöglich. Dennnoch: zufrieden mit meiner Anlage bin ich allemal und das ist das Wichtigste. Auf gut fränkisch: Bassd scho!!!

    Gruss
    Robert
    BTB0e+0

    Edited once, last by BTB0e+0 ().

  • Hallo Leute,


    mein Schreck über den shitstorm, den ich mit meinen frechen Ratschlägen im Beitrag 22 bei "Lejonthal" (Lejonthal ) ausgelöst habe, steckt mir noch in den Gliedern! Dabei habe ich gar nichts gegen Kreisfahren, am liebsten linksrum wie beim Nascar-Rennen! Gibts sogar bei der Feldbahn, nur gemächlicher:


    https://www.youtube.com/watch?v=y1sow68wPWM


    An sich halte ich es mit König Friedrich, dass jeder nach seiner Fasson selig werden soll, doch im Ernst, ich war mir kurzfristig nicht sicher, ob ich in einem Spielzeugforum gelandet bin. Aber selbst Lukas, der Lokomotivführer, fährt mit Heizer Knopf auf Lummerland nicht im Kreis!


    Gruß Reinhold


    ps 1: Und immer schön die Rundenzeiten stoppen!
    ps 2: Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

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