Objekt der Begierde: die schweren Stahlwagen der NWE in 0m

  • Wer mein Buch "Harzer Schmalspur-Spezialitäten" Bd. II hat (oder kennt), kennt auch diese schweren Personenwagen, die wegen der Dachform auch den Spitznamen Sargdeckelwagen hatten. Die sahen so aus:

    aus HSS II, Slg Wim Bergkamp



    Grafik: OOK


    Diese Wagen standen schon lange, eigentlich von Anfang an, auf meiner Wunschliste, äh, auf der Beschaffungsliste der Braunlage-Andreasberger Eisenbahn. Daher beauftragte ich schon vor einigen Jahren den bekannten FREMO Laser-Spezi Willi Winsen damit, mir die Teile für den Wagenkasten aus Polystyrol zu lasern, was er dann auch tat.



    Die Teile sind noch provisorisch mit Tesafilm verbunden, und die Drehgestelle sind nur Platzhalter und gaaanz falsch. Diese Wagen sind nicht nur besonders, sie haben auch besondere Drehgestelle:



    Ähnlich den Görlitzer Drehgestellen sind die Blattfedern noch zusätzlich zur Komforterhöhung mit Spiralfedern am Drehgestellrahmen aufgehängt. Glücklicherweise lagen die Drehgestelle einiger Wagen noch lange nach der Verschrottung der Wagen in Wernigerode auf dem Schrotthaufen der Harzquerbahn, so dass wir ihre gesamte Form kennen:



    Foto: Lammert Boermann
    Daher konnten auch detaillierte Zeichnungen angefertigt werden, zunächst normale 2D-Vektorgrafiken. Dann sah ich mich nach Modellbahnern um, die daraus 3D-Grafiken für den Druck erstellen konnten. Der erste kam irgendwann wegen Arbeitsüberlastung nicht weiter, aber ohne mein Wissen hatte sich bereits ein zweiter daran gemacht, alle Teile des Wagens, nicht nur die Drehgestelle, zu zeichnen. Ein paar Beispiele:




    Bei der Großbahnausstellung Mitte September in Dachau tauchte dieser zweite, Uwe Stehr, eher bekannt aus der H0e-Szene, bei uns am Stand von Jaffas Moba-Shop auf und legte uns Probeausdrucke der Teile auf den Tisch. Ich war baff.
    Nicht ganz zufrieden war ich mit den Drucken der Drehgestelle, was aber vermutlich Uwes Drucker geschuldet war:



    Ich denke, da ist noch Optimierungspotential drin.


    Uwe gibt seine Dateien gerne frei heraus, jeder darf damit machen, was er will, und ich schickte sie dem in diesem Forum bekannten Christian, dem, der immer für den Baumbauer die Teile für das EG Leese-Stolzenau entwickelt und herstellt. Der sollte sich mal anschauen, was da noch zu machen sei. Er wird es hier selber posten.

  • Ein Hallo nun auch in 0m!


    Seit dem Einstieg in die Modell Entwicklung vom Bhf Stolzenau hat es mit der eigenen 3D Druck Peripherie nun einige abzweigende Aktivitäten hervorgebracht.


    So bin ich nun tatsächlich mit diesem Projekt von Otto auch in den Modell-Fahrzeugbau eingetreten.



    Uwe hatte also die Vorarbeit mit dem Aufbau vom Drehgestell geleistet und es kam noch der Wunsch nach einigen Verfeinerungen auf, dem ich mich angenommen habe.



    Als DCC kommt 3ds max zum Einsatz, dass in weiten Bereichen parametrisch arbeiten kann und dadurch ideal für paßgenaue Modell-Erstellungen genutzt werden.
    Durch Erweiterungen sind auch komplexe NURBS Modelle möglich, wobei sich deren Einsatz erst ab einem bestimmten Formgebungs-Umfang auch lohnt.


    Auch Polygon-Geomtrien können NURBS ähnlich eingesetzt werden.




    Bei der anstehenden Verfeinerung habe ich den Grundrahmen von Uwes STL Datei "überkonstruiert.
    Da Ferderung und anderes freistehend sein sollte, im NURBS CAD aber in den Rahmen gebooled war, war dies notwendig.



    Basierend auf Uwes CAD Grundaufbau habe ich dann angelehnt an die Referenz-Photos von Otto das Drehgestell weiter ausgearbeitet.
    Die hinzugefügten Details können jetzt im nächsten Schritt dupliziert werden und lediglich die Rahmenvesrtrebungen müssen noch überarbeitet werden.


    Ein Druck Ergebnis wird in etwa 2 Wochen zu sehen sein, dann mit neuster (erschwinglicher) Drucktechnik.




    Hier nun die aktuellen 3D Ansichten





  • Das ist ja ein Quantensprung in der Detaillierung, Christian. Allerdings handelt es sich im Bereich zwischen den beiden Achslagern wirklich um verrundete Nietköpfe und nicht um Sechskantmuttern.
    Was ist mit den Achslagerdeckeln? Sollen die separat aufgesetzt werden? Die bei dem Foto vom Schrott sichtbaren Achsschenkel müsse ja nicht modelliert werden. Da kommt dann ja die reale Achse hinein. Vermutlich ist die Grafik auch so gemeint.


    Gruß


    Otto

  • Hallo Christian,


    hübsche Blenden hast du da in der Mache (aber ich bleibe trotzdem bei 0e :D ). Hatte letztes Jahr eine ähnliche Bauart nachkonstruiert und drucken lassen:



    Ich wollte es mal ausprobieren und habe die Schraubenfedern freistehend mit Durchblick vorgesehen. Das sah gedruckt auch ziemlich gut aus, war aber absolut nicht betriebstauglich. Deine Federn scheinen ja geschlossen (d.h. eingefedert) zu sein, was die Sache deutlich robuster macht. Trotzdem halte ich es nicht für völlig übertrieben, hinten zwischen Feder und Blende einen kleinen Steg zu setzten, weil so ein Drehgestell nicht immer dort rollt, wo es hingehört und mitunter im Betrieb auch mal einen harten Schlag abkriegt. Nicht dass ich mir hinterher vorwerfen muss, ich hätte nichts gesagt ;)


    Die Nachbildung der einzelnen Blattfedern hatte ich mir damals allerdings gespart. Falls die beim Druck gut rüberkommen, würde mich mal interessieren, wie du die Vertiefungen im Federpaket realisiert hast (Nut oder Kerbe, welcher Querschnitt).

    Viele Grüße aus Südhessen


    Alexander

  • Guten Abend zusammen,
    Da ich selber ein Freund von der neuen Technik bin würde mich brennend interessieren was ihr an Moderner aber bezahlbarer Drucktechnik empfehlen könnt?
    Wie feien können diese Maschinen auflösen.


    Mit solchen Mitteln ergeben sich ja ganz neue Möglichkeiten..


    Gruß Martin

  • Hallo Martin!


    Ganz feien kleine Teile gehen schon recht gut mit den Display (DLP) Druckern.
    Allerding stoßen diese, wie solls anders sein, bei bestimmten Belastungen an ihre Grenzen.



    Mich erinnert das alles etwas an den Auflösungs-Hype bei Photoapparten oder TV Geräten.
    Alles egal, hauptsache immer mehr Pixel.


    Bei Druckern achten alle auf die Auflösung. Ich auch.
    Aber das täuscht dann über die eigentliche Qualität hinweg.


    Mag sein, dass die Details rauskommen aber wenn dann flächiges völlig streifig wird, kann man den Drucker dann echt vergessen.



    US Technik liegt da brauchbar mit Laser in der 4.000€ Klasse.
    Sofern man China Kram riskiert, etwas weniger aber da muß man wohl eigene Erfahrungen sammeln.



    Und dann ist der Drucker auch wieder nicht das einzige, denn das Resin muß ja zur Anwendung passen.
    Da wird es mit China Krams dann doch eng.
    In diesem Falle ist ein nicht zu sprödes Material notwendig.
    Dann Paßgenauigkeit - Schrumpfung ist bei jedem Resin anders. Oft 2 bis 4% und somit untauglich.


    Es gibt viel zu beachten.




    Lokonaut
    Warum die Federn das nicht durchhalten sollen ohne mechnische Belastung, ist mir gerade etwas unschlüssig.
    Auch wäre es möglich, nur nach innen eine geschlossenen Form zu erzielen, dabei also weitestegend eine Durchsicht zu erlauben.


    Die Blattfedern sind einfach einzeln angelegt und wurden dann mit einem Chamfer belegt (Abrundungs-Modifikator).


    Bei den Details bleibt der erste Testdruck dann abzuwarten, evtl. müssen in dem Maßstab ein paar Kleinteile etwas übertriebender in der Größe ausfallen.
    Mal sehen...



    Grüße

  • Hallo Christian,



    Das sieht ja sehr vielversprechend aus! Wenn die Details alle so rauskommen wird das ein wahres Highlight, welches sich dann im Schatten unter dem Sargdeckelwagen verstecken darf :)


    Wenn man fragen darf: Habt ihr denn schon einen Plan für den "Rest" des Drehgestells?
    Sollen die übrigen Teile auch im 3D-Druck entstehen?
    Wollt ihr Bemo Räder verwenden?
    Mit 3-Punkt Lagerung oder starr?


    Der Grund für die vielen Fragen ist, dass ich selber auch ein paar "Füße" in 3D für 0m gezeichnet habe, aber noch nicht habe drucken lassen.. da ich mich noch nicht ganz entschließen konnte wie ich die Montage am klügsten löse (und eigentlich die ganze Zeit noch etwas anderes Zeichnen wollte).




    Beste Grüße,
    Bastian

  • Wollt ihr Bemo Räder verwenden?
    Mit 3-Punkt Lagerung oder starr?


    Hallo Bastian, da diese Entscheidungen eher bei mir liegen als beim 3D-Druckspezialisten Christian antworte ich mal. BEMO-Achsen sind erste Sahne, keine Frage, aber sie haben keine Spitzenlager, da muss man eigentlich auch die BEMO Gleitlager verwenden, beides zusammen geht ins Geld. Ich bekomme demnächst Speichenradsätze mit Spitzen nach FREMO-Norm, die den früher von Drobeck erzeugten (und von ADDIIE vertriebenen) entsprechen sollen und werde berichten, sobald ich sie habe.


    Dreipunktlagerung bzw. Verwindbarkeit des Drehgestells. Nach meinen Erfahrungen braucht es die bei kurzen Radständen (unter 2m) nicht, und bei längeren ist Dreipunktlagerung auch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber das ist ein separates Thema, hier OT.


    Gruß


    Otto

  • Lokonaut
    Warum die Federn das nicht durchhalten sollen ohne mechnische Belastung, ist mir gerade etwas unschlüssig.
    Auch wäre es möglich, nur nach innen eine geschlossenen Form zu erzielen, dabei also weitestegend eine Durchsicht zu erlauben.


    Moin Christian,


    danke für deine Infos: Auf Kante abrunden/fasen hätte ich ja auch mal kommen können.


    Ich wollte dir (und allen anderen - möge es dem ein oder anderen nützlich sein) die STL-Daten der Blende zugänglich machen. Da müsste man erkennen können was ich meine.
    Zum Anhängen war die Datei aber zu groß, zur Datenoptimierung war ich zu faul, daher kurzerhand Shapeways als 3D-Viewer missbraucht:
    https://www.shapeways.com/prod…/abamot-drehgestellblende
    Eigentlich hätte da jetzt zum Runterladen ein "Download Product"-Button erscheinen sollen... Nun ja, auch egal: Wer die STL-Datei gerne hätte: Bitte melden, ich mail euch die gerne zu.


    Gegenüber meiner Ursprungsversion habe ich hier bereits die Federbeine verstärkt (den ursprünglichen Querschnitt sieht man noch am oberen Ende des Federbeins) und an der Rückseite einen Haltesteg ergänzt. Die Ursprungsversion war da wesentlich luftiger (und damit natürlich auch schöner), aber mittlerweile mussten schon alle Federbeine an der Drehgestellwange angeklebt werden, obwohl die Teilchen machanisch "eigentlich" völlig unbelastet sind.


    Und jetzt warte ich gespannt auf die gedruckten Harzer Blenden und die Fortschritte beim Rest des Wagens.

    Viele Grüße aus Südhessen


    Alexander


  • Hallo Otto,


    Danke für die Auskunft. Wenn du schon am Preis der Räder optimierst könnte man ja direkt den Eindruck bekommen, dass du mehr als nur einen "Dicken Wismarer" in Planung hast.


    Ich hatte mal ein wenig mit Kugellagern für die Bemo Räder herumgetestet. Die sind an sich auch garnicht so teuer, aber in so einem Drehgestell lassen die sich dann nurnoch schwer im originalen Achslager verstecken, weil sie dann doch ein Kleinwenig zu groß sind.


    Ich gehe mal davon aus du meinst die Räder von Volker Daßler über die wir meine ich schonmal geredet hatten? ( https://www.kostenloses-forum.…9,highlight,da%DFler.html )


    Ich bin auf jeden Fall gespannt wie es weiter geht.
    Bastian

  • damit die Schönheit auch sichtbar wird.


    ... sollte man die hübschen Blenden aber nicht aus schnöder Plaste ins Regal stellen. Muss ja nicht gleich Platin sein (das wird 4-stellig), aber Messing poliert kostet eine Blende dieser Art nicht die Welt und sieht auch schon ziemlich gut aus:

    Jaja, nächstes mal modelliere auch ich die Blattfedern einzeln :love:
    Vergoldet oder mit Rhodium-Überzug wirds übrigens auch nicht viel teurer. Die Blenden von Christian hätten es verdient. :thumbup:

    Viele Grüße aus Südhessen


    Alexander

  • Jap, guter Punkt mit den Federn...


    Aktuell ist Kunststoff geplant.
    Aber ja, messing ginge auch, ist aber schon ein wenig teuerer.
    Zumal ich ja eben auch selbst drucken kann und shapeways teils gut kalkuliert (wobei die schon auch ordentliche Qualität haben).


    Danke euch fürs feedback.

  • Da fällt mir doch glatt wieder der Räuber Hotzenplotz ein. Aus dem Buch von Otfried Preußler habe ich immer gerne meinen Kindern vorgelesen, als sie noch klein waren. Der immer wiederkehrende Satz war:
    Bei mir ist alles möglich, was unmöglich ist. So scheint mir das beim modernen 3D-Druck auch zu sein.
    Kurzkommentar: Wow!


    Gruß


    Otto

  • Jetzt liegt mir das letzte Kontrollmuster vor dem Auflagendruck vor:



    Ich hatte Christian noch eine hoch auflösende Datei mit dem Foto des originalen Drehgestells gemailt, damit er die Bolzen an den Achslagerdeckeln erkennen kann sowie die lose Wicklung der Schraubenfedern. Die Bolzen schweben aber nicht frei im Raum, dahinter muss auch noch Fleisch sein.


    Noch ein paar Anmerkungen: Die zusätzlichen Umwicklungen der Federpakete entfallen, nur das mittlere bleibt. Die Blattfedern sind in total ausgefedertem Zustand dargestellt. Im Einsatz mit aufliegendem Wagenkasten müssten sie ca. 50% eingefedert sein, also wesentlich flacher, etwa so, wie auf dem Foto vom Schrotthaufen.


    Eins ist noch zu bedenken: Es gibt zwei Varianten, hieraus ein Drehgestell zu fabrizieren. a) Dies ist das Drehgestellseitenteil, in dem die Achsen auch direkt gelagert werden. Dann müssen rückseitig Löcher für die pin point bearings von Slaters eingearbeitet werden. b) dies ist nur eine Drehgestellblende, die vor ein aus Ms geätztes rein funktionales Drehgestell geklebt wird. Vermutlich muss ich das eh selber entscheiden, aber gemeinsam nachdenken kann nie schaden. Im Falle b) würden die rückseitigen Löcher so angeordnet sein, dass sie die durch das Messing hindurchragenden Teile der Laagerbuchse locker aufnehmen können.


    Die dritte Variante wäre natürlich der schon erwähnte Druck in Messing. Schmeckt mir nicht so gut. Mit einer Brücke aus geätzten Teilen lässt sich das eigentliche funktionale Drehgestell viel präziser (und preiswerter vermute ich mal) herstellen.


    Grüße


    Otto

  • Hallo OOK,


    bevor ich es vergesse: Die Blende sieht sehr gut aus, da können sich die Interessenten für eine Klein(st)serie schon mal drauf freuen.


    Bin jetzt leider nicht der Experte in Sachen Drehgestellbau, habe aber schon einige Experimente hinter mir. Ergebnis: Funktionieren tun sie grundsätzlich alle, letzlich eher eine Geschmacksfrage, welche Bauweise man bevorzugt.


    Bei komplett an einem Stück gedruckten Drehgestellen kommt man an die Löcher für die Lagerbuchsen nicht mehr vernünftig ran. Da bräuchte man schon eine Art Winkelbohrer. Bei meinen ersten Drehgestellen wollten die Buchsen nur nach etwas mühevoller Nacharbeit mit dem Fräser in die vorgesehenen Löcher passen. Tip: Erst mal an einem Prototyp testen, ob sich die Lagerbuchsen leicht einsetzen lassen (und nicht wie ich, schon mal ein dutzend Drehgestelle beauftragen...).
    Bei der Gelegenheit: Ich verwende die shoulderd Variante der Buchsen, bis dato sind die auch alle gleich. Habe allerdings gelesen, es gäbe da durchaus auch mal kleine aber ärgerliche Unterschiede je nach Charge.
    Zum Einlegen der Achsen muss das Drehgestell etwas elastisch sein, die Wandstärken sollten also nicht zu groß sein. Alternativ kann man auch das Achslager (sofern es groß genug ist, dass die Buchsen darin unterkommen) als eigenständiges Bauteilchen ausführen und an der Innenseite der Blende eine Kerbe für die Achsspitze vorsehen. Das Achslager braucht dann aber ähnlich wie beim Vorbild eine Führung in der Blende zur Befestigung.
    Nachteil der "3D-Am-Stück-Komplettlösung": Das Drehgestell passt nur für eine Achslänge und allzu viel Verzug sollten die Druckteilchen auch nicht haben, sonst schlackerts oder klemmts. Kleine Erfahrung aus meinen Experimenten: Lieber etwas mehr Spiel in den Buchsen einplanen als allzu genau auf (Achs)Maß.
    In dieser Bauweise habe ich einige 0e-Archbar Drehgestelle hergestellt (u.a. weil die von Bachmann lange Zeit nicht lieferbar waren). Die Funktionieren gut und sind (trotz der recht grazilen Fachwerkbauweise mit langem "Ausleger") ausreichend stabil. Nur die Bremsanlage ist in der ersten Serie nichts geworden. Da wollte ich die Backen schön nah am Rad haben mit dem Ergebnis, dass ich jetzt dauerhaft handgebremste Drehgestelle besitze.


    Die "Blendenvariante" mit fein gedruckter Blende auf schmucklosem Funktionsträger ist eher mein Favorit. Bei den Archbars geht das halt aus optischen Gründen nicht, aber die anderen Drehgestellbauarten sind da problemlos. Ich habe schon Träger aus Stahl drucken lassen (teuer, große Toleranzen aber sehr solide und gewichtig) und diverse Druckmaterialien probiert. Da kann man so ziemlich alles verwenden, sogar mit dem FDM-Billigdrucker aus PLA selbstgedruckte sind (spätestens nach der dritten Anpassung der Konstruktion) brauchbar. Preislich sind die jedenfalls unschlagbar, da dürfte "Ätzen&Biegen" teurer kommen.
    Bisschen kritisch kann die Größe der Achslager sein: Wenn da die Buchsen nicht drin unterzubringen sind, muss das Drehgestell ziemlich breit bauen. Bei engen Radien darf da dann halt nichts beim Ausschwenken im Weg sein (so wie es bei den schweren Harzern die Trittstufen sein könnten?). Wenn die Buchsen nicht ins Achslager passen, gibt es dieses Problem aber genauso bei der Variante mit den Drehgestellen, die an einem Stück gedruckt werden.


    Für die Funktion braucht man meiner Meinung nach auch nicht zwingend die Romford/Markits-Buchsen: Die meisten Photopolymere scheinen erstaunlich zäh zu sein. Bei normaler Belastung können die Achsen auch direkt in dem Material laufen. Einen 800 Gramm-Vollmessing Wagenkasten mit Weißmetalldach mit 50km Jahresfahrleistung zählt da aber jetzt nicht dazu.


    Und wegen der Abneigung zu Messingblenden (bzw. Drehgestellen): Die Teile ich partiell auch, wobei so ein schmuckes Drehgestell im güldenen Glanze sich im Regal doch nicht schlecht machen dürfte. Passt auch zur Jahreszeit.

    Viele Grüße aus Südhessen


    Alexander

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!