Knowhow Lackierung

  • Hallo zusammen,


    heute wollte ich mal ein paar Lackierarbeiten durchführen. Dazu habe ich meine "Steinzeit" Airbrush ausgegraben und mit Oesling Farbe bestückt. Erst hat sie etwas gespuckt und dann so viel drauf gehauen das man keinerlei Details mehr erkennen konnte. Also schnell wieder runter damit. Das Gerät kann ich wohl in die Tonne werfen und mir was neues besorgen. Oder liegt es an der Farbe?


    Was meint ihr dazu? Und vor allem, was benutzt ihr zum Lackieren? Pinsel? Dose? Airbrush? Könnt ihr mir was empfehlen an Hardware und Farben?


    Gruß Sven

  • Hallo Sven,


    entweder war die Airbrush Pistole nicht richtig sauber oder Dichtungen defekt oder die Farbe war viel zu dick. Das lässt sich aus der Ferne aber nicht richtig beurteilen.


    Ich lackiere zu 99% nur mit der Airbrush und verwende Farben von Weinert, Vallejo oder Revell Aqua Color. Diese müssen aber entsprechend verdünnt werden.


    Im Moment habe ich eine Airbrush von https://www.harder-airbrush.de/de/evolution.html (Evolution two in one mit verschiedenen Düsen) im Gebrauch und bin sehr zufrieden damit.


    Diese lässt sich gut auseinanderbauen und reinigen, denn das ist auch sehr wichtig. Außerdem kann man unabhängig die Luftzufuhr und Farbmenge mit nur einem Hebel in einem Arbeitsgang variieren.


    Schöne Grüße
    Norbert

  • Hallo Sven,


    wenn du die Farbe direkt aus dem Topf verwendest ist die viel zu dickflüssig. Dann kommt bei einem ausreichenden Düsendurchmesser (>0,5 mm) und viel Druck zwar Farbe raus, aber eben viel zu viel. *Sprotz*


    Ich verwende Farben Tamiya (50% mit IPA verdünnen), Vallejo Airbrush und Schmincke Airbrush. Wenn du Airbrushfarben kaufst hast du direkt die richtigen Pigmente und die Verdünnung stimmt meist, dafür sind die Farben teurer.
    Bei vielen Pinselfarben neigen die Pigmente zum Klumpen und verstopfen feine Düsen. Ziemlich ungeeignet sind die Email-Farben in den kleinen Blechdöschen von Humbrol oder Revell, da konnte ich nachher lange die Airbrush putzen ;(


    Auch ich verwende eine Evolution (rund 15 Jahre alt) und eine uralte Pistole aus den 1990ern von Hansa (für einfache Arbeiten wie Gleise lackieren). Alle paar Jahre tausche ich Dichtungen, Düsen oder die Nadel und gut ist es.


    Grüße


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo Sven,


    Hallo zusammen,


    ...
    Das Gerät kann ich wohl in die Tonne werfen und mir was neues besorgen. Oder liegt es an der Farbe?


    Ich stand vor einiger Zeit vor dem gleichen Problem. Nach längerer Nichtnutzung meiner Airbrush waren die Ergebnisse miserabel. Bei der Recherche bezüglich eines neuen Geräts stieß ich auf eine Seite mit Tipps zur Reinigung. Empfohlen wurde die Reinigung in einem Ultraschallgerät, ein Tipp, den ich voll und ganz bestätigen kann. Habe mir so ein Teil zugelegt und die Airbrush funktioniert wieder einwandfrei. Seitdem wird die Airbrush nach jeder "Session" im Ultraschallbad gereinigt.


    hth ;)
    Bernard

  • Nach dem, was Du beschreibst, ist die Pistole wohl in Ordnung. Bernhards Tip mit dem Ultraschallbad ist goldrichtig. Meine Pistole landet nach jeder Session komplett im Ultraschallbad. Die Düse getrennt in einem kleinen Döschen mit Airbrushreiniger.


    Oesling Farben sind viel zu dick zum airbrushen, ich verdünne sie 1Teile Vallejo Verdünnung mit 2 Teile Farbe und einigen Tropfen Vallejo Flow Improver. Wenn die Farben alt sind, muss ich auf 1/1 Verdünnung erhöhen.


    Bei Oesling Farben muss man mit den Deckeln vorsichtig sein. Ich wasche nach jedem öffnen den Deckel mit einer Zahnbürste unter fliessendem Wasser aus, um die Farbe aus der Dichtung und dem Gewinde zu entfernen. Das Gläschen wische ich vorsichtig mit eine Kleenex sauber, so dass weder im Gewinde noch auf der Dichtfläche Farbreste zu sehen sind.


    Diese angetrockneten Farbreste könnten Dein Problem verursacht haben, wenn sie beim öffnen in die Farbe gefallen sind und dann die Pistole verstopfen.


    Übrigens, im Ultraschallbad mit 60° warmen Wasser kann man die Oesling Farben hervorragend aufbereiten.


    Die verdünnte Oesling Farbe verdeckt bei dünnem Auftrag kein noch so kleines Detail. Allerdings eher 2-3 mal sehr dünn als einmal dick lackieren.


    Michael

  • Erst mal Danke für die Tipps.


    Ich habe ein wenig experimentiert. Pistole gereinigt (mehrfach), Farbe nach und nach weiter verdünnt. Man kann inzwischen schon fast durchsehen, Farbe erwärmt.
    Es ist eine leichte Verbesserung erkennbar, aber nach wie vor unbefriedigende Ergebnisse.


    Gruß Sven

  • Moin,


    Für die Oesling Farbe brauchst mindestens ne 0.4 Düse, einen schönen Druck über 3 und die Farbe 1:1 verdünnen...


    Dann einmal drübernebeln....nach kurzer Zeit intensiver Nebeln und dann fertig sprühen....


    Grüße Holger

    Epoche 3, z.Zt. keinen Platz.... wenn vorhanden, gesteuert mit Lenz LZV100 & LH100 und per WLAN touchcab(?)

  • Hallo,


    jetzt wird es per Ferndiagnose schwierig :S


    Welchen Druck nutzt du?
    Ist die Pistole richtig montiert?
    Ist die Düse noch intakt?
    Ist die Nadel in Ordnung?
    Was passiert, wenn du klares Wasser einfüllst und auf Zeitungspapier sprühst?


    Kannst du mal Fotos machen?


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Hallo Sven,


    vor gut einer Ewigkeit habe ich im Schmalspurforum über meine Erfahrung mit Oeslingfarben berichtet, da das in einem Bereich liegt, der nur mit Anmeldung zu erreichen ist, kopiere ich ihn mal auch hierher.


    Hallo,


    beim Bau der Gebus-Lok hatte ich erwähnt, dass ich erstmals mit den Oesling Farben gearbeitet hatte. Der primäre Grund war ja der Farbton, den ich bei den üblichen Verdächtigen (Revell/Humbrol/Weinert) nicht vorfand und ich mich an Oesling erinnerte, der ab und an in FREMO-Foren erwähnt wird.



    Hier im Forum wurde bislang wenig über die Farben geschrieben daher beschreibe ich mal meine Erfahrungen.


    Als erstes schüttelte ich die Farbdose auf, entnahm etwas Farbe und verdünnte - ja was nehm ich denn nun. . . ? :whistling:


    - Wasser: OK erster Versuch perlt am PS ab ähnlich den hier beschriebenen Erfahrungen mit den Vallejo -Farben. ;(


    - Alllohol: also Isopropylalkohol ist ja vorhanden. Geht irgendwie; aber ich habe das Gefühl, dass die Farbe nach kurzer Zeit verklumpt.


    - Vallejo-Verdünner ist ja auch noch da, also dann halt mal den (die Farben sind ja auch Wasserverdünnbar).
    OK geht besser - aber irgendwie auch nicht so recht. ?(


    Dann - leider erst dann - habe ich mal mit "Oesling farben verdünnen" gegoogelt - und ja, bei Oelsing befindet sich auch ein Hinweis zum Gebrauch.


    Zitat:
    Spritzlackierung:
    Zur Verarbeitung mit Airbrush zwischen 5% und 50% Wasser zusetzen.
    Sprühversuche machen! Auf genügenden Luftdruck achten.
    Versuche haben ergeben, daß auch mit preiswerten Airbrush-Pistolen gute Ergebnisse erzielt werden können, wenn man eine Verdünnung von 25% mit relativ hohem Druck (ca. 5-8 bar) verarbeitet. Wie bei anderen Spritzlackierungen auch, empfielt es sich, mehrere hauchdünne Schichten statt einer dicken Schicht zu spritzen.
    Wenn die Pistole verstopft, ist möglicherweise der Druck zu hoch und/oder die Düse zu klein.


    Quelle: http://www.oesling-modellbau.com/node/12
    Seite existiert nicht mehr - oder so nicht mehr - egal


    Der erste - sicherlich maßgebliche - Hinweis war, dass die Farben nur gering verdünnt werden sollen.
    Die oben erwähnten Farben (Revell/Humbrol/Weinert) verdünne ich meist 1:1 und teilweise mehr und mit diesem Mischungsverhältnis ging ich auch in die "Fehlversuche". :thumbdown:


    Also nochmal angemischt diesmal nur wenig Wasser zugegeben und siehe da es funktionierte 8o :thumbsup:
    Ein ganz leichter Perleffekt war noch vorhanden aber "mein Instikt sagte mir" * das wird beim folgenden Auftrag besser und so war es auch. 8o


    Die Gebus habe ich jetzt mit drei Farbaufträgen versehen.
    Das Ergebnis ist eine sehr schöne seidenmatte Lackierung. Die Farbe haftet sehr gut an einem Probestück; habe mehrfach gekratzt => keine Abhebung. Ebenfalls habe ich dieses Probestück mehrfach mit den Fingern feste angelangt; OK es waren keine "Frittenfinger" - aber Daumen- oder ähnliche Abdrücke lassen sich nicht feststellen.
    Die Lampen für die Gebus habe ich mit dem Pinsel lackiert in diesem Falle unverdünnt. Auch dies gelang hervorragend. Die gute Anhaftung hat auch partiellen Nachlackierungen keine sichtbaren Übergänge hinterlassen. :thumbsup:


    Noch kurz zu dem Hinweis mit dem Druck:
    Ja - ich habe den Druck etwas erhöht - aber 5-8 bar, das bringt mein Kompressor gar nicht . . . bei vier ist Schluss.
    Die habe ich auch mal (kurz) eingestellt - aber da wird die Farbe ja wieder vom Modell "gefegt" - ich habe mich dann so unter 2 bar "eingeschossen".


    soweit die Erfahrung mit den "neuen" Farben, die ein sehr positives, zufriedenstellendes Ende fanden.


    gruss dry


    * mit dem zeitlichen Abstand kann ich bestätigen es war nicht - ich wiederhole NICHT: „in meiner großen und unerreichten Weisheiten“ - das hat wer anderes behauptet . . .

  • Hallo Sven,
    diese Versuche habe ich allesamt hinter mir.
    Getreu nach dem Motto meines Opas : "wer billig kauft, kauft zweimal „,
    habe ich mir nach etlichen Versuchen eine meiner Meinung nach sehr gute Pistole gekauft -
    hier ein Beispiel-Link dazu:
    https://www.airbrush4you.de/luftpinsel-l…ution-2in1?c=79
    Inzwischen benutze ich nur noch die 0,4 mm Düse mit etwa 2 bar, aber
    entscheidend für ein gutes Spritzergebnis ist meiner Meinung nach
    erstens die gute Farbe und zweitens die richtige Konsistenz der Farbe.
    Ich persönlich verwende nur noch Elita Farben - diese verdünne ich circa
    eins zu eins mit dem dazu passenden Verdünner und dann erziele ich hervorragende Ergebnisse.
    https://shop.elita.de/epages/ElitaModell…farben%20RAL%22
    Hinzukommt, dass diese Farben eine absolut hohe Pigmentierung aufweisen
    und somit auch unverdünnt super mit dem Pinsel zu verarbeiten sind. Für
    die Grundierung verwendest du bitte zwingend, wenn du diese Farben auch
    nehmen möchtest, den Elita-Metallgrund; dieser ist auch für Kunststoffe
    geeignet.
    Das sind, wie gesagt, meine Erfahrungen, nachdem ich gefühlt 10-15
    verschiedene lösemittelhaltige oder lösemittelfreie Farben versucht
    habe.


    Mit den o.a. Farben lackiere ich auch ganze Reisezugwagen mit besten Ergebnissen.



    ....übrigens: alle RAL-Farbtöne sind in glänzend und auch in seidenmatt lieferbar!!!!


    liebe Grüße aus der Eifel
    Rainer

    Edited 2 times, last by Rainer: Zusatzinfo ().

  • Hallo,


    Ich habe ein Airbrush Set von einer holländischen Firma vor Jahren mal in der Bucht gekauft .


    Farben nehme ich grundsätzlich nur von Weinert und spritze mit einer Düse von 0,2 mm. Die Farben müssen natürlich verdünnt werden. Trotzdem sind sie sehr gut deckend und trocknen sehr schnell.


    Dies ist meine Erfahrung.


    Viele Grüße Robby

  • Moin,


    Ich möchte noch mal etwas zur Qualität der Oesling Farben sagen, da ich hier den Eindruck erhalte das die anderen, teureren Farben besser sein sollen.... aber das bezweifele ich... Sie sind vermutlich gleich gut. Und ein großer Vorteil ist die RAL- Palette.


    Meine Aussagen basieren auf weit über 1000 Automodelle die ich mit Oesling Farben lackiert habe und da ich Sie hinterher auch noch an meine Kunden verkaufe, sind sie vermutlich nicht so schlecht....



    Also an der Farbe liegt es vermutlich nicht ( es sei denn, Sie ist über den Zenit)


    Grüße Holger

    Epoche 3, z.Zt. keinen Platz.... wenn vorhanden, gesteuert mit Lenz LZV100 & LH100 und per WLAN touchcab(?)

  • Ich mache Ganzlackierungen genau so wie Rainer im Beitrag #11 mit den gleichen Farben, der gleichen Verdünnung un der gleichen Airbrush-Pistole und der 0,4er Düse.
    Auch ich kann dir diese Kombination nur empfehlen, ergibt bei mir auch erstklassige Ergebnisse.


    Wichtig dabei ist auch: Die Farben in mehreren Schichten mit der Airbrush auftragen und WARTEN ! Nach einer Nacht sehen die Lackoberflächen erst richtig gut aus.
    War erst immer erschrocken ,dass die frischen Flächen wie eine leichte Orangenhaut aussahen ...

  • Hallo Holger,


    ich will hier Oesling nicht schlecht machen. Im Gegenteil, ich nehme die Farben gern.
    Entscheidend ist doch das Zusammenspiel aller Komponenten. Wenn das nicht funktioniert muss man sie austauschen mit dem Ziel ein gutes Ergebnis zu bekommen. Dabei fängt man gewöhnlich mit der billigsten Komponente an. Das ist halt als erstes die Farbe.


    Gruß Sven

  • Hallo Holger,


    wenn Wagen oder Loks lackiert werden sollen, dann helfen Vallejo, Gunze und Kosorten wenig, da es hier keine Raltöne gibt. Für Alterungszwecke sind sie dagegen perfekt. Immer 1:1 verdünnt mit 0,25 oder 0,3 er Düse und wenig Luft 1,8 - 2,0 bar.


    Für Raltüöne nutze ich seit Jahren ausschließlich »Sikkens Rubol BL satin«. Das ist eine sehr fein pigmentierte Farbe die in allen Raltönen lieferbar ist. Verdünnt mit Isopropanol im Verhältnis 1:1 und einem Druck von 2,5 bar bei einer 0,5 Düse gibt es perfekte Ergebnisse. Als Grundierung nutze ich Duplo Color Rostschutz aus der Sprühdose. Die lässt sich wunderbar hauchdünn aufsprühen und reagiert nicht mit dem Farbauftrag. Ist auch für Kunststoff geeignet, hier ist es jedoch manchmal erforderlich einen Kunststoff-Vermittler aufzubringen. Resin geht ohne.


    Wie alles im Leben hat auch die Sikkens Farbe Vor- und Nachteile die Vorteile habe ich schon geschildert, die Nachteile sind: es gibt sie nur im Farbenfachhandel und hier nur in 0,5l Dosen oder größer.
    2. Nachteil man sollte immer nur soviel anmischen, wie man verarbeiten kann; nach 2 Tagen ist die verdünnte Farbe nicht mehr zu gebrauchen.


    Für große Flächen nutze ich eine SATA junior, für kleinere eine Badger Crescendo. Zum Altern eine ganz alte AMI Junior und eine perfekte Harder & St Infinity.


    Viel Spaß
    Herbert

  • Hallo,

    ich verwende Weinertfarben. Dort muss ich die RAL-Nummer nicht unbedingt kennen, denn im Weinert-Katalog steht hinter jeder Farbe, wo diese bei der Eisenbahn verwendet wurde. Einfacher geht es nicht, sofern sich Weinert nicht geirrt hat und es die Eisenbahn betrifft. Die RAL-Nummern sind auch aufgeführt, soweit auch bei historischen Fahrzeugen eine RAL-Nummer zu zuordnen ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

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