Miba 10/19

  • Hallo in die Runde,


    die MIBA 10/2019 ist eingetroffen.
    Es sind zwei interessante Berichte über Spur 0 enthalten:
    Ein acht-seitiger Bericht über die Klasse Spur 0 Anlage "Bad Cambach v.d.H. - Im Hessischen" der Spur 0 Freunde Worms und
    ein vier-seitiger Bericht "Änder das Geländer" von Hans Wunder; der hier zeigt, wie er den Otmm 61 von Lenz verfeinert hat.


    Viel Spaß beim Schmökern und beste Grüße
    Arnold

  • Moin Arnold, :)


    dickes Dankeschön an Dich,für deinen Lesetip! MIBA zählt neben MEB,EK,EM,MM zu meiner Lieblingslektüre! Vor allem die erstklassigen (!) Berichte über verschiedene Bereiche der
    Modelleisenbahn+die Testberichte im Zubehörbereich(Autos,Lokomotiven in unterscheidlichen Spurweiten,haben schon so manche Kaufentscheidung bei mir positiv beeinflußt!
    LG
    Erwin

  • Hallo


    nicht vergessen werden darf der Bericht 30 Jahre The Bay Shore Line. Für Anhänger der amerikanischen Bahnen eine der Vorzeigeanlagen überhaupt. In größe, detaillirung und Ausstattung mit das Beste was je gebaut wurde.


    Viele Grüße


    Alex

  • Schönen Abend Alex, :)


    ich kann dir da persönlich nur voll und ganz zustimmen,was das Thema:30 Jahre Bay Shore Line betrifft! Diese Spitzenanlage(!) wurde,wenn mich nicht alles täuscht schon in mehreren
    Sendungen von:Eisenbahnromantik vorgestellt.
    Ich glaube sogar,daß sie auch schon mehrfach auf der Ontraxx in den Niederlanden vorgestellt wurde und jede Menge bewundernde Blicke auf sich gezogen hat!
    LG
    Erwin

  • Diesen Anlagenbericht habe ich mit größtem Interesse gründlich durchgelesen und dabei einige Entdeckungen gemacht.



    Im Prinzip handelt es sich um eine modulare Ausstellungsanlage, insofern erst einmal nicht Besonderes. Der Pep (nicht der Teufel) liegt im Detail. Die einzelnen Module wurden von zwei Modellbahnern gebaut, die über 500 km weit auseinander wohnen und ihre Teile nur bei Ausstellungen im Zusammenhang erleben und betreiben können. Das ist mutig, das ist mustergültig und bewunderswert. Im Vereinigen Königreich wäre dieses Konzept weniger besonders, denn dort gibt es Ausstellungsanlagen, deren Teile von drei, vier oder noch mehr Modellbahnern in ihren jeweiligen kleinen Bastelkellern entstehen und ebenfalls nur auf den Ausstellungen im Zusmmenhang erlebt werden können. Das dürfte bei uns gerne noch mehr Schule machen und würde uns für unsere Ausstellungen, die ja nicht an Anlagenüberfluss leiden, sehr belebend und qualitätssteigernd wirken.Dann habe ich noch mit Interesse gelesen, dass die beiden fleißigen Modellbahner zwar mit genormten Modulschnittstellen von Harald Brosch angefangen haben, sich dann aber mit der Gleislage von der Norm gelöst und die Gleise so gelegt haben, wie es für den Spurplan optimal war und ist. Und das wird im MIBA-Artikel so beschrieben: "Ein variabler Aufbau ist nun nicht mehr möglich, die Reihenfolge ist beim Aufbau fest vorgegeben. Streng genommen sind die Anlagenteile damit Segmente." Das wird zwar im Satz davor als "gravierender Nachteil" etikettiert, aber ist es wirklich einer? Es wird ja ein bestimmer Bahnhof in einem bestimmten Streckenabschnitt dargestellt, warum sollte man da die Reihenfolge der Module bzw. Segmente ändern wollen?Ich habe ja vor Jahrzehnten selber mal mächtig in der Modulszene mitgemischt, bin aber heute kein uneingeschränkter Freund der Idee mehr. Sie hat ihren Platz und ihre Bedeutung, das ist unbenommen, aber sie hat auch Grenzen. Die weite Verbreitung des Modulgedankens hat u.a. dazu geführt, dass wir auf den Ausstellungen nur noch Flachlandstrecken zu sehen bekommen, auch wenn sie mit Bergen umgeben sind. Ganz heftig war mir das auf der Intermodellbau 2017 aufgefallen, wo der MEC Bregenz seine impressionante H0 Arlbegbahnanlage zeigte:



    Für Nicht-Modellbahner ist die Arlbergbahn eine der markantesten Bergstrecken auf dem europäischen Eisenbahnnetz. Aber Modulmodellbahner sind auf die Maximalneigung von 1: ∞ festgelegt. Das wäre so, als würde man eine Serpentinenstraße als gerade Linie darstellen.
    Unsere Ausstellungen können unbedingt mehr Anlagen gebrauchen, in 0, 0m, 0e, 0f. Und um der aktuellen Tendenz zu den DIN A4 großen Anlägchen entgegenzuwirken, wäre es gut, es würden sich mehr Freundeskreise von Modellbahnern bilden, die an ihren unterschiedlichen Wohnorten an Teilen (Segmente !) einer gemeinsamen Anlage bauen. Und wenn die Reihenfolge feststeht, dann dürfen auch Neigungen realisert werden.


    Ein Paradebeispiel dieser Konzeption ist die Ausstellungsanlageder Westsächsischen 0e-Freunde, die wir schon mehrfach bewundern durften. Sowas in 0 Regelspur, wäre das nicht mal was?



    Die kleine 0m-Anlage mit dem Steinbruch Knaupshörste, die ich 2016 und 2017 in Gießen gezeigt habe, weist eine durchgehende Steigung von 1:33 auf und nur so konnte das betriebliche Problem der Zustellung von Wagen in einer mitten in der Steigung gelegenen Awanst überzeugend dargestellt werden. Ich hatte es ja "gut". Ich habe alle Segmente (mit Hilfe einiger Freunde) selber gebaut.
    Damit komme ich zu einer kleinen Vorankündigung: Im kommenden Jahr werde ich in Gießen wieder eine Anlage ausstellen (ohne Steigung), aber das von mir gebaute Teil wird mit Teilen von anderen Modellbahnern zusammen ein Ganzes ergeben.


    Grüße an alle
    Otto

  • Hallo Otto,

    eine Modul- oder besser eine Segmentanlage von mehreren Leuten in ihren eigenen Räumlichkeiten zu bauen, ist für uns Zackenbahner kein Neuland. Wir haben alle unsere Segmente in den eigenen Hobbyräumen/Wohnungen gebaut und fügen diese dann auf Ausstellungen zu einer großen Anlage zusammen. Angefangen haben wir damit im Jahr 2002. Die meisten Leute wohnen in Sachsen, aber einer wohnt auch in Würtemberg. Dieses Jahr werden wir unsere Anlage in Friedrichshafen aufbauen. Eine N-Anlage mit den Maßen 8m x 8m mit annähernd maßstäblichen Bahnhöfen. Einige Streckenteile sind variabel einsetzbar, die Bahnhöfe müssen aber immer in der richtigen Reihenfolge entsprechend der Vorbildbahnlinie aufgebaut werden. Die Zackenbahn ist die Strecke Polaun (heute Korenov in Böhmen) nach Hirschberg (heute Jelenia Gora in Polen), welche 1923 elektrifiziert wurde und die Stammstrecke der ET89 "Rübezahl" war. In 0 ist so etwas kaum zu realisieren, wären doch da die beiden großen Bahnhöfe zwischen 13m und 15m lang.


    Wir haben das damals so angefangen, weil für unseren kleinen Verein eine Finanzierung von Hobbyräumen nicht zu stemmen war und ist. Für Probefahrten haben wir gelegentlich den Saal in einem Dorfgasthof für ein Wochenende angemietet.

    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Wunderbar, leider kenne ich eure Anlage nicht, aber es bestätigt meine Idee. Genau diese Anlage könnte man wohl nicht in 0 bauen, aber eine andere schon, wenn man bei den Bahnhofsspurplänen die selective compression-Methode anwendet.
    Danke für deine Info, die durchaus Wasser auf meine Mühlen ist!
    Gruß
    Otto

  • Noch ein Wort zum Artikel über die Bay Shore Line. Da schreibt schreibt Günther Holzgang in der Einleitung: "Es geht bei mir seit 30 Jahren nur um ein Thema. Wer kann das heute noch behaupten, seit 30 Jahren hinter demselben Thema zu stehen und konsequent dieses ... Thema zu verfolgen?" Das kann ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen.


    1985 (!) baute ich das 0m-Modul "Kaiserweg" mit dem Nachbau des Haltstellengebäudes an der namensgebenden Station der Südharzbahn im Maßstab 1:45. Das war der Grundstein für meine Braunlage-Andreasberger Eisenbahn, auch wenn dieser Name erst 1991 festgelegt wurde. Seither bin ich an dem Thema Harzer Meterspur dran, ganz unbeirrt. Zwar musste ich wegen Umzug zweimal die Anlage abbrechen, konnte sie aber immer an der neuen Stelle größer wieder aufbauen.

  • Hallo Rollo und Robby,
    danke für die Info und Links betreffs Zackenbahn. War mir bisher nicht bekannt, beindruckt mich aber sehr. Das ist genau das, was ich mit meinen Ausführungen in den vorherigen Posts meinte. Allerdings scheint es keine aktuellen Ausstellungen zu geben und du, Robby schreibst, dass du bei den Zaclenbahnern "warst". Wird man die noch einmal zu sehen bekommen?
    Grüße
    Otto

  • Wird man die noch einmal zu sehen bekommen?

    Siehe Antwort 6:

    Dieses Jahr werden wir unsere Anlage in Friedrichshafen aufbauen.

    Und dann frage ich mich:

    "Es geht bei mir seit 30 Jahren nur um ein Thema. Wer kann das heute noch behaupten, seit 30 Jahren hinter demselben Thema zu stehen und konsequent dieses ... Thema zu verfolgen?" Das kann ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen.

    Warum ist das "besser" oder "mehr wert" als wenn jemand Themen wechselt? Wer bestimmt das?

    Und um der aktuellen Tendenz zu den DIN A4 großen Anlägchen entgegenzuwirken

    Warum ist das per se schlecht? Wer legt das fest?



    Gruß,
    Ralf

  • "Und dann frage ich mich:

    Hallo Ralf, dieser Satz ist ja gar nicht von mir, sondern steht in dem Beitrag über die Bay Shore Line, ich habe mich da nur dran gehängt, weil es dort so klang, als sei der Erbauer der einzige, auf den das zutrifft. Und wo steht denn, dass das besser oder mehr wert ist?


    Diejenigen, die mein BAE-Buch kennen, wissen, dass ich vor der BAE ebenfalls einen Zickzack durch Baugrößen, Spuren und Vorbilder gemacht habe.


    Anderserseits, um eine große Anlage in einer Baugröße/Spur zu bauen, in der es fast nichts zu kaufen gibt und man viel selber bauen und umbauen muss (z.B. auch alle Gleise und Weichen), dann ist das jahrzehntelange Dranbleiben nicht "besser" oder "mehr wert", sondern schlicht und ergreifend unerlässlich. Es sei denn, man hat ne Million über und kann sich alles von Profis bauen lassen.


    Insofern gibt es hier auch nichts zu bestimmen, sondern nur einen Fakt zu benennen.
    Gruß
    Otto

  • Quote

    Warum ist das per se schlecht? Wer legt das fest?


    Auch hier möchte ich dich darauf hinweisen, dass nirgends steht, dass das "per se schlecht" ist. Ich beobachte die Tendenz seit längerem und finde sie persönlich nicht so zielführend für unser Hobby. Wo soll die 50 von Lenz denn auf so einer DIN A4-Anlage fahren? Und selbst, wenn es DIN A3 wäre.
    Ich mache ja in diesem Forum keinen Hehl daraus, dass ich ein Verfechter des Betriebes auf Modellbahnanlagen bin. Und nicht nur hier. Viele dieser Mini-Anlagen sind hochwertige Kunststücke, keine Frage, viele zeigen da, dass sie in Puncto Detaillierung wesentlich weiter sind als ich, aber oft frage ich mich, was es noch mit Modell-Eisenbahn zu tun hat, wo doch andere Dinge wesentlich stärker betont werden.


    Fazit: Mini-Anlagen bzw. Dioramen sind nicht per se schlecht, aber ungünstig unter dem Gesichtspunkt des Modell-Eisenbahnbetriebs.


    Gruß
    Otto

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