angelaufenes Messing reinigen

  • Hallo,


    wie reinige ich angelaufenen Messing-Gussteile? Große Flächen strahle ich vor dem Löten aber die kleinen Gussteile sind das Problem. Gibt es eine Reinigungsflüssigkeit, oder ähnliches?
    Bin für Tipp`s dankbar.


    Grüße


    pele

  • wie reinige ich angelaufenen Messing-Gussteile? Große Flächen strahle ich vor dem Löten aber die kleinen Gussteile sind das Problem. Gibt es eine Reinigungsflüssigkeit, oder ähnliches


    Hallo Pele,


    im Drogeriemarkt gibt es "reine Soda". Damit einen Brei anrühren und mit der Zahnbürste die Gussteile abrubbeln. Ich ziehe dazu allerdings Latexhandschuhe an.
    Ich habe keine Ahnung, warum das "reine" und nicht "reines" heisst. :S


    Wenn es Dir nur ums Löten geht, hast Du vielleicht nicht das richtige Flussmittel. Mit Phosphorsäure und viel Hitze kann man auch angelaufene Messing-Gussteile anlöten.


    Michael

  • Hallole,
    Essig ist ein altes Hausmittel,
    Essig mit Salz....


    Ich nutze Essigreinigerkonzentrat von "FROSCH" mit guten Ergebnissen im Ultraschallbad bei etwa 50 Grad.
    https://frosch.de/Produkte/Essig-Reiniger.html
    Komzentration in etwa wie laut Anleitung vorgegeben...
    Evtl. etwas stärker...


    Funktioniert auch gut bei gelöteten Teilen...
    Greift Zinn nur wenig an...


    MfG
    M. K.

  • Hallo,


    berücksichtigen sollte man, dass Messing eine Legierung aus Kupfer und Zink ist.


    Bei Säureeinwirkung wird nicht nur die optisch störende Oxidoberfläche „zerstört“, sondern es wird auch immer etwas vom Zink mit gelöst.
    Dies führt dazu, dass die Oberfläche des Messings nach der Säurebehandlung bzw. dem Entzug von Zink eine etwas rötlichere Kupferfarbe annimmt.
    Durch Polieren wird diese hauchdünne Kupferschicht wieder abgetragen und die goldweißgelbe Messingfarbe kommt so auch wieder zum Vorschein.


    Zum Einsatz können organische Säuren wie Essig-, Zitronen-, Wein- oder Ameisensäure kommen; es geht auch mit verdünnter Phosphorsäure.
    Zumeist vermengt man die Säurelösung mit etwas Mehl, weil der Brei besser an den Messingteilen haftet und so länger einwirken kann.



    Alternativ gehen auch Laugen. Etwa Natronlauge. Oder Kalilauge. Oder Ammoniak (Samiakgeist).
    Natürlich sollte dies nicht zu lange einwirken, da mit den Laugen auch etwa Platinen geätzt werden.
    Reine Soda ist Soda ohne Wassermoleküle; Kristallsoda hat Wasser mit eingelagert.
    Löst man Soda (Natriumcarbonat) in Wasser, so bildet sich ein Gleichgewicht aus Natriumhydroxid (Natronlauge) und Natriumhydrogencarbonat (Natron).
    Die Lösung ist somit stark alkalisch/ätzend. Bei der Verwendung von Laugen bilden sich teils dunkle Metallhydroxide auf der Oberfläche - auch hier sollte also nachpoliert werden.


    Am Rande sei noch erwähnt, dass bei Onlineauktionen teils scheinbare „Münzraritäten“ angeboten werden. Da gibt es etwa statt kupferfarbenen 5-Cent-Münzen Varianten in silberner oder goldener Farbe. Die kann man sich aber leicht selbst machen und muss sie nicht kaufen: die 5-Cent-Münze in heiße Natronlauge mit etwas Zinkpulver einlegen – und schon entsteht eine silberfarbene Münze. Erhitzt man diese zudem, bildet sich auf der Oberfläche ein Messingfilm und sie glänzt goldfarben.
    Siehe hier: Link zu youtube


    Gruß
    Armin

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