Sandstedt Niederweser

  • Liebe Spur0-Gemeinde,
    angeregt durch die Diskussion um die Planung von Sandras (themack) Anlagenprojekt auf relativ kleinem Raum möchte ich gern meine zurückliegende Planung auf 460 x 320 cm vorstellen. Mir war von Anfang an klar, dass eigentlich nur ein U mit Kopfbahnhof realisiert werden konnte. Auf der Suche nach Bahnhofsplänen realer Bahnen stiess ich zufällig auf der Homepage von Frank Wieduwilt (http://wieduwilt.org/gleisplaene/kopfbahnhoefe.html) auf den Gleisplan des ehemaligen Bahnhofs "Sandstedt" der Kleinbahn Farge (Bremen) - Wulsdorf (Bremerhaven). Die Bahn existiert nicht mehr, aber Dennis Mellerowitz (https://www.drehscheibe-online…ad.php?17,4563956,4563956) hat die Geschichte auf einem anderen Forum nachvollzogen und mit vielen Bildern illustriert. Die Bahn wurde zunächst, ich glaube 1938, in Sandstedt "halbiert", so dass nur noch eine Verbindung nach Wulsdorf übrig blieb. Dieser Umstand kam meiner Vorstellung entgegen, da das Bahnhofsgebäude ganz an das Anlagenende "rutschen" konnte. Die Fiktion war dann, dass man gegenüber von den Bahnanlagen (EG, Rampe, Güterschuppen, Ladestrasse) einen neuen Bahnsteig errichtete, der durch Überqueren des Gleisstumpfes am EG erreicht wurde. Sodann verlegte ich den Lokschuppen aus Platzgründen an das andere Ende der Bahnanlagen und fügte schliesslich, um mehr rangieren zu können, ein weiteres Gleis hinzu. Trotzdem wurde das Ganze relativ eng, aber mir gefiel es, v. a. als ich auf den bereits fertiggestellten Segmenten (65 cm Tiefe) die Gleise provisorisch verlegte. An den Bahnhof sollte sich bis auf die Gegenseite des Raumes ein weiter Bogen anschliessen, der schliesslich in einem Abstellbahnhof mit Schiebebühne endet. Leider habe ich den Gleisplan mit einem Programm erstellt, der unter Windows lief, was ich nicht mehr benutze (inzwischen Mac-Anwender). Ich bin allerdings zu faul, den Plan nochmals mit einem MAC-Planungsprogramm zu erstellen. Daher habe ich versucht, ein Foto des ausgedruckten Plans anzuhängen. Ich bin durchaus gespannt auf Kommentare zu meinem Werk :S aber als Erstlingswerk in Spur 0 war für meine Begriffe nicht mehr "herauszuholen", zumal die Anlage auch möglichst unproblematisch zerlegt werden können sollte (was für eine Grammatik! ^^ ). Die Gestaltung ist inzwischen schon fortgeschritten mit dem Versuch, die Merkmale einer Marschlandschaft nachzubilden. Darüber ggf. demnächst mehr.
    Jetzt erstmal ein schönes Wochenende - Thomas M.





  • Hallo Thomas,

    gibt es zwischenzeitlich neues ?

    Ich überlege, ob ich meine beiden Module auf einen gegenüber

    liegenden Bahnhof/Fiddleyard erweitere. In meiner Bauhöhe

    von 1m habe ich unter der Dachschräge jedoch nur gut 2m

    zur Verfügung.

    Gruß aus Oldenburg
    Thorsten

  • Guten Morgen Thorsten,

    tut mir leid, dass ich erst jetzt antworte. Ich habe wegen der Software-Umstellung des Forums länger nicht hineingeschaut.

    Die Anlage ist inzwischen fast fertig (sofern man das überhaupt sagen kann - ich habe noch soviel Ideen für kleine Szenen). Es fehlt nur noch die Gestaltung um die Scheune/Schmiede. Bzgl. Deines Fiddleyards: ich habe eine vollautomatische Schiebebühne gebaut. Das bleibt näher zu erklären! Dazu will ich gelegentlich einen Forumsbeitrag schreiben. Für Dich schon mal vorweg: Eine stabile Platte wurde auf dafür geeigneten Möbelauszugsschienen (Tragkraft 60 kg) befestigt. Unter der Platte ist eine Spindel angebracht mit einem Schrittmotor. Dieser lässt sich mit einer Steuerung von Rocrail programmieren und automatisch steuern. Einmal eingestellt findet jedes Abstellgleis präzise die Ausfahrt. War für mich, der von Elektronik keine Ahnung hatte, ziemlich aufwendig. Ich musste auch mehrfach Peter Giling, den Schöpfer dieser Steuerung kontaktieren, bevor es lief. Aber jetzt bin ich sehr zufrieden damit. Kostenmässig muss man allerdings eine halbe BR 94 von Lenz anlegen, aber das war es mir wert. Anbei ein paar Bilder dazu.










    Unten noch Bilder vom derzeitigen Stand der Dinge. Es fehlt schon noch Einiges, z.B. die Bepflanzung an diversen Stellen, das "Wasser" in den Entwässerungsgräben und die "kleinen Szenen" mit Figuren...






    Ich würde mich freuen auch von Dir etwas zu hören und von dem Stand Deiner Anlage. Wenn ich Dir bzgl. der Schiebebühne behilflich sein kann, melde Dich.

    Herzliche Grüsse

    Thomas

  • Hallo Thomas.


    Ja, ein paar Infos sind immer willkommen. Ich bin noch

    "am Überlegen", ob ich den Fiddleyard wie bei Dir nach

    einer 180° Kehre, oder in der Verlängerung (kleiner) baue.

    Was ist das für ein Bauteil in der Mitte der Schiebebühne ?

    Sieht aus wie eine Gleitschiene. Vielleicht reichen 2 solcher

    Schienen für eine manuelle Bedienung aus ?!


    Deine Anlage gefällt mir sehr gut. Rangierbetrieb macht

    einfach mehr Spaß. :)


    Anbei ein paar Fotos von meiner Anlage.

    Gruß aus Oldenburg
    Thorsten

  • Hallo Thorsten,

    vielen Dank für Deine Antwort und die Fotos. Hinsichtlich der Gestaltung einer in Norddeutschland angesiedelten Modellbahnanlage ähneln sich unsere Vorstellungen offensichtlich frappant.

    Zudem danke ich allen, die mich mit Lob überhäuft haben, sehr. Ich will versuchen, dem gerecht zu werden!

    Daher will ich nunmehr eine kurzen Bericht über den Bau der Schiebebühne verfassen, der auch Dir, Thorsten, Deine Frage beantwortet.

    Also: Voraussetzung für das Projekt war eine Bühne von 125 cm (das reicht für 4 - 5 Güterwagen oder einen Vierachser und 2 Dreiachser) und Lokabstellgleise von 40 cm (meine längste Lok war die BR 24 von Lenz) auf der zur Verfügung stehenden Länge von 176 cm. Da es eine Segmentanlage werden sollte und mir ein Segment von 176 cm zu lang und unhandlich erschien, habe ich 2 Segmentkästen von je 68 cm Länge, 65 cm Tiefe (wie die gesamte Anlage) und insgesamt 20 cm Höhe gebaut. Die Kästen wurden in Richtung gegeneinander abgestuft. Dabei sind die Deckplatten wegen der Tragfähigkeit auf den Rahmen geschraubt und nicht in selbigen eingelassen.



    Die Auszugsschienen müssen unbedingt bereits beim Bau der Segmente vorhanden sein, damit man die Höhe der Stufen ermitteln kann (Höhe der Schienen + Stärke der Bühnenplatte). Die Auszugsschienen stammen von der Firma Blum (Typ "Movento", im Internet). Sie haben eine Tragkraft von je 60 kg und laufen sehr präzise ohne nennenswertes verkanten.



    Zudem haben sie den Vorteil, dass sie seitlich und am Boden fixierbar sind auf die Bühnenplatte abnehmbar ist (zwecks späterem Transport der Anlage). Die Bühne besteht aus 22 mm starkem MDF. Die wiegt zwar stolze 12 kg, verzeiht sich aber praktisch nicht. Versuche mit Sperrholz oder Tischlerplatte gingen schief. Die Platte wird hinten in Zapfen eingeschoben, die in der Höhe noch um Millimeter justierter sind.




    Vorn wird die Platte einfach in 2 Halterungen eingeklickt (ebenfalls in Höhe und seitlich justierter). Bei der Montage ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt, damit die Bühne in der Höhe exakt zum Abstellbereich und zur Einfahrt fluchtet.



    Nunmehr muss die Stromversorgung der Gleise hergestellt werden. Die beiden Pole der einzelnen Gleis wurden jeweils an einer Kupferschiene angebracht und dadurch verbunden.



    Zunächst habe ich dann mit selbstgebauten Pilzschleifern als Verbindung zur Ringstromversorgung der Anlage experimentiert. Dies erwies sich aber als nicht zuverlässig genug (Kontaktschwierigkeiten).



    Daher habe ich die beiden Kabel einfach lose zwischen Platte und Segmentoberfläche verlegt. Der Abstand beträgt hier durch die Auszugsschienen ca 3 cm. Das funktioniert gut, war mir aber nicht vornehm genug. Daher habe ich mir noch eine Kabelkette besorgt und sie darin verlegt. Bei der Beschaffung der Kabelkette ist auf den Krümmunsradius der Kette zu achten. Er darf nicht mehr als die o. g. 3 cm betragen, sonst verklemmt sie sich. Aber, wie gesagt, es geht auch ohne. Nun konnten die Gleis verlegt werden. Es war genug Platz für derer 7. Zu achten ist auf einen exakt gleichen Gleisabstand und eine präzise Flucht der Gleise über die gesamte Bühne hinweg über die Abstellgleise hinweg (es kann da sehr schnell zu Verschiebungen von mehreren Millimetern kommen, wenn Gleis 7 auf die Ausfahrt oder Abstellgleis 1 angefahren wird.



    Sind die Abstellgleise auch an Strom angeschlossen, steht eine Inbetriebnahme nicht mehr im Wege, allerdings nur im Handbetrieb. Nach meiner Erfahrung ist eine Raste für die einzelnen Gleis nicht zwingend notwendig (Fixierung gegen versehentliche Verschiebungen und damit Entgleisungen), da die Platte mit darauf befindlichen Fahrzeugen so schwer ist, dass sie sich kaum von allein verschiebt, so sie in der Waage ist). Einige Zeit nach der Besetzung der Bühne mit Fahrzeugen bemerkte ich, dass sich die dicke Platte dennoch der Mitte leicht durchbog. Daher erhielt sie noch an den Aussenseiten eine Stabilisierung aus Acrylstreifen. Damit war das Thema erledigt und gleichzeitig sind die Fahrzeuge auf Gleis 1 und 7 gegen Herunterkippen geschützt.




    Ich wollte es jedoch automatisiert. Daher habe ich eine Linearführung mit Spindelantrieb gesucht und gefunden. An der Spindel ist ein kleiner Lineartisch befestigt, der sich durch die Drehung der Spindel bewegt. Diese Führung - und das ist das, was Du gefragt hast - ist genau in der Mitte zwischen den Auszugsschienen auf der Grundplatte angebracht (sehr genau arbeiten!) Die Bühne wird an dem kleinen Tisch fixiert und ist somit von aussen verschiebbar.



    Am Einfachsten bringt man eine Kurbel an und kann so die Bühne vor und zurück leiern. Je nach Hub der Spindel ist das aber ganz schön mühsam.

    Daher hilft ein Schrittmotor, der über eine Zahnriemen die Spindel antreibt (gibts bei Conny). Man muss nur einen wählen, der mit 16 V betrieben werden kann.



    Der Motor muss aber über eine elektronisch Steuerung angetrieben werden. Hier fiel meine Wahl auf die Schiebebühnen-Steuerung für Modellbahnen von Rocrail (Preis: ein Güterzuggepäckwagen von Lenz). Der Einbau der Steuerung ist eigentlich nicht schwierig, die Abstimmung der Elektronik braucht etwas Erfahrung; Peter Giling hilft da aber gern. So kann nunmehr jedes Gleis der Bühne aufgerufen werden und hält auch exakt am Aus-/Einfahrgleis.



    Das Rangieren mit der Bühne macht viel Spass, so dass zwei Mann (Frau) an der Anlage recht gut beschäftigt sein können (Bahnhof und Bühne).

    Einzig die Dimension meiner Schiebebühne ist nicht optimal. Ich muss, um die Lok vor einen Zug zu setzen, bereits auf die Anlage fahren und die Abstellgleise für die Loks könnten grosszügiger dimensioniert sein ( für eine BR 38 wird es schon knapp, eine BR 50 passt natürlich nicht). Aber ich habe das maximal mögliche aus den Verhältnissen herausgeholt, ohne die Fahrstrecke auf der Anlage noch weiter zu verkürzen.


    Grüsse an alle, besonders an Thorsten, der mich animiert hat, diesen Bericht zu schreiben

    Thomas

  • Super. Vielen Dank für die sehr ausführliche Beschreibung.

    Schade, daß Du "soweit weg wohnst". Ich hätte es mir

    gerne im Original angeschaut. Eine elektrische Steuerung

    ist natürlich komfortabler als eine manuelle. :thumbup::thumbup:

    Ich werde auf der Webseite nach den Telekopschinen

    schauen.

    Gruß aus Oldenburg
    Thorsten

  • Hi Thorsten,

    im August 2018 Modelrailroader ist der Bau einer Schiebebühne mit Steppermotor und Arduino beschrieben. Ein Video dazu gibt es auch. Nach dieser Anleitung ist die Schiebebühne in meinem Schattenbahnhof gebaut und die funktioniert perfekt.


    Grüsse. Jay, the K.

    The Keithville & Lake Erie RR - Serves the Steel Centers

  • Hi Thorsten,

    im August 2018 Modelrailroader ist der Bau einer Schiebebühne mit Steppermotor und Arduino beschrieben. Ein Video dazu gibt es auch. Nach dieser Anleitung ist die Schiebebühne in meinem Schattenbahnhof gebaut und die funktioniert perfekt.


    Grüsse. Jay, the K.

    Hej Jay,

    gibt es zu dem Projekt aus dem Model-Railraoder evtl einen Link zum "Projekt" - so wegen der Software/Programmcode ?

    Viele Grüße,
    Stefan

  • Hi Stefan,

    hier ist schon mal das Video. Es ist nicht hinter einer Bezahlschranke, aber Du musst Dich beim MRR zum Ansehen registrieren.

    Der Pdf-Rest kommt dann per Mail.


    MRR 2018/08


    Grüsse. Jay, the K.

    The Keithville & Lake Erie RR - Serves the Steel Centers

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