Von Heilgenhafen nach Clausthal-Zellerfeld (Erste Erfahrungen in der Ausgestaltung)

  • Hallo,


    ich habe mich die vergangenen Monate ein wenig an der Ausgestaltung des Nebenbahnhofs "Hangrode Nord" versucht. So langsam verschwinden der Holzunterbau, das Styropor usw. und die ersten Modellbahneindrücke können entstehen.


    Der grüne Hang mit Wirtschaftsweg im Vordergrund ist noch mit Weinreben zu bepflanzen, von denen ich bereits 100 Stück liegen habe. Auch sonst gibt es noch viele Kleinigkeiten zu tun. Aber das kommt später. Jetzt soll die Vegetation sich erst einmal nach links und rechts weiter ausbreiten und den Rest der Bahn infizieren. Auch der Bahnhof selbst wartet auf den Zusammenbau (ist zur Zeit nur gesteckt).


    Besten Gruß, Ian

  • Hallo,


    erst einmal danke für die positiven Bewertungen. In Ergänzung zu den voran gezeigten „fertigen“ Bildern, möchte ich aber noch beschreiben, wie und womit ich das bisherige Ergebnis erreicht habe. Dabei geht es mir nicht um Werbung zu einzelnen Produkten, sondern welche Erfahrungen ich womit gemacht habe.


    Bahnsteigkante: Die Bahnsteigkante verläuft im Bogen. Dafür habe ich eine Holzleiste (5 mm x 15 mm) in 40 mm lange Abschnitte gesägt und auf der Hälfte der Länge jeweils eine Nut eingesägt. Hierdurch konnte ich dem Bogenverlauf des Gleises gut folgen. Den Abstand habe ich mit der Profillehre aus dem SNM-Magazin geprüft. Angemalt habe ich die Bahnsteigkante mit Acrylfarbe.


    Pflasterung: Das Pflaster ist von CH-Kreativ. Da mit den Matten schlecht ein Bogenverlauf möglich ist, habe ich, dort wo nötig, die Matten in Streifen zu 2 oder 3 Steinreihen geschnitten. Die Stoßkanten habe ich verzahnt ausgeschnitten. Als Kleber habe ich UHU-Hart verwendet.


    Geländebau: Auf den Styroporunterbau habe ich Holzmaché aufgetragen, das eine schöne braune Erdfarbe nach dem Trocken annimmt. Die Holzspäne habe ich von einer Schreinerei für „lau“ bekommen. Angerührt habe ich die Pampe im Verhältnis 2,5l Späne zu 50g Tapetenkleister für schwere, saugende Tapeten. Wasser nach Gefühl. Es lässt sich sehr gut verarbeiten, neigt aber zu Trocknungsrissen bzw. zu Ablösung vom Styroporuntergrund. Insbesondere, wenn die Schicht zu dick aufgetragen wird. Hier ist Geduld gefragt (die ich auch nicht immer hatte). Die Trockenzeit variiert von der Schichtdicke.


    Begrasung: Zum Begrasen verwende ich den Grasmaster. Als Leim hat sich sehr gut Tapetenkleister in der Mischung für schwere, saugfähige Tapeten erwiesen, welcher dick aufgetragen wird. Dieser hat eine gute Leitfähigkeit (wichtig für das elektrische Feld des Grasmasters) und trocknet transparent. Nach der Begrasung habe ich mit einem Zerstäuber das ganz noch tüchtig mit Wasser eingenebelt. Gleiches Verfahren habe ich für die Sandwege angewendet, Tapetenkleister, Flächen betreuen und anschließend mit Wasser einnebeln. Hält super.


    Schottern: Die Gleisbettung aus Trittschalldämmung habe ich zunächst mit brauner Lackfarbe vorbehandelt. Hierdurch wird verhindert, dass die Trittschalldämmung den Schotterkleber wie ein Schwamm aufsaugt und zig „Klebungen“ erforderlich werden. Anschließend habe ich die Gleise weder aufgelegt, zur Fixierung verschraubt und punktuell verklebt (an der Schwellenenden jede 5-6 Schwelle einen kleinen Tropfen UHU. Nach dem Trocknen den Schotter aufgeschüttet, mit einem 10 mm breiten Borstenpinsel verteilt und mit Schotterkleber (ca. 150 ml Tiefgrund mit einem Teelöffel Ponal) mit einer normalen Spritze verklebt. Das hält m.E. sehr gut und es ist nur ein Klebevorgang nötig.


    Baum: Da der Baum sehr groß ist und dem Fensterflügel im Weg steht, habe ich in seinen Fuß ein 5mm Loch gebohrt und eine 6mm Gewindestange eingeschraubt. Hierdurch steht er schön stabil, kann nich umfallen und bei Bedarf (Fensterputzen) ohne Zerstörungen von der Anlage entfernt werden.


    Ich hoffe, die „Baubeschreibung“ hilft dem ein oder anderen weiter.


    Besten Gruß, Ian

  • Hallo Ian,


    vielen Dank für die ausführliche Beschreibung. Das mit dem Bahnsteig werden wir wohl kopieren müssen. :rolleyes:
    Sehr schöner Untergrund.
    Kannst du uns noch verraten woher die Mauer hinter dem Baum kommt?

    Grüße aus dem Schweineeck
    Peter

  • Hallo,


    ich glaube ohne Planungsfehler geht es einfach nicht. Oder anders, Ungeduld zahlt sich nicht aus und macht hinterher nur Mehrarbeit. Eine der Stützen ragt in die Anlage hinein und ohne Kollateralschäden hätte ich die Stütze nicht kürzen können. Eigentlich hätte ich die Stütze in der Anfangszeit noch kürzen können, habe ich aber nicht gemacht. Es sollte ja voran gehen.

    Lange habe ich darüber nachgedacht, was ich zum Verstecken der Stütze tun könnte. Schlußendlich bin ich bei einem Turm gelandet, der nicht mehr ganz vollständig erhalten sein sollte. Solche Türme gab es als "Warten" in einigen Kilometern Abstand um mittelalterliche Städte.


    Als Grundlage habe ich ein 110mm HT-Rohr verwendet und auf Länge gebracht. Das sich beim Sägen kein perfekter Schnitt ergeben hat, war Absicht. Ein wenig unregelmäßig sollte der Mauerabschluß schon sein. Anschließend habe ich das Rohr mit Steinmauern von CH-Kreativ beklebt. Ein Stück Restholz als Ring ausgesägt, Holzfußboden mit Falltür aus Balsaholzstreifen geklebt, gebeizt und alles verklebt. Die Mauerkrone habe ich dann noch mit Fliesenkleber verspachtelt.


    Nun steht der Turm zwischen den Gleisen. Schön, dass die damaligen Eisenbahner den Turm nicht abgerissen haben und ihre Bahnstrecken drumrum gebaut haben. Jetzt steht der Turm unter Denkmalschutz.


    Bis demnächst mal wieder,
    Ian

  • Hallo,


    vor ca. einem Jahr hatte ich ja erwähnt, dass ich eine wassergetriebene Nagelschmiede bauen möchte. Nun habe ich endlich mal damit angefangen. Begonnen mit einer Bleistiftskizze habe ich zunächst das Fachwerksskelett erstellt. Hierzu habe ich 5x5mm Kiefernholz verwendet. Man soll es nicht glauben, aber für das kleine Häuschen sind ca. 3m Leisten draufgegangen.


    Die Wand zur Wasserseiten ist aus 3mm Forax geschnitten und mit Bruchsteinmauerfolie von CH-Creativ beklebt. Das Fundament ist auf die gleiche Weise entstanden, jedoch mit zwei aufeinander geklebten Platten. Anschließend habe ich das Holz gebeizt und die ersten Gefache ebenfalls mit Foraxplatten ausgefüllt. Die Aussenseiten der Gefache bekommen eine Backsteinoptik (wieder mit CH-Creativ Material).


    Ich denke, man bekommt schon einen ganz guten Eindruck, wie das Haus am Ende mal aussehen wird. Fenster, Tür, Dach und Mühlrad kommen noch. Ist eine nette „Esstischbastelei“ geworden und ein "echtes" Fachwerkhaus zu bauen macht auch richtig Spaß.


    Besten Gruß, Ian

  • Hallo,


    ganz herzlichen Dank für das sehr positive Feedback. Das hat mich sehr gefreut.


    Die Nagelschmiede hat nun ihr Dach, die Esse und natürlich das Wasserrad bekommen. Letzteres muss noch exakt eingemessen und die passenden Auflager gebaut werden. Das Wasserrad ist von Modellbau-Luft, was glaube ich nicht mehr erhältlich ist, Schade eigentlich. Dach und Firstziegel sind wieder von CH-Kreativ. Die Fensterrahmen hatte ich versucht aus Pappe zu schneiden, was aber nicht sehr schön aussah. Ich werde Wohl oder Übel meine Fräse anschmeißen und welche aus Polystyrol fräsen.


    Besten Gruß,
    Ian

  • Hallo,


    heute möchte ich mal eine andere Baustelle meiner Anlage vorstellen, die Oberleitung. Eigentlich hatte ich nicht vor, meine Anlage mit Oberleitung zu überspannen, aber die angekündigte E41 läßt mir keine andere Wahl. Hierzu wurde es erforderlich, die Tunnel und Brücken für Oberleitungsbetrieb fit zumachen. Allerdings werde ich nicht alles überspannen und Teile bleiben den Dampf- und Dieselloks vorbehalten.


    Angefangen habe ich mit einem kleinen Teilstück zwischen zwei Tunnel. Die Brücke, vormals eine Unterzugkastenbrücke, habe ich durch eine „Vorflutbrücke“ ersetzt. Hierzu waren aber neue Brückenlager notwendig. Die Positionierung der Masten stellte mich dann vor die nächste Herausforderung. Wohin damit? Ausgangspunkt ist die S-Kurve unter der neuen Brücke. Aber wie soll man nun die Zick-Zack-Verlegung vernünftig hinbekommen? Sommerfeldt bietet für Spur 0 leider keine Montagelehren an, daher war Selbstbau gefragt. Für interessierte Nachbauer habe ich die dxf-files (zip-Archiv) beigefügt. Mit den Montagelehren läßt sich eine Zick-Zack-Verlegung von +/- 10mm präzise einrichten und gleichzeitig als Bohrschablone verwenden. Die mittlere Lehre dient nur zur Kontrolle. Da die Sommerfeldt-Masten in ihrer Höhe für eine Gleisverlegung ohne Böschung bemessen sind, mussten noch zusätzliche Abstandshalter für die Mastfüße gefräst werden (ein Muster liegt auf dem X-Wagen).


    Der Fahrdraht (das obere Tragseil) wird allerdings so noch nicht unter der Brücke und in die Tunnel passen. Hierzu wird noch eine Anpassung der Masten und der Oberleitung selbst erfolgen müssen. Dazu mehr in einem späteren Beitrag. Auch die Tunneloberleitung werde ich noch vorstellen, sobald sie sichtbar wird. Bislang habe ich die Konstruktion nur im Kopf …


    Gruß, Ian

  • Hallo,


    in den vergangenen Wochen habe ich einen erheblichen Teil der Anlage in eine modellbahnähnliche Grundform bringen können. Ich war es leid, ständig nur Styropor, Holz und Löcher zu betrachten. Also habe ich viel gespachtelt, begrünt und natürlich geschottert. Auch das Bachbett hat schon seinen Sandgrund bekommen. Fehlt nur noch das Wasser.


    Wie gesagt, es ist ein Gestaltungsanfang. Es gibt noch unendlich viel zu tun.


    Gruß, Ian

  • Hallo,


    ganz herzlichen Dank für die vielen positiven Rückmeldungen. Ich freue mich.


    Bevor unser Admin das Forum wieder für ein paar Tage Offline schaltet, noch ein paar kleine Impressionen.


    Die Schmiede ist nun mit Wasserrad und den noch fehlenden Fundamenten fertig gebaut. Ferner sind auch die beiden Wehre fertig geworden. Damit man sie erreichen kann, habe ich noch zwei Holzstege gebastelt. Zu guter Letzt erhielt die Zufahrt zum Weinberg noch eine (funktionsfähige) Schranke samt Verkehrsschild.


    Euch allen ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bis 2020,


    Euer Ian

  • Hallo zusammen,


    die vergangenen Wochen habe ich an allerlei Baustellen gewerkelt. Zunächst einmal musste ich die wirklich blöde Arbeit Untertage durchführen. Aufgrund meines Entschlusses doch noch Oberleitungsbetrieb umzusetzen, mussten die Querträger im Tunnelbereich entfernt werden. Sonst würde später da jede E-Lok hängen bleiben (für eine Tunneloberleitung war zu wenig Platz). Das hat echt Nerven gekostet, da ich den darüber liegenden Anlagenteil nicht abreißen wollte.
    Dann habe ich noch etwas Rasen und Bäumen gepflanzt, unser Haus an die endgültige Position gesetzt, die Drehscheibe mit zwei zusätzlichen Gleisen versehen, die Diesel- und Heizöltankstelle im Bw platziert (Heizöl für die Dampfheizung), die Tankstelle provisorisch gepflastert, die Bahnsteige angelegt usw.
    Vieles ist noch nicht endgültig, sondern nur Stellprobe. Aber es geht vorwärts.


    Besten Gruß, Ian

  • Hallo,


    besten Dank für das Interesse. Ich habe mir überlegt, dass die Tankstelle in der Ursprungsausführung doch schon recht weit verbreitet ist. Daher habe ich mal mit einer Variante (Stellprobe) ohne Vordach experimentiert. Die Peitschenleuchten sind eigentlich H0, passen aber m.E. sehr gut. Die Diesel-"Stinker"-Säule ist auf die Seite verbannt, da erst später dazugekommen. Was haltet ihr davon? Ohne Vordach finde ich es weniger gedrungen.


    Gruß, Ian

  • .Hallo Ian
    Was Mir besonders gefällt,die Oberleitung sieht man in 0 eher selten.E-Loks auf Anlagen ohne Oberleitung geht einfach nicht,oder man führt diese als Wagen im Zugverband mit.Aber jeder soll das machen was gefällt,mein Ding ist es nicht.
    Gruß Dietmar

  • Hallo Dietmar,


    das mit der Oberleitung war auch eine schwere Entscheidung (teuer und gar nicht einfach nachzurüsten). Aber die E41 muss einfach und wie Du schon selbst sagst, dann muss da auch ein Fahrdraht her. Problem: Es gibt keine Masten mehr zu kaufen. Jedenfalls habe ich bei den einschlägigen Händlern soweit alles abgegrast. Auch Sommerfeldt hat keine mehr. Es werden wohl erst im Sommer wieder neue produziert werden (habe ich gehört).


    Gruß, Ian

  • Hallo HüMo,


    die habe ich schon, nur noch nicht in der Stellprobe eingesetzt. Und ich weiß im Moment auch nicht, in welche Schachtel ich die verräumt habe.....


    Gruß, Ian

  • Hallo,


    nach Monaten der Eisenbahn-Abstinenz, habe ich mich wieder in mein Spielzimmer gewagt und nun endlich an den schon lange wartenden Weinberg heran gemacht. Insgesamt habe ich 100 Reben gesetzt. Ein paar fehlen noch (nicht im Bild), aber ich hoffe inständig, dass ich die noch nachbestellt bekomme.


    Besten Gruß, Ian

  • Hallo,


    es ist eigentlich nur ein kleiner Ausschnitt meiner derzeitigen Bastelarbeiten im Bw, aber ich habe die Figuren geschenkt bekommen (wenngleich nicht wirklich Epoche 3) und wollte sie in Szene setzen. Dazu noch ein paar neue Lasercut-Sachen auf dem neuen Freilager hinter dem Köf-Schuppen.






    Auch mit unserem Haus bin ich weiter gekommen. Immerhin haben einige Zimmer nun eine Deckenbeleuchtung bekommen und das Flachdach ist nun auch drauf. Bevor ich die Etagen jedoch verklebe, müssen noch eine paar Möbel gebastelt werden.



    Besten Gruß,

    Ian

  • Hallo,


    ich habe nun endlich auch mal am Lokschuppen weitergemacht. Nach nun bald zwei (?) Jahren hat sich das Biest gehörig verzogen. Durch das Einkleben der Plexiglasscheiben zu der offenen Anlagenkante hin ist es zwar schon besser geworden, aber mit Fertigstellung der Tore und versuchtem Einpassen offenbarte sich das Desaster...


    Nur mit roher Zwingengewalt ist er so in Form zu bringen, dass die Tore auch vernünftig sitzen. Bin gerade etwas frustriert. Wahrscheinlich muss ich den Schuppen fest auf der Anlage verkleben oder neu bauen. Beides finde ich nicht prickelnd.


    Übrigens habe ich einige Experimente zum Einkleben der Fenster in die Tore gebraucht:

    1. Klarlack - hielt nicht

    2. Uhu hart - hielt nicht

    3. Uhu Alleskleber - hielt nicht

    4. Patex - das war die Lösung

    Nur so am Rande ....

    Die Plexiglasscheiben halten wiederum sehr gut mit Uhu hart.


    Gruß, Ian




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