Meine ziemlich schmalspurige Modellbahn-Philosophie

  • Wo es nun endlich ein Unterforum Schmalspur gibt, will ich mal hier zum Besten geben, warum ich Schmalspur mache und warum ich sie so mache, wie ich sie mache. Genau so wie Bundesbahn nicht Bundesbahn ist, ist Schmalspur nicht Schmalspur. Für viele, wenn nicht für die Mehrzahl der Modellbahner (und auch der Nicht-Modellbahner) ist Schmalspur Synonym für klein, niedlich, hübsch, einfach, nicht ernst zu nehmen, anything goes, romantisch, allerliebst, kommt nicht so drauf an, etc.Da bin ich nicht mit im Boot. Ich nehme Schmalspur genau so ernst wie andere die Regelspur. Ich versuche, Vorbilder so gut wie möglich nachzubauen oder nachzustelllen. Für mich hat Schmalspur nichts mit Romantik zu tun (was nicht ausschließt, dass es auch was Romantisches gibt, wie bei der Regelspur auch). Meine beiden Lieblingsbahnen Rhätische Bahn und Harzquerbahn sind alles andere als romantisch.




    Hier ein paar Bilder von meinen Vorbildern:
    nwe-51-bello2tjnq.jpglu-56-gz-lang7njpu.jpggmp-vsp-bei-masdjga.jpg


    Das zweite Bild ist von der Südharzbahn, die beiden anderen von der Harzquerbahn. Letztere ist nie eine Bimmelbahn gewesen (heutiger Zustand mal außer Acht gelassen), hatte Hauptbahncharakter mit hoher Zugdichte, schweren Zügen, durchgehend signalgesichert etc.
    Die oben benannte mainstreamige Definition von Schmalspur hat zur logischen Folge, dass (zumindest in D) 0e wesentlich weiter verbreitet ist als 0m. Schweizer Gegebenheiten müssten gesondert betrachtet werden. Andersherum hat meine persönliche Auffassung von Schmalspur logischerweise zur Folge, dass ich 0m betreibe und nicht 0e.
    Kommt hinzu, dass ich Teil meiner Jugend und frühe Erwachsenenjahre im Harz gelebt habe und die 1963 stillgelegte Südharzbahn noch in Betrieb erlebt habe. Die Harzquerbahn lernte ich 1974 beim 75-jährigen Jubiläum kennen.


    Wie früher auch in H0 wollte ich eine Modellbahn, die eine leistungsfähige Eisenbahn darstellt, auf der was los ist, wo viel Tonnage bewegt und viele Reisende befördert werden. Da musste ich irgendwann bei 0m ankommen. Meine erste 0m-Anlage war in einem Kellerraum von 4,75 x 2,75m, nicht gerade viel. Die zweite war schon 35 qm groß, für die dritte = jetzige steht ein großer Kellerraum von ca. 9,5 x 8,2m zur Verfügung.


    Oh làlà, höre ich da ringsum raunen, was hätte man bei dem Platz für eine wunderbare 0 Regelspuranlage bauen können. Hätte man gewiss. Aber schauen wir mal hin:bae-iii-hauptebenerakkg.jpg
    Bei 0m konnte ich einen Mindestradius von 1m ansetzen. Ein Meter, das sähe in 0 Regelspur aber sehr bescheiden aus. Aber nur mit diesem Minimalradius war es möglich, diese superlange Zunge mit der Kehre am Ende zu planen und zu bauen. Selbst da musste schon an einer Seite der Kehre die vernünftige Mindestbreite des Bedienerganges von 70cm um 10cm unterschritten werden (dicker roter Strich). In Regelspur hätte die Zunge allenfalls als Stichstrecke mit Kopfbahnhof (evtl. Spitzkehre) ausgeführt werden können.



    Die Hauptstrecke hat jetzt eine Länge von 55m, ohne die Kehre wären es vielleicht 30.


    Welche der drei meterspurigen Harzbahnen habe ich nun als Vorbild gewählt? Keine. Das ist nicht leistbar, weder von der Ausstattung der Stationen her noch von der Vielfalt der Fahrzeuge. Deshalb habe ich nach der Methode des prototype free-lancing eine vierte Meterspurbahn hinzuerfunden, die mit den anderen drei ein (erweitertes) Netz bildet, die Braunlage - Andreasberger Eisenbahn (BAE). Hier die Einbindung ins Harzer Meterspurnetz:
    bae-netzeinbindungzkj4f.jpg
    Hier mache ich erstmal eine Zäsur, muss erst Bilder für die Fortsetzung zusammenstellen.

  • Habe mich sehr über die vielen Bedankungen gefreut. Merci. Das ermuntert mich, fortzufahren.
    Zunächst einmal ein paar Bilder, die zeigen sollen, welche Kategorie von Bahn die BAE ist:



    Der Hochharzexpress durchfährt, von Sieber kommend, die Dorfstraße von Schluft.
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    Der Güterzug hat soeben den Brechpunkt am Ende der langen 33‰-Steigung vor Oderteich erreicht. Gleich kann der Lokführer den Regler schließen.
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    Die eingeteilte Ts5 war an diesem Tag nicht einsatzfähig, so mussten zwei Dreikuppler den Job übernehmen, den Güterzug die Rampe durch die Eselsschlucht hinauf (ebenfalls 33‰) nach Sonnenberg zu befördern.
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    Ein Güterzug verlässt gerade Schlufterhütte, nachdem er dort sein Rangiergeschäft mit der Eisenhütte erledigt hat.
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    An einem anderen Tag sehen wir den Gütertzug in Schlufterhütte rangieren. Umsichtigerweise ist der Übergang zum Gleis 2 frei gehalten, sonst gäbe es für die Fahrgäste des Triebwagens ein Problem.
    .Man sieht, dass sie kein Bimmelbähnle ist, "kommste heut nicht, kommste morgen". Die Lokomotiven müssen hier richtig was leisten, denn einen Zug aus Messingwagen eine Steigung von 33‰ hochzuschleppen ist kein Kinderspiel. Bei der Vorgängeranlage BAE II hatten wir die Zahnräder einer Henke Ts5 und eines Triebwagens komplett abgefahren, so dass sie ersetzt werden mussten.


    Bevor ich aber zu betrieblichen Details komme, nochmal ein Blick auf das System BAE:
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    Wie schon der Name der Bahn sagt, war die Ursprungsstrecke die von Braunlage nach St. Andreasberg. Später ist dann der Ast nach Sieber hinzugekommen, der Name ist geblieben. Aber durch die Verbindung nach Sieber ist eine neue meterspurige Harztransversale entstanden, die eine Menge Verkehr auf sich zieht, sowohl im Güter- als auch im Touristikverkehr.
    Dann gibt es noch die Grubenbahn von Oderteich nach Charlotte-Elise. Die schließt zwar an die BAE an, gehört aber nicht zu ihr, sondern der Harzer Barytindustrie Dr. Albert Rudolphi. Da sie ebenfalls meterspurig ist, gibt es Wagenübergang, wowohl im Spatverkehr (Baryt = Schwerspat) als auch im nichtöffentlichen Personenverkehr (Beförderung der Bergleute zur Grube).
    Der Betrieb
    Wie man sich denken kann, verkehrt die BAE nach Fahrplan. Idealerweise müsste es einen generellen Fahrplan geben, der immer gilt. Das ist leider nicht praktikabel, da zu den Betriebstagen unterschiedlich viele Mitmacher kommen. Der Freundeskreis um die BAE besteht aus ca. einem Dutzend Modelleisenbahnern, die z.T. lange Strecken (über 200 km) anreisen, um beim Betrieb mitzumachen.
    Die Mindestteilnehmerzahl ist fünf, sonst findet kein Betrieb statt, dann wird an der Anlage und an den Fahrzeugen gewerkelt.


    Bei fünf Mitmachern gibt es drei Fahrpersonale (Triebfahrzeugführer und Zugführer in Personlaunion), einen Fahrdienstleiter am Abzweigbahnhof Sonnenberg und einen Zugleiter, der in einem besonderen Büro sitzt.


    Ich habe unterschiedliche Fahrpläne parat, mit drei, vier und fünf Fahrpersonalen. Kommen noch mehr Mitmacher, dann wird der rangierintensive Nahgüterzug zweimännig besetzt, es kann ein weiterer Fahrdienstleiter in Sieber eingesetzt werden.
    Hierüber werde ich in Kürze unterm Label Betrieb gesondert berichten.

    OOK der Harznullemmer Mein Meterspur- und 0m-Blog: http://0m-blog.de/

    Edited 3 times, last by Harznullemmer: Bildfahrplanraster etc. entfernt, weil hier thematisch nicht passend. Kommt separat. ().

  • Ich hatte über Nacht Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie ich diesen Strang weiterführen will. Ich hatte zuletzt das Bildfahrplanraster eingestellt, aber jetzt denke ich, dass es dafür a) zu früh ist und b) hier nicht der richtige Platz.
    Erstellung eines komplexen Fahrplans und Durchführung des Betriebes ist ja kein spezielles Schmalspurthema. Ich habe daher vor, es in einem Extra-Strang darzustellen.


    Hier bleibe ich mal bei meiner Anlage. Da sind noch folgende Themen zu bearbeiten:


    Die wichtigsten Güterkunden der BAE


    Darstellung des Harzes: Berge, Wälder, Siedlungen


    die Fahrzeuge: Triebfahrzeuge, Personen- und Güterwagen



    und sicher ein paar mehr, die mir noch einfallen werden.

    Wichtige Harzer Industrien - Güterkunden der BAE• Der Harz war einst voller Bergwerke. Mindestens eins wollte ich daher auf der Anlage darstellen und dessen Förderung abfahren.


    Eisenhütten und Hämmer waren ebenfalls sehr zahlreich, solange es heimisches Eisenerz gab. Später arbeiteten diese Hütten meist nur noch als Gießereien. Also auch ein Kandidat für die Darstellung auf der Anlage.
    • In einem Waldgebirge waren Sägewerke allenthalben zu finden. Die meisten waren zu klein, um im Industriezeitalter bestehen zu können, andere wurden so groß, dass sie modellbanerisch nicht darstellbar sind. Aber: mindestens eins muss auf die BAE.
    • Noch zahlreicher als Bergwerke und Sägewerke zusammen waren Steinbrüche. Einige hatten nur lokale Bedeutung, andere lieferten weltweit. Diese Wichtigkeit hat dazu geführt, dass es auf der BAE-Anlage drei unterschiedliche große Steinbrüche gibt, alle mit Gleisanschluss.
    Hier ein paar Eindrücke von der Darstellung dieser typischen Industrien auf der Anlage:
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    Haupterze des Harzes waren Blei, Silber und Kupfer sowie vor allen Dingen Schwerspat (Baryt). Auf der Anlage dargestellt ist eine free lance Nachstellung der Grube Wolkenhügel der Barytwerke in Bad Lauterberg, hier als Grube Charlotte-Elise mit meterspuriger Grubenanschlussbahn.


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    In Wieda gab es früher eine große Eisenhütte, die tatsächlich auch Roherz verhüttete, später aber nur noch als Gießerei funktionierte. Außerdem gab es ein Hammerwerk, das als Museum noch erhalten ist. Ich fügte beide zusammen zur Schlufter Hütte. Hier das Hammergebäude mit funktionerenden Hammer.
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    Das Sägerwerk in Schluft hat kein konkretes Vorbild, ist aber typisch für die Gegend. Das Sägegatter ist eine so genannte Horizontalsäge (funktional). Hier wird ständig Stammholz an- und Schnittholz abgefahren.
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    Der Steinbruch Königskopf am Bahnhof Königskrug ist der größte der drei Steinbrüche auf der Anlage. Hier wird hauptsächlich Hornfels und Granit abgebaut.
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    Weniger häufig und weniger bekannt waren die Holzschleifereien, die Holzschliff als Rohstoff für die Papierherstellung produzierten. Diese hier ist ein Nachbau der Schleiferei I von Sieber, die heute noch als Ruine vorhanden ist:
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    So, das waren die Großkunden der BAE. Die kleineren kommen in Kürze.

  • Kleinvieh macht auch Mist
    Neben den großen Güterkunden mit (für eine Schmalspurbahn) hohem Frachtaufkommen gibt es die kleinen Allerweltskunden, für die die Bahn genau so lebenswichtig ist wie sie für die Bahn: Baustoff- und Kohlenhändler, Holzverlader, abseits der Bahn liegende Nutzer der öffentlichen Ladestraßen und Rampen. Hier ein paar Beispiele:

    Die Fa. Koch in Oderteich versorgt die Ortschaft mit Hausbrandkohle, Zement, Ziegelsteinen, Düngetorf, Dachziegeln und Dachpappe etc.
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    Die Braunlager Fa. Diederich hat eine Dependance in St. Andreasberg, handelt aber nur mit Brennstoffen: zwei Sorten Kohlen sowie Briketts.
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    Das Rehberger Grabenhaus hat eine Dreifachfunktion. Ursprünglich als Wohn- und Werkstattplatz für den Grabenwärter des berühmten Rehberger Grabens (heute Unesco Welterbe) erbaut, kam bald eine Gaststättenfunktion hinzu, und seit die Andreasberger Strecke der BAE hier entlang führt, hat es auch die Funktion einer Agentur.
    Der gut laufende Gaststättenbetrieb sorgt ebenso für Fracht am privaten Güterschuppen wie das Baumaterial für den Grabenerhalt.
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    Holzverladestellen gibt es an mehreren Bahnhöfen. Die in Sonnenberg hat sogar einen Überladekran ähnlich dem in Clausthal-Zellerfeld.


    Die Bahnhöfe Schluft, Sonnenberg, Oderteich und St. Andreasberg haben bahneigene Güterschuppen für den Stückgutverlad sowie eine Rampe.
    Ein relativ hohes Frachtaufkommen ist also sichergestellt, der tägliche Nahgüterzug daher meist bis zu zwölf Wagen lang.

  • Es kann nicht immer Kaviar sein !
    Im Parallelstrang wurde kürzlich unter dem Thema "Es muss nicht immer Kaviar sein" heftig diskutiert (auch von mir). Ich formuliere es etwas anders (s. Überschrift).
    Worum gehts? Ob und wie Umbauten aus Magic Train 0e-Fahrzeugen ihre Berechtigung haben, ob sie was taugen, wie auch immer man die Frage stellen will. Der Spruch mit dem Kaviar geht ja auf einen Roman von Johannes Mario Simmel zurück, der immerhin schon 58 Jahre auf dem Buckel hat. Kaviar ist heute längst nichts Besonderes mehr, jedermann kann ihn überall kaufen, und dennoch wird der Begriff immer wieder gern für etwas ganz Erlesenes und Wertvolles verwendet, an das man schwer heran kommt, wenn man nicht dem echten Adel oder dem Geldadel angehört.
    In unserem Zusammenhang geht es wohl darum, ob unsere Fahrzeuge alle "vom Feinsten" sein müssen: perfekt bis ins kleinste Detail aus einem wertvollen Material (Messing) und richtig teuer. Da sind wir uns, glaube ich, einig, dass gerade im Spur 0-Bereich eine derartige Konfession exisitert. Warum denn auch nicht?
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    Armin-Hagen Berberich outet sich im genannten Parallelstrang als "Anhänger der Messing-Fraktion", und seine Modelle gehören fraglos alle zum Kaviar im 0-Schmalspur-Bereich. Und ich oute mich mal als Möchte-Gern-Kaviar-Freund. Ich wäre auch gern so gut wie AHB und hätte auch gerne lauter so wunderbare Modelle. Das ist mir aber nicht gegeben. Das Beste, was ich im Fuhrpark habe, sind zwei Vollmessing Ts5 von Henke/Gebauer. Auf jeden Fall Kaviar! Ich habe aber eine dritte Henke Ts5, da hat Gebauer keine Aktien drin, die hat nämlich ein Kunststoffgehäuse. Und diese Lok ist in meinem Fuhrpark genau so gut, genau so schön und genau so wichtig wie die beiden Messing-Schwestern und steht denen im Betrieb in nichts nach, nicht mal im Gewicht.
    Vielleicht hätte ich auch so gut im Modellbau werden können wie Armin-Hagen, wenn das meine erste Priorität gewesen wäre. Ich habe aber andere Ziele als er. Ich bin kein Fahrzeugsammler, brauche aber viele Fahrzeuge für den Betrieb. Wenn man eine richtig große Anlage hat (meine Priorität) und darauf einen intensiven Betrieb machen will (mein höchster Wert im Bereich Modellbahn), dann ist es wichtiger, viele einigermaßen gute Fahrzeuge zu haben als wenige perfekte.



    Die BAE hat knapp sechzig Güterwagen, da sind ein paar richtig gute Messingmodelle dabei (meist aus dem Nachlass von Wilfried Link), aber auch eine Menge Umbauten, zumeist aus Magic Train. Und darüber will ich heute reden, weil das nahtlos an die Diskussion im Parallelstrang anschließt.
    ...


    G-Wagen ex MT
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    Die gedeckten Wagen von Magic Train waren ziemlich gute Nachbildungen eines typischen österreichischen Waggons mit 760 mm Spurweite und 3,70m Achsstand. Ich fand sie von Anfang an absolut gelungen und schön. Und meine Zahnrädchen im Kopf wirbelten ständig mit der Frage, was man daraus für eine deutsche Meterspurbahn stricken könnte. Und es ist mir einiges eingefallen:.



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    Alle diese fünf Wagen sind aus dem gleichen standard G-Wagen von MT entstanden. Mir ging es bei den Umbauten nicht darum, einen ganz konkreten Wagen nachzubilden (das ist hoffnungslos, da muss man anders vorgehen), sondern Fahrzeuge zu schaffen, die typische deutsche Merkmale haben, typische Meterspurmerkmale und typische Harzbahnmerkmale.
    So schön die Wagen sind, sie haben mehrere spezielle Merkmale, die nicht passen: Achsstand zu lang (Harzbahntypisch ist 3,0 und 3,2m), Wagenkasten zu schmal, Schiebetür zu schmal und senkrecht verbrettert, zwei U-Profile zwischen Tür und Wagenecke. Letzteres zu ändern ist sehr schwer, der Aufwand zu groß, das musste ich also in Kauf nehmen. Die anderen Merkmale konnte ich ändern. Schauen wir mal die einzelnen Modelle an:
    Der Hasseröder Bierwagen war mein Erstling, entsprechend simpel sein Umbau: Achsstand auf 3m verringert, Bühnengeländer dünner gefeilt. Der Wagen rechts daneben mit dem provisorischen G2-Aufkleber hat eine G 10-Schiebetür von Framos erhalten, die 6 mm breiter ist als die originale MT-Schiebetür. Entsprechend wurde das Fahrwerk verängert, wobei aber ebenfalls der Achsstand auf umgerechnet 3m gekürzt wurde. Es wurde also der Rahmen zwischen den Achsen gekürzt und außerhalb der Achsen verlängert.
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    Bei dem G 302 ganz links ging ich noch einen Schritt weiter und verlängerte den Wagenkasten nicht nur per Framos-Schiebetür, sondern verbreiterte ihn auch um 7mm auf ordentliches Meterspurmaß. Wenn nicht die beiden U-Eisen zwischen Tür und Wagenecke wären, wäre es ein ganz toller Meterspurwagen.
    Der 301 hat auch einen verlängerten und verbreiterten Wagenkasten, statt der Bremserbühne jedich den harztypischen Bremsersitz im Dachausschnitt.
    Bleibt der Güterzuggepäckwagen (heute: Begleitwagen). Das ist auch ein Spar-Umbau. Wagenkasten verlängert, aber nicht verbreitert, aber eine Tür an der plattformseitigen Stirnwand.
    Das wären so meine Ideen zum Umbau von MT G-Wagen. Dass diese Wagen bezüglich Farbgebung, Beschriftung und Patinierung noch das Meiste vor sich haben, sei nur am Rande erwähnt. Beim Betrieb merkt man das ehrlich gesagt gar nicht, da ist es praktisch, wenn die Wagennummern von weit her lesbar sind.
    Über weitere Umbauten berichte ich demnächst.

  • Lieber Otto,


    herzlichen Dank für Dein Lob zu meinen Arbeiten.


    Bevor jetzt etwas total schief läuft und ich möglicher Weise als ein auf hohem Roß agierender Modellbauer angesehen werde, hier eine Klarstellung von mir:


    Da Du mich in Deinem Beitrag exemplarisch für eine andere Art des Eisenbahn-Modellbaus benennst, weise ich nochmals auf meinen Beitrag im anderen Strang hin! Ich habe ausdrücklich geschrieben, daß ich mich an der dortigen Diskussion nicht beteilige, habe aber aus meiner Erinnerung ein paar Hinweise gegeben. Diese bezogen sich auf Umbauten von MT Fahrzeugen. Ferner habe ich sinngemäß geschrieben, was alle wissen die mich kennen, daß ich der Messing-Fraktion angehöre und deshalb hier keine Umbauten von mir zeige. Ich habe an keiner Stelle irgend eine Wertung zu Umbauten von MT Fahrzeugen, Selbstbauten, zum Maßstab oder zu Baumaterialien abgegeben. Dies würde meiner liberalen Grundeinstellung total widersprechen – jeder darf das machen, was ihm Spaß macht.


    Daß ich selbstverständlich auch Kunststofffahrzeuge baue ist doch klar. Viele kennen meine Bausatzaktionen der Lokomotive MEG 46 und der MEG Personenwagen http://www.armin-berberich.de/Baden/ . Ferner habe ich eine ganze Reihe von gekauften Bausätze oder Umbauten im Laufe der Jahre gebaut. Auf meiner Internetseite zeige ich dazu u.a.:
    - die württ. Tssd von Henke http://www.armin-berberich.de/Wuerttemberg/Tssd.htm
    - den MEG T7 von Markus Klünder http://www.armin-berberich.de/Baden/MEGT7.htm
    - oder meinen Umbau der Märklin MINEX Dampflokomotive http://www.armin-berberich.de/Wuerttemberg/Ts3.htm
    -
    Daß ich kein ausschließlich im hochpreisigen Segment agierender Messing-Purist bin, zeigen ein paar schnelle Fotos (d.h. sie sind nicht bearbeitet und entsprechen nicht der Qualität meiner sonstigen Berichte).


    Zuerst ein MT Umbau ohne konkretes Vorbild mit selbst gefertigten kleinen Ms-teilen für die Verschlüsse der Klappdeckel und Ms-Bremsschläuche




    Ein Bausatz von Markus Klünder, komplett aus Kunststoffplatten gefräst, MT Fahrgestell und Ms-Gußteilen (damals von Hans Knoblauch), natürlich exakt nach Vorbild (bis auf die MT Teile)




    Ein MT Umbau mit einem neuen Führerhaus aus Kunststoff von Danowski, kein exaktes Vorbild




    ein preisgünstiger Umbau aus einer MT Dampflokomotive. Die Platine für den Kastenaufbau wurde vor vielen Jahren vom MEC Niederrhein angeboten




    Auch so etwas wird bei uns gebaut. Ein englischer Bausatz, den mein Sohn in der Mache hat. Typisch englisch läuft das Teil natürlich nicht, deshalb hat es jetzt einen neuen selbstgebauten Allradantrieb bekommen und läuft wie Sahne.





    Auch die Firma HENKE ist bei meinen Fahrzeugen vielfältig vorhanden. Dieses Jahr habe ich endlich nach vielen Jahren die HF 110 zusammen gebaut. Auch hier wurden fast alle Ansetzteile durch Ms-Teile ersetzt








    Ich kaufe auch fertige Kunststoffmodelle. Hier eine Konstruktion von Ralf Denke ohne konkretes Vorbild. Das aus gefrästen Kunststoffplatten gefertigte Modell hat ein Roco Fahrwerk. Ich habe habe die Bodengruppe komplett neu aus Ms angefertigt und mit ein paar wenigen Ms Teilen ergänzt.






    Lieber Otto, ich bitte Dich, wenn Du mich zitierst oder benennst, mich zukünftig nicht nach Deinem Ermessen einer bestimmten Modellbauerkategorie zuzuordnen. Dazu kennst Du mich viel zu wenig.


    Es ist richtig, daß ich bekennender Ms Modellbauer bin, bin aber jederzeit in der Lage, mich auch im Kunststoffbereich (Bausatz oder Eigenbau) zu bewegen. Richtig ist auch, daß ich bei meinen Modellen auf hohe Qualität Wert lege und dabei Gott sei Dank nicht auf den letzten Cent schauen muß. Ich bin deshalb nicht von einem anderen Stern. Viele Modellbahner/ -bauer haben dies schon erfahren. Ich beteilige mich nicht an endlosen Diskussionen, die zu nichts führen. Wenn mich jedoch ein Modellbauer anruft oder mir schreibt bekommt er immer Antworten und Hilfe und zwar sofort.


    Grüße aus VAI
    Armin.

  • Als Nachtrag zu meinem letzten Post hier noch ein Bild von dem Wagen mit dem Dachausschnitt in der Umbauphase:

    An der Tür auf der abgewandten Seite sieht man an der Lücke im Türrahmen, dass der Wagenkasten durch die Framos-Tür länger geworden ist. Auf die Idee mit der Verbreiterung bin ich nicht mal selber gekommen, ein Mittelpuffer-Leser brachte sie ein.
    Hier noch ein interessanter MT-Umbau:

    Zwei MT-Niederbordwagen fungierten als Spender, die Arch-Bar-Drehgestelle sind umgespurte gefederte 0-Drehgestelle aus den USA.
    Und nun mein frechster MT-Umbau:

    Bei diesem ungefähren Nachbau eines Eselsrückenwagens der Kerkerbachbahn (nach Gerd Wolff-Foto) wurden aus den Seitenwandteilen eines MT Hochbordwagens Stirnwände und aus den Stirnwänden die Seitenklappen. Geht doch!. Dieses wilde Konstrukt nahm ich als "Urmodell" (großes Wort) und ließ mir davon ein Dutzend Resin-Abgüsse anfertigen, damit meine Grubenbahn genügen Ot-Wagen für den Spattransport hat. In Post #2 sieht man mehrere dieser Wagen im vierten und fünften Bild.

  • Hallo in die Runde!
    Zu weiteren Beiträgen über die Fahrzeuge der BAE komme ich wohl erst nächste Woche. Zwischendrin daher mal ein paar Links zu anderen threads über die BAE in diesem Forum:


    Aufforstung mit Fichtenwäldern:


    Aufforstung an der Braunlage-Andreasberger Eisenbahn



    Trafohäuschen als Ident-Element:Trafohäuschen als Ident-Element


    Kohlenhandlung St. Andreasberg:https://forum.spurnull-magazin.de/anlagenbau-2-ausgestaltung/wie-st-andreasberg-zu-seiner-kohlenhandlung-kam-14306/?highlight=



    Bahnhof Rehbergergrabenhaus:https://forum.spurnull-magazin.de/anlagenbau-2-ausgestaltung/bayerisches-agenturgeb-ude-im-harz-14246/?highlight=


    Güterschuppenverlegung und Einbau einer Doppelweiche:


    Güterschuppenverlegung macht Einbau einer neuen Doppelweiche nötig
    Gruß
    Otto

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