Viadukt Wenkhausen

  • Hallo Zusammen,

    ich eröffne hier mal einen Thread über mein im Bau befindliches Brückenmodul. Da die Tiefe des Moduls mit 600mm durch die bereits vorhandenen Module vorgegeben ist, suchte ich nach einer Vorbildsituation, die meiner Ansicht nach gut übertragbar ist und mit einem passenden Hintergrund auch den Straßenverlauf und den rechts angrenzenden Bach plausibel darstellen lässt. Die Aufnahmen des Vorbilds entstanden im Herbst 2018. Das Viadukt ist Teil der ehemaligen Bahnlinie zwischen Dieringhausen und Olpe. Wegen der bekannten Trockenheit war von dem Bach zwar nicht viel zu sehen, im Gegenzug konnten die Fotos aber bei Superwetter gemacht werden. :D Ein auf zwei Meter ausgeklappter Gliedermaßstab, metrisch (landläufig als Zollstock bekannt) dient als Vergleichsmaßstab und ermöglicht die Ermittlung der Vorbildmaße. Das Viadukt verläuft nicht vollständig rechtwinklig zur Straße, aufgrund des Geländes drumherum ist es auch nicht möglich, das Viadukt im rechten Winkel zu fotografieren. Dadurch lassen sich die Vorbildmaße nicht exakt bestimmen, die Genauigkeit reicht jedoch aus, um abschätzen können, welches Modell der Vorbildsituation ab nächsten kommt, zumal ein vollständiger Selbsbau des Viadukts nicht geplant war.




    Bild 1: Vorbildsituation


    Ich habe mich nach einigen Recherchen für das Viadukt von Bünnig entschieden und, nachdem ich die Modellmaße von Herrn Tondorf erhalten hatte, das Brückenmodul als "hängende Schlucht" geplant. Gefertigt wurde das Modul von Harald Brosch, wegen der Anschlussfähigkeit an bestenden Module wurde rechts der Modulkopf 20302 und links der Modulkopf 20303 verwendet. Da es sich um eine Einzelanfertigung handelt, wurden Details der Konstruktion mit Harald Brosch abgestimmt. Eine größere Stabilität wird neben den Querstreben durch die auf seinen Vorschlag hin eingebaute Bodenplatte erreicht. Trotzdem ist das Grundgerüst des Moduls nicht besonders schwer und sollte daher gut handhabbar sein. Die Gesamtlänge beträgt 1200mm.



    Bild 2: Modul ohne Bodenplatte


    Bild 3: Modul mit Bodenplatte


    Eine erste Stellprobe des provisorisch zusammengesteckten Kerns des Viadukts sieht schon recht gut aus. Im nächsten Schritt wird das Viadukt fertiggestellt, um die korrekten Maße für den Straßen- und Bachverlauf ermitteln zu können.




    Bild 4: Stellprobe mit Viadukt


    Werde in loser Folge weiter berichten und die weiteren Bauabschnitte dokumentieren. Da meine Schaffensperioden aber bedauerlicherweise immer wieder durch Arbeitsphasen im Hauptberuf unterbrochen werden müssen, können die Abstände zwischen den Berichten etwas dauern. :)


    Bernard

  • Hallo Bernard,


    sehr interessantes Projekt!


    Bin gespannt wie es weitergeht, da ich gerade selbst beim Bau des Bünnig-Viaduktes bin, quasi ähnlicher Bauzustand:

    2 Fragen habe ich zu Deiner Brücke:
    - Wird das Mauerwerk aus Klinker (wie bei Bünnig üblich) oder Naturstein (wie beim Original) bestehen?
    - Die Geometrie der Bögen bei Deinem Modell stammt aus dem Grundmodell von Bünnig, stimmt´s? Die Bögen entsprechen ja von der Höhe her nicht dem Foto vom Vorbild...


    Zu meinem Brückenbau werde ich an anderer Stelle noch berichten... wenn´s dann was zu berichten gibt!


    Gruß
    Thomas

  • Hallo Thomas,
    ich werde die Brücke abweichend vom Vorbild in Klinkeroptik bauen. Das gefällt mir erstens besser und passt auch insgesamt zum Stil meiner Module. Die Geometrie des Viadukts habe ich nicht verändert. Bünnig liefert das Viadukt auf Anfrage auch mit 2 großen Bögen. Es ist dann 770mm lang. Was die Höhe der Bögen angeht, so hast Du recht. Umgerechnet beträgt die Durchfahrthöhe zwischen Straße und Bogenscheitelpunkt in 1:43,5 etwa 190mm (ca. 180 mm in 1:45 :D ). Beim Bünnig-Viadukt beträgt die Höhe der großen Bögen 160mm. Für mich ist dieser Kompromiss Ok, zumal der Gesamteindruck durch die fehlenden 20mm nicht gestört wird. Ein Kompromiss war ohnehin bei der Umsetzung ins Modell erforderlich: Bei einer maßstäblichen Umsetzung wäre allein das Viadukt schon 1200mm lang geworden, das Modul somit 1400mm. Das war für den verfügbaren Platz erheblich zu lang...
    Viele Grüße
    Bernard

  • Weiter geht's...


    da das Viadukt auch im Endausbau herausnehmbar sein soll, habe ich unter die Trassenbretter zwei Holzleisten geklebt, die genau in die Nuten der Kopfseiten passen. Damit ist eine gute Führung gewährleistet, die sich in der Praxis hoffentlich bewährt. Im aktuellen Baustadium macht sich das jedenfalls schon mal gut.



    Der nächste Schritt ist, das Viadukt fertigzustellen, da im weiteren Verlauf des Baus immer wieder auf Maße zurückgegriffen wird, die nur sicher mit der vollständigen und montierten Verkleidung zu ermitteln sind. Die Klinkerverkleidung habe ich mit Aqua-Color hellgrau grundiert. Anschließend erfolgte die Farbgebung mit PanPastel in der Farbe Rotoxid. Vor dem nächsten Arbeitsschritt wurde das Ganze dann noch mit einem Fixativ eingesprüht.


    Um einzelne Steine in einer abweichenden Farbe darzustellen, nutze ich Stifte der Marke ShinHanart in den Farben Potato Brown, Brick Brown, Burnt Orange und Burnt Sienna. Diese haben auf der einen Seite einen breiteren Pinsel, vergleichbar einem Textmarker und auf der anderen Seite eine feinere Spitze. Damit lassen sich einzelne Steine gut bearbeiten. Für mich war aber eine Kopflupe erforderlich. Die Seitenteile und zwei Innenbögen habe ich jetzt soweit bearbeitet. Hat nur zwei Tage gedauert. ;( Ich meine aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Abschließend wird das Viadukt noch eine Patina erhalten, aber erst ganz am Ende der Modulausgestaltung.



    To be continued...
    Bernard

  • Hallo,


    weiter geht's mit der Montage der Innenbögen. Um das Einrasten der "Nasen" der Innenbogenverkleidungen zu erleichtern habe ich mit einer feinen Sandpapierfeile sehr vorsichtig alle Nasen etwas entgratet. Danach ließen sich die Verkleidungen der großen Bögen sehr einfach montieren. Die Teile sind sehr passgenau. Man sollte hier aber mit einem Leim arbeiten, der nicht allzu schnell fest wird, um genug Zeit zu haben, die Lage zu korrigieren. Anschließend mit Montageklammern fixieren und warten bis der Leim fest ist. Bis dahin problemlos...


    Die Montage der recht engen Außenbögen gestaltete sich dann ungleich schwieriger. Trotz der oben beschriebenen Vorarbeiten und der mir eigenen Geduld X( ist es mir nicht gelungen, die Bögen ohne Beschädigung der "Nasen" einzusetzen bzw. die Verkleidungen standen etwas ab. Was tun? Die Verkleidungen wieder herausnehmen hätte ihre Zerstörung bedeutet, die anschließende Nachbeschaffung, Neulackierung und Einfärben der einzelnen Steine war nach einiger Überlegung dann keine Option. Ich entschied mich dafür, die Fehlstellen mit einer Holzspachtelmasse zu bearbeiten. Die wurde mit einem kleinen Spatel aufgetragen und nach ihrer Trockung mit sehr feinem Schleifpapier bearbeitet. Anschließend wieder mit PanPastel gefärbt und mit Fixativ eingesprüht. Danach erfolgte wieder das Einfärben einzelner Steine wie im letzten Beitrag beschrieben.
    Das Ergebnis ist insgesamt sehr ordentlich. Ein Teil der kleinen Bögen wird ohnehin im Gelände verschwinden, der sichtbare Teil kann sich, wie ich meine, auch sehen lassen. Ansonsten kommt in der Endgestaltung Efeu zum Einsatz ... :D



    Wie man die beschriebenen Probleme vermeidet, kann ich nicht sagen. Möglicherweise würde es helfen, die Innenbogenverkleidungen vorsichtig entlang der Mauerfugen in einzelne Streifen zu schneiden und dann einzeln einzusetzen. Das ist allerdings nicht erprobt und daher ohne Gewähr. Mein Hauptproblem war allerdings, dass die Verkleidung in ihrer ganzen Länge sehr unhandlich ist, kaum ohne Kraft zu verschieben ist und das Material auch leicht brechen kann.


    To be continued
    Bernard

  • Hallo Bernhard,
    die Brücke ist ein echter Hingucker nur die Farbgebung der dunkleren Steine wäre mir zu unruhig. Tatsache ist das die Farbabweichungen wie Du sie koloriert hast in der Natur in solcher Gleichmäßigkeit nicht vorkommen. Ein wenig mehr pastellfarben sind (für mich) die bessere Lösung.
    Gruß
    Husbert

  • Hallo Husbert,


    da würde ich Dir gern widersprechen. Es ist ja ein Bauwerk und daher eben nicht Natur. Außerdem gibt es in Ziegelmauerwerken immer auch sehr dunkel gebrannte Ziegel. Dass der Kontrast im gegenwärtigen Bauzustand relativ groß ist, das ist sicher richtig. Da aber eine Patinierung noch aussteht, bin ich sicher, den Kontrast noch deutlich geringer gestalten zu können. Bei der Verteilung der dunklen Ziegel habe ich sehr darauf geachtet, eben keine Regelmäßigkeit entstehen zu lassen. Es gibt daher kein Schema nach dem ich vorgegangen bin. Ein Versuch an anderer Stelle hat auch ergeben, dass von den dunkleren Ziegeln nicht zu viele auf wenig Raum aufgebracht werden sollten. Dann wirkt das Ganze extrem dunkel. Eine größere Verteilung führt aber im Umkehrschluss zum unruhigen Erscheinungsbild. Aber wie gesagt, die Patinierung wird's richten. :thumbsup:


    Viele Grüße
    Bernard

  • Dank karnevals- und damit arbeitsfreier Tage gibt es Baufortschritte zu verzeichnen...


    Wie weiter oben bereits erwähnt, soll das Viadukt herausnehmbar bleiben. Dazu schien es mir erforderlich, für eine saubere Führung zu sorgen. Wie ich das an den Kopfseiten des Viadukts gelöst habe, wurde ja schon berichtet. Das Gelände und die Geländebasis wird mit 20mm starkem Styrodur hergestellt. Um beim Einfügen des Viadukts eine Beschädigung des relativ weichen Materials zu verhindern, habe ich mir mit Hilfe eines 3D-Druckers drei Führungshülsen für die Pfeiler angefertigt. Da nur weißes Filament vorhanden war und ich nicht warten wollte, :D müssen die Hülsen später noch farblich dem Gelände angepasst werden. Die Führungshülsen stehen ca. 2mm über und werden später mit Geländespachtel "eingeputzt". Die 3D-Ansicht der Führungshülse und ihr Einsatz auf dem Modul zeigen die folgenden Bilder:



    Zur Geräuschdämpfung verwende ich 2mm starken Kork, der mit Pattex o.ä. aufgeklebt wird. Darauf werden dann die Gleise mit Ponal geklebt. Der elektrische Anschluss der Schienen des Viadukts erfolgt durch zwei Zuleitungen mit 1,5 mm2 Querschnitt, die durch den mittleren Pfeiler geführt werden. Sie sind am Ende mit zwei Büschelsteckern versehen und können so unter dem Modul eingesteckt werden.


    Eine erste Geländestruktur ist auch soweit fertig, aber noch herausnehmbar:


    To be continued... :)


    Bernard

  • Die nächsten Schritte sind die Nachbehandlung der Schwellen und der Schienenprofile. Die Schwellen habe ich zunächst mit der Methode von Baumbauer007 nachbehandelt https://forum.spurnull-magazin…-altern-p73624/#post73624. Für das Auftragen der Rostfarbe auf die Schienenprofile nutze ich schon seit H0-Zeiten eine Airbrush. Als Farbe kommt Weinert 2662 (Rostfarbe mit Rotstich für alten Rost) zum Einsatz. Da ich dem nachträglichen Abschleifen der Schienenköpfe, ganz gleich mit welchem feinen Schleifmittel auch immer, misstraue, habe ich folgende Vorgehensweise gefunden, die für meine Zwecke optimal funktioniert:
    Auf die Schienenköpfe klebe ich Tamiya-Maskierband von 6mm Breite so auf, dass an den Seiten etwas übersteht. Diese Überstände werden anschließend mit einem scharfen Skalpell abgeschnitten. Nach dem Einfärben mit der Airbrush wird das Maskierband einfach abgezogen, die Schienenköpfe sind weiterhin blank und müssen nicht weiter behandelt werden.



    Zum Einschottern verwende ich Schotter von Spurenwelten, den ich schon vor Jahren in so großer Menge gekauft habe, dass es für die gesamte Anlage reichen sollte. Falls es für jemanden von Interesse ist um welche Sorte es sich handelt, suche ich die Artikelnummer aus der Ablage meiner Bestellungen heraus. Verklebt wird der Schotter mit der klassischen Wasser-Leim-Methode. Die Fotos zeigt das Viadukt mit eingeschottertem und patiniertem Gleis. Im Hintergrund ein 45°-Bogenmodul der bestehenden Anlage.



    Geländegestaltung
    Wie zuvor schon erwähnt, besteht das Gelände aus einem Styrodurkern. Dazu wurden aus einer großen Platte von 20mm Stärke kleiner Platten ausgeschnitten, mittels Baukleber verklebt und mit einem Federmesser in Form gebracht. Die Geländeteile habe ich erst endgültig an ihren Platz geklebt, nachdem alle Teile fertig waren und eine Stellprobe mit dem Viadukt erfolgt war. Anschließend erhielten die Styrodurteile einen Überzug aus meinem persönlichen Sculptamold. :D
    Beim Bau meiner Module geht es mir darum, sie möglichst leicht zu bauen, aber dennoch eine Geländestruktur zu haben, auf der auch größere Bäume stabil zu befestigen sind. Gips scheidet daher ebenso aus, wie eine Spantenbauweise mit einer nur dünnen Geländehaut. Wie man einen stabilen Überzug mit Schleifstaub herstellt, hat Jens Kaup (Vampisol) unter [url]https://www.youtube.com/watch?v=XyHxWKiVcSY[/url] anschaulich erklärt. Da ich keinen Zugang zu Schleifstaub in der benötigten Menge habe, nehme ich einfaches Sägemehl aus der Tischlerwerkstatt. Das enthält naturgemäß auch gröbere Anteile und ist daher für den direkten Gebrauch für mich nicht geeignet. Ich nutze den Thermomix zum Zerkleinern. 30 – 60 Sekunden Stufe 10 erzeugt ein recht feines Sägemehl, das sehr gut geeignet ist. Ein anderer Mixer würde es vermutlich auch tun. Man sollte allerdings darauf achten, dass im Ausgangsprodukt keine metallischen Teile wie z.B. Nägel enthalten sind… :D
    Das so zerkleinerte Ausgangsmaterial wird nun mit etwas Wasser, einem Spritzer brauner Abtönfarbe und Weißleim zu einer pastösen Masse angerührt und dann auf das Gelände mit einem Spachtel aufgetragen. Nach zwei bis drei Tagen ist die Masse ausgehärtet. Je geringer der Wasseranteil ist, umso schneller härtet das Material aus, lässt sich aber auch nicht ganz so einfach anrühren. Ein höherer Wasseranteil verzögert das Aushärten, allerdings ist die Endfestigkeit gefühlt nicht schlechter.
    Die folgenden Bilder zeigen das bearbeitete Gelände mit herausgenommenem Viadukt. Die Stützmauern erhielten provisorisch eine Verkleidung mit Vollmer Steinkunst "Bruchstein". Mal sehen wie das so wirkt wenn das Material farblich nachbehandelt wurde und wie sich die Ecken und Decksteine gestalten lassen.



    Zum Schluss noch ein paar Fotos mit eingesetztem Viadukt:



    Das Brückenmodul stellt den Anfang einer Anlagenerweiterung dar. Daran schließen sich zwei Bogenmodule an, die auch schon in betriebsfähigem Zustand sind. Da mein Schwerpunkt in der nächsten Zeit darauf liegen wird, drei weitere Module zu planen, schließe ich meinen Bericht zum Bau des Viadukts Wenkhausen vorläufig. Die weitere Ausgestaltung des Moduls erfolgt, wenn die Anlagenerweiterung betriebsfähig ist. Schließlich will ich auch während der Bauphase Züge fahren lassen :D


    Werde dann wieder berichten…


    Bernard

  • Hallo Bernard,


    das mühsame Abkleben der Schienenprofile kannst Du Dir sparen, wenn Du einen dünnen Ölfilm auf die Oberseite der Profile aufbringst, ich verwende dafür einen Ölstift, der funktioniert wie ein Filzstift. Auf dem Öl haftet die Farbe nicht und Du kannst sie ganz leicht abreiben.


    Gruß


    Christoph

  • Hallo Christoph,


    vielen Dank für den Tipp. Ich habe wohl schon mal von diesem Stift gelesen, ich habe aber noch keinen zum Testen gefunden. Bist Du sicher, dass der auch mit lösemittelhaltigen Farben funktioniert?


    Bernard

  • Hallo Bernard,


    es handelt sich um einen Edding 8160. Als Farbe verwende ich Vallejo Surface Primer in Güterwagenbraun, der haftet gut auf Metall, aber nicht auf Öl. Du kannst auch in meinen Thread "Der Samba wird gestaltet" hier im Forum schauen, dort in den Beitrag Nr. 18.


    Gruß


    Christoph

  • Hallo,
    nach längerer Berichtspause zu diesem Projekt, möchte ich euch ein kleines Update geben. Es ist zugegeben nicht allzu viel passiert, aber ich habe gerade Zeit ein paar Zeilen zu schreiben und die Bilder liegen schon seit einigen Wochen auf der Festplatte herum. ;-)



    Zwischenzeitlich wurde die Brücke mit einem Geländer versehen. Bezogen habe ich es von Wenz. Für die Montage habe ich aus einem dünnen Alu-Profil eine Schablone mit Bohrungen von 1mm Durchmesser im für die Geländerstützen passenden Abstand erstellt. In die Bohrungen wurden nun die Geländerstützen eingesteckt und die Querstreben eingezogen. Die Fixierung von Streben und Stützen erfolgte mit dünnflüssigem Sekundenkleber, den ich mit einer Nähnadel aufgetragen habe. Nach der Grundierung erfolgte die Lackierung mit der Farbmischund DB 601 von Wenz. Abschließend erhilt das Geländer noch eine Patina mit verschiedenen Washings von Vallejo. Dazu leistet die Schablone gute Dienste, denn das Geländer ist darin stabil fixiert und für die Lackierarbeiten gut zu handhaben. Nach Abschluss aller Lackierarbeiten diente die Schablone schließlich noch zum Bohren der Löcher im Brückenkorpus. Die Fotos zeigen das geländer aus verschiedenen Perspektiven.


    Bei der Ausgestaltung der Stützmauern wollte ich ursprünglich, auch um möglichst Gewicht zu sparen, auf die Folien von Vollmer Steinkunst setzen. Zuschnitte davon hatte ich schon probeweise an der Unterkonstruktion aus Styrodur angebracht. Obwohl man den Eindruck mit einer guten Patina vermutlich deutlich verbessern kann, war ich nicht ganz zufrieden. Daher habe ich mir als Alternative aus der Steinfrei-Serie von Vampisol das Trockenmauerwerk bestellt. Das aus Gips hergestellte Mauerwerk wurde mit einem grauen Vallejo-Wash grundiert und anschließend mit verschiedenen Washings aus Braun- und Grüntönen weiter bearbeitet. Abschließend wurden noch in Drybrush-Technik mit Vallejo-Weiß die Strukturen des Mauerwerks hervorgehoben. Leider geben die Fotos das Ergebnis nicht ganz realistisch wieder. Ich bin aber insgesamt sehr zufrieden. Die Stützmauern wirken wesentlich realistischer als die Folienlösung. In die Steinlücken wird später noch etwas Grünzeug eingefügt, was den Eindruck noch realistischer machen dürfte. Trotz des etwas höheren Gewichts ist das wohl die Lösung für die Gestaltung der Stützmauern.

    LG Bernard

  • Hallo Bernard,


    ein tolles Bauwerk, ich kann mir da viel für mein (späteres) Viadukt abschauen! Vor allem die Schablonenlösung für das Geländer werde ich mir merken!


    Auch die Mauer ist optisch gut gelungen! Ob allerdings Trockenmauerwerk für die Abfangung des steilen Hangs so gut geeignet ist? Ich hätte da ein bisschen Sorgen wegen des Erddrucks... bitte nicht übel nehmen, sind nur meine Gedanken... ich freue mich auf Deine Fortsetzung!


    Gruß
    Thomas

  • Ob allerdings Trockenmauerwerk für die Abfangung des steilen Hangs so gut geeignet ist? Ich hätte da ein bisschen Sorgen wegen des Erddrucks... bitte nicht übel nehmen, sind nur meine Gedanken... ich freue mich auf Deine Fortsetzung!


    Hallo Thomas,
    hinter der Trockenmauer ist noch eine Betonmauer. Die Trockenmauer ist nur als Verblender, war eine Auflage vom Grünflächenamt. ;)


    Auf alle Fälle sieht sie sehr gut aus, und wenn man die passende Ausrede findet, auch so darstellbar. :thumbup:


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo Roland,


    da warst Du schneller als ich. Wollte gerade das gleiche schreiben. ;-)


    Thomas: Hab mir gerade nochmal die Vorbildfotos angesehen. Da ist es eine Bruchsteinmauer. Da gibts aber nichts vergleichbares in Gips. Hab jedenfalls nchts gefunden...


    LG
    Bernard

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