Projekt St.Andreasberg

  • OK, Leute,


    ich schieb die Klempner und Dachdecker gleich nach. Also, was ist das?



    Richtig, eine Dachrinne. Besser gesagt, ein Dachrinnenstoß, frisch gelötet. Dachrinne aus 0,1mm Kupferblech über eine 4mm-Rundstange (möglichst gerade!) gebogen, geht eigentlich ganz einfach. Im Hintergrund die Geländer der Treppe von der Signalwerkstatt zur Gleisebene der Bahnmeisterei. Zweite Frage: Was ist das oder was soll es werden?



    Genau, das werden die Rinnenhalter; pro Sparren einer, also 16 Stück. Ebenfalls aus 0,1mm Kupferblech, 23mm lang und ca. 1mm breit. Kann mit dem Bastelmesser mit Abbrechklinge geschnitten werden. Ich mach mal Schritt für Schritt, hier: alle Rinnenhalter auf ein Brett mit beidseitigem Klebeband (10mm) fixieren;



    Dann abknicken:



    Im nächsten Schritt Rinnenhalter über besagte 4mm-Stange biegen;



    Die Rinnenhalter vom Klebestreifen entfernen und richten




    Rinnenhalter auf der Dachschalung mit Sekundenkleber ankleben, über jedem Sparren ein Halter;



    Nun die Rinne montieren; ist ein wenig fummelig. Ich habe die Rinne eingehängt und die überstehenden Halterenden über die Rinnenkante gebogen (wird im Großen glaube ich auch so gemacht).



    Von unten mit ACC festkleben. Bei der nächsten Rinne würde ich eher den Innenrand der Rinne festkleben.



    Der Dachdecker stand schon in den Startlöchern. Nach einem Versuch mit Tesakrepp habe ich mich doch für Textilklebeband entschieden, das ist etwas dicker und lässt sich m. E. besser verarbeiten. Schornstein schön einkleben, alles frei Schnautze. Vorher hatte ich allerdings die Dachschalung mit einer dreiseitigen Aufkantung versehen. Und dann Bahn für Bahn, immer stückweise, aufkleben.





    Das Finish könnte man eigentlich mit der Begründung "frisch geteert" so lassen, ich werde es aber noch etwas mattieren, damit die ungleichen Überlappungen an den Stößen etc. nicht so ins Auge fallen. Es fehlen natürlich noch die Fallrohre, und dann muss alles ja noch gestrichen werden, die Türen und Fenster gebaut und montiert etc. etc., es nimmt kein Ende ...


    Gruß, Reinhold

  • Hallo Reinhold,


    mir fehlt der "Grüne", daher muss ich mal in Deinen Thread grätschen... sorry!


    Für einen "Testbau" ist das nicht schlecht! ^^ Wenn Du mal wieder was testen musst und nachher nicht weißt wohin mit dem Testbau, sag mir Bescheid... da findet sich sicher ein Plätzchen auf meiner Anlage 8o


    Mit dem Material und der Scharfkantigkeit gebe ich Dir recht... nicht optimal... dafür sind Deine Rinnen um so besser... eigentlich viel zu schade für einen "Testbau"!


    Toller Modellbau!!


    Gruß
    Thomas

  • Hallo Thomas, hallo Robby, hallo Leute,


    danke für die Blumen und - kein Problem mit Grätschen, wenns keine Blutgrätschen sind. Manche Kollegen sind ja bei Kritik etwas empfindlich, ich hoffe, nicht dazu zu gehören und freue mich über jede Meinung und Zuschrift!
    Und zum Testbau, zum Abreißen ist er mir dann doch zu schade, da haben mir die Bahnsteige gereicht! Die sind allerdings wieder auf gutem Wege, es fehlte mir nur noch eine Pflasterplatte, die Ende der Woche kommt; ich werde berichten. Und was die Dachrinnen angeht, habe ich das auch zum ersten mal gemacht, aber unversucht schmeckt nichts! Die Fallrohre werden aber nicht aus Kupferblech gelötet!


    Gruß, Reinhold

  • Liebe Leute,


    um die Entwässerung des Werkstattgebäudes abzuschließen, habe ich gleich ein Fallrohr hergestellt. Nein, kein Kupferblech, aber gelötet wurde doch wieder, nachdem ein Versuch mit Kunststofftrinkhalmen in die Hose ging. Für die Dachfläche reicht ein Ablauf d = 150mm, da lagen doch noch Kugelschreiberminen herum? Ja sicher, Messing d = 3mm, die müssten passen.



    So, weiter: kommt ein Logesstandrohr zur Ausführung oder wird einfach in die Botanik entwässert? Da kam mir die Topographie entgegen, ich hatte an der Gebäudeecke bereits einen Vorfluter, sprich Straßengraben vorgesehen, da kann man sich das Logesrohr sparen. Es wird einfach nur ein schräger Stutzen angelötet.



    So sieht das Ergebnis aus, der Stutzen muss natürlich noch abgesägt werden. Als Fallrohrhalter kommen wieder 0,1mm Kupferblechstreifen zur Anwendung, an die mittig ein Hakennagel aus dem Gleisbau gelötet wurde.



    Im eingebauten Zustand sieht das dann so aus:



    Das Fallrohr wird an der Rinne und an den Haltern mit Sekundenkleber befestigt. Die Halter muss ich nochmal etwas nacharbeiten, aber ansonsten soll es das gewesen sein. Wie sagt man so schön: Für die Woche gehts, am Sonntag könnte es besser sein!



    Gruß, Reinhold

  • Liebe Kollegeinnen und Kollegen.


    Das Drama mit den Bahnsteigen habe ich hier ja schon breitgetreten, zwischenzeitlich ist auch der Bahnsteig 2 (der gelbe) abgerissen; ich warte aber noch auf die Heki-Rundmauerwerkplatten, es war etwas schwierig, von einer Firma mehr als 2 Packungen zu bekommen, fast wie beim Klopapier. Ziel und Ergebnis meiner Versuche ist, die Platten weiß zu streichen und dann mit grauem Gipsmörtel abzuspachteln, damit die Fugen ein cremiges Grau bekommen, die weiße Farbe der Pflasterplatten aber nicht ganz verschwindet. Im Hinterkopf hatte ich immer noch das schwarz-weiß-graue Kleinpflaster der Berliner S-Bahnsteige in den 70-er Jahren. Wie die Bahnsteige heute aussehen, weiß ich gar nicht, bin leider schon länger nicht mehr dort gewesen. Gut, das Kleinpflaster wurde gestrichen, aber der Farbcharakter sollte daran erinnern. Ob es klappt? Ich bin selbst gespannt, ob der zweite Versuch der Bahnsteige besser wird.


    Während ich auf das fehlende Pflaster für Bahnsteig 2 wartete, Bahnsteig 1 war bereits gepflastert und hatte einen zweifachen Anstrich mit Binderfarbe erhalten, hatte ich wieder eine meiner Latrinenideen. Straßenzufahrt zum Bahnsteig und zur Bahnmeisterei OK, aber wie abtrennen, absperren? Da kam mir die Idee einer handbetätigten Schranke; die Fußgänger sollen seitlich durch eine Pforte gehen. Recherchieren und kleinen Entwurf machen, Schrottkiste durchsuchen und Kugelschreiberminen finden, schon war das Material i. W. zusammen:



    Das Gegengewicht wird durch ein Messingklötzchen 10mm x 10mm x 5mm gebildet, das musste nur zurechtgesägt werden, mit der Uhrmacherlaubsäge ein mühsames Geschäft. Der Schrankenbaum besteht aus einem 3mm Messingrohr voller roter Farbe, nette Sauerei. Hab vorne einen Stöpsel eingeklebt und befeilt. Der Stoß zum 4mm-Rohr am Drehpunkt ließ sich noch gut löten, in dem Bereich war die Tinte wohl verbraucht. Als Drehrohr wurde eine 2,5mm-Kuli-Mine eingelötet; da kamen noch ein paar Buchsen rein - warum einfach, wenn es auch aufwendig geht. Für die Drehachse verwende ich eine M1-Gewindestange mit Muttern, hatte ich noch. Die gleichen Schrauben halten das Gegengewicht, sind aber Attrappen, gehen nicht durch. Als Ständer dienen zwei Messing-U-Profile 4mm x 2mm, bei mir zusammengelötete L-Profile. Bindeblech drauflöten mit ein paar abgekniffenen Gleisschrauben (die winzigen von Decapod) frisiert, fertig ist die Schranke. Halt, die Schranke braucht noch eine Gabel. Ich hab länger überlegt, was man da nehmen kann. Eigentlich kann man alles mögliche nehmen, aber es muss auch stimmig sein, muss passen. Ich habe zwei Stückchen von 2mm-Schienen am Kopf zusammengelötet und die Gabel dann ausgesägt und aufgebogen - das kommt echt gut! Man muss schon irgendwie etwas verrückt sein für den Job. Die Fundamente werden durch 3,5mm-Sperholzstückchen imitiert, dafür werden die Pflasterplatten ausgeschnitten und ausgenommen.




    Schnell noch grundieren und zur Probe aufstellen. Passt, rechts und links kommt auch noch was Richtung Eisenzaun hin. Das Straßenstück vor der Schranke ist übrigens eine Probe mit einer anderen Pflasterplatte.


    Dann kommt der Moment, vor dem ich etwas Bammel hatte: Das Bahnsteigpflaster vermörteln. Instantgips wird mit wenig Wasser, je einigen Tropfen schwarzer und sandfarbener Abtönfarbe gemischt und dann dünn, aber deckend aufgespachtelt. Im selben Arbeitsgang wird die Spachtelmasse soweit abgekratzt, daß die weißen Steine wieder zum Vorschein kommen, der Mörtel soll ja nur in die Fugen kommen. Nun, das klappt natürlich nicht vollständig, was aber auch nicht erforderlich ist; die Bahnsteige sind ja bereits etwas älter. Im Nachgang habe ich dann versucht, den Gipsschleier mit feuchtem Lappen etwas zu entfernen, was eigentlich auch ganz gut ging. Und die durch Depronstreifen imitierten Dehnfugen sollten auch bis auf die Fugen weiß bleiben. Mir ist auch klar geworden, dass die erdachte Technik nicht unproblematisch ist, beim Spachteln zu stark gekratzt, ging die Binderfarbe gleich mit ab, das Gemisch zu trocken, ließ es sich schlecht spachteln, zu nass ebenso etc. etc. Aber, was soll ich sagen, ich find das Ergebnis klasse, mir gefällt es richtig gut. Zumindest passt es gut zu den Marmor-Bahnsteigkanten! Ich zeig mal ein paar Fotos, auf denen das Pflaster gut rauskommt. Gleich mal die fertigen und halbfertigen Bauwerke in Position gebracht und die Bahnverwaltung hat doch tatsächlich einen Bierwagen herbeirangiert! Und das in Zeiten des Kontaktverbots? Also das ist jetzt aber etwas verfrüht! Aber die Zeit kommt ja wieder, und dann lassen wir die Sau raus, das ist versprochen! Bis dahin bleibt noch viel zu tun; u. A. bekommt die Drehscheibe einen neuen Antrieb mit Schrittmotor und eine passende Steuerung! Das gibt eine gesonderte Story!











    Die Schranke bekommt natürlich noch ihren Ketchup!



    Gruß, Reinhold

  • Hi Reinhold,
    da ich Dich mal wieder nicht begrünen kann, bekommst Du ein schriftliches Motivationssignal. Deine Pflaster- und Bauarbeiten sehen richtig klasse aus.
    Für solche Schmoddereien benutze ich gerne graue Fugenmasse aus dem Baumarkt. Die gibts in allen Farben und wenn Bekannte selbst Fliesen verlegen bekomme ich die Reste des Fugenmörtels für meine Bauarbeiten. Das Verfugen funktioniert auch bei den Modellfugen sehr gut.


    Grüße. Jay, the K.


    PS. Den Fugenmörtel benutze ich auch zur Bodengestaltung...

    The Keithville & Lake Erie RR - Serves the Steel Centers

  • Hallo Alexander,


    danke für das Foto, solche Bilder sind im Internet schwer zu finden! Lichterfelde-West war 1971 einer der ersten S-Bahnhöfe, die ich in Berlin kennen gelernt habe, weil dort mein Quartier lag! 100 Tage Dauerfrost - werde ich nie vergessen! Das Gestühl war damals aber origineller.
    Aber dieses Pflaster in Spur 0 nachzubauen - wer wagt es, Rittersmann oder Knapp ...?


    Gruß, Reinhold

  • Hallo Reinhold,
    das kleinteilige Pflaster heist im Volksmund Katzenköpfe. Wird auch heute noch verlegt an Stellen, wo der neuzeitliche Betonkram nicht wirklich passt.
    Die kleinen Steine sind meist mit einer glatten Seite noch oben verlegt, die Fugen mit feinem Sand augefüllt.
    Gruss, Dirk

  • Hallo Dirk,


    die Katzenköppe bestehen ja eher aus unbehauenen Kieseln, je gröber, um so knochenbrecherischer, während das Kleinpflaster aus behauenen Granitwürfeln oder anderen Steinarten hergestellt wird. Das sehr feine Kleinpflaster ist. m. W. für die Bahnsteige der S-Bahn in Berlin typisch, habe ich woanders eigentlich noch nicht bewusst gesehen, höchstens auf berliner Trottoirs. aber ich kann mich täuschen. Mal abgesehen davon, dass es etwas uneben ist, ist es sehr langlebig! Das Pflaster in Lichterfelde-West z. B. liegt bestimmt schon seit dem ersten Umbau des Bahnhofs um 1890! Später hat man ja oft Schotterbahnsteige gebaut u./o. gnadenlos mit Asphalt gepflastert; heutzutage werden die Bahnsteige i. d. R. mit Betonwerksteinplatten belegt.


    Gruß Reinhold

  • Liebe Forumsleser,


    heute kam Besuch und da fühlte ich mich genötigt, mal grob meine Werke vorzuzeigen, unabhängig von dem vorliegenden modellbauerischen Verständnis. War auch für mich mal eine kleine Stellprobe, da ich etwas Sorge habe, mich an den verschiedenen Baustellen festzufressen, als da sind:
    - die Drehscheibe, sie hat nun noch ein Signalgestell (von der eigenen Werkstatt aus altbrauchbaren Feldbahnschienen zusammengebraten, die Programmierung des Drehscheibenantriebs fehlt aber noch ...),
    - eine Neuerwerbung MTH-Bierwagen, braucht Dingham-Kupplungen und ein bisschen Patina für das sehr plastikglänzende Fahrgestell (Neuland für mich, neue Trittbretter wären auch ganz schön ...),
    - die Bahnmeisterei mit direktem Gleisanschluss zur Drehscheibe mitsamt den zugehörigen Gebäuden ...,
    - Fertigstellung der Geländeecken im 1.BA (gibts tatsächlich!), muss vermutlich noch 'nen Grasmaster engagieren ...
    - usw. usw.


    Naja, mit dem Erreichten bin ich nicht unzufrieden, das war eigentlich das, was ich mir ungefähr vorgestellt habe, und doch wieder ganz anders. Aber die Zeit, die das alles braucht, vermutlich werde ich nie fertig. Der geneigte Betrachter möge sich das Gerümpel drumherum wegdenken.






    Gruß, Reinhold

  • Hallo Leute, das Projekt geht weiter!


    Das französische Intermezzo mit dem Berliet-Rangiertraktor hat mich doch vom Hauptprojekt reichlich abgelenkt, konnte es aber nicht abwürgen. Hier nun eine kleine Zwischennachricht vom "Hosenträger", besser vom Stellwerk Spitzkehre.

    Die Treppe habe ich ja schon beschrieben, da fehlten noch die Geländer:





    und die Eingangstür zum Maschinenraum des Stellwerks:




    Die Maler waren auch schon tätig:




  • Hallo Reinhold,

    das ist Spitze, dass es mit der Kehre weitergeht...

    Das Geländer ist Dir prächtig gelungen und die eindeutschung des Stellwerks durch das „Eintritt verboten“-Schild an der Tür ist perfekt...


    Ich freue mich schon jetzt auf weitere Fotos von Deinen Baufortschritten...

    ...frisch Gesellen seid zur Hand. Von der Stirne heiss, rinnen muss der Schweiß... ;)


    Grüße. Jay, the K.

    The Keithville & Lake Erie RR - Serves the Steel Centers

  • ... und weiter


    hat sich auch beim Weichenantrieb etwas getan. Der Hebelmechanismus mit dem Feather-Motor als Antrieb war mir doch zu sehr Bastellösung "Von hinten durchs Knie ..." und wurde ersetzt durch eine elegantere Lösung mit einem Servomotor, womit das Maschinenhaus dann auch seinen Namen verdient. Die Ansteuerung rsp. der Decoder ist ein Einzelgerät, da alle vier Weichen mit einem Motor gleichzeitig gestellt werden.





    Mit dem Einbau der Weichenlaternen, Anstrich der Schienen und dem Einschottern beginnt demnächst die heiße Phase. Fürchte nur, das wird sich auch noch etwas hinziehen, weil die Ersatz- und Einbauteile für den kleinen Franzosen z. T. schon eingetroffen sind und dann hat der natürlich Vorrang!

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!