Projekt St.Andreasberg

  • Hallo Reinhold,


    Bezüglich des Vorgehens bei den Fenstern habe ich eine Idee:


    Hmmm ... Es könnte gemeint sein, dass du die Ausfräsungen mit Farbe füllen sollst, diese Farbe dann antrocknen lassen und dann das ganze wieder quasi abziehen so dass nur die Farbe in der Vertiefung stehen bleibt, analog wie wenn Du die Fugen einer Backsteinwand färben würdest. Ein „Cluster“ ist im weitesten Sinne eine Ansammlung von irgendwas und bezieht sich mMn auf den Spritzling/Fräsling der die (gesamte) Verglasung enthält.


    Vielleicht hilft das als Interpretationsversuch weiter?


    Viele Grüße,

    Stefan


    Ps: wie lautet denn der ganze französische Satz?

  • Hallo Stefan,


    sehr nett von Dir, mir helfen zu wollen!

    So ungefähr, wie du schreibst, habe ich das auch verstanden, es ergibt für mich jedoch keinen Sinn. Vielleicht hilft der Originaltext weiter:


    9- repérez le positionnement des vitrages. remplissez les gravures de gouache de lacouleur de votre choix.

    laissez sécher quelques minutes, grattez l'excédent avec une chute de la grappe de vitrage, puis nettoyez la surface avec un

    Chiffon doux imbibé d'alcool. collez les à l'intérieur du batiment à l'aide de la colle plastique liquide.

  • Hallo Reinhold,


    habs mal durch einen anderen Übersetzer gejagt:


    9-finden die Positionierung der Verglasungen auf. füllen Sie die Gravüren der Guasch lacouleur Ihrer Wahl.


    lassen einige Minuten trocknen, kratzen Sie den Überschuss mit einem Fall der Verglasungstraube ab, dann reinigen Sie die Oberfläche mit einem


    Der süße mit dem Alkohol durchtränkte Lumpen. kleben Sie innerhalb des Batiment mit Hilfe flüssigen plastischen Klebstoffes.


    Ähhh...???


    Gruss, Dirk

  • hallo Reinhold,

    laut meinem Schulfranzösisch von vor mehr als 40 jahren würde ich so übersetzen :


    überprüfe die positionen der Verglasung. Fülle Temperafarbe deiner Wahl in die Gravuren.

    einige Minuten trocknen lassen. Kratze den Überschuß mit einem übrigen (Abfallteil) Teil der Verglasung weg.

    reinige dann die Oberfläche mit einem weichen in Alkohol getränkten Lappen.

    klebe sie mit Plastikkleber auf die Innenseite des Gebäudes


    nicht perfekt aber hilft vielleicht.

    Grüße aus dem Odenwald


    Andreas :)

  • Hallo Zusammen, Mein Schulfanzösich kombiniert mit Google u.a. ergibt:


    9- repérez le positionnement des vitrages.

    Markieren Sie die Positionierung der Verglasung.


    remplissez les gravures de gouache de lacouleur de votre choix.

    Füllen Sie die [Gouache-] Gravuren mit der Farbe Ihrer Wahl.


    laissez sécher quelques minutes, grattez l'excédent avec une chute de la grappe de vitrage, puis nettoyez la surface avec unChiffon doux imbibé d'alcool.

    Einige Minuten trocknen lassen, den Überschuss mit einem [übrig gebliebenen] Rest der Verglasung abkratzen und die Oberfläche mit einem weichen, in/mit Alkohol getränktem Tuch reinigen.


    collez les à l'intérieur du batiment à l'aide de la colle plastique liquide.

    Kleben Sie sie [die Fenster] an das innere des Gebäudes mit Hilfe von flüssigem Kunststoffkleber.


    Viele Grüße,

    Stefan


    PS: Das mit dem "chute de la grappe" ergibt sich echt nur aus dem Kontext von "[runter/herab-] fallen und Cluster [als Gruppe, Häufung, Ansammlung Verstanden].


    PPS: Vor ein paar Jahren war ich mit meiner damaligen Freundin (Eine halb-Französin) ein Woche ihre Mutter in der Nähe von Lyon besuchen ... mann hab ich mir einen abgebrochen mit meinem Französisch bis gegen Ende der Woche raus kam, dass die Dame auch Deutsch konnte ... und das gar nicht mal so schlecht... aaargllhhhh ...

  • Na prima,


    ich bin so klug als wie zuvor! Aber um konkret zu werden: Es handelt sich ganz offenbar um die rechteckigen Füllungen im unteren Bereich der Eingangstüren, die linienförmig eingraviert sind. Vermutlich ist gemeint, dass diese Flächen zuvor (dunkler) bemalt werden sollen, sodann abgeschabt, damit die Linien optisch übrig bleiben. Nach der Endlackierung der Türen (obenrum folgt irgendwann die Verglasung) zeichnen sich diese Linien (dunkel) ab. Alternativ kann man sie nach dem Lackieren mit einem spitzen Gegenstand nachziehen. Anders kann ich mir das im Moment nicht vorstellen.

    Ob ich die Verglasung aus dem glasklaren Fenstermaterial schneiden soll rsp. kann, muss ich noch prüfen.


    p.s.: Mit französischen Freundinnen (wer hat die in seiner Jugend nicht gehabt?) versteht man sich gemeinhin auch ohne Sprachkenntnisse ...

  • Der Güterschuppen von St.Andreasberg


    Man könnte meinen, die von mir vor über 4 Monaten angekündigte Dynamik des Projektes St.Andreasberg wäre wieder schnell im Sande verlaufen. Ähem, ganz ist dem natürlich nicht so, immerhin habe ich den kleinen Franzosen dazwischen geschoben und das Projekt B4 angefahren! Wieso jetzt ausgerechnet das Bahnhofsgebäude von St.A.? Schuld daran hat Jay mit seinem Harlekinschuppen, der hat mich psychologisch genötigt, so daß es mich juckte zumindest den Schuppen in Angriff zu nehmen. Habe noch nicht genug Baustellen ....


    Also habe ich erstmal recherchiert, was ich am liebsten tue, Fotos von ähnlichen Bauwerken gesammelt, Fachbücher gewälzt, Farben ausgesucht etc. Der Bausatz (ich hatte ihn kurz vorgestellt) ist tatsächlich recht einfach gehalten. So ist z. B. das beim Vorbild recht markante Gebälk des Schuppens nur angedeutet, was mich natürlich herausfordert. Doch zuerst werden die offensichtlichen Mängel beseitigt, wie z. B. die geringen Wandstärken. Vorab habe ich den Schuppen vom Hauptgebäude getrennt und die Sockel abgeschnitten, weil die Bahnsteighöhen meiner Privatbahn vom Bausatz abweichen. Den Sockel wird eine Styrodurplatte bilden, woduch alles auch leichter zu händeln ist. Beim Bausatz werden die 2mm starken Wände mit 1mm starken Fenster- und Türgewänden und -sockeln beklebt; das ist auch OK und vereinfacht den Anstrich. Zur plastischeren Wirkung der Fenster- und Türlaibungen beklebe ich die Innenseiten mit 6mm dicken Depron-Platten, was mit dem Tipp von Jay (zuerst Papier mit Plastikkleber auf die Wände kleben und danach die Schaumkunststoffplatten mit Ponal aufkleben, vielen Dank dafür!) auch gut klappte! Die so erzielten Wandstärken betragen umgerechnet ca. 40cm, was den Vorbildbauwerken mit 45cm bis 50cm schon recht nahe kommt. Aber hier die ersten Fotos:



    Hier haben sie schon ihre Papierlage, die wirklich bombenfest klebt, wie man bei der unteren Wand sieht, der Leim klebte sogar beidseitig (ich hatte dummerweise die Wände mit Büchern beschwert gestapelt). So ist gleich der erste Bauschaden programmiert, aber ich denke, Putzflecken tragen zur Authentizität bei.



    Hier die Papierseite.



    Hier habe ich mal die Masken für Gewände und Sockel aufgelegt, im nächsten Foto sieht man schon den Unterschied, den einigermaßen vorbildgerechte Wandstärken ausmachen.



    Der Effekt wird sich natürlich noch durch die Farbgebung verstärken.


    Fortsetzung folgt!

  • Liebe Kolleginnen und Kollegen,


    heute kamen von Kreativ3.De die Firstziegel mitsamt ein paar Probetütchen, u. A. mit Biberschwänzen. Huch, habe ich gedacht, nun halt mal schön die Luft an, sonst kleben dir gleich die Biberschwänze im Nasenflügel! Im Ernst, die sind noch winziger, als ich dachte und meine tiefe Bewunderung für Jay, der die Dinger einzeln verlegt hat, ist noch einmal sprunghaft gestiegen.

    Diese Mühe brauchte ich mir nicht zu machen, weil die Dachplatten von Maquettiste doch sehr ordentlich gefertigt, gegossen, nehme ich an, sind. Ich habe sie sorgfältig eingeseift und geduscht und dann ohne Grundierung mit der Luftspritze lackiert. Zuerst orange, dann rostbraun, Endfinish nach Fertigstellung, aber das Dach sieht schon jetzt nicht schlecht aus:



    Der Plan ist, Dachschalung, Sparren und Pfetten an die Dachplatten zu kleben und zwar nur dort, wo sie sichtbar sind, und das sind sie wg. des Dachüberstandes sowieso kaum. Das Innere des Schuppens, Halle, wie der Franzose sagt, wird bei mir nicht ausgestattet, man würde es duch die niedrigen Tore ohnehin kaum sehen, wobei das sichtbare Gebälk noch genug Arbeit beschert. Für einigermaßen zügiges Arbeiten werden Skizzen angefertigt. Zuerst der Dachüberstand, bei dem gleich das Lichtraumprofil des Ladegleises überprüft wurde.



    Hier die Sparrenlage und Positionierung der Dachbinder:



    Sodann wurde der Klempner bemüht, weil doch die Rinnenhalter auf die Dachschalung genagelt werden.



    Voila: Die Dachrinnen sowie die an der Dachhaut in jeder zweiten Sparrenachse befestigten Rinnenhalter sowie ein Rinnenhalter als Muster - alles aus 0,1mm Kupferblech. Hier die Dachplatten von oben und ab jetzt galt es für die Zimmerer wg. der Rinnenhalter vorsichtig zu arbeiten. Die Rinnen kommen zum Schluss.



    Nun sind wie gesagt die Zimmerleute dabei, Schritt für Schritt die Dachschalung, die Sparren und die Pfetten anzubauen:




    Die Pfetten erhalten natürlich passende Pfettenköpfe, auch hier im Vergrößerungsmaßstab kurz entworfen.





    Parallel dazu sind die Wände lackiert worden, aber das gibts in der nächsten Folge.

  • Hi Reinhold,

    bereits der Anfang Deines Schuppenbaus macht Lust auf mehr und hat Suchtpotenzial...

    Mir gefallen vor allem Deine Zeichnungen und die Bauausführung ist sowieso erste Sahne.

    Das Ziegeldach sieht richtig gut aus, das würde ich auch sofort verwenden (wobei sich bei meinen Biberschwänzen sehr schnell eine Verlegeroutine eingestellt hat - mit einem spitzen X-acto #11, dann wars einfach die Ziegel aufzunehmen und zu verlegen).


    Beim Lesen Deines Berichtes spüre ich bei mir schon wieder die Vorfreude auf mein nächstes Bauprojekt... ;)


    Vive les halles. Jay, the K.

  • Das Haupttragwerk des Daches!


    Nicht lachen, es wird nur das dargestellt, was man später sieht! Was nicht heißen kann, daß es einen nicht interessiert, wie das Dachtragwerk aussehen müsste! Darüber habe ich mir schon einige Gedanken gemacht und recherchiert. Interessant ist, daß die französichen Gebäude kräftige massive Wände aufweisen und Dächer, die im gesamten Mittelmeerraum seit der Antike bekannt sind: flach geneigte Dachbinder (Hauptgebälk), verhältnismäßig enge Pfettenlage und sehr eng liegende Sparren von geringem Querschnitt. Darauf Dachschalung und Ziegeldächer, ursprünglich Mönch-Nonnendächer (na, wo liegt wohl die Nonne?). Das ist römische Bauart, verbreitet in ganz Europa incl. England und teilweise auch in Deutschland, früher Germanien. Faszinierende Baugeschichte, finde ich!


    OK, das was man sieht. Die Bauteile: Mitte oben: die auskragenden Dachbinder-Obergurte; rechts daneben die (angenommenerweise eingemauerten) Stiele, rechts unten die Streben und links die Bauschablone. Als Baustoff eignet sich natürlich am besten präzise gefrästes amerikanisches Lindenholz, zum Glück noch ausreichend bei mit im Lager.



    Mit Schablone geht der Zusammenbau schnell, allerdings sind viele Hölzer doppelt und dreifach gesägt. Trotz Spur 0 alles recht zierliche Teile (und ich Esel habe noch überlegt, die Bauteile vorbildgerecht zu verzapfen! Dazu hat man denn doch einfach zu dicke Finger!). Die Haupttragwerke sind damit fertig, man muss nur sehen, daß sie schnell genug aus der Schablone herauskommen.



    Wie ich bereits geschrieben habe, wurden die Wände zwischenzeitlich lackiert. Sie bestehen aus 2mm starken gefrästen Polystyrolplatten und einer passgenauen Maskierung für die Toreinfassungen, Sockel, Wandecken etc., gefräst aus ca. 0,8mm PS. Zuerst die Grundierung mit der neuen Vallejo-Grundierung, extra für Airbrush. Ich habe geflucht wie ein Kutscher wg. der ständigen Verstopfungen und erstmal alles auf meine lausigen Lackierkenntnisse geschoben. OK, musst du dir noch mal ein paar Tutorials auf Youtube reinziehen. Und, was sehen meine entzündeten Sehnerven: Grande Merde, (um kein härteres Wort zu benutzen), die neuen Vallejo-Grundierungen kann man für Airbrush vergessen! Zum Pinseln weiter zu empfehlen, für Airbrush gibt es interessante Alternativen! Dafür liefen dann die Wandfarben (sandbeige) und Wandeinfassungen (RAL 9001 cremeweiß - hmm, wie Vanilleeis) wie geschmiert durch die Spritze. Für die ganzen Staubeinschlüsse kann ich nix, ist halt kein Corona-Labor!

    Aber noch eine Erfahrung möchte ich Euch nicht vorenthalten: Zur Darstellung einer realistischen Wandstärke hatte ich wie schon beschrieben 6mm Depron-Platten aufgeklebt, mit Papierzwischenlage, was für einen guten Verbund sorgte. Leider leider bestätigten sich hier meine negativen Erfahrungen beim Gebäudebau, sämtliche Torleibungen waren trotz scharfer Klingen unbrauchbar, weil es überall Ausreißer gab. Ich habe die Leibungen sogar noch lackiert, dabei aber festgestellt, (Schimpfwort s. o.) so geht es nicht. Mist, Schuss in Ofen. Lösung: Alle Torleibungen erhielten angeklebte Plastikstreifen, die als Reste aus dem Bausatz ausreichend vorhanden waren. Die Stürze habe ich mir erstmal geschenkt, aber wenn es mich juckt, kommen die auch noch dran. Beim Hauptgebäude muss ich mir allerdings etwas anderes einfallen lassen! Doch die Depron-Platten werden bei mir bist auf weiteres erstmal nur im Tiefbau verwendet!

    Hier die Parade zum Schlussanstrich; links die "Brandwand" zum Hauptgebäude, zwischenzeitlich für Farbmuster missbraucht.



    Hier sieht man die angeklebten Leibungen, die Tordurchbrüche in den Wänden mussten dafür seitlich etwas verbreitert werden.




    Ich denke mal, die Änderung hat sich optisch gelohnt. Im folgenden die mit den Masken verklebten Wände:



    Hier hat sich sogar schon ein vorwitziger Dachkragarm verirrt, der wird natürlich noch farblich behandelt, wobei ich noch schwanke zwischen Beize und Farbe. Villeicht kann mir da jemand raten!



    Zum Schluss, und welcher Bauherr fiebert nicht darauf hin, die stehenden vier Wände. Achtung! nicht zu früh anfassen! Die Giebelwand (mit Bohrung für die Beleuchtung des Bahnhofschildes) ist als Abstandhalter nur lose eingeklemmt.



    In Planung ist die Rampe! Aber zuerst muss natürlich erstmal das Dach drauf!

  • Hi Reinhold,

    das ist ja mal ein sehr blumiger Baubericht und ist dem Schuppen ebenbürtig.


    Für die Holzteile würde ich Beize verwenden. Ich finde dadurch wird das Holz lebendiger und tiefer. Farbe ist in meinen Augen dagegen oberflächlicher. Ich behandle meine Hölzer allerdings vor dem verleimen farblich, weil sonst meine Kleberflecken durch die Beize sichtbar werden.


    Begeisterte Grüße. Jay, the K.



  • Menschenskinder,


    soviel Lob und Fleißkärtchen habe ich gar nicht verdient, immerhin handelt es sich nur um einen weitgehend vorgefertigten Bausatz! Aber ich freue mich trotzdem, es steckt ja auch eine Menge Arbeit darin. Vielen Dank!

    Die Giebelwand ist auch angebaut und der Mörtel ist hart, die Maler müssen die Gebäudeecken noch etwas retuschieren. Die "etwas nachgiebige" "Brandwand" erhielt noch eine Aussteifung, Tore und Firstpfette sind eingebaut.



    Also wenn die Depron-Platten einen positiven Effekt hatten, dann der, daß die Wände etwas mehr Körper bekamen, was für den Zusammenbau ganz angenehm war. Allein die Haptik im Vergleich zur "Brandwand" ist doch sehr angenehm, da muß ich mir für das Hauptgebäude noch etwas einfallen lassen.


    Während ich noch am Dach herumwerkele, dreht sich mein Projekthirn schon um den Sockel, die Güterrampe. Das Fundament bildet eine 20mm starke PS-Platte, aber wie soll sie gepflastert werden? In meinem Fundus befinden sich noch Reste der Spitzkehren-Bahnsteigkanten, das sind weiße Marmor-Mosaiksteinchen 32mm x 15mm x 8mm, immerhin 80 Stück. Könnte man damit nicht? Kleine Probe:




    Ich denke, das kann man machen! Mit einem Natursteinsockel sollte das ganz passabel aussehen! Nun muß ich "nur noch" 80 Steinchen von Leimresten befreien und zuputzen, was bei anderen die Dachziegel, ist bei mir das Pflaster ... Die große Fläche vor der Giebelwand erhält aber einen anderen Belag! 8o


    Hey, MR is FUN!

  • Zur Halle ...


    ... noch ein kleiner Zwischenbericht. Frage: Was ist das? Natürlich die Rinnenböden der Kupferdachrinnen!



    Hier ist eine Rinne eingebaut, elende Fummelei. Das wird nur besser, wenn man es oft wiederholt! Dummer Nachteil, man möchte das Gebäude immer gerne an der Dachkante anfassen, aber das mögen die Rinnen gar nicht. Andererseits, welche Bahngesellschaft kann sich Kupfer leisten? Jaa, die Schweizer natürlich! OK, sieht schon edel aus, möchte man am liebsten auch nicht lackieren!




    Die Dachflächen wurden zwischenzeitlich mit allerlei Hilfsknaggen an den Wänden angeklebt und die fehlende "Dachkonstruktion", d. h., das, was außen vorschaut, angeleimt. Leider leider ist das, was am meisten Arbeit gemacht hat, später kaum zu sehen!




    Und wenn das Produkt dann vor einem steht, ist es manchmal recht unprosaisch!



    Das liegt natürlich nur am fehlenden Umfeld! Aber keine Sorge, die Arbeiten an der Rampe gehen auch weiter. Das Bild zeigt natürlich nicht den Thron des Potifa, sondern den Treppenabgang von der Rampe zum Gleis von unten/ innen.



    Von außen sieht das so aus:



    Damit bin ich angefangen. Geklebt wird mit einem Kraftkleber von Ponal. Und: Ca. 80% der Würfelzuckersteine habe ich mittlerweile beschliffen und zugerichtet!

  • Hallo Reinhold,


    von der Herangehensweise und deiner Modellbaukunst bin ich beeindruckt und kann nur sagen: Chapeau - und weiter so! Auch die Wahl und Verwendung von Kupferfolie zur Anfertigung der Dachrinnen ist richtig und habe damit auch sehr gute Erfahrungen gemacht. Für Dachrinnen und Fallrohre verwende ich 0,1 mm Kupferfolie walzweich und erlaube mir davon ein paar Fotos zu zeigen.


    Anfertigung Einzelteile Dachrinne

    Blogger%2BKaiserweg%2BPICT0007.jpg


    Blogger%2BKaiserweg%2BPICT0001.jpg


    Zusammengelötet und mit Zinkspray grundiert

    Blogger%2BKaiserweg%2BPICT0069.jpg

    Ebenfalls aus Kupferfolie das Fallrohr, das gerollt und am Stoß verlötet wurde (Fittinglot).


    PICT1107.JPG


    Beispiel Nebengebäude

    Aborts%2B2014%2BFM%2BPICT4012.jpg


    Aborts%2B2014%2BFM%2BPICT3903.jpg


    Die Fotos zeigen farblich behandelten Dachrinnen an den Nebengebäuden (Abort). Alle gezeigten Modelle habe ich im Maßstab 1:22,5 gebaut.


    Wünsche dir weiterhin gutes Gelingen und viel Spaß beim Modellbauen.

  • Liebe Leserinnen und Leser,


    herzlichen Dank für den allgemeinen Zuspruch, sowas "schmeißt einen immer kräftig nach vorne"!


    Hi Howi,

    Deine Dachrinnen sind ja nochmal eine Klasse besser als meine, besonders beneide ich Dich um die Randbördelung! Vielleicht verrätst Du uns einmal das Geheimnis der Herstellung, ich werde versuchen, das im Maßstab 1:45 nachzubauen. Und wie schneidest Du die Rinnen und Fallrohre auf Gehrung? Mit Schere? Oder Flex? Sägen kann ich mir jetzt gerade nicht vorstellen!


    Hi Jay,

    mein Projekt St.Andreasberg umfasst ja auch die St.Andreasberger Marmorwerke mitsamt der zugehörigen Werksbahn STAMAG, da fällt Marmor als Baustoff sozusagen automatisch an. Aus dem Grund wird zur Einschotterung der Gleise auch weißer Marmorbruch verwendet. Mir ist bei meinen Recherchen auch aufgefallen, daß für viele Zwecke, z. B. für Laderampen, aber auch für die Berliner Trottoirs, große Natursteinblöcke verwendet werden, und da habe ich mich gefragt, warum kein Marmor? Alternativ hatte ich etwas in Betonoptik vor, mit einer alten Eisenbahnschiene als Kantenschutz, aber mit Marmor ist das doch viel stilvoller und auch stimmiger, finde ich. Mal sehen, wie es wirkt, wenn es fertig ist.

    Die Lampe habe ich als China-Sixpack zu 12 Euronen bei Ebay geschossen, ist aber schon ein paar Tage her. Ich habe sie aber in ähnlicher Art bereits selbst gebaut. Das Problem ist die Krümmung des Rohrs, aber 45 Grad kriegt man hin, ohne daß das Röhrchen einknickt! Das Schild kommt aus dem Tintenstrahler, beidseitig kaschiert mit glasklarem Tesafilm und aufgeklebt mit Teppich-Klebeband.

  • Hallo Reinhold,


    die Herstellung verrate ich gerne und ist auch kein großes Hexenwerk, einzig man sollte etwas Geduld aufbringen und eine ruhige Hand haben. Zuerst schneide ich mir die Kupferfolie auf entsprechende Längen und nehme dann einen 1 mm starken Federdraht, um die Bördelung zu machen. Dazu ist ein wenig Kraft in der Hand von Nöten, aber nach einiger Übung geht das dann ganz gut von der Hand. Danach wurden die Rinnen über einem 6 mm Rundstab (Buche) in Form gebracht. Die Fallrohre sind eigentlich sehr einfach herzustellen und nehme zum Rollen ein Messingrohr, je nach notwendigem Durchmesser der Rohre.


    Tabelle%2BFallrohre%2B2.jpg


    Blogger%2BKaiserweg%2BPICT0039.jpg


    Im Beitrag #95 zeigt das zweite Foto ganz gut, wie ich mithilfe einer Lehre Dachrinnen auf Gehrung bringe. Dazu habe ich in die Bördelung einen 1 mm starken Kupferdraht genommen, die Dachrinne auf einen Halbrundstab gelegt und mit einer dünnen Trennscheibe das Ganze sehr langsam mit hoher Drehzahl durchtrennt. Ein Bohrständer mit eingespannter Bohrmaschine (Proxxon), auf die ich ein Winkelstück mit Trennscheibe einspannte, hat mir dabei sehr geholfen und gewährleistet einen kerzengeraden und sauberen Schnitt. Versuche mit einem Kappgerät (Proxxon) waren leider gescheitert.



    Etüde in Alufolie

    Rinne+PICT0460.jpg


    Noch ein paar Beispiele


    Edited once, last by Mattiacus ().

  • Danke für Deine Antwort Reinhold, dann werde ich mal auf die Suche nach den Lampen machen. Ich muss bei meinem EG auch das Schild beleuchten.


    Über Deine Fortschritte freue ich mich immer besonders, denn ich finde den Gleisplan und Dein Anlagenthema einfach genial. Es erinnert mich ein wenig an Pit-Pegs Ebeneck/Steige, dessen Idee ebenfalls zu meinen Allzeit-Favoriten zählt.


    Deine Marmorschotterung ist zwar ungewöhnlich, sieht aber echt stark aus. Im übrigen habe ich die Gleise meines Kehrbahnhofs auch alternativ gebettet und die Gleise in schwarze Schlacke gelegt.


    Viele Grüße. Jay, the K.

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