Gleiswendel und Abstellgruppe

  • Hallo liebe Spur Null Gemeinde,


    ich plane einer Kelleranlage. Der eigentliche Keller ist 7.00 x 2,90 m lang und ich möchte auf zwei Ebenen, ca. 130 und 70 cm, eine U-Anlage bauen. Thematisch Epoche 3, mehr Güterverkehr, Züge mit ca. 8 Wagern und Personenverkehr, evtl. ein kurzer Eilzug. Gleislänge ca. 180 cm + Lok = 220 - 230 cm.
    An den Keller schließt sich ein zweiter, fünfeckiger Keller an. Die Zufahrt erfolgt durch die gestichelte Linie. In ihm hoffe ich eine Gleiswendel für die beiden Ebenen und für jede Ebene eine Abstellgruppe als Kopfbahnhof, vermutlich in das Lenzsche Drehgleis mündend. Die Wendel soll auch jeweils eine Kehrschleifenausfahrt haben so das zwischen den beiden Ebenen auch Fahrten ohne Kopfmachen möglich sind.
    Die beiden Kreise sind Lenz R1 und R2 einfach mal als Platzhalter. Außerdem ist zu berücksichtigne, dass ich auch in 10 Jahren noch an alle Ecken kommen kann ;-). Beim Tag der offenen Tür von Lenz war ich überrascht, wie gut die Loks Steigungen meistern.
    Wer hätte eine Idee? Gerne kann ich auch die AnyRail Datei schicken.
    Viele Grüße aus Hessen
    Uli

  • Hallo Uli,


    ich denke, mit dieser Wendel wirst Du nicht glücklich. Der Durchmesser bei R1 ist rund drei Meter. Du brauchst einen Abstand der Ebenen von rund 15 cm, mit einigermaßen stabilen Fahrbahnen und einer Eingriffmöglichkeit. Das bedeutet, die Steigung ist 5% (15 : 300 x 100). Das schaffen vielleicht die Loks, aber ohne Anhängelast. Neben der starken Steigung ist der enge Radius ein Problem. Ich denke, in einer Wendel solltest Du nicht mehr als 2,5% Steigung haben.


    Gruß


    Christoph

  • Hallo Christoph


    habe ich jetzt einen Denkfehler ?


    R 1 ist doch ca. 92 cm


    und das hier die Berechnungsgrundlage


    Umfang gleich U=2·π·r, wobei π (sprich: Pi) die Kreiszahl (ungefähr 3,14) ist.


    2 x 3,14 x 0,92 Meter ergibt ca. 6,78 Meter gewünschte Höhe 15 cm geteilt durch 6,78 ergibt knapp 2,6%


    Bitte korrigieren wenn ich falsch liegen sollte


    .

  • Hallo Uli, kannst du evtl. den ganzen Raum nutzen? Bei deinen jetzigen Bedingungen wirst du nicht viel Freude an der Wendel haben. Der R1 ist einfach zu eng. Meine Wendel ist eigentlich ein Oval und hat pro Runde 7 m. In den Kurven liegt R2. Bei deinem Bhf. solltest du bedenken, das eine 50er mit 8 Güterwagen auf eine länge von 2,40 kommt. Wenn du jetzt einen kleinen Dreigleisigen Endbahnhof planst, würde dieser schon eine Länge von 5.50 haben. Das solltest du bei deiner Planung berücksichtigen.


    Gruß Micha :)

  • Hallo Uli,
    ich würdem dir dringend empfehlen, dir bei deinem Vorhaben eine kleine Teststrecke mit verschiedenen Radien und Steigungen zum Test aufzubauen und deine eigenen Erfahrungen anhand dessen was du an Zuglängen und Fahrzeugen planst auszuprobieren. Ganz einfach aus dem Grund, dass Fahrzeuge mit verschieden langem Radstand mehr oder weniger im Gleisbogen klemmen. Ich würde auch den R1 wenn irgend möglich nicht einbauen, da wirklich viel zu eng, gerade in einer Wendel. Dann wären noch sehr unterschiedliche Fahrzeuggewichte bei den Wagen mit mehr oder minder leichten Rolleigenachften vorhanden.


    Auch ich habe, zwar keine Wendel aber immerhin Radius R2, verlegt und mit diesen Vorabtests sehr hilfreiche Erfahrungen machen können. Ich weis also vorher was welche Lok in der Steigung und im Radius zu ziehen vermag.


    Viel Erfolg und Grüsse,
    Dirk

  • Hallo Uli,


    muß die Wendel 2-gleisig sein ? Wenn nicht, dann sparst du dir schon mal den engeren inneren Radius. Eine Wendel muß nicht kreisrund sein, das
    Ei des Kolumbus war auch oval, in deinem Fall lieber längere Strecke; ergibt weniger Steigung.
    Eine Kehrschleife ist im Prinzip eine verdrehte 8 und braucht als Minimum 4 x Radius Platz in der Diagonalen.



    Viele Grüße


    Michael

  • Hallo,
    Zuerst einmal vielen Dank für die schnellen, informativen Beiträge. Die Wendel soll nur eingleisig sein. Ich habe beide Radien in den Plan gestellt um sie zu vergleichen. Tendenziell bin ich bei R2.


    Ich könnte theoretisch den ganzen Raum nutzen. Allerdings wäre ein kleine Bastelecke auch nicht schlecht

  • Hallo Uli,


    ich möchte dir einen Vorschalg machen, der nur ein paar Deiner Vorgaben erfüllt - betrieblich und von der Konstruktion her aber einfacher ist - denke ich.


    Vorab - ich habe mich mit dem Thema schon länger befasst, da ich auch zwei Ebenen habe - und keinen Platz für einen Wendel.
    Aktuell behelfe ich mit mit einem Brett, das ich auf Regalwinkeln händisch von unten nach oben umsetze - und umgekehrt.


    Zu Deinem "Wendelraum" - um den beneide ich Dich - also hab ich mich mal ausgetobt



    Grundsätzliches vorweg - es gibt keinen Wendel und keine Kehrschleife - aber:


    1) einen Schattenbahnhof (SBF)
    2) eine Verbindung der Ebenen mittels eines Lifts
    3) eine mögliche gestalterische Ausarbeitung und Erweiterung (blau)


    Es könnte auf beiden Ebenen so aussehen - alles gut zugänglich - "An der Wand entlang"


    1)
    Der Schattenbahnhof
    - den erreichst Du mit seinen drei Gleisen über Gleis 2 - hier kannst Du Züge vorübergehend abstellen.


    2)
    Über Gleis 1 fährst Du am Abstellbahnhof vorbei auf den Lift (Grün)
    Der besteht aus einem elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch (die tragen 50-130kg - Kosten ca. 500€ - Stellhöhe ca 50cm
    (die Fehlenden cm kannst Du ggf mit einer moderaten Steigung auf Gleis 1 hinbekommen (obere Ebene Gleis 1 fällt - untere Ebene Gleis 1 steigt).
    Für eine größere Nutzlänge und weniger Gleisübergänge die Gleise auf dem dunkelgrünen Teil ebenfalls auf der Kiste Platzieren, die auf den Schreibtisch befestigt ist.


    3)
    Jetzt zum betrieblichen und zur Frage der Kehrschleife:


    Der von mir skizzierte Plan, incl. der blauen Erweiterung ist quasi die Rangiergruppe der Nebenbahn auf der Oberen Ebenen - die Loks holen sich ihre Übergabe vom nahen Bahnhof (Lift) und bringen die Wagen zur Rangiergruppe - dort werden sie den Anforderungen auf Deiner restlichen Anlage entsprechend sortiert und aufgeteilt.
    Die Gleise 21-23 sind die Rangiergleise, Gleis 24 das Lokwartegleis - ggf mit Lokschuppen, wenn man diesen Teil mit ausgestalten will (was ich auf der oberen Ebene tun würde)
    Danach geht die Übergabe oder Rangierfahrt in die restliche Anlage.


    Kommt von dort eine Übergabe zurück werden die Wagen wiederum sortiert - abgehende Wagen zu sammengefasst - leere Wagen abgestellt - Schadwagen aussortiert.
    Die Abgehenden Wagen werden dann von der Rangierlok wieder auf den Lift gedrückt.



    Auf der unteren Ebene:
    Hier könnte man noch ein oder zwei Gleise dazuquetschen - die Zugloks werden natürlich am Ende gefangen, oder über eine Segmentdrehscheibe umgesetzt - aber die frisst Platz
    Alternativ Lokabstellgleise - und die Züge dann neu bespannen - wir Modellbahner haben eh zu viele Loks ;)


    Auf der unteren Ebene könnte auch eine Kehrschleife eingebaut werden - das müsste ich nochmal skizzieren.


    Ich hoffe das Konzept und die Idee dahinter sind deutlich geworden - ich denke der Aufand ist geringer und die Zugänglichkeit besser und Du kommst ohne Steigungen aus.
    Wenn Dir das Prinzip zusagt, kann man das ja noch im Detail austüfteln - das ist jetzt nur mal ne grobe Skizze


    Gruß
    Matthias

  • Guten Abend Matthias,



    eine sehr geniale Idee. Perfekte Raumausnutzung und der Rest mit Mimik usw, lässt sich auch umsetzen.



    Nach dem Motto, immer an der Wand entlang. :thumbup:

  • Der Lift war, ähnlich Miniatur-Wunderland in HH, auch meine erste Idee.
    Ich bin eher der Betriebsbahner und daher schwebt mir folgendes Konzept vor. Die Anlage spielt in einer Region mit viel Gewerbe und Industrie, angelehnt an das äußere Ruhrgebiet.


    Ebene 70:
    A ist ein kleiner Endbahnhof mit städtischem Flair und Anschluß an den kleinen Binnenhafen. Die Länge des Bahnhofs ist auf 500 cm begrenzt, da ich mich nicht unter 100 cm bücken möchte um durch die Tür in die Raummitte zu kommen. Während die Streckie von A in Richtung Wendel leicht ansteigt, lässt sich gegenüber des Bahnhofs A auf Ebene 65-70 ein Hafenausschnitt darstellen.
    Die Strecke mündet in die Wendel 70/120 in die Ebene 130 cm.
    Ebene 130
    Dort unterquert die Strecke von A kommend den Bahnhof C um im Bereich von Bahnhof B sichtbar zu werden. Bahnhof B liegt in einem Taleinschnitt ist eher ein Haltepunkt, nur ein Bahnsteiggleis und ein paar Rangiergleise. Mir schwebt hier eine Ölmühle oder eine Kalkbrennerei vor. Danach verschwindet die Strecke wieder um im Wendelraum in der Kehrschleife 180 Grad im Bahnhof C zu münden.
    Bahnhof C ist ein Abzweigbahnhof an einer elektrifizierten eingleisigen Strecke von Schattenbahnhof S140 über C zum Schattenbahnhof S110, müsste eigenlich 125 heißen, denn er ist auf Höhe 125 cm. Die Strecke überquert den Bahnhof B in einer Kombination aus Brücke und Viadukt.
    Das sieht betrieblich sehr anspruchsvoll aus, ist aber handelbar. Auf der E-Strecke verkehren 1-2 Wendezüge im Automatikbetrieb. Der P-Verkehr von und nach A wird durch einen Triebwagen, kurzen Wendezug von A nach C im Wechsel mit einem normalen P-Zug von A über C nach S140 abgewickelt.
    Der Güterverkehr spielt sich hauptsächlich auf der Relation S140 - A ab. In einer Betriebspause werden in S140 2-3 Güterzüge vorbereitet, die dann peu a´peu abgerufen werden können.
    Da es im Hintergrund automaitsch rollt, kann ich mich dann je nach Lust und Laune mal da und dort als Rangierer betätigen.
    S140 Schattenbahnhof 140 cm
    S110 Schattenbahnhof 110 (tatsächliche Höhe 125 cm)


    K180 Kehre um 180 Grad von 125 auf 110 cm
    Wendel 70/120 Gleiswendel zwischen den beiden Ebenen
    A Städtischer Endbahnhof einer Nebenstrecke
    B Haltepunkt mit Industrieanschluß
    C Trennungsbahnhof

  • Hallo Johann,
    deine Anlage finde ich als Betriebsbahner auch sehr gelungen und ich habe verfolgt, wie Du den Lift umgesetzt hast. Letztendlich habe ich mich gegen den Lift entschieden, weil ich keinen zusätzlichen Spitzkehren Bahnhof wollte und hin und wieder die Züge einfach mal im Kreis fahren lassen möchte. Dazu brauche ich Kehrschleifen und die benötigen genauso viel Grundfläche wie eine Wendel.
    Viele Grüße
    Uli

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