Signale der Lokomotiven

  • Moin ihr Lieben,


    jetzt, wo ich mich für Digital entschieden habe kann ich nach Lust und Laune pfiffeln und bimmeln. Aber, Spass bei Seite, zu welchem Anlass/Ereignis wird die Pfeife einer Lokomotive wie benutzt?


    Besitzt jemand eine kleine Tabelle der akustischen Signale, die Lokomotiven geben?


    Hoffe auf positive Nachricht und grüße aus dem Hohen Norden


    Hannah

  • Moin Hannah,


    es gibt/gab bei der Bahn sog. Läute- und Pfeiftafeln, die dem Lokführer signalisierten, wann er was zu tun hatte. Üblicherweise stehen / standen diese z.B. vor unbeschrankten Bahnübergängen. Ich meine mich zu erinnern, das auch vor Tunneln früher ein kurzer Pfiff üblich war. Ebenso glaube ich, dass der Lokführer einen Fahrauftrag (beim Rangiergeschäft ?) mit einem kurzen Pfiff quittiert hatte. Aber da bewege ich mich jetzt auch auf dünnem Eis.


    Gruß, Ian

  • Hallo Hannah
    Da musst Du schon etwas unterscheiden zwischen damals und heute:
    Ian hat schon recht - ich möchte das noch etwas ergänzen:
    Das Läutewerk wurde m. W. schon recht früh (Ende der 60er, glaube ich) abgeschafft - ab da wurde nur noch eine Pfeiftafel aufgestellt.
    Bei Privatbahnen oder in lang bestehenden Anschlüssen können allerdings immer noch L/P - Sinaltafeln stehen!
    Das Pfeifsignal kurz vor Einfahrt in einen Tunnel wurde etwa Mitte / Ende der 80er abgeschafft.
    Zum Warnen allgemein - damals wie heute - immer.
    Bein Rangieren pfeift in der Regel der Rangierleiter - manchmal - je nach Bahnhof - quittiert der Tf das mit einem kurzen Achtungspfiiff.
    Wen ein Zug nachgeschoben wird; das muss früher - nach Autor G. Moll - ein ziemliches Pfeifkonzert gewesen sein.(Heute nur mit Funk)
    Und - selten (z.B. bei der "Natobahn" Minden - Nienburg) steht - zumindest bis vor kurzem -in der Streckenliste sinngemäß: Der Tf hat mit Signal Zp12 (?) dem Fdl zu melden, das der Zug grenzzeichenfrei steht.
    (Wenn das jemand genau wissen möchte, schlage ich das gerne noch einmal nach)
    Viele Grüße
    Thomas / Bwloehne1

    Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.(Ringelnatz) :thumbup:

  • Hallo Hannah,


    zu Zeiten der Dampftraktion verständigten sich die Lokpersonale bei Vorspann-
    oder auch Schiebediensten mittels Pfiffen. Auch bei eingeleisigen Nebenbahnen
    wurden Zugkreuzungen ebenfalls mittels dieser "Art von Kommunikation" abge-
    wickelt; der ankommende Zug hielt an der Trapeztafel vor der Haltestelle und
    gab einen Achtungspfiff ab. Der sich bereits in der Haltestelle befindliche
    Gegenzug gab dann -wenn er das Gleis frei gemacht hatte- mittels dreier Pfiffe
    (langer-kurzer-langer Ton) das Signal zur Einfahrtfreigabe, das wiederum
    quittierte der wartende Zug mit einem Pfiff und fuhr in die Station ein.


    Grüße in den Norden
    Arnold

    Edited once, last by 98 1125: Berichtigung ().

  • Hallo Hannah,


    ich habe in meinem Bücherregal nachgesucht und bin fündig geworden.
    Im MIBA REPORT 18 "Signale Teil 2......" von Stefan Carstens werden die
    Pfeifsignale auf den Seiten 84 und 156 eingehend beschrieben.
    Bei Interesse Deinerseits PN an mich und ich werde Dir davon Kopien
    fertigen und schicken.


    Herzliche Grüße aus Franken
    Arnold

  • Hallo Bahnfans, ich hab auch noch was gefunden. (Transpress Eisenbahnlexikon) Achtungssignal (Zp1) Signal des Tfz. Führers , um Aufmerksamkeit zu erregen, oder Wahrnehmung von Signalaufträgen zu bestätigen. A ist zu geben vor dem Ingangsetzen von Fahrzeugen und Zügen, zur Warnung von Personen, bei nicht geschlossenen Schranken, bei Annäherung an Streckenarbeitern, an durch Pfeiftafeln gekennzeichneten Stellen. Bei Bedarf ist A zu wiederholen. Bei unsichtigem Wetter an Wegübergängen ist A wiederholt zu geben. Signalmittel ist Pfeife des Tfz. oder eine entsprechende andere Einrichtung.


    Gruß Micha :)

  • Hallo
    Die Fahrdienstvorschrift und das Signalbuch wurden bei der Einführung der Vorschrift mehrmals geändert.In meiner 45 Jahren Dienstzeit,waren es wohl mehr als 10 Änderungen,und jedesmal wurde man auf die Änderungen geprüft.Man muß auch die Unterschiede der Signale kennen,es gibt optische Signale wie die Stirnbeleuchtung an Lokomotiven ,oder das Schlußsignal.Das akustische Signal -Pfeifeinrichtung-Läutewerke in verschiedenen Ausführungen.Die festen Signal wie das Durchläuten usw,beim aufstellen solcher Signale
    im Modell muß man die Epoche beachten.
    Gruß Dietmar

  • Hallo Micha
    Das Video könnte man auch als Lehrfilm zur Lokführerausbildung verwenden,die Lokführer verstehen ihr Handwerk.Wenn man andere Videos sieht da sind keine Lokführer am Werk ,sondern Kutscher.
    Gruß Dietmar

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