Rollos Fahrzeugbasteleien

  • Hallo,


    bei der letzten Bestandsaufnahme meiner nicht in der Vitrine stehender 0-Fahrzeuge fielen mir einige stark beschätigte Wagen, einige Bausätze und viele Kleinteile in die Hände. Ich war erstaunt, was sich da alles so angesammelt hat.
    Da ich gern an Fahrzeugen bastle, habe ich mir als erste einen einfachen Umbau vorgenommen.
    Irgenwann konnte ich mal ein 0-Scale Fahrgestell eines Güterwagens erwerben. Dieses wollte ich eigentlich für die Ertüchtigung eines Pola-Wagens der Bauart "Breslau" verwenden. Habe aber nicht aufgepasst, das Fahrgestell hat Stangenpuffer.
    Der Zufall wollte es, dass in meiner wieder aufgefundenen Kiste defekter Wagen auch ein Weinfasswagen lag. Dieser Privatwagen kann eigentlich auch mit Stangenpuffern fahren.
    Erst einmal prüfen, wie alles passt.


    Fazit: der Weinfasswagen ist zu lang für das Fahrgestell. Da aber genügend Platz zwischen dem hinteren Fass und dem Gerätekasten ist, wird der Aufbau des Wagens dort gekürzt. Dazu werden das hintere Fass und die seitlichen Schilder demontiert.

    Abgeschnitten wurden 2 1/2 Bretter, dann passt der Aufbau auf das Fahrgestell. Der Gerätekasten aus irgend einem elastischen Kunststoff wurde dann wieder angeschraubt, kleben war ohne richtigem Erfolg.


    Fortsetzung folgt gleich.

  • Fortsetzung


    Das hintere Fass habe ich etwas nach vorn verschoben, als Abstandsmaß diente mir die Bühne zwischen den Fässern, welche beim alten Wagen recht freizügig eingefügt war - dachte ich. Jetzt passte die Bühne genau zwischen die Fässer, aber die Leitern zwängten an den Fässern und verbogen mir die Grundplatte.

    Mir blieb also nichts anderes übrig, als die Leitern zu verschieben. Da ich diese aber nicht abtrennen und neu anlöten wollte, habe ich die Bühne in der Mitte zerschnitten und 1,5mm heraus gefeilt. Danach wurden mittels zwei kleiner untergelöteter Messingprofile die Bühne wieder zusammen gefügt. Das erschien mir als die stabilere Variante.


    Dann wurde das zerfallene Bremserhaus zusammen geklebt. Obwohl es auch Kunststoff ist, versagte der Plastkleber. Mit Sekundenkleber hat´s dann gehalten.

    Mal zur Probe auf das Fahrgestell gestellt.


    Fortsetzung demnächst.
    Gruß
    Roland


    Tipps sind immer willkommen. :P

  • Hallo,


    mühsam geht es weiter, auch mal mit Rückschlägen. Das aus Rundmaterial bestehende Bremserbühnengeländer passte nun überhaupt nicht zum Fahrgestell. Es musste ein Bühnengeländer der Verbandsbauart her. Als Muster dafür diente mir ein Kesselwagen von Arnold. Beim Großen "C" habe ich mir dafür Messingprofile in L-Form 2x2 mm geholt. Die wollte ich entsprechend dem Vorbild biegen, nur die Profile wollten nicht so richtig. Also zersägt und wieder zusammen gelötet. Dann angesehen, nee so geht es nicht, die Materialstärke gefiel mir nicht. Also beiseite gelegt und mir neu L-Profile aus 0,2mm Neusilberblech gekantet. Diese ließen sich dann auch in die gewnschte Form bringen und ergeben so ein sehr stabiles Bühnengeländer passend zum Fahrgestell.

    Vorerst ist es nur mit Sekundenkleber an der Pufferbohle befestigt, die Bohrungen für die noch einsteckenden Befestigungsbolzen sind aber bereits vorhanden. Oben kommen noch Owala-Halter dran, muss mir aber erst einmal Vierkantprofil beschaffen.


    Gruß
    Roland

  • Hallo,


    damit die Trittbretter der Bremserbühne im Fahrzeugprofil bleiben, muss nun ersteinmal der Bretterbelag im Bereich der Bremserbühne mit der Laubsäge bis zum Rahmen zurück geschnitten werden.

    Danach ist das Geländer hinter dem Bremserhaus wieder aus dem selbst gefertigten Winkelprofilen und Draht anzufertigen. Es erhält im unteren Bereich wieder Bohrungen, durch welche nach dem Aushärten des Klebers kleine Stifte aus Draht zur zusätzlichen Stabilisierung eingesetzt werden.


    Das Bremserhäuschen wird auch noch etwas aufgewertet, indem Türklinken und Griffe aus Kupferdraht neu angebracht werden.


    Die Trittbretter stammen aus der Restekiste von einem Personenwagenbausatz. Die Befestigungsstifte werden mittels Trennscheibe oberhalb des oberen Trittbrettes flach geschliffen und erhalten Bohrungen für die später einzusetzenden Befestigungsstifte. Jetzt sind sie erst einmal mit Sekundenkleber befestigt.


    Bevor ich die letzten Arbeiten am Wagen ausführe und ihn lackiere, können Güterwagenfachleute noch Tipps geben, was an dem Wagen noch anzubringen wäre.
    Bremsschläuche, Owalahalter und ein Haltegriff im Bereich des hinteren Aufstieges kommen noch dran.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo Roland,
    zunächst vielen Dank für den Einblick in deine Wagenwerkstatt.
    Zum Thema "noch Tipps geben" - gerne, aber ich hoffe jetzt nur, keine offenen Türen einzurennen!
    Solche Spezial-Güterwagen wurden (und werden) immer als "Privat-Güterwagen" bei den Bahnen eingestellt, hatten (bzw. haben) daher auch entsprechende Kennzeichnungen an den Wagen, d.h. hinter der Wagen-Nr. ein grosses P sowie Angaben zum Eigentümer (Einsteller) und zum Heimatbahnhof.
    Ich habe zwischen 1982 und 1985 in der BD Karlsruhe u.a. den Bereich 'Privat-Güterwagen' betreut und irgendwann mal Kopien einiger zeitgeschichtlich interessanter Korrespondenzen angefertigt, bevor diese Schriftstücke zum 'Altpapier' genommen wurden, weil die offiziellen Aufbewahrungsfristen schon um Jahrzehnte überschritten waren ... vielleicht sind die beiden Kopien eine Anregung zur Gestaltung deines Wein-Wagens.
    Beste Grüsse
    Dieter








  • Hallo,


    erst einmal vielen Dank an Dieter für die interessanten Dokumente. Denen entnehme ich, dass dieser Weinhändler seine Wagen vor Luftangriffen während des II.WK in der Schweiz in Sicherheit brachte.
    Die eine Notiz von 1933 weist darauf hin, dass es wohl auch damals Lieferschwierigkeiten von Bahnteilen gab. Auch mein Winzerverein muss mit den Stangenpuffern am Wagen weiter leben. ;)


    Zurück ins RAW.
    Der Wagen hat nun noch die Owala-Halter und einen Griff für den hinteren Rangiertritt bekommen. Die Owalahalter sind aus 2 Winkelprofilen 2x2mm zusammengeklebt, was mit Kunststffkleber nicht ging, es musste wieder Sekundenkleber verwendet werden.


    Danach ging der Wagen in die Lackiererei. Da der Winzerverein Traben besonderen Wert darauf legte, dass der Wagen auch im Zugverband auffällt, mussten diverse Metallbeschläge an den Bauteilen farbig abgesetzt werden. Die Holzbeläge sollten einen hellen Anstrich bekommen, um so für die Kunden immer einen sauberen Wagen vorzeigen zu können.



    Nach der Lackierung erfolgte die TAB-Abnahme durch die Deutsche Reichsbahn. Es lief fast ales glatt, der Wagen wurde zwar zugelassen, es gab aber noch eine Auflage, es müssen Zettelkästen angebracht werden, Kreideanschriften für das Fahrziel wurden von diesen "Bürokraten" nicht mehr akzeptiert. X(
    Also, erst einmal einen Lieferanten für solche Zettelkästen suchen.


    Damit ist die Aufarbeitung dieses Wagens abgeschlossen. Dieser Fred wird aber fortgesetzt, siehe nächster Beitrag.


    Gruß
    Roland

  • Hallo,


    durch den Reichsbahnrat Schmidt erfolgte eine RAW-Begehung, um weitere Fahrzeuge für die noch zu errichtende Nebenbahn auszusuchen. Es wird neben der Weinabfuhr des Winzervereines Traben mit verstärkter Holzabfuhr gerechnet. Dazu sind entsprechende Wagen erforderlich, welche sich als Schadwagen auch im RAW auffinden ließen. So wurden für den Neuaufbau zwei Drehschemelwagen und ein O-Wagen gefunden. Und damit auf der teilweisen steigungsreichen Strecke auch eine kräftige Zuglokomotive zur Verfügung steht, wurde noch eine alte unvollständige BR 55 herausgesucht, welche im Zuge der DRG-Umbaumaßnahme zu einer BR 56.20 umzubauen ist. Damit wäre sie dann für die Nebenbahn verwendbar.
    Die nötigen Aufträge werden in den nächsten Tagen ausgelöst.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo,


    als Reichsbahnrat Schmidt auf seine Dienststelle zurück kommt, findet er auf seinem Schreibtisch eine Pedition der Anwohner der geplanten Bahn. Sie fordern, dass neben den Gütern auch Personen befördert werden sollen. Als sparsamer Bahnbeamter denkt er sofort an einen GmP. Also wird ein Personenwagen möglichst mit Gasbeleuchtung benötigt, der einfach am Schluß der Güterzüge mit eingestellt werden kann.
    Eine Rückfrage beim zuständigen RAW ergab, da ist gerade ein BCi Pr986 von Lehrlingen aufgearbeitet worden, den kann er sich mal ansehen.
    Reichsbahnrat Schmidt trifft dann im RAW den Lehrausbilder Zutschke. Zutschke führt ihn zu einem der hinteren Gleise im RAW, wo der aufgearbeitete BCi Pr86 neben einem noch aufzuarbeitenden Ci Pr86 steht.

    Deutlich kann man hier die Unterschiede schon erkennen.
    Zutschke erläutert nun, was es alles zu ändern gab. Als erstes wurden vom Fahrgestell der ober Flansch des Langträgers und am Wagenkasten die markierten Bereiche der Plattformen bis zu den Bühnenstirnwänden zurück geschnitten.

    Am Steg der Langträger wurde alle Erhebungen abgeschliffen und ein Polystyrolstreifen von 0,5 Dicke aufgeklebt.
    Danach wurden die Federschaken mit dem Skalpell vorsichtig entfernt und zur Wiederverwendung aufbewahrt. Die alten Blattfedern wurden abgefäst. Die Achslager wurden passend für die Messingbuchsen der neuen Radsätze aufgebohrt. Nach dem Einsetzen der Radsätze erfolgt die Anfertigung und der Einbau der neuen 42 mm langen Blattfedern aus Messingstreifen und der Federschaken.

    Nach Aufsetzen des Wagenkastens wurden die 4 Wagenkastenabstützungen aus Polystyrol 1mm Dicke angefertigt und am Langträger angeklebt.

    Der nächste Schritt war die Vervollständigung der Bremsanlage. Diese erfolgte analg zu den bereits vorhandenen Güterwagen von 0-scale.
    Aus Rundmaterial Durchmesser 12mm, Länge 55 mm wurde der Gaskessel für die Beleuchtung angefertigt. Die Kappen wurden in Ermangelung einer Drehbank in der Akkubohrmaschine mittels Schlüsselfeilen bauchig gedreht.


    Fortsetzung folgt

  • Am Bremserbühnenende wurde die Spindel der Bremskurbel verlänger und die dazugehörige Aufnahme mit Bremsgestänge analog zu den 0-scale-Wagen angefertigt. Federpuffer und Schraubenkupplungen wurden natürlich auch noch eingenaut. Auf dem Dach wurden Owalahalter angebracht.


    Am Nichtbremserende wurde eine Leiter, angefertigt aus Messingdraht, zum Besteigen des daches angebracht.

    So ist nun aus dem recht einfachen Pola-Wagen doch ein recht schönes Modell entstanden.

    Reichsbahnrat Schmidt hat sich während Zutschkes Vortrag noch paar kleinere Mängel, welche es abzustellen gilt, aufgeschrieben. Es müssen noch Bremsschläuche angebracht werden und das 2.Klasse-Abteil muss auch als solches gekennzeichnet werden. Wenn diese Mängel abgestellt sind, würde er den Wagen übernehmen.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo Roland,


    da hast Du aus dem einfachen Modell doch einiges herausgeholt, gefällt mir (aber bis auf die Leiter ?( , die sollte etwas filigraner ausfallen). Ich liebe ja alte Preussen...


    Gruss
    Werner

  • Hallo Roland,


    wirklich schöne Wagen, die Du da gezaubert hast. Welche Maße haben denn die L-Profile, aus denen Du die Bühnengeländer gefertigt hast? (Vielleicht habe ich es auch nur überlesen). Sehen jedenfalls prima aus.


    Viele Grüße
    Andreas

  • Hallo Roland,wirklich schöne Wagen, die Du da gezaubert hast. Welche Maße haben denn die L-Profile, aus denen Du die Bühnengeländer gefertigt hast? (Vielleicht habe ich es auch nur überlesen). Sehen jedenfalls prima aus.Viele GrüßeAndreas


    Hallo Andreas,


    die L-Profile sind 1,6 x 1,6 mm. Ursprünglich hatte ich sie 2 x 2mm gemacht, sah aber zu wuchtig aus, so dass ich sie dann nochmal mit der Trennschleifscheibe vorsichtig schmaler geschliffen habe.


    Hallo Werner,


    die Leiter wird noch einmal neu und filigraner gemacht. ;)


    Gruß
    Roland

  • Hallo,


    in einem bekannten Internet-Auktionshaus habe ich diese Lokomotive von Rivarossi ersteigert.



    Das Nachmessen des Fahrwerkes hat ergeben, es passt für den sächsischen Rollwagen! Da werde ich mich also in nächster Zeit mal mit dem Umbau dieser Lok beschäftigen müssen.


    Gruß
    Roland

  • Hallo,


    der noch vorhandene leicht beschädigte Pola Di pr86 soll meinen 0-Reisenden künftig nicht zugemutet werden. Da vom gleichen Wagen noch ein Bausatz vorhanden ist, habe ich mich entschlossen, aus Beiden einen BCi pr86 (mit Abort) zu bauen. Der bereits vorgestellte BCi pr86 (nach Blatt I 4) hat keinen Abort und hat bei den 0-Reisenden keine Begeisterung auslösen können.


    Als Vorlage für den Wagen dient mir die Zeichnung 31 im Buch "Die Reisezugwagen der Deutschen Länderbahnen, Band 1 Preußen" von Emil Konrad, weiterhin ähnliche nach gleicher Norm gebauter Modelle in N.
    Nach Umrechnung der Zeichnung auf 0-Maße wurden aus den vorhandenen 4 Seitenwänden entsprechende Abschnitte für die neuen Seitenwände herausgeschnitten,...

    ...und zusammen geklebt.

    Jetzt konnte auch die genaue Länge des Wagenbodens ermittelt werden. Dieser entstand aus beiden vorhandenen Wagenböden. Für den weiteren Bau des Wagenkastens werden 3 Stirnseiten und zwei weitere Seitenwandabschnitte benötigt.

    Zwei Stirnwände können sofort eingeklebt werden, wobei auf die richtige Lage der Tür bei der Stirnwand auf Abortseite zu achten ist.

    Die dritte Stirnwand und die zwei Seitenwandabschnitte ergeben nach entsprechender Bearbeitung den geschlossenen Vorbau vor dem 3.Klasse-Abteil.


    Nachdem alle Wände zusammengefügt wurden, mussten noch aus Polystyrolstreifen 0,25x1,1mm die fehlenden Deckleisten an den Seitenwänden und am Vorbau angebracht werden. Aus gleichem Material entstanden die drei Langschilder der Türen im Vorbau. Aus 0,5mm x 2mm Polystyrol entstanden die Fensterbänke.


    Fortsetzung folgt.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo,


    habe jeden Tag ein bisschen weiter gebaut. Im o.g. Buch habe ich noch ein Foto des Wagens gefunden. Auf diesem Foto hat der Wagen keinen zentralen Ofen mehr sondern wurde umgebaut auf "Sitzheizung". Diese wurde von aussen bestückt, was für meine Basteltätigkeit bedeutete, dass ich noch 12 "Ofentüren" aussen anbringen musste. In der 3. Klasse hat das Wagenabteil Mittelgang, das bedeutet "Ofentüren" auf beiden Seiten des Wagens, in der 2.Klasse hat das Abteil Seitengang, also "Ofentüren" nur auf einer Seite. Die Trennwand zwischen den Abteilen wurde auch eingesetzt, und Türklinken haben die Türen ebenfalls erhalten.



    Während der Trockenzeiten des Klebers wurde schon mal am Fahrgestell gearbeitet. Dieses entstand aus zwei Pola-Fahrgestellen, da der Achstand des Wagens 5,00m beträgt. Der Langträger wurde entsprechend einer guten Anleitung hier im Forum abgeschnitten und durch Messingprofile ersetzt.

    Um den neuen Rahmen winklig zusammenlöten zu können, ohne dass mir dabei die Finger ausglühen, habe ich mir mittels einer Lötlehre aus Harttextil, zwei Stahlwinkeln und zweiseitigem Klebeband eine Löthilfe geschaffen. Gelötet wurden die Profile mit dem Gasbrenner.

    An den Achslagern wurden die zu kurzen Blattfedern entfernt, diese werden durch längere ersetzt, sobald die Lieferung erfolgt ist.


    Bis bald.
    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo,


    mit dem Dach gab es einige Probleme. Vom alten Wagen musste ein Teil genommen werden, welches eigentlich gut in Form war. Schlimmer sah es mit dem Dach aus dem Bausatz aus, das war vollkommen verzogen. Um es halbwegs mit dem alten Dach verbinden zu können, habe ich erst einmal auf der Innenseiten des alten Daches Polystyrolstreifen mit Plastkleber angeklebt. Nach 24 Stunden dann die andere Hälfte des (verzogenen) Daches angeklebt.

    Nach weiteren 24 Stunden die Klammern abgemacht und festgestellt, das Dach hat einen Knick. Mir blieb nichts anderes übrig, als das Dach wieder durchzusägen. Nun war es natürlich zu kurz. Also erst einmal am alten Dach ein Stück Polystyrol aufgeklebt, nach aushärten des Klebers das angeklebte Stück der Dachform angepasst und dann das andere Dachstück nach dem bereits erprobten Verfahren wieder angeklebt. Jetzt passt es, das Dach ist gerade.
    Die Zeit, während der Kleber abgebunden hat, wurde genutzt, um den Wagenkasten mit Weinertfarbe zu spritzen.

    Die Fensterrahmen wurden mit Plastkleber und die Scheiben mit farblosem Revell-Lack glänzend eingeklebt.


    Am Fahrgestell wurden die Pufferbohlen mit Puffern und Bremsschläuchen angebracht. Aus einem des übrig gebliebenen Bühnengeländers wurde das Übergangsblech herausgeschnitten und an der Stirnseite des 3. Klasse-Abteils angebracht.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo,


    der Kleinkram dauert meist am längsten.
    Die Trittbretter mussten irgendwie an die Langträger angebaut werden. Im o.g. Buch sind davon ausreichend viele Bilder vorhanden. Die alten Preussen mussten, um die Trittbretthalter am Langträger zu befestigen, Distanzklötzer einbauen. Diese sind bei mir aus 1mm Polystyrol. Weiterhin mussten die Wagenkastenabstützungen, ebenfalls aus Polystyrol, angebracht werden.
    Aufwendiger war die Anfertigung neuer Achslager. Diese entstanden aus Blech, Polystyrol und Nägeln(für das gewölbte Mittelteil).


    Durch das 2.-Klasse-Abteil sollte man nicht durchsehen können, also musste die Innenwand eingebaut werden. Ebenso wurde der Toilettenraum abgetrennt.


    Das Toilettenfenster erhielt noch eine Mittelsprosse.


    Da ich für den Bau dieses BCi zwei Fahrgestelle zersägt und wieder zusammen gefügt habe, blieben Fahrgestellteile übrig. Diese werden auch einer "Verwertung" zugeführt. Im "Güterwagen-Archiv" Band 1 von Transpress habe ich da einen sächsischen Selbstentladewagen gefunden, welcher später in den Gattungsbezirk Mainz aufgenommen wurde. Dieser Wagen diente dem Transport von feuchten lehmigen Sanden und wurde von Orenstein & Koppel gebaut.

    Auch er erhielt gleich erst einmal neue Langträger, mit einer Länge von 111 mm.

    Momentan hat er noch die alten Radsätze von Pola Maxi, welche allerdings lauftechnisch verbessert wurden. Der lange am Radlager schleifende Bund der Räder wurde um 1mm abgeschliffen und durch Unterlegscheiben ersetzt. Jetzt laufen die Radsätze sehr leicht. Ich werde sie auch noch versuchen filigraner zu machen. Wenn das scheitert, kann ich immer noch neue Radsätze kaufen.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo Roland,

    ich bin einfach begeistert von deinen so akribisch durchgeführtem Umbauaktionen, ebenso aber auch von deinen detaillierten und gut nachvollziehbaren Bauberichten sowie der ausführlichen Fotodokumentation - grosses, uneingeschränktes Kompliment! Grosse Hochachtung auch für deine Recherche, die bestimmt nicht immer ganz einfach ist - zumal, wenn man den Zeitraum seit deiner ersten Veröffentlichung in diesem Forum betrachtet. "Gut Ding will eben Weile haben" ...
    Ich hoffe, dass du uns 'von Fall zu Fall' weiter auf dem Laufenden hältst und wünsche dir für die weiteren Arbeiten viel Erfolg!

    Mit den besten Grüssen
    Dieter

  • Hallo Dieter,


    danke für Deine aufmundernde Worte.


    Habe nun angefangen beiden Wagen die Bremsausrüstung anzubauen. Vorher wurde das Fahrgestell des Mainz noch mit Pufferbohlen ausgestettet und die Bretterabdeckung aus den Plastteilen heraus gesägt.



    Zum Nachbau der Bremseinrichtung dient mir als Vorlage ein 0-Scale-Wagen der Verbandsbauart und ein Klappdeckelwagen der Verbandsbauart, welche in Radebeul-Ost auf einem Rollwagen der Schmalspurbahn aufgestellt ist.


    Die Querstangen zwischen den Bremsklötzern bestehen aus 0,8mm Messingdraht, an denen 0,4mm Stahldraht angelötet wurde.


    Beide Wagen werden zurzeit mit der Bremsausrüstung versehen, es wird also eine bisschen dauern, bis wieder ein Baufortschritt zu sehen ist.


    Gruß
    Roland

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