Ringstraßenbahn Naumburg

  • Hallo,
    Naumburg hat seit ein paar Wochen für den Dom mit seinen Stifterfiguren den Welterbetitel.
    Und seit letzter Woche ist bei der Naumburger Straßenbahn, dem kleinsten Straßenbahnbetrieb Deutschlands, endlich der historische Triebwagen Nr. 17 wieder in Betrieb genommen worden.
    Heute war dieser Wagen, ein Lindner-Triebwagen, gebaut in Halle Ammendorf, ab 14 Uhr im Planbetrieb unterwegs.



    Einfahrt am Theaterplatz



    Fahr- und Bremsschalter



    Abfahrt Richtung Salztor



    vorläufige Endstation Salztor.


    Die Hoffnung besteht, dass in ferner Zukunft der Straßenbahnring um Naumburg wieder geschlossen wird. Vielleicht geht es ja nun, durch das Welterbe des Doms, ein wenig schneller. Auf jeden Fall ist es sehr stimmungsvoll mit dem kleinen Zweiachser über die Straßen zu fahren und die liebevolle Ausgestaltung, z. Bsp. neue Fahrleitungsmasten und -ausleger nach alten Unterlagen, spricht für den Fleiß und die Hartnäckigkeit der Verantwortlichen. Die Ringstraßenbahn war nach der Wende nämlich eigentlich tot.


    Viel Spaß mit den Bildern


    Gruß Jörg

  • Schau mal bei ETS Trains in Tschechien oder bei Dr. Lehnhardt Straßenbahn nach... da gibt es Blechmodelle in 0


    Gruß

    Hans
    der Altenauer


    - unterwegs im schönsten Mittelgebirge Deutschlands - sowohl Regelspur als auch auf der Meterspur... ;)

  • Liebe Mit-nuller,


    ich erlaube mir, darauf hinzuweisen, dass es auch von Weigel - Modellbau entsprechende Modelle mit den Antrieben von ETS gibt. Bilder anbei. Näheres bei Interesse via e-mail unter info@weigel-modellbau.de.Die bilder stammen von der Präsentationsanlage.


    Herzlichst


    Peter Weigel

  • Hallo,
    noch etwas zur Geschichte des Wagens Nr. 17 der Naumburger Straßen (wobei wir wieder beim Thema sind). Er wurde 1928 für Straßenbahn in Halle/Saale gebaut. 1978 kam er dann nach Naunburg. Angetrieben wurde er durch zwei 50kW-Motore, hatte 24 Sitzplätze und 42 Stehplätze.



    Naumburg war ab 1957 "Auslaufverkehrsbetrieb" für aus anderen Städten nicht mehr benötigte Altbaufahrzeuge, vorrangig Wagen aus Leipzig, Halle, Nordhausen und Plauen. Neuanschaffungen gab es nur 1906, 1927 und 1951.


    Beiwagen wurden nur gebrauchte aus Halle und Staßfurt beschafft.



    Es dürfte also dort eine recht bunte Vielfalt auf der kleinen Ringstrecke mit den 12 Haltestellen vorhanden gewesen sein.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • sorry, aber können wir zu meiner Frage zurückkehren? Gibt es Spur-Null-Modelle, die heutigem Standard entsprechen? Gerade angesichts des Platzbedarfes unserer Baugröße wäre das interessant.
    Gruß in der Hoffnung auf sachbezogene Antworten
    Wolfgang

  • siehe Beitrag 3...


    Ich weiß jetzt nicht, welchen Standart du meinst, schon gar nicht, welche Epoche... aber schau dir doch die Trams von ETS, Lehnhardt und Forumskollegen Weigel an... das ist das, was es momentan gibt


    und wenn du richtig schön gebaute Trams sehen möchtest, dann schau auf:


    http://WWW.spurnullbahner.de


    nach, der inspiriert mich sehr und kann es sehr gut selbst


    meint

    Hans
    der Altenauer


    - unterwegs im schönsten Mittelgebirge Deutschlands - sowohl Regelspur als auch auf der Meterspur... ;)

    Edited once, last by Altenauer: Nachtrag ().

  • Hallo Wolfgang,


    wie ist deine Frage nach dem Platzbedarf zu verstehen? Die Präsentationsanlage ist 4,50 Meter lang und 90 cm tief. Größer geht immer, je nach den Platzverhältnissen die man verfügbar hat.

    Sie hat hinter den Häusern eine Verbindung zu den beiden Wendeschleifen, die es ermöglicht immer wieder wechselnde Modelle auf die Strecke zu bringen bzw. herauszunehmen.


    Die Fahrzeuge wurden von uns mit Lenz Decoder und Power Baustein ausgerüstet.

    Verwendet wurde das Gleis, das von Lehnhardt und ETS gleichermaßen vertrieben wird. Mit Conrad Anfahr- und Bremsbausteinen lassen sich auch die Haltestellen entsprechend anfahren und dort anhalten, oder durch Individualsteuerung der einzelnen Fahrzeuge anhalten bzw. anfahren. Ein Zug aus Motorwagen und zwei Beiwagen von uns ist ca. 70 cm lang.


    Eine Oberleitung gibt es zur Zeit nicht. Hier ist Selbstbau angesagt.



    Aufgrund des ständigen Wechsels und Auf- und Abbaus haben wir auf eine Oberleitung verzichtet. Für eine dauerhaft stehende Anlage wäre aber eine Flachkette oder auch eine Oberleitung mit Einzelpfosten denkbar.


    Gerne beantworte ich auch weitere Fragen über PN oder E-mail Kontakt.


    Herzlichst


    Peter Weigel

  • Hallo,
    vielen Dank für die Grünen. Ich hätte nicht gedacht, dass solches Interesse besteht. Zum Dank für meine Freude, noch zwei Bilder.



    Ein Blick auf die Abstellgleise neben dem Depot. Rechts das Depotgebäude und links die Schule, in der zu DDR-Zeiten, die legendären Tauschbörsen für Modellbahnartikel stattfanden. Leider ist dies lange Geschichte.



    Der Kampf um jeden Meter geht gerade am Bahnhof weiter. Wenn die Bauarbeiten dort abgeschlossen werden, gibt es wieder eine Ausweiche mehr, für das Kreuzen von Triebwagen. Auch 90 m mehr Gleis, auf dem Weg zum Ring, gibt es dann zusätzlich zu befahren und die Bahn hält direkt vor dem Bahnhof.


    Gruß Jörg

  • Moin Jörg


    Genau genommen gibt es eben keine zusätzliche Ausweiche. Denn diese war ja schon vor Ort als Endstelle samt Umfahrgleis. Nichtsdestotrotz ist die Erweiterung natürlich sehr zu begrüßen.


    Gruß Ralph

    Wenn die Klügeren immer nachgeben, regieren irgendwann die Dummen die Welt...

  • Hallo Straßenbahnliebhaber,


    beachtet auf dem ersten Bild des heutogen Beitrags von Jörg auch den wunderschönen Fahrleitungsmast. Falls jemand solche Maste nachbauen will, ich habe für die Ausleger eine genaue Zeichnung.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo Ralph,


    ja, so genau kenne ich die Einzelheiten nicht. Wenn Du dies hier aber schreibst, wird mir auch klar, warum die im Moment offen liegende 2. Weiche gebraucht aussieht. Besten Dank für den Hinweis.
    Laut Aussage der am Sonntag Diensthabenden, lag die Ausweiche ganz früher mal vor dem Bahnhof. Sie ist also bei Wiederanlage der Gleise schon ein paar Meter weiter gerückt.


    Gruß Jörg

  • Hallo,


    ich habe nochmals meine Bilder durchstöbert. Leider kann man ja ungestraft nach DSGVO nicht mehr jedes Bild zeigen. Personen darauf, hat man sie gefragt, ob sie Bild im Netz sein wollen, nein - also Bild unbrauchbar. Auch mit den Kennzeichen umliegender Autos habe ich Bauchschmerzen, aber man muss auch mal was riskieren.


    Der derzeitig aktuelle Haltestellenplan.



    Ein Bild von der alten/neuen Ausweiche in der Bahnhofsstrasse.



    Gleicher Standort, nur Blickrichtung Bahnhof.



    Rollo, für Dich und alle Anderen noch ein Einzelmast. Die Masten sehen aus wie sehr gut gegen Rost geschützt. Leider ist bei einem Unfall der Mast 183 beschädigt worden und muss in Zukunft gewechselt werden.


    Gruß Jörg

  • Hallo Forumsfreunde,
    ich bin in Naumburg /S. im Jahr 1956 geboren und habe die "Ille" wie die Straßenbahn hieß natürlich bewußt wahrgenommen. Lange fuhren umgebaute (modernisierte) Altbautriebwagen vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Später kamen dann die Lindner-Triebwagen und in den 80er Jahren Gothaer Triebwagen aus Plauen. Eine zeitlang waren auch zwei Beiwagen in Betrieb. "Im Anhänger fahren" war für uns Kinder das Tollste was es geben konnte. Mit großem Interesse haben wir auch die Einführung der Zahlboxen registriert. Man warf ein 20 Pfenning-Stück (oder zwei Groschen aus Alu) in die Trommel und zog am Hebel. Die Trommel drehte sich um eine Position weiter und ein Fahrschein kam aus dem Schlitz. Der hing an einer Rolle. Und wenn uns der Hafer stach, haben wir den Hebel auch ein paar mal mehr gezogen. Die Verladung von einem der Altbautriebwagen habe ich erlebt. Er wurde am Bahnhof von einer Tatra-Zugmaschine aus dem Gleis gezogen. Dann legte man Stahlplatten unter und zog den TW zur Verladerampe und auf einen Flachwagen. Die Ausweichstation lag übrigens in der Tat direkt vor dem Bahnhof. Es gab nach meiner Erinnerung noch fünf weitere. Nach dem Bau eines sogenannten Boulevards, einer Fußgängerzone in der Innenstadt, war der Ring einige Jahre unterbrochen. Die Ausweichstelle auf dem Markt fiel diesem Boulevard auch zum Opfer.
    Beim Anhänger (s.o.) fiel mir ein, daß ich als Kind auch Busse mit Anhänger erlebt habe. Bin aber nur einmal damit gefahren, weil mir (und wohl auch meinen Eltern) die Dinger unheimlich waren.
    Ach ja - Postautos, die Fahrgäste mit aufs Dorf nahmen, kenne ich auch noch aus eigenem Erleben. Man bin ich alt. Aber das hat alles nichts mit der Naumburger Straßenbahn zu tun. Nach der Wende schien ihr Ende besiegelt. Es ist der kleinen Schar Enthusiasten zu verdanken, daß es sie noch gibt. Ich muß gestehen, daß ich nicht so intensiv verfolge, wie es mit der "Ille" weitergeht, die auch gerne mal als "Wilde Zicke" bezeichnet wird. Ich bin nur noch selten in der alten Heimat. Vom Straßenbahndepot gibt es übrigens seit Kurzem bei Faller ein H0-Modell. Das Depot war mal eine Reithalle. Wußte ich nicht.
    Gruß Henning

  • Hallo Jörg,


    dein letztes Bild zeigt im Vordergrund einen Speisemast. Er wird auf der Rückseite einen Trennschalter haben, so weit man Teile davon auf dem Bild erkennen kann.



    Hallo Henning,



    die von Dir beschriebenen Zahlboxen gab es auch in Dresden. Damit konnte man so schön schwarz fahren, wenn man zu Dritt war. Ein Geldstück eingeworfen (damit es klappert), dreimal am Hebel gezogen (für 3 Fahrkarten) und das Geldstück fiel in den Kasten. Keiner konnte mehr nachprüfen, wieviel Geld eingeworfen wurde.
    In Dresden gab es diese Zahlboxen nicht allzu lange, war wohl ein Minusgeschäft. Dann kam ein Entwertersystem, da war es vorbei mit dem Schwarzfahren.



    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo Ralph,
    ein Bild von einer dieser Zahlboxen - ich bin erfreut es zu sehen. Ich dachte, die Dinger sind heute längst vergessen. Knöpfe - ich meine auf diese Idee sind wir damals nicht gekommen.
    Hallo Roland,
    das mit einem Geldstück und dreimal ziehen, kenne ich. Das ist sicher eine verjährte Sünde. Wie lange die Zahlboxen in Naumburg im Einsatz waren, daran kann ich mich nicht erinnern. Lange war es sicher nicht. Ich meine, sie wären auch nur in den Beiwagen vorhanden gewesen. Vielleicht, weil die Wagen aus anderen Städten umgesetzt wurden. Woher weiß ich allerdings nicht. Vielleicht steht was dazu in den Büchern über die Bahn. In den Triebwagen mußte man vorne einsteigen und mußte dort das Geld einwerfen, sodaß der Triebwagenführer kontrollieren konnte, ob man bezahlt hatte. Lange gab es auch noch Schaffner. In den alten Triebwagen waren übrigens im Winter die ersten Sitze rechts und links im Innenraum sehr begehrt. Da war der Sand drin und die Sandbehälter hatten eine elektrische Heizung. Prägnant war auch das Quietschen der Triebwagen in einigen Kurven so in der Michaelisstraße am westlichsten Abschnitt der Ringbahn. Die Radien waren so klein, daß sogar die Zweiachser mit ihrem kurzen Achsstand ordentich zwängelten. Man hörte das Quietschen ewig weit. Ursprünglich war die Naumburger Straßenbahn eine Dampfstraßenbahn. Ich hatte mal die Idee, diese in 0e nachzubauen. Aus der Zeit der Dampfstraßenbahn stammt wohl die Bezeichnung als "Wilde Zicke". Ich kann mich aus meiner Kindheit nur an die Bezeichnung "Ille" erinnern.
    Gruß Henning

  • Hallo,
    nach reichlich einem Jahr, bin ich wieder mal bewusst in Naumburg gewesen, um die Fertigstellung der Bauarbeiten am Hauptbahnhof in Augenschein zu nehmen.



    Hier die neu geschaffenen Endstelle mit dem Triebwagen Nr. 50 der am Sonntag, 21. Juli 2019 Dienst hatte. Die Fahrt vom Hauptbahnhof bis zum Salztor und zurück dauert 30 Minuten.



    Der Wagen am Endpunkt Salztor.



    Man merkt die Liebe zum Detail, sogar die aktuelle Zeitung hängt in der Straßenbahn aus.



    Und Führungen durch das Depot werden auch angeboten.



    Zum guten Schluß noch ein Gesamteindruck der neuen Haltestelle vor dem Hauptbahnhof. Das Bahnhofsgebäude liegt im Rücken des Fotografen.


    Gruß Jörg

  • Hallo,
    der in Jörgs letztem Beitrag fotografierte Triebwagen stammt aus einer Lieferserie von 25 Triebwagen für Berlin aus den Jahren 1969/70. Gebaut wurden diese 25 Triebwagen im Reichsbahnausbesserungswerk Berlin-Schöneweide. Diese Triebwagen hatten starke Ähnlichkeit mit den bekannten Gotha-Wagen ET57, welche in vielen Städten liefen und später sogar noch in Lizenz von den CKD-Werken in der CSSR gebaut wurden.



    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

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