Ein Bahnhof in Oberfranken

  • Hallo Freunde der Spur 0,
    damit man nicht unnötig suchen muß mache ich einen neuen Thread auf. Nachdem nun das Diorama Auerbach seinen Bestimmungsort erreicht hat (Museum34 in Auerbach/Opf.) habe ich schon vor einigen Wochen was oberfränkisches ausgesucht.
    Obwohl ich genaue Baupläne habe und in 1:43,5 baue müssen immer wieder kleine Kompromisse bzgl. der Bemaßung von Balken und Wandstärken eingegangen werden. So sind z.B. die Mauern im Erdgeschoß umgerechnet 10 mm dick, im Keller sogar 12 mm. Daher wurden div. Stärken wo es sinnvoll ist auf- bzw. abgerundet. Bei mir sind die Fundamente 9 mm dick ( 3 x 3 mm) wobei der mittlere Teil 3 mm tiefer ist um die Geschoßwände mit einer Führung zu versehen. Die Außenwände sind durchgehend 6 mm stark und an den Wandanschlüssen um 3 mm ausgeklinkt. Somit paßt alles fast von allein zusammen. Für die Fotos habe ich aber die Wände mit Tesa fixiert.
    Die Balkenlage im Obergeschoß ist komplizierter da die Erker/Vorbauten eine eigene Balkenlage benötigen weshalb die tragende zweite Wand eine Dicke von 9 mm bekommt.
    Sicherheitshalber setze ich nach jedem Bauabschnitt alles provisorisch zusammen um Unstimmigkeiten frühzeitig erkennen zu können. Das rate ich jedem Selbstbauer. Wenn erstmal alles verleimt ist kommt man um große Abbrucharbeiten nicht herum.
    Wird fortgesetzt.
    Husbert

  • Ein wenig Fortschritt ist zu vermelden: Die Zimmer im OG wurden tapeziert und im EG der Fußbodenbelag verlegt (Busch). Da ich keine Bilder vom Innenraum besitze habe ich die Buschdekorplatten verwendet. Die wurden ein wenig zurechtgeschnippelt damit es symmetrisch aussieht.
    Die Tapeten im OG sind echte Tapeten aus unserer Küche! (der untere Teil) Die Einrichtungsteile für die Fahrkartenausgabe von Real-Modell sind bestellt.
    In Kürze beginne ich mit der Holzkonstruktion des GS.
    Wird fortgesetzt.
    Husbert wünscht "Gute Nacht".

  • Auch für Burgebrach wurde weitergebaut. Hauptsächlich die Innenausstattung. Beleuchtung soll auch hier rein sagt mein Chef.
    Die Fotos zeigen die Innenwände wobei die abgebildeten rotbraunen Türen natürlich nach außen kommen. Auch hier ist noch viel zu tun ( ich muß mich immer wieder selbst wundern) Alle Fenster sind lose eingesetzt bzw. liegen in der "Aservatenkammer" des Fachwerkerkers zum Einbau bereit. Z. zt. suche ich noch die passende Fassadenverkleidung.
    Für den Dienstraum habe ich mir die Inneneinrichtung von Real-Modell zugelegt . Ich sage Euch: Nicht so einfach wie es aussieht!
    Wird fortgesetzt.
    Husbert

  • Hallo Husbert,


    Das ist ein schönes Projekt. Ich werde deinen Beiträge bestimmt folgen.


    Gruß Frits

  • Hallo 0'er
    nun sind schon wieder 5 Wochen vergangen in denen ich tätig war. Nachdem ich vieles probiert und getestet habe bin ich bei der Einzelanfertigung der Wandverkleidung gelandet. Anhand der Bauzeichnung und eigener Bilder habe ich aus 1mm Polystyrol von Evergreen "verputzte Fläche" (Maßstab 1:32) die einzelnen Steine ausgeschnitten und aufgeklebt. Nach dem Trocknen wurde alles mit einem dünnen Brei Strukturpaste überzogen. Erneut nach dem Trocknen wurden einzelne Steine mit dicker Strukturpaste betupft. Als diese durchgetrocknet war habe ich versucht mit Pulverfarben von Artitec die Wand sandsteinfarben zu colorieren. Mit einem kurzen Borstenpinsel wurden verschiedene Gelb- und Brauntöne gemischt und vorsichtig aufgetragen. Mit einem feuchten Tuch wurde überschüssige Farbe wieder abgewischt. Herausgekommen ist ein gelbbräunlicher Farbton der eher an Weidenberg erinnert als an Burgebrach. Diese pinkigen Farben bekomme ich einfach nicht hin. Meist war der Versuch rosig - Schweinchenfarben. Mist.
    Also helle Sandfarbe. Noch ist aber das letzte Wort nicht gesprochen.


    Die letzten 3 Tage waren wiedermal die Zimmerleute am Bau und haben das Gerüst für den GS zusammengesetzt. Eine sehr diffizile Arbeit Vorbildzeichnung und Ausführung in Übereinstimmung zu bringen. Jeder der einmal eine zweidimensionale Zeichnung umgesetzt hat wird wissen wovon ich rede. Zur Zeit konstruiere ich das Vordach.
    Der nächste Bauabschnitt beschreibt und zeigt die Dachkonstruktion vom EG mit den kniffeligen Fledermausgauben.
    Bild dahin
    Euer Husbert

  • Moin Berthold,


    bei deinen Fähigkeiten bin ich sicher, dass du den richtigen Farbton (obwohl man bei diesem Gebäude sagen muss: Farbtöne - jeder Stein ist anders) am Ende treffen wirst.
    Deine Arbeit ist mal wieder einwandfrei - das spornt mich natürlich auch wieder an...
    Bin schon auf das fertige Modell gespannt!


    ZEIT MÜSSTE MAN HABEN... :rolleyes:


    Es grüßt dich

    Hans
    der Altenauer


    - unterwegs im schönsten Mittelgebirge Deutschlands - sowohl Regelspur als auch auf der Meterspur...

  • Nachtrag zum GS:
    Fertigstellung des Vordaches! Geschafft.
    Die Eindeckung mit Biberschwanz erfolgt nach Erstellung des Dachstuhls für das EG. Der GS wird nicht am EG festgemacht um ggf. Ladegut einstellen zu können. Zudem muß ich erst noch mit dem Eigentümer die Frage zur Innenverkleidung klären.
    Husbert

  • Vielen Dank an alle die meine Aktivitäten für gut befunden haben und für die Grünen.
    Ebenso Dank an Jacques für die Erhebung zum "Fränkischen Baumeister" was aber nur meine Neigung zu fränkischen Bauten unterstreicht.
    Wie schon häufig betont ist Gebäudebau eine Geduldsfrage da ja nach einem originalen Bauplan etwas gerechnet und anschließend gesägt oder geschnitten wird. Andere große Könner wie Eckard, Bemo und auch Jacques sind für mich die Vorbilder im Modellbau.
    Ich persönlich halte es für weitaus schwieriger eine Lok zu bauen ,komplizierte Verdrahtungen auszuführen oder zu löten.
    Nichts desto trotz: Ich habe mich ob des Zuspruchs gefreut. Wenn es gefällt mache ich in diesem Kontext weiter.
    Husbert

  • Gestern und heute wurde der Schuppen mit Außenwänden versehen. (2mm Abachi Profilholz vom Architekturbedarf) und mit einem Gemisch aus Palisander- und Eichedunkelbeize angestrichen.
    Das Tütchen Beize zum anrühren gibt es im Bauhaus für 2,65 € und reicht für mehrere Gebäude.
    Die Tor- und Türrahmen wurden gemäß Vorbild mit etwas Ocker koloriert.
    Wird fortgesetzt.

  • Die (fast) unendliche Geschichte von Burgebrach:
    Pünktlich zum Nikolaus habe ich mir mein "Geschenk" selbstgemacht und den Dachstuhl vom EG fertiggestellt. (Kehlen, Schornsteineinfassung usw.)
    Die Dreiecksöffnungen im Dach sind für die 4 Fledermausgauben vorgesehen. Dazu fällt mir im Moment noch nichts ein, vielleicht gibt mir das allwissende I-Net eine praktikable Antwort.
    Vor allem die geschwungenen Bögen mit den 3-teiligen Fenster sind eine harte Nuss.
    Aber wir haben ja Advent und der Nussknacker liegt schon bereit. Ich kann es aber auch wie Daniel Düsentrieb machen, mir eine auf die Birne hauen und schon kommt der Einfall. Aua.
    Das provisorische Dach des Schuppens ist vom Architekturbedarf.
    Burgebrach wird jetzt zu Lasten des Lokschuppens auf Wiedervorlage gelegt. Das Vordach wird erst am Schluß gebaut sonst haut man immer irgendwie dagegen. :thumbup:
    Schönen Abend
    Husbert

  • Hallo Husbert,


    ein großartiges Bauprojekt, wunderbar gebaut.
    Bei meiner Mühlhäuser / Magsthausener Scheune stand das auch an (in H0).
    Ich habe das Fenster aus Papier/Karton ausgeschnitten, mit Falz unten zum Aufkleben.
    Oben habe ich die Verschalung ebenfalls aus Tonpapier (90 oder 100g) aufgeklebt.
    Für die Dachziegel habe ich mir Streifen von Biberschwanzziegeln ausgeschnitten und aufgeklebt. So kann man auch die Aufspreizungen der Ziegel in der Kehle gut darstellen und sie liegen gleichmäßiger, als wenn man sie einzeln ausschneidet, wie in jaffa's Beitrag.
    Übrigens habe ich hier die Wappenform gewählt und mit dem Cuttermesser geschnitten. Anderswo habe ich den Segmentschnitt genommen, was früher sehr verbreitet war und nicht so sehr der Rundschnitt wie heute.

    Die Zeichnung ist sehr instruktiv. Bei Hugo Ebinghaus, Der Hochbau ist eine Zeichnung mit Doppeldeckung drin. Der Abstand der zweiten Ziegelreihe ist dort deutlich geringer als bei jaffa. Meine Bilder von Burgebrach aus den 90er Jahren sind daheim, so dass ich unter der Woche keinen Zugriff darauf habe. Aber ich nehme an, dass es eine "normale" Deckung war.
    Für die Ziegel würde ich 160g oder 230g Papier nehmen (0,4-05 mm).


    Klasse Gebäude!
    Gruß
    Andreas

  • Fledermausgaube:


    Eine Form der Dachgaube ist die sogenannte Fledermausgaube. Das Dach der Gaube liegt in runder Form über dem Fenster. Der Name Fledermausgaube erwuchs übrigens nicht durch eine optische Ähnlichkeit, sondern durch die ehemalige Nutzung dieser Gaube. Historisch gesehen, wurden Gauben solcher Bauart zur Belüftung von Räumen genutzt und so oft ohne Verglasung erbaut, was oftmals die Bevölkerung der darunter liegenden Räume durch Fledermäuse nach sich zog. Aus Bautechnischer Sicht gehört die Fledermausgaube zu einer der aufwendigsten Gaubenformen.
    Husbert

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