Sandstrahlen von Messingteilen

  • Hallo zusammen,



    ich bin gerade dabei, den Lokführerstand meiner E-Lok E120 (Wunder & Kiss) farblich von olivgrün auf lichtweiß
    zu ändern.
    Allerdings ist das alles andere als einfach, denn ich wollte die olive Farbe per Sandstrahler
    runterdüsen und mit der dadurch entstehenden ruhen Oberfläche gleich eine Grundierung für
    Buntmetalle auftragen.
    Beim Sandstrahlen habe ich enorme Probleme, denn die Farbe ist äußerst hartnäckig.
    Vielleicht mabe ich hier auch einen Fehler im Strahler - System? Was meint Ihr?


    Ich verwende diese Sandstrahlpistole, den sogenannten Air Eraser.
    http://www.wiltec.de/profi-air…e-sandstrahl-pistole.html


    Mein kleiner Airbrush - Druckluftkompressor kann bis ca. 5 bar pumpen, aber der Air Eraser, den ich bei ca. 4 bar betreibe,
    benötigt viel mehr Luft, deshalb muss ich beim Kompressor, der einen 2Liter - Behälter hat, immer wieder Zwangspausen einlegen.


    Den Sand, den ich verwende ist ein weißer Edelkorung mit 120µm Körnung.


    Beim Strahlen fülle ich den kleinen Behälter vom Eraser auf, puste damit ca. 10 sek. und dann ist dieser leer.
    Wenn ich die Dosierschraube auf dem Deckel des Eraser`s weiter zu drehe, kommt vorne nichts mehr raus.


    Alternativ hatte ich zuvor die Führerstände auch schon über Nacht in Aceton und die darauffolgende Nacht in Essigsäure (25%) eingelegt.
    Die olive Farbe hat`s nicht gekümmert.


    Habt Ihr mir hier einen Rat, ob die Sandstrahlerei falsch eingestellt ist, oder ein anderer Fehler vorliegt?


    Danke schonmal für alle hilfreichen Hinweise :)


    Viele Grüße aus`m Allgäu
    Norbert

  • Hallo Norbert,
    Gute Erfahrungen habe ich mit folgendem Mittel zum abwaschen der Farbe gemacht:
    1-Methoxy-2-propanol,
    ArtNr 3123.2 Fa. Roth, Karlsruhe, http://www.carlroth.com
    Inhalt 2,5 Ltr Glasflasche kostet knapp 100€.
    Diese Mittel verwendet man in Laboren oder kann es in Aüotheken und Drogerien oder per Direktbestellung bekommen.
    Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht.
    Gruß
    Dieter

    Freundschaft ist ein zerbrechliches Gut

  • Hallo zusammen,


    das ging ja richtig zügig mit den Antworten ... sehr schön, eigentlich, aber ;)


    Buntmetaller

    wasch erst die Farbe mit Aceton ab und strahl dann nur noch zum Reste entfernen und anrauhen.


    Schönen Gruß vom Harzrand,
    Jürgen

    Nicht gelesen? - Habe ich doch geschrieben: Eine Nacht lang lagen die Führerstände im Aceton, dann mit der Bürste bearbeitet: Null Effekt.
    Danach derselbe Versuch mit 25%iger Essigsäure: Ebenso kein Effekt. Die Farbe ist sehr hartnäckig.


    Ich habe sogar versucht, mittels Hartlötbrenner die Farbe abzubrennen, die ist aber nur weiß geworden und
    irgendwann sind die Weichlötstellen zu warm geworden. Also auch nix.


    Dimabo
    Danke für den Link, aber bei mir unbekannten, giftigen Chemikalien, die zudem nicht ganz einfach zu besorgen sind, lass ich erst noch die Finger weg.


    Ich möchte (auch für künftige Modelle) mein Sandstrahl - Equipment optimieren:

    • Einen leistungsfähigeren Kompressor mit Literleistung bei ca. 200Liter / Minute und
    • eine etwas größere Sandstrahlpistole (mit größerem Strahlgutbehälter, oder Ansaugschlauch) wären gut.

    Eine kleine Kabine zum Strahlen habe ich mir selbst aus einer transparenten Stapelbox ca. 600x400x500 mm bebastelt,
    die möchte ich beibehalten, genauso wie den Sand / Edelkorund 120 µm.


    Welche Sandstrahlpistolen habt Ihr in Betrieb?
    Gibt es Pistolen, die etwas größer sind, als der Air Eraser?


    Viele Grüße
    Norbert

  • Hallo Norbert,


    der Druck macht es. Ich hab eine günstige Badger zuerst mit 3-4 Bar betrieben - da ging fast nix weiter.
    Danach mit größeren Kompressor bei 7-8 Bar betrieben und siehe da, da geht richtig was. Könnte aber noch viel besser sein.


    Ob Sandstrahlen bei deiner widerspenstigen Farbe überhaupt hilft ist fraglich - nicht dass sich bei zu langen oder starken Strahlen das Gehäuse verzieht...


    Gruß Ralf

  • Hallo Norbert,


    warum muss die alte Farbe überhaupt entfernt werden? Hier gebe ich Oliver recht, aufrauhen reicht und dann mit einer 0,2er Düse fein überspritzen. Habe so sogar schon Revellfarben mit Weinertfarben überspritzt, ging einwandfrei, ist nichts passiert. Und wer die Eigenschaften der Weinertfarben kennt, weiß, das dazu schon ein bisschen Mut gehört.


    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

  • Hallo zusammen,


    danke für die vielen Antworten, aber keine führte zu einem optimierten Sandstrahl - Eqipment mit größerer Sandstrahlpistole, oder einer veränderten Einstellung meiner Ausstattung.
    Stattdessen wird sandstrahlen in Frage gestellt, oder gefragt, warum ich die Farbe abhaben möchte.
    Schade, denn ich wollte lediglich Eure Erfahrungen mit dem Sandstrahlen wissen und ob ich was an der Technik / Ausstattung verbessern könnte.
    Ich habe erstmal einen leistungsfähigeren, ölfreien Kompressor geordert. Mit diesem teste ich nochmal meinen Air Eraser.
    Wenn der Air Eraser sich als zu klein erweist, suche ich nach einer etwas größeren Pistole zum Sandstrahlen.


    Die Farbe muss ab, weil sie zu dick aufgetragen wurde und zudem noch sehr ungleichmäßig.
    Die schönen Hebel und Instrumente auf den Fahrpulten hat man "zugeschwemmt" und verbatzelt.


    Grüße
    Norbert
    Es sieht einfach sch.... aus und einfach drübertünchen ist in meinen Augen Pfusch.

  • Hallo Norbert,


    Azeton ist nicht gleich Azeton, es existieren recycelten Azeton und chemisch sauberen Azeton, dessen chemische Wirkung, und Preis sehr unterschiedlich sind.
    Es kann je nach Farbsorte (Alkydharz, Polyurethan oder Zellulosebasis) und eingesetzter Azeton schon eine längere Zeit dauern, manchmal einige Tage, bis der Azeton anfängt die aufgetragene Farbschicht aufzulösen, oder aufquellen zu lassen. Grundsätzlich lassen sich aufgetragenen Farben auf Zellulosebasis schneller und bequemer beseitigen wie Farben auf Harzbasis, die sich kaum oder gar nicht mit mir bekannte chemische Flüssigkeiten auflösen lassen.

    Also versuch es nochmals und gedulde Dir ein wenig!
    Zur Not würde ich die Teile sogar einer Woche einweichen lassen und dann erst Sandstrahlen. Dann sollte die Farbe eigentlich runterkommen.


    Ich wünsche Dir gutem Gelingen,


    Jacques Timmermans

  • Hallo Norbert,


    ich habe für Autowartung und für Stemmarbeiten einen großen 3,5PS Kompressor, 8 bar und max 450 L/min. Mit diesem habe ich einen Spitfire Cabrio komplett entfärbt, braucht allerdings Geduld.
    Bei zwei Messingwagen, in ebay gekauft habe ich die grobe Sandstrahlpistole benutzt, aber den Druck auf 6 bar reduziert, mir erscheinen 8 zu hoch. Keine Ahnung welche Farbe das war, aber die ging einwandfrei ab. Natürlich liefert der riesige Kompressor eine Menge "Luft"
    gestrahlt hab ich den Wagen zuerst mit Sand, dann mit Glasperlen von Fohrmann, Vorsicht damit - Handschuhe und Schutzbrille.
    Viele Grüße
    Stefan

  • Hallo,


    ich habe mit Abbeizer gute Erfahrungen bei der Entfärbung von Metallmodellen gemacht.
    Die meisten Farben gehen mit Pufas Abbeizer ab: http://www.pufas.de/UserFiles/…Abbeizer_P15_intensiv.pdf


    Kaufen kann man den bei Amazon oder im Farbenhandel. Das glibberige Zeug wird satt aufgepinselt. Ich habe das dann mit Frischhaltefolie umwickelt und einen Tag gewartet. Danach konnte man die Farbe meist mit einem kleinen (gekürzten) Borstenpinsel abbürsten.
    Achtung, das ist nix für die Wohnung - der Geruch lagert sich ohne Umwege im Hirn an und macht Doof, ich sag's euch! :wacko:


    Viel Erfolg


    H3x

    Im Bau: Papierfabrik Koslar an der Jülicher Kreisbahn und Module nach Fremo-Norm.


    Mein Spur 0 Blog: 1durch45.de

  • Die Farbe muss ab, weil sie zu dick aufgetragen wurde und zudem noch sehr ungleichmäßig.
    Die schönen Hebel und Instrumente auf den Fahrpulten hat man "zugeschwemmt" und verbatzelt.

    Grüße
    Norbert
    Es sieht einfach sch.... aus und einfach drübertünchen ist in meinen Augen Pfusch.

    Hallo Norbert


    Jau, da sachste was.
    Hatte selbst etliche Fahrzeuge zu Reparaturzwecken hier, inkl. Lackerneuerung.
    Da war das Sandstrahlen immer die erste Wahl.
    Hab allerdings eine kleine Sandstrahlkabine, kann also zu Deinen Problemen nicht wirklich Stellung nehmen.
    Nur ein Verdacht: Entweder zu wenig Druck oder zu kleine Düse.


    Viel Erfolg in jedem Fall für Dein Vorhaben und beste Grüße aus dem Bärliner RAW,


    Dirk

  • Hallo in´s Land,
    nachdem ich seit geraumer Zeit bei Reparaturen oder gar Neulackierungen nicht mehr auf das Strahlen verzichten möchte, habe ich mir bei ebay eine kostengünstige Box besorgt und diese auch mit der dabei gelieferten Sandstrahlpistole mit Keramikeinsatz benutzt. Dazu betreibe ich einen ziemlich großen Werkstattkompressor, der ca 200l Luft liefert und auch zum Lackieren mit einer regulären Sata-Pistole ausreicht.
    Den Druck habe ich auf ca. 2 bar reduziert, so dass beim Strahlen auch feine Messingbleche keine Dellen bekommen.
    Soweit, so gut!!!
    ....umso überraschter war ich, als ich bei einem Club-Kollegen dessen Equipement besichtigen konnte!!!!
    Hatte doch ein österreichischer Tüftler eine kleine Box mit eigenem Druckbehälter entworfen, die mit -sage und schreibe- 1 bar Luft auskommt und dabei nicht so streut, wie eine Schrotflinte, sondern punktuell aus einer Hartmetalldüse das Strahlmittel schön exakt auf die zu strahlende Stelle bläst - für mich ein Quantensprung beim Strahlen!!!!!
    Die kleine Box steht neben meiner weiter benutzbaren Kabine und hat nebenbei noch den großen Vorteil, dass sie ja auch mobil betrieben werden kann, nämlich überall dort, wo Druckluft zur Verfügung steht.
    Ein Foto der Box habe ich angehangen und der link zum Hersteller ist auch hier:
    http://www.logiblast.at/Seiten…zzle-auf-China-Kabine.php
    Ich kann dieses Gerät absolut empfehlen und das mitgelieferte Edelkorund-SAtrahlmittel bläst alte Lackschichten nur so weg! Leisten solltet Ihr Euch aber neben dem reinen Gerät für 199,- € unbedingt die Tetrabor-Düse und das Fußpedal für 150,- €, dann habt Ihr aber die Top-Ausstattung!!!


    liebe Grüße aus der Eifel
    Rainer

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