Nachbau Nebenbahn Bayreuth - Hollfeld ?

  • Hallo Gert,


    danke für Deinen Beitrag.
    In der Tat ist mir der Haltepunkt "Röhrensee" entgangen(ist zwar in meinem Konzept vorhanden,
    habe ich anscheinend übersehen)



    Km 3,7 "Röhrensee"
    Der unbesetzte Haltepunkt hatte keine Unterstellmöglichkeit und war mit einen kurzen Schüttbahnsteig
    versehen. In einem nicht bahneigenen Gebäude direkt neben dem Gleis konnten die Fahrgäste ihre
    Fahrkarten erwerben. Nach den mir vorliegenden Unterlagen handelte es sich bei diesem Gebäude
    um die ehemalige "Pflasterzolleinnahmestelle" der Stadt Bayreuth aus der "Vor-Eisenbahn-Zeit"


    Hier zwei Bilder dieses Gebäudes(aus der früher allgemein zugänglichen Web-site: "localbahnen.de",
    die seit Jahren nicht mehr existiert (Autor der Bilder ist mir unbekannt)





    Der von Dir erwähnte Anschluß Höhe Ludwig-Thoma-Straße könnte der ehemalige Anschluß der
    Firma Holz Dostler gewesen sein. Hierüber findet sich in den mir zur Verfügung stehenden Unterlagen
    aber keinerlei Hinweis, ebensowenig über einen Anschluß zu einer (ehemaligen) Spedition.
    Siehe hierzu auch Robert Zintl, "Bayreuth und die Eisenbahn" vom Verlag Gondrom auf Seite 85 unten.


    Nachdem Du auch die Brücke am Röhrensee angesprochen hast: Markanten Brückenbauwerken werde
    ich einen eigenen Beitrag widmen.


    Zu Deinem Einwand, Bayreuth Altstadt betreffend, kann ich nur feststellen, daß das Streckengleis aus
    Thurnau kommend mit dem Hosenträger mittels einer g e r a d e n Rechtsweiche verbunden war
    (Siehe Foto), das Gleis aus Hollfeld wurde dagegen im Bogen herangeführt. (schwer nachzubauen !)


    Foto aus Robert Zintl, "Bayerische Nebenbahnen"; Motorbuch Verlag Stuttgart, 1. Auflage 1977
    (Bildautor Robert Zintl)



    Und daß der Hosenträger weiter nach rechts verschoben sein müßte, ist mir sehr wohl bewußt.
    Schematische Darstellungen von Gleisplänen können eben die Wirklichkeit nicht hundertprozentig
    darstellen ! (Siehe hierzu die oben bereits zitierte Seite aus "Bayreuth und die Eisenbahn")


    Ich denke aber, diese Diskussion können wir beenden, da vermutlich keiner der sich etwa am
    Nachbau im Modell mit diesen (innerstädtischen) Anschlüssen beschäftigen will, diese Feinheiten
    wissen muß. Es soll auch nicht Sinn und Zweck meiner Beiträge sein, jeden Meter Schiene der
    ehemaligen Nebenbahn wissenschaftlich abzuhandeln; nein, ich möchte vielmehr diese Strecke
    für diejenigen, die sich an einer Baumaßnahme beteiligen wollen, grob vorstellen.


    Für ernsthafte Interessenten am Nachbau werde ich zu gegebener Zeit meine "Schatzkiste" öffnen
    und für bestimmte Stationen die Original-Gleispläne (1:2000) hervorholen.


    Herzliche Grüße nach Bayreuth und ebenso herzliche Grüße an alle, deren Interesse an einen
    partiellen Nachbau ich schon geweckt haben und vielleicht noch wecken sollte.
    Bis bald
    Arnold

    Edited once, last by 98 1125: Km-Angabe hinzugefügt ().

  • Hallo OOK (Otto ?),


    herzlichen Dank für Dein Lob und Deine guten Wünsche.
    Ja, und ich würde mich sehr freuen, wenn Rene´s und mein Traum in Erfüllung gehen würde
    und einige Moba-Kollegen Gefallen an diesem Projekt fänden, und dies nicht nur aus dem
    heimischen "(ober)fränkischen" Bereich.


    Herzliche Grüße aus Oberfranken
    Arnold

    Edited once, last by 98 1125: Text ausgebessert ().

  • Hallo,


    unser Bockala hat Mistelbach verlassen, der Heizer mußte Schaufel um Schaufel Kohle in die Feuerbüchse werfen,
    damit der Zug die höchstgelegene Staion auf unserer Strecke planmäßig erreichte.



    Km 11,6 "Pittersdorf" (ca. 410 m über NN)
    unbesetzte Haltestelle, keine Unterstellmöglichkeit; Fahrkarten konnten in der unmittelbar neben der Strecke
    gelegenen "Gastwirtschaft Gräf´ erworben werden, einseitig aus Richtung Bayreuth angeschlossenes Ladegleis
    mit erhöhter Ladestraße, ankommende und abgehende Güterwagen (zumeist landwirtschaftliche Bedarfs-
    und Produktionsgüter) konnten nur bei der Rückfahrt des Zuges in Richtung Bayreuth zugestellt und abgezogen
    werden (interessant im Modellbetrieb), kein Güterschuppen, aber, ..........selbst zu meiner Fahrschüler-Zeit
    noch (ab 1960) befand sich am Ladegleis ein aufgebockter, schon etwas "vergammelter" Kasten eines G-Wagens
    als "Ladehalle".




    Unmittelbar nach Ausfahrt Richtung Hollfeld führte eine Straßenbrücke über die Strecke.
    Nach einigen hundert Metern war die erste Steigung geschafft, der Zug überfuhr auf einer Höhe von 440 m über NN
    den höchsten Punkt der Strecke(Wasserscheide zwischen Main und Regnitz); die Steigung bis hierher betrug seit
    Bayreuth-Altstadt max. 1,9 %. Von hier an fiel die Strecke bis Plankenfels mit einem Maximalgefälle von 1,6 %.
    Der Meister konnte den Regler schließen; der Heizer die Schaufel vorerst in die Ecke stellen; das Bockala rollte
    selbständig der nächsten Haltestelle zu.


    Soweit für heute
    Grüße und bis bald
    Arnold

  • Freunde der Null,


    nächster Halt:



    Km 14,8
    "Mistelgau"
    gemauertes Bahnhofs- als auch Nebengebäude, fungierte als Kreuzungsbahnhof, Ladestraße beidseitig durch
    vier Weichen angeschlossen, von hier aus wurde auch eine Ziegelei bedient. Landmaschimenhändler vor Ort.
    Molkereibetrieb in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes. Ankommende Güter: Brennstoffe; landwirtschaftlicher
    Bedarf: Kunstdünger, Geräte/Traktoren, abgehende Güter: Baustoffe(aus der Ziegelei), landwirtschaftliche
    Produkte; Nutz- und Schlachtvieh, Milch, Holzabfuhr aus dem Staatsforst



    Gleisplanskizze




    eine alte Postkarte zeigt den Bahnhof am Eröffnungstag der Bahnlinie. Links oben die Molkerei, daneben die
    Straßenseite des Bahnhofes mit der "Festversammlung", links unten Bahnhof und "Gasthaus zur Eisenbahn"
    (links vom Empfangsgebäude)
    (Fotograf unbekannt)




    Fast genau die gleiche Aufnahmeperspektive wie auf der Postkarte unten links, allerdings 70 Jahre später;
    links das Gasthaus zur Eisenbahn (Foto: A. Schneider 1974)


    Der Bahnhof von der erhöhten Ladestraße aus aufgenommen (Foto: A. Schneider 1974)


    Der "Abschiedszug" mit 064 415-3 im leichten Gefälle Richtung Hollfeld kurz nach der Abfahrt in Mistelgau
    auf einer kleinen Bachbrücke (Foto Helmut Dahlhaus, 28.09.1974)


  • Hoi Arnold,


    Schone Bild von der BR 64 415 diese Dampflok fahrt heute bij der VSM im die Niederlanden. Aber ich find das Bahnhof auch sehr schone für deine spur nul Anläge, Ich bleibe dir berichten uber deine planne folgen.


    Mit freundliche grüssen,


    bernhard 67

  • Hallo Oliver,


    für eine "Original-Nachgestaltung" wäre eine Länge von ca. 3,5 m notwendig.......


    Ich habe Pittersdorf mit dem Gleisplan-Programm RAILY 4 SE einmal grob skizziert.
    Bei Verwendung von Lenz Gleismaterial würde man eine Länge von mindestens
    2,4 m ansetzen müssen. Dann bekäme das Ladegleis eine Nutzlänge von ca. 1,0 m.
    (ohne Weichen-Gegenbogen)
    Bei Kürzung des Ladegleises um ca. 20 cm könnte man bei o.g. Gesamtlänge meiner
    Meinung nach die Straßenbrücke über die Bahnstrecke auch noch darstellen.


    Gruß
    Arnold

  • Hallo Freunde,


    weiter geht die Reise:



    Km 17,2
    Haltestelle "Frankenhaag"
    unbesetzt, kurzer Schüttbahnsteig, keine Unterstellmöglichkeit
    einseitig angeschlossenes Ladegleis, nur in Fahrtrichtung Bayreuth bedienbar;
    diente ausschließlich der Holzabfuhr aus dem nahe gelegenen Staatsforst


    Gleisplanskizze





    Km 20,7
    Haltestelle "Obernsees"
    besetzt, bay. Agenturgebäude mit Güterboden rechts, als Kreuzungsbahnhof genutzt,
    Ladestraße mit vier Weichen angeschlossen, Bau- und Brennstoffhandel an der Ladestraße,
    größere Brauerei mit Bierexport, ankommende Güter: Bau- und Heizmaterial, Hopfen, Malz für die Brauerei
    abgehende Güter: Bier, landwirtschaftliche Produkte, Milch, Nutz- und Schlachtvieh


    Gleisplanskizze



    hier noch eine Postkarte von Obernsees ca. 1910 (Autor unbekannt)
    rechts unten das bay. Agenturgebäude; im Hintergrund das Gasthaus zur Eisenbahn




    Km 22,1
    Haltepunkt "Truppach"
    kurzer Schüttbahnsteig, keine Unterstellmöglichkeit



    Bis zur nächsten Haltestelle rollte unser Bockala fast von alleine


    Grüße und bis dann
    Arnold

  • Hallo Arnold,


    2 Module a 1200 mm für den Haltepunkt wäre doch prima, auf ein weiteres Module könnte man dann die Straßenbrücke nachbauen.


    Hast Du auch Fotos von der Brücke, bzw. gibt es die Brücke noch?


    Auf Deiner Zeichnung sieht man ein Gebäude, ist das der Gasthof?
    Steht der noch?


    Gru? Oliver

  • Hallo Oliver,


    ja, ich denke auch, daß man auf 2 Modulen a 1,20 m die Haltestelle gut hinbekommen könnte;
    Ich bin sogar der Meinung, daß hier die Straßenbrücke auch noch unterzubringen wäre.


    Die Brücke gibt es nicht mehr; sie wurde kurz nach der Gesamteinstellung weg gesprengt !
    Ich habe ein -leider sehr schlechtes- Bild der Brücke und Aufnahmen des Abbruches, versuche
    aber noch an besseres Material zu kommen(habe z.B. in Kürze einen Termin zur "Akteneinsicht"
    im Verkehrsmuseum in Nürnberg; mal sehen, was dabei herausspringen wird ?)


    Das Gebäude auf meiner Skizze ist der genannte Gasthof; das Gebäude steht heute noch; aber
    schon lange nicht mehr als Gasthof genutzt.


    Lieber Gruß
    Arnold

  • Hallo Freunde,


    unser Bockala mit 98 1125 ist ruckfrei im Bahnhof PLANKENFELS eingelaufen.


    Ich stehe am Zaun und erinnere mich daran, wie ich als sechsjähriger Knirps mir hier eine schwere Krankheit
    zugezogen habe, die bis heute nicht zu heilen war und auch nicht mehr zu heilen sein wird, die "Eisenbahneritis"
    Dies kam so:
    Der Schwager meiner Großmutter, Herr Andreas Sponsel -+1978- war Oberlokomotivführer beim BW Bayreuth.
    So kam es, wie es kommen mußte. So verbrachte ich -geboren und aufgewachsen in Plankenfels-jede freie Minute
    "an der Bahn" und schaute den Zügen nach und beobachtete die allfälligen Rangiermanöver an der Ladestraße oder
    bei der BayWa. Irgendwann mußte meine Großmutter ihrem Schwager von meiner Krankheit erzählt haben,.......
    denn bei einem meiner nächsten "Ausbrüche krankhafter Eisenbahnspionage " an der Ladestraße hieß mich
    "Onkel Andres" auf sein Bockala -justament der 98 1125- zu steigen und ich durfte mit "rangieren". Dies wiederholte
    sich natürlich fortan immer öfter. Später durfte ich auch mal "schaufeln", vorsichtigst mit dem Regler und dem
    Führerbremsventil "spielen". Bevor "wir" am Empfangsgebäude vorbeikamen, ertönte immer im Befehlston:
    "Dugg di Lausa, daß di der Ruud ned siecht"(Runter du Bengel, daß dich der "Rote" -Bahnhofsvorsteher- nicht sieht)
    Wenn ich dann an der Kopframpe abgestiegen war und den Heimweg angetreten hatte, mußte ich zwangsweise am
    Empfangsgebäude vorbei. Sonderbarerweise lief ich dann meist dem "Ruudn" in die Hände. Der polterte dann los:
    "Du Fregga, du elendicha, woasd widda bom Andres auf da Maschin. Wadd na, wenn i euch dawisch, dann gibds
    wos hindn drauf. Und eds schau, daß di schleichsd !" (Du Frecker -schwer zu übersetztender fränkischer Ausdruck-,
    du elendiger, warst du wieder beim Andreas auf der Lok. Warte nur, wenn ich euch erwische, dann gibt´s was
    hinten drauf) Das war das kleinere Übel;..... zu Hause gab´s dann meist doch was hinten drauf ob der rußigen
    Kleidung. Nun, ich könnte noch stundenlang von der Weiterentwicklung der "Krankheit" berichten; das gehört
    aber nicht hierher.


    Aus dem Familienalbum meiner Großmutter kann ich zwei Fotos vom "Onkel Andreas" beisteuern:


    Andreas Sponsel (links) mit der 98 1032 1935 in Thurnau (Fotograf: Robert Zintl)




    Andreas Sponsel´s Pensionierung 1957 im BW Bayreuth (Fotograf unbekannt)



    Beide Bilder sind auch (in besserer Qualität als meine) in "Die Baureihe 98 Band 2" von Steffen Lüdecke zu finden



    Dieses Krankheitsbild dürfte auch dafür verantwortlich sein -daß, sofern aus der "Modul-Gruppe" etwas werden
    sollte- sich keiner am Nachbau des im nächsten Bericht vorgestellten Bahnhofes Plankenfels "vergreifen" soll !


    Der Nachbau bleibt hoffentlich mir vorbehalten



    Grüße von
    Arnold, der immer noch "schwer von der Krankheit gezeichnete"

    Edited once, last by 98 1125: Korrektur Beschreibung Bild 1 ().

  • Moin Arnold,
    das sind schon tolle Bilder aus der guten alten Zeit. Wenn Deine "Krankheit" mal abflauen sollte wäre es eine Überlegung wert ein Büchlein über die Bayreuther Eisenbahnen herauszubringen.
    Dazu ist Wolfgang Bleiweis eine gute Adresse. Er war es auch der auf Anregung von Herrn Kugler (Stadtarchivar Auerbach/Opf) ein solches über die Stichstrecke Ranna-Auerbach herausgab.
    Material scheinst Du ja genug zu haben.


    Grüße von der Ostsee (grau in grau)
    Husbert

  • Hallo Jacques,


    danke für die Preisgabe Deines Fundes.


    Es handelt sich hier aber keineswegs um das Gasthaus zur Eisenbahn in Plankenfels, sondern um
    das an der Haltestelle Wadendorf.(Dieses hätte ich bei meinem übernächsten Beitrag vorgestellt)


    Das Plankenfelser Gasthaus zur Eisenbahn werde ich in meinem nächsten Beitrag mit einbringen.


    Beste Grüße
    Arnold

  • Hallo miteinander,


    genug geträumt von "alten Zeiten", es geht weiter.



    Km 24,8
    Bahnhof "Plankenfels"
    besetzt mit einem "Bahnhofsvorsteher", der mit seiner Familie auch im Gebäude wohnte,
    gemauertes Empfangs- und Nebengebäude mit hölzerner Ladehalle und hölzerner "Sommerwartehalle",
    Kreuzungsbahnhof, beidseitig mit vier Weichen angeschlossene Ladestraße mit Kopf- und Seitenrampe,
    Gleiswaage und Lademaß
    ankommende Fracht:
    Brennstoffe, Baumaterial, landwirtschaftliche Badarfgüter, Kunstdünger, Roh(Grab)steine, Hopfen, Malz
    abgehende Fracht:
    landwirtschaftliche und handwerkliche Produkte Milch, Nutz- und Schlachtvieh, Kalk, Grubenholz für die
    Bergwerke im Ruhrgebiet, später Papierholz, Langholz, Getreide


    In Plankenfels treffen sich 5 Staatsstraßen; so aus: Waischenfeld, Streitberg, Heiligenstadt, Hollfeld und Bayreuth.
    Am Bahnhof befand sich deshalb eine "Kraftpost"-Haltestelle, für Reisende, die -per Bahn angekommen- in die
    Fränkische Schweiz weiter reisen wollten. Die vormals bestandene Postkutschenlinie wurde mit der Eröffnung der
    Bahn am 12.03.1904 (dem Geburtstag des Prinzregenten Luitpold von Bayern) eingestellt
    Den Reisenden stand ein stattliches "Gasthaus zur Eisenbahn" zur Einkehr bzw. Übernachtung vor der Weiter-
    reise zur Verfügung..


    Der Ort Plankenfels selbst hatte zum Zeitpunkt des Bahnbaues ca. 800 Einwohner und war neben der Endstation
    Hollfeld (ca. 1100 Einwohner) der zweitgrößte Ort an der Strecke außerhalb Bayreuth.Folgende ortsansässige
    Betriebe konnten nun ihre Waren über die Bahn beziehen und auch verfrachten, es waren dies:
    4 "Kolonialwaren"- Läden
    2 Steinbrüche, einer davon mit Kalkbrennerei
    2 Brauereien
    2 Bäckereien
    2 Mühlen mit Sägewerk
    1 Porzellanwaren-Fabrik
    1 Metzgerei,
    1 Haushaltswarengeschäft
    1 Schlosserei
    1 Schreinerei
    1 Schmiedewerkstatt
    1 Steimetzbetrieb
    1 Waldbauerngenossenschaft
    1 Raiffeisen-Lagerhaus
    1 BayWa-Lagerhaus
    1 Postamt (die Postsäcke kamen noch in den 60er Jahren mit der Bahn)
    zig rührige Landwirte und "Marktfrauen", die mit ihren "Huckelkörben" bepackt mit der Bahn nach
    Bayreuth fuhren um dort auf dem Wochenmarkt ihre Produkte feilzubieten.


    Gleisplanskizze:




    Auf einer alten Postkarte (Alter und Autor nicht mehr feststellbar) ist das gesamte Ensemble festgehalten:
    links unten der Bahnhof mit den beiden Anbauten, in Verlängerung rechts das Abort- und Wirtschaftsgebäude;
    am Bildrand unten in der Mitte das "Spritzenhaus" der Feuerwehr; gleich darüber das "Gasthaus zur Eisenbahn",
    in Bildmitte links der Steinbruch mit Kalkwerk und das BayWa-Lagerhaus.




    Aus dem Fotoalbum meiner Großeltern:
    Der Bahnhof um 1930 (Fotograf unbekannt)
    Bahnhofsgebäude mit Güterhalle und Sommerwartehalle, Bahnsteigsperre, Schild "Kraftpost-Haltestelle"




    Noch eine alte Postkarte (entstanden vmtl. 1950, Fotograf unbekannt)
    mit dem stattlichen "Gasthaus zur Eisenbahn"




    und hier der "Abschied" von Plankenfels (Foto A. Schneider):
    Aufnahme des Abschiedszuges am 28.09.1974 bei der Ausfahrt aus Plankenfels Richtung Bayreuth





    Km 25,3
    Anst. BayWa-Lagerhaus und Steinbruch mit Kalkwerk
    eigener -interessanter- Gleisanschluß mit "Hosenträger", Gleiswaage
    ankommende Güter:
    Landmaschinen und deren Ersatzteile, Heizmaterial, Kunstdünger
    abgehende Güter:
    Getreide, Kalkstein, gebrannte Kalksteine


    die Anschlußstelle wurde vom Bahnhof Plankenfels aus als Sperrfahrt bedient.


    Gleisplanskizze.




    hier noch ein Luftbild von 1968, das die BayWa und den Steinbruch zeigt (Foto A. Schneider)
    Der "Hosenträger war längst zurückgebaut,
    Die BayWa von links nach rechts: Verwaltungs- und Wohngebäude; Lagergebäude; Reparaturhalle
    dahinter der Steinbruch mit dem Wohngebäude des Betreibers und das Kalkwerk




    Ist die "BayWa" mit Steinbruch nicht ein wunderschönes -wenn auch etwas "tiefes"- Objekt für einen Nachbau....?


    Soweit für heute, Fortsetzung folgt bald
    Ein schönes Wochende wünscht Euch allen
    Arnold

  • Hallo Freunde,



    zu den präsentierten "alten" Postkarten und Bildern ein paar aktuelle "Ansichten"


    Nachdem wunderbares Wetter vorherrscht, habe ich heute Mittag ein paar aktuelle Aufnahmen gemacht:



    Alles, was noch an den Bahnhof Plankenfels erinnert, ist das Bushalteschild mit der Aufschrift "Bahnhof".
    Im Hintergrund ist das ehemalige "Gasthaus zur Eisenbahn" zu erkennen. (09.04.2017, Foto A. Schneider)



    Das ehemalige Spritzenhaus, in der rechten Hälfte davor ist das Bus- Haltestellenschild zu erkennen
    (09.04.2017, Foto A. Schneider)



    Das ehemalige Gasthaus zur Eisenbahn; hier hat sich an der Ansicht bis heute wenig geändert; steht schon
    jahrelang leer und ist genau so lange schon zum Verkauf ausgeschrieben.
    (09.04.2017, Foto A. Schneider)



    Der gleiche Fotostandpunkt wie bei meiner Aufnahme des ausfahrenden Abschiedszuges,
    Die Tankstelle existiert immer noch, die Staatsstraße hat die ehemalige Bahntasse "erobert",
    bei den Weidenbüschen links befand sich die Kopf- und Seitenrampe(09.04.2017 Foto A. Schneider)



    113 Jahre sind vergangen, seit die Strecke in Betrieb genommen wurde; vor 42 Jahren hat sie aufgehört, zu
    existieren,..........und doch ist sie noch nicht vergessen bei denen, die sie brauchten, um zur Schule, der
    Lehr- und Arbeitsstelle zu gelangen,.........quam tempus fugit !


    In diesem Sinne, einen schönen Rest-Sonntag und bis bald
    Arnold

  • So Freunde,


    nachdem meine liebe Frau und ich soeben von der "Osterbrunnen-Sight-Seeing-Tour" zurückgekommen
    sind, kann das Bockala weiter fahren.


    Auf der knapp 2 Km messenden Strecke zwischen der BayWa Plankenfels und dem Haltepunkt
    Wadendorf mußte die größte Steigung der ganzen Strecke von 1,92 % überwunden werden
    (ca. 38 Höhenmeter)


    Km 27,2
    Haltepunkt "Wadendorf"
    unbesetzt, kurzer Schüttbahnsteig, Fahrkarten bekam man im "Gasthaus zur Eisenbahn"


    Skizze:



    Nachdem uns Jacques bereits eine historische Ansicht des Gasthauses zur Eisenbahn vorgestellt hat, hier eine
    "frische" Ansicht von heute,.....ja, man sieht richtig, hier findet auch jetzt noch Gasthaus-Betrieb statt !
    An der Fassade hat sich über all die Jahre fast nichts geändert (09.04.2017, Foto A. Schneider)




    So, nun ist Schluß für heute, da meine Gattin zum Abendbrot auf den Balkon ruft und ich mir
    "edsad in da Obndsunna a guda Brodzei und a a Seidla guds frängisch Bia schmeggn loss, und Ade füa heid sochd" ***


    Arnold


    Für Nichtfranken:
    ( ***Jetzt in der Abendsonne eine gute Brotzeit und auch eine Halbe guten fränkischen Bieres munden lasse, und Adieu für heute sagt)

  • Hallo,


    ich melde mich heute doch noch einmal zu Wort.
    Von Wadendorf aus bis zur Endstation braucht sich der Heizer nicht mehr überarbeiten, es rollt fast eben dahin.



    Km 29,4
    Haltestelle "Stechendorf-Welkendorf"
    bay. Agenturgebäude mit Ladeboden links, einseitig mit zwei Weichen angeschlossene Ladestraße,



    Skizze:



    Leider ist es mir bis heute nicht gelungen, Bilder von dieser Station aufzutreiben.
    Stattdessen ein heute von mir geschossenes Foto des ehemaligen Haltestellen-Areals.
    Genau mittig durch das Gebäude der freiwilligen Feuerwehr Stechendorf verlief früher das Streckengleis.
    Auf der ehemaligen Ladestraße hat die Kommune einen geschotterten Parkplatz angelegt(Mitte links).
    (09.04.2017, Foto A. Schneider)




    Km 31,1
    Haltepunkt "Moggendorf"
    kurzer Schüttbahnsteig, keine Unterstellmöglichkeit


    Mit dem nächsten Beitrag erreichen wir endlich die Endstation und ehemaligen "Betreibsmittelpunkt" Hollfeld


    Bis bald
    Arnold

  • Hallo,


    unser Bockala hat nun die letzten 1,6 Km hinter sich gebracht und hält mit quietschenden Bremsen im
    Endbahnhof. Für die 32,7 Km lange Strecke brauchte er in der Anfangszeit sage und schreibe zwei Stunden !


    Km 32,7
    Bahnhof "Hollfeld"
    Endbahnhof, zu Zeiten der k.bay.Sts.B. Betriebsmittelpunkt der Strecke, versehen mit dem imposantesten
    Empfangsgebäude der Localbahn, großes Nebengebäude, große Güterhalle, Gleiswaage, Lademaß,
    erhöhte Laderampe, 2-ständiger (Fachwerk)Lokschuppen mit angebautem Wohn- und Übernachtungsgebäude,
    Kohlenbansen vor dem LS, Wasserkran im LS, Ladegleisverlängerung zum BayWa-Lagerhaus, Gleisstutzen
    zum Abstellen gerade nicht benötigter Personenwagen; die beiden der Localbahn zugeteilten Lokomotiven
    waren im hiesigen Lokbahnhof beheimatet.


    Ankommende Güter: Baumaterial, Heizmaterial, landwirtschaftliche Maschinen, Kunstdünger, Hopfen und
    Malz für die ansässigen Brauereien, Verbrauchsmaterial für die Gewerbebetriebe
    Abgehende Güter: landwirtschaftliche Produkte, Milch, Nutz- und Schlachtvieh, Lang- und Grubenholz aus
    den umliegenden gräflichen Forstdomänen, Dolomit-Schotter, Getreide, Bier


    Gleisplanskizze:
    oben Mitte die Bekohlungsbühne, oben rechts der Lokschuppen mit Wohn- und Übernachtungsgebäude
    unten von links: BayWa-Lagerhaus, Güterhalle, Empfangsgebäude, großes Nebengebäude, erhöhte Ladestraße



    Die nun folgenden Bilder sind von mir aufgenommen, falls nichts anderes vermerkt.


    Die vier Ansichten des Empfangsgebäudes


    von der Straßenseite


    von der Gleisseite, im Hintergrund die Gaststätte zur Eisenbahn



    Von der Ortsseite



    von der Bahnhofseinfahrt her gesehen


    die Güterhalle von der Straßenseite



    das Nebengebäudevon der Bahnseite, im Hintergrund das Gasthaus zur Eisenbahn



    das Nebengebäude von der Straßenseite



    der Lokschuppen mit Wohn- und Übernachtungsgebäude





    Damit wären nun die Haltestellen mit oder ohne Bauwerke abgehandelt.
    Im nächsten Beitrag werde ich mich den Brückenbauwerken zuwenden


    Liebe Grüße an alle und herzlichen Dank für das bisher gezeigte Interesse und die vielen Bedankungen und Grünen


    Bis demnächst
    Arnold

  • Moin Arnold,
    nachdem ich das Zintl-Buch "Bayreuth und die Eisenbahn" heute morgen durchgeschaut habe möchte ich meinen Wunsch nochmals bekräftigen und wünsche mir ein Lokalbahnbüchlein über diese tolle Nebenbahnstrecke. Nicht nur die historischen Betriebsfotos haben mich begeistert sondern auch das "Drumherum" wie die Bahnhofswirtschaft und die schlichte Dorftankstelle. Alles Vorbilder für die Nachgestaltung.
    Der guten alte Zintl möge mir verzeihen aber seine Bildauswahl ist nicht so umfangreich wie Deine über BT-Hollfeld.
    Denke mal drüber nach! Du warst ja auch einer der Antreiber für Jaffa bzgl. der Lokalbauten.
    Es würde auch ein Fotobuch mit Deinen Texten genügen. Es ist einfach zu schade wenn dieser Thread irgendwann im Nirvana verschwindet. Hinterfrag doch mal die Kosten für ein Fotobuch.


    Sonnige Grüße aus Husby
    Husbert

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