V22 oder auch Jagsttalkrokodil [0e]

  • Hallo zusammen,


    nachdem das Studium mir wieder etwas mehr Zeit für den Modellbau freigegeben hat, konnte das nächste Lokbauprojekt in Angriff genommen werden.
    Wie die Überschrift bereits sagt, wird diesmal Die Baureihe V22 der Jagsttalbahn für die Spur 0e komplett neu gebaut. Wie bereits bei der Schöma und dem Rangiertrecker Tmf 2/2, werden auch hier wieder alle Gehäuseteile mittels 3D-Druck hergestellt. Da dem 3D-Druck allerdings immer noch grenzen im bereich der Stabilität von Filigranen Teilen gesetzt sind, wurden auch einige Anbauteile aus Messing montiert. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an die Firma Petau, die mich bei diese Projekt durch das herstellen der feinen Fräs- und Ätzteile unterstützt hat.
    Anders als bei den beiden vorherigen Lokomotiven, wird die V22 diesmal auf einem Antrieb der Firma SB-Modellbau aufgebaut und besitzt somit kein selbst gebautes Fahrwerk. Besonderes Augenmerk liegt bei diesem Projekt auf dem Einbau von kleinen Sonderfunktionen, die zeigen Sollen, was auf begrenztem Raum und mit Digitaltechnik realisierbar ist (später dazu mehr).


    Besonderheit des Vorbildes war die verbaute Vielfachsteuerung, welche es erlaubte, die beiden auf der Jagsttalbahn befindlichen V22 01 und V22 02 Rücken an Rücken zu koppeln und beide Maschinen von einem Führerstand aus zu steuern. Dadurch war es möglich, mit beiden Lokomotiven größere Lasten, bei gleichem Personalaufwand, zu transportieren.


    Begonnen wurde das Projekt durch Vorbildrecherche und der anschließenden Konstruktion im CAD. Hierfür wurde, wie bereits auch in früheren Konstruktionen, das Programm Inventor (2016) genutzt.

    Renderansicht aus dem CAD-Programm



    Renderansicht aus dem CAD-Programm


    Die Konstruierten Daten wurden anschließend wieder bei Shapeways im Material Froste Ultra Detail gedruckt und anschließend mit Aceton entfettet und gereinigt. Die gereinigten Teile konnten nun grundiert und lackiert werden.





    Im Anschluss an die Grundierung, konnten die Gehäuseteile mittels Acrylfarben von Oesling lackiert werden:




    Soweit fürs erste :D


    Gruß und schönen Sonntag,


    Henrik

  • Hallo Andreas,


    Die Farben habe ich verwendet, da man jede beliebige RAL Farbe bei denen beziehen kann und ich noch die passenden da hatte. Großartig anders als die Revell Aquarell Farben sind diese nicht (ebenfalls auf Wasserbasis).


    Gruß Henrik

  • Hallo miteinander,


    heute möchte ich die technische Ausstattung der V22 etwas näher beschreiben. Wie bereits geschrieben, kommt für die V22 ein SB-Modellbau-Fahrwerk mit Maxon-Motor zum Einsatz, welches sich durch sehr gute Fahreigenschaften und einen ruhigen Lauf auszeichnet. Ein weiterer Vorteil des Fahrwerks besteht in seinem relativ hohen Gewicht, wodurch dem doch ziemlich leichten 3D-Druck Gehäuse, etwas Gewicht und ein niedriger Schwerpunkt verliehen wird.



    Schnittdarstellung mit Mechanik- und Elektronikkomponenten


    Gesteuert wird das Modell, wie die beiden vorherigen auch, mit einem ESU Loksound V4.0 Decoder (1). Da dieser für mein Vorhaben nicht genügend belastbare Funktionsausänge besitzt, wurde er durch die I/O Erweiterungsplatine etwas vergrößert und bietet dadurch 10 Funktionen, wovon 4 auch als Servoausgang genutzt werden können. Um die Komponenten der Lok möglichst unterbrechungsfrei mit Strom versorgen zu können, wurde am Decoder außerdem ein Powerpack angeschlossen, welches sich im vorderen Teil der Lok befindet. Die Schallkapsel entstammt früheren Geräuschexperimenten :rolleyes: und besitzt einen Bassreflexkanal, der die tieferen Töne etwas hervorheben soll. Außerdem ist die Schallkapsel direkt auf den Rahmen mitgedruckt worden, wodurch der Lokrahmen auch als Resonator mit genutzt wird.
    Die I/O Erweiterungsplatine erlaubt, wie bereits geschrieben, das Betreiben von bis zu 4 Servos unabhängig voneinander. Mit Hilfe dieser Funktion soll dem Innenraum der Lok (4) etwas leben eingehaucht werden und das ein oder andere Teil bewegt werden 8)



    Eingebaute Elektronik


    Neben der elektronischen Ausstattung des Modells wurden auch letzte Pinselarbeiten vorgenommen und kleine Details farblich abgesetzt.



    Gruß


    Henrik

  • Hallo zusammen,


    die erste Hälfte des Jagsttalkrokodils konnte heute bei ihren ersten Testfahrten gesichtet werden.
    Nachdem die Elektronik komplett verbaut und der Decoder programmiert wurden, mussten noch die im Original vorhandenen Beschriftungen angebracht werden. Diese wurden in Corel Draw gezeichnet und anschließend mittels UV-Druck auf Nasschiebefolie gebracht. Nach der Beschriftung erhielt die V22 noch ihre Verglasung und für eine Klare Sicht passende Scheibenwischer.


    Hier nun ein paar Bilder des beschrifteten Modells:






    Und wie im Titel versprochen: Bewegte Bilder der ersten Testfahrt (Bitte das Rattern vom Objektiv ignorieren :wacko: ).



    Gruß und schönen Abend,


    Henrik

  • Hallo Henrik,
    klasse gemacht. Die sich (korrekt) bewegenden Hebel und Handräder sind ja super geworden und auch der gesamte Rest einfach 1A.
    Von mir ganz klar ein :thumbup: oder doch lieber ein :thumbsup:


    Hier noch ein Bild vom Original (das gerade eine Überholung bekommt)
    Die zweite Hälfte fährt beim Öchsle und ist in einem wesentlich besseren Zustand



    Viele Grüße
    Martin

  • Moin Henrik,


    mehr kann ich kaum sagen. Bin echt platt, was Du da geschaffen hast. Faszinierend finde ich die Lichteffekte und die sich bewegenden Handräder und Hebel.


    ciao


    Bernd :thumbsup:

    NullFreund - Spur0 aus Leidenschaft
    **********************************************************
    Always walk on the bright (web-)side of life!

  • Moin Henrik


    Durch einen anderen Fred bin ich auf den Deinen aufmerksam geworden.


    Was für ein genialer Modellbau!
    Wenn ich auch nicht so digitalbegeistert bin, die Möglichkeiten sind genial!!!
    Nachteilig, die doch schwache Auflösung der einzelnen Schichten beim 3 - D - Druck,
    sieht man sie doch recht deutlich.


    Am genialsten sind jedoch die sich richtig bewegenden Fahrhebel der Lok!
    Fehlt nun nur noch der entsprechende TFZ - Führer, der sich entsprechend bewegt!?


    In diesem Maßstab müsste es doch zu machen sein!
    Entsprechende Gelenke im Modellmenschen, gekoppelt mit dem Hebel, würden den "Vogel abschießen"!


    Respektvolle Grüße aus dem Bärliner RAW,


    Dirk


  • Nachteilig, die doch schwache Auflösung der einzelnen Schichten beim 3 - D - Druck,
    sieht man sie doch recht deutlich.


    Hallo Dirk, bist du sicher, die richtige Lok und deren Druck zu beschreiben?
    Ich kann nämlich keine "schwache Auflösung der Schichten" auf den Bildern erkennen. 8|?(

  • Wenn man genau hinschaut sind die Schichten zu erkennen. Ich glaube aber, dass es in Echt nicht so sehr auffällt wie auf dem Foto und selbst dort musste ich nochmal genau hinschauen. Das wäre für mich noch kein Argument gegen den 3D-Druck.


    Gruß Markus

  • Hallo Henrik,


    das sind schöne Fahrzeuge geworden. Wie ich an den Render-Bildern zu erkennen glaube, hast Du auch die unterschiedlichen Steuerungsverbindungen berücksichtigt.


    Hattest Du außer Fotos auch Pläne zur Verfügung? Ich bin für meinen Umbau noch auf der Suche nach guten Plänen. Bisher erfolglos. Es gibt zwar einige Skizzen im Netz, aber da möchte ich keine Maße abgreifen.


    Über eine Antwort von Dir würde ich mich sehr freuen.


    Grüße
    Klaus

    Der frühe Vogel kriegt den Wurm, aber die zweite Maus erhält den Käse

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!