welche Booster

  • Vorab, wenn jemand mit seinem überdimensionierten Booster die Wohnung heizen will
    ist das seine Sache. Überschüssige Leistung wird eben in Wärme umgesetzt.


    Wenn ein Verbraucher 1 A Leistung zieht und das ist schon hoch
    wird der Rest zu 5 bis 8 Ampere in Wärme umgesetzt.
    Nicht tragisch wenn man den Booster nicht gerade in einen Koffer einbaut.


    Im System bleiben bedeutet passender Trafo zu entsprechendem Booster mehr nicht.
    Verbaue ich verschiedene Trafos und verschiedene Booster habe ich nicht nur
    verschiedene Digitalsignale sondern auch verschiedene Spannungen je Boosterabschnitt.


    Das bedeutet Kurzschlüsse bei jeder Überfahrt einer Trennstelle.
    Kurzschlüsse bedeuten höheren Radverschleiß und vermehrt im Dekoder Störungen.


    Es macht also durchaus Sinn stabilisierte Netzeile bzw. Trafos zu verwenden
    sonst gibt es durch ungeregelte Trafos schon Spannungsdifferenzen.


    Welche Dekoder man verwendet ist wieder eine ganz andere Sache.


    Jo

  • Neben der Lenz Steuerung baue ich auch in alle Loks Lenz Gold Dekoder ein.
    Allerdings benötige ich keinen Sound, das macht diese Entscheidung einfach.


    Ob dies mein Fimmel ist oder sinnvoll ist bleibt wohl Ansichtssache.
    Ich will da auch nicht noch eine neue "Front" aufmachen.


    Jo

  • Hallo Jo,


    in Deinem Beitrag #21 ist ein systematischer Fehler beinhaltet:


    wenn von einem Trafo mit 5 A Leistungskapazität nur 1 A abgefordert wird, werden die restlich möglichen 4 A nicht in Wärme umgewandelt.


    Das ist so nicht korrekt!!!!!!!!!!

    Grüße aus Regensburg


    Heinz ;)

  • Du hast recht Heinz,
    machmal sollte man sich Verkürzungen/Vereinfachungen ersparen.


    Sachlich richtig muss es heißen:


    Ist die Trafospannung zu hoch, muss überschüssige Leistung, vom
    Booster als Wärme abgeführt werden.
    Gefahr der Überhitzung des Boosters!


    Sie beschreibt es zumindest TAMS. Ob die mehr Ahnung haben muss offen bleiben.


    Danke für die Korrektur. In dem Sinne freundliche Grüße von



    Jo

  • Hallo allerseits,


    ich kann Heinz nur zustimmen, nicht abgerufener Strom wird nicht in Wärme umgesetzt. Was vermutlich in Wärme umgesetzt wird, ist eine im Verhältnis zur Gleisspannung zu hohe Trafospannung. Nach den Gesetzen der Elektronik wird bei Gleichrichtung und Siebung mit Kondensatoren aus der Wechselspannung des Trafos die 1.42 fache Gleichspannung. Ein Trafo mit 16 V Ausgangsspannung erzeugt also im Booster eine Gleichspannung von 16 x 1.42 = 22.7 V. Ist nun die Gleisspannung auf 16 V eingestellt, müssen somit 6,7 V "vernichtet" werden. Bei einer Belastung des Boosters mit z.B. 4 A wären das 26,8 W. Nach dem ersten Satz der Thermodynamik geht Energie in einem geschlossenen System aber nicht verloren, sie wird nur umgewandelt, im vorliegendem Fall in Wärme.
    Wir durften das an unserer Clubanlage in Hagen selbst erleben, weil einige Booster an Trafos mit 15 V und einige an Trafos mit 18 V hingen. Die Gleisspannung war auf 16 V eingestellt. Ratet, welche Booster so heiß wurden, das die Übertemperatursicherung ansprach.
    Wir haben dann bei allen Boostern die Gleisspannung auf 18 V programmiert, das hat einiges an Verbesserung gebracht.


    Nicht richtig ist nach meiner Meinung auch die Aussage, dass bei unterschiedlichen Boostern und unterschiedlichen Gleisspannungen an den Trennstellen beim Überfahren Kurzschlüsse auftreten. Das ist nur bei falscher Polung der Gleisspannung der Fall.


    Gruß


    Christoph

  • Ich darf mal von meinem zuvor erstellten Link zitieren:


    "Leistungselektronik für N HO und Großbahnen
    Spezielle Baugruppen die den Digitalbetrieb für HO und Grossbahnen mit anderen Steuergeräten
    (z.B.Lenz, Zimo, Uhlenbrock, ESU, Viessmann) komfortabler und leistungsstärker ermöglichen.
    Klicken Sie auf die Typenbezeichnung und Sie erhalten die Betriebsanleitung
    Unsere Produkte werden absichtlich mit wesentlich stärkeren Bauteilen bestückt, und unterscheiden
    sich deshalb in ihrer Standfestigkeit erheblich von der sonst üblichen Serienproduktion.
    Die aus den "Gründerzeiten" der Modellbahn bestehende Angst vor hohen Stromstärken am Gleis ist
    aufgrund der Microprozessortechnik unberechtigt. Selbst bei HO sollte der Drahtquerschnitt nicht
    unter einem Quadrahtmillimeter in der Gleiszuleitung betragen, damit eine sichere Kurzschlussab-
    schaltung erfolgen kann. Je länger die Gleiszuleitung ist, desto stärker muss der Drahtquerschnitt
    ausfallen."


    Ist nur ein Zitat, ich bin kein Experte. Ich persönlich mache mir da keine Gedanken wegen Kurzschlüssen oder sonst.



    Die von Klaus vorgestellte Alternative, Zentralen von Roco als Booster umzubauen kenne ich auch, und ist, meiner Meinung nach, eine gute und günstige Alternative, da man Stück für Stück erweitern kann. So kann man sich das Budget einteilen und für eine Modulanlage sicherlich auch ne gute Wahl, wie mir Heinz per pn mitgeteilt hat.


    Viele Grüße,


    Christoph


    PS: Die Booster von Heller haben eine einstellbare Kurzschlussabschaltzeit von 0,5 - 1- 1,5 - 2 sec.


    Noch ein PS: Die Frage nach einem Booster kam auf, als bei mir die 232 von Kiss schlapp machte... Sound fiel aus, stotterte und die Lok fuhr auch sehr schlecht. Nach der Überarbeitung von Klaus (Getriebe), fährt die Lok ohne Aussetzer und verbraucht deutlich weniger Strom (Rundstrecke von ca 22 m). Auf der Hälfte der Strecke, also quasi gegenüber der Einspeisung, ging dann gar nix mehr. Bekannt ist ja, dass MTH oder auch einige Kiss Loks und wohl noch andere, schon mal ein paar Ampere ziehen können. Wenn dann noch eine zweite Lok in Betrieb ist und noch ein paar Wagen beleuchtet sind und Weichen, kann es schon mal eng werden.

  • Hallo Jo, hallo Christoph,


    man muss doch sehr staunen, was manchmal so in den Empfehlungen einiger Firmen (Hersteller von Elektronik) zu lesen ist, so z. B. 20 V als Gleisspannung für Spur 0. Und dies bei den Anlagen, bei denen überwiegend mit max. 25 % des Geschwindigkeitsbereichs gefahren wird. Auch wenn auf den Stecken oder der Elektronik der Fahrzeuge (Loks) das eine oder andere "Völtchen" flöten geht, wird hier etwas falsches empfohlen. Hat denn da schon jemand mal nachgesehen, welche Nennspannung die Motoren in den Loks haben?


    Manche halten es wie die Landwirte - viel hilft viel. Und so wird unnötig Leistung "verpulvert" bzw. verheizt. Nicht der Strom ist bei der Abstimmung zwischen Trafo und Zentrale/Booster im Focus sondern die Spannung. Und bei Spur 0 ist 16 V Gleisspannung vollkommen ausreichend.


    Und zum Kurzschluss: man kann manchmal landsmannschaftliche sprachliche Eigenheiten erkennen. Das heist z. B. einen "Kurzen" bauen oder zwei Geräte "auf kurzem Wege" = kurz zusammen schließen.


    Wenn die Spannungen an einer Trennstelle auf einander abgestimmt sind (geht sehr gut und einfach über ein geregeltes Netzteil oder über die Elektronik), dann werden bei einem Überfahren der Trennstelle die beiden Gleisvorsorgungsspannungen (Zentrale und Booster) kurz zusammengeschlossen. Dies ist aber ein Vorgang, den jeder Hersteller als unbedenklich ansieht. Ich übrigens auch.

    Grüße aus Regensburg


    Heinz ;)

    Edited 2 times, last by Heinz Becke ().

  • Hallo Heinz,


    ein geregeltes Netzteil zur Versorgung eines Boosters ist überflüsig und sinnlos. Der Booster regelt die Ausgangsspannung selbst, sonst könnte man sie nicht programmieren. Die Ausführungen in meinem Beitrag gelten übrigens nur für Trasformatoren (Wechselstromausgang), nicht für Netzteile mit Gleichstromausgang.
    Die Leistung, die von einer Lokomotive abgerufen wird, hängt natürlich auch von der Gleisspannung ab. Leistung = Strom x Spannung, nach den Gesetzen der Elektrotechnik. Bei konstanter Leistungsaufnahme sinkt der Strom bei erhöhter Spannung.
    Zum Thema Trennstellen: Wenn die beteiligten Booster auf die gleiche Gleisspannung eingestellt sind, gibt es kein Problem (und sonst übrigens auch nicht). Weil die Booster die Ausgangsspannung selbst regeln hilft auch kein geregeltes Netzteil oder sonstiger Woodozauber. Wenn die Polung stimmt, kann nichts schiefgehen.
    Wir haben in Hagen auf der Anlage fünf Lenz-Booster im Einsatz, die ich erst kürzlich neu verkabelt habe. Glaub mir also bitte, dass ich weiß, worüber ich spreche.


    Wen es interessiert: zwei Normen der MOROP zum Thema.


    Leitungsquerschnitte
    Digitale Zugförderung - Elektrische Kennwerte siehe Gleispannung und Tabelle der Sollspannungen


    Gruß


    Christoph

  • Kurz mal weg und schon ist dieser Beitragsbaum förmlich explodiert. Allerdings sind wir auch ein wenig vom eigentlichen Thema abgeschweift. Passiert halt bei Diskussionen :thumbup:


    Ich danke euch für die vielen Erfahrungen und Meinungen zu diesem Booster Thema.
    Schlussendlich muss jeder für sich und seine Anwendung wissen, was und welche Lösung für ihn die beste ist.


    Bekanntlich führen ja viele Wege nach Rom. :thumbsup:


    Gruss
    Michi

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