Arnoldsreuth, .....irgendwo in Franken

  • Seid alle gegrüßt,


    hier ein neues Gschichdla aus dem oberfränkischen Arnoldsreuth, das dem Chronisten erst
    kürzlich zugetragen worden ist.


    Es war am späten Abend des 31. Dezember 1904, als man der Kundl; kgl. Hebamm´ allhier
    zu Arnoldsreuth; einen Boten geschickt hatte, mit der Bitte, umgehend zu kommen und
    Geburtshilfe zu leisten. Schnell griff sie ihren Koffer, schwang sich auf ihr altes Velociped
    und fuhr los.


    Ausgerechnet am Ortsausgang stand der diensteifrige und sehr gefürchtete Wachtmeister
    Schorsch Bullbeißer und wollte die -wie immer- ohne Licht fahrende "Weibsperson" anhalten
    und zurechtweisen.


    Die Kundl rief ihm zu:


    "Edsadla gi fei hurdi auf d´Seidn Schandarm, sunsd foa a di üban Haufn, odda wülsd
    ebba am End vahindan, dass as neua Joa rechddseidi auf die Wäld kümmd?"


    Nur ein beherzter Sprung aus dem "Gefahrenfeld" rettete den kgl. Gendarm vor einem
    unliebsamen -und vermutlich sehr schmerzhaften- Zusammenprall am Altjahresabend.
    Die Kundl hörte seinen -hier nicht wiedergebbaren- Fluch und dann noch etwas wie:
    "Wad na Kundl, diich narrischs Weisbüld dawüsch iich scho a nuch amoll, obba nochadla
    weasd wos daleem; sell deafsd ma gadroosd glaam!"


    Sein Zorn legte sich schnell; erinnerte er sich doch daran, daß dieses "narrische Weisbild"
    ja justament heute vor genau 25 Jahren geholfen hatte, ihn das Licht der Welt erblicken
    zu lassen..........

    Sehr versonnen begab er sich in die Bahnhofswirtschaft, um dort dafür Sorge zu tragen,
    daß das Jahr 1904 "kassiert" werden konnte und das Jahr 1905 mit der vom kgl. Gesetz
    vorgeschriebenen Ruhe und Gelassenheit; natürlich mit einem dreifachen "Hoch" auf
    seine kgl. Durchlaucht, den Prinzregenten Luitpold von Bayern, begrüßt werden konnte.



    Ein gutes und modellbahnerisch erfolgreiches 2020 aus Aanoldsraad in Obafrangn
    wünschen Euch
    Arnold und die 98 1125


    P.S.
    Und hier die "Dranslaischn" der Gespräche der Hauptdarsteller für alle Nicht-Franken:


    Hebamms-Kundl:
    "Geh jetzt bloß schnell zur Seite, Gendarm, sonst fahr´ich dich über den Haufen;
    oder willst du etwa am Ende verhindern, daß das neue Jahr rechtzeitig zur Welt kommt?"


    Schorsch, der Gendarm:
    "Warte nur, Kundl, dich närrisches Weibsbild erwische ich schon auch noch einmal; aber
    dann wirst du was erleben, selbiges darfst du mir getrost glauben!"

  • Hallo Moba-Kollegen,


    damit es während der Ausgangssperre nicht zu langweilig wird, hier wieder ein Gschichdla
    aus Arnoldsreuth. Der Wiesentbote berichtete im Herbst des Jahres 1908, gerade mal vier
    Jahre nach Eröffnung der Localbahn über die Gefahren, die allenthalben die Fahrpläne
    der Kgl.bay.StsB durcheinander bringen konnten; zumal es zu jener Zeit auch noch einen
    konkurrierenden Postkutschenverkehr gab und es darob immer noch Zeitungsredakteure
    gegeben haben soll, die sich freuten, negative Schlagzeilen über die "neue" Bahn ausgießen
    zu dürfen. So seht nun selbst:


    Ende September 1908 fuhr in einer nebligen Morgenstunde der "Post-Sepp" mit seiner kgl.
    Postkutsche neben den Schienen der "neumodischen" Bahn gen Arnoldsreuth



    Wie immer ärgerte er sich maßlos, daß er kurz vor der Endstation von der neumodischen
    -einen hämischen Pfiff ausstoßenden- "Glas-Scheesn" überholt wurde. Und er wußte sehr
    wohl, daß er -wie immer- nach dem Zügla in Arnoldsreuth ankommen würde.



    Doch an jenem Morgen traute er seinen Augen nicht; er erreichte die Endstation und.....
    .....der Zug war noch nicht da.




    Was war geschehen ?
    Nun, zu der Zeit war in den umliegenden Wäldern die Hirschbrunft in vollem Gange und
    ein stattlicher 14-Ender bewachte seinem Harem in unmittelbarer Nähe des Bahngleises.



    In dem ständig pfeifendem Glaskasten erkannte er einen Rivalen und so kam es, wie es
    kommen mußte, der Platzhirsch stellte sich seinem vermeintlichen Kontrahenten........


    Alles Läuten und Pfeifen machte den erbosten Hirschen nur noch grantiger.



    Nach etwa 20 Minuten machte der Platzhirsch den Weg frei und wandte sich wieder dem
    Harem zu.



    Nun, ob ihr es glaubt oder nicht, das Zugpersonal mußte sich nach dem Motto "Wer den
    Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen", noch längere Zeit einiges anhören...


    Das war´s für heute mal wieder aus Arnoldsreuth. Ich wünsche allen beste Gesundheit
    -nehmt die Ausgangssperre mit bastlerischer Gelassenheit- und grüße Euch ganz herzlich
    Arnold

  • ... alzo: nit blous deine Modiefe, sondän aa deini Foddos sin su richdi schdimmungsvoll und wildromandisch ganz zu schweing vom eichndlichng Modllbau als solchng. Des wos du dou modellbauärisch bringsd und zeigsd des mou äschd amool ahnä zammbringa. Und nou schreibsd nu su schäini Gschichdli dazou. Alzo i mou scho soong: Houd ab .. wenn i aan aufhädd.


    Gräine Schiess - ähhh naaa Gschmarri - i mahn nodirli Schäine Griess ass Middlfranggn nach Obäfranggn, nu vill Schbass midd deinä Eisäboh und bleib gsund!!!

  • Hallo liebe MoBa-Kollegen,


    ja, wer hätte das gedacht, daß wir alle jemals durch Kontaktverbot und Ausgangssperre
    weitgehend in die eigenen vier Wände verbannt werden würden..........


    Dies konnte selbst der tüchtige Land- und Bahnamtsarzt von Arnoldsreuth, Sanitätsrat
    Dr. Friedrich, noch nicht ahnen, als er sich zusammen mit seiner lieben Gattin vor nunmehr
    drei Wochen von seinem treuen Gehilfen und Kutscher Johann zur Benefizveranstaltung
    der "Kgl.bayer.Bahnsozialkassa" nach Arnoldsreuth bringen ließ..........



    Es wäre ihm zu diesem Zeitpunkt nicht im Traum eingefallen, daß ihn knapp drei Wochen
    später sein wackerer Helfer Johann in so einer "Maschgara" zu seinem bahnamtlichen
    Kgl.bay.Sanitätsbureau bringen würde..........




    Der Chronist meinte während der Vorbeifahrt folgenden Wortwechsel gehört zu haben:


    Johann: "Herr Sanidädsrood, füa wos söll nochadla di Maschgara gud sa; sell is a Grombf
    as wi a im Buch schdedd, odda nedd ?"


    Dr. Friedrich: "Johann, sell vaschdesd du suwiesu ned und edsadla höldsd dei Goschn, gell,
    well des is fei a Oordnung vo höchsda Schdöll, von an Brinsregendn Luidbold, dem Vawesa
    vo unnan schön Bayan, gell, ned dass sa di nu eikasdln und ich muß mei Scheesn selba foan"


    In diesem Sinne, seid brav und reizt mir die Ordnungsbehörden nicht, bleibt zuhause und
    widmet Euch verstärkt der MoBa. Bleibt alle gesund und munter !


    Es grüßt Euch aus Anoldsraad in Franggn
    Arnold

  • Hallo in die abendliche Runde,


    ja, ja, lang ist´s her, da lief der "Vatertag" in Arnoldsreuth noch zünftig -und vor allem ohne
    "Maskerade"- ab.


    In aller Herrgottsfrühe wurde die frische Milch unter den Augen des Gesetzes zur Milchrampe
    gebracht, der Frühzug nahm sie mit in die nahe gelegene Kreisstadt.


    Am Nachmittag dann fuhren die wackeren Burschen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr
    von Arnoldsreuth zu einem "höchstdringlichen Einsatz" zum nahe gelegenen Bierkeller der
    Brauerei Schoberth, um dort nach dem Rechten zu sehen, natürlich verbunden mit einer
    unabdinglichen "Naß-Übung".



    Der Abendzug ist inzwischen abgefahren und der Zugführer scheint auch auf dem Keller
    gewesen zu sein, denn so freundlich winkt er das ganze Jahr nicht............



    Und obschon sich der Chronist vom "Kellergeschehen" zurück gezogen hat, die wackeren
    "Brandbekämpfer" sitzen noch immer fest und intonieren wieder und wieder -von Mal zu
    Mal gräuslicher- ihre "Hymne": Ana ged nu, ana ged nu nei, densdweng Wiad, scheng ei"


    Herzliche Grüße an alle -verbunden mit dem Wunsch bester Gesundheit- und ein schönes
    langes Wochenende aus dem ansonsten recht beschaulichen Aanoldsraad
    Arnold

  • Hallo Djordje,



    Also eins würd mi ja brennend interessiern. ;) Schwätzt du a so wie'd schreibst? :D I mog des echt sau gern!


    Gruß
    Djordje

    Also,.........wenn i so schwätze tät, wie Du g´schriebe häst, no hätte se mi scho längschd aus Franke vertrieba, vaschdesd?

    Ich "schwätz" gor idda a so, wia i schreibe tu, noi, des tu i gor idda,.....iich red asu, wie ma da Schnobl gwachsn is, nämli Frängisch !

    Obba dovo konnsd Di ja jedadseid übadseung, wennsd bonan nächsdn Schdammdiisch vobeischaua dusd...................:)


    Beste Grüße

    Arnold

  • Hallo in die abendliche Runde,


    nachdem das "Neue" Forum ohne größere Probleme seinen "planmäßigen" Betrieb aufnehmen konnte,

    versuche ich das Neueste aus Arnoldsreuth kund zu tun.


    Heute fand die Lastprobefahrt der 64 491 der DFS, nicht im Original, da sich dieses immer noch in der HU

    befindet, somdern in 1:45 nach Arnoldsreuth statt. Hier ein paar Impressionen:






    Und, wie ich feststellen kann, funktioniert das Bilder Einstellen leichter als im "alten" Forum.


    Herzliche Grüße aus Arnoldsreuth an alle Moba-Kollegen und bleibt gesund

    Arnold

  • Hallo Arnold,


    ich geh mal davon aus, dass deshalb kein Personal auf der Maschine zu sehen ist, weil die Kollegen ein Bild von ihrer "neuen" Lok machen?


    Ansonsten bewundernswert, mit welcher Begeisterung du dich der Bahn deiner Heimat widmest... Da hab ich noch jede Menge Arbeit vor mir. Deshalb weiterhin viel Schaffenskraft,


    viele Grüße aus Thüringen (ne, inzwischen seit 10 Jahren aus BaWü),

    Michael

  • Wieder mal ein mehr oder weniger lustiges Gschichdla aus Arnoldsreuth

    Hallo in die sonntägliche Runde,


    Wie bereits bei "Spur 0 Stammtisch Oberfranken" angekündigt, hier die Erklärung über die von

    einem "Fan" des Stammtisches sofort erkannte "Sauerei mit den verhunzten Puffertellerringen"

    an der Lok 4 (Elna 6) der DFS.

    Nun, die beiden Loks der DFS wurden bereits am Vorabend nach Arnoldsreuth gebracht und

    über Nacht hinten am Güterschuppengleis abgestellt. Kurz vor Mitternacht begab sich das

    Personal zur Nachtruhe, nicht ohne sich vorher noch eine Maß im nahen Biergarten genehmigt

    zu haben,



    Zu diesem Zeitpunkt saßen noch zwei Gäste im fast verwaisten Biergarten; der Malermeister

    Heiner Bierfarb und der Bräu-Görch vom Schoberth Bräu. Beide sinnierten hin und hier, wie sie

    dem Lokpersonal -welche den ganzen Abend über von ihren sauberen Maschinen geschwärmt

    hatten- einen Streich spielen könnten. So kam der Bräu-Görch auf die Idee, daß Meister Bierfarb

    eine Lok etwas "farblich nachbehandeln" könnte. Und so entwickelte sich folgende Diskussion:


    "Heina, wennsd di Buffa vo dera hindan Log a weng mid Farb vadsiasd, nochadla schbendia ich

    dia gansa dswa Käsdn vo mein Debudadbia, hosd mi vaschdandn ? Ach Göach, sell is doch su

    einfoch as wi na wos füa miich, richd na dei Bia scho awell hea"


    Und so haben sich die beiden kurz nach Abfahrt des Spätzuges in einer dunklen Ecke hinter der

    Güterhalle getroffen und der Heiner hat sich zwischen die beiden Loks begeben und seinen

    großen Pinsel um die Pufferteller kreisen lassen.



    Wie ich gehört habe, ist der "Schaden" in der Werkstatt der "DFS 1:45" bereits wieder behoben.


    Einen schönen Restsonntag wünscht aus der gewittrigen Fränkischen Schweiz

    Arnold


    P.S.

    Die Übersetzung der Diskussion für alle nicht fließend Fränkisch verstehende, lieben Kollegen:

    "Heiner, wenn du die Puffer der hinteren Lok ein wenig mit Farbe verzierst, dann spendiere ich

    dir ganze zwei Kästen von meinem Deputat-Bier, hast du mich verstanden ? Ach Görch, das ist

    doch so einfach wie nur was für mich, richte nur einstweilen dein Bier schon her. "

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