Arnoldsreuth, .....irgendwo in Franken

  • Hallo Freunde,
    nach seinem gestrigen Ausflug nach Gießen hat der Chronist heute seinen Augen nicht
    recht getraut, als er -zugegebener Maßen noch recht verschlafen- im sich lichtenden
    Morgennebel aus dem Fenster schaute und an der Bahnhofseinfahrt von Arnoldsreuth
    eine ihm bisher nicht bekannte "Gestalt" entdeckte. Schlaftrunken murmelte er:
    "Des is doch ned da Walla oda däusch a mi do, wie kümmd denn dea edsadla do hea?",
    griff seinen Fotoapparat und begab sich eilends zum Bahnhof. Dort traf er in der Tat
    einen Streckengeher an. Auf die Frage, ob er der Waller sei, antwortete dieser:
    "Wen hod n des amend nochadla dsa indaressian, du neugiaricha Goggl du", drehte sich
    um und ging seiner Wege und ließ den nunmehr sehr dumm aus der Wäsche guckenden
    Chronisten einfach stehen.



    Nun, der Chronist dachte, "no ja do wea i hald ümara Elfa rümm nuch amoll no schaua, well
    do müssd ja dea müarisch Keal eingdli widda do sa, villeichd grich i ja do nu raus, wea a is".
    Gesagt, getan. Kurz nach 11 kam der "Kerl" zurück. Mit dem Tele nahm er ihn von Ferne auf:



    Dann eilte er zur Bahnmeister-Bude, neugierig darob, den Namen des "Neuen" vielleicht
    doch noch zu erfahren. Als Besagter um die Ecke der Bude bog, drückte der Chronist auf
    den Auslöser. Grantig wurde er von seinem Gegenüber angeschnauzt: "Iich moch des fei
    goa ned, gell, foadna fodografiead dsa wean und eds schleich di !" Bis der Chronist den
    offen stehenden Mund wieder zubrachte, hatte der Streckengeher die Bahnmeisterbude
    betreten und die Türe demonstrativ hinter sich in´s Schloß geknallt..........


    (erst bei derFilmbearbeitung bemerkte der Chronist, daß er durch das barsche Auftreten
    des Streckengehers das Bild verwackelt hat, es soll hier aber trotzdem gezeigt werden)



    Mit einem "a su a grandicha Fregga, su a grandicha", macht sich der Chronist auf den Weg
    zum verspäteten Frühschoppen in das nahe gelegene Dorfwirtshaus, um seinen Frust mit
    einer Maß guten, dunklen fränkischen Bieres hinunter zu spülen und vielleicht doch am
    Stammtisch zu erfahren, wer denn der "Neue" sei; zumal ja auch der Bahnhofsvorsteher
    immer sehr gerne den sonntagvormittäglichen Stammtisch zu besuchen pflegte.............


    Einen schönen Rest-Sonntag noch wünscht Euch aus Arnoldsreuth
    Arnold

  • Hallo Freunde,


    der Chronist konnte bei dem wunderschönen vorsommerlichen Wetter nicht mehr schlafen.
    Und als er den vertrauten Pfiff einer 64-er aus der Ferne vernahm, griff er zur Kamera und
    schlenderte zum Bahnhof, um Aufnahmen vom Frühgüterzug zu machen. Obwohl es zwar
    noch recht neblig war, blinzelte die Sonne auch mal durch und verhieß doch einigermaßen
    brauchbare Bilder. Der -wie immer- sehr kurze Güterzug fuhr ein und siehe da, da war ein
    Wagen dabei, der dem Chronisten hier auf der Strecke noch nicht vor die Linse gekommen
    war. Doch seht selbst:




    Un weil ihm der Wagen auf Anhieb gefiel, mußte noch eine Aufnahme bei der Rangierfahrt
    für die Zustellung desselben angefertigt werden:



    Herzliche Grüße aus dem schon fast hochsommerlichen Oberfranken
    Arnold

  • Der Fahrdienstleiter von Arnoldsreuth -ein "besessener Fan" der bayer. S 3/6-
    wollte unbedingt vor dem endgültigen Verschwinden noch eine Sonderfahrt
    mit seiner Lieblingsbaureihe organisieren. Kurz und gut: Alle Plätze waren
    ausverkauft, als sich früh am Morgen des 1. Mai der Sonderzug in Bewegung
    setzte. Selbst der sich sonst so mürrisch zeigende Streckengeher bat darum,
    unbedingt mit auf dem Erinnerungsfoto des Chronisten sein zu wollen. Nach
    der Abfahrt des Sonderzuges meinte er, entgegen aller Feiertagsregelungen
    partout einen Streckeninspektionsgang absolvieren zu müssen; dabei hatte
    er nur An
    gst, daß die Lok irgendwelche Schäden am Gleis verursachen könnte.


    Der Chronist hingegen begab sich nach der Abfahrt zum "Maibaum"-Aufstellen
    der Freiwilligen Feuerwehr mit ausgiebigem Weißwurst-Frühschoppen, um,
    nachdem er mit dem inzwischen -sichtlich zufrieden- zurückgekehrten Strecken-
    geher mit einer Maß Bier angestoßen hatte, von dem etwas "leicht verlängerten"
    Frühschoppen endlich nach Hause zu kommen.



    Allen Freunden der Spur 0 noch einen schönen Rest-Feiertag und allzeit gute Fahrt
    (nicht nur in den Mai) wünscht aus Arnoldsreuth in Franken
    Arnold

  • 21.05.1961 / Pfingstfahrt in´s Grüne


    Der Chronist traute seinen Augen nicht, als er am frühen Morgen des Pfingstsonntag 1961
    aus dem Fenster zum Bahnhof Arnoldsreuth schaute. Einen solch "noblen" Zug hatte er
    bisher noch nicht zu Gesicht bekommen !



    Also machte er sich sofort auf zum Bahnhof, um diesen Zug für die Nachwelt festzuhalten.
    So einen silbern glänzenden Wagen hatte er noch nicht gesehen; und erst das Wagenende:
    Drei weiße und zwei etwas größere rote
    "Augen" sowie Scheibenwischer an den Fenstern,
    das kannte er bisher nicht.


    Und erst die Lokomotive, eine ihm völlig unbekannte V 80 003 mit einem sonderbaren
    Aufbau auf dem Dach ! Ja, was es nicht alles gibt !



    Der Bahnhofsvorsteher von Arnoldsreuth klärte ihn dann auf, daß er für den Pfingstausflug
    diesen Sonderzug , einen sogenannten Wendezug, aus Bamberg bestellt hatte, weil er
    eine im dortigen BW stationierte Dieselloks der Baureihe V 80 unbedingt auch einmal in
    Arnoldsreuth haben wollte.


    Herzliche Grüße aus Arnoldsreuth
    Arnold

  • Hallo Freunde der Spur Null,


    ja, und es ist Sommer!
    Die Hitze hat uns fest im Griff; so auch die kleine oberfränkische Station Arnoldsreuth.
    Das Leben fließt nur noch träge dahin, selbst die Köf zieht sich lieber in den Schuppen zurück




    Die Tauben des Bahnhofsvorstehers sitzen aphatisch auf dem Dach und dem Schornstein


    Der Schäfer bangt um seine Schafe, die nichts mehr weiter als das von der Sonne versengte Gras finden




    Die Frau des Bahnhofsvorstehers aber achtet penibel darauf, daß die Blumen auf den Fenstersimsen nicht verdursten


    Einzig dem wackeren Güterbodenarbeiter scheint die unerträgliche Hitze nichts anhaben zu können.
    Ohne auch nur den geringsten Gedanken daran zu verschwenden, wie erfrischend jetzt ein Schluck
    aus dem Inhalt der Kiste wäre, wird der "Henkell trocken" an den Empfänger übergeben.


    Einen angenehmen Restsommer wünscht Euch
    Arnold

  • Hallo in die Runde,


    eine wunderbare Abendsonne heute in Oberfranken.
    Der Chronist packt kurz vor Sonnenuntergang die Kamera und schlendert zum Bahnhof in
    der Hoffnung, einige Bilder in der goldenen Abendsonne machen zu können.



    Die letzten Sonnenstrahlen fallen auf das Empfangsgebäude; einige Reisende warten am
    Bahnsteig auf die Ankunft des Abendzuges in die nahe Kreisstadt.


    Die kleine Dieseltankstelle glänzt im letzten Sonnenlicht




    Der Bautrupp macht Feierabend. Der Skl wird betankt und darf die Nacht im Köf-Schuppen
    verbringen. Die Köf muß, nachdem sie noch einen Kühlwagen an die Güterhalle zugestellt
    hat und nun ebenfalls betankt worden ist, heute ausnahmsweise im Freien übernachten.




    Nur das Güterhallenpersonal kann noch lange nicht Feierabend machen; da der zugestellte
    Bierwagen schnellstens noch zu beladen ist; soll er doch dem Nachtzug beigestellt werden.




    Der Chronist meinte den Lademeister halblaut vor sich hin brummen gehört zu haben:
    "Su a Gfredd, a su a gfreggds, edsadla hob i gadochd, bo den schönn Weeda heid in an
    Schobad sein Biagaddn a kühla Moß dringn dsa könna, eds muß i des Gsüff fässaweis nei
    des Wächala lodn. Wea waas denn, ob moing a nu su a goldis Ogdoba-Weda is ?"

    Der Chronist hingegen hat sich zu den letzten Sonnenstrahlen auf dem Balkon eine Maß
    gutes, dunkles Bier gegönnt, bevor der Film entwickelt wurde, um die Bilder zu zeigen.


    Herzliche Grüße an alle vom (noch) "goldenen Oktober" aus Oberfranken
    Arnold

  • Hallo,


    schon länger hat man nichts mehr aus Arnoldsreuth gehört.
    Was Wunder, war doch der Planbetrieb im Jahr 1957 recht eintönig, denn seit längerer Zeit
    reichte für den Personenverkehr der VT 70 501 vom Bw Bamberg, mal solo, mal mit Beiwagen.
    Doch heute -bei herbstlichem "Sauwetter"- schreckte den Chronisten die "tiefe Stimme"
    einer Dampflokpfeife von der warmen Ofenbank auf. "A Einheidslog", dachte er, griff zum
    Fotoapparat und schon war er auf dem Weg zum Bahnhof.


    Da kam schon eine recht abenteuerliche Garnitur um die Kurve in den Bahnhof gepoltert;
    gebildet aus der 86 217, gefolgt von einem -ausgerechnet- preußischen Abteilwagen und
    einem Güterzugpackwagen(............und das im tiefsten Oberfranken..........)



    Rasch wurde umgesetzt, und der Zug verließ Arnoldsreuth wieder Richtung Kreisstadt



    Warum der VT 70 ausgefallen war, erfuhr der Chronist vom Bahnhofsvorsteher: Angeblich
    hätte ein "Steinschlag" eine Frontscheibe des VT zum Bersten gebracht und bis dieser
    wieder einsatzfähig wäre, würde die Ersatzgarnitur den Betrieb aufrechterhalten.



    Herzliche Advents-Grüße aus Arnoldsreuth
    Arnold


    PS: In Ermangelung einer Kerze:
    Advent, Advent, ein Wagen "brennt", oder....schön sind sie geworden, die "Lenz Preußen"


    Edited once, last by 98 1125: Fehlerberichtigung ().

  • Danke, Arnold, für diesen kleinen Bildbericht.


    Übrigens: An Deinem "VT 75" steht tatsächlich "VT 70" dran...


    Freundlicher Gruß
    Stefan (privat, nicht als Webmaster)



    ,

    Im Namen des Vereins mit freundlichsten Grüßen!
    Rainer B.
    2. Vorsitzender des Spur-0-MEC Niederrhein e.V.


    Achtung: Fahrtag an jedem ersten Freitag im Monat ab 15:00 - Gäste sind herzlich wilkommen, Fahrzeuge auch! Entsprechend der Verfügung des Landes NRW dürfen wir derzeit Corona-bedingt keine Fahrtage durchführen.


    Spur-0-MEC Niederrhein e.V.

  • Hallo in den Abend,


    auch am letzten Abend des Jahres 1961 zog es den Chronisten in den Abendstunden zum
    Heimatbahnhof. Dies aus zweierlei Gründen. Zum einen wollte er sich keinesfalls den
    "Silvester-Frei-Punsch" nebst selbstgebackenen Plätzchen der Betreiberin der Bahnhofs-
    wirtschaft entgehen lassen und zum anderen wußte er, daß der Großonkel Andreas heute
    Lokführersienst verrichtete und den letzten Zug des Jahres mit "seiner" 98 1125 nach
    Arnoldsreuth bringen würde und der Bahnhofsvorsteher ihm erzählt hatte, daß der letzte
    Zug des Jahres aus "neumodischem" Wagenmaterial zusammengestellt sein würde.


    Nun, pünktlich um 21:45 Uhr kam der Zug mit quietschenden Bremsen am Bahnsteig zum
    Halten. Zuglok war..........natürlich die



    Die wenigen Fahrgäste stiegen aus, die Lok wurde abgekuppelt und zog über die Weiche vor



    Das Umfahren des Zuges für die Rückfahrt ging heute besonders schnell vonstatten, Kuppeln,
    Spitzenlicht aus und die "Schwarzen" verließen die Lok



    Nachdem der Zugführer die dem Chronisten in dieser Helligkeit bisher nicht bekannten,
    grelle Wagenbeleuchtung ausgeschaltet hatte, zog die "Prozession", bestehend aus dem
    Bahnhofsvorsteher, dem Zugführer, dem Schaffner, dem Lokführer, dem Heizer und dem
    Chronisten in die Bahnhofswirtschaft ein.




    Dort am Stammtisch klärte der Bahnhofsvorsteher alle mit sichtlichem Stolz darüber auf,
    daß der Spätzug heute aus zwei modernen B3yg-Wagen bestehe, die nun endlich auch auf
    der hiesigen Strecke zum Einsatz gelangen sollten. vorbei sei das "harte" Sitzen auf den
    Holzbänken in den sogenannten "Donnerbüchsen", bei den B3yg seien die Sitze jetzt alle
    lederüberzogen und gepolstert.

    Der Schmied´s Schorsch am Nachbartisch nahm eine Prise "Schmalzler Franzl" und murmelte
    vor sich hin: "Beedreiübsilongee, a su a Gschmarri, wos soll no des, und a nu gabolsdad, ja
    wu kumman ma do nu noo, die Wäld wead imma varüggda, mei Oasch hodd si bis edsadla
    in selbicha Donnabüggsn fei imma wohl gfühld, wenn a auf denna Huldsbänk sidsn hod könna"


    Indes, das Bahnpersonal war schon gegangen, damit der Zug pünktlich abgefertigt werden
    konnte.



    Pünktlich um 23:00 Uhr machte mein Großonkel Andreas den Regler der 98 1125 auf, der
    es am Ende vollkommen "Schnubbe" war, ob sie Donnabüggsn, Beedreiübsilongee odda wos
    a imma befördern mußte und so verließ sie mit lauten Auspuffschlägen Arnoldsreuth, um
    noch rechtzeitig zum Jahreswechsel -wenn auch ohne Fahrgäste- die nahe Kreisstadt zu
    erreichen.

    Adieu altes Jahr..........




    ....... und so wünsche ich allen Moba-Kollegen ein gutes Hinüberkommen in das neue Jahr.
    (auch wenn es nicht -seufz- 1962, sondern 2019 ist) In diesem Sinne alles erdenklich Gute
    Euch allen für 2019, viel Gesundheit, Frieden, Wohlergehen und daß alles, was sich jeder
    selber wünscht, in Erfüllung gehen möge.




    Herzlichste Grüße aus Arnoldsreuth, einem kleinen Bahnhof in Oberfranken
    Arnold

  • Hallo Spur 0 Kollegen,


    ja, so kann es kommen, Arnoldsreuth ist momentan auf der Schiene nicht zu erreichen.
    Die "Verbindung" zwischen der Kreisstadt und dem Endbahnhof wird "rundum erneuert"


    Hier einige Impressionen von den Arbeiten, die die "Bahnmeisterei" noch umzusetzen hat,
    nachdem der Bahnhofsvorsteher drei neue Segmente "an Land ziehen konnte":



    Der Geleisbautrupp hat alle Hände voll zu tun, den Anschluß an den kleinen Endbahnhof
    in ordnungsgemäßer Art und Weise herzustellen




    Auch der Anschluß an die nahe Kreisstadt (Fiddleyard) muß noch erfolgen




    Bis zu einem erfolgreichen (Wieder)Anschluß an die Außenwelt übernimmt die Deutsche
    Bundespost mittels Bus den Schienenersatzverkehr und der Bahnhofsvorsteher ist guter
    Dinge, daß Arnoldsreuth bis zum bald stattfindenden Stammtisch wieder auf der Schiene
    erreichbar sein wird.

    Ohne Helau, aber mit den besten Grüßen
    Arnold

  • Hallo miteinander,


    heute am frühen Nachmittag herrschte helle Aufregung in Arnoldsreuth, kam doch die
    altrote V 100 1133 mit einem aus drei 4yg-Wagen gebildeten Zug nach Arnoldsreuth,
    was wiederum den Chronisten veranlaßte, am Bahnhof nach dem "Rechten" zu sehen.

    Wie sich herausstellte, hatte der findige Bahnhofssteher diesen Sonderzug bestellt,
    damit möglichst viele der von der Eisenbahn begeisterten Einwohner einen Ausflug
    nach ......(siehe weiter unten)machen können



    Schnell war der Zug bis auf den letzten Platz besetzt und verließ pünktlich um 14:00 Uhr
    Arnoldsreuth






    Der Zug wird so gegen 20:00 Uhr seinen Zielort erreichen und die Reisenden werden dann
    in den Hotels ihre Zimmer beziehen und freudig dem gebuchten "Event" entgegenfiebern.


    Ja, und wohin sind sie denn auf dem Weg? Natürlich nach..........


    zu den internationalen Spur 0 Tagen.


    Herzliche Grüße aus Arnoldsreuth und man sieht sich morgen
    Arnold

  • Hallo in die Runde,


    es soll sich 1914 begeben haben; damals zu Pfingsten in Arnoldsreuth, einem kleinen
    verträumten Endbahnhof im "oberen" Franken. Der Schneider Schorsch sen. vom Bw
    Bamberg war -mal wieder- ob seiner immer wiederkehrenden "Verfehlungen" von seiner
    Lokleitung dazu verdonnert worden, mittels untergeordneter Lok-Dienste seinen Lebens-
    unterhalt sicher zustellen. Es "verschlug" ihn auf die Localbahn nach Arnoldsreuth.
    Dort gab es einen Bahnhofsvorsteher, der von Schorsch´s Lokleiter über alles informiert
    und gebeten worden war, ein "besonderes Auge" auf den Schorsch zu werfen........

    Während der halbjährigen "Strafmaßnahme", bei welcher besagtes "Rotkäppchen" meinte,
    den Schorsch bei jeder sich bietenden Gelegenheit -und war sie noch so unbedeutend-
    "disziplinieren" zu müssen, baute sich zwischen den beiden "Freunden" ein sehr "inniges
    Verhältnis" auf, das zwangsläufig irgendwann einmal die Sicherheitsventile öffnen mußte!


    Nachdem Schorsch von seinem Vorgesetzten erfahren hatte, daß er nur noch den Abend-
    und den Nachtzug mit der von ihm hochgehaßten "Glas-Chaise" nach Arnoldsreuth zu
    fahren hatte, sann er unentwegt darüber nach, wie er dem "Roten" im Endbahnhof
    einen Streich spielen konnte.



    Kurz vor dem Endbahnhof hatte er die "erleuchtende" Idee, wie er den verhaßten
    Vorsteher im wahrsten Sinn des Wortes "in die Knie zwingen" -und der Lächerlichkeit
    preisgeben könnte; wovon weder der auf der letzten Plattform sich mit der Vorstehers-
    Gattin unterhaltende Zugführer noch selbige auch nur die geringste Ahnung haben
    konnten.




    Am Bahnsteig wartete schon der griesgrämig dreinblickende Bahnhofschef auf sein "Opfer"




    Schorsch ließ im Bahnhof seinen Zug ausrollen,......und kam "leider" erst ca. zwei Meter
    nach dem H-Schild zum Stehen, was ihm vom Bahnhofschef wieder mal einen saftigen
    Rüffel einbrachte.




    Der Schorsch nahm´s diesmal offensichtlich gelassen und erklärte, daß er sich freue,
    ab morgen seine über alles geliebte Gt 2x4/4 wieder fahren zu dürfen.Und mit einem
    Lächeln fügte er hinzu, er werde seinen letzten Zug nach hier wohl nichtmit der
    "Glas-Chaise" befördern und was es denn dem Herrn Bahnhofsvorsteher wert sei,
    wenn hier mal eine "ordentliche Maschin´" zu sehen wäre.


    "Wenns´d sell schaffsd, nochadla dsohl i a dreisga Fässla Mai-Bogg; wenn ned, nochad
    dsolsd as obba du.
    ("wenn du das schaffst, dann zahle ich ein 30 Liter Fass Mai-Bock; wenn nicht, dann aber du").

    Der Schorsch erwidert mit einem dreckigen Grinsen:
    "Schau´ma amoll, oba des wäad fei heid Nochd dann a nu nieda gmachd, gell"
    (Sehen wir mal, aber das wird dann auch heute Nacht noch geleert")


    Pünktlich verläßt der Abendzug die Endstation.........., und wie es augegangen ist,
    darüber später.
    Bis bald und Grüße aus Arnoldsreuth
    Arnold

  • Hallo miteinander,


    danke für die Begrünungen und Dankeserweisungen.


    So, nachdem sich ein mittlerer Landregen nach hier verirrt zu haben scheint und den Erzähler
    aus dem schönen Biergarten vertrieben hat, hier das Ende "vom "Frängischn Gschhichdla":


    Pünktlich kurz vor 22:00 Uhr -in Franken ("üma dsena omds) fuhr der letzte Zug des Tages
    unter Pfeifen und Läuten in Arnoldsreuth ein. Für sein Gewicht von lediglich drei kurzen
    bayerischen CL und einer kleinen "Bier-Schachtel" schien er aber "leicht übermotorisiert"



    Der Bahnhofsvorsteher sah das Üngetüm auf sich zu kommen; mit offenem Mund murmelte
    er etwas wie: "Sabbalodd nuch amol, a su a Riesn Maschin,.....a su a elendicha Sauhund,
    da Schoasch, a su a gfreggda, hoffndli haldn die Gleisa den Achsdrugg aus".
    ("Sapperlott noch mal, so eine Riesen Maschine,....ein elendiger Sauhund, der Schorsch,
    so ein verreckter, hoffentlich halten die Gleise dem Achsdruck stand".




    Dann grantelte er vor sich hin: "Und des Fässla Mai-Bock muß i edzadla a nu dsoln........,
    oba wadd na, ich sorch scho dofür, daß´d ned dsavüll davo grieng weasd"
    ("Und das Faß Mai-Bock muß ich jetzt auch noch bezahlen......., aber warte nur, ich sorge
    schon dafür, daß Du nicht zuviel bekommen wirst".


    Und so nahm das Schicksal seinen Lauf.....................




    Der Schneider Schorsch hatte natürlich vorher schon seinen Heizer, den Zugführer, den
    Schaffner und den Güter-Expeditor zu einem abendlichen Umtrunk mit Freibier in den
    Biergarten der Bahnhofswirtschaft eingeladen.
    Nachdem die Lok für die Übernachtung gerichtet war, traf die illustre Schar im Biergarten
    ein, wo der Wirt das Faß schon angestochen hatte. Und so kam es, wie es kommen mußte
    und der Bahnhofsvorsteher schaute, daß er -so er die Zeche schon bezahlen mußte-
    möglichst viel von dem guten Getränk abbekam. Irgendwann war es dann soweit; er
    "konnte" nicht mehr und er machte sich auf den Heimweg.

    Aber, o Graus, seine Beine wollten ihn nicht mehr tragen und der Heimweg in der
    beginnenden Morgendämmerung gestaltete sich viel schwieriger als angenommen.
    Zuerst verlor er seine rote Mütze, dann auch noch die Brille. So wurde er von seinem
    treuen Schäferhund begleitet. Der Schorsch -natürlich kein bisschen hinterfotzig- hatte
    zu allem Überfluß auch noch den Ortsfotograpen mit seiner Stativ-Plattenkamera bestellt,
    um das Mißgeschick publik werden zu lassen.




    Sein Freund hatte das Empfangsgebäude endlich erreicht und meinte, nun in Sicherheit zu
    sein, als er die wohlbekannte Stimme des Dorfgendarmen vernahm:
    "Hald, sofoad aufschdeh, des Grabbeln im Gleisbereich is fei bei Stroof vabuudn".
    ("Halt, aufstehen, das Krabbeln im Gleisbereich ist bei Strafe verboten")

    Wer genau hin schaut, rechts in der Hecke ein triumphierend lachender Schorsch.


    Nachdem der Gendarm erkannt hatte, wen er da vor sich hatte, half er ihm auf,
    geleitete in zu seiner Haustüre und übergab ihm der verduzt und ärgerlich
    dreinblickenden Angetrauten........, o, weh!



    Einer pünktlichen Abfahrt des Frühzuges stand jedenfalls nichts im Wege, da der
    Herr Bahnhofsvorsteher ja dafür gesorgt hatte, daß das restliche Personal nicht
    allzu viel vom süffigen Mai-Bock abbekommen hatte.......



    Nachdem zur Abfahrtszeit -aus verständlichen Gründen- weit und breit keine rote
    Mütze sichtbar war, nahm der Adjunkt eine stramme Haltung an und pfiff den Zug ab.




    Der Schorsch riß den Regler auf und verließ mit donnernden Auspuffschlägen und
    Pfeifen und Läuten den Endbahnhof. der zufällig ausrückende Streckengeher meinte vom
    Schorsch (links auf dem Führerstand?) noch folgenden Ruf aufgenommen zu haben:
    "Dem Kaschba hob is oba gadseicht, richd nan an schönn Gruus von Schoasch aus, dea sich
    nümma vo ihm ärchan lessd...., und voa allm wünsch i nan guda Bessarung"
    ("Dem Kasper habe ich es aber gezeigt, richte ihm einen schönen Gruß vom Schorsch aus
    und vor allem wünsche ich ihm gute Besserung")
    Der Streckengeher verstand überhaupt nicht, was der Schorsch damit meinte und rief:
    "Ja, mach i....., du schbinnada Hund, du schbinnada"
    (Ja, mach ich, du spinnender Hund, du spinnender")



    Welche Konsequenzen diese "Aktion" letztendlich hatte, konnte der Überlieferer dieser
    Begebenheit nicht mit Sicherheit sagen......., die dazu vom Chronisten durchgeführten
    Ermittlungen haben ergeben, daß der Schneider Schorsch sen. nachweislich nie mehr in
    Arnoldsreuth grsehen wurde. Der Bahnhofsvorsteher wurde in die nahe Kreisstadt als
    Fahrdienstleiter versetzt.


    Grüße aus dem regnerischen Arnoldsreuth
    Arnold

  • Hallo Freunde,


    Danke, danke für das große Interesse und das viele "frühlingsgrüne Laub"-..................,
    ..........dann will ich Euch den Abschluß des "Frängischn Gschichdlas" nicht vorenthalten.


    Zwei Tage nach dem "Vorfall", der natürlich nicht so einfach unter den Tisch zu kehren
    gewesen war, fand "rein zufällig" ein Inspektionsbesuch durch den kgl.bay.Betriebsinspektor
    in Arnoldsreuth statt. Nachdem der Bahnhofsvorsteher immer noch das Bett hüten mußte,
    wurde der Adjunkt zu dem Vorfall befragt. Dieser konnte, oder wollte -nachdem er bei
    dem "Besäufnis" nicht dabei gewesen war- keinen entsprechenden Rapport abgeben.



    Während der hochnotpeinlichen Befragung kam der Hund seines Chefs am Zaun entlang




    und gesellte sich dann -freudig mit dem Schwanz wedelnd- ausgerechnet mit der "etwas
    ramponierten" roten Mütze zu der Besprechung....................




    Nur der eiligst herbeigerufenen Bahnhofsvorsteher-Gattin wollte der brave Hund dann die
    Mütze seines Herrn überlassen.




    Für sein an den Tag gelegtes umsichtiges Handeln wurde der Adjunkt sehr gelobt und bis
    auf weiteres zum Bahnhofsvorsteher von Arnoldsreuth eingesetzt; dem bisherigen Chef
    aber ließ "man" durch seine Gattin ausrichten, er habe sich unverzüglich nach erfolgter
    "Genesung" zum Rapport bei der kgl.bay. Eisenbahninspektion inder Kreisstadt einzufinden.


    Und die Moral von der Geschicht´:


    Drink soviel dunklen Mai-Bock nicht, der haut´dich um; du verlierst dei G´sicht


    Schmunzelnde Grüße aus Arnoldsreuth und bis bald
    Arnold,
    der jetzt dann zu einer kleinen Bootstour nooch Megglenburch-Voabomman aufbricht

  • .... und neben dem verdienten Grünen, schicke ich dir hier noch ein virtuelles Seidla Maibock für unterwegs.



    Damit du in der Ferne nicht das gute fränkische Bier vergisst.


    Viel Spaß im Urlaub, Mast- und Schotbruch (a wenn dei Moggala kan Mastn hot) &

  • Guten Abend in die Runde,


    wie schon im Beitrag # 1537 bei "Was gerade auf meinem Arbeitstisch liegt" angekündigt,
    soll auf meiner kleinen Anlage der nicht nach Franken passen wollende Bahnhof "Dorfen"
    durch hierher passende Gebäude ersetzt werden.


    Für an diesem Projekt Interessierte mache ich in Kürze einen neuen Beitragsbaum unter

    "Spur 0 Planen und Bauen > Anlagenbau und Ausgestaltung" mit folgendem Titel auf:


    "Neuer Bahnhof für Arnoldsreuth"

    Ab und zu werde ich dort dann über den Fortschritt berichten


    Bis dann und herzliche Grüße
    Arnold

  • Hallo in die Runde,


    nachdem am vergangenen Samstag anläßlich des Spur 0 Stammtisches Oberfranken wieder
    einige "schwere Fahrzeuge" zum Einsatz kamen -was jedesmal regelrechte Panik-Attacken
    beim Bahnhofsvorsteher von Arnoldsreuth auszulösen scheint-, hat er wieder einmal nach
    dem "Event" "rein vorsorglich" den Gleisbautrupp angefordert. Noch am Samstag Abend
    kam das "Expertenteam" zusammen, um die Angelegenheit in Augenschein zu nehmen.



    Die "Experten" konnten Schäden jedweglicher Art ausschließen und empfahlen dem über-
    ängstlichen Kollegen, diesbezüglich in der Zukunft mehr Ruhe und Gelassenheit an den
    Tag zu legen.


    Am Sonntag morgen wunderte sich der Streckengeher, daß das Bahnsteiggleis vollkommen
    "zugefahren" war.




    Ganz vorne am Bahnsteig stand die Draisine des Bahnoberinspektors, die -natürlich vor-
    rangig- den Abfahrtsbefehl erhielt und am Streckengeher vorbei tuckerte.



    Gleich dahinter stand eine V 20 mit dem Gleisbauzug,..........................................



    .................................der als nächster den Bahnhof verließ




    Der SKL stand am Bahnsteig und machte keine Anstalt, den Bahnhof zu verlassen..........




    Warum sich dessen Abfahrt "leicht" verzögert hat, ist auf folgendem Bild zu erkennen; es
    mußte noch dringend auf Ladegut; nämlich zwei Kästen dunklem, oberfränkischen Bieres
    gewartet werden, die der wackere Gleisbau-Vorarbeiter dem Bahnhofsvorsteher endlich
    "abgerungen" hatte. Vollkommen verbotswidrig blieb der Vorarbeiter während der Rück-
    fahrt des KLV auf der Ladefläche, um dafür Sorge zu tragen, daß die wertvollen Fracht
    unbeschädigt in der nahen Kreisstadt ankäme.................



    Herzliche Grüße aus Arnoldsreuth und bis bald
    Arnold

  • Guten Abend miteinander,


    schon länger hat es keine Neuigkeiten aus Arnoldsreuth gegeben.
    Anfang der 60-er wurden im Rahmen der anstehenden Rationalisierungswelle Probefahrten
    auf nicht mehr so ganz rentablen Strecken zur Senkung der Betriebskosten vorgenommen.
    Darüber wurde auch in der Heimatzeitung "Der Wiesentbote" ausführlich berichtet.


    Kürzlich habe ich vom damaligen Redakteur einige Dias über die Probefahrten erhalten.
    Leider hat die Qualität derselben in den vergangenen Jahrzehnten stark nachgelassen.
    Nachdem es sich bei dem TFZ aber um einen Exoten gehandelt hat, will ich sie nicht
    vorenthalten.


    Bei dem TFZ handelt es sich nämlich um eine V 45; mit der sollte erprobt werden, ob
    der Verkehr nach Arnoldsreuth in der Zukunft mit solch leichten Dieselloks abgewickelt
    werden hätte können.



    So bespannte die V 45 007 den Ng nach Arnoldsreuth und wartete auf die Kreuzung mit
    dem Mittags-Personenzug


    Unbeeindruckt und keines Blickes der roten Konkurrentin widmend verließ der Lokführer
    des Mittagszuges mit der 98 1125 den Bahnhof Arnoldsreuth



    Mit den besten Grüßen vom Chronisten aus Arnoldsreuth
    Arnold

  • Hallo in die Runde,


    herzlichen Dank für die vielen "Likes" und die "Lorbeerkränze"


    @ Tom,


    das Maschinchen ist -irgendwann einmal- von DJH Model Loco UK gebaut worden.
    Es bedarf noch der Digitalisierung und Besoundung und wird die Nummer V 45 005 erhalten.


    Die Lok war eine Zeit lang (als 245) beim Bw Bayreuth stationiert (Nebenbahn Falls - Gefrees)
    und soll zu der Zeit sporadisch u.a. auf der Strecke Bayreuth - Hollfeld eingesetzt gewesen sein.
    (Allerdings gab es da keine 98.11 mehr) :(


    Allen einen schönen Sonntag und beste Grüße
    Arnold

  • Liebe Spur 0 Kollegen,


    Euch allen die besten Grüße und Wünsche zum bevorstehenden Weihnachtsfest.



    Allen ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest, ein gutes Hinüberkommen und ein
    friedliches 2020 mit vor Allem viel Gesundheit sowie weiterhin viel Spaß und Freude an
    unserem schönen Hobby.


    Das wünscht Euch von ganzem Herzen
    Arnold

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