Die Modellbahn ist auch in der H0 Größe noch nicht hoffnungslos verloren ...

  • Modellbahn Auslaufmodell? Nein.


    Wenn ich auf der Modellbaumesse in Köln unterwegs bin, sehe ich alles andere als Greise. Auch im Miniaturwunderland in Hamburg sieht man reichlich potenziellen Nachwuchs. Die Behauptung, dass die Modellbahnerei ausstirbt, gab es übrigens schon vor über 20 Jahren, ich erinnere mich ziemlich genau.


    Was allerdings eine unschöne Entwicklung ist: Es verschwindet ein Modellbahnladen nach dem anderen. Andererseits: Da heute so ziemlich alles im Internet gekauft wird und mittlerweile auch jeder ebay kennt, hat sich sehr viel auf den Onlinehandel verlagert. Viele kleinere Händler könnten ohne Online-Geschäfte gar nicht mehr existieren, weil man von der "Laufkundschaft" nicht leben kann.


    Und zu den "superteuren Messingmodellen", mit denen hier manche gerne hausieren gehen: Schon mal daran gedacht, dass es Leute gibt, die keine 10.000-15.000 Euro für einen einzigen Güterzug ausgeben wollen, obwohl sie es könnten? Es soll auch Leute geben, die nicht für 100.000 Euro Rollmaterial auf der Anlage haben, aber dafür keinen Golf, sondern einen Porsche, einen 7er oder eine S-Klasse fahren oder bei denen die Modellbahnerei nur eines von mehreren Hobbys ist. Manche sind gar in mehreren Spurweiten unterwegs, kommt gar nicht mal so selten vor (ich zähle übrigens auch dazu).


    Damit keine Missverständnisse aufkommen: Der Begriff "Neid" kommt in meinem Wortschatz nicht vor, derlei niedere Emotionen sind mir völlig fremd. Es stört mich allerdings ein wenig, wenn angeblich erwachsene Männer mit ihren ach so teuren Spielzeugmodellen aus Messing angeben wie Schuljungen in der Grundschule. Über dieses Stadium bin ich lange hinaus (klingt jetzt auch ein wenig arrogant, aber es nervt eben ein wenig, wenn bestimmte Leute die Lenz-Modelle als Billigproduktionen bezeichnen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit betonen, dass sich die Messingmodelle ja nicht jeder leisten kann). Es gibt übrigens reichlich Modellbahner hier im Forum, die beides kaufen: Messingmodelle UND Lenz & Co. ;)


    Gruß, Claus


    Nachtrag: Die rote Bewertung wurde inzwischen durch eine Positive ersetzt. Dazu ganz kurz von mir: Ich bin für sachliche Kritik jederzeit zugänglich und kann daher den Vorwurf der Polemik in meinem obigen Beitrag nicht nachvollziehen. Neid ohnehin nicht, da ich diesen explizit ausgeschlossen hatte. Wer viele Jahre in diesem Forum aktiv ist, weiß genau, wie ich das gemeint habe.

  • Es stört mich allerdings ein wenig, wenn angeblich erwachsene Männer mit ihren ach so teuren Spielzeugmodellen aus Messing angeben wie Schuljungen in der Grundschule.


    Eigentlich schaue ich ziemlich jeden Tag im Forum vorbei, mir ist aber bisher kein Beitrag aufgefallen, in dem mit dem Besitz von teuren Modellen angegeben wird. Wenn die hier gezeigten zum Teil wirklich tollen Videos, auf denen auch die eine oder andere „teurere“ Lok verkehrt, als Prahlerei missverstanden wird, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Und wenn die hier mühsam erklärten und mit Bildern illustrierten Umbauten, nachträgliche Digitalisierungen oder Aufrüstungen von „teureren“ Messingmodellen als Mittel angesehen werden, der Angeberei mit den Werkstücken zu frönen, dann muss man sich nicht wundern, wenn die Hemmschwelle wächst, sich produktiv ins Forum einzubringen ;)

  • Hallo Zusammen
    Zum Händlersterben:
    Da gibt es sicherlich noch mehrere Aspekte:
    Wenn ich so an meine Einstiegzeit denke:
    Da gab es ein Grundprogramm an Modellen, Neuheiten gab es in der Regel mehrere Jahre in den Folge -Katalogen. Sonder- oder Einmalserien waren die Ausnahme.
    Heutzutage ist es genau anders herum: Einmalserien zuhauf, kleines Grundprogramm.
    Logisch;kein Händler kann sich das alles ins Lager stapeln, also ist man - wenn man ein bestimmtes Modell sucht, schon fast zwangsweise auf Ebay und Co. angewiesen.
    Oder man hat hier - wie ich - in diesem Forum das Glück, von einem anderen Mitglied hier sein Traummodell zu erstehen;
    deswegen auf diesem Wege ein Riesen - Dankeschön an StefanK., das er dieses ermöglicht!!!
    Dazu kommt, das einige wenige Händler immer erzählen: " Yo, bestell ich Dir" und dann tut sich solange nichts, bis das Modell bei Firma XY nicht mehr gelistet ist...
    Habe ich leider selbst schon erleben dürfen...
    Und gerade Spur 0 führt bei den kleineren Händlern entweder ein Nischendasein oder ist überhaupt nicht vorhanden mangels Kundschaft...
    Viele Grüße
    Thomas / BwLoehne1

    Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.(Ringelnatz) :thumbup:

  • Hallo zusammen,


    mir fällt da noch eine nette Geschichte ein, es war 1989 ich hatte einen Ferienjob und wußte schon was ich mit der Kohle anstellen würde. Bei uns gab es damals ausser dem Hünerbein noch ein paar andere Läden wie z.B Steudel, Modellbau Ortmanns, Spielwaren Förster, Stute, Danhausen usw.


    Ich also zu Steudel,da stand sie nun, die guten alten Preußen von Fleischmann, eine Br 94 in einer Zugganitur mit den typischen Personenwagen ihrer Zeit. Das Ganze sollte damals 350 DM (175 Euronen) kosten, man stelle sich das mal vor. Wobei bei ebay bekommt man die tatsächlich zu umgerechneten Europreise. Da ich einmal im Laden war, stand noch eine weitere Garnitur mit der 94er rum. Inhalt war die gute alte Güterbahn.Preislich lag die bei 300 Euronen, weil ich beide nahm, gab es noch einen guten Rabatt. Beides habe ich heute noch...der Anspruch stieg, also Faulis rein und runter auf Rp 25, dazu die Froschgrüne/rote Lackierung geändert, so wie alle Preußen heute daher kommen in rotbraun/olivgrün. Ich habe noch heute Spaß daran.


    Was ich damit sagen will, damals konnte sich ein Schüler sowas leisten wenn er entweder gespaart hatte oder einen guten Ferienjob hatte, dafür gab es dann einen ganzen Zug und nicht wie so oft heute mal einen Wagen. Dazu später noch Bastelspaß. Achja die Produktion war wohl seinerzeit noch in good old Germany....siehe an, es ging also doch. Sicherlich das Ganze ohne Licht in den Wagen und natürlich nicht digital, dass versteht sich, musste es auch nicht, einfach schaltbare Gleisabschnitte machen und gut ist. Dazu fing die Leidenschaft an, Loks zu supern, sei es Motor/Getriebe und des Kessels usw. Hier stand das basteln, die Beschäftigung mit dem Vorbild im Vordergrund, EK Bücher Baureihenbücher wälzen. Vorbild war immer Weinert, die Loks in diese Richtung anpassen. Es waren bezahlbare Modelle, die man herrlich aufbrezeln konnte.


    Zweifelsohne auch ich kaufe heute Modelle von Kiss/Lenz oder KM1 aber bei den Wagen setzt so langsam ein Sinneswandel ein, hier bastel ich wieder mehr, da muss die Basis stimmen und nicht einfach kaufen und bestenfalls etwas altern, was auch eine Kunst ist. Loks sind das Eine , aber an Wagen kann man sich wunderbar austoben. Im Moment bau ich mir einen G10 (Spur 1) neu auf von Märklin, einfach nur spaßig. Vielleicht findet man irgendwann einen Punkt wo man einfach mal inne hält, was man wirklich braucht, was wichtig ist, das kaufen von perfekten Modellen auf der einen Seiten oder das supern?


    Piko Modell nachdem Umbau. Kessel/Rahmen durchsehbar,Neue Leitungen und Weinert/Reitzanbauteile. Die Lok hat nicht viel gekostet aber ne Menge Bastelspass gebracht.





    Fleichmann die guten alten Preußen.



    Bei den Modellen die hier geizeigt werden handelt es sich um Modelle die heute zwischen 99 Euronen und 175 liegen, hier kann auch ein Jugendlicher mitmischen, ich spreche aus Erfahrung.Lach.


    Fakt ist, die Modellbahn hat sich gewandelt, der Anspruch, die Möglichkeiten usw aber es liegt an jedem selber ob und wie er dieses Hobby ausleben will, dass gilt es zu respektieren. Ich sehe gewisse Entwicklungen inzwischen kritisch, für mich steht viel mehr die Qualität im Vordergrund, als das xte Detail. Dazu wieder mehr basteln, Neuheiten .....Neuheiten sein lassen, die tummeln sich zu Hauf bei ebay und Händlern. Nur das kaufen was bei mir vor die Türe lief, wie 93er,94er und die 56.2 das soll es dann auch gewesen sein. Ob die dann in 0 oder 1 kommen ist mir im Grunde auch wurscht. :rolleyes:

  • Wenn ich auf der Modellbaumesse in Köln unterwegs bin, sehe ich alles andere als Greise. Auch im Miniaturwunderland in Hamburg sieht man reichlich potenziellen Nachwuchs. Die Behauptung, dass die Modellbahnerei ausstirbt, gab es übrigens schon vor über 20 Jahren, ich erinnere mich ziemlich genau.


    Das die Umsätze mit der Modellbahn zurückgehen ist Fakt und das auch schon seit vielen Jahre


    Mal ehrlich welche Rolle spielt denn die Eisenbahn noch im Miniaturwunderland? Ich denke, im Endeffekt schaden solche Ausstellungsanlagen dem Hobby mehr als sie nutzen - dort geht es nur um Show. Ausstellungsanlagen wie die Anlage in Bad Driburg, die einen realistischen Betrieb zeigen und auf Showeffekte weitgehend verzichten haben es sehr schwer, weil sie nicht richtig beworben und erklärt werden. Genauso verstehe ich die Hersteller nicht warum sie ihre Produkte nicht als anspruchsvolles Erwachsenenhobby bewerben und dorthin gehen, wo sich diese Zielgruppe aufhält.


    Peters (Stromburg) lobenswertes Engagement zeigt, daß der Nachwuchs schon erreichbar ist - er hat aber einen wesentlichen Aspekt vergessen. Peter und seine Mitstreiter zeigen auf ihren Veranstaltungen, daß der Betrieb einer Anlage nach den Regeln des Vorbildes spaß macht, intellektuell fordert und daher die Jungen inspiriert mitzumachen. Daran liegt es eben, die heutige Konkurrenz z.B. viele der Computerspiele sind sehr anspruchsvoll, intellektuell viel anspruchsvoller als die meisten Anlagen die in den verschnarchten Vereinen von alten Männern gezeigt werden. Der FREMO z.B hat immer noch einen stetigen Zuwachs an Mitgliedern - weil er einen Anspruch hat. Schon der Spruch 'Eine Modellbahn macht nur Spaß wenn daran etwas zu bauen ist' zeigt doch, daß die meisten Anlagen schlecht geplant sind. Leider sind auch etliche hier im Forum gezeigten auch von dieser Sorte - die werden, wenn sie fertig sind, auch schnell verstauben. Eine Anlage sinnvoll geplant, macht auch im Betrieb spaß. Wenn ich Nichtmodelleisenbahnern mein Betriebskonzept erkläre bekomme ich kein mitleidiges Lächeln mehr, sondern sehe durchaus Interesse. Ein Spiel ohne Sinn und Regeln macht keinen Spaß, auch ein Fußballspiel ohne Regeln würde keine Katze hinter dem Ofen vorlocken.


    Was uns Rheingold mit seinen Anmerkungen zu den Messingmodellen sagen will? Rätselhaft, hier kann ich Minicooper nur zustimmen.


    Viele Grüße


    Robin

  • Hmm ?(


    wie man von


    "dass es PIKO auch in 2016 gelungen ist, mit + 3,3 % leicht über den Umsatzzahlen des Vorjahres abzuschließen"
    aus dem Ursprungsbeitrag #1


    zu der Aussage kommt


    "Das die Umsätze mit der Modellbahn zurückgehen ist Fakt und das auch schon seit vielen Jahre"
    im Beitrag 26


    erschließt sich mir nicht.
    Und wie aus einem wirklich positiven Beitrag so eie Diskusion entsteht?
    Das erinnert mich sehr stark an das stille Post Spiel aus Kindertagen.
    Oder um es mit Herrn Schulz von Thun zu sagen, viele schreiben hier auf der Beziehungsebene, wo doch die Sachebene angebracht wäre.


    Ich gehe mal auf die Appellebene:
    Liebe Hersteller von Spur 0 Modellbahn übernehmt bitte das Konzept von PIKO, dann geht es allen besser.


    Gruß
    Jens

  • Es gibt Dinge hier, die werden mir hier immer unverständlicher…:


    z.B.:


    viel anspruchsvoller als die meisten Anlagen die in den verschnarchten Vereinen von alten Männern gezeigt werden.

    Schon der Spruch 'Eine Modellbahn macht nur Spaß wenn daran etwas zu bauen ist' zeigt doch, dass die meisten Anlagen schlecht geplant sind. Leider sind auch etliche hier im Forum gezeigten auch von dieser Sorte - die werden, wenn sie fertig sind, auch schnell verstauben

    Ein Spiel ohne Sinn und Regeln macht keinen Spaß


    Also nein: Dann haben wohl die meisten der über 2500 Forumsmitglieder (jaja, nur 100 beteiligen sich… - neue Diskussion bitte!) hier auch nichts zu suchen. Anspruchsvoll muss es sein? Quatsch, es muss einem selbst gefallen, auch den alten Männern, die es zeigen. Schlecht geplante Anlagen, die verstauben, wenn sie fertig sind?? Geht auch nicht, da man ja eh nie fertig wird! Spielen ohne Sinn und Regeln??? Na klar, genau das macht Spaß, man lernt sogar dabei, was nicht geht, wenn 2 Billigzüge mit Lenz-Brawa-MBx-Material auf einer eingleisigen 3 m langen Strecke zusammenknallen. Bei einer durchdachten Anlage, die nicht von verschnarchten Vereinen alter Männer gebaut worden sind, da sieht man natürlich schon aus der Entfernung, das die beiden Messingloks mit Ihren 8 Einzelanfertigungen des Rheingolds und den 60 handgefertigten Güterwaggons auf der 30 m langen Strecke in spätestens 1 Minute zusammentreffen könnten, was ja natürlich nicht passiert, da alles ja genau so abgesichert ist, wie beim Original… oh neeee


    Bitte zeigt doch weiterhin euren sauberen, tollen Modellbau (auch selbstgebaute Loks und Waggons - egal woraus!), auch die alten Männer, die verschnarchten Vereine, die schlecht geplanten (mancher plant glaube ich schon seit mehr als 2 Jahren und hat immer noch nichts vorgestellt), die etlichen hier im Forum die fertig und verstaubt sind, aber vor Allem zeigt die, die ohne Sinn und Verstand (Regeln) sind.


    So, bald Feierabend und dann ab in den Keller und den ganzen Schei…. abreissen – macht ja eh keinen Spaß – kein Wunder, bei solchen Diskussionen kann man letztendlich nur noch auf den ignorieren-Button klicken…


    meint

    Hans
    der
    Altenauer


    - unterwegs im schönsten Mittelgebirge Deutschlands - auf Regelspur und Meterspur... ;) - Siehe auch die entsprechenden Gebäude…: Gebäudemodelle der Oberharzbahn


    Alle nicht eigenen Bilder verwende ich mit Genehmigung der Autoren Ulrich Herz und Werner Martsch aus deren Büchern des Verlag Goslarsche Zeitung, Bücher: Mit der Eisenbahn in den Oberharz, Die Deutsche Bundesbahn im Harz und Harzvorland 1969-1994, Bw Goslar - Alle Rechte vorbehalten: http://www.bw-goslar.de

  • Moin Hans.


    Wird wirklich Zeit das wieder Feierabend ist und man in den Keller geht.


    Übrigens, bei mir ist noch nie was eingestaubt, das wird ja gleich wieder geändert. 8) 8) 8) .


    schöne Grüße an alle, die noch am basteln sind. Das sind ja wohl nur noch ein paar Mann.


    Hein

    Ich baue nach dem Grundsatz " meine Anlage wird nie fertig " :thumbup:


  • Was uns Rheingold mit seinen Anmerkungen zu den Messingmodellen sagen will? Rätselhaft, hier kann ich Minicooper nur zustimmen.


    Als aufmerksamer Leser dieses Forums weiß man schon, wie ich das gemeint habe. Ich bin Mitglied der ersten Stunde dieses Forums (und vorher war ich bei Schnelli in dessen Vorgängerforum) und es gibt hier einige Leute, die eine Art "Standesdünkel" an den Tag legen und dies bei jeder sich passenden Gelegenheit zum Verdruss anderer User auch kundtun und den Niedergang ihrer schönen heilen 0-Welt durch Firmen wie Lenz prophezeien.


    Es gibt noch andere, die so etwas bemerk(t)en, ich bin da nicht der Einzige.


    Ansonsten liegt "minicooper" mit der Interpretation meines Beitrags auch daneben, denn jeder von uns freut sich über gezeigte Messingmodelle oder aktuell den Bau der BR57 von Wunder, mich eingeschlossen! ;)


    Zu den anderen Ausführungen von wegen "verschnarchten Vereinen alter Männer" schreibe ich besser nichts, das ist kein Diskussionsniveau und entspricht im Übrigen nicht der Realität, wie ich anlässlich des Besuchs diverser Vereine, Treffen und Messen festgestellt habe. Dort wird sehr wohl auch erfolgreiche Jugendarbeit geleistet!


    Gruß, Claus

  • es gibt hier einige Leute, die eine Art "Standesdünkel" an den Tag legen und dies bei jeder sich passenden Gelegenheit zum Verdruss anderer User auch kundtun


    Ansonsten liegt "minicooper" mit der Interpretation meines Beitrags auch daneben, denn jeder von uns freut sich über gezeigte Messingmodelle oder aktuell den Bau der BR57 von Wunder, mich eingeschlossen!


    Gut, dass Du das klar gestellt hast, aber "Standesdünkel" kann ich in diesem Forum trotzdem nicht erkennen, vielleicht bin ich ja zu unkritisch und will mich beim Hobby mit solchen Überlegungen auch gar nicht aufhalten ;)

  • Das wirklich Schlimme an solchen Diskussionsbeiträgen im WWW und in diesem Forum ist die profunde Unkenntnis gepaart mit Intoleranz, die aus manchen Postings spricht. Da ist es doch prima, wenn es Leute gibt, [Ironie ON] die offenbar trotz ständig sinkender Umsätze, schlechter Zukunftsaussichten und mit grenzenloser Profitgier (billig produzieren, teuer verkaufen) den ohnehin gesättigten Markt mit neuen, zu teuren und völlig überflüssigen Modellen überschwemmen [Ironie OFF]. Oder, um es mit einem meiner eigenen Bonmots zu formulieren: Mancher Senf wäre besser in der Tube geblieben...

  • Vorab, für mich war als Kind vom Lande damals eine 01er oder eine 44er ein
    Gigant an Kraft, Rauch und Lärm. Gegen Containerschiffe, Jumbojets

    und Gigabauten heute eher unbedeutende Randerscheinungen.


    Die Eisenbahn scheint zur Öl-Lampe unter den technischen
    Errungenschaften
    degeneriert, dies schreibe ich obwohl ich Eisenbahnfan bin.
    Was sollte Kinder da
    interessieren an dem Verkehrsmittel.


    Selbst in USA kehrt man allerdings reumütig zur
    Schiene zurück. In Deutschland gibt es ähnliche Trends.
    Da gibt es auch wieder Hoffnung für Kinder als Nachwuchs.
    Wer keine Eisenbahn kennt hat eher wenig Interesse daran.


    Stellvertretend für Kinder, wie kam ich zur Modellbahn?
    Durch Schaufensteranlagen wo man vor Weihnachten stundenlang am Fenster
    schaute und bunte Signallichter, beleuchtete Züge und Häuser Kinder faszinierten.


    Wo sind sie geblieben die Schaufensteranlagen? Die Händler wo
    ich mit meinen Enkeln Modellbahnen kaufen kann?

    Eine Ausstellung im Jahr bringt die Kinder da auch nicht weiter,
    Oma und Opa auch nicht welche da begünstigend eingreifen könnten.



    Warum führen Händler keine Modellbahnen mehr?
    Weil Dutzende von Schienensystemen, Dutzende von Kupplungssorten,
    Dutzende Digitalsysteme und ein unüberschaubares und teures Ersatzteilwesen
    nur von Spezialisten durchschaut werden können. Die sind eben teuer.

    Problem auch teure Ware mit geringen Spannen und geringer
    Umschlaggeschwindigkeit.
    Einmal im Jahr, zum Teil alle paar Jahre
    schlägt sich Ware um.

    Da liegt dann eine Kapital von paarhunderttausend Euros in der Ecke.
    Beliefert wurde zumindest früher nur wenn man 30% Altschrott mit orderte.


    Ich kann jeden Händler verstehen der lieber Lego usw. mit 6% Umsatzsteigerung
    ins Sortiment nimmt als Märklin, Roco etc. mit
    Minuszahlen.
    Im Modellbahnsortiment Zuwächse planen
    kann ich nur als reines Wunschdenken sehen.


    Immer weniger Kinder bedeuten demnächst auch immer weniger
    Erwachsene. Wer also mit erwachsenen Käufern plant kann
    mittelfristig auch nur noch mit der Hälfte planen.


    Was die Kinder betrifft so hab ich deren Problem, wenn überhaupt
    Interesse besteht, oben beschrieben. Wo Modellbahnen kaufen?

    Eltern welche sich mit Kindern beschäftigen, welche mit Kindern

    basteln sind wohl eher die Ausnahme heute.
    Die Modellbahn für die Kita, für die Schule wäre eine Möglichkeit.
    Spielerisch lernen ist wohl ein Auslaufmodell. Konditionierung
    für die erfolgreiche Arbeit ist angesagt und für den schnellen Konsum.


    Kurzfristiges Erfolgsdenken ersetzt Nachhaltigkeit usw. usw.
    Nein, ich bin keine sozialer Phantast ich bin Realist.


    Lösungen für mehr Händler könnten sein:
    Wenige oder ein Schienensystem pro Spur. Wer es detaillierter will, Selbstbau.
    Einheitsmotoren oder Ersatzteile, sogar totaler Verzicht auf Ersatzteile.


    Nach Jahren noch eine Schraube, einen Handgriff als Ersatzteil zu
    fordern muss bezahlt werden. Ich biege mir aus Messingdraht so einen
    Handgriff muss aber trotzdem teure Ersatzteilhaltung mit bezahlen.


    Weg mit der Ersatzteilhaltung bei Händlern und auch bei Herstellern.
    Wenn mein Mixer kaputt ist kaufe ich mir einen neuen.
    Beim Fernseher oder beim Computer auch.


    Letztendlich liegt die Rettung der Modellbahn vielleicht im Internet.
    Da bekommt man vieles.


    Leider wenig hilfreich sogenannte Fachzeitschriften und Foren
    von Modellbahnern (nur) für Modellbahner.


    Wenn sich Leute kritisch äussern sind es natürlich Querulanten welche
    den Frieden stören wollen oder die Grabesruhe wie man will.

    Eine Weiterentwicklung ohne kritische Sichtweise auf die Vergangenheit
    bzw. auf die Gegenwart
    ist aus meiner Sicht nicht möglich.


    Auch wenn ein Aufschrei durch die Meute geht. Meine Enkel wollen
    auf keinen Fall die alten Dampfloks welche einige so inniglich lieben.
    Entartete Kinder mit eigenem Willen wie man sieht.


    Jo

  • Hallo Railwayer


    1891 wurde die Erste Systembahn der Welt präsentiert. Die Modellbahn sah ganze Monarchien untergehen. Zwei Weltkriege vorüber ziehen.
    Solange es Bahnen gibt die im realen Leben Güter und Personen befördern wird es auch so etwas wie die Spielzeugwelt dazu geben.


    Aber, wer will denn heute noch arbeiten oder besser gesagt, wer kann es?
    Viele von denen die einen dicken Geldbeutel haben lassen bauen und spielen hinterher nur mehr.


    Ich, selbst seit bald 40 Jahren der Bahn im kleinen Maßstab verbunden, sehne die VR-Welt der Bahnen herbei.
    Da kaufst einen VR Aufsatz, ladest eine Bergstrecke oder eine den Kontinent querende Strecke aufs Handy.
    Bestimmst welche Epoche, Dampf, Diesel oder Elektro und du bist mitten im Geschehen. Bist Lokführer und das im echt gefühlten Stadium
    von Digital Stereo Super Bass-Booster Sound!! 6.1.


    Wie bei einem Flugsimulator bestellst du dir Sonnenschein, Schneesturm oder technische Defekte.
    Dann ist endlich die ganze Bauerei vorbei, Du hast immer perfekt verlegte Gleise, Signale die funktionieren
    und Bahnsteige die überquellen vor Personen, sofern du diese Szenen laden willst.
    Natürlich hast Du nur eine Grundszene wenn die Software gekauft wird, alles andere musst Downloaden und dafür zahlt man.


    Wenn dieses Stadium auf die Modell-Bahnerei trifft wird sich das alles auf die Softwareseite verlegen.
    Das Wohnen ist für die meisten so teuer geworden dass viele in WG's leben müssen die haben dort keinen Platz für eine ganze Modellbahn.
    Noch dazu weil ja immer dran was herum zu schrauben ist, weil ständig irgend etwas nicht funktioniert.
    Und so hat man Spaß mit digitaler Infrastruktur. Das ist wie ein echtes Spiel halt.


    In der VR_Brille machst einen Reset oder Neustart wenn mal was nicht funktioniert und es geht voran, wie im richtigen Leben halt.
    Nur in der Veränderung liegt die Änderung. Wenn ich mir manche Kellerabteile vorstelle die vollgestopft sind mit Modellen
    viele davon bleiben für immer in den Schachteln. Es wird die Leichtigkeit des Seins sein, das fehlen sämtlicher in Materie manifestierter Modelle dass dieses Genre sich zu neuen Ufern wird aufmachen können.


    Und das allerbeste wird sein, nachdem du eine Stunde über den Gotthard oder den Brenner gefahren bist, legst das Teil wieder weg.
    Gehst ins Freibad, Radfahren oder auf den Golfplatz. Oder einfach schlafen.....


    Fragt mal welche die der Game-Boy Generation 1.0 angehören, die kriegen leuchtende Augen wenn es so etwas gäbe.
    Aber die Mühsal selbst so etwas zu bauen? Nee das wollen die nicht.


    Dabei rede ich noch gar nicht von den vielen männlichen Jugendlichen die im Patchwork und zum Teil ohne Vater aufgewachsen sind.
    Die haben zu Eisenbahn und dieser Spiele-Welt ein komplett anderes Verhältnis. Die sind da sehr *weiblich* geleitet, was ihrem Lebensumstand geschuldet ist.


    Schöne neue Welt, in den kommenden 5 Jahren werden Dinge und Situationen auf uns eintrudeln davon haben wir jetzt noch gar keine Vorstellung.
    Und eines steht fest, die Digitalisierung wird jeden Lebensbereich unseres Umfeldes betreffen.
    Und alles wodurch uns das Leben einfacher, bequemer und ein bisschen vorhersehbarer erscheint, wird vom Menschen genutzt, das war immer so und wird sich auch nicht ändern.


    L.G. Patrick

  • Hallo Hans,


    besten Dank für Deine Stellungnahme, habe leider zurzeit keinen Grünen für Dich zur Verfügung,
    den reiche ich bei Verfügbarkeit noch nach.


    Ich wollte mich eigentlich hier nicht zu diesem Thema äußern.


    Da ich auch zu den alten Männern gehöre die im "verschnarchten Verein" tätig sind und auch eine „schlecht“ geplante und
    „verstaubte“ Anlage im Keller habe und sehr wahrscheinlich auch zu den von Dir zitierten 100 Forumskollegen/Freunde
    gehöre, die sich hier bemühen interessante Berichte für alle Spur 0 Freunde ein zu stellen und in wirklich sinnvollen
    Themen und Diskussionen miteinander umgehen, schreibe ich diese Zeilen.


    Es ist schon manchmal anmaßend wie sich so einzelne sogenannte Modellbahner hier über andere „Hobbykollegen“ äußern.


    Zum Beispiel „verschnarchte Vereinsanlagen“ kann ich nur empfehlen im SNM Heft 27 die Seiten 30 bis 40 durch zu lesen
    und natürlich die vielen anderen interessante Berichte. (Danke an Stefan_k)


    Ebenso freue ich mich schon auf das übernächste Wochenende, wo ich dann wieder bei den „verschnarchten“ Vereinsfreunden
    in Hagen sein werde und viele nette Hobbykollegen treffe.


    Für alle Vereinsfreunde und Spur 0 Freunde in nah und fern gilt, lasst Euch nicht beim „schnarchen“ aufwecken, macht weiter
    das was Euch Spaß macht und habt viel Freude daran und mit einander.


    So nun fahre ich noch in den Club um ein wenig zu schnarchen, ach ja, in den Hobbykeller muss ich auch noch, meine Anlage
    abstauben, oder vielleicht besser abreißen und dann neu planen.


    Ich weiß, dass war jetzt etwas neben der Spur, aber es musste gesagt werden und damit bin ich raus aus diesem Thema.


    Noch mal Danke an Hans, Du hast mir aus der Seele gesprochen. :thumbup:


    Beste Grüße aus dem Bergischen


    Harry

  • ....verändert hat sich zunächst mal der Modellbahner an sich, was z.B. die Händlerstrukturen erst so hat werden lassen, wie es gerade ist. Das kann jeder, der Modelle, meist wegen eines kleinen Preisvorteils beim Versandhändler bestellt, statt den Händler um die Ecke zu beglücken, bestellt, an sich selbst beobachten. Warum der Umstand, ein Modell vor dem Kauf zu sichten, zu "erfahren" und letztlich mit nach Hause zu nehmen, kaum noch Bedeutung zu haben scheint, erschließt sich mir dabei nicht. Gerade das war doch, und ist es für mich noch heute, der magische Moment, wenn der Händler das Ding hervor holt und vor mir auf die Theke stellt. Statt dessen haben viele Modelle, abgesehen vom Transport aus dem Produktionsland, schon bis zu 1500 Km auf der Uhr, ehe sie den Kunden erreichen. Das mit allen Nachteilen, die damit verbunden sind (z.B. Transportschäden).


    Klaus Spörle, für die meisten hier wohl ein Begriff, sagte bereits vor Jahren: "Modellbahner sind Kellerkinder, die nur zwei Mal im Jahr ans Tageslicht kommen - zur Dortmunder Messe und wenn´s das MIBA-Messeheft am Bahnhofskiosk gibt". Wenn er damit wohl gemeint hat? :rolleyes:


    Ein Anderer sagte vor nicht all zu langer Zeit: "heute ist doch auf den meisten Anlagen nur das schön, was man für Geld fertig kaufen kann". Damit meinte er allerdings nicht die Fähigkeiten von uns Modellbahnern, sondern die fehlende Bereitschaft, mehr daraus zu machen. Klar, macht Arbeit, kostet Zeit usw.


    Reflektion tut Not! Ich selbst bin die größte Niete, die du als Händler ziehen kannst. Mir gefällt Vieles, ich kaufe aber nur das, was ich wirklich brauche. Der Selbstbau-Anteil ist groß, da ich mich den Bahnen in meiner Region verschrieben habe. Da ist das Angebot sehr überschaubar und die Projekte sind eher klein. Ob Material für meine Zwecke brauchbar ist, kann ich erst entscheiden, wenn ich es gesehen bzw. in der Hand gehalten habe. Fahrzeuge ohne Prüfung und Probefahrt kommen nicht in die Tüte. Schlecht für den Händler vor Ort und gaaaanz schlecht für den Online-Händler, aber gut für die eigene Zufriedenheit und für die eigenen Fähigkeiten, die sich dadurch ständig erweitern. Nebenbei komme ich mit sehr wenig Material sehr gut klar.


    Mein bester Freund Klaus ist das krasse Gegenteil! Jagen, sammeln und Luftschlösser bauen. Der letzte Plan aus der Zeitschrift X ist immer der Beste, bis da nächste Heft erscheint. Heute ist es ein BW, letzten Monat war´s sächsische Schmalspur....


    Na und? Jeder wie er will und wie er kann. Trotzdem sollten Einige mal die Scheuklappen abnehmen und ein bisschen links und rechts schauen :!:


    Postitive Prognosen von Herstellern, um zum Starbeitrag zurückzukommen, sind doch ein alter Hut in einer seit Jahren krisengeschüttelten Branche, gerade vor der Spielwarenmesse.......die Entwicklungen der letzten Jahre, völlig egal ob positiv oder negativ, aufgehalten haben sie nicht.....


    Null-Problemo :thumbup:

  • ... kommt dieses Thema auf den Tisch ...


    Erst einmal zum Ausgang dieses Threads: der Selbstdarstellung der Firma Piko. ;)


    • Märklin verkündete vor seiner Insolvenz vor ziemlich genau acht Jahren auch ständige Umsatzsteigerungen. Das ist schön, aber zweitrangig. Wichtiger ist die Aussage unten: Danach hat Piko einen kleinen Gewinn gemacht. Ob dieses zum Jubeln ausreicht, muss erst einmal Piko und dann jeder für sich entscheiden. :rolleyes:


    • Piko beabsichtigt auch mehr in den High-Tech-Sektor zu gehen. Es wäre hier einmal interessant, wie sich der Umsatz und der Gewinn auf die einzelnen Spuren und Modellausstattungen verteilen. So etwas wird aber nicht genannt.


    • Ich denke, dass kein engagierter Bastler aufgehört hat, sich Loks und Waggons zu basteln, weil es nun die Firmen Lenz und Brawa gibt. Solche Äußerungen weiter oben dürften abwegig sein. :thumbdown: Vielmehr ist die Spur 0 breiter, größer und damit auch abwechslungsreicher geworden. Dies ist ein Gewinn und kein Verlust.


    • Modellbahn ist ein Hobby und sollte der Entspannung dienen; dieses ist für mich dessen einziger Sinn. Wenn mir jemand erzählt, dass alles der Realität nachempfunden werden müsse und nur so könne man neue Freunde für unser Hobby rekrutieren, stößt er bei mir auf Unverständnis. Natürlich kann jemand daran seinen Spaß haben und es gibt viele Hobbykollegen, die daran ihren Spaß haben. Aber: Es gibt so viele Facetten unseres Hobbys - vom Sammler über den Spieler und über den Fahrdienstleiter bis zum Bastler oder den Schachtelbahner mit allen möglichen Zwischenstufen, Kombinationen und Übergängen -, die ALLE ihre Berechtigung haben, dass erst diese Menge dafür sorgt, dass sich weitere Möglichkeiten und Techniken ergeben. Dabei ist und bleibt es jedem selbst überlassen, ob er weiter sich mit seinem Hobby so beschäftigt, wie bisher, weil es ihn begeistert und Spaß macht, oder ob er das eine oder andere testen möchte. Dies zu akzeptieren, nennt man Toleranz. Nur in dieser Breite, wird es für Hersteller interessant, in die Spur 0 zu investieren (und in jede andere Spur). :!::!:


    So ... ich habe fertig und gehe nachher wieder schrauben, basteln und mit meinem Sohnemann SPIELEN ... :D


    Schönes WE
    D. Netzker

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