Grenzzeichen setzen!

  • Es kann auf jeder Modellbahnanlage passieren: Der Modellbahner greift zum Fahrregler, stellt die Weichen und Signale und fährt los. Auf einmal ein unschönes Geräusch, er dreht den Fahrregler auf „0“ und sieht, was passiert ist: An einer Weiche standen im einmündenden Gleis ein paar Wagen, und mit dem letzten ist die Lokomotive zusammengerauscht. Was auf der Modellbahn leicht mit einem „Fünf-Finger-Kran“ behoben werden kann, wäre bei der echten Eisenbahn ein teurer Bahnbetriebsunfall geworden. Aber auch teure Modelle könnten beschädigt werden, Abhilfe muß her.




    Das kann in´s Auge gehen - der linke Wagen steht zu weit in Nachbargleis



    Bei unserem Vorbild werden Vorkehrungen getroffen, damit das Geschilderte nicht passieren kann. Neben rein betrieblichen Regeln, wonach beispielsweise vor Zulassung der Zugfahrten eine Fahrwegprüfung gefordert wird, wird zwischen den Weichen auch ein Signal montiert: Das Grenzzeichen, im Eisenbahner-Latein im Westen Deutschlands laut Signalbuch als Ra12 bezeichnet.



    In eben diesem Signalbuch wird erklärt, dass dieses rot/weiße Zeichen, welches hinter einer Weiche zwischen den beiden Gleisen angebracht wird, die Grenze anzeigt, bis zu der bei zusammenlaufenden Gleisen Fahrzeuge abgestellt werden können, ohne den Betrieb auf dem benachbarten Gleis zu behindern. In der Regel wird das Grenzzeichen an der Stelle angebracht, an der der Abstand der beiden Gleise hinter der Weiche 3,5 m beträgt.



    Für die Montage eines Grenzzeichens im Modell muss an der richtigen Stelle ein Loch mit einem passenden Durchmesser (hier 2 mm) gebohrt werden. Da manche Anlage sehr viele Weichen hat, empfiehlt es sich, eine Bohrschablone herzustellen. Doch wie lang muss die Schablone sein? Rechnen wir mal nach: 3,5 m dividiert durch 45 ergibt 77,8 mm. Da Spur-0-Fahrzeuge auch schon mal in einem anderen Maßstab gebaut sein können, empfiehlt es sich, sicherheitshalber den größeren Maßstab zugrunde zu legen, damit auch größere Fahrzeuge ohne Probleme verkehren können. Teilen wir also die 3,5 m durch 43,5, dann erhalten wir den Wert 80,5 mm. Ziehen wir davon einmal die Spurweite 32 mm und die zweimalige Schienenkopfbreite ab, erhalten wir ein Maß von 46 mm.


    Bohrschablone



    Eine Bohrschablone dieser Länge kann dann später einfach zwischen die Schienen der beiden Gleise gelegt werden.





    So wird die Schablone eingesetzt



    Durch eine mittige Bohrung von 2 mm wird nun ein Loch in die Anlage gebohrt.



    Bohren des Lochs für das Grenzzeichen



    In das gebohrte Loch muss nun nur noch das vorbereitete Grenzzeichen-Modell einfach eingesteckt werden. Fertig ist das Grenzzeichen, die Montage dauerte nur ein paar Minuten und der Rangierbetrieb kann sicherer wieder aufgenommen werden.





    Das eingesetzte Grenzzeichen



    Eine Anmerkung zum Vorbild:
    Fast jeder Modellbahner kennt das typische Aussehen des Grenzzeichens: Ein emaillierter Blechtopf von 90 mm Durchmesser und 120 mm Höhe wird so lackiert, dass man bei der Draufsicht genau erkennen kann, dass zwei Viertel des Blechtopfs Weiß und die anderen beiden Rot lackiert sind. Aber: Das Signalbuch regelt zwar das Aussehen des Signals, aber die Abbildung im Signalbuch ist nicht bindend, denn es gilt der geschriebene Text. Somit kann ein Grenzzeichen aus einem Holzpfahl, der Rot-Weiß angemalt worden ist, nachgebildet werden. Auch kann das Grenzzeichen durch zwei entsprechende Markierungen direkt an den beiden zueinander gewandten Schienen dargestellt werden. In Wilhelmshaven habe ich 1987 Grenzzeichen gefunden, die aus einer Betonplatte von etwa 50 cm Durchmesser besteht. Rote und weiße Farben sorgen dann dafür, dass dieses Grenzzeichen dem Regelwerk entspricht.




    So müssen die Wagen stehen, dann klappt es auch mit dem Nachbargleis!



    Wer seine Grenzzeichen nicht selber basteln möchte, findet auf dem bekannten Spur-0-Markt mehrere Anbieter, die Grenzzeichen in unterschiedlicher Güte anbieten.




    Fazit:
    Diese kleine Bastelei, die nur wenige Minuten Aufwand bedeutet, sorgt dafür, dass die Bahnanlagen deutlich realistischer wirken und der Betrieb sicherer ablaufen kann.


    Gruß
    Stefan

  • Hallo Stefan,


    danke für den Beitrag, vor allem die Schablone ist sehr praktisch. Wie sieht es eigentlich aus, wenn Weichen und die davon abführenden Gleise in Beton, Asphalt oder Pflaster gebettet sind? Grenzzeichen aufstellen geht da ja schlecht. Kommen da vielleicht auch - wie auf der von dir erwähnten Betonplatte - "gezeichnete" Grenzzeichen zur Anwendung?


    Übrigens stelle ich meine Grenzzeichen ganz billig aus Schaschlikstäbchen her, die entsprechend abgelängt werden, das obere Ende erhält dann mit der Feile eine Rundung, das Ganze weiß angestrichen und mit Edding (o.ä.) die roten Viertel aufgemalt.


    Tschüß
    Utz

    My Private Idaho - die Camas Prairie Railroad

  • Hallo Utz,


    ja, bei Weichen im gepflasterten Bereich wird das Grenzzeichen, wenn erforderlich, meistens nur aufgemalt.


    Gruß
    Stefan

  • Hallo Stefan,


    danke das Du denn sehr Interessanten Bericht noch mal Neu Eingestellt hast.
    Wenn ich meine Module baue kommen da auch Grenzzeichen hin gehört einfach dazu.

  • Moin zusammen,


    ich hatte mir mal Grenzzeichen aus kaputten LEDs gefertigt, weiß angemalt und mit rot abgesetzt. Die LEDs waren vom Maßstab her aber zu groß! Habe mir dann von Paulo welche gekauft, aber im Maßstab Spur 1 (1:32). Optisch machen die sich ganz gut, in 1:45 waren mir die Dinger einfach zu klein!

    Gruß, Wolli ---> wünsche allen HP1 !

  • Wenn ich es noch richtig im Hinterkopf habe, gab es keine Vorschrift über die Form der Grenzzeichen. Nur die Farbgebung war geregelt!


    Ich habe auch schon Grenzzeichen aus Kanthölzern und ganz Pfiffig, aus den Schraubbaren Kappen von Gas- und Sauerstoffflaschen gesehen!

  • Hallo Ricky,


    ja, Du hast Recht: Die Form war nicht vorgeschrieben, nur die Farben waren es. Das schrieb ich oben auch so.


    Hier noch ein Beispiel aus Wilhelmshaven - warum ich 1987 neben den Fahrzeugen das Grenzzeichen fotografierte, weiß ich nicht mehr, aber heute "passt" das Bild:



    Das Grenzzeichen besteht aus Beton und ist deutlich größer als das bekannte Grenzzeichen aus einem emaillierten Topf.


    Gruß
    Stefan

  • Hallo Stefan,


    da hatte ich ja mit meinen bemalten LEDs recht gehabt! Der Durchmesser war nach Deinem Foto zu urteilen fast so breit wie eine Schwelle. Und alle Null-Freunde sagte mir damals, meine Grenzzeichen wären zu dick! Und jetzt muss ich meine neuen Zeichen mit der Brille suchen... 8)

    Gruß, Wolli ---> wünsche allen HP1 !

  • Wie schon in der Rubrik zu sehen -verwende ich Alunieten Rundkopf als Grenzzeichen ...
    Idee schon mal geliehen nachdem Stefan das erste mal darüber berichtete.
    Auch wenn man es hier im Bild fast nicht erkennt (links im Bild)
    hoffe aber das der Lokführer /Rangierer es aber sieht .

    Mehr darüber auf meiner Hausseite .
    mfG
    Jürgen(S)

    Mein Hobby
    Meine MOB Bahn -siehe Hausseite
    Kontakt gerne über meine E -Post Adresse

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