Heljan Cargowaggon IWB / IGA Drehgestelle

  • Hallo zusammen,


    heute habe ich direkt aus England, von Hattons Model Railways Ltd., meine drei dort bestellten Heljan - Cargowaggons erhalten.
    (Der Kurs des englischen Pfunds war grade günstig für derartige Einkäufe - 145 Pfund pro Wagen) :thumbsup:
    2x IWB, der geschlossene Schiebewandwagen, Gattung Habfis (1x Version Grafitti - 5051, 1x Version Silber/Blau - 5052)
    1x IGA, der gealterte Cargowaggon - Rungenwagen, Gattung Sfpns² - 5151


    Beim Auspacken sind mir außer dem sehr geringen Eigengewicht, sofort die Drehgestelle aufgefallen.
    Die Drehgestellblenden sind relativ einfach gehalten, aus Kunststoff gemacht und von der Bauart erinnern sie etwas den
    M.T.H - Metall - Drehgestellen Typ Y25 von Eanos, bzw. Zans.


    Die Heljan - Radsätze sind außen 36,5 mm breit, die Rahmenbreite innen beträgt 40,0 mm.
    Da die Räder bis auf ca. 0,5 mm innen an die Blende heranrücken können, ergibt sich damit ein mögliches Seitenspiel von max. 2,5 mm!!!


    Die Achsstummel haben einen Durchmesser von 2,5 mm mit einem 60° - Kegel am Ende und laufen in Messinglaufbuchsen.


    Hat jemand von Euch diese Heljan - Cargowaggons schon mal auf der Anlage beobachtet, ob diese wegen des vermeintlich doch recht großen
    Seitenspiels in den Radsätzen auch "quer" daherkommen, oder schlingern, wie es die 4-achsigen M.T.H - Güterwagen schon vorgemacht hatten?
    (Ich habe selbst keine Anlage, muss deshalb warten, bis ich zum Testen auf die Vereinsanlage kann)


    Gibt es negative Erfahrungen beim Befahren von Lenz - Weichen, oder anderen Weichen?


    Oder benötigt man dieses Seitenspiel unbedingt, um wegen der üppigen Wagenlänge auch gut durch Weichenstraßen und Kurven fahren zu können?


    Je nachdem, was für Erfahrungen Ihr mit den Cargowaggons auf Euren Anlagen gemacht habt,
    kann ich sie einfach und sorglos laufen lassen wie sie sind, oder muss gezielt nachbessern.


    Vielen Dank schonmal im Voraus,


    Viele Grüße aus`m Allgäu
    Norbert

  • Hallo Norbert


    Ich besitze einen Heljanwagen. Und bei diesem habe ich so wie auch bei den MTH Eaos wagen das Seitenspiel der achsen mit kunsstoffunterlegscheiben auf nahezu null reduziert. Die Fahreigenschaften der Wagen sind ohne seitenspiel der Achsen sehr gut. Es gibt keine probleme in weichen bzw weichenkombinationen.

    Volle Dieselpower im Eiskeller


    Hagen :P

  • Hallo Norbert,


    von meinen zwei Heljan Wagen kann ich erst mal nicht von Auffälligkeiten berichten. Fahren durch R1, 2 und 3, über Weichen, DWW und DKW. Alles Lenz Gleis.


    Aber falls doch mal auftreten sollten, ist der Hinweis mit den Kunststoffunterlegscheiben angebracht, genauso wie viele das bei den MTH Kesselwagen gemacht haben mit gutem Erfolg.


    Viel Spaß an den modernen Wagen.

  • Hallo zusammen!


    Mit den Wagen wie ausgepackt habe ich auf der Clubanlage Schiebeversuche gemacht. Dabei ergaben sich keine lauftechnischen Auffälligkeiten. Die Radsätze laufen gut und rund trotz des sehr grossen Seitenspiels. Das RS Innenmass ist passend. Die Nabenisolierungen sind masshaltig.


    Trotzdem gefiel mir das grosse Seitenspiel nicht und auch nicht die Tatsache, dass die Wellenstummel nur auf einer sehr kurzen Länge in den Lagern laufen. Ausserdem erschien mir die Bohrung zu gross. Zum Glück sind die Wellenspitzen nicht an der RS-Lagerung beteiligt. (Daher schlingern sie auch nicht so schlimm wie die MTH-Krücken...)
    Daher habe ich neue Achslager gedreht mit einem zusätzlichen, 1.3 mm breiten Bord (Durchmesser = 6) und Bohrung 2.6 mm. Dadurch ist das Spiel stark reduziert, die Lauffläche der Welle im Lager ist entsprechend grösser und es gibt durch den Bord eine optische und formschlüssige Montagekontrolle, ob das Lager beim Einpressen die Tiefe der Bohrung in der DG-Blende ausnutzt.
    Ich denke, dass das langfristig besser ist als die alten kurzen Messing-Lager.


    Die Rungenwagen haben andere DG. Da könnte/sollte der zusätzliche Bord eher 2 mm sein.


    Gesamtschau:
    Für diesem günstigen Preis gibt's m.E. schöne Wagen, da stört die Unzulänglichkeit des RS-Spiels nur wenig, zumal die Abhilfe soooo kompliziert nicht ist - ganz im Gegensatz zu MTH mit vielen unrunden und schiefen Radisolierungen.
    Andere Abhilfen wie das Einfügen von Scheiben (in Beitrag 2 beschrieben) gehen sicher auch und halten auch lange, wenn die angestrebte Laufleistung nicht viele km betragen muss.


    Gruss, Uli

  • Hallo Uli,

    Daher habe ich neue Achslager gedreht mit einem zusätzlichen, 1.3 mm breiten Bord (Durchmesser = 6) und Bohrung 2.6 mm. Dadurch ist das Spiel stark reduziert, die Lauffläche der Welle im Lager ist entsprechend grösser und es gibt durch den Bord eine optische und formschlüssige Montagekontrolle, ob das Lager beim Einpressen die Tiefe der Bohrung in der DG-Blende ausnutzt.

    Deine Vorgehensweise ist nachvollziehbar und technisch gesehen wohl auch die nachhaltigste Lösung gegen das Seitenspiel in den Kunststoffdrehgestellen. Die Maße beim geschlossenen Wagen sind ebenfalls korrekt und so verwendbar.
    Meine Messungen ergaben, daß beim geschlossenen Wagen, wie auch beim Rungenwagen das Seitenspiel gleich ist.
    Auch wurden dieselben Radsätze an meinen Wagen verwendet.
    Somit wären dieselben Messinglager für beide Wagentypen verwendbar.


    Nun eine rein handwerkliche Frage:
    Wie hast Du die originalen, kurzen Messinglager aus den Kunststoffblenden herausbekommen?
    Kannst Du uns eine kleine Anleitung hierfür schreiben?


    Danke im Voraus


    Gruß
    Norbert

  • Hallo Norbert und Mitleser!


    Das Spiel bei meinem Rungenwagen war in der Tat bei selben RSen merklich grösser als beim Habfis. Es scheint also Fertigungsunterschiede zu geben.


    Das Herauslösen der alten Buchsen ist etwas "fummlig":
    Zuerst habe ich einen alten Schraubenzieher, der in der Buchse festklemmt, hineingedrückt und damit die Buchse im DG gedreht, damit sich die alte "Haftung" löst. Dann mit einem kleineren Schraubenzieher (Ecke der Schneide) gegen die Buchse gedrückt und gleichzeitig herausgezogen. Wenn man das ein paar Mal macht, bewegt sich die Buchse etwas nach draussen und man kann sie dann mit einer Zange fassen.


    Gruss, Uli

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