Anfängerfrage zu Messingbausätzen

  • Liebe Nuller,


    ich würde gerne die Vorteile des gegenüber H0 größeren Maßstabs nutzen und mich über einen Waggonbausatz wagen. Welche Werkzeuge benötige ich dafür und worauf ist besonders zu achten?


    Der Umgang mit einem Lötkolben ist mir nicht fremd, allerdings habe ich den bisher hauptsächlich für die Elektrik verwendet und ab und zu für meine H0-Anlage ein paar Kleinteile wie Leitern, Geländer oder Tore aus Drähten oder feinen Profilen gelötet. Ein Güterwagen-Fahrgestell ist im Vergleich dazu natürlich viel anspruchsvoller, damit es am Ende nicht ganz verzogen ist.


    Wer von den erfahrenen Fahrzeugbauern hier kann mir bitte ein paar Tipps geben, damit der Versuch nicht gleich in einer großen Frustration endet?


    Danke,
    Albert

  • Hallo,


    das Löten ist bei einem Bausatz längst nicht alles. Nach der Montage kommen Reinigung, Lackierung und das Beschriften und Versiegeln.


    Ich würde etwas "Kleines" für dem Anfang empfehlen (z.B. Zurüstsatz von Petau oder nützlichen Kleinkram von Wenz oder Weinert). Wenn das, from start to finish, zufriedenstellend gelaufen ist, kann man sich an etwas "Größeres" wagen.


    Der Unterschied ist dann meist nur der größere Umfang der Arbeiten.


    Ferner hilft die Bereitschaft, sich mit dem Vorbild zu beschäftigen, denn eine Anleitung nach dem Motto "Malen nach Zahlen" gibt es meistens nicht.


    Gute Gelingen!


    Null-Problemo :thumbup:

  • Hallo Albert,


    Deiner Überlegung bin ich auch nachgegangen. Ich habe mich allerdings leider zuerst an einem Wagen versucht, der mir dann meine doch noch nicht ausreichenden Fähigkeiten aufgezeigt hat. Daher ist deine Überlegung die richtige, erstmals mit was anderem als mit einem Wagen anzufangen. Ich habe daher meinen zweiten Versuch mit einem Gleissperrsignal von Moog gestartet. Und habe das Signal an einem Abend zusammengebaut (sicher geht das schneller aber ich habe alles mit Ruhe und Bedacht gemacht) und war von mir selbst überrascht was da rausgekommen ist.


    Wichtig ist das Du die Anleitung erstmal genau studierst und den Zusammenbau mit den Teilen durchgehst.


    Dann zum Werkzeug:
    eine vernünftige leistungsstarke Lötstation min 60W besser eher 80W. Gibt's zB bei Reichelt Elektronik
    Lötwasser und dünnes Lötzinn
    einen kleinen Gasbrenner (für größere und massive Teile oder zum nacharbeiten)
    Was zum Klammern und Klemmen (auch zum kühlen zu benutzen)
    Und dann noch das wahrscheinlich vorhandene normale Werkzeug vom Bohren, Schneiden usw....


    Und in meinen Augen das was am Meisten beachtet werden sollte: Übung macht den Meister, üben üben üben

    freundliche Grüße


    Torsten



    In Spur 0 noch Neuling, sonst noch H0 3 Leiter

  • Hallo Albert und alle anderen,


    falls Du des Englischen mächtig bist, könnten die Hilfestellungen von Jim McGeown (Connoisseur Models) ein guter Ratgeber sein.
    Er bietet seine Tipps in herunterladbarer Form kostenlos auf seiner Webseite an. Hier findet man nicht nur Tipps zum Löten, sondern auch zu anderen Techniken, die beim Zusammenbau von Messingbausätzen nötig sind.
    http://www.jimmcgeown.com/Print%20Outs.html
    Das "Hints, Tips & FAQ Booklet" fasst die darüber aufgeführten Themen in einem einzigen Dokument zusammen. Es ist so konzipiert, dass man, doppelseitigen Druck vorausgesetzt, ein schönes handliches Heftchen erhält. Ein separates Deckblatt wird auch noch angeboten, ist aber nicht zwingend notwendig.


    Bei allen Tipps wirst Du aber nicht darum herum kommen, eigene Erfahrungen zu sammeln. Mann kann zwar einige Fehler von Beginn an vermeiden, aber ein eigenes Gefühl für die Sache zu entwickeln kann Dir keiner abnehmen. Wie schon von "Toto" erwähnt, selten war der Spruch zutreffender: Übung macht den Meister.


    Viel Erfolg!
    Klaus

  • Der Bau der Petau Messing bausätze ist aber leider nix für anfänger da ist der Frust schon vorprogrammiert.
    Da die Bausätze von Petau doch eher durch die filligranen Kleinteile und der hohen detailierung eher was für vortgeschrittene oder sogar Profis ist.


    Ich würde mich der aussage von Oliver (Nullproblemo) anschliessen, lieber mit etwas "kleinem" anfangen und sich dann hocharbeiten.


    Wenn man unbidingt etwas fahrbares bauen will gäbe es da von Moog z.B. die RL3 oder bei 0Scale den Accu Rottenwagen der Maschinenfabrik Esslingen.
    Ich habe damals mit der RL3 meine ersten bauerfahrungen gemacht und anschliessend mit dem Esslinger




    Gruß Klaus

  • Erstmal Danke an alle für die vielen Hinweise, durch die ich mich erst durcharbeiten muss.


    Nun, dass ein Petau-Bausatz für den Anfang nicht die beste Wahl ist, war mir auch schon vorher klar. Trotzdem danke für die Warnung. Wie in allen Bereichen ist das Sammeln von Erfahrung unerlässlich. Nicht umsonst heißt es: Übung macht den Meister. Trotzdem bin ich der Meinung, dass sich durch das Sammeln von Informationen so manche Anfangsfehler vermeiden lassen.


    Auch stimme ich Nullproblemo zu, dass eine intensive Beschäftigung mit dem Vorbild unerlässlich ist. Aber sollte das als Modellbahner nicht ohnedies unser Ziel sein? Bislang habe ich mein Hauptaugenmerk auf den Gebäude-Modellbau gelegt (Bausätze aus verschiedensten Materialien, teilweise auch abgewandelt, und reine Eigenbauten), auch dort führt die Beschäftigung mit dem Vorbild zu besseren Resultaten. In dieser Hinsicht unterscheidet sich der Fahrzeugbau nicht so sehr von meinen bisherigen Tätigkeiten. Gänzlich neu für mich ist das Material und die erforderlichen Techniken zur Bearbeitung. In diese Richtung will ich meine Fähigkeiten erweitern.


    Lackieren, Beschriften usw sind natürlich auch wichtige Schritte. Damit nerve ich Euch aber erst, wenn diese Schritte anstehen.


    Viel Freude mit dem Hobby wünscht
    Albert

  • Hallo Albert,


    ich würde auch erstmal verschiedene einfache Dinge löten. Bausätze, wo es viel Wärme braucht und auch Bausätze, wo man mit wenig Wärme filigran löten muss. Für letzteres sind die Gittermastlampen von Moog ein gutes Beispiel.


    - relativ günstig
    - man spart zum Fertigmodell einen netten Betrag
    - kann man immer irgendwo auf der Anlage gebrauchen
    - wenn es nicht gleich zu 100% sauber funktioniert sieht es vielleicht nicht so dolle aus, leuchtet aber trotzdem und ist nicht für die Tonne...

  • Hallo Albert


    Ist es denn für Dich ein Muss, dass es ein Messingbausatz sein muss?
    Oder hättest Du ev. Lust auf einen Bausatz, den man nur kleben muss?
    Hast Du denn bestimmte Vorstellungen betreffend der Epoche?


    Gruss
    Peter Lehmann

  • Hallo Peter,


    natürlich muss es nicht immer Messing und Löten sein. Aber darum ging es Hier nicht. Der Ersteller fragte aber nun mal danach und nicht nach was anderem und wollte eigentlich nur ein paar Tips dazu und keine Materaldiskussion. Auch wenn ich selber als noch eher unerfahrener in der Materie nicht wirklich viel dazu beitragen konnte, kann ich nur sagen: ausprobieren und nicht verteufeln. Ich selber verfolge die Diskussion mit Spannung um was zu lernen.

    freundliche Grüße


    Torsten



    In Spur 0 noch Neuling, sonst noch H0 3 Leiter

  • Wer von den erfahrenen Fahrzeugbauern hier kann mir bitte ein paar Tipps geben, damit der Versuch nicht gleich in einer großen Frustration endet?

    Hallo Albert,


    ich bin zwar kein "erfahrener Fahrzeugbauer", aber ich kann Dir vielleicht trotzdem einen Tipp geben:


    Es gibt einen sehr hilfreichen "Lötkurs" im Forum , da sind reichlich Hinweise und Tipps drin. Mach Dir mal die Mühe und studier ihn bis zum Ende, da werden bestimmt viele Fragen geklärt.


    Ich persönlich finde, dass das Basteln an Fahrzeuge in unserer Baugröße sehr viel Spaß macht...ob Messing oder nicht, ist (mir) dabei egal! Also, probiers mal aus!


    Gruß
    Thomas

  • Hallo Albert,


    es gibt ja schon viele tolle Hinweise, doch ich wollte nun auch meinen Senf dazu geben.:-)


    Neben üben ist eines ganz besonders wichtig wie ich finde: Das Werkzeug. Hier solltest Du nicht sparen! Ein vernünftige Lötstation ist das A + O. 80W sollte sie mindestens haben, austauschbare Lötspitzen und auch eine digitale Temperaturwahl. Für die meisten Messingteile ist eine möglichst breite, meißelförmige Spitze, optimal. Feinteile benötigen dann eher eine dünne runde Spitze. Darüber hinaus ist Lötwasser wichtig, hier solltest Du bei der Verwendung auch nicht sparen, dann läuft das Lötzinn besser. Hier ist bleihaltiger besser als der ohne Blei.


    Wenn dann alles geklappt, prima, wenn nicht einfach wieder warm machen und auseinander löten, vom Lötzinn befreien und einen neuen Versuch starten – denn Versuch macht kluch...:-)


    Gruß
    Herbert

  • Danke für alle Hinweise, ganz besonders an Thomas (moba-tom) für den link zum Lötkurs im Forum und an Thorsten (DRG) für die Mühe des Einstellens dieser umfangreichen systematischen Hinweise. Das ist ganz nach meinem Geschmack.


    Eine Diskussion nach dem besten Material wollte ich mit meiner Frage nicht auslösen. Auf Messing habe ich Bezug genommen, weil nach meiner Beobachtung sehr viele Fahrzeugbausätze aus diesem Material bestehen. Natürlich kann man auch aus Kunststoff ganz tolle Modelle bauen. Ich erinnere mich in einem US-Forum ein US-Boxcar nach Proto48 Standards gesehen zu haben, das komplett und überaus detailliert aus Polystyrol gebaut war. Mit diesem Material bin ich vertraut, da muss ich Euch nicht dazu ausfragen. Und mit dem Lötkolben sollte man dem Kunststoff sowieso nicht zu nahe kommen. :)


    Zur Frage nach der Epoche: mich interessiert speziell die (späte) Epoche 4 ab den 1980er-Jahren. Warum? Weil ich diese Bahnepoche selbst bewusst miterlebt habe und damals noch zahlreiche kurze zweiachsige Güterwagen im Einsatz waren. Das kommt mir entgegen, weil ich nicht viel Platz für eine Anlage habe. Jetzt schließe ich gleich noch die Erklärung an, warum überhaupt Spur 0? Für mich sind zwei Faktoren entscheidend: Der größere Maßstab erlaubt eine feinere Detaillierung als in H0 sowie die Möglichkeit zur Verwendung einer Originalkupplung. In H0 stören mich die klobigen und optisch wenig ansprechenden Modellkupplungen. Daher gibt es für mich zwei Optionen: H0 nach US-Vorbild, weil die Modell-Klauenkupplung dem dortigen Vorbild recht nahe kommt, oder Spur 0 nach europäischem Vorbild, um die Vorteile bei der Detaillierung nutzen zu können. Bei einer kleinen Anlage sollte diese besonders zur Geltung kommen.

  • Halle Albert,


    vielleicht noch ein Wort zur Lötzinn und Lötwasser. Nach einigen Tests bin ich im Tiffany-Bereich gelandet. :) Ich ärgere mich nur, dass es so lange gedauert hat, bis ich die Erfahrungen aus dem Hobby meiner Frau übernommen habe. :(


    Übrigens, ich habe zwar eine Lötstation, bin aber nach einigen Versuchen doch wieder beim klassischen Lötkolben (mehrere mit unterschiedlicher Leistung) angekommen, mit dem ich ca 40% der Lötarbeiten ausführe. Weitere 40% mit Flamme und 20 % mit Widerstandslöten.


    Was ich löte... schau mal auf meine Homepage, auch wenn die dringend aktualisiert werden muss.


    Grüße aus Erfurt


    Wolfgang

  • Hallo Zusammen


    Beiliegend ein paar Bilder aus meinem Artikel in der ARGE zu meinem Containertragwagen Sgns Bausatz zum Kleben statt Löten.
    Interessenten schicke ich gerne den ganzen Artikel.
    Bausätze sind in ca. 2 Monaten wieder lieferbar.


    Auch Bausätze für den kurzen, belgischen Containertragwagen Sgmmnss sind im gleichen Zeitrahmen lieferbar.


    Gruss
    Peter Lehmann

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!