HEGOB Montage?

  • Liebe Forumianer,


    für ein Segment eines Endbahnhofs hab' ich mir das HEGOB-Gleis mit Holzschwellen gegönnt. Weil wie viele komplette Bahnhofsszenarien bau' ich schon in meinem Leben?!


    Obwohl technisch nicht wirklich ungeschickt, und obwohl ich an den beiden Schienenprofilen alle möglichen Schlupfphasen angefeilt habe, bringt mich die Montage des Gleises (speziell Schienenprofil in Schwellenstühlchen einschieben) an den Rand meiner Möglichkeiten! Wie lange es gedauert hat, den ersten Meter Gleis zu bauen, möcht' ich hier lieber gar nicht erwähnen!
    Wenn die Schwellen mal mit irrsinniger Kraft aufgeschoben sind, halten sie allerdings traumhaft und das Gleis und seine Verschraubung sieht wunderbar filigran aus. So gesehen fehlts nur im 100stel mm Bereich -> bewege mich deshalb grad noch im Bereich von 'HassLiebe' - und hab' aber noch 17 weitere Meter zu montieren! An die Weichen hab' ich mich noch gar nicht ran getraut.


    Meine Frage in die erfahrende Runde wäre nun, ob jemand von Euch einen tricky Trick hat, wie das leichter geht? Eine Vermutung meinerseits wäre, den kleinen Gußsteg am Grunde des Schwellenstühlchens platt zu feilen, ohne dabei die 'Schienenklammern' zu beschädigen - alleine dazu fehlt mir aber noch die passende Spezial-Feile. Man sieht an dem Bild, daß ich schon versucht habe, das Schienenprofil einzuschieben (teilw. plattgdrückter Grat) und das Stühlchen deswegen schon wieder ein wenig aus der Schwelle gezogen ist ...


    DANKE für Eure Erfahrungen und Tips!


    Ciao


    der NNullguggi

  • Hallo NNullguggi,


    ich würde den Grad vorsichtig mit der Trennscheibe nach erfolgter Montage in der Schwelle, abschleifen. Mit feilen wirst Du wahrscheinlich adlig werden.


    Gruß
    Roland

  • Horido NNullguggi


    Böser Grat. Eventuell an einer Dreikantschüsselfeile Eckzahnung abschleifen (Gut kühlen) damit du die Schienenklammern beim feilen nicht beschädigst. Oder als schnellere Methode
    mit einer Dremel oder Proxxon Trennscheibe den Grat zartfühlend abschleifen. Dazu müssten die Schienenstühle befestigt sein, eingespannt, eventuelle Schleifspuren werden vom Schienenprofil abgedeckt.
    Um diese Arbeit beneide ich dich nicht, baue gerade eine Wartungsgrube für nen Lokschuppen und krieche die meiste Zeit auf der Suche nach Schienennägeln und Schienenklammern die mir oder meiner Zange entwischt sind auf dem Boden herum. Schöner Bausatz von Wenz, aber die Teile sind so filigran und meine Finger zu dick. :thumbsup:


    Mit freundlichen Grüßen


    Wolle

  • Hallo lieber Kollge,
    ich würde genau wie die Vorschreiber mit einer Trennscheibe, aber eine mit einem größeren Durchmesser drangehen, die Drehzahl der Schleifmaschine reduzieren, damit man gefühlvoller arbeiten kann. Dann einen kleinen Tropfen Öl als Gleithilfe drauf, dann müsste es gut reinschieben gehen.
    Viel Erfolg! Wenns fertig ist fragt keiner mehr nach den Qualen ;)
    Gruß
    Dieter

  • Servus Wolle und Roland,


    danke schon mal für Eure ersten Tips! Habe mir die Schienenstühlchen am Gußast alle nochmal angesehen. Der Grat scheint vom Design da schon hin zu gehören, weil er überall mit drin ist. Ich vermute, daß er eine gewisse 'Spannfunktion' erfüllen soll, in dem Zusammenspiel von Schiene und Stühlchen. Das ist ja letztlich eine Übergangspassung (1000tel mm Bereich!), was mit gewalztem (?) Schienenprofil und gegossenem Stühlchen eigentlich gar nicht zu bewerkstelligen ist. Da brauchts schon irgend einen Trick. Hmm.


    Hab' Euch als Bild ein Teil des Gußastes und den Vergleich Stühlchen/Millimeterraster angehängt. Was man auf dem Bildern hier sieht, ist nur dank Makro-Photographie erkennbar. Mit dem bloßen Auge ist hier lang schon Schluß! Den Vergleich mit meinen Wurstfingern wollt' ich Euch hier ersparen. Hab' mal grob überschlagen, daß alleine auf meinem Daumennagel 12 Stühlchen bequem Platz finden würden. Ihr seht also ich hab' trotz Ratlosigkeit meinen Humor noch nicht verloren.


    Dieter: das mit dem Öl hab' ich bisher noch nicht gemacht, einfach weil ich das Ganze später ja noch anmalen/altern will. Zudem fürchte ich, daß das Öl auf dem Echtholz Flecken hinterläßt (evtl. versuche ich mal Spiritus). Aber Du hast recht: wenns nachher wirklich prima aussieht, fragt keiner mehr danach, wie heftig der Weg dahin war ...


    in Erwartung weiterer hilfreicher Infos


    der NNullguggi


    P.S: ... und die zwischen Bodennebel und Wollmäusen sich versteckenden runtergefallenen Schienenstühlchen 'jage' ich beim nächsten Zusammenkehren mit der Lupe ...

  • Liebes Forum,


    zwischen anderen Aktivitäten hab' ich jetzt mal die zwei Schienen-Stühlchen einer Schwelle nachgefeilt - sprich den 'Grat' rausgefeilt. Jetzt läßt sich die Schwelle relativ problemlos auf das bestehende Gleisstück aufschieben. Problem an sich gelöst.


    Tja, aber wie geh' ich nun mit dem Thema um? Ohne auf Schwellenabstände zu achten, hab' ich im Moment 50 Schwellen/100 Stühlchen auf meinem Meterstück montiert. Bei 18 m Gleis kommt da ordentlich Nacharbeit auf mich zu. Hmm.


    der NNullguggi

  • Hallo NNullguggi,



    Aus Erfahrung kann ich Dir mitteilen, dass man am einfachsten die, für eine bestimmte Gleislänge, benötigte Schienenstühlchen zuerst auf einem Gleisprofil fädelt, und dann das Ganze, nachdem es peinlichst genau an die Gleisführung und Holzschwellen ausgerichtet ist, auf die Holzschwellen befestigt. Sobald wie das Gleisprofil mechanisch dauerhaft montiert ist, kann man mit Gleisabstandhaltern das zweite Gleisprofil, mit bereits aufgefädelte Schienenstühlchen montieren.

    Aber, wie ich auf den Bilder erkennen kann, werden die Schienenstühlchen von Hegob mit größter Wahrscheinlichkeit geklebt, sodass obenstehende Arbeitsweise nur schwierig oder gar nicht wirkt.


    Jedoch lösen diese Zeilen nicht dein vorgelegtes Problem mit dem Auffädeln! Hier kann ich aus Erfahrung nur sagen: den minimalen Wulst im Mitte der Schienenstühlchen mit ein oder zwei Feilhiebe (am besten mit einer passende Vierkantfeile) ein wenig abschwächen, bis die Stühlchen sich einigermaßen auffädeln lassen - eine einfachere und für die filigrane Teile schonende Arbeitsweise ist mir unbekannt - und, dann zur Montage übergehen; eine sehr langweilige und sehr oft frustrierende Arbeit!

    Zur besseren Handhabung der Teile spannt man den Gussast am besten in einem Schraubstock, das zu bearbeitende Stühlchen ein wenig hochdrücken, abfeilen und anstehend mittels eine Juweliersägebogen mit fein verzahntes Sägeblatt von Ast abtrennen.


    Gruß,


    Jacques Timmermans

  • Hallo Gleisbauer,


    es ist leider so, das fast alle Hersteller von Gleisbausystemen die eigentliche Arbeit an den Endkunden outsourcen. Daher meine Empfehlung: lasst euch ein Musterstück kommen, bevor ihr viel Geld für Bauteile ausgebt :!:


    Ich weiß wie das ist, wenn man in der Euphorie einige Meter bestellt um dann festzustellen das es richtig mit Arbeit verbunden ist. Oft sehe ich wunderschön gebaute Einzelstücke, die in teils wochenlanger Arbeit entstanden sind. Von einer funktionsfähigen Anlage ist man dann aber noch ein Stück weit entfernt.


    Daher an dieser Stelle erneut der Hinweis zur Fremo-Gleisinitiative! Seit ich mit den Gleisbauteilen von RST und von MW-Modellbau arbeite (immerhin schon 1 1/2 Jahre) komme ich voran! Ich hole noch ein Stück weiter aus:


    Wenn man sich mit Gleisselbstbau beschäftigt, hat das doch nur einen Grund: man ist dem dem Angebot der Industrie nicht zufrieden und möchte ein vorbildgerechteres, evtl. sogar maßstäbliches Gleis haben. Wenn ich mir neben dem Wunsch nach mehr Vorbildtreue jedoch sonst nur Nachteile (aufwändiger und langwieriger Bau, langsamer Baufortschritt, hoher Preis) einkaufe, versteht man die Einwände derer, die auf Fertiggleis setzen.


    Zum Glück geht es auch anders! Ein durchdachtes, von aktiven Modellbahnern entwickeltes, stimmiges und vor allem maßstäbliches Gleissytem, das eigentlich keine Wünsche mehr offen lässt - eben das von RST und MW-Modellbau.


    Bauen kann das jeder, auch am Küchentisch. Da ich nichts selbst Herstellen muss, geht der Bau sehr zügig und mit normalen Hausmittelchen und ohne Gleisbau-Dipl.-Ing. zu sein.


    Beispiel:


    Incl. aller Vorbereitungen (Trennen vom Grußbaum, Brünnieren als Grundierung, Ablängen der Profile (von HEgob nebenbei) und Beizen der Schwellen habe ich den Meter auf dem nachfolgend gezeigten Bogenmodul an einen Nachmittag komplett aufgebaut incl. den Anschlußkabeln. Seht selbst!




    Um die vorgebeizten Schwellen akkurat verlegen zu können habe ich meine Schiebelehre als simplen Anschlag genutzt. Nach dem die Schwellen aufgeleimt waren, wurde mit verschiedenen Beizen und Pulverfarben nachbehandelt, die Profile abgelängt (die Schienen liegen in umgerechnet 15 m Stücken und beginnen bzw. enden auf Koppelschwellen, also echte Schienenstöße!) und eingeschoben. Ich habe kein einziges Kleineisen nachbearbeiten müssen! Kabel dran, Laschen-Imitation dran und fertig! Da ich die Schwellen vorher beize, quellen die Ausschnitte für die Kleineisen etwas auf. Dadurch halten die Teile von selbst. Kein Kleben, nichts...... 8o




    Und noch das RST-Gleis, der Vollständigkeit halber:



    Eigentlich wurde bei diesen Bauteilen an alles gedacht. Selbst die Neigung des Streckengleises zur Gleisachse hin ist berücksichtigt. Ich behaupte: wenn die Weichen, die sich incl. Anlenkmechanik, Laternen, etc. kurz vor der Vollendung befinden, kurzfristig zur Verfügung stehen, sind alle Gleisbau-Ambitionierten am Ziel ihrer Träume, sofern sie von Reichsbahn-Weichen und Doppelschwellen träumen :rolleyes: ! Wer sich mit Gleisbau und dem Vorbild beschäftigt, erkennt das sofort.....


    Der Busecker Stammtisch konnte in der letzten Zeit zuschauen, wie das Stück in 5 Wochen entstanden ist, trotz knapper Freizeit.... 8o




    Null-Problemo :thumbup:

  • Hallo Gleisbauer,


    einerseits möchte ich hier keine Dauerwerbesendung machen, der Beitrag ist ja eigentlich eine Frage über Hegob, andererseits halte ich es für wichtig, die Unterschiede deutlich herauszustellen (u.a. Qualität der Gussteile), denn nicht jeder ist mit der Materie vertraut. 8o


    Hier der Vergleich der Gleisbauteile zum Bild aus Antwort 5 oben:




    Neben der Oberfläche auch die Anordnung des Angusses beachten. Beim Abtrennen besteht keine Gefahr, die später sichtbare Oberfläche zu beschädigen 8o


    Vielleicht öffnet das einige Augen und hilft bei der Auswahl....


    Null-Problemo :thumbup:

  • Moin Dieter,


    das Gleis ist schon über h0fine zu beziehen, und die Weichen werden es demnächst auch wohl. Etwas Geduld ist allerdings noch angebracht. Da Michael das auch "nur" als Hobby betreibt. Er hat auch einen richtigen Hauptberuf, siehst Du auch auf seiner Seite.;-)


    Ich freue mich schon auf meine Weichen. :D


    Gruß,
    Bernd

  • Hallo NNullguggi




    An den neuen Schienen von Hegob fehlt eine kleine Nut unter dem Schienenfuß, in dem


    das Kleineisen mit dem Grat hinein geschoben wird.


    Scheinbar hat Herr Obst einen neuen Lieferant für sein Gleismaterial.


    Dadurch erschwert sich die Montage, also abfeilen.


    ich benutze ein kleines Stück Schiene spane es in den Schraubstock etwa 10cm das ich vorn etwas anschräge habe


    und schiebe das Kleineisen durch, dann geht es leichter einzufädeln.


    Habe bis jetzt etwa 15m Gleis und 5 Weichen von Hegob verbaut.




    Werde mich aber in Zukunft um das Gleismaterial von WM Modellbau kümmern, wie


    Oliver.




    Gruß Hape

  • Servus Hape,


    Danke für Deine Info! Damit wird ein Schuh draus und das eigenliche Problem ist klar:

    An den neuen Schienen von Hegob fehlt eine kleine Nut unter dem Schienenfuß, in dem das Kleineisen mit dem Grat hinein geschoben wird. Scheinbar hat Herr Obst einen neuen Lieferant für sein Gleismaterial.

    Und ich denk' noch ich bin zu blöd, die Stühlchen auf die Schiene zu schubsen (wenns doch Andere auch schaffen!). Na bravo!


    Hab' mein Schienen- und Weichenmaterial durchgeschaut: das Schienenprofil ist an der Untereite überall glatt, ohne Nut oder Kerbe! Nicht schön,


    findet


    der NNullguggi

  • Hallo NNullguggi



    und wenn du das Problem von der anderen Seite angehst: mit einer kleinen Kreissöge mit einen dünnen Blatt den Schienenfuss von unten mit einer kleinen Nut versiehst? Natürlich nur so ein wenig "drüber hauchen".....


    Freundliche Grüsse


    Beat

  • Servus Leute,


    nachdem ich mit dem Hersteller telefoniert und Eure Beiträge mir zu Herzen genommen habe, meine ich einen Weg gefunden zu haben, mit der die Gleismontage klappt und etwas schneller geht. Beat, danke auch für Deinen etwas unkonventionellen Tip!


    Insgesamt ists natürlich ein Geduldsspiel und sehr viel Arbeit. Aber wer schön sein will, muß halt leiden ...


    Ciao


    der NNullguggi

  • Servus James, halle Leute,


    weil wir das Forum ja 'offen' gestalten wollen, hier die Info, wie ichs nun gemacht hab. Es war ein 'Destilat' aus allen Infos, die ich bekommen habe:


    Schritt 1: Schwellenstühlchen vom Gußbaum vereinzeln und Angußstelle nachbearbeiten
    Schritt 2: Freilegung an Schienen-Unterseite sägen/feilen (nur am Anfang der Schiene) + Schlupfphasen an Schiene anbringen -> Aufstecken des Stühlchens rel. problemlos
    Schritt 3: einpressen des Stühlchens mittels Holzwerkzeug - die ersten 20 mm
    Schritt 4: weiterschieben des Stühlchens mit gleichem Holzwerkzeug


    Somit kann von Hand das Stühlchen positionsrichtig auf die Schiene gesteckt werden, ohne großartig Kraft aufzuwenden. Und erst danach erfolgt das Aufpressen auf die Schiene, wobei die Kerbe unten an der Schiene als 'Rampe' für den Grat dient. Wesentlich leichter geht das Aufpressen dadurch zwar nicht, aber das Positionieren und das Aufpressen sind voneinander getrennt, was die Sache doch stark 'entspannt'.


    Früher hätte man gesagt, das Ganze ist eine 'Sträflingsarbeit'. Heute sag' ich einfach, daß je mehr man sich um was 'annimmt', desto stärker wird die Beziehung zu einer Sache! Mit Altern der Schwellen + Schienen und danach der Schwellenmontage und Ausrichtung der Schwellen, gehe ich von etwa 3 - 4 Stunden aus, um einen Meter Gleis zu 'bauen' - je nachdem wie man angerichtet/eingespielt ist. Wenn ich das super Ergebnis vom NullProblemo so betrachte, ists das aber allemal wert! Und die Beziehung zum Gleis ist danach 'unschlagbar'!


    Nochmal DANKE an Alle für Ihre Infos!


    Ciao


    der NNullguggi

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